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Mittwoch, 4-Januar 1935
185. Jahrgang
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Anschrift für Dihtnach-
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AnzeiaerSiehen.
tirvd und verloa: vrLhl'sche Univerfiläts-Vuch- und Zleindruckerei R. £ange in Gießen. Zchriftieitung und Geschäftsstelle: Zchulltraße 7.
11686.
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Chefredakteur
Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Deranlwonlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für F.'illelon Dr H.THyriol; füi\ en übrigen Ted Ernst Blumschein und iür denAn« zeigenleil i.D. Th.Kümmel sämtlich in (Bienen.
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Auch bei Nichtcchemen oon einzelnen Rimmern Infolge höherer ßewalt tiernfvrechanfrlüfse
unter Sammelnumfer 2251
Wie kann der Landwirtschaft geholfen werden?
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Zum Tode Cunos
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Oie politischen Schulden.
Frowcin fordert restlose Bereinigung.
Düsseldorf, 3. Ian. (TTl.) In der Hauptversammlung der Industrie- und Hande skammer Düsseldorf erklärte der Präsident der Internationalen Handelskammer. Abraham F r o w e i n : Verhängnisvoll wirte sich aus, daß die Regierungen glaubten, es sei möglich, die durch den Krieg entstandene, auf keinerlei ökonomischen Vorgängen beruhende Verschuldung, d. h. also die Reparationen und interalliierten Schulden so zu behandeln, als seien diese Summen nicht in der Zerstörung investiert werden, sondern in produktivenAn- lagen. Die Frage der Reparationen sei ja nun- m.hr erledigt, aber die interalliierten Schulden seien in der gleichen Meise noch nicht ,erledigt worden. Öekonomisch müsse aber der Versuch, die sogenannten internationalen Schulden einzutreiben, ebenso störend wirken wie der Versuch der Eintreibung der Reparationen. Die Störung der Weltwirtschaft durch diese verhängnisvolle
Ans d<m ungewöhnlich befähigten Regierungs» ipMiten^war über Rächt ein deutscher CEp^t- chaftsfuhrer geworden. Das vergangene Jahr- lunbctt hat den Begriff des „Wirtfchaftskavi- and“ geschaffen. Damals, als d.e Maschine ihren ^'.cgcszüg antrat, als die Welt erschloßen wurde iind dass Zeitalter des Wirtfchaftsimperalismus ......... ...j” n cht nur die Zeit für die groben Politiker>om Schlage Bismarcks, Cavours und
führen vermochte. Mit dem Namen Wichclm Cuno ist der Wiederausdau der deutschen Seeschiffahrt nach dem verlorenen Kriege unauslöschlich ver- knüpft. — Der „'Bor mär t s" meint, ausschlag' gebend für die Ernennung Eunns durch Ebert, der in der damaligen Situation einen bürgerlichen Mann berufen mußte, sei die Tatsache gewesen, daß Cuno aus Protest gegen die ,31001 heutige Haltung der DVP. während des Kapp Plüsches aus dieser ausgetreten war und daß man ihn für besonders geeignet hielt, mit dem Zentrum Fühlung zu halten. — Der „B ö r s c n - C o u r i e r" sagt, Wilhelm Cuno hat das Schicksal nicht gerufen, nicht gelenkt und auch nicht gemeistert: wer hatte das gekonnt? Aber er hielt ihm stand, er stellte sich zur Verfügung, er hat geleistet, was Tapferkeit, Pflichtgefühl und guter Wille vermochten. — Die „V 0 s s i s ch e Zei - t 11 n g" hebt den Umstand hervor, daß Cuno der erste Chef einer Regierung nach 1918 war, der nicht dem Parlament angehörtc und auch späterhin nicht Mitglied des Reichstags geworden ist. Cunos bedeutsamste Leistung sei der Vertrag mit der Harriman-Gruppe über die gemeinsame Inbetriebsetzung früherer Hapaglinien im Jahre 1920 gewesen. Mit diesem Abschluß der Gemeinschaft zwischen Hapag und Llond habe er Albert Ballins große Idee verwirklicht.
