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03/05/1933 Erstes Blatt
 
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Jegren. ler solchen Riesen, ^vgen menschlich v°a den beteiligten -gangen ist -Kai- °>e Universität, die samt, das Polizei. ie Reichsbahn, das Firma Ränningcr ruclsvolle Betriebs, atvollen Ansprachen i nationalen Feier-

Es sprachen: in er Pros. $r. Zu-, Direktion in Segen' i Graes Arektor . rendar Hahn, vor ektor Dr./kayser. der Jeamlenschast feil und als Bei« der lommitsartsche Luleh, vor den i Dorr, vor den rüst, vor dem Äli« der Betriebszellen- ler und Dr. Un. :t bet Firma Dän- Firma Herr Sr. der Betriebszelle irkssparkasse Herr

Detriebsratsvor- wch mitgeteilt, bah iters unter Leitung h ebenfalls bereit' chig in den Dienst und von sich aus hr vor dem Hcher- i Promenaden-5u>n- llachmittag den Fest« ühung bereicherte.

!n dem Bericht in be über die Ra« im Städtischen im 4. AW durch c Lücte entstanden. wie folgt heißen: rn Mellor Stolte es ersten Berses der Schwarzwrißrot aus i Elektrizitätswerkes

^enienschasten.

ung von -tudenten Hochschulen und des Altung der Lander oüen und mit ®ir Wn* n Studenten !>esuniver!>

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um eine Million über Liese geseh-i liche LeistungSpflrcht \i lv a ui. Andere I Länder bleiben gan^ wescAkich eif ihren Mietun­terstühungen hinter Hessen Äutfht'. ÄÄmc beispiels­weise die in unserem Nachbarl.mb Baden gül­tige Norm in Hessen zur Ttnwyrdung, so betrüge die gesetzliche Leistungspslicht nur rund 900 000 Mark. Bon den zur Verfügung Gehenden 3 Mil­lionen wird jedem BezirkSsür'orge^kband einver- hältniSmäßiger Betrag zuc Verfügung gestellt. Den Fürsorgeverbänden bleibt ei s rcigestcllt,- tigensalls entweder den bisher interstuytrn Per­sonenkreis einzuengen, oder un'er Beibehaltung des bisherigen PersonenkreilSt die :höhe btr ein­zelnen Llnterstühung zu kürzen. Ow- ersten Falle muhte die Anterstühung lediglich artf die Hilss- bedürftigkeit im gesetzlichen Sinne avaestellt und unter Berücksichtigung der Eigenart des Sinzel- salles nur dann gewahrt werden, toenn sonst die öffentliche Fürsorge eintreten nüßte Einem von den verschiedensten Seiten geä:Herten dringenden Wunsch, auch bedürftige Ncubaumieter- in bie Un» terstühung einbeziehen zu dürfen, wuride ebenfalls durch die neue Vorschrift Entsprochen.

Oer ZrühlingSenzian (Gentiana verna) blüht!

Dieser Tage sand auf Veranlassung der Ober- hessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde Gießen ein Nundgang durch die nom FrAhlings- enzian besiedelten Nödgener Wiesen! stall, an dem neben zwei botanisch und an dem Schuh und der Erhaltung dieses seltenen Vorkommens interessier- ten Gießener Herren auch der Bürgermeister und der Flurschütz oon Rödgen teilnahmen. An allen betonten, vom Enzian besiedelten Stellen war ae­robe Hauptblütezeit des reizenden Pflänzchens, Auf dem einen Standort, für dessen Erhaltung bi** oben genannte Gesellschaft dem Grundstücksstesitzer fahr lich eine Entschädigung zahlt, war im vergleich mit dem Auftreten des Frühlingsenzian in früheren Jahren eine auf Abpflücken und Sammeln der Blumen zurückzuführende Abnahme festzustellen Es scheint immer noch nicht überall bekannt zu sein, baß ber Enzian unter Schutz oe ft eilt und das Pflücken, Feilbieten unfiüber Haupt schon der Besitz, wenn nicht seine rechtmäßige Herkunft nachgewiefen roerban tonn, strafbar ist. Auf dem in der Nähe des Gießener Waldes gelegenen Standort war ber Frühlings­enzian in Menge erblüht, unb man konnte sich auf eine Doralpenmatte, ber eigentlichen Heimat, bcs Frühlitzgsenzian, beim Anblick ber im tiefsten Hini. nieteblau prangenben Wiese versetzt glauben. D.e Erhaltung dieses bicht an einem Ausflugsweg ge­legenen Pflanzenbeftanbes ist nur durch die an erkennenswerten Bemühungen des Flurschütz,, unb des zuständigen Försters, denen zu danken hier tfn- genehmste Pflicht ist, möglich gewesen. Da auch her Bürgermeister der Gemeinde Rödgen sich sehr für den Schutz des Frühlingsenzian einsetzt, ist zu Hof- fen, daß auch nach der im Herbst ftattfinbenbew Umgruppierung der Grundstücke gelegentlich der Feldbereinigung das seltene Pflanzenvorkommen, welches früher viel ausgedehnter gewesen ist, er­halten bleibt. V.*5

