Ausgabe 
3.10.1933 Frühausgabe
 
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Nr. 231 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Dienstag, 3. Oktober 1955

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Eine abendliche Huldigung für den Marschall - Präsidenten.

Der Kanzlei- feiert das Bündnis vom 30. Januar.

Des Reichspräsidenten Geburtstagsfest

Reichskanzler Adolf Hitler besucht den Feldmarschall in Reudeck.

Die Reichshauptstadt feiert den Geburtstag des Reichsoberhaupts. Ein Heer von Gratulanten im Präsidentenpalais. - Geburtstagsparade des Wachtregirnents vor dem Reichswehrminister.

spricht in seinem Glückwunschschreiben die tiefe Dank* barkeit der Stadt Königsberg für den hochverehrten Ehrenbürger, den Retter aus Kriegsnot und Für- derer in der Nachkriegszeit aus, besonders aber die Freude, daß die bewundernswerte Tatkraft des Reichspräsidenten durch den Entschluß vom 30. Ja­nuar 1933 Ostpreußen und seine Hauptstadt und damit das gesamte deutsche Vaterland zum zweiten Male vor dem Untergang bewahrt habe. Der Lan­deshauptmann der Provinz Ostpreußen tele­graphierte: Am heutigen Tage gedenkt die Provinz Ostpreußen mit besonderer Dankbarkeit ihres großen Sohnes.

Oer Reuyorker Stahlhelm feiert Hindenburg.

Der Reichsbauernführer und Reichs­ernährungsminister R. Walter D a r r & hat an den Herrn Reichspräsidenten folgendes Telegramm ge­richtet:Nom ersten Deutschen Erntedanktag sende ich d e m H ü t e r ü e u t s ch e r Scholle im R.arnen des geeinten Bauerntums die Grüße der deutschen Bauern als Ausdruck gemeinsamer Verbundenheit im Kampf um Blut und Boden, (egz.) R. Walter Darr6." _.. . , ,

Der preußische Ministerpräsident Goring hat dem Herrn Reichspräsidenten zu seinem 86. Ge­burtstage telegraphisch die verehrungsvollsten Glückwünsche der preußischen Staats­regierung ausgesprochen. Ferner hat Minister­präsident Göring ein persönliches Glück­wunschschreiben an den Herrn Reichspräsiden­ten gerichtet.

Oer Stahlhelm an sein Ehrenmitglied

Berlin, 2. Okt. (TU.) Reichsminister Franz Seldte, der Gründer des Stahlhelms, hat anläß-, lich des Geburtstages an den Reichspräsidenten ein Glückwunschtelegramm nachstehenden Inhaltes ge­sandt:Dem Herrn Generalfeldmarschall, dem Ehrenmitglied des Stahlhelms, sende ich zu seinem Geburtstage ehrerbietigste Glück­wünsche. Möchten Sie, Herr Generalfeldmarschall, als unser Soldatenvorbild, sich noch er­freuen können an > r Wiedererstarkung deutschen Wehrwillens im Geiste alten Soldatentums.

(Gez.) Franz Seldte."

Oer Geburtstagsmorgen.

Neudecks Schulkinder und Hofleute begrüßen ihren Gutsherrn.

Neudeck, 2. Okt. (WTB.) In bewundernswer- ter geistiger und körperlicher Frische begeht au seinem Stammsitz Neudeck der Reichspräsident und Generalfeldmapschall von Hindenburg seinen 86. Geburtstag zum ersten Male im neuen Deutschland der nationalen Erhebung.

Ueber Haus Neudeck liegt auch heute an einem prächtigen ostpreußischen Frühherb, tmorgen der gewohnte ländliche Friede. Kurz nach 9 Uhr er- schienen als er sie Gratulanten die Sch ul- k l n d e r des Gemeindeoerbandes. Der Reichspräsi-

