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4.1.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

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schieben. Ein erhebender Anblick für das Auge

Landesversammlung des Hessischen Landbundes

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Schlachtfest auf dem Lande.

Es noch heute ein Fest, wenn :auch nicht mehr so viel Leute geladen werden wie früher. Aber ein Familienfest ist es. Am Abend vereinigt die Metzelsuppe die Verwandten, Nachbarn und Freunde. Vielleicht erinnern diese Schlachtfeste noch an alte heidnische Familienopfer.

Morgens, wenn es noch dunkel ist. wird der Kaffee getrunken, das Schwein aus dem Stall geholt, getötet und gesäubert. Dann wird es an einem starken Haken aufgehängt, ausgenommen und zerschnitten. Nun folgt ein kräftiges früh­stück. Es gehört sich, daß wir von der vorigen Schlacht" noch einen guten Schwartenmagen auf­gehoben haben. Dieser wird als letzte Erinnerung

'^ährend nun das Fleisch kocht, wird dierohe Wurst" gemacht, Servelat- und Bratwurst. Das ist immer ein feierlicher Augenblick, wenn sich die glänzenden, rosa gefärbten Dratwürste einer

Lohnlonflikt in der Siegerländer Metallindustrie.

Kündigung von 8000 Arbeitern.

Siegen, 3. Jan. (WTB.) Zur Herbeiführung eines neuen Arbeiteroertrags hat der Arbeit­geberverband der Siegerländer Gru­ben und Hütten am Dienstag den gesamten Belegschaften in den Metallbetrieben zum 14. Ja­nuar gekündigt. Auch auf dem Walzblechwerk der Bereinigten Stahlwerke AG. wurde der Beleg­schaft die Kündigung zugestellt. Don dieser Maß­nahme werden im Siegerland etwa 8 00 0 Ar­beiter betroffen. In den Kündigungsschreiben wird der Schritt damit begründet, daß eine Lohn­kürzung aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter hinausgeschoben werden könne.

ersten Nedner Dr. Schindler vom Deutschen Landwirtschaftsrat, Berlin, das Wort zu seinem Vortrag

Der Kampf der landwirtschaftlichen Vered- lungserzeugung um die Erhaltung und Erwei­terung ihres Absatzes auf dem Inlanbsmarkt.

Der Nedner klärte zunächst den unberechtigten Vorwurf «inseitiger Devorzugung des Getreide­baues zum Schaden der Deredelungswirtschaft dahingehend auf, daß die Getreidezölle gerin­geren Widerstand bei der Export-3ndustrie mit Rücksicht auf die geringen Ausfuhrmöglichkeiten deutscher industrieller Erzeugnisse nach den Haupt­weizen-Importländern Kanada, Argentinien, Australien usw. gefunden hätten. Der Kampf um die Einführung der Kontingente müsse von der gesamten deutschen Landwirtschaft geschlossen und tatkräftig wieder ausgenommen werden. Nedner ging ausführlich auf den Derwendungszwang für deutsche Vutter, Wolle, Fett, Schmalz, Oele und anderes mehr ein, der jedoch nur dann wirksam werden könne, wenn die Einfuhr entbehrlicher landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch entspre­chende Kontingente begrenzt werde. Der Vortrag wurde von der Versammlung mit großem Bei­fall ausgenommen.

A.,schii?f,e..d sprach Dr Schmitt von der land- wirtschastlichen Versuchsstation Darmstadt über das Thema

Die Voraussetzungen für die beste Wirksamkeit der künstlichen Düngemittel unter besonderer Berücksichtigung der Phosphorsäuredüngemittel".

Der Redner verbreitet sich im einzelnen über die Wechselbeziehungen zwischen dem Neaktionszu- stand des Bodens und der Wirksamkeit der verschie­denen Düngemittel, kennzeichnete die Gebiete mit Kalk-, Phosphorsäure- und Kalimangel und be­handelte die vor längerer Zeit eingeleiteten mehr­jährigen Versuche über den Einfluß der Doden- säure auf die Wirksamkeit der verschiedenen Stick­stoff-, Phosphors rure- und Kalidüngemittel. Auch dieser Vortrag wurde beifällig ausgenom­men.

