Ausgabe 
3.5.1933 Frühausgabe
 
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Reichspräsident von Hindenburg bringt nach seiner Ansprache an die deutsche Jugend von de Schloßrampe ein Hurra auf das Vaterland aus.

insbesondere gerade auch die Pflicht der (Beamten und Akademiker, die deutsche Arbeit zu ehren und den deutschen Arbeiter zu achten. Mit einem drei­fachen Sieg-Heil auf den Gcneralfeldrnarschall Reichspräsidenten von Hindenburg, den Führer der nationalsozialistischen Bewegung Reichskanzler Adols Hitler und auf das deut­sche Vaterland wurde die Feier nach dem Ge­sang des Deutschlandliedes geschlossen.

Am Rachmittag nahm die Justizbehörde mit fast allen Beamten, einschl. Richter und Rechts­anwälte, unter Dorantragang von Hakenkreuzfah­nen an dem gewaltigen Zestzugc teil.

Oie Feier

im stöbt. Elekinzitätswerk.

Am 1. Mai versammelte sich wie man uns schreibt die gesamte Belegschaft des Elektrizitäts­werkes und der Straßenbahn, sofern sie keinen Dienst hatte, vor dem Verwaltungsgebäude des Elektrizi­tätswerkes, um innerhalb der Betriebszelle den Feiertag der nationalen Arbeit zu eröffnen und des Führers Reichskanzler Adolf Hitler zu gedenken. Von 8.30 Uhr ab spielte die Reichswehrkapelle ver- schiedene Marsche.

Kurz vor 9 Uhr begann die Feier durch eine An- spräche des Direktors des Elektrizitätswerks und der Straßenbahn, Herrn A. Stolte, mit etwa folgen­den Worten:

Liebe Arbeitskollegen! Der 1. Mai ist der Feier­

tag der nationalen Arbeit. Er soll zeigen, daß feit Jahrzehnten zum erstenmal wieder das deutsche Volk einig und geschlossen zusammensteht, und er soll ein Zeichen für tue Welt (ein, daß Deutschland erwacht ist und den Weg zu Brot und Freiheit wieder finde«. Der nationale Feiertag der deutschen Arbeit ist bis m seine Wurzeln deutsch. Bismarck erklärte: .Deutsch sein beißt eine Arbeit um ihrer selbst willen hin/ Deutsche Arbeit war und ist immer als eine gründ­liche und gute in der ganzen Welt bekannt. Darum hat nicht nur der Gelehrte, der Arzt seine Arbeit, sondern alle, vom legten bis zum ersten Arbeiter des Staates. Die Ehre des deutschen Namens und der nationalen Umwälzung verlangt Reinheit der Mittel und Gerechtigkeit im Handeln. Seit dem 3. Mäiz d. I. ist schon vieles geleistet worden. Damit ist eine neue Grundlage geschaffen, auf der wieder aufgebaut werden kann. Und so hoffen wir denn, daß es unserem Reichskanzler Adolf Hitler zusammen nu« dem Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall non Hindenburg gelingen wird, das riesige Problem der Arbeitslosensursorge zu lösen und es in vier Jahren, nach dem Programm, das heute ocr; kündet wird, keine Arbeitslosen mehr in Deutschland gibt. Wir sind dazu da, an diesem großen Werk mitzuhelsen. So hissen wir heute die Hakenkreuz­fahne zusammen mit der Flagge Schwarzweißrot, unter denen Deutschland wieder zur allen Größe und Macht gelangen wird/'

Rach der Ansprache von Herrn Direktor Stolte wurde wahrend des Gesangs des ersten Verses des

Die größte Seeschlacht der Weltgeschichte.

Oie Schlacht von Stagen und Hornsriff.

Nach Teilnehmerberichten zusammengestelli von Walter Falkenau.

Aus der provinzialhaupfsladi.

Ehrung der nationalen Führer in den Schulen.

Das Hessische Ministerium für Kultus und Bil­dungswesen hat in einer Verfügung an die Direk­tionen und Leiter der höheren Schulen und der gewerblichen Unterrichtsanstalten und die Kreis- und Stadtschulämter angeordnet:

Ausgehend von der Grundwahrheit, daß ein Volk sich selbst ehrt, wenn es seine Führer ehrt, ordne ich an:

3n sämtlichen Lehr- und Hörsälen sind möglichst an der Kopfseite in würdiger Größe und Einfas­sung die Bilder unseres allverehrten Reichspräsi­denten von Hindenburg und unseres großen Volkslcmzlers Adolf Hitler anzubringen.

