Ausgabe 
3.10.1933 Frühausgabe
 
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AS-Volkswohlsahrt bittet um Gehör

Lhordmgenten -Versammlung in Gießen

Ser Mord an dem SA-Mann Handwerk

Spenden für die NS.-Dolkswohlfahrt werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Dolkswohlsahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen.

Weihe der ersten Sebieis-Mrerschnie der HZ

Reichsstatthalter Sprenger spricht zur Jugend.

Auch die allerfriedlichste Arbeit ist ein Kampf um Fortbestand und Volkserhaltung im Ringen der Völ­ker. Das erhellt deutlich unsere heutige Lage. Gelingt es uns nicht, durch höchste Qualitätsarbeit den not­wendigen Absatz zu finden, so kann nicht das ganze Volk den Lebensstandard erhalten, der notwendig ist. Auch dafür muß der Jugend der Blick geweitet werden. Was nützte es uns allen, wenn wir, die Generation des Kampfes, nicht unser Erbe beruhigt in die Hand der Jugend legen könnten? Deshalb ist es

unsere Aufgabe, vom kleinsten Iungoolkjungen angefangen über Hitlerjugend, SU. und SS-» die Männer zu erziehen, die die Zukunft braucht.

Die Jugend muß aus ihrer Zeit heraus ihren Weg finden, aber auf die Erfahrung der Vorangegange- nen gründen. Alle sind sie berufen, d.e deutschen Jungen, die die Zukunft Deutschlands darstellen Berufen sind alle, befähigt nicht alle. Auserwahlt können nur wenige sein. Darum Schulung! In ihr wird sich erweisen, wer der beste ist. Führer kann nur der sein, der a n d e r n D o r « bild sein kann. Die Schule soll die Auswahl vorbereiten. Jungens, hebt das Haupt!

Ihr seid die Zukunft, aber ihr müßt euch be- währen, wenn ihr das Werk Adolf Hillers fort- sehen wollt.

So weihe ich denn diese Schule der deutschen Ju­gend und der deutschen Zukunft im Geiste Adolf Hitlers. Heil! . . ..

An die Weihe schloß sich ein Rundgang durch die Schule, wobei sich der Reichsstatthalter lobend über die Einrichtung äußerte. Leiter der Schule ist Fritz Handwerk (Frankfurt a. M.). Sein Arbeitsplan für den ersten Lehrgang zeugt davon, daß die Schule an gute Oraniensteiner Tradition anknupst, in dem einst auch Führer deutscher Jugend, Führer des deutschen Volksheeres, erzogen wurden.

Ein arbeitsreicher Tag des Ikeichssiatthalters.

Frankfurt a. M., 1. Oft. (WER.) Bei der großen Kundgebung im Frankfurter Stadion an­läßlich des Gauparteitages hatte Minister Dr. Goebbels u. a. erklärt, daß die nationalsoziali­stischen Minister und die einzelnen Führer nun nach Erreichung der Macht nicht etwa auf ihren Sesseln sitzen blieben, sondern daß sie immer und immer wieder hinein ins Volk gehen und ihm Angesicht zu Angesicht geäenubertreten Daß dem so ist, hat auch Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger schon so oft bewiesen, m- dem er fast an jedem Sonntag an drei, vier, fünf und manchmal noch mehr Veranstaltungen in den verschiedensten Gegenden des Gaues teilmmmt und das Wort ergreift. Auch das E r n t e d a n k f e ft sah ihn wieder von früh bis spät unterwegs. Rach- dem er Samstagnachmittag bei der Eröffnung des Winterhilfswerks im Büraersaal des Frank­furter Rathauses das Wort ergriffen hatte, erschien er am Abend im Frankfurter Zoo zum Werbe- abend des Jungvolks und richtete eine An­sprache an die Jugend. Am Sonntag 7 Uhr war der Reichsstatthalter bereits in B i n g e n, um Dort den Leiter des Deutschen Kulturbundes, 4 irr cd Rosenberg, sowie die Festgäste zu bearuhen und an der Morgenfeier in der Binger Stadthalle teilzunehmen. Er setzte dann mit der neuen Fahre nach Rüdesheim über, um von dort nach Dramen- stein bei Diez zur Einweihung der Gebiets- führerschule der H i t l e r - I u g e n d zu fahren. In Freiendiez wurde dann da-, Eintopk- a e r i ch t eingenommen. Dann ging es weiter nach Weilburg zur Besichtigung des Weilburger Festzugrs. Um 15 Uhr war der Reichsstatthalter in Usingen, um vor 10 000 Menschen, die die Wiederherstellung des Ufinger Kreises feierten, zu sprechen Arn Abend nahm der Reichsstatthalter schließlich noch an der feierlichen Eröffnung der Frankfurter S ch a u s p i e l h a u s - E a l s o u teil.