Truppe statt, der der Reichswehrminister General­oberst von Blomberg beiwohnte. Pünktlich um 12 Uhr rückten die Soldaten unter den Klängen ihrer Kapelle aus den Platz. Kurze Befehle ertönten und die Truppe nahm Paradeaufstellung. Reichs­wehrminister von Blomberg schritt dann die Parade­front ab und richtete eine kurze Ansprache an das Wachtregiment. Der Reichswehrminister brachte dann aus den obersten Befehlshaber der deutschen Wehrmacht, den Präsidenten des Deutschen Reiches, Generalfeldmarschall von Hindenburg, ein Hurra aus, das von den Soldaten begeistert ausgenommen wurde. Die Kapelle intonierte die Deutschlandhymne und das Horst-Wessel-Lied. Unter den Klängen des Präsentiermarsches erfolgte dann der Vorbei­marsch der Truppe vor dem Reichswehrminister. Nach der Parade marschierte die für diesen Tag be­sonders verstärkte Wache mit klingeydem Spiel z u r Ehrenwache am Ehrenmal Unter denLin - den. Am Ehrenmal spielte die Kapelle das Deutsch­landlied und das Horst-Wessel-Lied, während tue angetretenen Ehrenwachen das Gewehr präsentierten.

Glückwünsche Ostpreußens an seinen CReffcr.

Königsberg, 2. Okt. (WTB.) Namens der ostpreußischen Wehrmacht richtete der Befehls­haber des Wehrkreises I Generalmajor v. Brau- ch i t f ch an den Reichspräsidenten zu seinem 86. Ge­burtstage ein Glückwunschschreiben. Der Ober- bürgermslster der Stadt Königsberg

Oie Glückwünsche

-er Wehrmacht.

Berlin, 2. Okt. (WTB.) Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg hat an den Herrn Reichspräsidenten zur Vollendung seines 86. Ge­burtstages folgendes Glückwunschtelegramm ge­sandt:

Hochverehrter Herr Generalfeldmarschall!

Wenn Sie, hochverehrter Herr Generalfeldmat­schall und Reichspräsident, heute das 86. Lebensjahr Ihres an Arbeit und Erfolgen gesegneten Lebens vollenden, so wird Sie der Jubel eines dankbaren Volkes begrüßen, dem Sie durch die Berufung der Regierung Hitler den Glauben an ein einiges, von nationalem Wollen durchglühtes Vaterland wie­dergegeben haben. In der vordersten Reihe der Dankbaren steht die Wehrmacht, die sich heute wieder mit Stolz der Waffenträger einer geeinten Nation nennen kann.

Die aufrichtigsten Glückwünsche von Heer und Flotte Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, als dem Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht und dem er st en Soldaten des Reiches zum Ausdruck zu bringen, ist mir Pflicht und auf­richtiges Bedürfnis.

Sie sind uns Symbol einer stolzen Vergangenheit, Sie waren uns Führer in schwer st er Zeit und haben uns den Weg in eine starke deutsche Zukunft gewiesen. Die Wehrmacht kann ihrem verehrten Oberbefehlshaber nicht besser danken als durch ihre Treue und die stete Erfüllung ihrer Pflicht.

Das sei unser Gelöbnis zum heutigen Tage!

In tiefster Verehrung habe ich die Ehre zu sein Ihr, Herr Generalfeldmarschall, gehorsamster

(gez.) v. Blomberg.

O?r Gl ckwunsch der SA.

zu Hindenburgs Gevurts ag.

B e r l i n , 30. Sept. (CNB.) Der Chef des Stabes der SA. Röhm übermittelte dem Reichspräsiden­ten von Hindenburg zu feinem 86. Geburtstage folgenden Glückwunsch:

Dem Generalfeldmarschall des gro­ßen Krieges entbieten die kämpferischen Wil­lensträger der deutschen Revolution zum 86. Ge­burtstage ihren Glückwunsch und Gruß. Unter seinem Befehl kämpften 1914 bis 1918 die deutschen Heere siegreich wider eine Welt von Feinden, bis marxistischer Verrat ihnen die Waffen zerbrach. Als Reichspräsident stand er als Hüter des besten Erbes der alten Zeit an der Schwelle des neuen Deutschland, über die wir die Fahnen der deutschen Freiheit auf die Zinnen des Staates trugen. In ihm grüßen wir das Deutschland derEhre undFreiheitundKraft, dessen bestes Vermächtnis zu pflegen uns heiligste Auf­gabe ist. , ..,

(gez.) Ernst Rohm, Ehef des Stabes der SA., SS. und des

Stahlhelms.