Anschließend erfolgte eine längere Aussprach«, in der die beiden Redner noch zu verschiedenen Anfragen Stellung nahmen.

unser Recht! (Beifall.)

Landwirt Stein-Stumpertenrod tnh|ierte zahlreiche Mängel der landwirtschaftfeindlichen Schlachtsteuer und entwarf ein düsteres Bild der Landwirtschaftsnot im hohen Vogelsberg, der durch

rich Hochstätter, Kaufmann, 80 Jahre, Selters­weg 54; Emma Brandus geb. Walther, 67 Iahre, Weidengasse 18. 19.: Julie Weiß geb. Goß, Witwe, 80 3ahre, Bruchstraße 13. 20.: Regnier Cickworth, Diplom-Volkswirt, 23 Jahre, Gvethe- straße 72. 26.: Klara Schäser, Schneiderin, 19 3., Schottstraße 5. 27.: Luise Wagner geb. Röhrig, 54 3ahre, Labnstratze 15; Otto Täubert, Kauf­mann, 60 Jahre, Deltersweg 70; Heinrich Funk, Fuhrmann. 42 Jahre, Kaiserallee 123. 28.: Theo­dor Behm, Oberpostschnffner, t2 Iahre, Krof- dorfer Straße 23; Heinrich Hilz, Reichsbahn-Dau- inspektor i. R., 54 3ahre, Frankfurter Straße 29. 29.: Anna Henrich geb. Meyer, 45 3ahre, Mittel­weg 14; Adolf Heß, Kaufmann, 63 Jahre. Alicen- straße 18. 30.: Elise Geisel, ohne Beruf, 70 3ahre, Seltersweg 32. 31.: Luise Hardt geb. Dornnkirch, 70 3ahre, Kreuzplah 9.

** Drei Brennholzver st eigerungen der Stadt Gießen werden in unserem Heuti-

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rung. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt; wohl über 900 Personen folgten in ange­regtester Laune dem Spiel auf der Bühne. Die lustige Handlung, der heimatliche vertraute Dialekt und die von herzlichem Humor erfüllten Szenen schufen bald eine Stimmung allgemeiner Heiterkeit und Freude. Karl Löffler, der Bühnenbildner des Stadttheaters Gießen, schuf stimmungsvolle und bunte Bühnenbilder, die die Schauplätze der tragi­komischen Begebenheiten sind. Für effektvolle Be­leuchtung sorgte Ludwig Keim. Aus der Schar der Darsteller, die mit Liebe, Frische und Humor dabei waren, mag nur Heinrich Hub als Spiel­leiter und alsDatterich" genannt werden. Unter seiner Spielführung wickelte sich ein flotter Theater­abend ab. Lebhafter Beifall wurde den Darstellern zuteil.

t Treis a.b.ßumba, 3.3an. 3n unserer Gemeinde besteht seit alten Zeiten die Sitte, daß in derReujahrsnacht nach Beendigung des Läutens die Burschen und Mädchen sich auf dem Kirchhof versammeln und zwei Choräle singen, »Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren", und »Run danket alle Gott", und zwar sämrliche Strophen. Diese Sitte war in der Kriegszeit eingeschlafen, wurde aber zu Neujahr 1919 wieder ausgenommen. Seit 1929 wirkt auch der hiesig« Posaunenchor, der kurz vorher gegründet worden war, an der Feier mit. Das geschah auch in diesem Jahre wieder. Der hiesige Obstbauverein hielt in der Wirtschaft von Konrad A m e n d eine gut be­suchte Versammlung ab, bei der Obstbauinspcktor Enkler (Gießen) über Sortenwahl bei An­pflanzungen und Umpfropfung der Obstbäume, über Behandlung der Bäume im Winter durch Reinigung und Spritzen, über Düngung u. a. m.

sprach. Eine rege Aussprache, bei der viele Fra­gen an den Vortragenden gestellt und eingehend beantwortet wurden, schloß sich an.