Der Amlsvorsland spricht.

Wie kann eine Mutter mit ihrem unehelichen Kinde ihr Leben fristen, wenn sie für beide Per­sonen 1,18 Mark täglich für Essen und Kleidung vom Wohlfahrtsamt erhält?

In langer Kette ziehen sie jeden Tag an mir vorüber, die vielen Hundert außerehelich Geborenen. Vom Tage ihrer Menschwerdung steht chr Dasein im Schatten der Unzulänglichkeit. Meist haben die, die ihnen das Leben gaben, nicht das große Ver­antwortungsgefühl, kennen nicht die heilige Ver­pflichtung und die opfervolle Sorge für das neue

antwortlichkeit, der den Ellern mit allen Mitteln eingepflanzt werden muß, ist schon die Hauptsache getan.

Warum wurden die Unehelichen fast durchweg Kommunisten? Weil die Volksgenosien sie außer­halb der Gesellschaft stellten und sie mit dem Makel der Schuld ihrer Eltern behafteten. Es ist nicht mehr eine hochherzige Tat, sondern eine notwen­dige Pflicht der Volksgenossen, diesen Kindern in chrer materiellen und seelischen Not zu helfen. Da» Winterhilfswerk wird in rechter Weise den unehe­lichen Kindern und ihren Müttern helfen. Dies wird zum besonderen Segen für die Volksgemein­schaft werden.

Soziale Tat der Hitler-Jugend.

Bekanntlich konnten in den Sommerferien schon einmal etwa 600 Kinder aus der Großstadtluft Frankfurts mehrere Wochen bei freier Verpflegung und Unterkunft draußen im Taunus, Westerwald und Spessart untergebracht werden. Nur die gerin­gen Kosten für ermäßigte Fahrt und Versicherung waren aufzubringen. Dank der glänzenden Oraani- fation der Hitler-Jugend und der Dpferbereitschaft unserer Parteigenossen auf dem Lande ist es wieder- um gelungen, etwa 100 Schulkinder in den Herbst­ferien dem Staub der Straßen zu entreißen und ihnen in der reifetrunkenen Herbstlandjchast einige frohe Tage der Erholung zu bereiten. Das innige Verhältnis, das sich schon im Sommer zwischen un­serer Landbevölkerung und ihren Pfleglingen her­ausstellte, hat jetzt vielfach zu Wiedereinladungen geführt. Die Landesverschickung der Hitler-Jugend ist ein beachtenswerter Faktor geworden für die Der- bindung zwischen Bauer und Arbeiter und somit für die Einheit unseres Volkes.

Vorbildliche Hilfe

für die NS.-Volkswohlfahrt.

> Holzheim, 2. Ott. Für die N S. > D o l k s - Wohlfahrt wurden in unserer Gemeinde 553 Zentner Kartoffeln und 39 Mark Bar­geld gezeichnet. Es ist dies ein eindrucksvolles Zei­chen dafür, daß unser Dorf einmütig dem Aufrufe unseres Führers gefolgt ist, um die Aermsten im Winter nicht hungern zu lassen. Schon immer stand unser Dorf im Opfergeist an erster Stelle. Eine ganze Anzahl Einwohner traten der RS.-Dolkswohl- fahrt als Mitglieder bei.

