Ausgabe 
3.5.1933 Erstes Blatt
 
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Wie der Gesamtverband der Krankenkassen Deutsch­lands mitteilt, hat er seinen Eintritt in den Reichs- verband der Ortskrankenkassen E23., den Rechtsnach­folger des Hauptverbandes deutscher Krankenkassen ED., beschlossen, nachdem jetzt der Hauptverband deutscher Krankenkassen eine im Sinne der nationa­len Regierung liegende Neu- und Durchgliederung erfahren hat.

noch Wien unternehmen und voraussichtlich dann noch nach Rom reisen.

Der Reichsführer des Kampfbundes für Deut­sche Kultur R o s e n b e r g hat die Errichtung einer Zentral st elle für Theaterwesen anqe- ordnet.

3m Zusammenhang mit der Aktion gegen die Gewerkschaften ist derHessische D olks­freund" bis auf weiteres verboten worden.

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Oke Behauptung vom militärischen Charakter -er deutschen Polizei.

Ein unhaltbarer Beschluß des Effektivausschuffes.

Gleichschaltung bei den technischen Akademikern.

Der Bund angestellter Akademiker t e ch n i s ch-n aturwissenschaftlicher Be­rufe E. B. hat alle zur Eingliederung des Bundes in den neuen Staat notwendigen sach­lichen und persönlichen Maßnahmen getroffen. Damit ist die Gleichschaltung des Bundes erfolgt. 3n die Satzung des Bundes ist eine Be­stimmung ausgenommen worden, nach der nur noch Berufsangehörige arischer Abstammung die Mitgliedschaft erwerben können. Die Führung des Bundes liegt in den Händen der .beiden Bundesvorfihenden, Dr. il r b a n , Berlin, und Dr. Sander, 3ena, die beide, wie auch andere Mitglieder des Bundesvorstandes und der Ge­schäftsführung des RSDAP. angehören.

48. Kongreh der Balneologischen Gesellschaft.

Der 4 8. Kongreß der Balneologi- schen Gesellschaft, verbunden mit Tagun­gen der Zentralstelle für Balneologie, der Arbeits­gemeinschaft für wissenschaftliche Heilquellenfor­schung und des Standesvereins der reichsdeutschen Badeärzte, hat in Baden-Baden begonnen. Der Vorsitzende der Dalneologischen Gesellschaft, Wirk­licher Geheimer Ober-Medizinalrat Prof D. Dr. Dietrich leitete den Kongreß mit einem auf den Süddeutschen Rundfunk übertragenen Vortrag überDie Bedeutung der wissenschaftlichen For­schung für die Kurorte" ein. Er wies zunächst auf die gegenwärtige große Zeit der nationalen Er­hebung hin, die unser Denken und Empfinden mit freudiger Hoffnung auf ein einiges und wieder­erstarktes Vaterland erfülle. Die deutschen Kur­orte seien mit ihren Heilkräften ein besonders kost­barer vaterländischer Besitz zur Wiederherstel­lung der Gesundheit. Wissenschaft und Forschung seien es, die den Ruhm der deutschen Kurorte m die Welt getragen hätten. Kurort^Wirtschaft

Kurort-Wissenschaft seien bemüht, das für die Volksgesundheit und Volkswirtschaft so wert- volle nationale Gut der Heilorte als vaterländi­schen Schah zu pflegen und zu hüten.

Vom Reichsverband deutscher evangelischer Schulgemeinden.

