Ausgabe 
3.8.1933 Frühausgabe
 
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Geschichten aus aller Welt

richtig".

Tic Bärenjagd.

Aus der Provinzialhauptstadt

künftig monatlich aus

Abweichend von den bisherigen Bestimmungen kann oom 1. August an jeder Abschnitt des Derbilligungs- scheines schon beim Kauf von mindestens einem halben Pfund der für die Verbilligung in Frage kommenden Waren in Zahlung gegeben

Tagung des AG.-OeutschenZuristen- hundes,Gau Hessen.

werden.

Vorläufig keine weitere Gebühren­senkung bei der Reichspost.

Der Reichsverband des deutschen Handwerks hat sich in einem Schreiben an den Reichspostminister gewandt mit der Ritte, aus die kürzlich durchgeführten Erleichterungen im Fernsprechverkehr auch diePostgebühren- Senkung folgen zu lassen. Der Reichspost­minister erwiderte hierauf, daß sich über die am l. August in Kraft getretenen Gebühren­ermäßigungen hinausgehende Wünsche nach einer weiteren Senkung der Postgebühren leider zur Zeit nicht erfüllen liehen. Eine solche Senkung der Postgebühren liehe sich nur schrittweise und immer nur insoweit durchführen, als das finan- zielle Gleichgewicht im Haushalt der Deutschen Reichspost gewahrt bleibt. Die Deutsche Reichs­post sei bereit, im Rahmen des für sie wirt­schaftlich Tragbaren für den Verkehr Verbil­ligungen und Erleichterungen äu schaffen, und he bäte dies in den letzten Jahren durch Bereit, stellung von weit über 100 Mill. Mk. für Ge­bührenermäßigungen bewiesen. Sie werde auch künftig durch Senkung der Gebühren und V e - teiligung am Arbeitsbeschaffungs- vroaramm die Vestrebungen der Rerchsregle- rung auf Delebung der Wirtschaft nut allen Kräften unterstützen.

Bordschwelle und wartet. Nachdem die braven Blumenfrauen noch einen letzten zufriedenen Blick aufihren" guten Alten geworfen haben, gehen sic wieder zu ihren bunten Ständen zurück, als wäre nichts geschehen. n v

Die Blumenfrauen am Potsdamer Platz sind

WSR. Dad-Rauheim, 2. Aug. Der Gau Hesse'.', des RSD2V. hielt dieser Tage unter dem Vorsitz des stellvertretenden Gauobmanns Rechts­anwalt Klein, Darmstadt, hier eine Tagung ab, die von etwa 150 hessischen Juristen aller De- russarten (Ministeriaibeamten, Verwaltungsbe­amten, Richtern, Rechtsanwälten, Rotoren und Wirtschaftsjuristen) besucht war.

Den Mittelpunkt der Tagung bildete der Vor­trag des Pg- Landgerichtsrat Dr. Kraell, Darmstadt, überRationalsozialismus und Recht". Der Vortragende umriß in scharfer, klarer und erschöpfender Weise die Aufgaben, die sich dem neuen Staat auf dem Gebiete der Gesetzgebung und Rechtsprechung bieten. 11. a. wurden dabei folgende Forderungen erhoben:

Fremdkörper des Rechts (Reste des römischen Rechts) müssen aus der deutschen Gesetzgebung entfernt werden, soweit sie mit dem Rechtsbewußtsein der neuen Volksgemeinschaft in Widerspruch stehen. Verwischte Rechtsbegriffe müssen wieder klar herausgehoben werden, andere müssen einen Inhalt bekommen, wie z. B. das Privateigentum, das als solches erhalten bleibt, jedoch die Der-

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Brief sich nur verlaufen hatte...

Ganz kleines Erlebnis amPotsdamerPlatz.

(rt.) Berlin.

Neben saufenden Autos, klingelnden Elektrischen und knatternden Motorrädern geht ein alter Mann auf dem Fahrdamm, nahe der Bordschwelle, vor­wärts und zieht einen kleinen Handwagen etwas mühselig hinter sich her. Der Trubel, der in den Nachmittagsstunden auf dem Potsdamer Platz herrscht, verschluckt diesen einsamen Fußgänger auf dem glatten Asphalt. Niemand achtet auf ihn.