Diez, 1. Oft. (MSN.) Das Gebiet Hessen- Nassau der Hitler-Jugend hat in den letzten Wochen unter Heranziehung vieler Mitarbei­ter das Lazarettgebäude der ehemaligen Kadetten­anstalt Dranienftein zu seiner e r ft e n Führer- schule eingerichtet. Das Gebäude eignet sich für den Zweck ausgezeichnet. Unter Benutzung vor­handener Anlagen konnte eine Einrichtung ge­schaffen werden, die allen Ansprüchen, die an eine Führerschule der Jugend gestellt werden müssen. Genüge leistet. Man hat das Gebäude innen und außen erneuert, Wasch- und Duschräume eingerich­tet, einen vorbildlichen Lehrsaal mit Lichtbildappa­rat geschaffen, einfache aber schöne Gemeinschafts­räume und Schlafsäle hergericktet, alles blitzt und blinkt, und die Schule drückt so in den notwendi- gen Dingen den Geist aus, der in ihr wohnen soll: den Geist von Zucht und Drbnung, der in der Hit­ler-Jugend verankert wurde. Ihre Lage am Rande des Sieger Stadtparks, ganz in der Nähe des schö­nen Dranierschlosses, ist ideal. .

Am Freitag sind die Teilnehmer des ersten Lehr- ganges, 4 0 Frankfurter Jungens, sckon in Dranienftein eingetroffen und haben mitgeholfen, die letzte Hand ans Werk zu legen. So konnte pünktlich zur vorgesehenen Zeit die Schule sollte gemäß Anordnung der Reichsführung der HI. am 1. Oktober fertig sein die Weihe erfolgen. Sie wurde persönlich vom Reichsstatthalter, Gauleiter Sprenger vorgenommen, der damit sein grotzes Interesse für die Jugend und für die Heranbildung eines brauchbaren Führernachwuchses erneut be- kündete. An der Weihefeier nahmen weiter Mit- qlieder der Gauleituna, sowie sämtliche Oberführer des Gebiets Hessen-Nassau der HI. und viele andere Gäste teil. . ,, ,

Gebietsführer Kramer (Frankfurt a. M.) be­grüßte den Reichsstatthalter und legte die Notwendigkeit zur Schaffung solcher Schulen dar. Es gelte, der zum Hakenkreuz strömenden Jugend Führer zu schaffen. Dafür werde diese eine Schule nicht genügen und weitere demnächst im Gebiet Hessen-Nassau errichtet werden. Dann nahm

MichSstatthalier, Gauleiter Sprenger die Weihe der Schule mit folgender Ansprache vor: Noch sehen wir deutsche Jugend untcrernähtt, zer­schlissen und trüben Blickes durch die Grohsitadte Deutschlands ziehen. Noch haben wir die -oilDer vor Augen, wo Jugend vor den Horden von Rot­front hergetrieben wurde, um für Deutschlands Auflösung benutzt zu werden. Die ganze Feigheit jener Gesellen verkroch sich hinter der Jugend, die man vorschickte. Wie mancher Junge wurde so in inneren Zwiespalt hineingetrieben, der zu seinem Volk, zu seinem Vaterland wollte. In diese trübe Zeit reicht die Gründung der Hi t l e r 1 u 0 end zurück. Klein war sie zuerst: nur eins hatsie aber immer ausgezeichnet: Mut und die Ueberzeu- g u n g von der R i ch t i g k e, t i h r e s W o l len s. Der deutsche Junge trägt wahrlich Nicht bei feiner Geburt ein Herz in der Brust, das ihn bestimmt, der Internationale zu dienen. Nein,

die deutsche Iugend und auch diese erste Hitler­jugend folgte ihrem Gefühl, sie folgte sich selbst, sie wollte sie selbst fein, wie es allezeit deutscher

Iugend Vorbehalten war.

Was der Mensch in der Jugend erträumt unb er- sehnt, bas leuchtet ihm voran bas ganze Leben. Unb wer bas Sehnen nicht hat, ber ist fern Junae unb wirb kein Mann. In Adolf H i t l e r sah die Jugend ihr V o r b i l d , in jenem Mann, der aus der Masse der heimkehrenden Soldaten herausstieg und Deutsch- land den Deutschen wiedergab. Er beschwingte die ersten Hitlerjungen und befähigte sie zu jener Standhaftigkeit, die sie nachher bewiesen. Das ist keine alltägliche Erscheinung, und man muß schon die Geschichte vieler Volker studieren, bis man gleiches findet.