Entlastung des Vorstandes.

öer Verzweiflungskamps der hessischen Bauernstandes^

war das Thema, das sich die vier Redner gestellt hatten.

Der stellvertretende Provinzialvorsitzende @ru = newald - Harreshausen betonte dasZu spät!" der wenigen Hilfsmaßnahmen, die von den einzel­nen Regierungen aus Rücksicht auf den reinen Kon- sumentenstandpunkt endlich durchgeführt wurden. Angesichts der katastrophalen Preise aus der Vieh­wirtschaft und der weit über Vorkriegshöhe liegen- den Steuern und sozialen Abgaben sei die Land­wirtschaft vielfach zumbargeldlosen" Verkehr ge­lungen. Die Bauernschaft habe es satt, noch wei­ter für die Exportindustrie unmögliche Lasten zu bringen. Um des Phantoms des Exportüberschusses wegen sei der Binnenmarkt ausgehöhlt und zerstört worden.

Die Landwirtschaft und Industrie müssen gleich­gestellt werden. Die Mehrzahl der Arbeitslosen könne von der Industrie niemals mehr bejchäf- tigt werden und muh angesiedelt werden.

Existenzfragen der hessischenLandwirtschast

Landwirtschaftlicher Vortragskursus in Darmstadt.

Landwirtschaftsrates beim Reichsernährungsminifter vertreten habe. (Rufe:Abtreten!")

Abg. ® l a f e r (Lv.) bedauerte, daß die Mehr« zahl der Regierungsvertreter wegen einer De- sprechung mit Preußenvertvetern über die Milchverhältnisse im Frankfurter Bezirk der weiteren Beratung nicht mehr bei­wohnen. Die Finanz- und Wirtschaftspolitik der letzten 14 Jahre drohe heute Deutschland zu er­drücken. 3n fast jeder Gemeinde schaue der Ban­kerott schon zur Türe heraus. Die Einheitswcrte wären schon längst in Kraft, wenn sie für die öffentliche Hand immer größere Einnahmen brin­gen würden.

Bel den katastrophalen Viehpreisen war es un­verständlich, dah auch in Hessen die Schlacht- steuer eingeführt wurde.

Wenn im Reichstag die Rentenkürzung bei der landwirtschaftlichen Derufsgenossenschaft wieder aufgehoben würde, dann müßte die in Hessen er­folgte Senkung der Umlage von 18 auf 13 Pf. wieder rückgängig gemacht werden. (Unruhe.) Auch hier helfe nur völlige Ehrlichkeit. Der Red­ner nahm zum Schluß den Reichsernährungs­minister Schiele in Schutz.

Landesgeschäftsführer D ü m a s wies die in Millionen von ehrlichen Deutschen wurzelnde Meinung als falsch nach, daß auf dem Bauernhof als Le^nsmittelproduktionsstätte keine direkte Not herrschen könne. 3n allen Bauernhöfen drück­ten schwere Betriebsschulden. Mit ungeheuerer Rigorosität betrieben die Kreisämter heute die Zwangsbeitreibung von Gemeindesteuern und Abgaben.

Die Landwirtschaft fordere von der Reichsregie­rung Einlösung der 1930er-Osterbotschast des Reichspräsidenten von Hindenburg.