Plötzlich, an der Omnibus-Haltestelle, fällt er um. Hilfsbereite Menschen heben ihn auf und tragen ihn zu einer Bank, die in der Nähe steht. Nach einer kleinen Weile schlägt der alte Mann die Augen auf, der Ohnmachtsanfall ist überwunden. Ihm ist ein wenig ängstlich zumute, weil so viele fremde Men­schen ihn ansehen. Aber dann erzählt er, leise und stockend, daß er nur umgefallen fei, weil er den ganzen Tag noch nichts gegessen habe.

Kaum haben die Blumenfrauen, die dort ihren Stammplatz haben, das gehört, da laufen sie schon, eine nach der anderen, zu ihren bunten Ständen und holen, was sie nur greifen können: eingepackte Stullen", Thermosflaschen mit Kaffee und Tee. Neben dem hungrigen Alten häufen sich die Berge der guten Gaben. Er nimmt abwechselnd einen Schluck aus dieser und jener Flasche, beißt dann munter in die Stullen und das schmeckt ihm ...

Inzwischen steht der Handwagen verloren an der

Wie das VDZ.-Büro mitteilt, stellt der Reichs- arbcilsminifter in einem Rundschreiben an die Lan­desregierungen fest, daß die Ausgabe eines Reichs- verbilligungsscheines für Speisefette für mehrere Monate sich nicht als zweckmäßig erwiesen habe. Die Reichsverbilligungsscheine sollen daher latlich aus gegeben werden, den bisherigen Bestimmungen kann

(br.) Sofia.

In den Gebirgen Bulgariens ist der Bär noch heimisch, obwohl auch er ein seltenes Wild gewor­den ist. Wenn sich der Bär, hiermetschka" genannt, in der Umgegend von Gebirgsdörsern zeigt und ein Stück Vieh zerreißt, gibt es ein großes Hallo: durch den Gemeindetrommler wird der mutige Bursch gesucht, der es mit dem Bären aufnimmt. Unlängst hat sich im Rila-Gebirge eine Bärenjagd ZUgetra- gen, die leicht ein böses Ende hätte nehmen können. Im Dorfe Gowedarzi waren zwei Stück Jungvieh einem Bären zum Opfer gefallen, und die Bauern beschloßen, das Raubtier unschädlich zu machen. Der Bauer Jlieff, im Rufe eines erprobten Jägers stehend, machte sich an die Verfolgung des Baren, bewaffnet mit einem Mannlicher-Karabiner und zwei Schuß Munition! In der Abenddämmerung stellte Jlieff den Bären und gab einen Schuß ab, der den Bären verletzte und zur größten Wut reizte. Der zweite und letzte Schuß des Jägers war ein Versager es gelang Ilie ff aber, vor dem wüten­den Tier zu flüchten. Am nächsten Tage machte sich der Bauer, von zwei jungen Burschen begleitet, auf, um die Fährte des angeschossenen Bären zu Der- folgen. Diesmal war er mit dem Jagdgewehr des Bürgermeisters bewaffnet, jeder der Burschen hatte als Waffe ein Beil und ein Dolchmesser. Es gelang den Dreien, den Bären aufzustöbern, der die Jäger sofort anging. Jlieff legte an, drückte ab aber des Bürgermeisters Flinte erwies sich als völlig untauglich, der Schuß ging nicht los! Jetzt war es zu spät mt einem Tatzenhieb riß der Bar den Jäger zu Boden und begann, feine Wut an ihm auszulassen. Der eine der Burschen, Mirtscho, er­griff die Flucht, der andere aber stürzte sich mit dem Beil aus den Bären und versetzte ihm einen Hieb in den Rücken, woraus der Bär von seinem am Boden liegenden Opfer abließ und sich gegen den neuen Gegner wandte. Der schlug wacker auf den Bären ein, auch Jlieff kam wieder hoch und gab dem fauchenden, brummenden Tier ein paar Hiebe mit dem Beil. Es gelang den Beiden schließ­lich, den Bären regelrecht totzuschlagen. Jlieff hatte 28 und fein Begleiter Rangel hatte 13 Wunden abbekommen, dem Bären dagegen war der Pelz zerfetzt und der Schädel zertrümmert. Am Nach- mittag wurde der totgeschlagene Bär im Triumph ins Dorf geschleppt, es wurde so weit ist man in Bulgarien auch schon tüchtig photographiert und das aufregende Erlebnis im dunklen Rila- Wald wird von der gesamten bulgarischen Pkesie gefeiert.