Bei dieser Gelegenheit wird auf die Bedeutung der beiden großen Männer für unser Volk und seine Zukunft hingewiesen. Der Händedruck der beiden Männer in der Potsdamer Garnisonkirche ist der symbolische Ausdruck für die Verbindung des Guten und Wertvollen aus der deutschen Ver- gangenheit mit dem kraftvollen Wollen einer er­neuerten jugendfrischen Ration.

OieFeierimGießenerAnzeiger

Die Betriebsgemeinschaft des Gießener Anzeigers und der Brühl'fchen Druckerei mit ihren technischen, kaufmännischen, Redaktions- und Vertriebsbeleg- schäften beging um 9 Uhr die Feier des Tages ge meinsam vor dem Betriebsgebäude am Kanzleiberg und trat am Nachmittag zum Festzug mit rund 300 Mitarbeitern an, nachdem ein gemeinsames Mittag­essen im Cafö Leib vorausgegangen war.

Oer Vorsitzende des Betriebsrats, Maschinensetzer Degenhardt, hielt zunächst eine Ansprache, in der er ein­leitend auf den Drang der Menschheit nach Licht und Luft, Sonne und Freiheit hinwies und daran erinnerte, daß das Erwachen neuen Le­bens in der Ratur schon immer mit Freude be­grüßt wurde. Rachdern er in kurzen Worten die früheren Feiern des I.Mai gestreift hatte, be­grüßte er es mit Genugtuung, daß die jetzige Reichsregierung durch die gesetzliche Verankerung des l. Mai als Tag der nationalen Arbeit einen Schlußstrich unter die früheren wirtschafts­zerstörenden Kämpfe um diesen Tag gezogen habe. Rach diesen allgemeinen Hinweisen wandte er sich mit einer kurzen Betrachtung der eigenen Wirkungsstätte der Belegschaft zu, wobei er mit dem Ausdruck der Freude feststellte, daß das Verhältnis zwischen dem Chef des Hauses und der Betriebsleitung einerseits und der gesamten Mitarbeiterschaft anderseits von jeher ein gutes war. Der Gedanke der Arbeitsgemeinschaft, der bei den Buchdruckern bereits seit länger als vier Jahrzehnten eine gute Pflegstätte gefunden, sei auch immer maßgeblich in der Werksgemein- schäft der Brühl scheu Druckerei gewesen. Der Redner gab weiterhin dem Wunsche Ausdruck, daß die von der neuen Reichsregierung erstrebte Volksgemeinschaft sich in vollem Maße durch­setzen und die Gemeinschaft zwischen Hand- und Kopfarbeitern immer tiefer gestaltet werden möchte. Weiter erinnerte Herr Degenhardt an das Wort des Reichskanzlers Adolf Hitler, daß es gelte, die Herzen und Hirne des ganzen Volkes für die neue Bewegung zu gewinnen. Er wünschte, daß die Aufbauarbeit der Reichs­regierung in keiner Weise gestört wird, damit die Regierung unbehindert ihr Reformwerk zu gutem Gelingen führen könne. Wenn dieses Werk der Regierung gelinge, könne sie mit Ruhe Dem Urteil des Volkes entgegensetzen. Der Redner gab weiterhin dem Wunsche Ausdruck, daß die Bestrebungen der Regierung auf Arbeitsbeschaf­fung von allergrößtem Erfolg begleitet sein mach, ten, damit Die surchtbare Geisel der QlrbettS- losigleit überwunden werde. Mit einem Gedicht, das der deutschen Arbeit huldigt, und mit Hoch­rufen auf den l.Mai als Tag der nationalen Arbeit, auf Die deutsche Volksgemeinschaft und die deutsche Kultur und Sitte schloß Herr Degen- Hardt seine beifällig aufgenommene Ansprache.

