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Dienstag, Z. Oktober (955
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Hr. 231 Zweites Blatt
Bilder vom Erntedankfest
Blick auf den riesigen Festplatz am Bückeberg während des Aufmarschs der Teilnehmer.
n= sie durch ihr Morgenkleid und die abgelegten Klei» r. flOnrho itntprhnttpn Sn neben ne all»
Düsseldorf
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1,40
Der Journalist Udo Wolter hat, bevor er Wien verläßt, ein kleines Erlebnis mit „Herrn Dollfuß" und einem Polizisten.
III.
„Thankyou,very mudi“
Autohupen!
Einmal! Zweimal! Dreimal!
Herrgott, und ich liege immer noch in den Federn.
Draußen wartet das Kabriolett. Ich stecke den Kopf zum Fenster hinaus.
„Augenblick, Herr Pg."
„Grüß Gott, Herr Pg", schallt es fröhlich zurück. Die Passanten vor „Naglers Hotel" am Rennweg äugen mißtrauisch und entsetzt ob der unverfrorenen Begrüßung vom Auto zum ersten. Stock. Denn wenn einer „Pg." sagt, was kann er dann halt schon anders sein, als ein Nazi.
Kleiner Schnelligkeitsrekord im Waschen, Rasieren, Ankleiden, Koffer packen, Rechnung bezahlen, b „Lange geschlafen, Herr Pg."
„Euer verdammter Heuriger. Ein unangenehmes Getränk. Wenn nicht soviel Film- und Liedernim- bus darum wäre, — niemand würde das Zeug trinken." m ..
Geruhsam fahren wir dann den Rennweg hmaus.
„Das Bild- und Schriftmaterial?"
„Sie sitzen drauf."
Ich greife nach hinten.
Grienen.
„Unter dem Sitz."
Seltsam. Sowie man mit diesem Menschen zu-
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der der letzten Woche unterhalten. So gehen sie au» abendlich zu Bett, nach einem Tag ohne Sorge, mit ein wenig Beschäftigung, tue niemals in Arbeit ausartet, ohne Steuerdeklarationen und ohne allzuviel Gedanken an die Zukunft. E.G.
Die süddeutsche Uraufführung fand in Anwesen heit zahlreicher Ehrengäste bei vollbesetztem Hause statt. Der Grönland-Film wurde mit einem ausgesuchten Beiprogramm eingeleitet; in dessen Mittelpunkt standen die prachtvollen Aufnahmen des U a-Sonderdienstes vom Reichsparteitag in Nürnberg, die dankenswerter Weise aus dem letzten Programm übernommen worden waren. Außerdem ein interessanter Bildbericht von der Ausgrabung steinzeitlicher Gräberfelder, und die vom sächsischen Staatsorchester in Dresden unter Leitung von Generalmusikdirektor Fritz Busch meisterlich gespielte „Tannhäuser" - Ouvertüre. Zusammengefaßt: ein ausgezeichnetes Programm, das sich niemand entgehen lassen sollte. r
Hochschulnachnckten.
Der Leiter des Instituts für Grenz- und Aus» landsstudium in Berlin, Dr. Max Hildedert Boehm, hat den vor einiger Zeit an ihn ergangenen Ruf an die rechts- und staatswissenfchaft» liche Fakultät der Universität Jena als Ordl» narius für Bolkstheoric und Dolkstumssoziologie angenommen und wird gleichzeitig an der dortigen philosophischen Fakultät das Fach der Natlonall» täten- und Grenzlandkunde vertreten. Der Lehrstuhl, den Professor Boehm in Jena übernimmt, ist der erste deutsche Lehrstuhl für Bolkstheoric und Volks» tumsfoziologie. Professor Boehm behält die Füh» rung des Instituts für Grenz- und Auslandsstudium bei und wird auch den ihm vor einiger Zeit erteilen Lehrauftrag und die Leitung des neu- gegründeten Seminars für Nationalitätenkunde an der Universität Berlin wahrnehmen. Die stellver» tretende Leitung des Instituts für Grenz- und Aus» landsstudium übernimmt Dr. Karl C. von Loesch, der als Boehms Nachfolger an der Berliner Hochschule für Politik das ethnopolitische Seminar leitet.