Gleichschaltung der Lehrervereine in Hessen.

Der Gauobmann des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, Oberschulrat Ringshausen, hat den Lehrer Wilhelm Schneider in Bausch- Heim (Kreis Groß-Gerau) mit Wirkung vom 21. April zum Aeberführungskommis- sar sämtlicher Lchrervereine in Hes- s e n in den Nationalsozialistischen Lchrerbund (216 2 CB.) ernannt. Gleich­zeitig hat Gauobmann Oberschulrat Rings- Hausen folgende Anordnung erlassen: Der Hes­sische Landes-Lehrerverein geht in den National­sozialistischen Lehrerbund über. Der mit der Lei­tung der Geschäfte betraute geschäftsführende Ausschuß wird beauftragt, die Tleberführung bzw. die Liquidation vorzunehmen. Soweit Be­stimmungen des Dereinsgesehes dieser Regelung entgegenstehen, übernimmt Gauobmann Ober- schulrat Ringshausen die Berantwortung. Die wirtschaftlichen Einrichtungen s Feuer versiche- rungsvcrband, Ludwig- und Qllkcftiftung) werden ebenfalls in den RSLB. übergeführt. Durch diese Anordnung ist die Bertreterversammlung in Bilbel hinfällig. Der Schulbote" erscheint wei­ter unter der Bezeichnung:Nationalsozialistischer Erzieher" mit dem Untertitel:Schulbote für Hessen". Am l. Juli soll die Uebersührung voll­endet sein. Für den Eintritt in den National­sozialistischen Lehrerbund ist die Mitgliedschaft zur NSDAP. nicht erforderlich.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch: Stadt­theater, 20 bis 22.15 Uhr,Hasenklein kann nichts dafür". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Blutendes Deutschland".

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, als 28. Vorstellung im Prittwoch-Abonnement zum letztenmal der Schwank:Hasenklein kann nichts dafür" von Mah­ner Mons unter der Spielleitung Karl H e y f e r s unb mit Ludwig ßinfmann vom Reußischen Theater Gera als Gast in der Titelrolle des Schnei­dermeisters Titus Hasenklein. Gewöhnliche Preise. Die Intendanz macht nochmals daraus aufmerksam, daß zu dieser Vorstellung durch Entgegenkommen der Reichsbahndirektion auch die auswärtigen Theaterbesucher aus der weiteren Umgebung zum Vorstellungsbesuch (zur Kontrolle und als Ausweis Fahrkarten an der Theaterkasse abstempeln lassen!) Sonntagsrückfahrkarten erhalten. Zur Ausgabe gelangen Karten von allen Bahnhöfen der Strecken: GießenNidda, GießenGrünberg, Gie­ßenButzbach, GießenNiederwalgern. Ende der Vorstellung bestimmt 22.15 Uhr. Am Freitag, 5. Mai, bleibt das Theater aus technischen Gründen geschlossen. Die an diesem Tage fällige Abonne- mentsDorftellung ber Freitag-Abonnenten wirb aus Samstag, 6. Mai, verschoben. Samstag, 6. Mai, 20 Uhr, 29. Vorstellung im Freitag-Abonnement mit einer Wiederholung des Volksstücks:Die vier Mus­ketiere" Dop Graff unter der Spielleitung oon Peter F a s f o 11. Gewöhnliche Preise. Ende 22.30 Uhr. Die nächste Wiederholung der Operette:ßifeloti von Künneke findet am Sonntag, 7. Mai, 19 Uhr, statt als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Operet- tenpreifen. Ende nach 21.30 Uhr. Ate nächste Neuinszenierung kommt am Dienstag, 9. Mai, das Lustspiel:Die deutschen Kleinstädter", Lustspiel von Kotzebue, unter Oberspielleiter Peter (yaffotts Regie mit Frau Auguste P r a s ch - G r e v e n - berg, Ehrenmitglied des Meininger Landes­theaters, ate Gast zur Aufführung.