Halbmast in Hamburg und Bremen.
Hamburg, 3. Ian. (TU.) Das Vcileids- kchrc.ben LesHamburgerSenots zum Tode Cunos sagt u. a.: „Der 'chwere Verlust, den die Hamburg—Amerilalinie durch das Hinscheiden
DeutschnationaleForderungen zum Schutz der Landwirtschaft.
Berlin, 3. Jan. (TU.) In der Parteivorstandssitzung der DNVP. wurde zu den landwirtschaftlichen Fragen eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt:
Die Lage der Landwirtschaft ist so trostlos, daß bei ihrer Fortdauer alsbald etwa 500 000 Morgen landwirtschaftlicher Nutzfläche und unzählige Betriebe im Osten als nicht mehr sanierungs- sähig auf den Markt geworfen und .zum Teil der Volksernährung verloren gehen werden. Die landwirtschaftlichen Betriebe des übrigen Deutschland werden von dem gleichen Schicksal ersaßt werden. Damit wird die Reichsregierung vor Aufgaben gestellt sein, die sich im Rahmen staatlicher und sozialer Ordnung nicht mehr meistern lassen. Zur Erhaltung der heute schon fast sichergestellten Ernährung des deutschen Volkes aus eigener Scholle müssen die Getrcidepreise auf einen Stand gebracht werden, der die Rentabilität garantiert.
Die ausländische Einfuhr muß zum Schutze der Veredelungsproduktion soweit e i n g e schränkt werden, als im Interesse der Erhaltung der deutschen Betriebe und im Interesse einer gesunden Volkswirtschaft erforderlich ift. Es ist dahin zu wirken, daß der Zinssatz für landwirtschaftlichen Kredit, insbesondere die Zinsspanne, erträglich gestaltet und nicht durch Bevorzugung von Bank- und Finanzinteressen der bodenständige Besitz immer weiter gefährdet wird. Die unverschuldet in Not geratenen Betriebe sind dem Betriebsinhaber zugleich im Interesse einer gesunden Landarbeiterschaft zu erhalten. Durch künftige Handels- oertragsverhandlungen dürfen die Zölle für Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, des Gartenbaues sowie der Fischerei nicht wieder gebunden werden, vielmehr müssen die Zölle für diese Erzeugnisse allein durch die deutsche autonome Gesetzgebung geregelt werden. D.e Margarine-Industrie gegen den VutterbeimisKungSzwang.
Berlin, 3. Ian. (TU.) Der Margarineverband e. V. veröffentlicht in mehreren Berliner Blättern eine Anzeige, in der es u. a. heißt:
„Wir sind der Oesfentlichkeit die strikte Erklärung schuldig, daß in keinem Zeitpunkt seitens der Industrie die Butterbeimi- schung als empfehlenswert oder durchführbar bezeichnet worden ist. Das Gegenteil ist der Fall. Soweit in den letzten Monaten berufene Vertreter der Margarin.industrte im Ministerium gehört wurden, haben sie auf die nicht zu umgehende Verteuerung der Margarine und auf die techn ischen Schwierigkeiten aufmer.sam gemaht Diese Verteuerung ist eine absolute Rotwendigkeit, die sich ganz einfach schon daraus ergibt, daßfämt - liche übrigen Grund st offe der heutigen Margarine weit unter dem Dutterpreis liegen, sowie durch die notwendige U m ft c I - lung der Betriebe. Wie die Regierung unter diesen Umständen eine Verteuerung der Mar- gatine verhindern will, ist nicht zu verstehen.
