an eine colonia agricola. Das heißt, der Dieb darf dann noch drei Jahre Ackerbau treiben, eine für den Staat sicher einträglichere und für den Sünder bekömmlichere Beschäftigung, als die Verbannung auf die Inseln, von der man wieder abgekommen ist.
Das Testament des Skatbruders.
Testamente nehmen mitunter seltsame Formen an. — aber als vor einiger Zeit bei einem Rach- lahrichter ein Mann erschien, und durch ein mit Bleistift geschriebenes Testament seines Stammtischfreundes, durch einen Fetzen Papier also, in dem er als Universalerbe eingesetzt war, Ansprüche auf dessen Hinterlassenschaft geltend machte, kam das dem Dichter doch etwas sonderbar vor. Der Universalerbe gab an, im „Reichsangeiger" gelesen zu haben, daß fein Freund gestorben sei. ohne Erben zu hinterlassen. Daraufhin fei ihm eingefallen, dah der Verstorbene ihn vor zwei Jahren am Stammtisch nach einer Skatpartie in dem besagten Testament zum Erben eingesetzt habe. Rachforschungen des Richters ergaben indessen, dah das mit dem Bild des Verstorbenen versehene Testament gefälscht war. Nachdem er im „Reichsanzeiger" vom Tode seines Bekannten gelesen hatte, war der Mann zu dessen Wirtin gegangen, hatte sich die hinterlassenen Briefe und Fotos aushändigen lassen und an Hand dieser Vorlagen ein Testament aufgesetzt und unterschrieben. Vor Gericht bestritt der Angeklagte trotz vollkommenen Schuldbeweises diese Tat, vor allem den belastenden Besuch bei der Wirtin. Er gab an, drei Doppelgänger zu haben, von denen einer die Frau ausgesucht haben mühte. Das Gericht hatte aber an seiner Schuld keinen Zweifel, und lieh ihn zur Strafverbühung aus dem Gerichtssaal heraus verhaften.
^Reform -er englischen Nationalhymne.
Ein englischer Armee-Befehl verordnet die Einführung einer neuen Ausgabe der englischen Rationalhymne. in der genaue Angaben über den Takt und die Tonart gemacht sind, in der das Stück gespielt werden soll. Es handelt sich hier nicht um den Text des berühmten „Gott erhalte den König", der früher zu mancherlei Ausstellungen Anlah gegeben hat. sondern um die Musik, jene Melodie, die auf John Bull zurückgeht, der dem Engländer zugleich seinen Spitznamen gab. Seit langem beklagen sich die Musikverständigen über den schlechten Vortrag des Musikstückes, das entweder so lustig wie ein Possenstück oder so traurig wie ein Trauermarsch gespielt wird. Besonders ftonig Georg hat sich des öfteren rniß- bifitgenb über diesen mangelhaften Vortrag der Hymne ausgesprochen, und die neue Reform geht auf seinen persönlichen Wunsch zurück. „Ich will nicht", sagte er einmal, „dah bte Musiker ,God save the King' so schnell spielen. Sie haben es immer so eilig, als wenn sie nur möglichst schnell damit fertig werden wollten, aber für mich bedeutet die Musik viel: ich sehe sie als eine Hymne an, die feierlich und würdig wirken soll." In diesem Sinne sind denn auch die neuen Anweisungen an die Militärkapellen, denen sich die Privatkapellen anschließen sollen, gehalten. Es wird beim Spiel ein langsameres Tempo gefordert, und ebenso werden die Stellen angegeben, die Pia- nissimo gespielt werden müssen, sowie die, die im Fortissimo gehalten fein sollen. Ein Liebelstand ist, dah die Tonart, in der die neue Ausgabe die Rationalhymne vorschreibt, so hoch ist. dah
es mit einer gewöhnlichen Stimmlage schwer hält, sie zu fingen. Jedenfalls aber hofft man, durch diese Mahnahme zu bewirken, dah die Äational- hymne nicht mehr im Geschwindmarsch, sondern feierlich und würdig vorgetragen wird.
Eine neue Stadt im Polargebiet.