Weih Ferdlkomml: Man schreibt uns: Weiß Ferdl. der unvergleichliche bayerische Hu­morist, der nicht nur von seiner Tätigkeit ant Platz!" in München her überall bekannt ist,

sondern auch durch seine urkomischen Filme, wie Wenn es dem Esel zu wohl wird",Schützen­könig".Links der 3far, Recht- der Spree", im ganzen Reich seine begeisterten Freunde hat, kommt am Samstag, 13. Mai. nach Gießen. Er gibt in der Volkshalle ein großesBayrisches Fest in Weih-Blau", bei dem sich Weiß Ferdl alle Herzen im Au erobern wird durch seine Fröhlichkeit, seinen echt Münchner Humor und durch seine Vielseitigkeit im Programm, das er mit seinen zwanzig Landsleuten bestreitet.

Besichtigung ber Gießener Hilfs- polizei. Am vorigen Samstaynachmittag nahm ber Lanbes.Polizeiführer für Hetzen, Oberst Feu­del-Sartorius, ber in Begleitung bes Polizei- führers oon Oberheffen, Major Baron von ber Reck e-Butzbach erschien, auf dem Trieb eine Besich­tigung ber Gießener SA.- unb SS.-Hilfspolizei vor. Dom Polizeiamt waren dazu Polizeidirektor Dr. Kayfer und Polizei-Oberinspektor Hoffmann, von der SA. Standartenführer E n g m a n n und einige weitere SA.- und SS.-Führer erschienen. Polizeioberft Fendel-Sartorius schritt zu­nächst die ^ront der Hilfspolizei ab, deren Führer und Mannschaften er in kameradschaftlicher Weise begrüßte. Anschließend nahm er die Besichtigung und Prüfung der Mannschaften vor. Am Schluffe der Besichtigung hielt er eine Ansprache an die Hilfs­polizei, bei Der er die bisherigen Ergebnisse der Aus­bildung anerkannte und die Mannschaften ber Hilfs- polizei ermahnte, ihr Wissen unb Können auf dem Gebiete des Polizeiwesens nicht nur zu bewahren, sondern es zum Besten des Dienstes für die Allge l.einbeit noch weiter auszubauen.

* * Heute Maienblafen. Von 19 bis 20 Uhr findet vom Turm ber Johanneskirche Maien­blafen statt: 1. Choral Lobe den Herrn, den mäch­tigen König der Ehren. 2. (Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre oon Beethoven. 3. Wenn's Mailüfteri wehet, Volkslied.

Mieter-Jubiläum. Am 1. Mai waren es 25 Jahre, daß Frau Johanna Pfeiffer Witwe im Haufe Krofdorfer Straße 21 wohnt. Dieses Mieter-Jubiläum ist sowohl für die Mie­terin. wie für den Vermieter in gleicher Weise ehrend.

