Ausgabe 
4.1.1933 Erstes Blatt
 
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10 000 RM. besitzt. Bei der Schätzung der ge- samten Jahreseinkmifte sind die wirtschaftli­chen Verhältnisse vom jeweiligen Fälligkeits- tage zugrunde zu legen. Hinsichtlich des 2k» bcttslohnes ist zur Berechnuna der gesamten Jahrcseinkünstc von dem Lohn auszugehen, der bei der nächsten auf den Fälligkeitstag folgenden Lohnzahlung zu zahlen ist. Hinsicht­lich de-t sonstigen Einkommens sind die vor­aussichtlichen gesamten Jahreseinkünfte des Kalenderjahres 1933 im Wege der Schätzung zu ermitteln-, hierbei kann von den feftgesteU» ten oder schätzungsweise ermittelten Einkünf­ten des Stenerabschnittes 1932 ausgegangen werden;

2. bei Personen, von denen anzunehmen ist, daß ihr Einkommen im Steuerabschnitt 1932 ge­genüber dem Einkommen im Steuerabschnitt 1931 um mehr als 50 v. H. zurückgegangen ist, mindestens entsprechend dem Hundertsatze des Einkommensrückganges, wobei jedoch ein Ein­kommensrückgang von 50 v. H. außer Betracht zu lassen ist. In diesen Fällen würde also z. B. bei einem Einkommensrückgang von 80 v. H. von der an sich maßgebenden Steuer ein Abschlag von mindestens 30 v. H. zu machen fein.

Die Erhebung der Bürgersteuer erfolgt bei den Lohn- und Gehaltsempfängern durch Einbehalten eines Lohnteiles. Die Höhe des einzubehaltenden Betrages ergibt sich aus der Steuerkarte des Ar­beitnehmers für 1933. In diesen Fällen haftet der Arbeitgeber für die von ihm einzubehaltenden Be­träge und für deren ordnungsmäßige Abführung.

Die Einbehaltung ist bei her nächsten auf den Fäl­ligkeitstag folgenden Lohnzahlung vorzunehmen. Die Abführung der einbehaltenen Beträge an die zuständigen Gemeindetassen durch den Arbeitgeber hat bis zum 5. des auf die Einbehaltung folgenden Kalendermonats stattzufinden. Soweit jedoch die Bürgersteuer von der Gemeinde anaeforbert ist, in der die den Lohn zahlende Betriebsstätte liegt, sind die bei den Lohnzahlungen vom 1. bis 15. eines Kalendermonats einbehaltenen Beträge be­reits bis zum 20. dieses Kalendermonats abzu- führen, wenn die abzuführende Summe 200 RM. und mehr beträgt. Sofern ein Lohn- und Gehalts­empfänger im Steuerabschnitt 1931 neben dem Ar­beitslohn noch ein sonstiges Einkommen von mehr als 500 RM. gehabt hat, erhält er, sofern infolge des fonftigen Einkommens eine Höhere Bürger- steuer bedingt wird, außerdem einen zusätzlichen Steuerbescheid. Bei den übrigen Steuerpflichtigen erfolgt die Erhebung auf Grund eines besonderen Steuerbescheides. Außerdem ist aber auch Anforde­rung durch öffentliche Bekanntmachung der Ge­meindebehörde möglich.

Steuerberechtigt für den vollen Steuerbetrag ist die Gemeinde, in deren Bezirk der Steuerpflichtige am 10. Oktober 1932 gewohnt hat. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige nach dem Stich- tage seinen Wohnsitz in den Bezirk einer anderen Gemeinde verlegt. Hat der Steuerpslichtige im In­land einen mehrfachen Wohnsitz, so ist die Steuer nur an diejenige Gemeinde zu entrichten, die nach dem Stande vom 21. Oktober 1932 die höchste Bürgersteuer erhebt. Die Steuerpflicht beschränkt sich aus die Teilbeträge, deren Fälligkeitstag der Steuerpflichtige erlebt.

SieLrhallungderVarbawffabmginGelnhausen.