Neuyork, 2. Okt. (WTB.) In Gemeinschaft mit dem Bund der Freunde des neuen Deutschland veranstaltete der Stahlhelm, Ortsgruppe Neuyork, eine Feier zu Ehren des Geburtstages des Reichspräsidenten v. Hin­denburg. Unter den zahlreich Anwesenden befanden ich auch viele amerikanische sowie ukrainische Kriegsteilnehmer. In Ver­tretung des Generalkonsuls sprach Dizekonsul Rei­chel Worte des Dankes an den greifen Schirm­herrn des deutschen Vaterlandes. Er schilderte den Wiederaufbau Deutschlands unter der Reichskanz- lerfchaft des Führers Adolf Hitler und dankte allen deutschen Organisationen in Amerika für ihre tat­kräftige Mitarbeit, um die amerikanische Oefsent» lichkeit über die wahre Bedeutung der nationalen Erhebung im Reich und des nationalen deutschen Gedankens überhaupt aufzuklären. Der Vorsitzende des Bundes der Freunde des neuen Deutschland Spanknöbel entwarf ein Bild Dort der über­ragenden Persönlichkeit Hindenburgs. Dadurch, daß der greife Feldmarschall den durch Handschlag be­kräftigten Bund mit dem Führer der Volksbewe­gung geschlossen habe, fei er zum Mitbegrün- b e r b e s neuen Deutschland geworden. Das Deutschtum in Amerika werde im gleichen Geist xur starken Erneuerung in treuer Pflichterfüllung schreiten.

Dank für die Durchführung des deutschen Erntedanktages

Berlin, 2. Okt. (WTB.) Die K u n d g e b u n g der deutschen Bauern auf dem Bücke­berg bei Hameln anläßlich des Deutschen Ernte­danktags hat in einem bisher noch nicht dage­wesenen Ausmaß das deutsche Bauerntum ver- einigt und ein machtvolles Bekenntnis öes deutschen Bauern zum national«. sozialistischen Staat dargestellt. Eine Kund­gebung derartigen Ausmaßes kann nur durch vor­bildliche Zusammenarbeit aller amtlichen und nichtamtlichen Stellen ermöglicht werden. Ihnen soll hiermit dafür besonderer Dank ausge- k sprachen werden. Insbesondere haben die Führung des deutschen Bauerntums, die Reichswehr, dis Polizei, die Reichsbahn, die Reichspost und die ort- lichen Verwaltungsstellen in vorbildlicher Weise mit allen Organisationen und Formationen der natio­nalsozialistischen Bewegung zusammengearbeitet. Am Gelingen der Kundgebung haben weiterhin in , anerkennenswerter Weise die an der techni­schen Ausgestaltung der Kundgebung Beteiligten mitgewirkt. Besonderer Dank und Anerkennung gebührt jedoch den Männern des Ar­beitsdienstes, die in aufopfernder Arbeit bei Tag und Nacht die technischen Voraussetzungen zum Ge­lingen der Kundgebung geschaffen haben.

Schließlich sei auch allen denjenigen Dank aus- gesprochen, die im ganzen Reich zu ihrem Teil mit dazu beigetragen haben, denDeutschen Erntedank- tag 1933'? z u einem machtvollen Bekennt- nis des deutschen Volks zu seinem Bauern- tum zu gestalten.

Der Deutsche Erntedanktag ist durch das Zu­sammenwirken der neuen Volksgemeinschaft in Stadt und Land zum größten Symbol der Wieder­vereinigung des gesamten deutschen Volks geworden.

Walter Darr6, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft.

Dr. Goebbels,

Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda.

Wichtige Ergänzungen zum Gesetz gegen Verrat der deutschen Volkswirtschaft.

Steuerstrafe darf nicht zum wirtschaft­lichen Erliegen führen.

Berlin, 2. Okt. (Vdz.) Der Reichsfinanz-, der Reichswirtschafts- und der Reichsjuftizminisler haben eine gemeinsame zweite Durchführungsver­ordnung zum Gesetz gegen den Verrat der deutschen Volkswirtschaft erlaßen. Darin werden vor allem Erleichterungen gewährt für die Nachzahlungspflicht, die das Volksverratsgefetz bei solchen Vermögen vor­sieht, die der Steuerpflicht bisher entzogen wurden. Der Steuerpflichtige, so wird bestimmt, kann ver­langen, daß zu wenig gezahlte Steuern, die das Vermögen, den Ertrag, das Einkommen oder den Umsatz treffen, nur insoweit nach er hoben werden, als sie auf die Zeit feit dem 1. Jan u a r 19 30 entfallen. Ein Steuerpflichtiger kann ,edoch auch verlangen, daß das Finanzamt einen Pau­schalbetrag festsetzt, durch dessen Entrichtung der Steuerpflichtige seiner Nachzahlungspflicht em- schließlich der Zinspflicht genügt. Dieser Pauschal­betrag darf nicht höher sein als 40 o.S> des Wertes, den das angezeigte Vermögen für das Steuern verkürzt worden sind, bei Beginn oeS

