Nr. 102 Svübausgabe
185. Jahrgang
Mittwoch, 5. Mai 1955
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Chefredakteur
Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i.V.TH.Kümme! sämtlich in Gießen.
Die Gleichschaltung her Kreien Gewerkschaften.
Die Eingliederung der Arbeiter und Angestellten in den neuen (Staat— Ein Berliner Arbeiier- kongreß unter der Schirmherrschaft des Reichskanzlers.
Das Aktionskomitee berichtet dem Reichskanzler.
Hitler übernimmt vrc Schirmherrschaft für oen 'Arbeitcrkongretz.
Berlin, 2. 2I7ai. (ENB.) Die Jlalionalfojiali- siische Parieikorrespondenz meldet: Am Dienstag gegen 14 Uhr erschienen die Herren des Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit unter Führung von Dr. L e y in der Reichskanzlei, um den Kanzler von der vollzogenen Gleichschaltung der Freien Gewerkschaften in Ucbereinstimmung mit der allgemeinen politischen Lage in Deutschland in Kenntnis zu sehen. Dr. Ley unterrichtete den Kanzler über den reibungslosen verlauf der Aktion, deren Notwendigkeit in der Not der deutschen Arbeiterschaft felbft begründet gewesen sei, die eine Beendigung des marxistischen Treibens in den Gewerkschaften gefordert habe. Das Aktionskomitee bat sodann Adolf Hitler, die Schirmherrschaft über den in der nächsten Woche stattfindenden grofjen Arbeiterkongreh zu übernehmen.
Der Führer erklärte sich bereit, diese Schirmherrschaft zu übernehmen, und brachte insbesondere zum Ausdruck, dah er eine glatte 21b- Wicklung der einzelnen Maßnahmen erwarte, damit insbesondere in finanzieller Hinsicht dem deutschen Arbeiter nicht nur fein Schaden, sondern nur Nutzen aus der Reinigungsaktion erwachse.
Das Aktionskomitee versicherte, dah die Abwicklung in voll st er Ruhe und Ordnung erfolge und konnte die Zusage geben, dah die Zahlungen der betroffenen Institute ab morgen bereits wieder in vollem Umfange ausgenommen werden.
Ein Arbeiterkongreß zum 10. Mai einberufen.
Kommissare für Arbeiterschaft und Angestellte ernannt.
Berlin, 2. Mai. (WB.) Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet: Der Leiter des Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit, Dr. R. Ley, hat zum Kommissar für die Arbeiterschaft den Beidjslagsabgcorbhelen Schumann, zum Kommissar für die Angestelltenschaft den Reichstagsabgeordneten Forster bestellt. Am Mittwoch, 10. Mai, findet in Berlin im Preu- hifchen Herrenhaus ein grofjer Arbeiterkongreh statt, auf dem die Einheitsfront der deutschen Arbeiter gebildet werden wird. Adolf Hitler ist gebeten worden, die Schirmherrschaft zu übernehmen.
Das nationalsozialistische Blatt „Der Freiheitskampf" schreibt dazu ergänzend u. a.: Die schaffenden deutschen Schichten haben keine Lust mehr, sich von Männern führen zu lassen, die jahrzehntelang versagten, und das deutsche Volk in das Unglück tiirzten. Der 'Aktionsausschuß bietet durch eine Zusammensetzung die Gewähr, daß alles ge- chieht, was für den deutschen Arbeiter getan werden muß. Der alte nationalsozialistische Kämpfer Dr. Ley, in dessen Händen die verantwortliche Leitung liegt, hat selbst jahrelang am eigenen Leibe in einem Großbetriebe erfahren müssen, wie Profitkapitalismus und Marxismus Arbeiter und Angestellte zum Objekt ihrer gewissenlosen Ge- schaftspolitik machten. Stellvertreter Dr. Leys ist der Aachener Elektromonteur Rudolf Schmeer, der als junger Arbeiter mit feinen Kameraden aus der Werkstatt den Franzosen und Belgiern aktiven Widerstand leistete und wegen Sabotage vom belgischen Kriegsgericht zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde Kommissar für die Arbeiterverbände ist der Leiter der Betriebszellenorganisation der NSDAP., Monteur Pg. Schumann. Die Organisation führt Pg. M u ch o w durch. Komminur für den Afa-Bund ist Pg. Peppler, Kommissar für die Angestelltenoerbände der durch seine Arbeit im Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband und als Danziger Gauleiter bekannte Pg. y o r = ft e r. Die Kassengeschäfte des Organisationsausschusses führt Pg. Brinkmann, Leiter der „Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten" sowie Leiter der Wirtschaftsbetriebe ist Bankdirektor Pg. M ü II e r, Propaganda- und Presseangelegenheiten werden von Pg. B i a l l a s erledigt. Es ist Gewähr dafür geboten, dah in ganz kurzer Zeit der Zahlungsverkehr wieder reibungslos vor sich geht. Irgendwelche Beunruhigung braucht nicht Platz zu greifen.
