Ausgabe 
4.1.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

,u richten. .Wir bitten

, dem dauernden

kam men|d)lid)e:

Verkehrswünsche MZahresanfang

Der Hessische Ver

Buntes Allerlei

Hauses sich länger darin aushalten möchte, um seiner dichterischen Schöpfung in seiner ruhigen Geborgenheit leben zu können, dieser Fall dürste sich wohl zum erstenmal in Chikaqo ereignet ha­ben. Hier wurde ein wegen Diebstahls Verhaf­teter namens William Page nach Abbüßung fei­ner Strafe dem Dichter vorgeführt: dieser war nicht wenig erstaunt. al5 ihn der Mann bat, noch länger im Gefängnis bleiben zu dürfen. Raa) dem Grund oefragt, erklärte er:Ich bin eben dabei, das Stück zu schreiben, das von meinen Mitgefangenen ausgeführt werden soll,. wir brau­chen noch einige Proben, und ich möchte dabei die letzte Hand an mein Werk legen." Der Dichter brachte es nicht übers Herz, dem Dramatiker- Ehrgeiz Pages hindernd in den Weg zu treten und erteilte ihm die Erlaubnis.

Eine Krau fährt quer durch die Sahara.

Ich wette mit euch, daß ich in einem kleinen Motorwagen die Sahara durchqueren werde'. sagte eine junge Schwedin, Frau Dikson, zu ihren Freunden, in der Kenya Kolonie, bei denen ste ihre Winterserien verbrachte. Gesagt, getan. Die Dame setzte sich in ihren 16-Pferdeträste-Motor und landete, nur von einem 15 Jahre alten Em- heimischen begleitet, nach abenteuerlicher sahrt glücklich in Algier. Ihr Weg führte sie von Dai- robi durch Uganda und den Belgischen Kongo. Wiederholt mußte sie auf ihrer Fahrt warten, bis Aotbrücken errichtet wurden, aus denen sie drc hochangeschwollenen Ströme überqueren konnte. Bevor sie die gefahrvollste Strecke ihres Weges, die Durchquerung der Wüste, begann, ließ uc alles Gepäck zurück. Selbst die mitgesührten Er­satzteile wurden auf das Allcrnotwendigste bc> schränkt, um allen verfügbaren Raum für d:e Mit­nahme von Wasser und Brennstoff zu reservieren. In ununterbrochenen Dag- und Dachtfahrten ge-» lang schließlich das kühne Unternehmen.

Oer Mann, dem Europa sein heutiges Gesicht verdankt. Leben und Taten des Königs Eduard V II. von England. Don F. X Schlichters.

in Darmstadt, der sich in ---------.

Verkehrsbund Oberhessen, Sitz in Gie­ßen, durch rege Werbearbeit in anerkennenswerter Weise auch für die wirtschaftliche Förderung unse­rer Provinz einsetzt, hat zum Jahresanfang dringliche Verkehrs wünsche geäußert, die von den in Betracht kommenden Stellen hoffentlich erfüllt werden. Der Verkehrsverband schreibt u. a.:

Wenn auf irgendeinem Gebiete eine Stimmung des Verzichts und des Pessimismus fehl am Platze ist, so ist dies im Bereiche des Ber­ke h r s w e f e n s der Fall. Wer dieses fördern will, muß von einem, wenn auch mit Rücksicht auf die Zeitoerhältnisse nicht allzu weitgehenden Opti­mismus, von einer

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rüstiger Mensch zu sein. Erst einige Zwischenfälle während seiner letzten beiden Lebensjahre ^beleh­ren auch die Außenwelt darüber, daß der fröhliche Kreis wohl doch oft dunkle Stunden des Leidens durchwachen muß. ......

