Die Arbeitsbeschaffung im Gau Heffen-Aaffau.
Frankfurt a.M., 2. Aug. (WSN.) Ebenso wie die Kontrollstelle, so erstattet jetzt auch die bei der Gauleitung eingerichtete Abteilung für Wirtschafts- technik und Arbeitsbeschafsuna einen Zwischenbericht über die Arbeitsbeschaffungsschlacht im Rhein-Main-Neckargebiet. Darin heißt es laut „Frankfurter Volksblatt" u. a.:
In erster Linie sind zu nennen die Groß- Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf Anordnung des Führers, und zwar der Bau der Reichsautostraße in zirka acht Wochen, die Bauvorhaben der W a f f e r b a u a m t e r, die Bau- und Ausbesserungsarbeiten der Reichsbahn und die Stadtrand- und ländlichen Siedlungsvorhaben der Regierung.
Durch diese Grohunternehmungen der Arbeits- befchaffung durfte eine Verringerung der Lr- werbslofenziffer im Gau Heffen-Raffau um etwa 50 v. h. zu erreichen fein. Der Rest der Arbeitslosen wird dann durch organische Eingliederung in den Arbeitsprozeß wieder zu Arbeit und Brot gebracht werden. Reben reger Mitarbeit der wirtschaftstechnischen Abteilung bei den vorgenannten Groß-Arbeitsbeschaffungs- mahnahmen der Regierung sieht es der Gauleiter als seine vornehmste Aufgabe an, die stillgelegten kleinen und mittleren Unternehmungen unserer bodenständigen Industrien schnellstens in die Lage zu versehen, daß sie den Betrieb wieder aufnehmen können.
Hierbei kann es sich jedoch nur um Betriebe solcher Industrien handeln, wo ausländische Fabrikate den Markt erobert und die einschlägigen
deutschen Unternehmungen verdrängt haben. Die industrielle Wiederbelebung erstreckt sich jedoch nicht nur auf die stillgelegten, sondern auch auf die verkürzt arbeitenden Betriebe. Hier sind schon ganz beachtliche Erfolge erzielt. Durch Verwendung unseres im Westerwald geförderten Braunsteins an Stelle des seither bezogenen ausländischen Braunsteins konnte z. B. in einem Westerwaldkreis ein Betrieb mit einer Belegschaft von hundert Arbeitern vor der Stilllegung bewahrt werden- Ferner konnten durch die Vergebung von Schotterlieferungen der Reichsbahn an die Steinbrüche der Wester- wälder Notstandsgebiete etwa tausend Arbeiter wieder volle Beschäftigung finden.
Bestrebungen sind ferner zur Förderung der im Rorden des Gaues ansässigen Kalkindustrie im Gange, hier soll durchgeseht werden, daß die westdeutsche Schwemmsteinindustrie wieder auf die Kalkoerwendung bei der Schwemmsteinbereitung zurückgreift, um damit etwa 1000 Arbeitskräften in den Kalkbetrieben der Obcrlahn und des Freigerichts Beschäftigung zu geben.
Man bemüht sich weiterhin, die Erdfarbenindustrie des Westerwaldes, die durch ausländische, vor allem französische Konkurrenz auf etwa 40 Prozent ihres Bestandes im Jahre 1928 zurückgegangen ist, zu fördern, um dadurch etwa 400 Arbeitslosen wieder Arbeit zu beschaffen. Auch die notleidende Fahrzeugindustrie des Frankfurter Wirtschaftsgebiets soll durch Lieferungen für die Reichsbahn und Reichspost wieder belebt werden.
Oer große Aufbauplan für Ostpreußen.
Berlin, 2. Aug. (ERD.) In einem Zwie- spräch mit dem Schriftleiter des „03 ölkischen Beobachter" Hellmuth Rosenfeld entwickelte heute im Breslauer und Königsberger Rundfunk und über den Deutschlandsender der Oberpräsident von Ostpreußen, Gauleiter Erich Koch, die Zusammenhänge des großen Ar - beitsbeschaffungswerkesinO st Preußen mit dem umfassenden Plan eines Aufbauwerkes in der Ostmark.