Der Vorstand des Reichsverbandes deutscher evan­gelischer Schulgemeinden E. 23., Sitz Wuppertal- Varmen, begrüßt in einer Entschließung die macht­volle nationale Volkserhebung und die von ihr ge- trogene nationale Volksregierung. Er wird in voll­ster Ueberelnstimmung mit seinem alten Schulpro­gramm im Kampfe gegen den Geist der Gott- und Vaterlandslosigkeit und in der schweren und ver­antwortungsvollen kulturellen Aufbauarbeit im neuen Deutschland, im Geiste der Gottesfurcht und Vaterlandsliebe, den Urquellen unserer alten inne­ren und äußeren Volkskraft, nach besten Kräften Mitarbeiten. Der Verband tritt ein für die rechtliche Anerkennung und Sicherung der wahrhaft evan­gelischen Bekenntnisschule auf dem Bo- e*i,rbenrh zweckmäßig organisierten evangelischen Schub oder Erziehungsgemeinde, für die Schule mit der Bibel, in der warmherziger, zeugenkräftiqer Religionsunterricht die belebende Zentralsonne für Schule bildet^^ ^^"^^' Unb Unterrichtsarbeit der

Aus aller Welt.

Der Reichskanzler besucht ein Säuglingsheim.

. öerVölkische Beobachter" mitteilt ftat» l$r8tfandIcr Adolf Hi tler'über- raschend Kloster Lehnin bei Potsdam r? und besichtigte unter Führung Oberschwester auch das daran angrenzende ? 2 u g l l n g s h e . m. Der Reichskanzler in dessen Begleitung Reichsminister Dr. G o e b b e l s und Prinz A u g u st W i l h e l m v o n P r e u - äußerte sich sehr befriedigt über die Anlagen und unterhielt sich interessiert

Richtigstellung. 3n dem Bericht in unserer heutigen Frühausgabe über die R a - tionalfeier am 1. Mai im Städtischen Elektrizitätswerk ist im 4. Absatz durch den Ausfall einer Zeile eine Lücke entstanden. Richtig muß dieser Absatz wie folgt heißen: Nach der Ansprache von Herrn Direktor Stolte wurde während des Gesangs des ersten Verses des Deutschlandliedes die Fahne Schwarzweißrot auf dem Verwaltungsgebäude des Elektrizitätswerkes gehißt.

Die Bildung von Siudenienfchasten.

Das Hessische Gesamtministerium hat auf Grund des Reichsgesetzes über die Bildung von Studenten­schaften an den wissenschaftlichen Hochschulen und des vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich ein Gesetz beschlossen und mit Wir­kung vom 1. Mai 1933 ab in Kraft gesetzt, durch das über die Bildung von Studenten­schaften an der Landesuniver s i tät Gießen und der Technischen Hochschule Darmstadt folgende grundlegenden Bestimmun­gen getroffen werden:

Die bei der Landesuniversität Gießen und der Technischen Hochschule D a r m st a d t voll eingeschrie- denen Studenten deutscker Abstammung und Mutter­sprache bilden unbeschadet ihrer Staatsangehörigkeit die Studentenschaften ihrer Hochschulen.

Die Studentenschaften sind Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Bei der Immatrikulation hat jeder Student eine noch bestem Wissen und Gewissen verfaßte ehren­wörtliche Erklärung darüber abzugeben, ob seine Eltern und Großeltern deutscher Abstammung sind. Auf Grund dieser Erklärung entscheidet der Führer der Studentenschaft, oder ein von ihm mit dieser 2lufgabe betrauter Mitarbeiter über die Zugehörig­keit zur Studentenschaft. Gegen diese Entscheidung ist Berufung an einen Ausschuß möglich, der aus dem Rektor, zwei vom Senat zu bestellenden Hoch­schullehrern und den beiden Aeltesten der Studenten­schaft besteht.

Die Studentenschaft steht über den Parteien und Konfessionen. Parteipolitische und konfessionelle Be­strebungen sind ausgeschlossen.

Das Gesetz, das insgesamt 12 Paragraphen um­faßt, enthalt weiterhin eingehende Vorschriften über die Aufgaben, die Satzungen, die Vermögensverwal- tung und die Uebergangs- und Schlußbestimmungen. Oie Metunierstühung aus Anlaß der

Gondergebäudesteuer.