3m Anschluß an die Rede wurde, nachdem das Geschäftshaus schon am frühen Morgen mit der schwarzweihroten Fahne und der Hakenkreuz­fahne geschmückt worden war, auch auf dem Be­triebsgebäude die Hakenkreuzfahne feierlich^neben der schwarzweihroten und der rotweihen Flagge gehißt. Hierauf hielt der Chef des Hauses,

Die Direktionen, Leiter und Schulräte haben die Durchführung zu überwachen.

3.03.: Ringshausen.

Bilder vom Tag der Arbeit in Gießen

3m Bilder-Schaukasten an "unserem Geschäfts­haus sind photographische Aufnahmen von Dem Festzug am Tage Der Arbeit in Gießen aus­gestellt. Unsere Mitbürger seien auf diese Auf­nahmen hingewiesen.

Vornotizc«

Tageskalender für Mittwoch. Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplotz: 15 bis 17 Uhr große Frühjahrs-Ausstellung. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Blutendes Deutschland".

Sernestereröffnungs Gottes­dienst. Arn Mittwoch, 3. Mai. 20 Uhr, findet in der Kapelle auf dem Alten Friedhof ein Se­mestereröffnungs-Gottesdienst für Die evangelische Studentenschaft statt. 3n diesem Gottesdienst wird Der neuernannte Studentenpfarrer Wolfgang S u ck e r in sein Amt eingeführt werden und die Predigt halten.

Buchdruckereibesitzer und Verleger Richard Lange,

folgende Ansprache: Mitarbeiter und Mitarbeite­rinnen! Die Reichsregierung hat den 1 .Mai als Feiertag der nationalen Arbeit erklärt. Sie bringt Damit zum Ausdruck, daß die Verbunden­heit des ganzen deutschen Volkes mit der natio­nalen Arbeit, ihren Schöpfern und Trägern un­löslich und schictsalsgegeben ist. Zum ersten Male feit Jahrzehnten innerer Zerklüftung und partei­politischer Zerrissenheit erhebt sich über Zank und Hader Der un st erbliche Geist deutschen Volkstums, verklärt durch den Se­gen der schassenden Arbeit. Wenn ge­rade der 1. Mai als Feiertag der nationalen Ar­beit erklärt wurde, so deshalb, weil er bisher ein Tag Der Bekundung sozialer Zwietracht war und internationalen Klassenkampfideen entsprang. (Nunmehr soll der gleiche Tag der nationalen Arbeit gelten. Der deutsche Arbeiter gehört zu den besten Arbeitern der Welt und hat einen gro­ßen Anteil an dem Rufe, den deutsche Qualitäts­arbeit überall genießt. Er trägt auch seinen Teil dazu bei, daß Die notwendigen Grundlagen für die Existenz des einzelnen Deutschen geschaffen werden. Darum ist es nur zu begrüßen, daß die soziale Versöhnung auf nationalem Boden am heutigen Tage zustande kommen Toll. Es dient diesem Ziele der sozialen Derföhnung. wenn auch Die Betriebsleitung ihr Zusammen­gehörigkeitsgefühl mit allen Mitarbeitern und Mitaroeiterinnen hiermit zum Ausdruck bringt. Tragen wir alle dazu bei, daß dieses große Ziel, das sich die Reichsregierung gesteckt hat, erreicht wird. Das ganze deutsche Volk ehrt sich selbst, wenn es der nationalen Arbeit die Ehre gibt, die ihr ge­bührt. Möge das Wort des Reichskanzlers wahr werden, daß es künftig nur noch einen Adel gibt, den Adel Der Arbeit! 3n die­sem Sinne wollen wir den heutigen Tag festlich begehen. Es lebe die nationale Arbeit! Es lebe unser Voll und unser Reich!

Oie Feier beim Amts- und Landgericht.

Das Hessische Gefamtministerium hatte durch Verfügung angeordnet, daß am Tage Der natio­nalen Arbeit die Flaggenhifsung bei allen staat­lichen Behörden mit einer Ansprache eines RSBO.-Mitgliedes der Behörde, sonst eines Mit­gliedes Der RSDAP. im Beisein aller Beamten feierlichst vorgenommen werden solle.