Was war her Allgemeine Deutsche Gewerkschastsbund?
Berlin, 3. Mai. (ERB.) Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB.) war bis zur
nationälen Erhebung die größte gewerkschaftliche Organisation in Deutschland Der Bund stand auf dem Boden einer sozialistischen Weltanschauung und sah in der SPD. seine politische und wirtschaftliche Interessenvertretung. Führer des ADGB. war der sozialdemokratische Reichstagsabg. L e i p a r t.
Die Gründung des ADGB. erfolgte im Jahre 1919 auf dem Gewerkschaftskongreß in Nürnberg. Sein Vorgänger war die Union der Gewerkschaften Deutschlands, die im Jahre 1890 von den der SPD. nahestehenden Gewerkschaften ins Leben gerufen worden war. Von den dem ADGB. angeschlossenen Gewerkschaften waren der Deutsche Metallarbeiter-Verband mit etwa 900000, der Verband der Fabrikarbeiter mit etwa 450 000 Mitgliedern, der Deutsche Baugewerks-Bund, der Deutsche Bergarbeiter-Verband und der
Deutsche Holzarbeiter-Verband wohl die bekanntesten. Von den Arbeitern der äffe n t ° lidjen Betriebe waren etwa 600000 im ADGB. organisiert. Die Gesamtmitgliederzahl wurde zur Zeit des Abschlusses der marxistischen Herrschaft in Deutschland auf rund vier Millionen geschätzt. Kurz nach der Revolte von 1918 hatten die „Freien Gewerkschaften" bereits eine Mitgliederzahl von sieben Millionen, es haben in den inzwischen verflossenen Jahren schon nahezu die Hälfte der damals erfaßten deutschen Arbeiter dem ADGB. den Rücken gekehrt. Der Mitgliederschwund beim ADGB. nahm in der letzten Zeit einen immer größeren Umfang an, zumal die Mehrzahl der deutschen Arbeiterschaft nach dem Versagen der marxistischen Politiker den Weg zur Vertretung der nationalen deutschen Arbeit, der NSBO^ gefunden hat.
Der Ausbau der deutschen Arbeitersrvnt.
Or. Ley über die nächste sozialpolitische Ausgabe.
Berlin, 2. Mai. (CAD.) 3n einer von der Reichsleitung der RSBO. einberufenen Kundgebung sprach der Leiter des Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit Dr. Ley über den Aufbau der deutschen Arbeitsfront. Die Gewerkschaften find eine Folge jener Parteizerklüftung, die uns das vorige Jahrhundert bescheerte. Sie dienten nicht mehr dem Arbeiter als Vertretung seines Berufes, sondern allein den marxistischen Parteien und auch den Parteien des konfessionellen Klassenhasses. Was heute geschehen ist, war nur eine logische Folge in der Entwicklung unserer Revolution. Wir bejahen den Gedanken der Gewerkschaft. Wir wollen nicht, daß der Arbeiter geknechtet und unterdrückt wird, sondern er soll ein gleicher Partner in der Volkswirtschaft und Volksgesamtheit sein. Die Gewerkschaften haben eine wichtige Erziehungsarbeit zu leisten; sie sollen der Baustein für den zukünftigen Ständestaat fein, zu dem neuen Wirtschaftsparlament, das einst Deutschland und seine Wirtschaft beherrschen soll. Wir haben die Aktion durchgeführt, um dem Marxismus zuerst seine materielle Grundlage zu nehmen.