Aus den Ausführungen des Oberpräsidenten ging hervor, daß der ostpreußische Aufbau unter völlig neuen Gesichtspunkten in Angriff genommen werden soll.
begliche Hilfe durch Subventionen und unfrucht- bare Einzelmahnahmen werden als unmoralisch und wirkungslos abgelehnt. An Stelle von „Bettelgeschenken" und Oskhilse soll eine generelle Lastensenkung und systematische Herabsetzung des Kostendrucks nicht nur die Voraussetzung für eine M-edergesundung der Provinz, sondern auch für ein einzigartiges nationales Aufbauwerk vorstellen. Planmäßig soll die Bevölkerung Ostpreußens im Rahmen dieses Planes um eine bis anderthalb Millionen Menschen vermehrt werden. Das sei nicht durch bloße agrarische Besiedlung zu erreichen, sondern es sei an eine In
dustrialisierung gedacht, für die man sich die Verhältnisse in Württemberg zum Vorbild genommen habe.
Die generelle Lastensenkung, mit der eine solche den bodenständischen Charakter der Bevölkerung gerecht werdende Industrialisierung auf dem Lande eingeleitet werden soll, erstrecke sich auf Erleichterungen für d i e gesamte Produktion. Eine weitgehende Herabsetzung der allgemeinen Reichs- und Landessteuern, Bereitstellung von Kraftstrom, Gewährung billiger Frachtpreise und ähnliches mehr sollten dazu beitragen.
Der Oberpräsident hob im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen hervor, daß die Wiederherstellung der vollen Beschäftigung der heimischen Industrie und die Sicherung des Absatzes, wie auch der industrielle Neuaufbau durch die grundsätzliche Stellungnahme des Reichskanzlers verbürgt sei. Er unterstrich ferner, daß
der Aufbau nicht durch slaatssozialistische Maßnahmen, sondern durch eine großzügige Anregung der Unternehmerinitiative vollzogen werde.
Die Befürchtung, daß der Westen in diesem Reuaufbau einer ostpreuhischen Industrie eine Quelle unerwünschter Konkurrenz sehen könnte, wies der Redner mit Entschiedenheit zurück.
Oie Korruption im arten Rundfunk.
private Einladungen auf Kosten der Rundfunkgesellschast. Berlin, 2. Aug. (TU.) Neben dem großen Echo, das die Veröffentlichungen gegen die Mißwirtschaft früherer R u n d f u n k d i r e k 1 o r e n gefunden hat, sind auch durch die Mitarbeit des Publikums neue Enthüllungen zutage gefördert worden. Der Rundfunktenor Franz Baumann erklärte am Mittwoch offiziell der Reichsrundfunk- gefellschaft, daß er bei dem fraglichen Essen beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig, wofür Direktor Kohl seine Rundfunkgesellschaft mit 2 0 0 Mark belüftete, nichts z u essen bekommen Habs. Direktor Kohl hatte Baumann anläßlich eines privaten Konzerts, das in keiner Weise etwas mit der Mitteldeutschen Rundfunk-AG. zu tun hatte, eingeladen, in einem größeren Kreise von etwa 8 Personen nach dem Konzert mit ihm zusammen zu sein. Der von ihm eingeladene Personenkreis bestand aus Familienangehörigen und näheren Bekannten. Baumann mußte noch am gleichen Abend zu einem doppelten Rundfunkgastspiel nach Danzig fahren und konnte aus diesem Grunde der Einladung Kohls nur für ganz kurze Zeit Folge leisten.
kohl Hal sich also den Ramen Baumann zunutze gemacht, um sich ein Feslgelage mit seinen Angehörigen und Bekannten von seiner Rundfunk-
Gesellschaft bezahlen zu lassen.