Der Reichsstatthalter in Bayern hat auf Vorschlag der bdyerischen Staatsregierung dem außer- ordentlichen Professor für Nationalökonomie, Finanzwissenschaft und Statistik in der philosophischen Fakultät der Universität Erlangen, Dr. Rudolf Stucken, mit sofortiger Wirkung die Amts- bezeichnung und die akademischen Rechte eines ordentlichen Professors verliehen.
An der Universität Hamburg wurden die Pro« fessoren K ü ch l e r (Romanistik) und Lassar (Ar« beitsrecht und Staatslehre) auf Grund des § 6 des Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt, Prof. I o se p h'y (Psychiatrie) wurde die Lehrbefug« nis entzogen.
An der Universität Leipzig sind auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs- beamtentums die nichtbeamteten ao. Professoren Zade (Pflanzenbaulehre), Dören (Wirtschafte geschichte) und Holldack (Landwirtschaftliche Maschinenlehre) in den Ruhestand versetzt worden. Auf Grund des gleichen Gesetzes ist dem nichtbeamteten ao. Professor Dr. Skutsch (Frauenheilkunde) ine Lehrberechtigung entzogen worden.
sammen ist, kommt man gleich in Stimmung. Ein guter Kamerad muß das sein. Dabei zukunfts- und zielbewußt, voller Ernst und Eifer, wo es um Kampf- und Problemgestaltung geht. Der geborene Sturmabteilungsführer, der immer wissen wird, wie er seine Leute zu nehmen hat. Man halt m der Partei viel van ihm. . , , c
„Es ist nicht ratsam, das Material in ihrem Kaffer mitzuführen."
,2liis technischen Gründen auch nicht möglich. Platzmangel." .
Kurze Beratung. Dann ist der Ausweg gefunden. Doch davon darf ich hier, nicht berichten.
Beim Anblick einer Litfaßsäule fallt mix mein gestriger Entschluß ein. Ich wollte ja Dollfuß photographieren.
Also raus aus dem Wagen. Aber wir sind im Regierungsviertel. An jeder Straßenecke steht em „Wachmann".
Mißmutig steige ich wieder ein.
Am Schwarzenberg-Platz ist ein wunderschöner Wasserkunst-Brunnen. Im Hintergrund das Schwarzenberg-Palais. Ich habe einen Einfall.
Mein Pg. am Steuer will sich totlachen. Dis Sache ist so recht nach seinem Herzen.
Ich also raus aus dem Wagen, den Apparat m der Hand und hinüber zu dem Wachmann.
„Mister policeman, may I....“ Hier bleibe ich hilflos stecken, denn ich weiß nicht, was — Photo- gradieren - auf Englisch heißt. Also ziehe ich mich rasch aus der Klemme, indem ich gebrochen deutsch weiterspreche. M
„Darf photographiert werden auf diesem Platz? Ich weise auf die Anlagen und das Palais.
Das glückhafte Schiff „Rheinpfalz" mit den Wappen der einzelnen Ortschaften vor dem Kaiser-Wilhelm Denkmal am Deutschen Eck. __________
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/ J .Lttiood’ qireife
5 feste
Der R ü h r e r auf der Tribüne bei der Kundgebung am Bückeberg. Am Rednerpult: Reichsernährungs. 3 ’ Minister Darr4. Links: Reichswehrmini,t-r Generaloberst non Blomberg.
Ein Volk — ein Reich.
Tatsachenbericht von einer Fahrt durch das deutsche Oesterreich.
Bon Udo Wolter.
nicht einWafen iit sich klar.
Olrens sM gen wMr si chrem ch W, sehr freuen.
er sommersüber als
1 wie sie ihm ab uri Men seiner kleinen ck bald schön kleiden, :,’en machen und die
1 Allerschönste war, sie durfte ihm gehören^ ’.u’ammcn ausnehmcn" )uld glaubten.
folgt!