Unter Popen habe Ernährungsminister von Braun der Landwirtschaft die Kontingentierung fest versprochen. Der Kampf, der zur Zeit im Kabinett Schleicher um die Landwirtschaftsret­tung gehe, entscheide über mehr als die Land­wirtschaft. Wenn Gewerkschaften und Industrie den Kampf auf die Spitze treiben, dann könnte es sein, daß die Landwirtschaft einmal die Paro­len ausgebe: »Herbei mit billigen amerikanischen Maschinen ohne Zollschutz! Herbei mit Chile­salpeter; was geht uns Leuna an! Herbei mit billigen Kulis aus dem Ausland!" Die Land­wirtschaft gehöre heute noch ganz Deutschland, aber sie fordere gleiches Recht. Landtag und Reichstag hätten heute nichts mehr zu sagen, da eine Regierungsmehrheit noch immer nicht zu» standekomme. Dadurch sinke die Bedeutung der Parteien immer mehr, dagegen steige das Ge­wicht der berufsständischen Organisationen um so stärker. Die Landwirtschaft müsse lernen, ihre Dcrufsstandesorganisation so stark zu machen, dah ihr« Führer das gleiche Gewicht verkörpern, wie ein Gewerkschaftsführer. Der Kanzler fordere Vertrauen; die Landwirtschaft erwidere ihm: »Er­wirb es, um es zu besitzen!" (Beifall!)

Entschließung gegen die Schlachtsleuer.

In einer von den nationalsozialistischen Abgeord­neten Seipel eingebrachten Entschließung wird oon der hessischen Regierung wegen der Schlacht­steuer, die allein auf die Landwirtschaft abgewalzt worden sei, gefordert:Die Schlachtfteuer in Hes­sen hat sich, wie es von uns oorausgesagt wurde, vollkommen auf die Schultern der bankerotten Landwirtschaft gelegt. Dagegen protestieren wir auf das schärfste. Von feiten der Regierung hat man die Notwendigkeit der Schlachtsteuer mit der Tat­sache begründet, daß der hessische Staat ein Defizit in Höhe oon 5,3 Millionen Mark habe. Wie immer, versucht man auch diesmal, das Defizit von der Einnahmeseite aus auszugleichen, 2 Millionen werde die Schlachtsteuer schätzungsweise einbringen, 3,3 Millionen werden ungedeckt bleiben. Der Hessische Landbund erklärt heute schon, daß, wenn es die Regierung wiederum wagen sollte, das Defizit in einer irgendwie gearteten Steuer auf die Landwirt­schaft abzuwälzen, die hessische Landwirt­schaft zum Widerstand bis zur letzten Konsequenz übergehen werde. Wir Bauern er­klären rückhaltlos, daß wir dazu entschlossen sind, wenn man uns das rauben will, was unsere Väter erarbeitet, was wir uns in schwerer Arbeit erhalten haben, uns endlich auch mit den Mitteln engegen« setzen werden, die nicht aus Papier, sondern die wirksam (mb."

Als der frühere Landvolkabgeordnete Dr. Müller von der schwindenden Bedeutung der Parteien und dem größer werdenden Gewicht der Berufsstände auf das politisch« G«schehen sprach, kam es zu T u m u I t s z e n e n. Unter Führung der nationalsozialistischen Landtagsabgeordneten G ö ck e l und Hauck versuchte eine kleine Gruppe Nationalsozialisten den Redner durch Zwischen­rufe und sehr scharfe persönliche Bemerkungen am Weitersprechen zu verhindern. Der Vorsitzende von H e l m o l t und der nationalsozialistische Abgeordnete Seipel, der dem Landbundvor­stand angehört, griffen beruhigend ein, so daß Dr. Müller weitersprechen tonnte.

Landtagsabgeordneter Seipel hält im Gegen­satz zu dem Vorredner die politische Bedeutung der großen Parteien für unerschüttert. Er be­tonte, daß die Schlachtsteuer auch in Hessen ge­gen den Willen der Parteien auf Grund der Reichsnotverordnung eingeführt worden sei. Erst die nationalsozialistische Massenbewegung habe das heute bestehende Verständnis im Volk für die Belange der Landwirtschaft geschaffen.

Der Vorsitzende von Helmolt schloß darauf die Versammlung mit der Hoffnung, dah das neue Jahr für die Landwirtschaft Besseres brin­gen werde, als das abgelaufene.

Durch Niederschlagung mehrerer Raten der Grundsteuer der unwettergeschädigten Betriebe sei die schlimmste Rot in zahlreichen Betrieben ver-

L<»icbenfund I mieden woroen.