Wie wir weiter erfahren, besteht begründeter Verdacht daß eine rein private Einladung nachher vorn Rundfunk bezahlt wurde auch hinsichtlich der berüchtigten Rechnung über ein Festessen im Leipziger Hotel A st o r i a, die für acht prominente Angehörige des Deutschen Rundfunks die runde Summe von 600 Mark ausmachte. Damals hatte dem Vernehmen nach der Auffichtsratsoor- fitzende des Mitteldeutschen Rundfunks die illustren Gäste aus Berlin eingeladen, und der Leipziger Rundfunk mußte dafür bezahlen.
Oie Bezüge des ehemaligen Rundsunk- kommiffars Bredow gesperrt.
B e r l i n , 3. Aug. (ERB. Funkspruch.) Die Kor- ruptionsskandale im deutschen Rundfunk haben die Frage aufgeworfen, wer für die moralische Verderblichkeit bei der verschwenderischen Mißwirtschaft verantwortlich ist. Nachdem durch die letzten Veröffentlichungen die Direktoren der Reichs- rundfunkgefellfckaft Dr. Magnus und Ministerialrat a. D. G i e f e ck e aufs schwerste bloßgestellt sind wurden jetzt neue Schriftstücke und aktenmäßige Unterlagen ermittelt, die als den Mitverantwortlichen für den skandalösen Mißbrauch der Hörergelder den ehemaligen Rundfunkkommissar Staatssekretär Dr.Ing. e. h. Hans Bredow erscheinen lassen.
In unverantwortlichem Eigennutz hat er seine unter dem marxistischen Regime aufgebaute Machtstellung zur Geldmacherei mißbraucht. Als er die Leitung des Rundfunks hauptberuflich übernahm, verkündete er in der Öffentlichkeit, daß es nur die Liebe z u seinem „Kinde" — dem Rundfunk — fei, die ihn veranlaßt habe, seinen
Beamtenposten aufzugeben. Zum Zeichen dieses Idealismus beteuerte er, daß er sich auch weiterhin mit dem Gehalt eines Staatssekretärs „begnüge", also keinerlei wirtschaftliche Vorteile aus der neuen Stellung ziehen wolle.
In einem höchst merkwürdigen Gegensatz zu dieser Beteuerung stehen jedoch die langjährigen und verwickelten Verhandlungen, die er sofort nach Antritt seiner neuen Stellung mit der Reichsrundfunkgesellschaft über seine künftigen Bezüge und seine Pension führte. Die Pension sollte jährlich 20000 Mark betragen; dazu mußte ein Kapital von 241 000 Mark aufgebracht werden. Von den verantwortlichen Stellen der Reichsrundfunkgesellschaft ist jetzt die Weisung ergangen, umgehend die Bezüge von Staatssekretär Bredow zu sperren.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsminister Dr. Goebbels hat das Protektorat über den „Reichsverband der Deutschen Schriftsteller" übernommen.
Die Oberste SA.-Führung teilt mit, daß die Sperre für die SA. und SS. nach wie vor besteht, und daß jetzt Gesuche um Einstellung deshalb zwecklos sind.
Der „Völkische Beobachter" schreibt: Lieber die Durchführung des Reichsparteitages der NSDAP. in Nürnberg bestehen in der Öffentlichkeit immer noch irrige Auffassungen. Cs wird daher nochmals darauf hingewiesen, daß von der PO., der SA. und der HI. nur bestimmte Teilnehmerkontingente nach Olürnberg entsandt werden. Rur den Parteigenossen, die einem der Kontingente zugeteilt sind, ist der Besuch'des Parteitages gestattet. Wer nicht im Besitz einer Teilnehmerkarte ist, wird durch besondere Kontrollmaßnahmen am Besuch Nürnbergs am 2. und 3. September verhindert werden. Diese Bestimmungen beruhen auf unabänderlichen organisatorischen Notwendigkeiten und werden mit aller Schärfe durchgeführt.
