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4.2.1933 Erstes Blatt
 
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!UUI ^/uucinuuji zu roeroe oie Füllung Der britischen Regierung zum 2 Anhängern, chinesisch-japanischen Konflikt in keiner Weise durch bei denen drei » Erwägungen beeinflußt, die im Zusammenhang mit

Berlin, 4. Febr. (VDZ.) Der Präsident des Preußischen Landtages, Serri, hat die übrigen beiden Mitglieder des Dreimännerkollegiums, den Ministerpräsidenten Braun und den &

Berlin, 3. Febr. ^TU.) An zwei Stellen der Stadt kam es am Freitag kurz nach Mitternacht zu Zusammenstößen zwischen Anhä der KPD. und der NSDAP., bei de

DerReichspmsident auf demReit- undFahtturnierderGrünenWoche

Berlin, 3. Febr. (ERB.) Der Reichs- Präsident wohnte am Donnerstag dem Reit- und Fahrturnier bei, das im Rahmen der Land­wirtschaftlichen Woche stattfindet. Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt. Ruf der Straße drängten sich dichte Menschenmassen. Hindenburg wurde mit begeisterten Hochrufen empfangen. Er wurde von Vizekanzler v. Pa­pe n , dem R e i ch s w e h r m i n i st e r und den Chefs der Heeres- und Marinelei­tung begleitet. Der Reichspräsident, der in Uniform erschienen war, nahm in einer be­sonderen Chrenloge Platz. Das gesamte Reichskabinett mit Ausnahme des Reichs­kanzlers Hitler und des Reichsministers Hugen- berg war anwesend. Man bemerkte auch den früheren Kronprinzen. Der Reichspräsident ließ sich die ausländischen Offiziere vorstellen, die an den Wettkämpfen teilnehmen, norwegische, ungarische, irische und tschechische Offiziere.

Ein Bataillon des Berliner Wachregimentes hatte in den historischen Uniformen der frideri- cianischen Garde Paradeaufstellung genommen. Das Bataillon zeigte das alte Dessauer Exerzier­reglement. Offiziere der Kavallerieschule Han­nover ritten eine Quadrille in den Uniformen von Kavalleriegeneralen Friedrichs des Großen. Cs folgten dann Rachbildungen der Olympischen Spiele des klassischen Altertums, ausgeführt von Studenten der Deutschen Hochschule für Leibes­übungen.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete das Denkmal der deutschen Artillerie". Besondere Bewunderung fand die Leistung der modernen Reichswehrbatterie, die mit ungeheuerer Schnel­ligkeit durch die Halle raste, abprotzte und meh­rere Geschützfalven abgab. Bei der Abfahrt wurde der Reichspräsident wieder von einer großen Menschenmenge stürmisch begrüßt.

Amerikanische Sorgen im Pazifik.

Befestigt Japan seine Mandatsgebiete?

Washington, 3. Febr. (LNV.) Washington Star behauptet, von der zuständigen amerikanischen Behörde erfahren zu haben, daß Iapan entgegen seinen vertraglichen Verpflichtungen heimlich die Marianen, die Karolinen und die Mar­schall-Inseln. sämtlich frühere deutsche Kolonien, befestigt habe und fremden Kriegsschiffen unter allerlei Vorwänden die Besich- tigung verweigere. Japan sei entschlossen, diese zwi­schen den Philippinen und hawai gelegenen strate­gisch wichtigen Inseln auch im Falle seines Austrittes aus dem Völkerbunde zu behalten. Das Staatsdepartement hat jeden Kommentar zu dieser Meldung abgelehnt und auf den V e r t r a g zwischen Japan und den Vereinigten Staaten verwiesen, dessen Artikel 4 eine Befestigung der Mandatsgebiete ausdrücklich untersagt. England, Tibet und die mandschurische

Frage.

Präsidenten Dr. Adenauer darauf hingewiesen, daß der Preußische Landtag heute über den Antrag Kube (NS.) auf Auflösung des Landtages entscheiden werde. Für den Fall, daß der Landtag den Auflösungsantrag a b l e h n e n sollte, bittet Präsident Kerrl die beiden Herren, sich heute nach­mittag in seinem Arbeitszimmer im Preußischen Landtag einzufinden. Der Präsident will dann ver­suchen, durch Beschluß des Dreimänner­kollegiums die vom Landtag etwa abgelehnte Auflösung durchzuführen.