. . , / 7 Sodann überbrachte Bürgermeister Delp die

in bet OVßCDronntCtt (yClOfd)CUnt. Grüße der Stadt Darmstadt und verband diese Bei den Aufräumungsarbeiten an der durch mit den besten Wünschen für einen guten Verlauf Feuer in der Nacht zum Dienstag völlig ver- des Dortragskursus.

nickteten Feldscheune des Hofgutes 3m Namen des he,sischen Landtages sprach des- Birklar wurden, wie wir von der Landes- fen Präsident Professor Dr. Werner herzlich« kriminalpolizeistelle Giehen hören, gestern die Worte der Begrüßung und betonte daß im M- Ueberreste einer verbrannten männlichen Leich« fischen Landtag eine starke Mehrheit für die De- gefunden. Allem Anschein nach handelt es sich lange der h^sis^ Landtmrtschast vorhanden sei.

um einen Handwerksburschen, der in der Feld- 3m wirtschafllicheii Alphabet müße der Ackerbau

scheune übernachtet hat Die Persönlichkeit des zuerst genannt werden Nur durch> Wiedexfcrftel- Toten ist noch nicht genau festgestellt, es wird lung der Rentabilität der landwirtschaftlichen Be-

jedoch zu ihrer Ermittlung auf Grund von vor- triebe konnten wieder mehr Menschen auf deut-

gefuntxmen Merkmalen eine bestimmte Spur ver- scher Scholle Arbeit finden.

^gt Alsdann erteilte Oetononuerat Hensel dem

Aus Birklar wird uns zu dem Brand noch berichtet, dah der Schaden, den der Hofguts­pächter durch den Scheunenbrand und die Ver­nichtung großer landwirtschaftlicher Vorräte, Wagen usw. erleidet, beträchtlich und nur zum | Teil durch Versicherung gedeckt ist. Der ver­brannte Strohvorrat entspricht allein der halben 3ahresernte des Gutes.

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 15.45 bis 18.15 Uhr:Aschen­brödel", 19.30 bis 22.45 Uhr:Die endlose Straße". Lichtspielhaus, Dahnhofstr.:F. P. 1 antwortet nicht".

Vom Konzertverein wird uns ge­schrieben: Am Sonntag, 8. Januar, findet um 17 Uhr in der Universitätsaula das vierte Abon­nementskonzert statt. Einem langgehegten und oft geäußerten Wunsche folgend, ist diesmal für den Kammermusikabend eine Klavier-Triovereini- gung verpflichtet worden, und zwar ist es ge­lungen, Geh. Rat Prof. Dr. Hermann Z i l ch e r, den Leiter der Musikhochschule in Würzburg, mit Prof. Adolf Schiering (Geige), und Prof. Emst Eahnbley (Cello) für diesen Abend zu gewinnen. Es werden folgende Werke gespielt werden: Trio in E-Dur von Brahms, op. 87, Trio in H-OEotl von 3. B. Loeillet (1653 bis 1728), und das große V-Dur-Trio von Beethoven, op. 97. Man darf also mit den größten Erwartungen diesem Konzert entgegensehen. Alles Nähere bei Emst Challier, Neuenweg 10, und m den An­zeigen. .

* In den Ruhestand versetzt. Huf fein Nachsuchen wurde der Dberregicrungsrat Ludwig Haberkorn bei der Provinzialdirektion Star­kenburg in Darmstadt mit Wirkung vom 1. Januar 1933 an in den Ruhestand versetzt. Dberregierungs- rat Haberkorn ist in Gießen als Staatskom­missar. der am 30. Dezember 1930 die vom Stadt- rat seinerzeit abgelehnte rückwirkende Erhöhung der Realsteuern diktierte, bekannt geworden.

* Sterbefälle in Gießen. 3n unterer Stadt verstorben in der Zeit vom 16. bis 31. De­zember 1932: 17.: Emil Klee, ohne Beruf 16 3., Walltorstraße 18; Gertmde Theisen geb. Schöler, Witwe, 86 3ahre, Südanlage 11; Marie Schmitt geb. Weller, 56 3ahre, Dammstraße 45. 18.: Hern-

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Der Zugführer riWchM die G, die den- em Leugnen gab ü zu haben und seit.

erfaßten.