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(Hk.) Stockholm.

König Gustav von Schweden wurde von seinem Sekretär mit einem sehr süß-sauren Gesicht ge­mustert, als er ihm den Bries überreichte. Aber einen Zweifel gab es kaum, denn der Brief war adressiert anGustav V." und hatte folgenden Wortlaut: , , . . .

Liebling, wir wollen uns heute abend wieder an"der gleichen Stelle treffen, ich habe große Sehn° sucht nach Dir. Es grüßt Dich Deine..."

Der König musterte den Brief verwundert, drehte ihn rechts und drehte ihn links. Das konnte nicht stimmen, der Bries war nicht für ihn. Er hatte keinem Mädchen ein Rendezvous gegeben. Er war ein verheirateter Mann und außerdem König von Schweden.

Dann aber ließ er sich den Briefumschlag geben und sah sich den ganz genau an. Und es ergab sich die erstaunliche Tatsache, daß, von Stempeln oer- deckt, über dem NamenKönig Gustav V. noch ein Name stand, der Name eines Seemannes. Und der Brief war für diesen Seemann bestimmt, der an Bord desKönig Gustav V." fuhr, eines schwe- dischen Schiffes, das gerade im Hafen lag.

Die etwas unsichere Handschrift des kleinen Mäd­chens und die Ungeschicklichkeit eines Postbeamten beim Abstempeln des Briefes ließen dann das Schreiben in den Händen des Königs landen.

Sorgsam wurde der Brief verschlossen, eigen­händig malte der König die Worteaus Versehen geöffnet" darauf, und dann schickte er einen Son- verboten mit dem Brief an Bord des Schiffes, da­mit das Schreiben noch rechtzeitig ankomme.

Dem Kapitän wurde in einem vertraulichen Handschreiben mitgeteilt, daß es den König sehr freuen werde, wenn er dem Seemann, für den der Brief bestimmt sei, heute abend Urlaub gebe.

Der Sekretär hat sein süß-saures Lächeln bei­behalten. Süß, weil die Sache sich doch so niedlich aufgeklärt hatte, sauer, weil es doch interessant ge­wesen wäre, eine königliche Liebesgeschichte mitzu- erlebcn und weil er nicht gemerkt hatte, daß der

Schlierbach: Ph. Roth an Stelle des zurück- getretenen Beigeordneten Breitwieser,

Hering: Landwirt Gg. Hrch. Jllert an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Reeg,

Ulfa: Heinrich Hofmann III. an Stelle des Bei­geordneten Ludwig III., _

Messel: Simon Fröhner an Stelle des aus- scheidenden kommissarischen Bürgermeisters Heß.

Berkach: Philipp Hauff II. an Stelle des zu­rückgetretenen Beigeordneten Philipp Friehl.

Todesstrafe im Lindenfelser Landsriedensbruchprozeh beantragt. Darmstadt, 2. Aug. (WLR.) 3m Linden- elfer Landfriedensbruchprozeh beantragte heute morgen der Staatsanwalt gegen den 34jährigen Ludwig V ü ch l e r wegen Totschlags die Todesstrafe, gegen feinen Vater 3osef Büchler

Aus dem hessischen Staatsdienst entlassen.

