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3.5.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 102 Erster Mit

General-Anzeiger für Oberhessen

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I 183. Jahrgang Mittwoch,3. Mai 1933

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N W. M M fFJ Chefredakteur

iwr Dr. Friedr. Wilh. Lange.

Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unb für den An« zeigentetl i.D.TH.Kümme!

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ReichsmmlsterGoebbels dankt den Helfern des 1. Mai.

Berlin, 2. Mai. (WTB.) Der Reich-Minister für Dolksaufklärung und Propaganda Dr. W©cb- b e l s hat folgenden Dankerlaß an dicHel - fer des Feiertages der nationalen Arbeit gerichtet:

Der Feiertag der nationalen Arbeit liegt hinter uns. Die größte Massenfeier der Welt ist so programmäßig und reibungslos verlaufen, daß nicht ein einziger U n g I ü rf s f n 11 zu beklagen blieb. Damit hat die dculfche Arbeiter­schaft ein Beispiel von Disziplin und geschlossener ft raft gegeben, wie es e i ri li g dasteht in der Geschichte der Volksbewegungen'aller Nationen.

Dem deutschen Arbeiter und darüber hinaus dem ganzen deutschen Volke gebührt in erster Linie Dank für diese hervorragende Lei- stung. Dank und Anerkennung haben ebenso dic> ienigen verdient, die in wochenlanger, aufvMrnder Arbeit den großen Tag vorbereitet u>nd geleitet haben. Dies gilt insbesondere für d» e Ingenieure und Arbeiter, die den- platz herrichteten, die Mitarbeiter des Rund­funks, der Stadt Berlin, der Telefunken-ÄO^VM Bewag und der Feuerwehr. Nicht zu nergefien auch ist die musterhafte Vorbereitungsarbvi^-die die deutsche Presse geleistet hat.

Die Arbeiter und Beamten der Reichsbahn und der BVG. haben die ihnen gestellte Aufgabe, den Massenverkehr zu bewältigen, in vorbildlicher Weise gelöst. Nicht zuletzt haben SA., SS. und vor allem die nationalsozialistischen B e trieb s- zellenorganifationen den reibungslos«! Verlauf des ganzen Tages gewährleistet.

Wenn derFeiertag der nationalen Arbeit" ein unvergeßliches Erlebnis aller Deutschen gewesen ist, wenn er z u einem gewaltigen Ausdruck der jungen Volksgemeinschaft wurde, fo gebührt allen denjenigen, die diesen Tag möglich machten, der Dank des ganzen Volkes.

Ich spreche allen meinen Mitarbeitern, die dazu beigetragen haben, daß der 1. Mai ein voller Erfolg geworden ist, meinen Dank und meine 21 n> erkennung aus.

Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda.

Gez.: Dr. Goebbels.

Die Maifeier im Konzentrationslager Osthofen 115 politische Häftlinge in Hessen auS der Haft entlassen.

WSR. D a r m st a d t, 2. Mai. Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Das Fest der nationalen Arbeit und der sozialen Versöhnung hat auch im hessischen Konzentra­tionslager Osthofen eine Gestaltung ge­funden, die allen Beteiligten, vor allem den Häftlingen, unvergeßlich bleiben wird.

Dormittags wurden die Häftlinge im Speiferaum, der über Dacht von der RS.- Frauenschaft Osthofen festlich geschmückt worden war, versammelt. Zwei Gesangvereine Männergesangverein 1848 undEintracht Ost­hofen" sangenLangschläfer wacht auf" und Heimat und Vaterland". Dann sprach der SS.- Sturmführer Bösel, der Adjutant des Lager­leiters, zu den Häftlingen über die Bedeutung des Tages. Darauf sangen die beiden Vereine gemeinsam den ChorDeutschland, dir mein Vaterland. Die seelische Wirkung der Feier auf die Häftlinge war eine sichtlich tiefe: vielen standen die Tränen in den Augen.

Aachmittags erschien der Staats komm issar für das Polizeiwesen in Hessen, Dr. Best, im Lager und nahm selbst die Entlassung von 115 Häftlingen ausschließlich Deutsche (nicht Juden) und fast durchweg Handarbeiter vor. In zwei Reihen traten die Häftlinge im Sonnen« schein vor dem Lagergebäude an. Staatskom­missar Dr. Best wies in einer kurzen Ansprache auf das Ziel des nationalsozialistischen Wollens, die Volkswerdung, und auf die Bedeu­tung des 1. Mai hin. Er befahl den zu entlas­senden Enthaltung von jeder politi­schen Betätigung und forderte sie auf, sich endlich mit eigenem Denken ein eigenes Urteil über ihre Stellung im Leben und zum Volke zu bilden.