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Die Spende der deutschen Aerzte ils Stiftung für die Opfer der Arbeit hat dieser Tage den Betrag von 100 000 RM. bereits überschritten'.
Der Reichsfinanzminister hat vom R e i ch s v e r - band deutscher D e n t i st e n E. V. ein Schrei- ben erhalten, in dem ihm von der Verfügung seiner Führer Kenntnis gegeben wird, derzufölge ab sofort von seinen Krankenkassenabrechnungen der Reichsverbandsmitglieder 1 Prozent einbehalten und für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit abgeführt werde.
Der Chef der Roten Armee in der Ukraine, Iakir, hat die großen Manöver der Roten Armee an der polnischen Grenze abgesagt. Es sollen nur kleinere Hebungen durchgeführt werden, da die rufsische Regierung angesichts der Anbahnung von freundschaftlichen Beziehungen zu Polen militärische Demonstrationen vermeiden
Aus der Provinzialhauptstadt.
Fremdenverkehr und Schule.
Seit Jahren ist das volkswirtschaftlich so wichtige Gebiet des Fremdenverkehrs von den maßgebenden Stellen vernachlässigt worden. Es ist das besondere Verdienst des Ministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, daß die Regierung der nationalen Revolution diese Aufgabe energisch in Angriff genommen und mit an die Spitze ihrer Arbeit gestellt hat. Mit Recht wies der Minister vor kurzem in einer Kundgebung für den deutschen Fremdenverkehr auf die große Bedeutung der Für- derung und Steigerung des Fremdenverkehrs hin. Der Fremdenverkehr ist gewissermaßen eine Schlüsselindustrie, von der alle anderen Erwerbsstände abhängig sind. Ein jeder Stand wird von einer blühenden Fremdenindustrie arößten Nutzen haben. Auch für unsere Zahlungsbilanz ist der Fremdenverkehr ein wichtiger Faktor. Notwendig ist aber auch, daß man das Augenmerk auf die idealen Momente lenkt, die in der Fremdenoerkehrs- roerbung eingefchloffen find. Jedem muß das Herz aufgehen, wenn er sich in die S ch ä tz e d e r d e u t - f ch e n Heimat versenkt.
So dringend notwendig und begrüßenswert die Maßnahmen der amtlichen Stellen bei der Fremdenverkehrswerbung find, so wichtig ist aber auch die Mitwirkung der gesamten Bevölkerung bei diesen Fragen. Erforderlich ist daß schon durch die Schule die Kenntnis von der Bedeutung des Fremdenverkehrs in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht verbreitet wird. Nachahmenswert ist hier das Vorgehen in Baden. Aus der Erkenntnis heraus, daß alle Schichten der Bevölkerung und insbesondere die Jugend zur aktiven Fremdenverkehrsförderung herangezogen werden müssen, hat der Oberbürgermeister der Stadt Freiburg praktische Schritte unternommen, indem er sich an die Schulen Freiburgs gewandt hat um Mithilfe. Auf seine Veranlassung waren Vertreter der Lehrkörper sämtlicher Freiburger Schulen zusammengekommen, um sich über den gegenwärtigen Stand der Fremdenverkehrslage in Baden und vor allem der Stadt Freiburg berichten zu lassen. In der Aussprache ergab sich Uebereinstimmung darüber, daß schon die Jüngsten wissen sollten, wie sie sich den Fremden gegenüber zu verhalten hätten. Daß ein höfliches, hilfsbereites und gewandtes Verhalten besondere Pflicht derjenigen fei, die berufsmäßig mit der Betreuung von Fremden befaßt feien, fei selbstverständlich, aber noch nicht immer Allgemeingut. Im Rahmen des heimatlichen Unterrichts ist Gelegenheit geboten, nicht nur den praktischen Zwecken des Fremdenverkehrs zu dienen, sondern auch Liebe und Begeisterung zu Vaterland und Heimat zu wecken.
