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04/02/1933 Erstes Blatt
 
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Samstag, 4. Stbruar 1955

dem Parlament

Staatsaus­

gemacht.

aus gesehen die große die Wahlen vielleicht

Mr wollen die Sicherheit, unsere ganze Sicherheit, die Sicherheit aller Völker, die, wenn sie gleiche Rechte haben wollen, auch gleichePslichten übernehmen muss

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. ___ Die Illustrierte

Rmiahme von Lnzetge» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20", mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich fürPolitik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An­zeigenteil i. D.TH.Kümm^ sämtlich in Gießen.

sen. Ohne die Sicherheit ist kein Vertrauen in der Welt, kein wirtschaftlicher Wiederaufbau, nicht einmal ein gültiger Abrüstungsplan mög­lich und noch weniger ein Plan desallgemei- nen Schiedsgerichtsverfahrens, der einzigen Methode, die die friedliche Entwicklung

Europas und der Welt ermöglichen.

Die Regierung werde an der Weltwirt­schaftskonferenz teilnehmen und nach den Bedingungen eines Wirtschaftsfriedens suchen, der mit möglichst geringem Schaden für jeden verbunden sei, wie auch nach den Modalnättn eines wahrhaften Friedens, der einen möglichst geringen Rüstungsaufwand erfordere. Auf diese Weile werde Frankreich sich den Wünschen der befreundeten Großmächte anschliehen, mit denen Frankreich mehr noch als Tradition und Erinne­rungen die Hoffnung auf das gleiche Ideal ver­binde. Die Regierung wünsche, mit den befreun­deten Mächten, ja mit allen Mächten guten

ichule.

in Alsseld.

zr fand im Hotel ung der Dors« ir das nord« Sie Veranstaltung acht. Zer Euper« sen, Oberkirchcnrat te die Tagung mit ann begrüßte der (Ermenrod!, die

>en Prälaten der Dr. Dr. Sieh!

Kreisamts Als- Isfeld), die Schul- Lauterbach. Aach

Angelegenheiten >HI einen intet* über das Thema eschichtlichea urde mit großem )afte Aussprache nsam gesungenen ch'en. - Dors- cn finden HU Oberhesscn statt bestimmt) und m

Tagungen wiro s.Dagner die gichl den Vor-

Vertrauensvotum für das Kabinett Daladier.

Oie Regierungserklärung legt einen plan zur Sanierung der Staatsfinanzen vor.

52.05 12,485

3,063 169,62

73,32

63,86 77-58

14,33 0,852

4.217 58,Ö 21-54 16,465

81,53

34,51 82,« 0,881 0,241

5,566

12,99

Die Regierung schlage deshalb folgende drei Etappen zurBefreiung des republikanischen Staates vor: Sofortiger Plan

einer Angleichung der gaben an die Einnahmen, reguläres Budget, Plan zur Förderungder

Nun f. wendig getreten Derufun,

Berlin, 3. Scbt- (WTB.)Associated Preß veröffentlicht ein Interview, das Reichskanzler Hitler ihrem hiesigen Chefkorrespondenten gab. Der Kanzler wies zunächst darauf om, oap Die Linksparteien 14 Jahre lang völlig unbeschrankt freie Hand gehabt hätten-Schauen Sie sich jetzt das Ergebnis an", so rief er aus,gebe n S i e u n s v i e r I a h r e, die verfassungsmäßige Periode eines Reichstages, und dann soll das Land über uns richten" Auf die Frage nach einer Erläuterung des Dreriahres- planes der Regierung antwortete Reichskanzler Hitler:Ich freue mich, daß Sie diese Frage gestellt haben. Wenn ich eine Propagandarede für meine Partei hätte vortragen wollen, so hatte ich versprechen können, daß die Arbeitslosigkeit am 15- März verschwunden sein würde, und daß am 1. Mai die Landwirtschaft auf ihren alten Stand zurückgebracht wäre. Aber ich bin ehr­licher als die meisten meiner G-

daher keine solchen Derjpr«jfcu«0«n

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bei einem nigung fef.(, ot ugenben eÄt,llen toorki ''ch auch über ScHioncn, bai£ autert wurde u len angesichts k - maj' .'S toutbe-ierdt ^lchte durch ben er scharfen Ertli- ei)er gegen dir dter Blattes. % ae. in seiner rieh- massiert, daß der- 'nein sch Ge­griffen wurde rteiinteres- 'üfen, ob die De­em Versah, ) böten. Rechts' betonte im Da- dieser den Aus- '»es sernstehe '«banblung selbst der HetiVionebt» > Ter Dvrsihende wichtige Aussicht^» : vorn Revisor hiti- verhandelt wurde, wurden. Die Dei­st. Hebet den An­gen Präsident ennen, wird der Gr-