Er selbst weiß über seineMöglichkeiten genau Bescheid. Er weiß auch, was ihn vielleicht retten könnte. Im Jahre 1907 erkrankt er besonders schwer und erwägt im engeren Familienkreise mit seinen Aerzten und Ministern den Thronverzicht! An­geblich hat man ihn überreden müssen, diesen Gedanken fallen zu lassen... Immer stärker tritt jetzt die Unstetigkeit der Stimmung hervor, die schon seine Jugendjahre gekennzeichnet hat. Rach außen immer korrekt und freundlich, verbirgt der König hinter der Maske des Weltmannes Stimmungs- ausfchlägc, die zwischen fast krankhaft übertriebener Lebenslust und völliger Apathie und Lebensunlust innerhalb von Tagen und Stunden hin und her pendeln. _ ..

Immerhin: es gelingt ihm, sein Werk, die euro­päische Mächtekonstellation, der Deutschland und Oesterreich-Ungarn im Weltkrieg sich gegenüber sehen, unter Dach und Fach zu bringen. Danach wird der Gesundheitszustand immer besorgnis­erregender. Seit dem Januar 1910 häufen sich Er­kältungen, Dronchialkatarrhe, Erstickungsanfalle. -t:r Aufenthalt im Süden versagt diesmal seine Dienfic als Linderungsmittel. Ein kalter April ist dann die Ursache der letzten hartnäckigen Erkrankung, die sich in den ersten Tagen des Monats Mai zu einem tödlichen B r o n ch i a l k a t a r r h , verbunden mit Herzschwäche, entwickelt. Er erleidet während einer Audienz einen furchtbaren Erstickungsama.l und muß sich zu Bett begeben. Am Tag darauf läßt die Atemnot ein wenig nach. Eduard ist be­reits wieder Optimist. Dann neue Verschlimmerung. Der König verlangt trotzdem zu rauchen, aber die Zigarre schmeckt nicht mehr. Er betrachtet sie mit seltsamen Augen, dann legt er sie fort. Man hort ihn murmeln:Soso zum erstenmal ... das hat etwas^zu bedeuten ..."

Er hat recht. Er versucht zwar, noch einmal vom Lager aufzustehen, läßt sich sogar ankleiden, mit aller Peinlichkeit, um einen Freund zu empfangen. Wie hat der selige Bruce schon von dem tindlichen Prinzen gesagt?':Er legt leider viel zu viel Wert auf Kleidung und andere Aeiißerlichleiten! Den Freundesbesuch übersteht Eduard, am Abend jedoch kann er nicht mehr man entkleidet ihn, er ist nur noch bei halbem Bewußtsein. Er mur­melnNein, ich gebe nicht nach -

Und muß dennoch nachgeben. Vier ciunöen spa­ter, um die Mitternacht des 7. Mai 1910, erscheint ein Hofbeamter am Gitter des Buckinsham-Pa- lastes, der von zahllosen Tausenden belagert ist, denn man weiß: es steht ernst um den König... Das letzte Stimmenraunen der Wartenden ver­stummt, als man den Beamten erblickt. Dem tropst es monoton von den beherrschten Lippen:

Der König i st tot..." *

Eduard VII. ist tot. Die Früchte seines Werkes hat er nicht mehr schauen dürfen nicht mehr die gigantische Tragödie des Weltkriegs, nicht mehr Versailles, nicht mehr das heutige Gesicht Euro­pas, dessen Schöpfer im Grunde niemand anderer ist als er, der die Vorbedingungen schuf zu all dem Leid und Chaos, dessen Linderung und Entwir­rung unserer und noch mancher kommenden Gene­ration vorbehalten ist.

Wir sind die Erben ...

lehnung begegnen.

Durch die Gewährung periodischer Tarisauflocke- rung, wie jetzt wieder für den Weihnachts- und Reujahrsverkehr, ist klar erwiefcn, daß der

Normaltarif überseht ist.