Die Z e n t r u m s f r a k t i o n des Preußischen Landtages hat einstimmig beschlossen, gegen den Auflösungsantrag zu stimmen. Auch die kommuni stische Landtagsfraktion hat beschlos­sen, den Antrag abzulehnen. Es muß nunmehr als unmöglich bezeichnet werden, daß eine Mehrheit im Landtag sich für den nationalsozialistischen Auf- lösungsantrag entscheidet, da 212 Stimmen erforder­lich sind, um die Auflösung zu beschließen, während die Nationalsozialisten, die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei und kleinere Rechtsgruppen, insgesamt nur über 203 Stimmen verfügen.

Die neuen kommissarischen Minister für Preußen.

Berlin, 4-Febr. (WTB. Funkspruch.) Amt­lich. Der Reichskommissar für das Land Preußen hat zu seinem Stellvertreter für den Geschäfts­bereich des Ministeriums für Landwirt­schaft, Domänen und Forsten und für den Geschäftsbereich des Ministeriums für Ar­beit und Wirtschaft den Reichsminister Dr. Hugenberg, zu seinem Stellvertreter für ben Geschäftsbereich des Ministeriums für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung den Studienrat a. D. Rust ernannt und sie mit der Wahrnehmung der Geschäfte dieser Ministerien beauftragt.

Der neue kommissarische preußische Kultus­minister wurde 1883 in Hannover geboren und ist evangelisch-lutherischer Konfession. Gr studierte in München, Berlin, Göttingen und Halle Germanistik und wurde 1909 Oberlehrer am Rats-Gymnasium in Hannover. Er machte den Krieg als Leutnant der Reserve mit, wurde verwundet und erhielt das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse sowie das Ritterkreuz des Hohenzollem- ordens. 1930 schied er auf eigenen Antrag aus dem Schuldienst als Studienrat aus und wurde nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter und Landesinspekteur der NSDAP, für Rieder- sachsen.

Kommunistische Zersehungsarbeit bei Reichswehr und Polizei.

Stettin, 2. Febr. (WTB.) Die politische Polizei hat in den letzten Tckgen das Bestehen einer noch anscheinend in der Entwicklung befind­lichen illegalen kommunistischen Or­ganisation aufgedeckt, die sich u. a. mit der Verteilung illegaler Druckschriften und mit Zersetzungsarbeit in der Reichswehr und Schutzpolizei befaßte. Kriminalbeamte fanden bei Durchsuchungen von Wohnungen kommunistischer Funktionäre belastendes Material. Eine Reihe von Personen, die zum großen Teil dem Kom­munistischen Zugendverband ange­hören, wurden vorläufig festgenommen. In dem beschlagnahmten Material befindet sich u. a. eine Aufforderung, z'u den Reueinstellungen in Reichswehr und Schutzpolizei im April d. I. besonders zuverlässige Kommuni­sten zu schicken, die die Gewähr böten, daß in diesen Körpern in kommunistischem Sinne gear­beitet werde.

Wieder Schießereien in Berlin.

etnen Mann beschrieben, der blutrünstige Brandreden gegen die fremden Staaten hält und die Welt ist jetzt über meine Mäßigung erstaunt. Meine Herren, ich habe niemals eine Brandrede gehalten. Ganz im Gegenteil, meine Reden, selbst die vor zehn und zwölf Jahren, legen Zeugnis dafür ab. Jeder, der wie ich selbst den Krieg kennt, weiß, welche fürchterliche Verschleuderung von Ener­gien oder vielmehr welchen Verbrauch von Kräften er bedeutet, lieber das, was ein etwa­iger zukünftiger Krieg mit sich bringt, können nur Mutmaßungen aufgestellt werden. Daher wünscht niemand mehr Friede und Ruhe als ich, als das deutsche Volk. Indessen müssen wir darauf be­stehen, daß wir mit den anderen Nationen gleichberechtigt sind und unseren ange­messenen Platz in der Welt einnehmen, ge­nau wie jeder Amerikaner dasselbe für sein Land fordern wird. Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendein Patriot für fein Land anders denkt als wir für unseres. Natürlich, mein Interesse ist auf Deutschland gerichtet."

Um die Auflösung des preußischen Landtages.

Keine Aussicht für den national­sozialistischen Auslösungsantrag.