ZU neuem Kamps.

iton einer Woche zur andern haben sich die Tinge ibersiurzt- Erst eine- kurze Zeitspanne liegt es zu- Ä da Volk und Wirtschaft d.e als so dringend 'ininwnbifl empfundene Ruhe und Stetigkeit der in[iti|d)en Entwicklung am besten gewahrt glaubten L einem Präsidialkabinett des Generals von gleicher, dessen leichte Hand uns womöglich "hne neue Wahlen und Konflikte durch den Winter -uusieren sollte. Um diesen Lohn schien nicht em-

Einsatz einer kaum vermeidbaren starken -ntitifchen Exponierung der Reichswehr zu hoch, :enn Schleicher galt vielen als das beste, aber auch ,h|f Pferd im Stalle, und manchem mag der Ge anfe den Kops heiß gemacht haben, was geschehen 0Ue, wenn auch dieses Pferd das Rennen- Nicht nachte- Aber die politischen Dinge in Deutschland rändeln sich schnell. Parteien und Gruppen die -or wenigen Wochen noch in erbittertem Kampf alle Mischen und menschlichen Leidenschaften gegen- 'montier mobil gemacht haben, die gestern noch den Schritt des andern voll Mißtrauen und Arg- 5ohn beobachteten, finden heute sich in gemeinsamer Opposition gegen einen ihnen beiden unerwünschten Kann und eine Seltenheit, die heroorgehoden ,y werden verdient rücken morgen eng zusam­men, um für sich selber den Anspruch auf Führung u erheben. Bei Schleicher hat es nicht einmal mehr um parlamentarischen Start gereicht. Die Gegner je5 neuen Kurses waren diesmal schneller und glücklicher als der Kanzler, in dessen großem pott- üchen Spiel keine Karte stach, als es für ihn galt, cegen den Ansturm von allen Seiten mit Jemen rümpfen herauszukommen. Der Reichspräsident «riagte ihm die erbetene Auflösungsvollmacht, das Wochenende sah schon ein neues Kabinett im Wer­ken, die neue Woche den neuen Kanzler schon im

Paris, 3. Febr. (WTB.) Die Regie­rungserklärung, die heute nachmittag im Parlament verlesen wurde, betont eingangs, daß die Regierung den materiellen und moralischen Schwierigkeiten, die die Wirtschafts- und Finanz­krise in Frankreich wie in allen anderen Ländern heraufbeschworen habe, energisch begegnen müsse. Loyale Handhabung des parlamentarischen Re­gimes bleibe die Bedingung für die notwendige Umstellung. Aber unter Kontrolle der Bolks- vertretung müsse die Regierung k r a f t v o l l und schnell handeln. Deshalb sei sie ent­schlossen, unverzügllch ein notwendiges Mindestmaß von Reformen durchzu­führen. Ein provisorisches Budgetzwölftel sei verabschiedet worden, das Budget aber nicht. Eine derartige Lage könne nicht andauern, ohne ernste Gefahren zu bringen.

Willens immer engere und vertrauensvoller« Beziehungen zu knüpsen oder wieder anzuknüpfen, und zwar unter gegenseitiger Respektierung der Derfassungen. *

Die Regierungserklärung wurde zu gleicher Zeit in der Kammer durch den Ministerpräsidenten Daladier und im Senat durch den Justiz- minister verlesen. Die Ausführungen, die sich auf die Abrüstung bezogen, wurden von denRa- dikalen mit Beifall ausgenommen. Allgemein bemerkt wurde die Zurückhaltung, die die s o z i a l i st i s ch e n A b g e o r d n e t e n gegen­über der Regierungserklärung zur Schau trugen. Ministerpräsident Daladier beantragte Dann tn der Kammer die sofortige Disku s s i o n der vorliegenden Interpellationen über die allge­meine Politik. Dann wurde zur Abstimmung ge­schritten und dem Kabinett Daladier mit 376 gegen 318 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen.

Rationalwirlschaft.