Die Christlichen und anderen Gewerkschaften werden sich von selbst gleichschalten. Ihre Vertreter waren bereits bei mir, morgen werden Sie die weiteren Schritte erfahren. Hier sind keine Gewaltaktionen
nötig. Schalten sie sich nicht gleich, dann werden sie dem Auflösungsprozeß entgegengehen. Unsere Aufgabe ist, die beiden großen Säulen der Arbeiterschaft und Angestelltenschaft in einer Spitze zusammenzuführen, der Arbeiterfront. Wir werden bis Freitag dem Führer melden können, daß diese beiden großen Säulen gebildet sind. Das erste Rahziel wird sein, daß die gesamte deutsche Arbeiterfront finanziell z u - sammengefaht wird, damit wieder die finanzielle Sicherung für alle Renten und Bezüge der Invaliden und der Arbeiterschaft garantiert sind. Dann wollen wir die Vielheit der Verbände auflösen und In einer einzigen Einheit zusammenführen. Die fachliche Gliederung soll dabei erhalten bleiben. Zunächst werden wir die Arbeiterfront zusammenfassen zur Schaf» fung des deutschen Ständetages unter der Devise: „Alle für einen, einer für Alle".
Am Donnerstag wird sich, wie wir erfahren, eine Chefbesprechung der Reichsregierung mit dem Gewerkschastsproblem beschäftigen. Es ist damit zu rechnen, daß sie einen Gewerk- schaftskommissar ernennt, der den ganzen Fragenkomplex einheitlich und zentral bearbeitet. 3n der nationalsozialistischen Presse ist bereits der Rame August Winnig genannt worden.
Ein Aufruf des Aktionskomitees zum Schutz her heutschen Arbeit.
Berlin, 2. Mai. (WTB.) Der Leiter des Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit Pg Dr. Ley Hat folgenden Aufruf erlassen:
Schaffendes Volk in Stadt und Land!
Deutsche Arbeiter und Angestellte!
Die Glocken zu Ehren der Arbeit sind verklungen. Mit nie dagewesener Wucht und Begeisterung hat das gesamte deutsche Volk das hohe Lied vom schaffenden Menschen gelungen und damit sich und seinen schöpferischen Geist geehrt. Die Räder standen still, der Amboß klang nicht mehr, der Bergmann kam aus seiner Grube, allüberall Feiertag! Das, was die Gewerkschaften aller Richtungen, die Roten, die Schwarzen, die Christlichen und die Freien, auch nicht annähernd zustande brachten, was selbst in den besten Jahren des Marxismus nur ein Schatten, ein elender, erbärmlicher Abklatsch gegenüber dem gewaltig Großen des gestrigen Tages war, der Rationalsozialismus schaffte es im ersten Anlauf. Er stellt den Arbeiter und den Bauern, den Handwerker und den Angestellten, mit einem Wort alle schaffenden Deutschen in den Mittelpunkt seines Denkens und Handelns und damit in den Mittelpunkt seines Staates, den Raffenden und den Bonzen macht er unschädlich. Wer war nun der Äa- pitalislenknecht, wer war der Reaktionär, der dich unterdrücken und dich aller Rechte berauben wollte? Jene roten Verbrecher, die dich gutmütigen, ehrlichen und braven deutschen Arbeiter jahrzehntelang mißbrauchten, um dich und damit das ganze Volk entrechten zu können, ober wir, die unter unsagbaren Opfern und Leiden gegen diesen Wahn und 'Aberwitz teuflicher Irrlehren kämpften? Schon drei Monate nationalsozialistischer Regierung beweisen dir: Adolf Hitler ist dein Freund, Adolf Hitler ringt um deine Freiheit, Adolf Hitler gibt dir Brot.