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Die Barbarossaburg Gelnhausen, die, wie die meisten Wasserburgen auf Pfählen erbaut ist, deren Zahl man nach den Ausgrabungsarbeiten auf 15 000 bis 20 000 schätzte, war durch das Absinken des Wasserspiegels der Kinzig in Gefahr geraten, der Vernichtung anheimzusallen. Das Preußische Kul­tusministerium hatte die Mittel bewilligt, die nun­mehr dazu benutzt worden sind, nach Absprießung der Mauer an Stelle der verfaulten Pfähle einen Betonunterbau auszusühren. Bei diesen Arbeiten konnten die Forschungen über die Geschichte der Burg weitere Antriebe erhalten, so daß der Plan besteht, ein Werk über die Forschungsergebnisse her- auszubringen. Auch über die Bauzeit der Büro, die Ende des 11 Jahrhunderts begann, werden durch die Ausgrabungsarbeiten neue Forschungen mög lief) sein, zumal der umfangreiche Pfahlroftbau nach

Schätzungen des die Arbeiten leitenden Baurats Tuczek-Hanau allein mindestens 15 bis 20 Jahre in Anspruch genommen hat. Unser Bild zeigt die Sicherung der Arkadenmauer mittels Preßbeton- pfählen.

Wirtschaft.

Berlin abaeschwächt.

Berlin, 4. Jan. (WTB. Funkspruch.) An den Aktienmärkten bestand heute überwiegend A b g a b e n n e i g u n g , die sich zwar in der Hauptsache auf die Börse selbst beschränkte und kaum auf stärkere Verkaufslust des Publikums zu­rückzuführen war, dennoch aber genügte, um ziem­

Aus dem Fußball-Länderkampf Deuischland-Men.

Packende Spielszene während des Fußball-Länderkampfes, der in Bologna zwischen Deutschland (weißes Trikot mit schwarzer Hose) und Italien ausgetragen wurde, und der die Italiener mit 3:1 Toren sieg- reich sah.

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lich allgemein Verluste herbeizuführen. Die Rück- änge betrugen im allgemeinen bis zu 1,50 o. H., in Sonderfällen bis zu 2,50 o. H. Die weiter undurch­sichtige Lage in der Innenpolitik war der Haupt­grund für die schwächere Stimmung der Speku­lation und die Unternehmungsunlust des Publi­kums. Die anhaltende Festigkeit der deutschen Bonds in Reuyork und der befriedigende Monatsbericht des Stahlwerksverbandes konnten demgegenüber nicht zu Neuengagements anreizen.

Montane büßten, mit Ausnahme von Stolberger Zink, die 1,50 v. H. fester lagen, ziemlich allgemein bis zu 1 o. H. ein. Braunkohlenwerte lagen bis zu 1,50 v. H. schwächer, Kalipapiere lagen geschäftslos, Aschersleben waren 2 v. H. gedrückt. Chemiewerte waren ebenfalls niedriger, doch bestand für Far­ben auch etwa Kaufneigung. Durchweg angeboten und rückgängig waren Elektro- und Gas-Werte, be- sonders letztere büßten dis zu 2,50 v. H. ein. Dem­gegenüber lagen Autowerte auffallend freundlich und bis zu 1 v. H. höher. Maschinenfabriken gaben bis zu 2 v. H. nach. Metall-, Bau- und Kunfkfeide- aftien bröckelten bei kleinem Geschäft ab. Andere Textilwerte zeigten dagegen widerstandsfähige Hal­tung. Don Papier- und Zellstoffwerten fielen Aschaffenburg Zellstoff mit einem Verlust von 2,50 o. H. auf. Unter Brauereien wurden nur Schult- S zu etwas niedrigerem Kurse umgesetzt. Die

.'ihen von Wasserwerken verloren bis zu 1 v. H. Danken und Schiffahrtswerte bröckelten leicht ab. Unter Verkehrswerten find Allgemeine Lokal- und Kraft mit einem Verlust von 2 v. H. und AG. für Verkehrswesen mit einem Gewinn von 1,25 v. H. zu erwähnen. Auch Eisenbahnoerkehrsmittel gewan­nen 2,25 v. H.