* Jahreshauptversammlung des Kurzschriftocreins oon 1861. Der Kurz- schriftverein von 1861 mit Damenabteilung Gießen hielt dieser Tage im VereinsheimEafö Ebel" seine ordentliche Jahreshauptversammlung ab. Dem Jah­resbericht war zu entnehmen, daß der Verein das Jahr 1932/33 gut überstanden hat. Der Mitgliederbe­stand behauptete sich Der größte Wert wurde auf die Unterrichtstätigkeit gelegt. Es fanden 25 Kurse 15 Softem- und 10 Diktatkurse mit einer Ge­samtteilnehmerzahl von 552 Personen statt. Bei dem Bezirksweitschreiben in Büdingen und dem Derbandswettschreiben in Bingen wurden zusam- men 79 Preise im Schnell-, im Schön- und im Richtigschreiben, in Verkehrs und Redeschrift er­rungen. Am Dereinswettschreiben nahmen 75 Da­men und Herren teil Die Handetekammer-Ge- schäftsstenographen-Prüfung bestanden 24 Mitglie­der, und zwar: 1 Mitglied in der Abteilung 180 Silben, 11 in der Abteilung 150 Silben und 12 in der Abteilung 120 Silben-Vorprüsungen. Der Vor- stand wurde mit einigen Ausnahmen wiedergewählt unb setzt sich wie folgt zusammen: 1 Vorsitzender Franz H a n st e i n, 2. Vorsitzender Paul Deh­ner, 1. Schriftführer Willi Brückmann, 2. Schriftführer Hans Werner, Rechner Fritz Ziegler, Bücherwart H Stein, Zeitungswart W Paulus, Beisitzer: Peter Jöckel, Etty Rieß, Sofie BepIer, Meta Amend, Kurt L e i p o 1 d und August Haas. Die Unterrichts- tätigfeit des Vereins fetzt am Dienstag, 2. Mai, wieder ein. Ein neuer Anfängerlehrgang beginnt am Donnerstag, 4. Mai, um 19 Uhr in der Goethe- schule.

DieZeietdeSTagesdetAtbeilinDarmstadl

Gauleiter Sprenger ipricht beim hessischen Staatsakt.

Das hessische Handwerk ans neuen Wegen.

Oer neue Handwerkskammerpräsident Müller-Mainz spricht in Gießen.

Am Sonntagnachmittag fand unter Leitung des komm. Vorsitzenden der Handwerkskammer-Ne­benstelle Gießen, Herrn Schimmel, Gro- ßen-Buseck, im dichtbesehten großen Saale der Liebigshöhe eine Kundgebung des ober­hessischen Handwerks statt, zu der viele Handwerksmeister aus der Provinz erschienen wa­ren. Der Saal war mit Hakenkreuzfahnen und weihroten Fahnen geschmückt. Als erster Redner sprach

Herr Soldan-Gießen,

Vertreter des Kampsbtmdes für den gewerblichen Mittelstand.

Gr sagte u. a.: Der große Abfchleifungsprozeß hat nun auch im Mittelstand begonnen. Heute ist es an euch, das wieder aufzubauen, was ihr in 14 Jahren habt zerstören helfen. Wäre in Adolf Hitler nicht der Retter erstanden, so wäre heute der Bolschewismus in Deutschland. Rach den furchtbaren Zerstörungen muß nun jeder Opfer bringen, um wieder aufzubauen. Nach der schmach­vollen Revolte von 1918, die der Anfang des Zerstörungswerkes war, hat sich alles organisiert, was Profit machen wollte. Nur der gewerbliche Mittelstand lieh sich alles gefallen, auch die scham­lose Inflation. Alles war bestrebt, sich die Taschen zu füllen. Damit wird jetzt endgültig Schluß gemacht.

Jn den handwerkervereinen unb Innungen hört oon heute ab das verhandeln unb kuhhandeln auf, es wird eine gewisse Diktatur dort eintreten.

Der gewerbliche Mittelstand ist mit seiner Or­ganisation zu einem vollständigen Wrack ge­worden. Darum ist der Aufbau schwieriger. Adolf Hitler hat für seine Rettungsarbeit am deut­schen Volke 4 Jahre Zeit verlangt. Dazu bedarf er eines jeden Hilfe. Wir geloben unserem Füh­rer, treu zu helfen und feine Befehle zu befolgen. (Lebhafter Beifall.)