Wir treten heute indenzweitenAbschnitt der nationalsozialistischen Revolution ein. Ihr werdet sagen, was wollt ihr denn noch, chr habt doch die absolute Macht? Gewiß, wir haben die Macht, aber mir haben noch nicht das ganze Volk, dich Arbeiter haben wir noch nicht hundertprozentig. Und gerade dich wollen wir, wir lassen dich nicht, bis du in aufrichtiger Erkenntnis restlos zu
uns stehst. Du sollst auch von den letzten marxistischen Fesseln befreit werden, damit du den Weg zu deinem Volk findest.
Das wissen wir: Ohne den deutschen Arbeiter gibt es kein deutsches Volk, ilnö vor allem müssen wir verhüten, dah dir kein Feind, der Marxismus und seine Trabanten noch einmal in den Rücken fallen können. Wenn auch die marxistischen Parteien restlos zerschlagen sind wie die KPD., oder sich in heller Auflösung befinden, wie die SPD., wenn auch die Parteipäpste in elender Feigheit geflohen sind oder jedem und allem abgeschworen haben und dich, Arbeiter, feig und erbärmlich verlassen haben wie nie zuvor, so wissen wir doch, daß das nur Schein ist.
Der Marxismus stellt sich tot, um sich bei günstiger Gelegenheit von neuem zu erheben und dir hinterhältig den Judasdolch in den Rücken zu stoßen genau wie 1914. Auch damals bewilligte er Kriegskredite und gebärdete sich übernational, um dich 1918 an den Imperialismus unserer damaligen Feinde zu verraten und damit an das Weltkapital zu verkaufen.
Tlns täuscht der schlaue Fuchs nicht! Lieber geben wir ihm einen letzten Fangschuß, als dah wir jemals wieder dulden würden, dah er sich erhebe. Die Leiparts und Grahmänner mögen Hitler noch so viel Ergebenheit heucheln — es ist besser, sie befinden sich in Schutzhaft. Deshalb schlagen wir dem marxistischen Gesindel seine Hauptwaffe aus der Hand und nehmen ihm damit feine letzte Möglichkeit, um sich neu zu stärken. Die Teufelslehre des Marxismus soll elendig auf dem Schlachtfeld der nationalsozialistischen Revolu- tion krepieren. Richt als ob wir damit die Gewerkschaften an sich zerstören oder zerschlagen tDOlItCTL
Im Gegenteil, wir haben nie etwas zerstört, was überhaupt irgend wie Wert für unser Volk hat, und wir werden das auch in Zukunft nicht tun. Das ist nationalsozialistischer Grundsatz. Das gilt ganz besonders für die Gewerkschaften, die mit soviel sauer verdienten und vom Munde abgesparten Arbeitergroschen aufgebaut wurden. Arbeiter, deine Institutionen sind uns Nationalsozialisten heilig und unantastbar. Ich selbst bin ein armer Bauern-
Walter Schuhmann, Reichsbetriebszellenleiter der NSDAP., wurde als Kommissar für den ADGB. eingesetzt.
sohn und kenne die Not, ich selbst war sieben Jahre in einem der größten Betriebe Deutschlands.
Arbeiter, ich schwöre dir, wir werden dir nicht nur alles erhalten, was sich vorfindet, wir werden Schutz und die Rechte des Arbeiters weiter ausbauen, damit er in den neuen nationalsozialistischen Staat als vollwertiges und geachtetes Glied des Volks eingehe. Arbeiter und Bauern, in breiter Front zu- sammen mit den freien Berufen und H a n d- werk — so bauen wir das neue Reich der Ehre und der Freiheit. Mit Hitler für Deutschland vorwärts! gez. Ley, Leiter des Aktionskomitees.
Oie Gewerkschastspresie.