Bon großer Bedeutung für die weitere Ver- lehrsentwicklung ist auch, in welcher We.,e den berechtigten Forderungen des Kraftfahr­zeugverkehrs :-m neuen Jahre Rechnung getragen wird. Darüber, daß die ©cicmtbeia- stung des Krastfahrzeugverkehrs, dre namentlich durch Zölle, innere Abgaben, Spritbe.m.schungs- zwang und nicht zuletzt durch allzu: starre^Preis- bindungen bedingt ist, eine gedeihliche Gntw.ck- lung dieses Verkehrsmittels stark abdro.ein musste, kann kein Zweifel bestehen. Die ungewöhn­lich hohe Zahl der Abmeldung von H n n - derttaufendenvon Kraftfahrz e u g e n in diesem Winter dürfte «ine genügend Lare Svrache sprechen. Es ist dringend zu Wiwschen, daß den Anregungen der an einer Forderung des Berkchrs beteiligten Organisationen auf eine zeitgemäße Revision der steuerlichen und fonfti- gen betrieblichen Belastungen des Kraftverkehrs baldigst durchgreifend Rechnung getragen wird.

Al^s in allem genommen liegen die Dinge so, daß auch das deutsche Verkehrswesen das neu« Jahr wieder mit hoffnungsvoller Erwartung begrüßen darf. Die reichen land­schaftlichen Schönheiten und die hohen ge^ch.cht- lichen und kulturellen Werte der deutschen Gaue insbesondere auch des Hessenlandes, sind so zahlreich und bedeutsam, daß der Ruf

Reist in Deutschland!"

im Jahre 1933 noch mehr als bisher Verständnis und Widerhall finden sollte.

Ausgrabung des Amphitheaters von Lyon.

Herriot, das gestürzte französische Staatsober­haupt, will die Tage seiner Muhe zur Ausfüh­rung eines seiner Lieblingspläne benutzen. Wie seine wissenschaftlichen Interessen überhaupt der Erforschung vergangener Epochen und ihres Le­bens zugewandt sind, so gelten sie tn erhöhtem -Maße der Geschichte seiner Vaterstadt Lyon, deren Bürgermeister er lange Zeit gewesen ist. Run plant er, das verschüttete römische Amphitheater seiner Heimatstadt wieder zum Tageslicht er­stehen zu lassen. Es liegt am Abhang der <5vur- viere-Hügel begraben; an diesem ereigneten sich schon wiederholt Bergrutsche, die Häuser zertrüm­merten und ihre Bewohner töteten. Ein solcher Anglücksfall aber hatte auch die Entdeckung der römischen Ruinen zur Folge, deren Frei le- gung sich Herriot zum Ziele gesetzt hat. Sie sol­len dem Andenken der Opfer des Felssturzes ge­weiht werden. In dieser Arena starben im Jahre 177 christliche Sklaven für ihren Glauben den Opfertod. Später wurde das Amphitheater nie- dergerissen und seine Steine als Baumaterial für Häuser benutzt. Aber die Fundamente find einige Meter unter der Erdoberfläche noch erhalten. Die Stadtverwaltung von Lyon hat zu den Aus­grabungen ihre Zustimmung erteilt, und man hofft daß das Ministerium der Schönen Künste die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen werde.

Das Gefängnis als Musentempel.

Daß ©efanq-*-' ;n unseren Zeiten Wirtschaft­licker Rote das Gefängnis als «Li« Stätte an- sek^n, die ihne.i ,.eic Wohnung und Kost ge­währt, und es nur ungern verlassen, ckommt nicht selten vor. Daß aber ein Insasse »dieses

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VI.

Abschied und Erbe.