Bei den Gießener 3ustizbehörden wurde wie man uns berichtet um 8 Uhr die Flaggen- hisfung keierlichst vorgenommen. Die Beamten, Richter, sowie Justiz- und Kanzleibeamten ver- sammelten sich vor den Gießener Justizgebäuden. Rach der Flaggenhissung wurde gemeinsam das Horst-Wessel-Lied gelungen. - Hierauf wurde die Festrede gehalten, bei Dem Amtsgericht von dem Kreispropagandaleiter Gerichtsreferendar Th. Hopfenmüller, bei dem Landgericht der Pro­vinz Oberhefsen von dem R(', BQ.-Vertreter und SA.-Scharführer Kanzl-Geh. Otto Wahl. Die Redner schilderten jeweils den Sinn des 1. Mai, den Tag der nationalen Arbeit, und erwähnten

An Bord S.1N.S.Aegensburg"

Noch um 4 Uhr nachmittags hatte an Bord Der Regensburg" Der erste Artillerieoffizier seinem Nachfolger Die Kriegswache mit Der Meldung über­geben:

Kurs Nord einoiertel West! Vom FeinD keine MelDung."

Der TorpeDobootsführerkreuzerRegensburg" land mit feinen TorpeDobooten auf Dem rechten Flügel Des in weitem Bogen anbefohlenen Siche­rungsgürtels Der kleinen Kreuzer. Hinter ihnen Dampften in geschloßener Fahrt Die fünf Panzer­kreuzer heran, und weit im SüDen stieg fast senkrecht Die gewaltige Dunkle Raumfahne Der nachfolgenden LinienschiffsgeschwaDer in Den klaren Maienhimmel hinauf. Weit unD breit war vom F e i n D e nichts zu sehen. Es war, als befänDe sich Die Deutsche Flotte auf einer großen Uel ngssahrt.

Mitten in Diesen scheinbar so tiefen jrieDen hinein gingen plötzlich Die Maschinen auf höchste Umdrehun- gen, klang DasKlarschiff" Durch Die Decks, unD schrien plötzlich Trommeln unD Hörner Das fiebernD erwarteteKlarschiff zum Gefecht!" Durch alle Räume Des kleinen Kreuzers.

Der Funker stürzte mit Der MelDung aus seiner Stab ine heraus:

DieElbing" sichtet leichte feinDliche Streit­kräfte!"

unmittelbar Darauf kam Der Funspruch an: DieFrankfurt" liegt im Gefecht!"

Von DerRegensburg" aus, Die mit ihren Tor peDobooten nun in höchster Fahrt nach vorn stieß, wurde bald darauf das Mündungsseuer derFrank­furt" gesichtet. Im Norden sah man Die. zurück­weichenden kleinen Kreuzer der Engländer, Die sich als Aufklärer weit nach vorn gewagt hatten. Jähe Schreie erklangen an BorD, gereckte Arme zeigten cinanDer Das Bild: Backbord voraus eine mächtige schwarzgraue Rauchfahne! Aus Dem leichten Dunst Der Seelandschaft lösten sich allmählich mächtige Schifssleiber, Die bald Die charakteristischen Formen Der großen englischen Schlachtkreuzer annahmen. In zwei langsam ansahrenden Kolonnen wurDen sie gesichtet, sechs Schiffe, Beattys erstes SchlachtkreuzergschwaDer!

Vom Deutschen Flaggschiff her rief Der Schein­werfer zum Sammeln. Vizeadmiral v. Hipper, Der Befehlshaber Der Kreuzer, aufLützo w", führte jetzt seine Streitkräfte zur Schlacht. Unter höchstem Einsatz Der Maschinenkraft Dampften Die Deutschen Kreuzer gegen Den FeinD. Um 5.49 Uhr ging, von abertaufeno Augen sehnsüchtig erwartet, bas Signal jum Feuererösfnen am Flagg­schiff hoch. Unmittelbar Darauf verließen unterlauf- flammenben TlünDungsfeucr Die er ft en Sal­ven Die Deutschen Geschützrohre. Rauchwolken flie­gen empor. Mächtig hallte Der Donner Der Ge­schütze über Die See. Die Schlacht bei Stagen unD Hornsriff hatte für DieRegensburg" begonnen.