Unser neuer Roman.
Nachdem wir den Abdruck des in unserem Leserkreise mit großem Beifall aufgenommenen Romans „Der Weg in den neuen Tag" von Helma von Hellermann nunmehr zu Ende geführt haben, beginnen wir in der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers mit der Veröffentlichung eines neuen Romans, dem, wie wir glauben, ein nicht minder durchschlagender und einmütiger Publikumserfolg beschicken sein dürfte. Wir erneuern heute die Bekanntschaft mit einer Schriftstellerin, die sich seit langem in breiten Leserschichten der größten Beliebtheit erfreut und die auch schon des öfteren in unseren Spalten zu Worte gekommen ist; wir erinnern an die Romane „Wessen Kind bin ich?" und „Ein Frühlingstraum". Linser neuer Roman, eine der jüngsten Arbeiten der Verfasserin, heißt:
„Das Wunder der Magussi Weiser" von Fr. Lehne.
In dieser überaus fesselnd geschriebenen Erzählung vereinigen sich wiederum alle Vorzüge, denen die besonders bei der Frauenwelt außerordentlich beliebte Autorin ihre große und treue Anhängerschaft verdankt: gepflegter Stil, von Anfang bis Ende spannende Handlung, und feinsinnige Charakterzeichnung. „Das Wunder der Magussi Weiser" ist ein großangelegter, zu Herzen gehender Liebesroman; hier wird ein Frauenschicksal geschildert, das nach hartem Kampf zwischen Pflicht und Neigung in opferbereiter Liebe eine beglückende Erfüllung findet. So wird der Roman, mit dem wir heute beginnen, für jedermann eine höchst unterhaltsame, von Tag zu Tag mit größter Spannung erwartete Lektüre bilden.
Neues Gauhaus der NSOAp. in Frankfurt.
Reichsftatthalter Gauleiter Sprenger teilt in einem Aufruf mit, daß er für die Gauleitung ein größeres Bürohaus in der Gut- leutftraße käuflich erworben hat. Die Vereinigung der Gaue Heffen-Naffau-Süd und Heffen- Darmstadt und die außerordentliche Entwicklung des Gaues habe die Frage der Beschaffung von Arbeitsräumen brennend werden lassen. Der größte Teil des Kaufpreises ist bereits gedeckt. Der Rest muß noch aufgebracht werden. Alle Gliederungen der Bewegung werden daher aufgefordert, sich nach Maßgabe ihres Vermögens mit einer freiwilligen Spende zu beteiligen. Außerdem wird von sämtlichen nach dem 30. Januar 1933 eingetretenen Parteimitgliedern (auch von denen, die noch nicht im Besitz der roten Mitgliedskarte sind) eine einmalige S o n d e r u m - läge von mindestens 3 Mark (Erwerbslose 1 Mark) erhoben. Die Beträge sind bis spätestens 15. August 1933 einzuzahlen.
Ein Zungfaschist vor dem Mikrophon.
Nach einer Mitteilung der Reichsrundfunk-Gesellschaft wird einer der Jungfaschisten, die zur Zeit in Berlin weilen, am heutigen Donerstag, 3. August, von 19.45 bis 20 Uhr im Deutschlandfender und der Berliner Funkstunde über feine Eindrücke vom nationalfozialiftischen Deutschland sprechen.
Gieftener Wochenmarktpreisc.
* Gießen, 3. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Äochbutter 1,— Mark. Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10 Pf., Weißkraut 8 bis 10, Rotkraul 12, Gelbe Rüben 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinal 15, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 12 bis 15, (gelb) 12 bis 15, Erbsen 12 bis 15, Mischgemüse 10, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Rhabarber 10, Pilze 25, Kartoffeln (neue), das Pfund 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50 Mark, Frühäpfel 30 Pf., Pfirsiche 35 bis 40, Himbeeren 30, Birnen 15, Heidelbeeren 35 Stachelbeeren 20, Johannisbeeren 10 bis 12, Mirabellen 20 bis 25, Pflaumen 20, junge Hähne 70 bis
90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stuck 40 bis 50, Eier (inländische) 8%, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Einmachgurken 2 bis 3, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 5 bis 8 Pf.