Die Regierung hat auch im Jahre 1933 int Staatsvoranschlag 3 Millionen Mk. für Mietun- terstühung bereitgestellt. Da sie nach dem hessi­schen Sondergebäudesteuergeseh den Bezirksfür­sorgeverbänden nur eine Beihilfe von etwa 2 Mil­lionen Mk. leisten mühte, geht sie also wiedeyvV

Aus der provknzialhaupistadi. Bilder vom J-stzug erbeten!

Angesichts dec Bedeutung des Feiertags der na­tionalen Arbeit am 1. Mai ist es für die Geschichts­schreibung von Gießen wertvoll, wenn die photo- graphischenAufnahmenvonallenfeft- lichen Ereignissen am Montag in unserer Stadt späteren Geschlechtern erhalten bleiben, wir bitten alle Mitbürger, die photographische Ausnah­men gemach-t haben, um kostenlose Einsendung eines Abzugesvonjedem Bilde. Das zu- sammengetkogene Material wird von uns geordnet und dem O'derhessischen Museum zugeleitek werden. Auf der Rückseite der Bilder wird zweck- mäßig die 'genaue Adresse jedes Einsen­ders angegeben. Mir bitten um umgehende Einsendung-

Nachlese zum 1. Mai in Gießen.

ilnferetm gestrigen Bericht über den Verlauf des Tag-es der nationalen Arbeit in Gießen sei ergänzenid nachgetragen, daß in dem Festzuge auch die/Gruppe der Gießener Postbeam­ten sehr stark vertreten war: einem Wunsche . von beteiligter Seite entsprechend weisen wir auf diesen' starken Aufmarsch unserer Postbeamten./ ^ gerne noch besonders hin.

Bei der gewaltigen Fülle von Einzelbildern in den verschiedensten Gruppen des großen Zu­ges toar es, wie wir in unserem gestrigen Be­richt schon hervorhoben, beim besten Willen ein­fach gar nicht möglich, für die Berichterstattung alle>Z ohne Ausnahme festzuhalten. Wir batten daher gestern schon um freundliche Rach­sicht gebeten, und wir wiederholen diese Ditte an alle, die sich in dem Bericht nicht verzeichnet sehen, heute noch einmal. Es bedarf dabei wohl keiner weiteren Begründung, daß der Grund für diese Lücken nicht etwa Geringschätzung der Mitwirkung ist, sondern einfach in der Begren­zung dessen liegt, was bei einer solchen Riesen­veranstaltung an Aufnahmevermögen menschlich überhaupt möglich ist.

Weiter sei noch da uns von den beteiligten stellen keine Mitteilung zugegangen istregi­strierend vermerkt, daß auch die Universität, die T,ov'nzialdirektion, das Kreisamt, das Polizei- cun'.. die Stadtverwaltung, die Reichsbahn, das -Postamt, die Kliniken, die Firma Bänninger nnd die Bezirkssparkasfe eindrucksvolle Betriebs- sc.eckr veranstalteten. 3n gehaltvollen Ansprachen wurde dabei die Bedeutung des nationalen Feier- Mes gebührend gewürdigt. Es sprachen: in der Llmversität deren Kanzler Prof. Dr. Rud. Herzog, vor der Provinzialdirektion in Gegen­wart des Provinzialdirektors G r a e f Direktor - W r e i> e, im Kreisamt Referendar Hahn, vor den Polizeibeamten Polizeidirektor Dr. K a v s e r un Stadthaus als Vertreter der Beamtenschaft Verwaltungssekretär Georg Pfeil und als Ver­treter der Stadtverwaltung der kommissarische Beigeordnete Rechtsanwalt Luley, vor den Reichsbahnbeamten Amtmann Dörr, vor den Postbeamten Postinspektor F a u st, vor dem Kli- nlkspersonal und Patienten der Betriebszellen- vorsiyende Herr Steinmüller und Dr. Lin­ke h a u n, vor der Belegschaft der Firma Dän- nmger der Mitinhaber der Firma Herr Dr. Pauly und der Vorsitzende der Betriebszelle Herr W a l t e r, in der Bezirkssparkasse Herr Direktor Zach eis und der Betriebsratsvor- schende Herr Held.