WTB. London, 2. Febr. (Reuter.) Gerüchte, wonach die britische Regierung sich bemühe, Japan freie Hand in der Mandschurei zu verschaffen, falls die japanische Regierung der britischen Regierung Bewegungsfreiheit in Tibet lasse, entbehren nach einer Mitteilung des Foreign Office jeder Grund­lage. Es sei weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart das Streben der britischen Regie­rung gewesen, in Tibet freie Hand zu haben. Auch werde die Haltung der britischen Regierung zum

Kommunisten durch Schüsse schwer verletzt wurden. Zwei von ihnen sind bald darauf im Kran­kenhaus tzestorben. Der erste Zusammenstoß er­eignete sich in Moabit, wo bei einem Kugel­wechsel der 18jährige Kommunist Kollats einen töd­lichen Brustschuß erhielt. Vier Nationalsozialisten wurden festgenommen. Die Mordkommission weilt am Tatort. Kurz darauf begann in Neukölln eine Schießerei, bei der ein Anhänger der KPD. namens Sawinski einen Oberschenkelschuß erhielt. Ein namentlich noch unbekanntes Mitglied der Antifa wurde durch einen Bauchschuß so schwer verwundet, daß er unmittelbar darauf im Krankenhaus ver­schied. Auch hier weilt die Mordkommission am Tatort.

Listeuverbiudung zwischen Deutscher DolksparieiundEhristlichemVoltsdienst

Berlin, 3. Febr. 3m Reichstag fand zwischen Vertretern der DVP. und des Christ­lich-Sozialen Volksdienstes, deren Gruppen im bisherigen Reichstag bekanntlich zu der Frak­tion der Technischen Arbeitsgemein­schaft zusammengeschlossen waren, eine gemein­same Besprechung über das Vorgehen die­ser Parteien im bevorstehenden Wahl­kampf statt. Ein gemeinsamer Wahlvorschlag ist nicht geplant: sowohl die DVP.. als auch der Dolksdienst werden eigene WahlVor­schläge einreichen. Dagegen ist beabsichtigt, um technische Stimmenverluste nach Möglichkeit zu vermeiden, Listenverbindungen einzu­gehen.

Tibet stünden. Der britische Außenminister hrwe m Genf klar zu verstehen gegeben, daß die britische Regierung den Lytton-Bericht angenom­men sehen wolle, falls der Versuch einer Derstän- digung zwischen Japan und China scheitere.

Oer englisch-persische Oelkonflitt vorläufig beigelegt.

Genf, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Oel» konflikt zwischen England und Persien ist heute vor­läufig beigelegt worden. England und Persien sind übereingekommen, das Verfahren vor dem Völker­bundsrat bis zur Maitagung des Völkerbundsrates und unter Umständen darüber hinaus, auszusetzen. Inzwischen sollen sofort Derhandlungenüber eine neue Konzession ausgenommen werden. Sowohl Persien als auch England halten ihren Rechtsstandpunkt aufrecht. Sollten die Verhandlun- gen über eine neue Konzession ergebnislos verlaufen, so würde der Völkerbundsrat sich erneut mit der Frage beschäftigen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichspräsident empfing den stän­digen Vertreter des deutschen evangelischen Kir­chenbundes für Brasilien, Probst Funcke, der in den nächsten Tagen auf seinen Posten zurück- kehrt.

Der Reichskanzler nahm Gelegenheit, auf Einladung des Reichswehrministers v. Blomberg vor einem größeren Kreise höherer Reichswehroffiziere über die Ziele seiner Politik zu sprechen.

Der Reichskanzler erläßt folgende Dank­sagung:Anläßlich meiner Ernennung zum Reichskanzler find mir unzählige Glück­wünsche von Seiten meiner Parteigenossen zu­gegangen. Da es mir leider nicht möglich ist, jedem Einzelnen zu danken, sage ich allen meinen

treuen Partetgenossen für ihre Glückwünsche auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank."

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Der Reichstagsausschuß zur Wah­rung der Rechte der Volksvertre­tung ift Don seinem Vorsitzenden, dem Abgeord­neten Lobe (Soz.), für Dienstag einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen ein fo- zialdemokratischer Antrag auf Sicherung der Freiheit der Wahl und der Wahlagitation und sozialdemokratische und kommunistische Anträge über die Untersuchung der Osthilfe.

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3n Frankfurt a. M. veranstalteten die SPD., die freien Gewerkschaften, die freien Sportverbände, die Eiserne Front und das Reichs­banner Schwarzrotgold auf dem Römerberg eine große Demonstration gegen die neue Reichsregierung. Ein Demonstrationszug schloß sich an.