Daten für Donnerstag, 3. August.
1492: Kolumbus tritt seine erste Entdeckungsfahrt an. — 1770: Friedrich Wilhelm III. von Preußen in Potsdam geboren (gestorben 1840); — 1880: gesetzliche Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Preußen; — 1811: Gründung der Unioerfitat Bres- lau; — 1852: der Afrikareisende Klemens Denhardt in Zeitz geboren (gestorben 1917); — 1914: Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich.
Hornonzen.
— Tageskalender für Donnerstag. Bergfchenke: 20.15 Uhr, Gartenkonzert der Stahlhelmkapelle. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Kai- ferwalzer".
— Konzert und Feuerwerk in der „B e r g f ch e n k e". Heute, 20.15 Uhr, findet in der „Bergfchenke" am Leihgefterner Weg ein großes Gartenkonzert statt. Die Stahlhelmkapelle konzertiert und wird mit guter Musik unterhalten. Ein Brillant- Feuerwerk wird außerdem veranstaltet und dürfte viele Schaulustige anlocken. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.
** Die fälligen Stromgelder für den Monat Juni können noch bis zum 15. des Monats August ohne Kosten bezahlt werden. Auf die heutige Bekanntmachung fei besonders aufmerksam gemacht.
** Uebungsfahrt der Kreismotorspritze. Am vergangenen Sonntag unternahm Kreisf'euerwehr-Jnspektor Bouffier eine Jnspek- tionsfahrt, um sich bei verschiedenen Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Gießen über den Stand der Ausbildung in den einzelnen Wehren zu unterrichten. Gleichzeitig wurde die Motorspritze des Kreises mitgeführt und jeweils nach einer vom Kreisfeuer- wehr-Jnfpektor bekanntgegebenen Brandannahme eingesetzt. Den örtlichen Feuerwehren sollte dabei Gelegenheit gegeben werden, mit der Bedienungsmannschaft der Kreismotorspritze zusammenzuarbeiten. Die Jnspektionsfahrt führte nach Röthges, Villingen, Steinheim, Trais-Horloff und Hungen.
** Pilgerfonderzug nach Trier. Am kommenden Sonntag, 6. August, fährt ab Gießen ein Pilgerfonderzug nach Trier zur Ausstellung des hl. Rockes Christi im Dom zu Trier Die Abfahrt erfolgt in Gießen 4.25 Uhr, die Ankunft in Trier 8.36 Uhr; Rückfahrt ab Trier 18.02 Uhr, Ankunft in Gießen 22.11 Uhr. Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 7,40 Mark. Anmeldungen für den Sonderzug nimmt das Kath. Pfarramt Gießen entgegen. Fahrkarten gibt Reichsbahnobersekretär Keuler beim Reichsbahnoerkehrsamt Gießen (Ecke Frankfurter und Liebigftraße) ab.