Wunschgemäß sei schließlich noch mitgeteilt, daß das Orchester unseres Stadttheaters unter Leitung von Kapellmeister Cuje sich ebenfalls bereit- willigst und völlig uneigennützig in den Dienst des großen Ereignisses.stellte und von sich aus in der Zeit von 12 bis 13 Llhr vor dem Heyer- Denkmal am Werner-Wall ein Promenaden-Kon- zert veranstaltete, ferner am Rachmittag den Fest­zug durch musikalische Llnterstützung bereicherte.

Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Dr. Eduard 6tabtler hat den Bundesführer des Stahlhelm um Ent he bung von seinen Pflich­ten als Mitglied des Bundesvorstands und Füh­rer des Stahlhelm-Studentenrings Langemarck gebeten.

Der vom Landbund als der früheren politi­schen Vertretung des thüringischen Landvolkes in das thüringische Kabinett gewählte Staatsrat Mackeldey hat seinen Eintritt in die RSDAP. erklärt. Damit ist die thüringische Regierung nun rein nationalsozialistisch zusammengesetzt.

*

Bei der Prüfung der Vorgänge anläßlich der Entschuldung der Begüterung des R e i ch s m i n i - sters Schlange-Schöningen auf Veran­lassung der Deutschen Rentenbankkreditanstalt durch den Reichskommissar Reichsminister a. D. Neuhaus hat feinen Anlaß z u Beanstan­dungen ergeben.

Der frühere Reichsjustizminister Professor Dr. Radbruch, Mitglied der juristischen Fakultät der Universität Heidelberg, ift auf Grund des neuen Beamtengesetzes (Beanstandung der politischen Be­tätigung) von der kommissarischen Regierung aus dem Lehramt entlassen worden.

überhaupt nicht haben. Die Polizei ist bei uns Länderangelegenheit. Der Reichswehr- Minister kann an sie gar nicht herqn, nicht einmal der Reichsinnenminister, der auf > dem Umwege über die Länderministerien nur seinen Einfluß mittelbar ausüben kann. Die Polizeitruppe also, die nur für die innere Sicherheit be- st im m t ist und als Hauptwaffe den Gummi­knüppel hat, jetzt als militärisch^ Kampftruppe zu rechnen, ist nicht nur formell, sondern auch sachlich widersinnig. Aber, darauf kommt es den Franzosen ja gar nicht. Ihnen liegt nur daran, die Wahrheit möglichst zu verschleiern und mit mühsam zu diesem Zweck zurechtgeklebten Maßstäben das Bild der militärischen Macht­verteilung in Europa zu verschieben.

Der Beschluß des Genfer Effektivausschusses ist noch nicht endgültig; er bedarf noch der Abstim­mung im Plenum der Abrüstungskonferenz. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen. Aber wir sehen doch deutlich den Weg, den Frankreich gehen will, und daraus ergibt sich für die deutsche Regie­rung wie auch für das deutsche Volk, daß recht­zeitig alle Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit wir nicht vor vollendeten Tatsachen stehen. Auch die französischen Zahlen­künstler können nun einmal nicht aus der Welt schaffen, daß Deutschland auf einen Grad der Be­waffnung heruntergedrückt ist, der nicht einmal zur Verteidigung d e r Landesgren­zen gegen Polen ausreicht. Sie können nicht bestreiten, daß wir auch technisch so gut wie wehrlos sind, mitten unter bis auf die Zahne ge­rüsteten Nachbarn.