Das Personalamt der hessischen Re­gierung teilt mit: Am 26. Juli 1933 wurden auf Nachsuchen aus Anlaß des Ueberganges der staatlichen landwirtschaftlichen Lehranstalten und Aemter an die Hessische Bauernkammer mit Wir­kung oom 1. Juli 1933 aus dem Staatsdienst ent­lassen: Der Direktor des Landwirtschaftsamtes zu Gießen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Gustav Lang, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Mainz, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Johannes Kissel, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Reichelsheim i. Odw., Dr. Otto Lehr, der Direktor des Land­wirtschaftsamts zu Darmstadt, Georg Seeger, Direktor Dr. Philipp Helfert zu Nidda, der Direktor des Landwirtschaftsamtes zu Lauterbach, Fritz Schönheit, der Direktor des Landwirt­schaftsamts zu Michelstadt, Friedrich Wilhelm Strack, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Sprendlingen (Nhh.), Dr. Philipp Rupp, der Direktor des Landwirtfchaftsamts zu Alsfeld, Otto Becker, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Gau-Algesheim, Dr. Adolf Kraft, der Direk­tor des Landwirtschaftsamts zu Friedberg, Wilhelm . Trautmann, der Direktor des Landwirt- schaftsamts zu Heppenheim a. d. B., Dr. Johannes Keil, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Nidda, Dr. Hermann Schad, der Landwirt­schaftsrat beim Landwirtschaftsamt Darmstadt, Georg Schnitzler, der Landwirtschaftsrat bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obst- bau zu Oppenheim, Otto Wenzel in Sprend- lingen, der Landwirtschaftsrat beim Landwirt­schäftsamt zu Alzey, Georg Leonhard, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Gießen, Dr. Kurt flauer, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Sprendlingen (Rhh.), Dr. FriH Bien, der Landwirtschaftsrat beim Landwirrschaftsamt zu Michelstadt Dr. Leo König, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Worms, Dr. Wilhelm Schneider, der Land­wirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Heppen­heim a. d. B., Dr. Fritz Sang, der Landwirt- chaftsrat beim Lndwirtschaftsamt zu Groß-Gerau, Dr Ernst Werner, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Büdingen, Dr. Wilhelm Bäumer, der Landwirtschaftsrat bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Oppenheim, Heinrich Rodrian, der Landwirt- schaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Reichels­heim i. Odw., Hellmuth Nau, der Landwirtschafts­rat beim Landwirtschaftsamt zu Worms, Adolf Oswald, der Landwirtschaftsrat beim Land­wirtschaftsamt zu Groß-Umstadt, Dr. Wipp Kramer, der Landwirtschaftsrat beim Land- wirtschaftsamt zu Heppenheim a. d. B., Albrecht Rabenau, der Studienrat an der HauptsteUe für Pflanzenschutz beim Landwirtschaftlichen Insti­tut der Landesuniversität Gießen, Dr. Hugo Heßler.

Reichsverbilligungsscheine werden nur noch monatlich ausgegeben.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Tie Walfisch-Zcchc.

(em.) Oslo.