In techn scher Beziehung ist das Problem der Butterbe.m schung für deutsche Verhältnisse ungelöst. D.e Butterbeim.s yung wird angeordnet, ohne daß irgendeine Probe gemacht worden ist, ob dieses Butter-Margarine-Gemisch auf den in Deutschland üblichen langen Transportstrecken
linker sich. Albert B allin hatte ion Krieg den )berregiertngsrat Cuno, der zuerst die Reichs- iietreidestelle und später im Reichs-Schatzamt das 'kneralrefbrat für kriegswirtschaftliche Fragen -ilete, ..entdeckt". Wlhelm Cuno trat in das ):rettoriiAii der Hamburg-Amerikalinie ein und rnrde im Dezember 1918, als Albert Ballin den susammetzbruch des Kaiserreiches nicht zu übereben veMochte, sein Rach'olger.
ken. Cuno war es, der nach dem Scheitern der nach dem Scheitern der nur allzu bereiten Erfüllungspolitik als erster Vertreter des Reiches ein „N e i n" fand gegen die übertriebenen Ansprüche Frankreichs. Es gehörte eine ungeheure Verantwortung dazu, die Führung eines Volkes zu übernehmen, das soeben erst einen ungeheuren Zusammenbruch seelischer und politischer Natur erlebt halte unD nun waffenlos einem übermütigen Sieger die Stirn bieten wollte. Der Reichskanzler Cuno war em Mann edelsten vaterländischen Wollens, wenn ihm als Politiker der Erfolg versagt geblieben ist, so lag es einmal daran, daß ein augenscheinlicher Erfolg vier Jahre nach dem Weltkrieg wohl überhaupt nicht möglich war, zum andern aber auch weil Cuno doch schließlich jene Genialität und politische Dämonie fehlte, die nun einmal zum Wesen des großen Staatsmannes gehört. Cuno wurde niemals volkstümlich. Sein Rus zur Einigkeit verhallte nach wenigen Wochen im Zwiespalt der Parteien Vor letzten Entschlüssen schreckte Cuno, der unter der Verantwortung litt, zurück. Bleies m seinem Wesen und auch in seinem Kanzler,chtcksal machte ihn seinem Nachfolger aus dem Jahre 1930, Brüning, ähnlich. Er war niemals im engen Sinne des Wortes Parteipolitiker Sem „überparteiliches Kabinett" war ein verfrühter Versuch Xu einer „Präsidialregierung", wie sie neun Jahre nach dem Ruhrkampf Wirklichkeit wurde. Daß der Ruhrkampf scheinbar scheiterte, sagt nichts gegen Charakter und Persönlichkeit des Kanzlers Cuno. Das Schicksal war stärker als er. Und so verwegen es klingt: in Zeiten äußerster Gefahr und Be- drobuna ist der Staatsmann tollkühnen Wagemuts, der alles auf eine Karte setzt, mehr och Platze, als derjenige, der doch immer nur der pflichtbewußte und korrekte 'Sermaltungsbeamte bleibt.
ilnb doch bedeutet die Kanzlerfeyaft Cunos
Hl der sjs, 8“"d Ullhrj •Haus
^irtschaftlick'unterbauen zu können, «o^blieb Cecil ki h 0 de 5 ir „ungekrönte König von Südafrika , 3er WirtschcHer und Staatsmann in Einem war,
Schuldenpolitik habe in ihrem Ausmaß zu eben - so falschen Maßnahmen auf dem Gebiete des internationalen Warenaustausches geführt. Auf der Weltwirtschaftskonferenz müsse auch die Voraussetzung für die Wiederherstellung einer festen Währung in allen Ländern der Welt geschahen werden. Diese Währung könne nurdieGold- Währung sei. Er sehe für feine Person hoffnungsvoll in die Zukunft und halte 'ich n.cht für einen uferlosen ALogiften .sondern für einen gesunden Optimisten.
Zuversicht in England
„Times" über die Erholung der deutschen Anleihen und Papiere.