Es ist also ein frivoles Spiel mit dem Begriff des Friedens, wenn das Anrecht gegen Deutschland nun fortgesetzt werden soll, vielleicht in der Hoffnung, daß die innere Umwälzung in Deutschland den Widerstandswillen der deutschen Regierung lähmen könnte. Falls etwa Paris wirk­lich damit rechnet, dann wird es schwer ent­täuscht werden. Der innere Llmschaltungspro- zeß in Deutschland hat sich so rasch entwickelt, daß heute die deutsche Regierung mit Recht behaup­ten kann, sie habe das gesamte deutsche Volk hinter sich. Was der deutsche Dele., gierte in Genf erklärt, das ist nicht nur Regio- rungsmeinung, das ist V o l k s m e i n u n g. Wir dürfen verlangen, daß uns das Recht auf Gleüh- berechtigung, das uns im Gegensatz zu dem fe- genannten Versailler Vertrag bisher vorenthaürn wurde, nun endlich zugestanden wird.

Die Reichskonserenz des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten beschloß die Aus­lösung des Reichsbundes zum 31. Mai 1933. Den Mitgliedern der Ortsgruppen wird zur Wahrung ihrer Ansprüche empfohlen, sich dem Nationalsozia­listischen Reichsverband Deutscher Kriegsopfer e. 23. anzuschließen.

mit den Kindern der Anstalt. Die gesamte Schwesternschaft des Klosters, beglückt übet Besuch, empfing den Kanzler, der von der Be­völkerung bei seiner Abfahrt stürmisch be­grüßt wurde.

Einheitsorganisalion aller Reichsbahnbeamkeu.

In Berlin wurde von führenden Vertretern der Reichsbahnbeamtenschaft gemäß den Richtlinien der Führung des Deutschen Beamtenbundes derBund Deutscher Reichsbahnbeamten" gegrün­det, um die organisatorische Zersplitterung der Reichsbahnbeamten zu beseitigen. Damit ist die Gleichschaltung einer der stärksten und zahlreichsten Beamtengruppen, nämlich der im Betriebe der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft bediensteten Be- amten und Beamtenanwärter, im Sinne der natio­nalen Bewegung und auf der Grundlage der Volks­gemeinschaft und des Führerprinzips erfolgt. Der Bund Deutscher Reichsbahnbeamten wird zur E i n- heitsorganisation aller in Frage kommen­den Beamtengruppen der Reichsbahn ausgebaut werden. Die Führuim hat, bestätigt durch den Füh­rer des Deutschen Beamtenbundes Sprenger, das Mitglied des Reichstags (NSDAP), Friedr. P e p p- Müller übernommen. Er berief in die Leitung des Bundes die Herren Rusch, Re b i s ch k e und Grüber- München.

(Einigung der deutschen Handelsvertreter.

Der Zentralverband Deutscher Han­delsvertreter-Vereine und der Ver­band reisender Kaufleute Deutsch­lands, für die in der Reichsvereinigung der Han­delsvertretergruppen im V. r.K. D. zufammenge- fchloffenen Handelsvertreter, haben sich zwecks ge- meinsamer Vertretung der Interessen der deutschen selbständigen Handelsvertreter (Handlungsagenten gemäß § 84 HGB.) in dem Z e n t r a l o e r b a n d Deutscher Handelsvertreter zusammen- geschlossen.

Schweres Flugzeugunglück.

Aus bisher nicht geklärter Llrsache stürzte ein von der deutsch-chinesischen Luftverkehrsgesell­schaft Eurasia kürzlich angekauftes Flugzeug in der Rähe von Traunstein am Chiemsee ab. Das Flugzeug, eine 3unfer8-W 34, die noch die deutsche ZulassungsnummerW 34 D 4" trug, be­fand sich auf einem Dauererprobungsflug, zu dem es in Berlin gestartet war. Die Besatzung, Flugmaschinist E i ch e n k l o h und Flugkapitän Wende, sowie die beiden weiteren 3nsassen Direktor Schmidt von der Eurasia und ein Fräulein Lister, kamen bei dem Llnsall u m s Leben. Das Flugzeug wurde zertrümmert.

Der französische Generalkonsul in Dresden tödlich verunglückt.

Der Kraftwagen des französischen Generalkonsuls in Dresden, la Berne de Garde, stieß mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Dabei verun­glückte der Generalkonsul tödlich.

von einem Elefanten angefallen und schwer verletzt.