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Zum Reichstag haben mir kein Vertrauen. Wir for- dern von den Machthabern: Wir wollen keine Sub- ventionen und Gnadengelder, sondern wir wollen

seine klimatischen Verhältnisse auf Tierzucht ange­wiesen ist. Leider habe auch der Finanzausschuß des Hessischen Landtags die Belange der Landwirtschaft nicht gewahrt und nicht die Kurage besessen, die Einheitsbewertung für Hessen durch- zusctzen. Die Molkereigenossenschaft Groh-Felda habe 1932 allein für 3,5 Millionen Liter Milch 15 845 Mark Steuern bezahlen müssen, wozu die oberhessischen Kleinbauern noch ca. 7 000 Mark Umsatzsteuer beipflichten mußten, fast das 30fache der Dorkriegsbelastung. Wie in den 80er Jahren unter Caprivi gebe es heute nur eine Parole:

Zusammenschluß aller Landwirte und energisch­ste Vertretung der landwirtschaftlichen Belange bei Regierungen und Parlamenten!

Erfolge nicht schnellstens Hilse, dann sei der Schritt von der infolge der Schuldenlast bereitskollektivi­stischen" Bauernwirtschaft zum Kommunis­mus nicht mehr groß.

Abg. Seipel- Fauerbach (Natsoz.) meinte, daß gerade heute die Voraussetzungen für dieTat" zur Hilfe der Landwirtschaft sehr günstig lägen. Die Landwirtschaft werde ihre Forderungen immer wie­der erheben.

Der jetzt in die Taschen der Börsianer fliehende RMliarden-Zwischengewinn müsse durch Um- organisation des TNarktes den Erzeugern und Verbrauchern zugeführt werden.

EineGlücksgeburt" sei der Zwangsoollstreckungs- schutz für die deutsche Landwirtschaft, das müsse anerkannt werden, weil er der Erhaltung der Sub­stanz in dieser Deflation diene. Notwendig sei Zins- senkung und Umschuldungsaktion für den Westen und Hessen. Der Redner forderte von der Regierung revolutionäre Maßnahmen" gegenüber der Reichs­regierung, um endlich wirksame Hilfe für Landwirt­schaft zu erzwingen.

Ministerialdirektor Röhler erklärte, dah die Regierung die Nöte des Bauernstandesaus erster Hand" kenne und durch persönliche Darstellungen des Finanzministers die Fordemngen des deutschen

D a r m st a d t, 3. Jan. (WSN.) Heute Nachmit­tag hielt der Hessische Landbund im Rum­melbräu seine Landesversammlung ab. Der Bundesvorsitzende Dr. von H e l m o 11-Nie- der-Wöllstadt eröffnete die Versammlung nut dem Jahresbericht. Er betonte die große Enttäuschung, die das Jahr 1932 der Landwirtschaft bereitet habe. Trotz der wirtschaftlichen Not und der politischen Verhältnisse habe sich die Landbund-Organisation gehalten. Eine Satzungsänderung bezüglich des Austritts wurde einstimmig genehmigt; ebenso die

_______ - gen Anzeigenteil angefünbigt. Interessenten seien Schlang« gleich aus dem Rohr d«r Wurstmaschine besonders darauf hingewiesen.

n-:- otnMtrf für das Auae I* Neue ßchraänae in der Einheits-

eines* Feinschmeckers. Gar manchem Städter ist k u rz s ch r i f t. Wie aus der heutigen Anzeige er- dabei das Wasser im Munde zusammengelaufen, sichtlich ist, eröffnet die 1. Reichskurzschriftgesellschaft Heutzutage ist ja viel von der Poesie des wieder neue Lehrgänge in der deutschen Einheits- Schi achtens verlorengegangen. Die Maschine macht kurzschrift. Erwerbslose erhalten, wie man uns mit­fast alles. Mein Großvater sah einst noch am teilt, besondere Vergünstigungen.