Mit Entrüstung berichtet die norwegische Presse davon, daß sich in Oslo ein Betrugssall zugetragen habe, der eigentlich nicht Vorkommen dürfe. Aber die Zeitungen bemängeln dabei nicht so sehr die Unmoral der Betrüger wie die Dummheit des Be­trogenen. Es ist ja auch ungewöhnlich, daß in einem Staate, dessen seefahrende Bevölkerung seit Jahr­hunderten den Walfang betreibt, ein Gastwirt der Hauptstadt Oslo nichts über den Walfang weiß. Hätte er eine Ahnung davon, dann dürfte er das einfach nicht geglaubt haben, als ihm eine Gruppe von Seeleuten echte Walfänger! im Verlaufe einer langwierigen Kneiperei einen jungen Walfisch zur Begleichung der Zeche anboten. Die Walkälber lassen sich nun einmal xnicht bequem vom Eismeer nach Oslo transportieren: man kann sie weder an Bord bringen, noch einfach im Schlepptau des Dampfers hinter sich herziehen. Außerdem weih jeder Walfänger, daß man die jungen Tiere nicht fängt. Man würde ja eine Verdienftguelle der Zu­kunft damit vorzeitig und nutzlos zum Versiegen bringen. Besagter Gastwirt zu seiner Ehre sei gesagt, daß er erst vor kurzem aus den Bergen kam, also ein Binnenländer war hatte allerdings den Schilderungen der Seeleute aufgeregt zuaehört und dem Geschäfte in dem Augenblick begeistert zuge- stimmt, als die Matrosen durchblicken ließen, fämt- liehe Zoologische Gärten der Welt interessierten fick, sehr für Walkälber. Und sie selbst wollten eigentlich ...Aber da ihnen das Geld vorzeitig ausgegangen fei... Jedenfalls zeigte sich der Gastwirt bereit, die Zeche durch den jungen Wal auszugleichen und dazu noch ein Stück Gell» auf den Tisch zu legen. Em paar Mann der Besatzung gingen los und schlepp­ten den Fisch herbei. Sie hatten einen lebenden Dorsch von besonders großem Format erworben, ihn dick mit Rindertalg verkleidet und zeigten ihn nun dem Käufer als den jungen Walfisch, um den ich die Zoodirektoren angeblich rissen. Aber als der Schwindel entdeckt war, hatten die Walfänger den Hafen oerlaffen und so mußte der Gastwirt zum Schaden auch noch den Spott tragen.

König Gustav erhält einen Liebesbrief...

wegen Totschlagsversuchs 15 3ahrc Zuchthaus, sowie gegen beide Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bei dem Sohn auf Lebenszeit, bei dem Vater auf zehn Jahre.

Degen schweren Landfrieden sbruchs lautete der Antrag gegen vier Angeklagte (Adam Unger, Philipp Anger. Johann Maurer und Hans Maurer) auf je acht Jahre Zucht­haus. gegen zwei Angeklagte (Philipp Hach und Johann Katze nm eher) auf je vier Jahre Zuchthaus und gegen den Angeklagten Adam Maurer auf drei Jahre Zuchthaus Wegen (Beteiligung am Landfriedensbruch wurden gegen die Angeklagten Georg Steiner und Johann Schnellbächer je ein Jahr Gefängnis und im übrigen vier Freisprüche beantragt.

Die llrteilsverkündigung in dem Prozeß wegen des Lindenfelser Landfriedensbruchs erfolgt am Samstag um 11.30 Uhr.

Türkische Geschichte.

(BR.) Stambul.

Das ist eine von den vielen Geschichten, die sich das Volk hier zu erzählen pflegt: In Stambul lebte ein glücklicher Mann, der seine Freunde dadurch erstaunte, daß er des Morgens stets als erster in ihrem Stammkaffee erschien, um beim türkischen Kaffee und der Wasserpfeife an beschaulichen Ge­sprächen mit seinen Freunden teilzunehmen. Schließlich befragten ihn seine Freunde, wiewohl er so rasch mit den morgendlichen Obliegenheiten zu Ende wäre, wie Waschen, Beten und Frühstücken, um doch stets vor allen anderen im Kaffeehaus zu sein.Das ist sehr einfach: ich habe vier Frauen, und ihr habt jeder nur eine! Eine Frau bringt mir das Waschwasser, die andere reicht mir das Tuch, die dritte breitet den Gebetsteppich aus, während die vierte das Frühstück vorbereitet!" Dies gefiel den Freunden und jeder nahm sich noch ein paar Frauen ins Haus. Sie tarnen auch alle viel früher ins Kaffeehaus, doch währte es nicht lange und ihre einstige frohe Laune verging. Schließlich stell­ten sie den Freund zur Rede und erklärten, daß das frühzeitige Kaffeehausbesuchen zwar sehr schön fei, daß es aber mit vier Frauen zu teuer erkauft sei. Darauf gab der Freund ruhig zur Antwort: ,Hhr habt mich gefragt, wie ich es fertig bringe, als erster im Kaffeehaus zu sein, ich habe euch auch geantwortet. Hättet ihr mich gefragt, wie es sich mit vier Frauen lebt, so hätte ich euch geantwortet: es lebt sich so, daß man jo eilig wie möglich das Haus verläßt, um sich im Kaffeehaus zu erholen!"