L 0 n d 0 n, 3. Jan. (WTB.) „T i in c s" schreibt in ihrem finanziellen Teil: Ein bedeutsames VJlerimnl auf dem Markt der Auslandanleihen war im vergangenen Jahr die Erholung der deutfchen Papiere. Diese Bewegung, die nach der Lausanner Konferenz im Juni begann, hat in den letzten Wochen des abgelaufenen Jahres schnelle Fori- schritte gemacht, und zwar infolge der Rückkehr Deutschlands zur Abrüstungskonferenz, infolge der Berichte über die durch die Ernennung des Generals von Schleicher zum Reichskanzler bewirkte B c - ruhigung im Innern und infolge der Anzeichen einer Besserung der deutschen finanziellen und industriellen Lage. — Der Jahresbericht der Reichskredit- g e s e 11 s ch a f t findet in den großen Blättern starke Beachtung. Cs wird hervorgehoben, daß er „zum erstenmal seit vielen Jahren" einen hoffnungsvollen Ton habe.
politischcTagungdcrRcichsleitung der RSDAP. unter dem Vorütz des Leiters des Amtes für Agrarpolitik, Walter Darre, statt. Im Mittelpunlt der Tagung stand cm Referat Adolf Hitlers über die Sendung des deutschen Bauern. Rach dem Bericht der RSK. führte Hitler u. a. auä: Der tiefere Grund, warum die Rationalsozialiften allen jenen Regierungen ablehnend gegenübcrstündcn, die glauben, den jetzigen Zustand in Deutschland konservieren zu mük'en, sei der. daß sie zu bequem seien und nicht den Mut hätten, die Volkszersetzung von Grund au* zu beseitigen. Und doch kommen wir um dicke Klärung nicht herum. Entweder wir führen sic jetzt selbst durch oder s:e wird nut Sicherheit früher oder später von der anderen Seite zu Ungunsten der Ration erzwungen werden. Rach erfolgter innerpolitischer Säuberung und Regeneration unseres Volkes werde es auch dem Ausland sehr bald zum Bewußtsein kommen, daß ihm ein anderes Doll gegenübetftebe als bisher. Wie der Bauer, der jedes Jahr säen und an seine Ernte glauben muh, ohne zu wissen, ob sie nicht Wind und Wetter zerstört und seine Arbeit ohne Lohn bleibt, so müßten wir auch politisch den Mut haben, das zu tun, was notwendig getan, werden müsse, ganz gleich, ob im Augenblick der Crtolg schon sichtbar sei oder nicht. Wenn der deutsche Bauer, d:e Grundlage und der Lebensquell unseres Volkes, gerettet sei, dann werde auch die ganze Ration wieder mit Vertrauen in die Zukunft sehen können.
Echo her Berliner presse.
Berlin, 3. Jan. (TU.) Die Berliner Presse aller Parteirichtungen widmet dem verstorbenen Reichskanzler a. D- Cuno ausführliche illachrufe. Die „Berliner B ö r f e n .3 c i t u n g" hebt hervor, daß mit der Uebernahrns der Regierung durch Cuno zum ersten Male seit der Revolution wieder der Hauch von etwas wie einheitlicher nationaler Gesinnung durch das gesamte Deutschtum gegangen sei. Das Wiederaufleben des innerpolitischen Kampfes habe den Abwehrkampf gegen das französische Ruhrattentat erschwert. Mit Cuno sei einer der Wirtschastssührer großen F o.r m a t s dahingegangen, ein Mann von großen Fähigkeiten und lauterster Gesinnung und beseelt von glühender Vaterlandsliebe. — Der „Berliner Lokalanzeiger" nennt den Politiker Cuno einen Mann reinsten Wollens und von opferbereiter vaterländischer Gesinnung: es fehlte ihm aber das Schöpferische und das Geniale, das notwendig gewesen wäre, wenn der Kanzler des Ruhrwiderstandes der ungeheuer schweren Ausgabe hätte