Der Finanzierungsplan werde der (teuer- lichen Fähigkeit der Produzenten Rechnung tragen und den von den voraus­gegangenen Regierungen durchgeführten Einspa­rungen wesentlich neue hinzusügen. Das Stre­ben nach steuerlicher Gerechtigkeit und nach Aus- gabeneinschränkung mache jedoch notwendig, daß die Staatsbürger ihren gerechten Anteil an den Lasten übernahmen. Die Regierung werde bereits am Dienstag einen Sanierungsplan einbringen. Für die beschleunigte Annahme der darin enthaltenen Maßnahmen werde sie die Bertrauensj rag e (teilen. Wenn die unmittelbaren Schwierigkeiten behoben seien, glaube die Regierung, das Recht zu haben, an eine Kontrolle der Nation bet den Unternehmungen öligem einen

Verwerfung alles dessen, was Staat und Volk (bar­unter doch auch bürgerliche Regierungen unter deutschnationaler Beteiligung und Manner wie Cuno, Stresemann, Luther, Brüning und Popen) in den letzten 14 Jahren Geleistet haben, Dem inneren Frieden gedient habe. Wahlkamps darf nicht zum Bruderkampf werden und die Reichsregierung als Treuhänderin des ganzen Dolles muß als erst« alles vermeiden, was die große Kluft, die heute das Voll wieder mitten auseinanderzureißen, oroyr.

sogleich in den rechten Kurs zu bringen. Dazu bedarf eS Zeit. Alles, was ich verlange, sind vier Jahre." Lächelnd fügte der Kanter hinzu: Denken Sie daran, daß ich beharrlich bin, id) habe starke Verven. Wenn ich nicht voll Ent­schlußkraft wäre, so stände ich heute nicht hier vor Ihnen." , .

Im Anschluß an diese kurze Unterredung wurde eine Reihe von Korrespondenten der englischen und amerikanischen Presse empfangen, vor denen der Kanzler erklärte:Ich hoffe, die Wett weiß, was in Deutschland vorgeht. Hier kann -s kein Kom­promiß geben. Entweder wird M Kurze die rote Fahne des Bolschewismus aufgepflanzt, oder Deutschland findet zu sich selbst zu­rück. Ich appelliere an die Weltpresse, kein vor- eiliges Urteil über die Ereignisse, die jetzt ablaufen, zu fällen. Ich bitte Sie, die neue Regierung nach ?hren Taten zu richten und die Taten selbst i n

noch verbreitern könnte.

Ob alle Spekulationen zutreffen werden, die an die Neuwahl des Reichstags geknüpft werden, mutz der 5. März lehren. Die Lage erinnert fast an tue ersten Mussoliniwahlen in Italien, die dem Fuhre» des Faschismus allerdings erst nach grundlegen­der Umgestaltung des Wahlrechts, was von ber Re­gierung Hiller ja nicht beabsichtigt ist eive über- roältigenbe Mehrheit im Parlament brachten. AuH das Kabinett der Harzburger Front erhofft aus den Wahlen einen Mandatszuwachs für die Regierungs- Parteien, der es ihm erlaubt, im neuen Reichstag ohne Zentrum und Bayerische Volkspartei über eine sichere Mehrheit zu verfugen. Die Aussichten sind dafür zweifellos günstig. Die Uebernahme der Re. gierungsgeroalt durch Hitler bedeutetfur die Nativ, nalsozialiftische Partei gewiß em Moment neuen Austriebs und die kurz befristete Spanne zwischen Kabinettswechsel und Wahl sorgt schon dafür daß dieser psychologische Dortell propagandistisch voll aus- gewertet werden kann. Im übrigen hat der Reichs­kanzler in feinem letzten Schreiben an den Pra- laten ftaas cs sorgfältig vermieden, die Drucke zum Zentrum schroff abzubrechen. Er ist sich wohl der Möglichkeit bewußt, nach den Wahlen unter Um­ständen zwischen Zenttum und Deutschnationaler Volkspartei optieren zu können und aus dieser neu­gewonnenen Schlüsselstellung heraus die gegenwar. tiq nicht sehr imposante Stellung seiner Parte» tm Kabinett stärker auszubauen. Das ist natürlich von den D e u t f ch n a t i o n a l e n aus gesehen die große Gefahr, die sich aus der durch die Wahlen vielleicht aeschaffenen Möglichkeit einer schwarzbraunen Koa- ütion ohne sie - seit langem der Alpdruck Hugen- berqs für ihr Kräfterverhallnis innerhalb der Regierung Herausstellen könnte. Die Wahl des 5. März wird also vermutlich noch manches Problem ausrollen, aber eines muß man von ihr leidenschaft­lich erhoffen, daß sie die parlamentarischen Voraus; setzungen schafft für eine Politik der Erneuerung und des Wiederaufbaus auf lange Sicht, für die der fachlich-programmatische Teil des Aufrufs der Reichsregierung, wenigstens schon in großen Zugen die Ziele abgesteckt hat. Es ist nur dringend zu wun- fchen, daß das Kabinett sich nicht durch den Wayk- kampf abhalten läßt, die großen Arbeiten nut aller Tatkraft weiterzuführen, die auf allen Gebieten des staatlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens uns auf den Nägeln brennen.