Die neunte TorpeDobootsslotille ging vor Den Panzerkreuzern zum Angriff vor. Sic geriet Dabei in einen Gegenangriff zahlenmäßig überlegener iemDlicher Streitkräfte. Ersatz nahte heran, r-chuß aus ^chuß ging aus Den Rohren. Alles half nut am Geschütz. Begeistert wurde später berichtet: Wer eine Hand frei halte, half. Der Offizierskoch schleppte Munitionsbuchsen heran. Der Assistenzarzt lud das Rohr. Auf einer Schießübung konnte cs nicht ge­ordneter zugehen als hier an Bord derRegens- bürg" in ichwerster Schlacht. Die einzelnen Gefechts- stellen waren wundervoll auseinander eingespielt sowohl im Torpedoraum als auch an Den Geschützen, in den Maschinenräumen, in den Munirionskam- mern. Die ersten Treffer wurden beobachtet. Durch Bolltresfer in die Haupidampfrohrleitung und in Die Kesselspeiscpumpe wurden die feindlichen Zerstörer Nestor" undNomad" bewegungsunfähig geschossen. Sie blieben still auf Dem Meer liegen, um bann von den auflaufenbcn Schlachtschiffen Der deutschen Hochseeflotte versenkt zu werden. Die Regensburg" geriet bald Darauf in einen Kampf iril aus.aufenden englischen leichten Streitkräften, Heinen Führerkrcuzern unD Zerstörern. Sie warf sich ihnen mit heroischem Mute in Den Weg, bevor sic ihre TorpeDos gegen Die nun auch in bie Schlacht eingreifenDcn Großkampfschiffe anmenDcn konnten.

Durch Aufbietung aller Kräfte wurde auf Den nächsten Feind Das Feuer eröffnet. In Zwischen­räumen von nur vier Sekunden verließen Die Sal­ven bie Rohre. Bevor noch der Gegner, ein moder­ner englischer ZerstörerO. 4" sich besinnen konnte, war er von den hohen Wassersäulen der ringsum erfolgenden Einschläge bereits eingehüllt, erhielt er Treffer um Treffer, und nach vier Minuten schon, während ihn bie bichten, schwarzen Spreng- wölken der Volltreffer fast zerrissen der Be­satzung DerRegensburg" schien es, als könnte bei Dem Gegner keine Fuge mehr ganz sein geriet er ins Wanken. Er tippte und bäumte sich. Immer noch blitzten aus seinem achteren Geschütz bis zum letzten Augenblick Die TlünDungsfeucr auf. Dann neigte er sich und stürzte in Sekundenschnelle in Das große Grad am Skagerrak hinunter.

DetTag der Arbeit in Gießener Betrieben.

Von BorD DerRegensburg" aus sah man Die Queen Mary, Das stolzeste schiss derGrand Fleet in schwerem Kampfe mit den deutschen Streu- zern. Das englische Großkampfschiss lag voll im Ziele der deutschen Geschütze. Volltreffer um Voll treffer schlug mit schwarzen Sprengwolken auf ihm ein. Plötzlich stieg eine gewaltige rote Spreng wölke von gigantischem Ausmaß zuni Himmel empor, und DieQueen Mary ver­schwand im Zeitraum von nur wenigen Sekun­den im Meere. Das war Der größte Verlust, Den Englands Schlachtflotte jemals erlitten hatte. Er erscheint noch bedeutender, wenn man bedenkt, Daß zu Dieser Zeit Die Deutschen Linienschiffe unter Admiral Scheer noch nicht in Den Kampf ein» gegriffen hatten.

DieRegensburg", sich ihrer Aufgabe voll be­wußt, Die feinDlichen lorpcDoboote nicht zum Schuß kommen zu lassen, jagte weiter nach neuen Zielen. Rechts von ihr, in Den rotbraunen Dunst sich langsam auflöjenDer Rauchwolken eingchüllt, tobte DonnernD Die größte Seeschlacht Der Welt­geschichte.

Die neunte lorpebobootsf(ottillc unter Führung DerRegensburg" hatten inzwischenV. 27" unu V. 29" im Kampfe mit Dem Feinde verloren. Die Deutschen Kreuzer waren schon schwer beschäDigt. UnD wie Die englischen ADmirale auf Das Heran­nahen, auf die Hilfe I e l l i c o c s unD seiner ..Grand Fleet warteten, so hoffte VizeaDmiral Hipper auf Das enDliche Eingreifen ADmiral Scheers unD seiner Linienschiffe.