** Ocffcn11ichc Düchcrhalle. 2m 3uli wurden 1039 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Erzählende Literatur 770, Literaturgeschichte 2 Zeitschriften 10, Gedichte und Dramen 4, 3u« gendschriften 70, Länder- und Völkerkunde 72, Kulturgeschichte 13, Geschichte und Biographien 83. Naturwissenschaft und Technologie 23, Heer- und Seewesen 4, Haus- und Landwirtschaft 11, Ge- sundhcitslehre 2, Religion und Philosophie 10, Staatswissenschaft 15 Bände. Nach auswärts kamen 3 Bände. Zugang neuer (zum Teil gestifteter) Bücher in Auswahl: Dramen: H. Ch. Kaergel, Andreas Hollmann; P. Heyse, dramatische Dichtungen. Reisebeschreibungen: C. Kirch- eih, Polarkreis Süd, Polarkreis Nord; H. Här- lin, Am Südpol; A. Karlin, 3m Banne der Südfee, 3. Malina, 3m sonnigen Süden. Lebensbeschreibungen: W. Wereschagin, Skizzen und Erinnerungen; Alexander v. Rußland, Einst war ich ein Großfürst; B. Kellermann, Erinnerungen; E. O. Brasch, Ein Weltenbummler erzählt. Technik: H. Behm, Von der .Faser zum Gewand; H. Behm, Von Kleidung und Geweben. Kulturgeschichte: H. Günther, Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes. Kriegsgeschichte: M. E. Kühner t, 3agdstaffel 356; L Kopp, Das Teufelsschiff und seine kleine Schwester; G. v. Hase, Skagerrak; L. Trenker, Kampf in den Bergen. Naturwissenschaft und Geologie: W. Heyse, Deutsche Raubvögel; G. Venzmer, Triebstoffe des Lebens; A. Voigt, Cxkursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen; K. Floericke, Taschenbuch zum Vogelbestimmen; E. Sacque, Geologie. Politik: Moeller van den Druck, Das Dritte Reich; A. Hitler, Mein Kampf; A. Winnig, Vom Proletariertum zum Arbeitertum. Haus- und Landwirtschaft: Sch.ips, Praktisches Handbuch der Landwirtschaft; E. Neff, Die Sommerküche; Kräutersammeln leicht gemacht. Romane: E. Randen- borgh, Neu ward mein Tagewerk; M. Kronberg Feuerzauber; H. Grimm, Der Oelsucher von Duala; G. Kaus, Die Lieberfahrt; 3. van Am- mers-Küller, Der Apfel und Eva; H. Dominik, Befehl aus dem Dunkel; O. Gluth, Bayerische Himmelfahrt; R. Sexau, Venus und Maria; B. v. Bronsart, Die Herrin; L. Ziemendorf. Anetta; V. Wolff, Mädchen wohin?: G. Schröer Heimat wider Heimat; Land „Rot"; Der Dauern- enkel. Allgemeines: H. v. Baravalle, Zahlen für 3edermann.
Oi-erkessische DolkSmisswnsiagung.
. )( L a n g s d o r f, 2. Aug. Die diesjährige ober- hessische Volksmissionstagung findet °m 1‘ u~ & 2 8. August in unserer Gemeinde Gottesdienst um Sonntagnachmittag pre« bigt Direktor Röhricht (Darmstadt). Eine Nach- Versammlung mit verschiedenen Ansprachen schließt <2nV?Im • ®onta9 hält Pfarrer Kornmann (Laubach) einen Vortrag über das zeitgemäße Thema: Vor welche Aufgaben stellt uns der Ar- beltsdienst? Am Nachmittag folgt eine Bidelbe- sprechung, die von Pfarrer Knodt (Bad-Nauheim) eingeleitet wird.
'LLettcr Voraussage.
lieber Deutschland hat das westliche Hoch weiter an Ausdehnung gewonnen. Die Zufuhr kühler Luft ist MM Abflauen gekommen. Somit wird zunächst das beständige Wetter anhalten, gleichzeitig nimmt aud' die Erwärmung zu. Die im Norden sich vor- schiebende feuchte Luft, welche gleichzeitig ein Nie- derschlagsfeld von Irland in nordöstlicher Richtung bis nach Norwegen mitführt, dürfte später nur Norddeutschland und das Küstengebiet berühren.
Aussichten für Freitag: Leicht wolkig, sonst aufheiternd, wärmer, trocken.
Lufttemperaturen am 2. August: mittags 20,9 örab Celsius, abends 16,4 Grad; am 3. August: morgens 14 Grad. Maximum 21,3 Grad, Minimum 9,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe um 2. August: abends 21,3 Grad; am 3. August: mor« gens 16 Grad. — Sonnenfcheindauer 7 Stunden.