bildung zu einem Tarifamt noch nicht verwirklicht worden ist. , _ ,

Man sieht also, neben Papen hat auch Hugenberg sich in dem neuen Kabinett eine außerordentliche Machtfülle zu sichern gewußt, die dem national- sozialistischen Kanzler vermutlich noch manches URal Kopfzerbrechen machen wird. Ob nun durch diese Personalunion der erhoffte Ausgleich zwischen den für die Erhaltung und Stützung der Landwirtschaft notwendigen Maßnahmen und den fachlich gerecht fertigten Interessen der Exportindustrie erzielt wer­den kann, werden schon die vor der -^ur stehenden Handelsverttagsverhandlungen lehren müssen. An sich könnte Hugenberg, den sein vielseitiger Lebens­gang sowohl mit der Industrie als auch mit Der Landwirtschaft in enge Berührung gebracht hat, wohl der Mann dazu fein, diesen Ausgleich zu bewerkstelligen. Gänzlich ungeklärt sind, wenigstens für die Oefsentlichkeit, vorerst Die Plane, Die Das neue Kabinett für die Arbeitsbeschaffung hat, denn die Bekämpfung der materiell wie seelisch gleich ruinösen Arbeitslosigkeit ist selbstverständlich es geht das auch aus dem Aufruf der Reichs- regierung hervor nach wie vor das A und O aller Regierungskunst in Deutschland. Aus dem Ver­bleiben des Reichskommissars Dr. Gereke konnte man schließen, daß auch (ein viel umstrittener Plan der Wirtschaftsankurbelung vornehmlich durch groß­zügige Vergebung öffentlicher Arbei­ten der Gemeinden Bestandteil des Hitler- schen Regierungsprogramms fei. Dieser Plan hat den Beifall der Gewerkschaften gefunden und zeigt auch manche Aehnlichkeit mit nationalsozialistischen Gedankengängen, er hätte z. B. für eine Zusammen­arbeit Schleichers mit Gregor Straßer sehr wohl die Brücke bilden können, wenn diese Verbmoung seinerzeit aktuell geworden wäre. Aber man weiß auch, daß weder Papen noch Hugenberg mit Ge- retes Ansichten sympathisiert haben, daß beide viel­mehr Das Schwergewicht der Wirtschaftsbelebung auf die von staatlicher Bevormundung und steuer­licher Ueberlaftung befreite private Unternehmer­initiative legen möchten. Also auch in diesem s-unkt wird cs einer grundsätzlichen Auseinandersetzung innerhalb Des Kabinetts beDürfen, wenn em klarer und einheitlicher Kurs gewonnen und in Zukunft gewahrt werden soll.

Zu diesen sachlichen Schwierigkeiten haben sich schon in der Geburtsstunde Des Kabinetts auch tak­tische eingestellt. Neben dem Ausschließlichkeitsan- spruch hat Adolf Hitler bei seiner Betrauung mit dem Kanzleramt auch das Verlangen nach den Voll­machten eines Präsidialkabinetts aufgeben muffen. Sein Kabinett ist vorerst noch eine Minder­heit s r e g i e r u n g, die sich eine parlamentarische Grundlage schaffen muh. An sich wäre die Möglich­keit einer Tolerierung Des Kabinetts durch Die bciDen katholischen Parteien durchaus wahrschein­lich gewesen. Es mag auch dahingestellt bleiben, ob