Ter Elefant ist los!

(S. F.) Bombay.

In einem Eingedorenen-Lager im nördlichen In­dien fiel infolge noch ungeklärter Ursache kürzlich ein gezähmter Elefant in seine ursprüngliche Wild­heit zurück. Er riß sich los, rannte trompetend zwi­schen den Zelten umher und jagte Männer, Weiber, Kinder und Tiere in wilde Flucht. Bewaffnete folg­ten ihm, er aber stürmte weiter, riß Zelte ein und Zäune um, und als sich ihm sein Wärter mit er­hobenen Armen entgegenstellte, fegte er ihn, mit dem ihn treueste Freundschaft verband, mit dem Rüssel beiseite, so daß der Wärter bewußtlos zu­sammenbrach. Als der Elefant sah, daß sein Wärter nicht wieder aufstand, blieb er plötzlich stehen, wandte sich um und ging kopfschüttelnd an seinen Stand zurück, vor dem die fünfjährige Tochter des Wärters schlief. Der Elefant faßte zum Entsetzen der vorsichtig folgenden Menschen das Kind mit dem Rüssel und schwenkte es eine Weile hin und her. Dann legte er es behutsam wieder nieder und |ay das Kind, das nun erwacht war und mit ihm, dem alten Bekannten, zu plaudern begann, unverwandt an. Der Wörter erhob sich glücklicherweise bald wieder und er war es, der den Elefanten durch gute Fürsprache vor der Todesstrafe bewahrte.

vjlichtung in sich schließen muß, zum Dienst an der Allgemeinheit bereitzustehen. Die Gesetzgebung muß dem Richter wieder mehr Freiheit lassen, als bisher.

Richt Paragraphen, sondern gesunder Sinn des Richters muß die Grundlage des Urteils fein.

Die Zivilprozeffe müssen beschleunigt und gewisse überflüssige ober schädliche Formalitäten des Pro- zeßwesens beseitigt werden. Das Strastecht muß den Erfordernissen des neuen Staats entsprechend aus­gebaut werden. Der Verbrecher darf nicht mehr als einOpfer der Verhältnisse" auf eine_ milde Be­handlung rechnen, sondern muß die Strenge des Gesetzes in feiner ganzen Schwere erfahren. Dem Strafurteil muß die Vollstreckungauf dem Fuße folgen, um Eindruck auf den Rechtsbrecher zu machen.

Richter und Rechtsanwälte find berufen, ben neuen Gesehen ihren Inhalt zu geben und ver­altete Vorschriften reformieren zu helfen.

Die lang erstrebte Einheit des deutschen Rechts aber ist ein Verdienst des Führers der nationalen Er­hebung, auf den der Vortragende und die Hörer I zum Schluß ein dreifachesSieg-Heil!" ausbrachten.

Sonntagsrückfahrkarten

zu besonderen Veranstaltungen.

In den Tagen vom 4. bis 6. August werden in Kassel die Deutschen H e e r e s m e i ft e r > schäften ausgetragen. Die Reichsbahn gibt aus diesem Anlaß von allen Bahnhöfen im Umkreis von 125 Kilometer um Raffel (einschließlich Gießen) Sonntagsrückfahrkarten aus, die zur Hinfahrt oom 4. August 0 Uhr bis 6. August 24 Uhr und zur Rückfahrt oom 4. August 18 Uhr bis 7. August 12 Uhr Gültigkeit haben.

In den Tagen vom 5. bis 7. August findet in Friedberg ein großes Kavallerietref- f e n statt. Die Reichsbahn gibt von allen Bahn­höfen der Strecken FrankfurtGießen, Gießen Büdingen, Friedberg-^HungenLaubach, Fried- bki-aRiddaSchotten, Dilbel-NordStockheim- Gedern, FriedbergBad Homburg Friedrichsdorf Ufingen, Friedberg-Hanau-Hl.-Ostheim, Frank- furtDarmstadt, FrankfurtMainz und Frank­furtMainz-Kastel Sonntagskarten nach Fried- berg aus. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 5. August 0 Uhr bis 7. August 24 Uhr, zur Ruck- fahrt vom 5. August 12 Uhr bis 8. August 12 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt muß die Rückfahrt ange- treten fein.