Vorrecht der Iugend muß es bleiben, dem inneren Drang zu folgen, sich vorzubereiten auf den Kampf des Volkes um seine Erhaltung.

eines riesigen Dorhangschlosses zur Geltung kommen läßt, für das sie folgendes Geleitwort gegeben hat: Wenn an jedes lose Maul'

ein Schloß gehängt müßt werden, dann wär die edle Schlosserzunft die größte wohl auf .ttrben'.

Die Bäcker-Innung wartet mit Den leckeren Sachen ihrer hanbwerklichen Kunst unmittelbar neben ber Bühne auf, wobei ben vielseitigsten Anforderungen des Publikums in trefflicher Weise Genüge getan wird; jeder Geschmack und Appetst kann hier voll­kommen seine Erwartungen erfüllt sehen, von den Würstchen im Schlafrock" über die mannigfaltig­sten Backerzeugnisse hin zu den besonderen Fein­heiten, die namentlich für die Frauenwett zum Kaffee besondere Bedeutung aeroinnen. An einer anderen Stelle der Halle, gleich am Eingang links, zeigt die Metzger-Innung die ausgezeichneten Qua­litäten ihrer vor den Augen des Publikums herge-

Verband diene feinen Mitgliedern in Steuerbera­tungen, bei der Aufstellung von Verträgen zwischen Verein und Dirigent und beim Bezug von Zeit­schriften. Der Verband ersttebe aber auch die Pflege der Kollegialität unter seinen Mitgliedern. Nur gemeinsames Zusammenarbeiten diene dem Ganzen. Der Redner behandelte auch das Thema

Dirigent im Haupt- und im Nebenberuf.

Von den 45 000 Chordirigenten Deutschlands seien nur 5000 hauptamtlich tätig. Man solle gegen die Dirigenten im Nebenberuf nicht mit un­möglichem radikalem Vorgehen operieren wollen. Ein Dirigent im Nebenberuf müsse solange sein Amt behalten, solange nicht ein gleichwertiger Er­satz zu beschaffen sei. So sei es z. B. in den Dörfern des Dogelsberges heute noch unerläßlich, daß der Lehrerbirigent feinem Verein erhalten bleibe: benn größere Beträge für Bezahlung von Berufsbirigenten könnten von biefen oft nur kleinen Vereinen kaum aufgebracht werben. Die ebelste Aufgabe ber Chorleiter fei, zusammenzuftehen, um mit Gott für Volk unb Vaterlanb bas Beste zu leisten.

Nach kurzer Pause gab ber Vortragenbe noch Richtlinien bekannt. So müsse ber Hessische Chor- birigenten-Derbanb unbebingt als Zwangsorgani­sation dem HSB. angeschlossen werben. Ferner sei bie Einsetzung eines Ehrengerichts unerläßlich. Nach kurzer Aussprache, an ber sich Gauvorsitzenber Koch unb Universitätsmusikbirektor Professor Dr. Te- mesoary u. a. beteiligten, würbe zur Grün- bung einer Ortsgruppe b e s Hessischen Chorbirigenten Verbanbes geschritten. Fast sämtliche Versammlungsteilnehmer erklärten ihren Beitritt. Als Führer würbe burch Herrn Simrotf Musiklehrer Kasten (Gießen) bestimmt. Dieser wirb bei ber nächsten Versammlung seine Mitarbeiter bestimmen. Mit bem von Herrn Sim- rock ausgebrachtenSieg-Heil" auf unseren Volks­kanzler Adolf Hitler, ferner ben Herrn Reichspräsi- benten von Hinbenburg unb unser Vaterlanb fanb bie Versammlung ihr Enbe.