attel. _ . i

$r heißt Adolf Hitler. Was im August und

Aooember vorigen Jahres nicht gelungen war, ist h diesen letzten Januartagen Tatsache geworden: lit große nationalsozialistische Bewegung »st in die roliti che Verantwortung eingefpannt, ihr Führer lelber an Die Spitze Der Staatsgeschäfte getreten. Über er hat seinen Ausschließlichkeitsanspruch fallen zelassen, in Dem Der ReichsprästDent noch im No- wmber Das stärkste HinDernis für seine Betrauung mit dem Kanzleramt sah. Als (eine Mitarbeiter hat ir neben Anhängern Der eigenen Bewegung unp tiner Reihe von bewährten Fachministern Der bei­den letzten Regierungen die Führer Der deutsch- nationalen Partei und des Stahlhelms in Jem Kabinett berufen. Die einst gegen den Brüning- Rurs errichtete Harzburger Front ist wiedererstan- Den und der erste Erfolg des neuen Zusammen­schluffes ist der Durchbruch zur Macht. Was Da- ;wifchen lag, war allzuviel Menschliches, Allzu- menschliches. Mißtrauen, Jntrigue, Eifersucht und schließlich erbitterter Kampf aller gegen alle. Daran mag heute, wo schwarzweißrote Fahnen und Haken- Ireuzbanner wieder friedlich nebeneinander wehen, ruhig erinnert werden. Es sollte eine ernste und nicht leicht zu überhörende Warnung sein, in Den grauen Stunden Der Alltagsarbeit, die jetzt dem ncrständlichen Begeisterungsrausch über Das endlich Erreichte zwangsläufig folgen müssen, sich uicht so­bald wieder in Kleinlichkeiten zu verlieren und über Dein Trennenden in Weg und Anschauung nicht wieder Das große gemeinsame Ziel Des Zusammen- ichlusses aus Dem Auge zu lassen: die Einheit der Nation, Die Gesundung von Staat und Wirtschaft und die Befreiung Deutschlands von den Fesseln, die ihm heute noch Die gleichberechtigte Stellung m der Reihe Der andern Völker der Wett verwehren.

Siete Mahnung ist um so dringlicher, als schon ein Blick auf die Ministerttste des neuen Kabinetts jedem Unbefangenen Die großen Schwierigkeiten verdeutlicht, die eine enge Zusammenarbeit dieser ihrer potttstchen Weltanschauung nach in (ehr ver- fchiedenen Lagern stehenden Männer haben wird. Doch man erinnere sich an das jahrelange Zusam­menwirken von Zentrum und Sozialdemokratie im Neich, in Preußen und anderen Ländern und man wird die dem Kabinett Hitler gestellte Aufgabe nicht schlechthin für unlösbar halten. Aber es sitzen doch neben Vertretern einer Partei, Die, wie Die netto- nolsozialistifche, grunDstürzende AenDerungen Der bestehenden Wirtschaftsordnung auf ihr Programm geschrieben hat, als Beherrscher der maßgebenden wirtschäftspolitischen Ressorts Männer wie H u g e n- berg und Graf Schwerin von Krosigk, die als überzeugte Verfechter der freien Unterneh­merinitiative in einer kapitalistischen Privatwirt- M sich vermutlich gegen jede Hinneigung zur Planwirtschaft und zum Staatssozialismus stemmen werden und auch kaum für irgendwelche Währungs- erperunrnte zu haben (ein Dürften. In gleicher Rich­tung wird gewiß auch Herr von Papen wirken, der überhaupt als Vizekanzler und gleichzeitiger Rcichskommifsar für Preußen zusammen mit Dem besonderen Vertrauensverhältnis, das ihn mit Dem Herrn Reichspräsidenten verbindet, die Schlüs- I clftellung in diesem Kabinett Der nationalen Konzentration bezogen zu haben scheint, Dessen Later er wohl mit einigem Recht sich nennen darf. Papen scheint aus Den Krisen feiner eigenen Kanz­lerzeit manches gelernt zu haben, aus Dem er jetzt entschlossen ist, Nutzen zu ziehen. Nicht bloß, soweit es die Unavgreifbarfeit seiner eigenen Stellung tm Kabinett angeht. Auch der Interessenausgleich zwi­schen Industrie und Landwirtschaft, das ständige Sorgenkind der beiden früheren Regierungen, soll von vornherein sichergestellt werden. Hugenberg hat seinen wiederholt vertretenen Gedanken eines Krifenministeriums soweit verwirklichen können, als er Wirtschafts- und Ernährungsministerium in (ei­ner Hand vereinigt hat. Wieweit er auch noch (einen Einfluß auf Die Sozialpolitik Des Kabinetts wirD erstrecken können, ist noch nicht zu ersehen, Da Der Plan einer Abtrennung Der arbeitsrechtlichen Abtei­lung Des Reichsarbeitsmimsteriums unD ihre Um-

Segnet unb h°be i ? r e r 0 m h e ü zu nehmen und nicht e.w- .. . .r. ----1 I in isolierte Teilabschnitte zu zerpflücken. Mit er

'm ->°b°n°r Stimme Ä er (ort; An Hut mich ...