Als dieser Tage der Direktor Heck des Mün­chener Tierparks Hellabrunn mit dem Elefanten­wärter Werner beim üblichen Morgenrund­gang den Hufbeschnitt des ElefantenbullenBoy" besah, schlug plötzlich dieser mit einem gewal­tigen Schlag des Rüssels die beiden so an die mit Fließen getäfelte Wand, daß sie ohn- w ä ch t i g liegenblieben. Dann packte der Elefant den Wärter mit dem Rüssel, hob ihn hoch und warf ihn in die Ecke. Hierauf bearbeitete

2ler ohnmächtigen Direktor mit dem Stohzahn Die Verletzten wurden sofort in die Chirurgische Klinik transportiert. Direktor Heck hat eine Gehirnerschütterung, drei gebrochene Rippen und eine Prellung des rechten Beckens oavongetragen. Der Elefantenwärter Werner er- wüt Gehirnerschütterung und eine ziemlich schwere Kopfverletzung. *

Genf, 1. Mai. (TLI.) Der Effektivaus­schuß der Abrüstungskonferenz hat am Montag in namentlicher Abstimmung mit Stimmenmehr­heit den militärischen Charakter und die Kriegsverwendbarkeit der deut­schen Bereitschaftspolizei und der deutschen Polizeianwärter festgestellt und damit die Anrechnung dieser 38000 Mann der deutschen Polizei bei der künftigen Fest­setzung der gesamten deutschen Heeresstärke ge­fordert. Die Einberechnung der Bereitschafts­polizei wurde mit 13 Stimmen gegen die Stim­men von 3talien, den Vereinigten Staaten und .Ungarn, die Einberechnung der Polizeianwärter mit 9 gegen die Stimmen der Vereinigten Staa­ten, 3talien, Ungarn, Oesterreich und Holland beschlossen. Der deutsche Vertreter meldete die offiziellen Vorbehalte Deutschlands gegen diese Entschließung an. Ebenso brachte der ame­rikanische Vertreter, Oberst Strong, einen Vorbehalt gegen die Entschließung ein, da der Effektivausschuh nach amerikanischer Auffassung gegen Deutschland eine einseitige unge­rechte Methode angewandt habe, die bisher noch keinem anderen Lande gegen­über angewandt worden sei. Der Cffektivaus- schuß hat ferner mit 1 gegen 6 Stimmen be­schlossen, die deutsche Hilfspolizei nicht als eine Organisation militärischen Charakters anzusehen und somit bei der Festsetzung der deutschen Heeresstärke nicht zu berücksichtigen. Die Vertreter Frankreichs und Englands meldeten Vorbehalte gegen den Beschluß des Ausschusses an.

3m Hauptausschuß wurde bei der Durchbera­tung des englischen Abrüstungsplanes die Ent­scheidung und Abstimmung über sämtliche Artikel, zu denen deutsche oder andere Abänderungsvor­schläge vorliegen, bis zur zweiten Lesung zurück­gestellt.

Die Dinge in Genf entwickeln sich also für uns höchst unerfreulich. Frankreich zeigt eine geradezu fieberhafte Tätigkeit, um mit Hilfe seiner Vasallenstaaten eine 3folierschicht rund um Deutschland herumzulegen. Der Beschluß des Effektivausschusses, daß in Zukunft die deutsche Polizei als kriegsfähige Truppe anzusprechen ist, ist ein Erfolg in dieser Richtung: selbstverständ­lich gegen den nachdrücklichen Protest des deut­schen Vertreters, der vor allem darauf Hin­weisen konnte, daß wir eine Reichspolizei

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Kunst unv Wissenschaft.

Jahrhundertfeier der Züricher Hochschule.