UM eine fast aussichtslos erscheinende Rettung aus der tödlichen Umklammerung der unendlichen Glel- scherwüsten und Schollenfelder von Grönland.
Dieser Kampf ist mit einer außerordentlichen Dramatik geschildert in all seinen zermürbenden Einzelphasen: die wahnwitzige lleberquerung des Fjords von Eisscholle zu Eisscholle; ine Schollenfahrt mit der Strömung ins offene Meer ymaus zwischen riesigen Gletschern hindurch, die mit Donnergetöse „kalben" und in sich Zusammenstürzen, der Kampf gegen den Hunger, gegen die Baren, gegen die lawinenhaft herabprasselnden Eisschollen und gegen den langsam ausbrechenden Polarwahnsinn; die verzweifelten Versuche, mit einem Heinen und schwachen Funkgerät — SOS! SOS! — Verbindung mit Europa zu bekommen und Rettung herbeizurufen durch den Aether; die verunglückte Landung eines zu Hilfe kommenden Fliegers, der die Expeditionsteilnehmer endlich entdeckt hat als winzige dunkle Pünktchen in der Unendlichkeit des weihen Schweigens —: das alles ist von Dr. Arnold F a n ck (man kennt ihn von fernen Hochgebirgsfilmen her) mit einer ungewöhnlichen und oft bewundernswerten Energie erfaßt worden. Die erregende Dramatik und die von Szene zu Szene überspringende Spannung der Handlung setzt sich in Bilder um, die in Aufnahmetechmk und Schnitt von vorbildlicher Klarheit und Schönheit sind. Dieser photographischen Leistung steht eine Schärfe und PräAion der Tonübertragung zur Seite, die umso hoher einzuschatzen ist, je mehr Vergleichsmöglichkeiten aus der neueren und aller- neuesten Produktion herangezogen werden können.
Auch darstellerisch steht der Film auf einem erfreulichen und sehr gleichmäßigen Niveau. Die einzige weibliche Rolle in diesem männlichen und von Männern ausgetragenen Schauspiel hat Leni Riefe n st a h I, die sich in ihren früheren Filmen hinreichend für derartige Aufgaben qualifiziert hat Das Veste an ihrer Leistung ist gerade dies, daß sie aus schauspielerische Wirkung so gut rote oolhg verzichtet und sich gefaßt und verhalten in die kleine Gemeinschaft der wortkarg und entschlossen kämpfenden Männer einordnet, die behaupten sich, lauter scharf umrissene Köpfe und Gestalten, spar- sam in Wort und Gebärde, in den erdrückenden Ausmaßen der grenzenlosen Polarlandschaft: Gustav D i e ß l, Sepp R i st, Gibson G o w l and Max Holsboer und Walter R i m l. Und U d e t, der wiederum eine fliegerische Paradeleistung vorfuhrt und seine Maschine mit unheimlicher Präzision in haarscharf bemessenen Kurven über Gletscher, Eisberge und Schollenfelder dahinrasen latzt. —
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Idyll in Nigeria.
Das Hochland von Nigeria hebt sich deutlich über dem niedrigen Streifen des Sumpsgebietes am Horizont der Küste Westafrikas ab. Auf diesem Tafelland, das an einigen Stellen ein Höhe von über 1300 Metern erreicht, liegt einer der reizendsten Orte der Welt, Jos, der Brennpunkt der Erwerbstätigkeit, die sich an vielen verstreut liegenden Plätzen in dieser Gegend abspielt. In Jos hat jeder Eingeborene sein Stückchen Garten zwischen Felsgeröll. Dieser romantischen Felslcmdschast schmiegen sich ihre Behausungen an. An den Hängen sind Obstgärten, in denen stolze Bäume ihre weitausladenden Aeste zur Erde neigen.