Fenster und schnitzte die dünnen Birkenhölzchen,

die schon einige Tage vorher auf dem Ofen ge- V'vvriJVUVil-

trocknet worden waren. Sie wurden von der Landkreis fttteften.

fam und zeitraubend, aber für alle doch eine recht liebliche Musik. Heimlich oderschwarz" konnte damals nicht geschlachtet werden; denn man hörte das Klappern der Hackmesser schon auf hundert Meter Entfernung. 3eht aber kom­men die Metzger mit ihren Fleischmaschinen, an denen ein kleiner Motor befestigt ist. An jeden Lichtstecker kann man diese Maschine anschliehen, , und bald ist das Fleisch vorschriftsmäßigdurch- * Darmstadt, 3. 3an 3m ube^ulltenSaale acleiert" des RestaurantsRummelbrau in Darmstadt er-

Daß zu einem Schlachtfest auch Kuchen ge- öffnete Oekonomierat Hensel, Dortelweil, Dor- backen werden, versteht sich. Und so gibt es am sitzender der hessischen Landwirtschaftskammer, nn Abend nach Suppe und Wellfle sch mit Sauer- Namen der veranstaltenden Körperschaften den kraut 'nach eingemachten Früchten usw. noch diesjährigen l a nd w l r t schaf t llche n Vor- Kaffee und Kuchen. Den Abschluß bildet die tr agskurs us und wies ln seinen eineiten- Bratwurst mit Apfelbrei. Zwischendurch wandert den Worten mit besonderem Nachdruck darauf hin, das kleine Gläschen mit Kümmel oder Frucht daß schleunigste S 11 f 3 m a fon a & ^£6' am Tisch. Denndas fette Essen verträgt man gunsten der deutschen und hessischen Landwirt- so besser^' sagte mir mein Nachbar. schäft getroffen werden müssen, um einen Zusam-

Auch die ^Kinder der ganzen Nachbarschaft menbruch unserer gesamten Volkswirtschaft zu ver­nehmen teil an dem Schlachtfest. Leider werden hüten, ehe es zu spät 'st-

die alten Sprüchlein nicht mohr gesungen. Finanzminister Dr. Kirnberger ^rifffur

t.2H- die yesfische Regierung das Wort zu einigen

3$ 6«hort, ihr hatt S^chtocht Ausführungen über die Hilfsmaßnahmen tn

und hack ,o 0 oh« Wurst gern ch . Hessen, die darin bestanden haben, daß die hessi-

n* sche Negierung in letzter Zeit zahlreiche Anträge

laßt die kurzen hangen! . an maßgeblicher Stell« unterstützt und vertreten

Mit diesem Derschen haben wir noch vor vier- ßat <^e Negierung wird sich dafür einsetzen, daß zig 3cchr«n Glück gehabt. Fast immer wurde uns XTX ^>ec Frage der Winzerkredite dem hessischen «ine schöne Wurst an die Stange, die ww zum I W^jnhau entgegen gekommen wird. Minister Dr. Fenster hineinreichten, gehängt. Kirnberger sprach sich gleichfalls für Zölle,

Aber auch heute ist noch viel Schones geb«ic- Kontingente und Derwendungszwäng« bei den ben. Die Orlsarmen, und wo gibt es sie n.cht, roichtigsten Deredlungserzeugnissen aus. freuen sich. Sie bekommen ihre Wurstsuppe am ... . . . .

nächsten Morgen, auch ein Stück Wurst oder Auch bemühe sich die Regierung, harten in bet

Speck. Wenn dann das Fleisch eingesalzen ist, Zahlung der Canbesfteuecn weilgehenbst zu

die Würste in der Rauchkammer hängen und aus | vermeiden,

den Töpfen das schneeweiße Schmalz leuchtet, dann ist es so, wie mir «in alter Dauer sagte: Es riecht ganz anders im Haus!" P.

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