Berlin, 2. Mai. (WTB.) Der Leiter der Pressestelle der NSBO. hat im Auftrag des Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit an die deutsche Gewerkschaftspresse einen Aufruf gerichtet, in dem er mitteilt, daß sämtliche Verbandszeitungen der Freien Gewerkschaften, des ADGB. und Afa-Bundes der Leitung der NSBO. unterstellt worden ist. Die Zentrale der deutschen Gewerkschastspresse ist mit dem heutigen Tag die N S B O. - P r e f s e st e l l c. Die bisherigen verantwortlichen Schriftleiter dieser Zeitschriften, deren langjährige Tätigkeit bewiesen hat, daß sie unfähig find, ein deutsches Arbeiterblatt im nationalen und sozialistischen Geist zu leiten, sind a b - gesetzt. Verboten wurden: die Gewerkschaftszeitung", die „Gewerkschaftliche Frauenzeitung", die „Arbeit", „Jugendführer" und „Asa-Bundeszeitung". Die Zeitschrift der NSBO. „Das A r b e i t e r t u m, Blätter für Theorie und Praxis der N S B O." wird amtliches Organ des ADGB. und des Afa-Bundes. 'Die nächste Folge dieser Zeitschrift wird bereits allen Mitgliedern der diesen beiden Bünden angeschlossenen Verbände zugestellt. Die Zeitschrift wird bereits ab 1. Juni wöchentlich erscheinen. Die Fachorgane der einzelnen Verbände der Freien Gewerkschaften erscheinen weiterhin. Die neue NSBO.-Leitung dieser Blätter wird dasür sorgen, daß keinerlei Sabotage oder passive Resistenz die fruchtbringende Mitarbeit der Gewerkschaftspresse im Aufbau des neuen Reiches hindert.
Oie Besetzung des frankfurter Gewerkschastshauses.
Frankfurt a.M., 2 Mai. (WSN.) Vom Gaupresseamt Hessen-Ras sau-Süd wird mitgetilt: Heute um 10 Ahr erfolgte die Besetzung des Gewerkschaft s- hauses in Anwesenheit des Gauleiters Sprenger, des Gau-Betriebszellenleiters Becker und einer Anzahl vereidigter Revisoren absolut reibungslos. Sämtliche Räume und Geschäftsstellen des ADGB. und des Afa-Bundes bis in die kleinste Zahlstelle des Gaues wurden ebenfalls punkt 10 Tlhr besetzt. Die Besetzung erfolgt-, durch je einen Vertreter der RSBO. sowie einen vereidigten Bücherrevisor. Bei de/ Arbeiterbank, Filiale Frankfurt am Main, wurde ein Revisionskommando von fünf Bankbeamten eingesetzt Die Leiter der Arbeiterbank. Filiale Frankfurt a. M., und der Gewerl- schaftsfekretär Miesbach wurden in Schutzhaft genommen.
Die Aktion dient lediglich der Reinigung der Gewerkschaften vom Marxismus und parteipolitischen Mißbrauch; sie soll das Eigentum und Recht der Arbeiter schützen. Es ist Sorge getragen für schnellmöglichste Fortsetzung des Betriebes. Die Aktion erfolgte als erste Handlung größeren Ausmaßes für die RSBO. und ging in vollster Ordnung und Disziplin reibungslos vor sich.
Oie Arbeiterbank besetzt, aber der Zahlungsverkehr geht weiter.
Berlin, 2. Mai. (WTB.) Bei der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten -AG., Berlin, die heute vormittag von SA. beseht wurde, sind zu Kommissaren die Herren Karl Müller und Karl Rolenhauec bestellt worden. Die Bank ist nicht geschlossen, der Zahlungsverkehr geht weiter. Bankkonten sind nicht gesperrt worden. — Die „D c w o g*‘ Deutsche Wohn»ungsfürforge - AG. für Beamte, Angestellte und Arbeite r . Berlin, deren Geschäftsräume im gleichen Haus wie die der Arbeiterbank gelegen sind, ist gleichfalls von SA. beseht worden.