Unter dem Regime desDiplomatenkünigs", der, wie als Thronfolger, fo auch als König dere r ft e Gentleman Europas" bleibt, erlebt England ein Jahrzehnt großen gesellschaftlichen Glanzes. Weit mehr als andere Monarchen hat Eduard einen großen Teil feiner Zeit auf Gefellfchaftsbetrieb, auf Hoffeste und Besuche auf den Landsitzen des Adels, auf Sport, auf Kunst verwendet. Regelmäßig be­sucht er Homburg, die Riviera, Paris und Biarritz, um nur dieHauptschlachtfelder" seiner Aktivität zu nennen. Der Klatsch behauptet und gewiß nicht immer zu Unrecht, daß manche Reise recht abenteuerliche" Hintergründe habe. Man spricht von dem König, dernicht alt werden kann". Aber der jahrzehntelange Lebenswandel einesViveurs rächt sich doch im Alter. In den letzten Jahren führt Eduard gleichsam physisch und psychisch ein D o p - pelleden. Rach außenhin bleibt er der rüstige Kavalier, der glaubt, nirgends sehlen zu dürfen, wo sich die Gesellschaft zusammenfindet. Auch da er müde wird und seine Kräfte Nachlassen spürt, will er nicht auf den äußerlichen Glanz feiner Stellung verzichten und lange nicht auf die leichten Aben­teuer. Erst spät machen die Tänzerinnen jenen wich­tigen klugen Frauen Platz, die nun bis zum Ende ihre Stellung im Freundeskreis des alternben Man­nes behaupten. Daneben nimmt die Politik viel Kraft in Anspruch. In den letzten Lebensjahren wird aus dem großen Hasardeur der sich nach Be­haglichkeit sehnende Greis, der selig ist, wenn er bei seinem Freund Sir Ernest Cassel ohne Storung durch Ministervorträge nach dem Diner a l s Schlafmittel sein Bridge spielen kann, . Am Wend seines Ledens muß der König auf ärztliche Anordnung alljährlich eine Kur in Ma- rienbaö machen, einige Wochen des Vorfrühlings in Biarritz verbringen und April und Mai auf fei­ner Jacht im Mittelmeer kreuzen. Dann reißt ihn wieder das Gesellschaftsleben seines Landes mit. Es kommt die Jagd in Schottland. Im Herbst und im Winter erholt er sich auf feinem Landsitz Saud- ringham, dem Zentrum des Familienlebens des Hofes. Hier finden sich jeweils auch König und Königin zu längeren Aufenthalten wieder zusam­men: hier ist Eduard der Vorsehung spielende Squire und der Großpapa, der kampflos der Dik­tatur seiner Enkel unterliegt.

Die letzten fünf Lebensjahre sind ein steter ge­heimer Kamps mit dem lauernden T ob e. W. H. Edwards weiß in seiner psychologischen «tu- dieDie Tragödie Eduards VII." zu erzählen, rote der schwerleibige Mann, der wie sein Vater siw Erkältungskrankheiten außerordentlich empfindlich ist, jedes Jahr mehrmals von schweren Bronchiten, die mit tage- und nächtelanger Atemnot und Herz­schwäche verbunden sind, heimgesucht wird. Seine Aerzte können ihn nicht dazu überreden, das Le­ben eines anfälligen Patienten undschonungs­bedürftigen alten Mannes" zu führen, -tritt eine Krankheit auf, so gehorcht er den Aerzten. Sobald aber die unmittelbare Gefahr gewichen ist, nimmt er sein tägliches Leben mit all seinen Verpflichtun­gen, mit gutem Essen und Trinken und enorm starkem Rauchen wieder unverändert auf. Weil der König sich in keiner Weise der Schwächung seiner lebenswichtigen Organe, vor allem des Herzens, anpassen will, erweckt er immer noch nach außen den Eindruck, ein besonders lebenskräftiger und

positiven Verkehrsgesinnung getragen sein. Dies gilt in gleicher Weise für die großen öffentlichen Verkehrsunternehmungen, wie Eisenbahn, Post, Schiffahrt, Kraftfahrzeugverkehr Luftverkehr, für die Gemeinde-, cotadt-, Landes- und Reichsverwaltungen, wie für die privaten lyremöen= Verkehrsgewerbe, darüber hinaus aber auch für alle Wirtschaftszweige, die mittelbar aus den Bor-

. teilen des Fremdenverkehrs Nutzen ziehen. In die­sem Sinne müssen die zahlreichen und vielfältigen Kräfte, die sich bisher im Sinne einer gedeihlichen Entwicklung des Verkehrs Zu tatkräftiger Arbeit zusammengefunden haben, besonders in der jetzigen schwierigen Zeit ihr Ziel im Auge behosten, das dahin geht,

in gemeinsamer Arbeit den volkswirtschaftlich so wichtigen Zweig des Fremdenverkehrs diesen Begriff im weitesten Sinne genommen fo sorgsam wie nur immer möglich zu pflegen.