Der Tao des 100jährigen Bestehens der Züricher Hochschule wurde unter Teilnahme zahl­reicher Ehrengäste festlich begangen. U. a. wohnten der schweizerische Bundespräsident Schultheeß und der Präsident der Züricher Regierung, S t r e u I i, den Feierlichkeiten bei. Vertreter in- und ausländischer Hochschulen, Akademien und wissen­schaftlicher Gesellschaften waren erschienen. Sämtliche Schweizer Kantone hatten gleichfalls Vertreter ent­sandt. Der Rektor der Universität Zürich, Professor Fleiner, hielt die Festrede. Daran schlossen sich die Gratulationen der Gäste. Auch die deutschen Hochschulen überbrachten ihre Glückwünsche. Die Feierlichkeiten fanden ihren Abschluß mit einem Bankett in der Tonhalle, bei dem der Bundespräsi­dent die Festansprache hielt. An das Bankett schloß sich ein großer Festkommers.

Rekloratswechsel an der Universität Berlin.

An der Berliner Llniversität wurde als Rachfolger des Strafrechtlers Professor Eduard Kohlrausch der Anthropologe Professor Eugen Fischer zum Rektor gewählt. Professor Eugen Fischer, geboren am 5. 3uni 1874 in Karls­ruhe, ist Direktor des Kaiser-Wilhelm-3nstituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eu­genik: er war früher an den Universitäten in Freiburg und Würzburg tätig und wurde 1927 an die Universität Berlin berufen. Von feinen Ar­beiten nennen wir:Die Rehobother Bastards", Anthropologie" (mit Schwalbe) undGrundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhy­giene" (mit Lenz und Baur). Professor O. W. Eduard K o h l r a u s ch, geb. am 4. Februar 1874 in Darmstadt, ist em namhafter Straf- und Pro­zeßrechtler der früher in Heidelberg, Königsberg und Straßburg wirkte und 1919 nach Berlin be­rufen wurde. Von seinen Schriften seien hier nur genannt:3rrtum und Schuldbegriff im ©traf- red>t ; Rechtsvergleichende Darstellung des Zwei- kampfes ,-Die Schuld":Trunksucht und Trun­kenheit im Strafgesetzentwurf."

Uraufführung

von Wilhelm fiubes Schauspiellofila.

Zu einer starken Kundgebung für den Oberpräsi- öenten der Provinz Brandenburg, Kube, gestaltete InnJh" ^ranffurt a. d. O. Am Abend

f T^?;L«raU'fute ,bc5 Ntorischen Schauspiels Ä2la Kub° im Stadt,h-ai-r

gatt, das der Verfasser der deutschen Jugend qe- widmet hat. Das Haus war ausverkauft. In vier Auszügen rollte das von vaterländischem Geist ae- das Problem Stad! und Volk behandelt Die Trager des Erfolges waren Intendant Robert Bürkner als Totila und Agnes Peh na u k als Svanhilde. Lange Beifalls- kundgebungen unterbrachen das Spiel oerfchiedent- lich auf offener Szene. Tosender Beifall am Schluß des Stuckes galt dem Verfasser sowie den Darskel- rn; 3" emer kurzen Ansprache dankte Oberpräsi- denk Kube sichtlich beweat für die ihm bereitete Auf- nähme und brachte ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler aus.

Konzert der Philharmoniker in Paris.

berliner Philharmonische Orchester, das in der Großen Oper vor ausverkauftem Hauke unter Leitung von Dr. Furtwängler sich dem Pariser Publikum zeigte, wurde mit Be­geisterung begrüßt. Man darf das Kon­zert wohl als den stärksten künstlerischen Erfolq bezeichnen, den das Orchester in Paris bis jetzt erlebt hat. Er wurde auch nicht durch den Ver­such der Vereinigung ehemaliger Kriegsfreiwilli­ger beeinträchtigt, durch Handzettel zum Boykott gegen dasHitler-Deutschland'' aufzurufen. Es kamen Werke von Beethoven, Richard Strauß undRichardWagner zum Vor­trag, deren meisterhafte Wiedergabe das Publi­kum zu spontanen Ovationen hinriß. i