Elektromeisser Gamer-WormS

erflärte u. a.: Wir Nationalsozialisten werden an die Bereinigung des Meisterprüfungswefens Her­angehen. Die Handwerkskammer wird in Zukunft der Lehrlingsausbildung ein wachsames Auge schenken. Wir werden dafür sorgen, dah die ge­setzlichen Bestimmungen über die Zahl der Lehr­linge auf das schärfste eingehalten werden. Wir werden auch daraus achten, dah die Meister dem Handwerkernachwuchs in sittlicher und moralischer Hinsicht immer ein leuchtendes Beispiel sind. Wir werden auch gegen die Geschäftemacher im Prüfungswesen energisch auftreten. Diese Leute bieten keine Gewähr dafür, weiterhin Prüfungs­meister oder -Dorsi^ender zu sein. Die Prüfungs­gebühr wird von uv i auf eine Höhe zurückgeführt werden, dah es auch'-, em ärmsten Gesellen möglich ist, feine Prüfung zu machen.

wir sind oon ber Hefen lleberzeugung durch­drungen, daß wir ein.; große Verantwortung tragen, wir Jlationalfoyaliffcn lassen uns auch fachliche Kritik gefallen, niemand wird der Mund verboten, wenn eie Kritik fachlich ist. wir werden aber nicht dulden, dah Querulanten unb Quertreiber aus dem Hinterhalt vergiftete Pfeile abfchiehen können. Sir haben den ehr­lichen willen, es im hessischen Handwerk so ein-

znrichten, daß alle wieder vertrauen haben können.

Dah bisher an die Spitze der Handwerker-Prü­fungskommissionen Nichthandwerker berufen wur­den, bedeutete eine Eelbstdegradierung des Hand­werks. Wir werden dafür sorgen, dah hier wieder Handwerksmeister an die Spitze kommen. Wir werden auch die Vorsitzenden oder Mitglieder der Fachverbände zur Mitarbeit heranziehen. (Lebhafter Beifall.)

Handwerkskammerpräsident Mütter-Mainz

führte u. a. aus:Für uns ist die Revolution ein sittlicher Begriff, der über alles geht. Aber diese Revolution muh getragen sein von der Idee des Dienstes an der Gesamtheit. Die Revo­lution muh die seelische Macht haben, das, was wir besitzen, zu verbessern und aufzubauen zum Wohle der Allgemeinheit. Wir bekennen uns zu der Weltanschauung auf der christlichen und sitt­lichen Grundlage: Alles für Deutschland, wieder Deutschland, nochmals Deutschland und bann erst die Welt.

Gewih brauchen wir die Weltwirtschaft, aber zuerst muh es eine gesunde unb lebensfähige Nationalwirtschaft geben. Erste Ausgabe ist es, für das nationale unb soziale Berbunbenfein Sorge zu tragen.

Wenn eine Staatsführung die Menschen ins Elend drängt, so hat der Staat kein Recht, sich Staat zu nennen, denn er ist dann kein Staat mehr. (Beifall.) Von diesem Gesichtspunkt aus haben wir das System der Nachkriegszeit be­kämpft. Jener Staatsführung des Marxismus haben sich damals leider auch die Beamten willig gebeugt, heute kommen sie zu uns, um uns zu huldigen. Auch wir im Mittelstand sagen: wir brauchen ein Berufsbeamtentum so gut wie wir ein starkes Heer brauchen. Wie unser Heer die deutsche Arbeit nach auhen hin verteidigen wird, so muh das Beamtentum durch Sauberkeit, Charakter und Festigkeit das Heer nach innen darstellen."