Hierzu gehört in erster Linie, daß trotz aller not­wendigen Sparsamkeit der össentlichen Finanzge- barunq das unbedingt erforderliche Mindest­maß an Mitteln für die Werbung zur Verfügung gestellt wird. Ohne Wer­bung kein Erfolg! Dies gilt in gleicher Weise für den einzelnen Geschäftsmann, rote ur einen Fremdenoerkehrsplatz, oder eine oerkehrlich zu fördernde Landschaft. Es wäre kurzsichtig und falsch, die Sparsamkeit hier über eme be­stimmte Grenze hinauszutreiben. h f

Von den Verkehrsoerwaltungen darf erwartet werden, daß sie alle Kräfte Rannen um dem Derkehrsbedürfnis gerecht zu werden nicht nur im Sinne einer Beibehaltung der bangen Einrichtungen, vielmehr in plaumatzigen^ sorgsamem Ausbau der Verbindungen. In diesem emne bleibt von besonderer Bedeutung die A u s g e ,t a 11 u n g des Fahrplans.

Ein besonders vordringlicher Wunsch >m rihem- Main-Gebiet geht nach wie vor dahin, den ve- zirks-Eilverkehr noch stärker als bisher zu pflegen, da in unserer dichtbesiedelten Gegend eine Vermehrung leichter schneller Züge, die in erster Reihe dem Städteverkehr dienen, ein un­abweisbares Bedürfnis ift

Wenn auf irgendeinem Gebiete, so muß auf benv jenigen des Fahrplans die Wahrheit des «atzes

ders in Amerika in Hunderttaufenden von Fällen in den letzten Jahren erprobt wurde und die, wenn i&r Schutz auch nur begrenzte Zeit vorhält, jetzt auch in Deutschland in steigendem Maße Anwen­dung findet. DKGS.

Talen für Mittwoch, 4. Januar.

1880: der Maler Anselm Feuerbach in Venedig gestorben! 1913: der preußische General Graf Alfred v. Schliessen in Berlin gestorben.

Vornonzcn.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute nachmittag 15;45 üfjr: vorletzte Ausführung des Weihnachtsmär­chensAschenbrödel", sechs Bilder mit Mus.k Gesang und Tanz von Görner. unter der Spiel­leitung von Karl "Bold. Märchenip.elpreise. Ende 18.15 Ähr. Abends 19.30 Uhr als 13. Borstellung im Mittwoch-Abonnement das deutsche FrontstückDie endlose Straße" von Graff und Hintze. sSvielleitung der Intendant.) Ende 22.45 Uhr. Gewöhnliche Preise. Freitag, 6. Januar, als 13. Vorstellung im Freitag- Abonnement abends 19.30 Uhr zu Operetten- preisen Wiederholung der Operettenrevue ,,^m weißen Rößl" von Müller-Benatzky. S-ielleitung Heinrich Hub. Die letzte Märchenvorstellung f.n- det am Sonntag, 8. Januar, nachmittags 15 Ähr, statt.

T ie Tage werden langer. Die langen Rächte schwinden und siegreich verkündet das Tagesgestirn Sonne den wachsenden Tag. Em altes Bauernsprüchlein sagt dazu: Am BZeih- nachtstage wächst der Tag soweit die Mucken gähnen mag, am neuen Jahrestag wächst der Tag. soweit der Haushahn schreien mag und um Dreitönig wächst der Tag, soweit das Hirsch­lein springen mag." Alte Bauernregeln besagen: Wenn die Tage langen, kommt die Kälte ge­gangen": oderWerden die Tage länger, wird die Kälte strenger". Rach diesen alten Sprüchen wäre also mit dem wachsenden Tag auch em Anwachsen der Kälte zu erwarten.