Auf Einlabung bes Hessischen Sängerbunbes (HSB.) versammelten sich am Samstagnachmittag im Gewerkschaftshaus bie Chorbirigenten aus Gie- hen unb Umgebung, um über ben Zusammenschluß ber Dirigenten unb bie Einglieberung in ben HSB. zu beraten. Gauvorsitzenber Koch (Gießen) be­grüßte bie Erschienenen. Alsbann hielt Herr S i m rock (Dffenbad) a. M.), ber kommissarische Beauf­tragte des HSB., einen Vortrag überZweck unbZieledesHessischenChordirigen- ten-Verbandes". Der Redner schilderte die Arbeit des früheren Chordirigenten-Verbandes, der vor nun zwölf Jahren in Offenbach gegründet wurde, und dem auch Chordirigenten aus anderen Teilen Hessens beitraten. Dieser frühere Verband solle bie Keimzelle werben für ben neuen Hessi­schen Chorbirigenten-Verbanb, ber bie Zwangs­organisation für alle Chorbirigenten Hessens unb als Unterorganisation bem Reichskartell ber beut- S)en Musikerschaft unterstellt werben solle. Die ufgabe bes Hessischen Chorbirigenten-Verbanbes erstrecke sich im befonberen auf bie berufliche Weiterbilbung aller Chorbirigenten. In ge­meinsamen Besprechungen im Rahmen bes HSB. solle ben Dirigenten bie Gelegenheit zur Weiter­bilbung gegeben werben. Ein noch zu bilbenber Musikausschuß sei bie Stelle, an ber bie Dirigenten über Chorauswahl beraten wer­den könnten.

Der Dirigent solle nicht nur des Lohnes halber fein Amt versehen, sondern er habe die Aufgabe, unsere deutschen Kulturgüter in unser Volk hineinzutragen.

Aus diesem Grunde sei auch die staatliche Aner­kennung der Arbeit gewährleistet. Selbstverständ­lich nylffe auch jeder, der Chorleiter sein wolle, den Befähigungsnachweis für sein Amt erbringen. Es dürfe deshalb ohne die geplante Lizenzkarte bes Reichskartells niemanb bas Amt eines Chor­birigenten übernehmen. Sobann habe ber Derbanb bie Aufgabe, bie Drbnung ber wirtschaft­lichen Verhältnisse zu überwachen. Der

Die Terrorgruppen.

Um über bie Organisation unb bas Auftreten ber kommunistischen Fünfergruppen einer solchen hat Reitinger, wie er zugab, angehört , bie auch noch nach bem Verbot bes Rotsront- tämpferbunbes bestauben, ein Dilb zu gewinnen, war ber Kriminalsekretär Scheffler aus Berlin als Zeuge geloben worben, ber berichtete, bah bie Aufstellung solcher Gruppen erstmals vor etwa anderthalb Jahren geschah. Im Rotfrontkämpfer- bunb wurden in kleinem Kreis Kurse zur waffen­technischen und militärischen Schulung ber Leute adgehatten. Dann kam die Anweisung auf Auf­stellung von Fünfergruppen. Führer dieser Gruppen wurden zum Teil in Moskau aus­gebildete Leute. Zu dieser Zeit tauchte auch die Parole auf:Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft". Der größere Teil der Kom­munisten sammelte sich unter Heinz Neumann, der 'als Kommunistenführer der Radikalen ange­sehen wurde. Später als man sah, daß die Parole doch nicht bie Wirkung hatte, bie man sich ver­sprach, hat man Hilferufe nach Moskau gefanbt, unb es würbe bie Parole als falsch bezeichnet. Aber bie Stimmung war erzeugt. Die Selbstschutzorgani­sation wurde ebenfalls in Fünfergruppen organi­siert und sie wurden nachts in Wohnungen und Lokalen in Alarmbereitschaft gelegt. Der Führer der Fünfergruppe bekam seine Instruktionen von einer übergeordneten Stelle. Die waffenmäßige Ausbildung der Leute geschah schon lange zuvor. Unter ben Waffen, bie im Besitze von solchen Grup­pen waren, befanben sich auch Selbstlabepistolen ber Deutschen Werke in Erfurt nach bem Patent Drtgies mitD" gezeichnet vom Kaliber 6,35 (eine solche Waffe hatte Reitinger). Der Zeuge be­stätigt noch, baß es üblich war, bah bei Demonstra­tionszügen der Kommunisten stets Kommunisten in Zivil die Züge begleiteten unb gegen bas Publikum ausfällig würben. Für biefes Vorgehen konnte bann bie Partei nicht belastet werben, weil bie mit- gehenben Kommunisten eben auch als Publikum galten.