Der Redner beschäftigte sich dann mit der Politik des Zentrums, der Mittelparteien und mit dem Marxismus, wobei er zu einem ver­nichtenden Urteil für diese Parteien kam. In diesem Zusammenhang betonte er, auch die Füh­rung des Mittelstands sei nicht besser gewesen als jene Geschäftemacher um jeden Preis. Im Mittelstand müsse der Charakter wieder ein- kehren, der hier so sehr geschwunden sei. Die bisherigen Geschäftemacher hätten das Recht ver­wirkt, der Vollversammlung der Handwerkskam­mer beizuwohnen.Wir werden genau das Ge­genteil von dem tun, was bisher getan wurde. Das ist die neue Struktur der Handwerkskammer, dadurch stehen wir im Gegensatz zum Liberalis­mus. Die Handwerkskammer ist nicht dazu da. dah der Pfandmeister armen Menschen auch noch den letzten Pfennig nimmt. So wie bisher kann es im Mittelstand nicht wieder werden. Wenn das bisherige System weiter gegangen wäre, hätte kein Geselle mehr zur Selbständigkeit kom­men können und auch die Selbständigkeit der Handwerksbetriebe wäre verloren gegangen. Hierauf verwies der Redner auf die Notwendig­

keit des ausreichenden Schuhes für die Land­wirtschaft.

Ohne kaufkräftige canbwirtschasl kann es keinen blühenden Mittelstand geben. Die tandwirtschast Ist der Träger der Nation. Wir verlangen vom Mittelstand, dah er das anerkennt.

Der Dollstreckungsschuy für die Landwirtschaft war nur zu begrüßen, denn dort war es am not­wendigsten. Der Voilstreckungsschutz für den Mittelstand war auch schon ausgearbeitet und fertig, nur einer hat ihn nicht gewollt. Aber dessen Wollen wird bald ausgewollt fein (Zu­ruf: Hugenberg ) Dann kommt auch der Doll- streckungsschuh für den Mittelstand

Was überholt ist, muß zum alten Eisen gelegt und dorthin gebracht werden, wo da- Neue ge­formt wird. Auch in der Handwerkskammer wer­den wir mancherlei zu ändern haben. Ich werde über das, was in der Handwerkskammer vorge­gangen ist, eine Schrift verfassen, in der allo Geschehnisse niedergelegt und dem Handwerk zur Kenntnisnahme unterbreitet werden Wir wer­den die Männer, die jene Taten begangen haben, zur Rechenschaft ziehen. Wir verlangen das Be­kenntnis zu dem Grundsatz^ Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Jeder Mensch soll arbeiten und sich Besitz erwerben. Den Besitz, der durch den Fleiß der Hände und deS Geistes entstanden ist, werden wir immer verteidigen. Aber die Echiebergewinne werden wir unterbinden. In unserem ausgeplünderten Staat braucht natürlich der Wiederaufbau län­gere Zeit. Wir werden uns aber nicht beirren lassen und ruhig und zielsicher unseren Weg gehen.

Unser Führer Adols Hitler will nichts zerschla­gen, was gut ist, sondern er will bas gute von heute mit verwenden für den Neuausbau. Denn unsere Revolution ist nicht Vernichtung, sondern Ausbau.

Die nationale Revolution ist vollzogen, die so­ziale Revolution vollzieht sich nun, wenn die gesamte Struktur der Wirtschaft in neue Bahnen gc leitet wird. Wir bekämpfen die Warenhäuser und Konsumvereine nicht wegen ihrer wirt­schaftlichen Seite, sondern von volkspolitischen Ge­danken aus. Denn an der Stelle eines Warenhauses können viele Menschen leben, die auch bereit sind, mit Faust und Schwert das Vaterland zu verteidigen, während ein galizischer Schieber nie für Deutschland eintreten wird. Mit diesem Kamps erstreben mir auch, daß aus Gesellen wieder selbständige Meister werden können.

Wir müssen uns bestreben, dem Vorbild unseres Führers Adolf Hiller nachzuleben.

3eber muß immer so handeln, wie er wünscht, selbst behandelt zu werden.

Das ist die neue Gesellschaftsordnung, die auch im Mittelstand Platz greifen soll. In aller Kürze werden von der Handwerkskammer bedeutsame Maßnahmen getroffen werden. Wir werden alles tun, was not­wendig ist und das überwinden, was war. Der ärmste Handwerker wird bei uns genau so angesehen fein, wie der beffergefteQte. Wir vertreten den So­zialismus, daß der Reiche bereit fein muß. Dem Armen z u geben und nicht vom Armen noch zu verlangen.