Abbruch in der oberen Bahn- h o f st raße." Zu der Rotiz unter dieser Heber- Schrift imGieß. Anz." vom 29. Dezember wird uns von H:rrn Kaufmann Lou.s Wetter Hahn berichtigend mitgeteilt, daß er die vew einigen Tagen abgebrochene Halle auf feinem ®runottuci in der oberen Bahnhofstraße nach dem Kriege erworben und bis zuletzt in seinen alleinigen Besitz gehabt habe. Die Halle fei niemals an Herrn Leovold Mayer vermietet worden, sie habe bis zu ihrem Abbruch Lagerungszwecken gedient. Eine Bebauung des Grundstücks durfte demnächst in Aussicht stehen.

Telegramm des Hrssischeu Landbundes an den Reichspräsidenten.

MSR. Darmstadt, 3. Jan. In der heute nachmittag in Darmstadt unter zahlreicher Be­teiligung abgehaltenen Landesversa mm - lung des Hessischen Land bu n de s wurde nach mehreren Vorträgen über die Rot­lage der hessischen Landwirtschaft von der Ver­sammlung einstimmig beschlossen, folgendes Tele­

gramm a n den Reichspräsidenten von Hindenburg zu rieh Eure Exzellenz ehrerbietigst,

Spiel der Regierungen, die Bauernschaft mit schö­nen Reden und Versprechungen zu vertrösten, ein Ende zu machen und für Taten zu sorgen. Die bisherige Politik, insbesondere Kontingente nur zu versprechen, empfinden wir als einen Hohn auf unsere Rot."

hier, wir sind am ic hinterder Aeh. ÄS un» unb die Me treibt W hlt si- und - Snhi Dom er- hat ubetai

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Oalsschmerzen.

Das Kind, wie auch di« meisten Erwachsenen, bezeichnet mit .Halsschmerzen" acwöhnlich Schluck- besa>werd«ir deven Ärlack)« in der großen Mehr­zahl der 5-alle eine Mandelentzündung ist. Diese wird gewöhnlich von Fieber und Kopfschmerzen begleitet und zeigt, wenn man in den Rachen hineinlieht. Rötung. Schwellung und punkt örmig- weißlichen Belag auf den zu beiden Seiten der Gaumenbögen gelegenen Mandeln. Eine erfah­rene HauS!rau und Mutter wird im Rotfalle diese Feststellung selbst machen formen, wenn sie mit dem Stil eines Eßlöffels den mittleren Teil oer Zunge herunterdrückt und das Kind*r. sagen läßt. In jedem Falle gehört ein Kind, bei dem Halsschmerzen und Fieber oder auch nur der Verdacht einer Mandelentzündung besteht, sofort ins Bett und unter die Obhut des Arztes.

Eine einfache Mandelentzündung steckt unter ärztlicher Behandlung eine verhältnismäßig harm­lose und in wenigen Tagen abklingende Erkran- kung dar. Die Gefahren der Mandelentzündung liegen in den Rachkrankheiten, zu denen sie auch bei ursprünglich leichtester Form Anlaß geben kann. So kennt die medizinische Wissenschaft die Mandelentzündung als Ausgangspunkt sowohl von Herz- und Rierenleiden, wie von Scharlach, Gelenkrheumatismus u. dgl. mehr. Darum ist in allen Fällen ärztliche Behandlung und Beobach­tung unentbehrlich. Das gilt auch für diejenigen Krankheitsfälle, die mit nur mäßiger Fiebersteige­rung einhergehen und dem Arzt oft schon gerade dadurch darauf verdächtig sind, daß sich hinter der scheinbaren Mandelentzündung eine echte Diphtherie verbirgt. Diese Feststellung vermag manchmal auch dem Arzt ernste Schwierigkeiten zu bereiten, und erst eine mikroflopische Untersuchung des Rachenabstrichs fuhrt zur Klärung der Sach­lage.