Das Gutachten des Schießsachverständigen.

In einem ausführlichen Gutachten äußerte sich bann Dr. Popp über bie Untersuchung ber Schuß­waffe und der Geschosse. Er kam zu folgendem Ergebnis: Am Tatort in der Breitegasse wurden drei Hülsen gefunden, die mit der Frommer Patent Stop Pistole Kaliber 7,65 fReitingers identisch sind. Zwei Geschosse, mit denen bie zwei Personen in ber Breitegasse verletzt würben, haben bas Ka­liber 6,35. Sie stammen mit einer an Sicherheit grenzenben Wahrscheinlichkeit aus der anderen Waffe, die Reitinger hatte. Hülfen hierzu wur­den nicht gefunden. In der Lanaeftraße wurden fünf Geschosse Kaliber 6,35 gefunden, von denen mindestens zwei einwandfrei identisch mit der Ort- gies-Pistole fReitingers sind. Von ben übrigen brei Geschossen läßt sich nicht mit Sicherheit sagen, daß sie der Waffe fReitingers entstammen. Es sind aber fünf Hülsen gefunden worden, bie einroanb- frei aus ber Waffe fReitingers finb, unb schließlich ist noch ein Geschoß aus einem Trommelrevolver gefunben worben. Dorsitzenber:Reitinger, was sagen Sie bazu, baß bie löblichen Schüsse aus Ihrem Revolver stammen?" Angeklagter: Herr Rat, ich habe ja in ber Langestrohe nicht geschossen".

Geschlecht, mit allen anberen bie Volksgemeinschaft zu tragen.

Wenn eheliche Kinber in Not unb Elenb finb, so ist bas ein überaus trauriger Anblick in einem Kulturstaat unb eine Gefahr für bie Gemeinschaft. Aber hier ist boch noch bie Stütze, eine Familie, ein Faktor, Der bie Not auf bie kleine Gemeinschaft gleichmäßig verteilt unb so bie Last leichter macht. Hier ist bte riesige Kraft ber Mutter, bie um bie Erhaltung ihrer Sippe oft mit bem Mut ber Ver­zweiflung kämpft unb Sieger wird. Was wird aber aus den Menschenwesen, welche, von der Mutter in fremde Pflegestellen untergebracht, kärg­lich aus öffentlichen Mitteln unterhalten werden müssen! Sie wandern oft aus einer Pflegestelle in bie anbere, nirgenbs Wurzel schlagenb. Sie haben roeber Glück noch Stern unb tauchen später auf in ben Erziehungsanstalten, Gefängnissen usw.

Das Problem ber außerehelich geborenen Volks» genossen wirb ben bevölkerungspolitischen Maßnah­men unserer Regierung befonbers angelegen sein. Die bisherige Gesetzgebung ist hierin ganz unzu­länglich. Sie steckt teilweise noch in ben Vor­urteilen unb Torheiten längst überwundener Zeit- epochen. Mit bem Willen zur unbebingten Ver­

stellten frischen Würste, bie ber besonberen Beach­tung ber Besucher auch empfohlen seien. Inmitten ber Halle hat bie Maggi-Gesellschaft, deren Erzeug­nisse aus ber Fabrik in Singen am Hohentwiel allenthalben in ben hiesigen Einzelhanbelsgeschäften zu haben finb, einen sehenswerten Stanb aufge­baut, an bem bie Besucher bereitwilligst eine Tasse guter Maggi-Fleischbrühe, ober einen Teller Maggi­suppe kostenlos serviert bekommen. Die Hausfrauen können babei erneut bie Uederzeugung gewinnen, daß die Maggiprodukte ausgezeichnete Hilfsmittel für die Küche find, bie mit Recht bie befonbere Wert- schätzung der Hausfrauen verdienen. Der Besuch dieses Standes ist als interessant unb lehrreich eben­falls zu empfehlen.

lieber weitere Einbrücke von ber Braunen Messe werben wir noch berichten, heute sei aber sckon unseren Lesern empfohlen, ben Besuch biefer Schau nicht zu versäumen.