Mit einer durch ihre Schlichtheit tief ergreifenden Kundgebung der SA., SS. und St. im Park von Neudeck hat abends die Geburtstagsfeier ihren Höhepunkt erreicht. Vor der Schloßterraffe sammel­ten sich die Formationen in dem Park, dessen dunk­ler Wald durch den Schein von tausend Fackeln erleuchtet war. Dann trat der Reichspräsi­dent in großer Uniform an die Brüstung und blickte lange auf die braunen, schwarzen und grauen Kolonnen, auf die Fahnen, die dem Feldmarschall an seinem Ehrentag den Gruß des erwachten Deutschlands entboten.

Ein kurzes Kommando: Der SS.-Brigadeführer Lorenz hält an Stelle des Oberpräsidenten Koch, dessen Ankunft sich durch schlechtes Flugwetter ver­zögerte, eine kurze markige Ansprache, die mit dem Wunsch schloß, daß der Reichspräsident dem deut­schen Volk noch viele Jahre erhalten bleiben möge. Der Brigadeführer bringt ein dreifaches Hoch auf den Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall aus. Dann antwortet der Reichspräsi­dent mit kräftiger, ohne Lautsprecher weithin hör­barer Stimme. Er dankt den vor ihm aufmarschier­ten Soldaten des alten und jungen Deutschlands für ihre Treue zum Vaterland und bringt ein drei­faches Hurra auf das deutsche Vaterland aus. Laut braust aus tausenden jungen Kehlen der alte sieg­reiche Ruf empor. Unter den Klängen des Prasen- tiermarsches marschieren dann die Fahnen auf, und der Vorbeimarsch beginnt.

Es war ein unvergeßliches Bild, eindrucksvoller als manche Massenkundgebung, wie unter leuchten­

den Fackeln die braunen, schwarzen und grauen Kolonnen durch den grünen ostpreußischen Wald an dem Retter dieses heißumkämpften Landes vorüberzogen, wie der Feldmarschall immer wieder grüßend die Hand an die Mütze hob, während hin­ter ihm unter den Gästen der Kanzler stand, der Deutschlands innere Freiheit erkämpfte. Als der Vorbeimarsch beendet war und die Marsch­musik in der Ferne verklang, trat der Reichspräsi­dent noch einmal an die Rampe, um sich mit einem väterlichenGuten Abend allerseits" von der Menge zu verabschieden.

Im Schloß fand dann ein Essen statt, an dem außer dem Reichskanzler und den in Neudeck an­wesenden Verwandten des Reichspräsidenten u. a. Oberpräsident Gauleiter Koch, Brigadeführer Lorenz, Regierungspräsident Büdding- Ma- rienroerber, Kammerherr v. Oldenburg-Janu- schau unb eine Reihe von alten Militärs unb jun­gen Führern ber SA. unb SS. teilnahmen. Der Reichskanzler hielt bie Tischrebe. Er feierte ben Feldmarschall als ben Mann, ber bem beutschen Volk roieber Freiheit unb Ehre gegeben habe unb gab bem Wunsch Ausbruck, mit ihm zusammen noch recht viele Jahre zum Wohl bes beutschen Volkes arbeiten zu können. Der Reichspräsibent bankte in sichtlicher Ergriffenheit unb gab seinerseits feiner Freude über die aufrichtige Zusammenarbeit nut Adolf Hitler Ausdruck. Der Reichskanzler hat bann um 22 Uhr Haus Neubeck im Kraftwagen verlas­sen unb sich zum Grasen Dohna nach Flnkenstein begeben, wo er übernachtete.

denk, ber einen außerordentlich frischen unb gesun- ben Einbruck machte, erschien in Begleitung seines Sohnes auf ber Terrasse bes Hauses. Nachdem bie Kinder ben Reichspräsibenten mit bem Choral Lode ben Herren^ begrüßt hatten, hielt ber Lehrer eine kurze Ansprache. Der Reichspräsibent sprach barauf einige Dankesworte, in benen er feiner Hoffnung auf bie heranwachsenbe beutsche Iugenb Ausbruck gab. Hinbenburg schloß mit einem Hoch auf bas beutsche Vaterlanb. Anschließend würben bie Schulkinber vom Reichs­präsibenten mit Schokolabe bewirtet.