Seit Einführung des Diphtherie-Heilserums hat die Krankheit viel von ihren Schrecken verloren. Eine rechtzeitig, d. h. möglichst frühzeitig vorge­nommene Heilserumeinspritzung ist fast stets im­stande schweres Unheil zu verhüten. Deshalb kann gerade bei der Diphtherie der Arzt nicht früh genug gerufen werden. Dis zu seinem Eintreffen sollte aber die Mutter nicht untätig sein. Mandel­entzündung. wie Diphtherie sind besonders auf andere Kinder leicht übertragbar, darum sind alle Geschwister möglichst bald vom Kranken abzuwn- dem. Auch das benutzte- und Trinkgeschirr sollte das Krankenzimmer zunächst nicht verlassen und später besonders gereinigt und desinfiziert werden. Kein Kind, beten Bruder oder Schwester auch nur anDiphtheiieveröacht" erfranlt ist, darf weiter die Schule oder Spielschule besuchen so­lange nicht der Arzt eine entsprechende Entschei­dung getroffen hat.

Riemals weigere sich lemand, crnch wenn er scheinbar gesund ist, bei sich einen Rachenabstr'.ch zu Üntersuchungszwecken machen zu lassen. Wissen wir doch, daß die Diphtheriebazillen sich auch m der Mundhöhle von augenscheinlich Richtkranz von sog. Bazillenträgern, aufhalten, und daß durch sie eine weitere Verbreitung und Ansteckung her­vor gerufen werden kann.

Schließlich empflehlt sich in diph'.heriegefahr- deter Umgebung die Vornahme der Diphthene- Schutz-Jmpsung, deren große Wirksamkeit beson-

kehrsverband, Sitz |Stillstand ist Rückschritt," Gültigkeit be- ®=m=infd)=fi. mit »em | °E^°m°--ich noch gröfieret Hutung in dieser Beziehung ist die Gestaltung der Per- sonentarife. Die in dieser Richtung vorge­tragenen Wünsche der Dertehrsinteressenten, die namentlich auf eine allgemeine Herab­setzung der überhöhten Einhei ts s ahe abzielen und im übrigen die verschiedenartigsten, großenteils aufeinander abgestlmmten Vorschläge gemacht haben, dürfen als bekannt vorausgesetzt werden. Leider hat die Reichsbahn ihre Initiative in dieser Richtung im wesentlichen auf solche Teil­gebiete beschränkt, die nach der überwiegenden Auffassung der Interessenten nicht die wünschens­werten Lösungen darstellen. So wird dem Aus­bau der nur einem beschränkten Personenkreis Vorteile bietenden Retz- und Bezirkskarten und der ebenfalls nur einem verhältnismäßig kleinen Kreis zugute kommenden festen Rundreifekarten besondere Sorgfalt gewidmet, während beispiels­weise die Anregungen des Kilometerhef­tes und der Halbkarte, der Gruppen­karte und namentlich auch der aHgemei nen Rückfahrkarte leider noch immer einer Ab-

Zugendliche Räuberbande im Taunus.

K ö n i g st e i n . 3. Jan. (WSN.) Seit längerer Zeit bereits treibt eine dreiste Räuberbande ihr Unwesen im Taunus. Die Bande hat es hauptsäch­lich auf landwirtschaftliche Erzeugnisse abgesehen.

«n heworzuziehcn ttt, mar tr bereits Wrizu, ikbfiter enberg. Die (infi litten. ®a blutiges unsren üniittoiir; ite bisher «ich nicht nen sind -neigt affenbiek.

ignete sich in einen junge Ämschin i .> raten ba_- Lsscn t Rnthour m dem entfernt Irgt und , Vw WM öon m im Scii-n an- jlen Waren heran- ilüsplatte dc: Lcdui :ige b®af-

i wollte die am (ünlkruntn zu den Burfchciüber lt Zn dem Hand- einen der Sengeis i(cnt Pistole in ent- ahm Porte für die ^m einenvutzchen rten entlaß

die sie in Brunnenlöchern oder in mustergültig aus gebauten Unter ft änben versteckt. Ob - wohl die Mitglieder der Diebesbande, durchwe- junge Burschen, bekannt sind, ist bisher doch n o ch keine Anzeige von den Geschädigten erstattet worden, da man die Rache der Bande be­fürchtet. Das Haupt der Bande befindet sich infolge einer Schußverletzung durch einen Komplizen zur Zeit im Krankenhaus, so daß die Polizei jetzt in der Lage versetzt wird, energisch einzugreifen.__________________

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