Interesses zu denken. .

Auf internationalem Gebiet wolle Die Regierung ebenfalls so schnell wie möglich vorangehen. Sorge um Das republikanische Vaterland, Sorge um Den

sich die Regierung damit in eine bald als druckend empfundene Abhängigkeit vom Zentrum begeben hätte, ein Verhältnis, das in Der Blütezeit Des par­lamentarischen Systems gang unD gäbe war, meist nicht zum Vorteil Der sachlichen Politik. Der Kanz [er hätte indessen immer noch die Waffe der Reichs- tagsauflöfung gehabt, um sich gegebenenfalls eines allzu unbequemen Druckes zu entziehen. Hitler hat sich aber hierauf nicht eingelassen, sondern vom Zenttum die Zustimmung zu einem (Er m ad) ti- aungsgesetz verlangt, das ferne Regierung für ein Jahr lang von Der parlamentarischen Fessel be­freien sollte. Auch Das ist schon dagewesen, wenn auch nicht für eine so lange Zeitspanne. Das Zen­trum ist dafür aber nicht ohne weiteres zu haben gewesen. Es hat einen ganzen Fragebogen ausge­stellt, um namentlich in verfassungsrechtlicher Hm- sicht sich Sicherheiten zu verschaffen und über den beabsichtigten sozial- und wirtschaftspollttschen Kurs Klarheit zu bekommen. Man wird dies Vorgehen nicht unbillig finden können, denn schließlich mußte Das Zentrum wissen, was es tolerieren sollte. Aber Der Reichskanzler hat wohl gefürchtet, daß er in langatmige Verhandlungen hineinmanovnert wer­den sollte, aus denen nichts Positives herausspringen würde, über die er aber leicht Den gunftigen Zeit­punkt f einen Appell an Das Volk hatte verpassen können. Er hat deshalb Die Rückfragen des Zen­trums schon als eine Ablehnung (eines Ersuchens um Zustimmung zu einem Ermächtigungsgesetz auh gefaßt und Den Reichspräsidenten um Die Vollmacht zur Auslösung Des Reichstags gebeten, Die ihm auch gewährt worden ist.

"n wir also wieder einmal vor der Jtot- u wählen. Damit ist gerade das ein-

3 durch Den Sturz Schleichers und die ines parlamentarisch besser funbierten Kabinetts hatte vermieden werden sollen. Erfreu­licherweise ist Der Termin Der Neuwahl (h kurz be­fristet, daß man hoffen Darf, Die unvermeidliche Be­unruhigung Des Wirtschaftslebens, die dieses in Der Zeit einer vielleicht beginnenden Koiyunkturwende besonders empfindlich trifft, werde sich °ui das denk­bar geringste Maß beschranken. Aber die Gefahr ist groß, daß Die politischen Gegensätze in diesen wenigen Wochen mit außerordentlicher >->charse aus­einanderplatzen. Die koinmunistlsche Streikhetze Der letzten Tage unD die sich häufenden UeberfaUe auf politisch Andersdenkende geben schon einen Vorge­schmack dessen, was uns noch bevorstehen mag, wenn Dem nicht rechtzeitig Einhalt Seboten mirb unD von Staats wegen em ordnungsmäßiger Verlaus Des Wahlkampfes gewährleistet wird. Leider kann man aber von dem ülufruf der Reichsregiernng den zur Begründung der Notwendigkeit Des Wahlkampfes Der Reichskanzler im RunDfunk verlas unD mit dessen sachlichen Ausführungen man eine wette Strecke mitgeben rann, nicht in allen Punkten behaupten, daß et mit ferner summarischen

Der Reichskanzler vor der Anslandspresse.

Oie Regierung will nach ihren Taten beurteilt werden. - Gleichberechtigung für Deutschland aber keine Kriegshetze.

um Das republikanische Vaterland, Sorge um den internationalen Frieden; auf diese tformel lasse sich | Die Außenpolitik Der Regierung bringen.

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