Wo vor drei Jahren noch die ganze Einöde des Polarkreises in ihrer kalten und dunklen Mn» Wirtlichkeit lastete, am 68. nördlichen Breitengrad, 300 Kilometer nördlich vom Polarkreis, erhebt üch jetzt eine Stadt, die 30 000 Einwohner zählt und eine große Industrie beherbergt. Dieses Wunder ist hervorgerufen durch die in der Rähe entdeckten Apatit-Gruben, eine mächtige phosphorhaltige Mineral-Lagerstätte, die vor knapp drei Jahren von russischen Gelehrten aufgefunden wurde. Die neue Stadt auf der Halbinsel Kola am nördlichen Eismeer, von der in der „Moskauer Rundschau" ein anschauliches Bild entworfen wird, heißt Chibinogorsk und ist 1250 Kilometer Eisenbahnfahrt von Leningrad entfernt. Jetzt werden schon jährlich 600 000 Tonnen Apatit abgebaut. Der Abbau erfolgt in fünf Etagen, vorläufig über Tag. Im Tal liegen die Arbeitersiedlung, eine Versuchs-Phosphor-Fabrik, die mit einem elektrischen Ofen von 3000 Kilowatt arbeitet, und die Eisenbahn-Ladestation, von der aus das gewonnene Material abtransportiert wird. An dem Seeufer Maly Dudjawo liegt die Montan- Station der Akademie der Wissenschaften. Auf dem Wege dahin kommt man an einem groben Touristenhaus und einer wissenschaftlichen Versuchsanstalt für Gemüsezucht im Polargebiet vorüber. Diese Versuchsanstalt, die im letzten Jahre den Arbeitern schon 2000 Tonnen Gemüse lieferte, hat damit bewiesen, dah Gemüse selbst in diesen hohen nördlichen Breiten angebaut werden kann. Der größte Teil des Apatits wird zu einem fein gemahlenen Rohprodukt für Kunstdünger-Erzeugung umgearbeitet. In der Hauptsache wird das so hergerichtete Roh»Apatit nach Murmansk verfrachtet und dann nach Deutschland und Holland ausgeführt: auch einheimische Fabriken werden beliefert. Die neue Polarstadt liegt auf einem schonen Plateau am Ufer des Flusses Delaja, der aus dem See Dolschoj Bud- jawr flieht. Der Apatit-Trust beschäftigt allein 13 000 Arbeiter. Sechzehn Speisehäuser, ein Dampfbad mit Dampfwäscherei, ein Tonfilm- Theater, Klubs und andere Kultureinrichtungen, auch zwei große Raturparks dienen den Bedürfnissen der Bewohner: die Kraft liefert ein mit Holz beheiztes Elektrizitätswerk. So hat sich hier im hohen Horben ein reges unb tätiges (Stabt- leben entwickelt trotz aller Mnbilben ber Witterung, trotz bes langen Polarwinters mit feiner ununterbrochenen Finsternis unb feinen Stürmen.
Amerika beim puzzle-Spiel.
Die schlechte Wirtschaftslage, die auch in Amerika zum Sparen zwingt, hat das Bedürfnis nach billigen Abendunterhaltungen geweckt und weite Kreise zu dem Puzzle-Spiel getrieben, das auch schon vor dem Kriege in angelsächsischen Ländern besonders beliebt war. Die neue Mode der Zu- farnmensetz-Spiele begann in den Reuengland- Staaten, überflutete bann Reuhork unb ha' sich jetzt über ganz Amerika ausgebreitet. Wie bei dem 2o»Jo erfährt auch hier die Industrie eine kleine Belebung. Eine Fabrik allein in Reuyork wirft jetzt wöchentlich 2,5 Millionen Puzzle-Spiele auf
Deutsche Reifersiege in Gi.Morih.
Ein Bild von dem Rennen auf dem See von St. Moritz, auf dem nun wiederum internationale Tressen der (Salopper und Traber ;um Austrag gelangten. Mehrere deutsche Pferde konnten das Ziel als Erste passieren, und auch unter den siegreichen Jockeys und Fahrern waren mehrere Deutsche.
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den Markt, hat 350 neue künstlerische Mitarbeiter angestellt, ihre Arbeiterzahl vergrößert und baut ihr Unternehmen aus, da ihre Wochenleistung der Rachfrage keineswegs genügt. Die neuen Puzzle- Epiele sind nicht wie die früheren sorgsam aus Holz ausgeschnitten, sondern bestehen hauptsächlich aus Pappmache und werden mit der Maschine ausgeftanzt. Man kann solche Spiele bereits für zehn Cents erhalten: natürlich gibt es auch teuere, die feiner und schwieriger sind und die auch leihweise vergeben werden. Die Schwierigkeit der Zusammensetzung ist nach den Altersklassen, für die die Spiele bestimmt sind, verschieden.
G. A -Sport.
Spielvereinigung 1900 Sieben.
Iugendspiele.
Am kommenden Sonntag nimmt die Jugendabteilung den Spielbetrieb wieder auf. Die AI* Jugend weilt in Dillenburg und trägt ein Gesellschaftsspiel gegen die 1. Jugend des dortigen SD. aus. Der Gegner verfügt über eine schnelle und schlagkräftige Mannschaft, die seit vorigen Sommer noch kein Spiel verlor. Die Blauweißen, die mit 4 Ersatzleuten fahren müssen, stehen also vor einer schweren Aufgabe. Die andern angesetz
ten Spiele ber Jugend fallen wegen Erkrankung vieler Spieler aus.
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Aufnahme in Sexta im allgemeinen nach 4 Grundschuljahren.-Außer den Grundschülern, die nach dreijährigem Besuch der Volksschule übertreten wollen, haben alle mit vierjähriger Grundschulzeit, die nicht die Note 1 oder 2 mitbringen, eine Prüfung in Deutsch u Rechnen zu bestehen Diese Prüfung wird Montag, 13. März
811 D 1933, um 10 Uhr, in der Realschule abgehalten
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Vorzulegen
sind Abgangszeugnis, Geburts- und Impfschein.
Aufnahme in Sexta
im allgemeinen nach vier Grundschuljahren, bei besonders günstiger körperlicher und geistiger Entwicklung des Kindes bereits nach dreijährigem Schulbestick. Außer den Grundschülern, die nach dreijährigem Besuch übertreten wollen, haben alle mit vierjähriger Grundschulzeit, die nicht die Note 1 ober 2 mitbringen, eine Prüfung in Deutsch und Rechnen zu bestehen. Diese Prüfung wird am Montag, dem 13. März, um 8 Uhr, in der Oberrealschule zu Grün-- berg abgehalten. cssD
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