gewachsen sein sollen, an deren Lösung er mit reinen Händen herangegangen war. Mit dem Wirtschaftler Cuno sei einer der 11 ü g ft c n Finanzpolitiker der deutschen Privatwirtschaft und der Neuschöpfer der deutschen Handelsflotte dahingegangen. — Die „D A Z." schreibt: Das nationale Deutschland hat einen Führer von höchstem Adel der Gesinnung, die deutsche Wirtschaft eine repräsentative Persönlichkeit von Weltgeltung verloren. Die Kanzlerschaft Cunos ist wahrscheinlich der Wendepunkt für die innere und äußere Entwicklung Deutschlands gewesen, wenn sie auch zunächst und unmittelbar nicht zu dem gewünschten Erfolge zu
Die Dauer nrbürgen zu können
Wilhelm tttno war als Wirtschaftssührer der deutschen Naätriegszeit grundverschieden von jenen „Wirtschaftskäntänen" des 19. Jahrhunderts, die alle etwas Obiiales und teilweise Dämonisches an sich hatten. '21rr er stand auch gleichzeitig turmhoch iber den Leiten in Handel und Wirtschaft, deren Wirken, wie ile Ereignisse der letzten Jahre bewte- jen haben, mil zu dem Wirtschaftselend dieser Zeit betrug. Cuno «war ein bis in die letzte Herzfalte sauberer Charter. Mit ihm ist ein außerordentlich kluger Finanzchlitiker der deutschen Privatwirtschaft labingegangen.Gs fehlte ihm auch nicht an schöpferischen Ideen, nd doch blieb er stets der verant- vortungsbewutzc oberste Beamte im preußischen, ias heißt, im pflichtbewußten und sachltch-nuchtern- Iten Sinne biete Begriffes.
r) Für die Iahle seit 1918, m denen dre deutsche in 6 Handelsflotte chn Grund auf wieder neu auf-
den Wendepunkt in der deutschen Rach- I kriegspolitik. Es muhte einmal »Rein" gesagt werden. Die Welt mußte erkennen, daß das »moralische Recht Frankreichs" auf schwachen Füßen stand. Frankreich lieh durch die Entfesselung des Ruhrkriegs und später der Separa- tistenaufstände die letzte Maske fallen. Von Cuno über Stresemann, der die Rheinlandbefreiung erzwang, Brüning, der das Reparat.onsproblem anpackte, Papen und Schleicher führt ein gerader Weg Cuno als Kanzler des Ruhrkampses war gleichzeitig der erste Kanzler der Revisionspolitik, die 1933 ihre eigentlichen Aufgaben zu lösen hat.
haltbar bleibt. Das Beispiel in Rorwcgcn hat zu einer Qualität geführt, die dem deutschen Konsum nicht angeboten werden darf. In Holland wird eine erstklassige Butter der Margarine — unter starker Pre i s- erhöhung — beigemischt und selbst dann bleibt nur eine Haltbarkeit der Ware von etwa zwei Wochen. Bei uns würde das neue Gesetz etwa 95 v. H. gute Ware mit Verderben bedrohen, um etwa 5 v. H. angeblich nicht absehbare Butter unterzubringen.
Die Hintergründe der Verordnung sind uns unbekannt. Die bäuerliche Landwirtschaft, der jeder gute Deutsche helfen will, sträubt sich, wie aus zahlreichen Aeuherun- gen dieser Kreise hervorgeht, gegen das Gesetz. Paradox erscheint es, die Butterbeimischung anzuordnen und gleichzeitig bei hoher Gefängnisstrafe zu verbieten, davon zu sprechen. Ab 1. April soll sogar nicht mehr gesagt werden dürfen, Margarine enthalte Milch und sei ein Butterersah. Das Gesetz, mit dem die Industrie überrumpelt wurde, stellt für mindestens 40 Millionen unserer Bevölkerung einen schweren Schlag dar — finanziell und als ein in seinen Folgen unübersehbares Experiment."
Hitler über hie Sendung des deutschen Bauern.