Frankfurt a. M., 30. Sept. (WSN.) Das Zeugenverhör konnte in ber Samstagver- hanblung nahezu beenbet werben. Ein Zeuge be» kunbete, baß er bie Breitegasse herunterging unb baß ihm bie Gebrüder Handwerk begegnet seien, denen er zurief, es sei dicke Luft. Kaum einige Mi­nuten danach wurde schon geschossen. Der Zeuge schildert den Schützen als einen Mann mit langer Hose unb gestreiftem Hemb. Nach Ansicht bes Zeu­gen würbe von mehreren Personen geschossen. Ein anderer Schütze habe hohe Schnürstiefel und fReit» hole getragen.

Mehrere Zeugen haben die Tatvorgänge in ber Langestraße vom Fenster ihrer Wohnung beobach­tet. Sie vermögen aber in keinem ber Angeklagten einen Beteiligten wieberzuerkennen. Eine Zeugin glaubt fünf Schüsse vernommen zu haben. Der Mann, der schoß, sei in die Menge zurückgelaufen. Db er richtig gezielt hat, kann die Zeugin nicht sagen, es kam ihr eher so vor, daß er aufs Gerate­wohl schoß.

Professor Dr. Raestrup vom Institut für ge- richtsärztliche Medizin erstattete dann sein Gut­achten über den Leichenbefund. Hans Handwerk war ein schlank gebauter, ziemlich kräftiger, 1,75 Meter großer Mann. Sein Körper wurde von zwei Geschossen getroffen, bas eine ging in bie Weich­teile bes Qberschenkels, bas andere in ben Kopf. Es ist nicht feststellbar gewesen, welchen Schuß Handwerk zuerst erhalten hat. Der Schuß in den Oberschenkel brachte zwei Schußöffnungen hervor, bie etwa 4,5 Zentimeter ausemanberlagen unb sich auf fast gleicher Höhe befanben. Es hanbelte sich lediglich um eine Fleischwunde, und der Getroffene mochte nach diesem Schuß noch handlungsfähig ge­wesen sein, das heißt, es ist nicht anzunehmen, daß er infolge des Schenkelschusses sofort zusammen­brach. Das zweite Geschoß ging an der linken Kopfseite am Ohr in den Kopf und blieb rechts stecken. Die Schußrichtung war etwas von oben nach unten. Das gefundene Geschoß war deformiert. Die Einschubstelle war kreisförmig, woraus sich er­gibt, daß cs sich um keinen Querschläger handelte. Dieser Schädelschuß ist als die Todesursache an­zusehen. Eine emtretenbe Gehirnschwellung führte zum Ableben. Der Schuß war fein Nahschuß. Eine Ausblutung kommt nicht in Betracht. Selbst wenn Hans Handwerk sofort behandelt worden wäre, wäre es doch nicht möglich gewesen, ihn am Leben zu erhalten, denn bie Verletzung mußte ben Tob herbeifuhren.

«Von ber Verteibigung wirb bie Beeibigung bes Zeugen Vogt beantragt. Oberstaatsanwalt Dr. Rausch widerspricht dem Antrag unb gibt eine nähere Begrünbung. Vogt staub im Derbacht ber Begünstigung unb ist ber Anklage nur burch bas Amnestiegesetz entronnen. Man wirb bei Dogt nicht nur annehmen bürfen, baß er Begünstiger war und Reitinger herauszulügen suchte, sondern daß er auch zu ber Menge gehörte, bie sich zusammen- rottete, um ben Ueberfall zu begehen. Es gebe keine gesetzliche Bestimmung, Dogt zu bcciben. Eine in- »wischen ergangene Amnestie änbere am Tatbestanb nichts. Das Gericht beschließt, Dogt unbecibigt zu lassen, weil er ber Teilnahme verbachtig erscheine. Die Gutachten des Psychiaters.

Frankfurt a. M., 2. Oft. (WSN) In ber Derhanblung am Montag erstattete Mebizmalrat Dr. Kohl sein Gutachten über bie bret Angeklag­ten, benen sämtlich nicht ber Schutz be» § 51 be» StGB, zugesprochen werben kann.