Bei Arbeitsvergebungen verlangen wir, daß ber Reiche in ber Berufsorganisation zuerst bem Armen bie Arbeit zukommen läßt.

Die Kammer ist nicht ba.pi da, daß ber Reiche vor dem Armen geschützt wird, sondern wir werden dafür sorgen, daß der Arme nicht mehr von dem Reichen ausaebeutet wird. Wir werden auch nicht davor zu- rückschrecken, alles vor die Oeffentlichkeit zu bringen, was nicht so ist, wie es fein muß. Die kommende Vollversammlung der Handwerkskammer wird in der breitesten Oeffentlichkeit stattfinden, von jeder Innung können zwei Vertreter daran teilnehmen, um ihre Berufskollegen zu unterrichten.

Wir wollen aufbauen ein Reich der Sauberkeit, der Größe, der Ordnung und der Disziplin, auf das die ganze Welt mit Hochachtung blickt. Wir werden weiterkämpfen bis zum endgültigen Sieg und bis das große nationale Gefamtvolk zur Tat geworden ist. (Langanhaltender stürmischer Beifall.)

Der Versammlungsleiter Schimmel schloß dar­auf bie Äunbgebung mit begeistert aufgenommenem dreimaligen Sieg-Heil auf den Volkskanzler Adolf Hitler. Stehend sang die Versammlung bann bas Horst-Wessel-Lied.

StaatSminisserMüttek-und die hessischen Sparkassen.

Darmstadt, 2. Mai. (WSN.) Die Staate- Pressestelle teilt mit: Staatsminister Dr. Müller empfing am Samstag den Vorsitzenden bes Hessi­schen Sparkassen- und Girooerbandes, Justizrat Dr. Reh. Dieser gab bie Erklärung ab, daß die in dem Verband zusammengeschlossenen, von ihm vertrete­nen hessischen öffentlichen Sparkassen tatkräftig an dem nationalen Wieder­aufbau mitarbeiten würden. Das Ziel ber hessischen Sparkassen sei von jeher gewesen, den Spargebanten zu pflegen, die Kapitalbildung zu för­dern und damit die Wirtschaft zu heben und dem Vaterland zu dienen. Unberechtigte Eingriffe in bie Sparkassen-Verwaltungen müßten unterbleiben, das Sparer-Publikum brauche Ruhe unb Vertrauen. Der Staatsminifter dankte Herrn Justizrat Dr. Reh für feinen Besuch. Er wisse als Finanzmann genau, weich' hohe Bedeutung dem Sparkassen- wesen zukomme. Gern werde er bie hessischen Spar- kassen in ihrer Ausgabe, ben Sparsinn zu pflegen, in jeber Weise unterstützen. Daß unberechtigte Zwangsmaßnahmen gegenüber ben Sparkassen un­terbleiben müßten, sei selbstoerstänblich.

Entlassung von 20 polizeiosfizieren.

WSN. Darmstadt. 2. Mai. Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit:Oluf Grund des Reichsgeseyes zur Wiederherstellung des Berufs­beamtentums vom 7. April 1933 wurden folgende Polizeiosfiziere entlassen:

Standort Darmstadt: Polizeimajor Dr. Hamberaer: Polizeihauptleute Ahl, Bellof, Faber, Flcchsenhaar und Seeger: Polizeioberleutnan»s: Bert, Grebenstein. Knapp, Knierim und Müller.

Standort Mainz: Polizeihauptleute Kumpa und Moter: Polizeioberleutnants Götz, Johc und Klingelhvfer.

Standort Worms: Polizeihauptmann Ester.

Standort Butzbachs Polizeihauptmann Brom- mer; Polizeioberleutnants Jopel und Judith.

Die Entlassung von 20 Offizieren, zu der noch einige Versetzungen in den Ruhestand treten, be­deutet die Entfernung fast eines Drit­tels des Off izierlorps der Landes- Polizei. eine Säuberungsquote, die kaum in einem anderen Zweige des Staatsapparates er­reicht werden wird."