Die Dämmerung sank langsam hernieder. Pulvcr- ichwaden, Wasserdiinste und Rauchwolken hüllten beide Flotten hin und wieder bis zur Undurchsich­tigkeit ein. Ilm sieben Uhr erschien im Sübcn die beutschc Schlachtflotte. UnD fast zur gleichen Zeit jagte auf deutscher Seite die Meldung von Kom­mando zu Kommando:

Zwanzig feindliche Linienschiffe mit Kurs SüDo st!"

Admiral BoeDiker hatte bei Der Verfolgung Des abdrehenben Feindes von derRegensburg" aus wurde cs gesichtet dieP i II a u" verloren. Das Schiff sank sofort unter der Wirkung der in diesem Moment eingreifendenInvicible und Warrior. Die feindlichen schweren Lagen schossen ferner unsere stolzeW i e s b a b e n" manöv­rierunfähig.

Jcllicoe griff, kaum waren bie deutschen Linien­schiffe zur Hilfe herbeigekommen, auf englischer Seite ebenfalls in die Schlacht ein Aus der Qualm- wand, die sich rings um bie miteinanber ringenben Schiffe gebildet hatte, schossen nun von Torben, Nordosten unb Osten her unzählige Feuer- strahlcn. Britanniens gefummelte Schlachtarmaba hatte sich nun vereint. Von brei Seiten her schlug Jellicoes Feuer in die beutschc Flotte ein. Wir stanben spitz gegen bie Mitte Der feinblichen SchlachtorDnung. Hier setzte nun Die berühmt geworbene volle G e fechtswenbung ein, um aus bem furchtbaren Wirkungsfeuer ber Englanber zu kommen. Während englische Panzer gegen die noch schwimmende, zerschosseneWies­baden" vorgingen, gerieten sie in Das Feuer Der deutschen Kreuzer und Linienschiffe. Die ..Defense undBlack Prince erhielten volle Breitseiten und gingen sofort in die Tiefe.Warrior undInvin- cibie" gingen unter dem schweren Feuer i n Flammen auf und wurden ebenfalls bald Dar­auf von Den Wogen Der Nordsee begraben.

Schwer kämpfte bie beutschc Spitze: 24 große feindliche Schlachtschiffe, darunter Einheiten von 2ii 000 bis 30 000 Tonnen, mit 50 Rohren zu 38 Zentimeter Kaliber und hundertdreißig Geschützen zu 34,3 und 30,5 Zentimeter, hielten ihr gewaltiges Feuer auf Die deutsche Flotte gerichtet Die Ein­schlagssäulen stiegen wie Türme aus den Wassern auf. Die wundervoll geschmiedeten deutschen Schiffe hielten diesem furchtbarsten Feuer stand Unaus­gesetzt antworteten Die Deutschen Geschütze. Die Abendsonne schoß durch die glühende Qualmroanb. Eine mächtige Flammengarbe bezeichnete bie Stelle, wo dieW arespite zum Wrack geschos - s e n aus der Kampflinie trieb Aus deutscher Seife wurde DieL ü tz o w" kampfunfähig unb bie S e i; D I i tz" schwer mitgenommen. Die deutschen Panzerkreuzer aber griffen unerschrocken weiter an. Sic verschwanden für dieRegensburg" in den aufpeitschenden Wassersäulen unb ben schwarzbrau- nen, von Stichflammen burchlohtcn Sprengroolfen Der Treffer. Aus den beiben achteren Geschütz- türmen berD e r f f I i n g e r" zuckten Stichflam­men auf. DieS c n b I i 6" b r a n n t e, die M o 111 e" war schwer zerschossen. Es war ein Kampf todwunder Helden gegen eine mächtige Uebermacht Eommodorc Heinrich, ber Führer Der lorpeDobootsftreitträfte auf derRegensburg", brach vor Den Panzerkreuzern vor unb führte alle verfügbaren Flottillen zum großen Angriff, zum größten Entlastungsangriff, den die Flotte ngc- schichtc kennt, gegen bie siegessicheren Schiffsriesen Admiral Jellicoes vor. (Forts, folgt.)