Ferner werden Sonntagsrückfahrkarten nach Marburg zum Wieders e.hensfe st der Angehörigen des ehemaligen Kur- hessischen I ä g e r b a t a i 11 o n 3 11 (5. bis 7. August) von allen Bahnhöfen im Umkreis von 250 Kilometer um Marburg ausaegeben. Die Kar­ten gelten zur Hinfahrt oom 5. August 0 Uhr bis 7. August 24 Uhr und zur Rückfahrt vom 5. August 12 Uhr bis 8. August 12 Uhr. Die Fahrkarten wer- den nur gegen die Vorzeigung des Teilnehmeraus- weises aüsgegeben.

Zum 13. Verbandstag der Freiwil - ligen Feuerwehren des Kreises Gie­ßen, der am 6. August In Daubringen statt­findet, werden von allen Bahnhöfen des Kreises Gießen und der Strecke GießenMarburg Sonn­tagsrückfahrkarten nach Daubringen ausgegeben, die von allgemein üblicher Gültigkeitsdauer sind.

Zur Fahnenweihe und Wiedersehens- feier alter Pionierkameraden in Of­fen b a d) a. M. (12. bis 14. August) werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 75 Kilometer um Offenbach (einschließlich Gießen) Sonntagsrück­fahrkarten ausgegeben, die zur Hinfahrt vom 12. August 0 Uhr bis 14. August 12 Uhr und zur Rückfahrt vom 12. August 12 Uhr bis 14. August 24 Uhr Geltung haben.

Zur Offenbacher Regatta am 5. und 6. August werden ebenfalls Sonntaasfarten ausge­geben und zwar von allen Bahnhöfen iw/Umkreis von 75 Kilometer um Offenbach. Die Karten gelten zur Hinfahrt oom 4. August 12 Uhr bis 6. August 24 Uhr, zur Rückfahrt vom 5. August 12 Uhr bis 7. August 12 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt muß die Rückfahrt angetreten sein.

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Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Kaiserwalzer".

»* Vereinigung für koloniale Wie - bergeroinnung. Am Samstag, 5. August, um 20.30 Uhr, findet im Kaufmännischen Dereinshaus, Werner-Wall ein Lichtbilderoortrag überDeutsch- Südwest-Astika" statt. Der Redner Valentin D i Il­mar ist lange Zeit vor, während und nach dem Kriege in den Kolonien gewesen. Der Vortrag wird durch prächtige Lichtbilder unterstützt. Jedermann ist, da es sich um die Geltendmachung der Forde­rung des nationalsozialistischen Programms:Zu­rückgabe unserer geraubten Kolonien handelt, herz­lichst eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Neue kommissarische Bürgermeister und Beigeordnete.

Das Personalarnt des Heffif ch e n Staatsministeriums gibt bekannt: Die nachstehenden Bürgermeister und Beigeordneten wurden kommissarisch in ihr Amt eingesetzt:

Z e 11 h a u s e n : Albert Nofz an Stelle des Bür­germeisters Reuter,

Klein-Welzheim: Fritz Thomson an Stelle des Bürgermeisters Seebacher,

Groß-Steinheim: Fritz Henninae^ an Stelle des Beigeordneten Pfeiffer m Groß-ntem- heim, . ..

Weißkirchen: Wilhelm Schwarz für Die zur Zeit verwaiste Beigeordnetenstelle,

Wembach-Hahn: Georg Buß, an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Bonin,

Nieder -Modau: Georg Bayer VI. an Stelle des Bürgermeisters Schuchmann,

Oberroben: Otto Wörner an Stelle des zu- rüdgetretenen Bürgermeisters Kohl

Klein-Zimmern: Adam Rudolph an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Danz,

Eppertshausen: Dehnet Platschek an Stelle bC5 zurückgetretenen Beigeordneten Gruber IV.,