Eine von der Eisernen Front und der Sozial­demokratischen Partei in Hanau angekündigte Versammlung ist abgesetzt worden, da für den vorgesehenen Redner, den ehemaligen national­sozialistischen Abgeordneten Hermann Schäfer (bekannt aus der Boxheimer Dokumentenaffäre) Redeverbot ergangen ist.

Der Regierungspräsident in Wiesbaden hat die in Frankfurt a. M. erscheinendeArbeiter- Zeitung" auf die Dauer von 14 Tagen ver­boten. Das Verbot erfolgte wegen Aufreizung zum Generalstreik.

Der Gesetzentwurf des lettländischen Unter* richtsministers, der eine Lettifizierung der Minderheiten-Mi ttelschulen bezweckle, wurde vom lettländischen Parlament mit 64 gegen 24 Stimmen abgelehnt. Daraufhin ist das ge­samte Kabinett Skujenieks zurückgetreten. Mit der Ablehnung des Schulgesetzes ist ein schwerer Schlag gegen die Minderheiten abgewehrt wor­den.

Aus der proviuzialhaupistadt.

Attiagöwun-er.

Don Max Zungnickel.

3m Wartesaal des Bahnhofes fitzt mir gegen­über eine Frau mit einem frühgealterten Gesicht. Reben ihr zwei kleine Kinder, bleich und müde. Ein merkwürdig lebendiges Gesicht hat diese Frau. Sie sitzt etwas unschlüssig herum und besieht im­mer wieder die drei Fahrkarten in der Hand. Sie hat sicherlich etwas auf der Seele, was sie gern loswerden möchte. Die Kinder haben die Köpfe auf die Tischplatte gelegt und schlafen langsam ein. Auf dem Schoß aber hält die Frau eine voll­gestopfte große Handtasche. Sie hätte doch eigent­lich die Tasche auf den Fußboden stellen können. Aber sie hat Wohl Gründe, sie ganz nah und sicher zu hüten. Aeberhaupt: mit der Frau muß etwas vorgegangen sein. Sie bewegt manchmal die Lip­pen, als ob sie etwas vor sich hinspricht.

Auf einmal lächelt die Frau. Lächelt mich an. Ein blasses Lächeln, das den Grund ihrer Augen nicht erreicht. Es spielt nur so auf der Netzhaut herum. And dann sagt sie flüsternd zu mir ge­wandt.Haben Sie einmal den Heiland hinter einem Ladentisch gesehen?"

3ch bin starr. So hat mich noch keine Frage ge­troffen. Eine leise Vermutung taucht in mir auf: die Frau redet irr.

Hinter einem kleinen Ladentisch, wo es Zucker und Brot und Wurst und Butter gibt?"

And nun nickte sie, nun kommt das Lächeln aus ihrem Herzen und steigt leuchtend in die Augen:Sehen Sie. da muhte ich hierher, in die Stadt. Mein Mann liegt krank zu Hause. 3ch brauchte von der Krankenkasse einen Kranken- chein. 3ch mache Aufwartungen. Heute nach­mittag hatte ich gerade ein paar Stunden frei. 3d) los mit den Kindern. Wie ich den Kranken- chein habe, kommen wir an einem kleinen Laden vorbei. Die Kinder bleiben stehen und drücken ich die Nase an der Scheibe platt. 3ch stelle mich auch dazu und wundere mich, daß die Kinder gerade an diesem Laden stehen bleiben, wo es doch keine Spielsachen zu sehen gibt. 3ch will die Kinder schon wegziehen, da geht die Ladentür auf, und ein kleiner Mann mit einer grünen Schürze kommt zu uns heran und bittet uns in den Laden hinein. Nimmt mir, ohne ein Wort dabei zu verlieren, die Tasche aus der Hand, legt einige Stückchen Butter hinein, ein Brot, eine Wurst, eine Tüte Mehl. 3ch er­kläre ihm, daß ich das ja nicht bezahlen kann. Gr winkt nur ab und packt immer mehr in meine Tasche. Kein Wort konnte ich herausbringen. And dann reichte er mir die schwere Tasche und gab noch jedem Kind eine Tafel Schokolade. 2ch weiß gar nicht, wie ich aus dem Laden herausgekommen bin. So ist das gewesen, so wahr ich hier sitze. 3ch glaube bestimmt, daß das der Heiland gewesen ist. Wir sind dann lange noch in der Stadt herumgelaufen. Wir haben ganz die Zeit vergessen. 3a, das hinterm Laden­tisch war bestimmt der Heiland."