Deutsche Anleihen, Reichsschuldbuchforderungen, Industrieobligationen, Pfandbriefe ufro. neigten eher zur Schwäche. Rur Hoesch-Obligationen wa­ren 0,90 d. H. höher. Ausländer tendierten nicht ganz einheitlich. Lissaboner Stadtanleihe verloren 1 v. H.

Srantfurf abbröckelnd

Frankfurt a. M., 4. Jan. (MTB. Drahtmel- düng.) Auch an der heutigen Börse herrschte man­gels jeglicher Anregung größte Geschäfts- fi i (l e, da sowohl die Spekulation, als auch die Kundschaft stärkste Zurückhaltung befunöeten. Die wieder mehr in den Vordergrund tretende inner- politische Situation läßt außerdem keine Unter­nehmungslust aufkommen. Die Kursgestaltung war

wieder uneinheitlich, jedoch überwiegend nach unten orientiert. Durch feste Haltung zeichneten sich nur Dollarbonds aus, die bei lebhaften Umsätzen durch­weg einen Punkt über gestern lagen, wobei die an­haltende Aufwärtsbewegung in Reuyork anregend wirkte. Durchweg schwächer lag heute der Elektro- markt; Rhein-Elektro-Mannheim verloren 3, Licht und Kraft, Schuckert & Siemens je 1 Prozent. Rur Gesfiirel lagen um Bruchteile eines Prozentes höher. Von Montanwerten gaben Phönix-Bergbau % Pro­zent ab, Buderus lagen dagegen im gleichen Aus­maß höher. IG.-Farben eröffneten mit 95X Pro­zent knapp behauptet, Rütgers-Werke büßten % Prozent ein, während Goldschmidt und Metall­gesellschaft leicht anzogen. Schiffahrtspapiere bröckel­ten bis % Prozent ab. Von sonstigen Werten blieben Reichsbank, Süddeutsche Zucker, Conti-Linoleum Zürich und Daimler-Motoren unverändert, wogegen Holzmann 1% Prozent- verloren. Junghanns gaben 3A Prozent nach.

Am Rentenmarkt konnte sich Neubesitzanleihe leicht bessern, Altbesitz gaben dagegen % Prozent nach, ebenso auch späte Reichsschuldbuchforderungen. Am Pfandbriefmarkt gaben die Kurse bei sehr ge­ringen Umsätzen von 0,50 bis 0,75 v. H. nach. Kom­munalobligationen lagen sehr ruhig und kaum ver­ändert. Von Jndustrieobligationen blieben Stahl­vereinbonds behauptet. Am Auslandsrentenmarkt lagen Rumänen etwas freundlicher.

Infolge der anhaltenden Geschäftsstille bröckelten die Kurse im Verlause weiter um Bruchteile eines Prozentes ab. Tagesgeld war zum Satz von 3,25 zwar leicht, die Tendenz jedoch ausgeglichen.

frankfurter Getreid b irfe.

Frankfurt, 4. Jan. (WTB.-Drahtmeldung.) Bei geringen Umsätzen war die Grundstimmung an der heutigen Getreidebörse ziemlich st e t i g. Das Angebot an Brotgetreide hielt sich weiterhin in engen Grenzen, die Preise lagen unverändert. Für Weizen- und Roggenmehl konnten sich die gestern oorgenommenen Erhöhungen um 0,25 Mark galten. Das Geschäft war aber sehr gering. Der Futtermittelmarkt war geschäftslos bei unveränder­ten Preisen.

Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 202,50; Roggen 162,50; Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 185; Hafer, inländischer 132,50 bis 135; Weizenmehl, süddeut­sches Spezial 0 27,85 bis 28,75, niederrh. Weizen­mehl 27,85 bis 28,50; Roggenmehl 22,25 bis 23,25; Weizenkleie 7,40; Roggenkleie 8 Mark.

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