Hier wohnen die Paganen. Sie sind genugsam und finden Geld langweilig, es fei denn, daß sie es zum Schmuck benutzen. Ihre Kleider pflücken sie von den Bäumen, was sie allerdings auch nur tun, wenn sie einen Ausgang vorhaben. Sie pflanzen ihren eigenen Tabak und tragen ihn zusammen mit ihren Pfeifen in einem kleinen Beutel. Das erscheint ihnen nun einmal unumgänglich notwendig, weil die Natur sie nicht bei ihrer Geburt mit einem solchen Aufbewahrungsort für Tabak und Pfeife versehen hat. Neben diesem Beutel führen die meisten Männer dieses friedfertigen Stammes auf ihren Spaziergängen einen Speer mit sich für den Fall, daß ihnen unterwegs ihr Frühstück begegnen sollte. Einige haben sogar noch Pfeil und Bogen. Gegen Abend sucht der Pagane seine Behausung auf, und wenn er feine bisherige nicht findet — was leicht Vorkommen kann, denn die Hütten sehen sich ähnlich wie ein Ei dem anderen —, baut er sich eine neue. Er braucht Ja nur eine einfache Lagerstatt, keine Bettdecke und — welche Wohltat in Afrika — kein Moskitonetz. Herr und Frau Pagan werden sich aber ein Feuer anzünden, das
„SOS Eisberg."
Süddeutsche Uraufführung im
Lichtspielhaus Gießen.
Mit einer Festvorstellung brachte das Lichtspielhaus gestern abend die süddeutsche Uraufführung des großen Grönland - Expeditionsfilms „SOS Eisberg" der Deutschen Universal - Film- AG. heraus; er wurde mit Unterstützung der dänischen Regierung unter dem Protektorat des bekannten Polarforschers Knud R a s m u s se n unter der Regie und Expeditionsleitung von Dr Arnold Fanck gedreht. Mit diesem Film hat sich die deutsche Produktion eines Stoffes bemächtigt, der zuvor nur selten großzügig aufgegriffen und angefaßt wurde und dennoch, wie man sieht, gerade jur eine filmische Gestaltung erstaunliche Möglichkeiten bietet.
Die Geschichte der Pölarexpeditionen bietet — durch die Jahrhunderte hindurch bis in die jüngste Gegenwart hinein — eine Fülle heroischer Abenteuer, übermenschlicher Leiden und erschütternder Katastrophen im ewigen Eis. Niemand, der diesen Film sah, wird sich der schisierzlichen Erinnerung an die Expedition Wegeners haben entziehen können; Dr. Fritz L o e w e und Dr. Ernst Sorge, zwei Mitarbeiter und Kameraden des im Grönlandeis umgetommewien Gelehrten, haben als wissenschaftliche Berater im Regiestab mitgewirkt. Es handelt sich aber nicht um eine Chronik oder um den nach- gestalteten Bericht bereits historisch gewordener Ereignisse im Polarkreis, sondern um eine aus der Phantasie geborene Handlung, die freilich in der harten Realistik ihrer Gestaltung oft genug wie ein dokumentarischer Bil> Bericht anmutet.
Was hier im Film geformt wurde, ist die heroische Ballade einer unglücklichen Expedition, die knappe und sachliche Darstellung des verzweifelten Kampfes weniger Männer gegen die übermächtigen Naturgewalten und gegen ihr in Gemeinschaft getragenes Schicksal am Rande der Welt, in der Unendlichkeit einer arktischen Landschaft aus Eis und Wasser und Himmel. Es wird, in knappen Bildern, geschildert, wie ein paar Männer mit einem Schlitten und einem Hund sich aufmachen, um einen verschollenen und längst totgeglaubten Kameraden zu retten, dessen im Eis aufgefundenes Tagebuch ihnen die Richtung weist und ihre längst gesunkenen Hoffnungen wieder nährt.
Sie finden ihn auch, noch lebend, obwohl halb erfroren und am Ende seiner Kraft; aber nun beginnt erst der heroische Kampf auf Leben und Tod
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