G^gen 9.30 Uhr nahm ber Reichspräsibent eben­falls auf ber offenen Terrasse bie Glückwünsche seiner Inspektoren unb Hofleute, so­wie ber Vertreter ber Gemeinbe entgegen. Der Reichspräsibent richtete an jeben einzelnen einige persönliche Worte. Die Inspektoren erhielten zum Andenken an ben Tag Eichenstöcke mit bem silber­nen Namenszug .Hindenburg".

Der Kanzler trifft in Wed ein.

Marienburg, 2. Oft (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler traf um 13.40 Uhr auf dem Flugplatz in Marienburg ein, wo ein größeres SS.-Aufgebot Aufstellung genommen hatte. In fei­ner Begleitung befanden sich der Reichspressechef

und mehrere SS.-Führer. Der Kanzler begrüßte die zu feinem Empfang erschienenen Führer, darunter den Staatsrat Grafen Dohna-Finken- ft e i n, in dessen Begleitung er auch die Weiterfahrt über Finkenstein nach Neudeck antrat, wo er gegen 18 Uhr eintraf. In der Begleitung des Reichskanzlers befand sich der Führer der SS.- Brigade Danzig-Westpreuhen Lorenz. An der Einfahrt von Neubeck hatten bie SS.-, SA.- unb Stahlhelm-Abordnungen aus bem Kreis Rosenberg Aufstellung genommen. Eine große Menschenmenge, bie währenb bes ganzen Nachmittags auf bie An­kunft bes Führers gewartet hatte, bereitete ihm einen begeisterten Empfang. Unter bem Jubel ber Menge fuhr ber Kanzler zum Schloß, um bem Reichspräsibenten feine Glückwünsche auszusprechen.

Der Besuch bes Kanzlers trägt ausgesprochen persönlichen Charakter, politische Kombinationen, bie verschiebentlich an ben Besuch bes Kanzlers geknüpft worben finb, finb völlig gegenftanbslos. Unter ben Geburtstagsgästen befinben sich keine politischen Persönlichkeiten, auch Staatsfekretär Meißner ist zur Zeit nicht in Neu­beck anwesenb. Der Besuch bes Reichskanzlers am heutigen Tag wirb in Neubeck als Zeichen ber herz­lichen, menschlichen Verbunbenheit zwischen bem Felbmarschall unb bem Volkskanzler empfunben unb wärmstens begrüßt.

Berlin, 2.Okt. (WTB.) Obwohl auf Wunsch bes Reichspräsidenten von besonderen Festlichkeiten aus Anlaß seines 86. Geburtstages abgesehen wor­ben ist, zeigt bie Reichshauptstadt reichen S ag- aenschmuck. Bereits in ben frühen Vormittags­stunden hatte sich eine unübersehbare Menschen­menge in der Wilhelm-Straße eingefunben, um bie Ereignisse, bie sich in Berlin zu Ehren des Reichs­präsidenten abwickeln, aus nächster Nahe zu deob- 0C2ieeichspost hat wieder einen Sonderdienst einrichten müssen. Bereits gestern und heute sind mit der ersten Post a n n ä h e r n d 3 00 0 G luck- wunschschr eiben in ber Wilhelmstraße einge­gangen. Der größte Teil ber postalllchen Sendungen mehr als im Vorjahre, ging jebod) nach Schl Neubeck, so baß dort eine Extraleitung für bie antommenben Telegramme gelegt werben mußte.

Fast alle Vertreter ber ausländischen Staaten, Per- önlichkeiten der Politik unb Gesellschaft der Wirt- chast unb bes Handels, der Kunst unb ber Wissen- chaft finb im Reichspräsidentenpalais erschienen, um ihre Karten abzugeben unb sich m bas Gästebuch ein- zutragen. Mehrfach marschierten Ehrenabordnungen der SA. unb SS. von Berlin-Brandenburg mit ihren Standartenkapellen am Präsidentenpalais im Paradeschritt vorbei.

Eine besondere Ehrung wurde dem Reichspräsi- denten durch das B e r l i n e r W a ch t r e g i m e n t bereitet. Auf bem weiten Uebungsplatz der Kaserne in der Rathenower Straße fand eine Parade dieser