And nun stellt sie die Tasche auf den Tisch, Packt alles sorgfältig und andächtig aus und steckt alles wieder hinein. And dann sitzt sie wieder versunken und etwas ungläubig da.

Ein vom Anglück schwer gebeugter Mensch, der plötzlich strahlt, als habe er ein großes Wunder erlebt. An der Frau ist auf einmal alles verän­dert. Wie von einem Engelsfittich gestreift, so fitzt sie. Als ob sie lauschte, wie die Welt sich leiser und frommer bewegt, fo sitzt sie da .Die Seele ist groß in ihr Gesicht getreten und macht das frühgealterte Frauengesicht wunderschön. Der Wartesaal um sie herum scheint sich zu verlieren. Sie weiß wohl nicht mehr, wo die Wände sind. 3n der dumpfen, verräucherten Wartesaalluft liegt gleichsam ein Schimmer ihres glückerschrocke­nen Herzens.

Schließung -er Gießener Schufen.

Starke Zunahme der Grippe-Erkrankungen.

In den letzten Tagen hat die Anzahl der Grippe» erkrankunaen unter den Kindern der Gießener Volks» schulen erheblich zugenommen. Gegenwärtig müssen fast 25 v.H. der Schulkinder deswegen der Schule fernbleiben. Auch der Lehrkörper wurde durch die Grippe-Epidemie sehr stark in Mitleidenschaft ge- Zogen; falt 50 v. H. der Lehrkräfte fallen aus. Das Stadtschulamt hat sich bei dieser Sachlage entschlos­sen, die Volksschulen vom nächsten Montag ab auf eine Woche zu schließen. In der Berufsschule erwies sich bisher eine Schließung noch nicht als nötig. Die Schulen des Kreises Gießen können ebenfalls den Unterricht noch aufrechterhalten.

Wie wir kurz vor Redaktionsschluh von gut­informierter Seite noch erfahren, wurden auf Veranlassung des Kreisgesundheitsamtes auch die höheren Schulen wegen der zahlre.chcn Grippeerkrankungen (besonders stark ist der Schü­lerausfall im Gymnasium) von Montag ab für eine Woche geschlossen.

Weliflieger von Gronau in Gießen.

Man schreibt uns aus dem Stadttheaterbüro: Morgen, Sonntag, 5. Februar, spricht der deutsche Weltflieger Wolfgang von Gronau über seine Erlebnisse bei seinem Weltflug. Der interessante Vortrag wird durch zahlreiche Lichtbilder illu­striert. Die Veranstaltung ist außer Abonnement. Preise der Plätze von 50 Pfennig bis 3 Mark. Mitglieder des Luftfahrvereins, des Oberhessi- schen Automobilklubs und Studenten erhalten 20 Prozent Ermäßigung. Anfang 20 Ahr; Ende 22 Ahr. Karten an der Theaterkasse. (Siehe Anzeige.)

Gefallenen-Ehrung im Landgraf-Lu-wigs-Gymnasium.

Don der Direktion des Landgraf-Ludwigs» Gymnasiums in Gießen wird uns geschrieben:

Das Landgraf-Ludwigs-Ghmnasium wird in diesem 3ahre eine Ehrentafel für die im Kriege gefallenen Schüler und Lehrer im Vorraum des ersten Stockes anbringen. Cs stehen aus einer früheren, der 3nflation zum großen Teil zum Opfer gefallenen Sammlung, aus Spenden der Eltern und ehemaliger Schüler schon Mittel zur Verfügung, die zwar bisher noch nicht aus­reichend find, aber bei dem großen 3ntereffe, das sich für die Durchführung des Planes zeigt, zweifellos in kurzer Zeit in ausreichender Höhe zusammengebracht sind. Cs darf vielleicht an

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- Tageskalen! Stadttheater, 20 bis 22 fliegers Wolfgang von ( zertverein, Universitätsc Paul Lohmann. - Qfa R. 15 Ähr, ,5um saimlung. Nenenzüä gebung, 14.30 Ähr, sammlung, - Allgemcir ein, Turmhaus am Arm 17 Hr. Ausstellung de M weiblichen Arbeitsd IffÄ' »Irischer M'elhaus, AahnhofI Ästorla-Lichtspiele, Leite - Dieseller Lichtspiele Geheimagent".

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