München, 3. Ian. ($M.) Am Dienstag fand in Anwesenheit Hitlers im Braunen Hause in München d ie fünfte agrar-
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DerKanzMsRuhrkampfes
Ehe sich am fl. Januar der Tag zum zehnten Male jährte, ai dem fünf französische Dtvis.onen mitten im Friedn kriegsmäßig in das Richrgeb:et cimnarschiertcn^ ist der Kanzler des Ruhr- lampfes, Gehsimrat Wilhelm Cuno, gestorben. Als Reichspräsident Ebert Mitte Rovembt 1922 den Vorsitzenden des Vorstandes der Hivag mit der Kanzlerschaft betraute, hatte di: erst 46jährige Geheimart Cuno eine glänzend^ Karriere als Wirtschaftsführer
& rerim^on fZbst verbot, war Cuno zweifellos
U -kr gceisnetste Liter für diesm^t^ed«auf.
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land beschränkte Ausnahmeerscheinung, nes, der wirtschaftlich und organi- sationstechnitq das Zeug zu einem Cecil Rhodes Qt?habt hättejbesaß nicht im mindesten den notwendigen Ueberiitf über die politische und geistige Ge- samtsituationder Erde, um seinem Wirtschaftswerke
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H lau.“ Fünf Schilfe mit zusammen 4000 Tonnen -* “latten die „Sieger" Deutschland gelassen. ^Drei 1 Jahre später waren schon wieder 330 000 -r^nne in D-renn gestellt, und heute verfugt dw Hapag ■ bieder über den Schiffspark der Sorfricg0j.il, nur daß die Mehrzahl der Schiffseinheiten 14^1- ler und leistungsfähiger ist. Sehr früh nahm Cuno iie wirtschaftlichen 'Beziehungen zu den Deremig- ien Staaten wieder auf. 11 nb hier ging ^on Dem Wirtschastsführer tzuno die erste üolttif:i)c A>rr- iuni? aus, die heute noch nicht abgeschlossen ijt. Der Wiederaufbau Der Hapag, wie überhaupt öer deutschen Handevsslotte nach dem Krieg, wird für imm. r mit dem 'Samen Cunos verbunden fein.
Wenn die Nachricht vom frühzeitigen Tode des erst 56jächrigsn Leitexs der Hapag in die Iveit bringt, io , wird man illenthalben zuerst allerdings an den Kanzler des Ruhrkrieges Den-
enmeg 23.___- iuhuuiiuuu; ।“>■ -**“*•*--— --—
-1 ßesondereöeiegenhrj oja^^liul, Initiative und techn.sch-lomrnerziellem ' inScbreiönasthiiwn»1 oz^.ssändr.s, die neben der Macht der Staaten liidtrhauMi Mahl großer W.rtschafts.örper schufen. ----------wxm ' Krupp, Siemens, Borsig, Ral'henau, um nur KleifefhaugMhiew ÜQar p-(ain<>n zu nennen, waren d.c deutschen
. kftestirva. m Himmel dieser großen „Wirtfchafts-
'Sausschneidcm j r Je mehl gegen die Jahrhundertwende hm sich Wirtschaft LmD Staatspolitik durchdrungen, desto umfassende! wurden die Wirtschaftsaufgaben, wurden aber «ich gleichzeitig die politischen Möglichkeiten Diem Herrscher im Bereiche von Wirtschaft ind Technij Leider sand Die alte Generation Der Lismarck-Zlt nicht Die geeigneten Nachfolger, um den Machtchspruch Des wilhelminischen Kaiserreichs unterbauen zu können. So^blieb (Sccil
rüchtewürfel
Naturprodukt inigungsmittel ing.stet. gleich ßiif e bei tägt Gebrauch. Drogerien und Bt- "hon zum Pleise ab ige erhältlich. 23 v (* MÜNCHEN 13 ' haben: Ttalyal«* ‘tuplali 8, Erlitt r- 'iJiirifli 6, Dr-serie tbO s-, Stfirirea 69, 3unuir 1933, verlor iMfflttg 28: fiflttihiW. Wlv; i|d)rante, Uludjltiii is, 1 großen Ofen inte, fBetten, Selb Bilher u. v. u.
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