Der 1. Mai 1933 im hessischen Konzentrations­lager Osthofen war eine Krönung der hingeben­den, mühevollen Arbeit des Lagerleiters, SS.» Eturmbannführer d'Angelo, unter dessen Leitung das hessische Konzentrationslager das vorbild­lichste Erziehungslager für politische Häftlinge geworden ist. v

Die erste Einziehung zur Arbeitsdienstpflicht.

Berlin, 3. Mai. (VDZ.) Vom Reichskommis­sar für den Arbeitsdienst werden alle Vor­bereitungen für die bevorstehende Einfüh­rung der Arbeitsdien st pflicht getrof­fen. Zu diesen Vorbereitungen gehört u. a. auch die Schaffung einesW irtschaftsamtes für den Arbeitsdien st", das u. a- die Aus­rüstung, Bekleidung. Schaffung von Unterkünften. Verpflegung usw. zu regeln haben wird. Als erster Arbeitsdienstpflichtjahrgang dürften die­jenigen zur Arbeitsdienstpflicht eingezogen teer- len, die am l.Oanuar 1 9 3 4 das 19. Le­bensjahr hinter sich haben, die bann,

Zwanzigjährigen. Don diesem ersten Jahrgang dürfte zunächst nur bie Hälfte einge­zogen werden, unb zwar für ben Zeitraum von sechs Monaten- Rach Ablauf biefer Frist würde die zweite Hälfte des Jahrgangs gleichfalls für sechs Monate einberufen werden. Der weitere Ausbau würde bann zur einiä brigen Arbeitsdienstpflicht führen Die Frage der weiblichen Arbeitsbienstpflichi dürste besonders geregelt werden.

Dr. Herbert Schmeidler, der für die Lei­tung des Wirtschaftsamtes für den Arbeitsdienst ausersehen ist, betont, daß bei Gewähr für eine absolute Sauberkeit der Arbeitsdienst neben der volkswirtschaftlichen wertvollen Arbeit der Dienstpflichtigen am deutschen Boden mittel­bar auch die gesamte deutsche Wirtschaft beleben soll. Deshalb werde das Wirtschaftsamt soweit wie möglich seine Aufträge nicht in eigenen R e - tziebetrieben ausführen, sondern sie der freien Wirtschaft zuführen. Dabei werde eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Aufträge über das ganze Reich und eine gerechte Berücksichtigung der Interessen von Indu­strie und Handwerk sowie Hand.?' und Gewerbe er­reicht werden. Anfragen und Gesuche sind indesien \oorerft zwecklos.

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Berirauenserklärung der Heimaipreffe.

Berlin, 28. April. (WTB ) Die in der Union der Heimatpresse" zusammengeschlossenen 70 Zeitungen aus allen Teilen des Reichs haben ihren Dorstanb beauftragt, der Reichsregierung .eine Dertrauenserklä- rung zu unterbreiten, in der es heißt:

Wir stellen uns einmütig hinter bie nationaleRegierung unb sind entschlossen, im Geiste unb im Sinne b c r natio­nalen Erhebung mitzuarbeiten an der Erneuerung des Reichs. Wir begrüßen zugleich dankbar bie Erklärungen des Herrn Reichskanzlers unb bes Herrn Reichsministers Dr. Goebbels auf dem Empfangsabend der auswärtigen Presse am 6. April.

Wir als bie Verleger jener beutschen Heimat- zeirimgen, bie in ihrer für deutsche Verhältnisse typisch eigenartigen Struktur sich ü b c r to i e - ?end seit Generationen im B e - ih trabitiondgebunbener Verle­ge r f a m i l i e n befinden, vertrauen aus die freie Entfaltung einer verant­wortungsbewußten Mitarbeit unse­rer Zeitungen an der Lösung der großen Ausgaben und erklären, daß wir einmütig hinter der Reichsregierung stehen."

Das 2tiefenfeuerü)ert aas dem Tempelhosm Jeld.

Den Abschluß der gewaltigen Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld bildete ein Feuerwerk, roip es in - slkhem Ausmaß feit Jahrzehnten in Deutschland nicht mehr gezeigt wurde. Riesige Feuergarben erhellen den nächtlichen Himmel.

Blick über den mächtigen Festplatz mit den versammelten Hunderttausenden auf den Fahnenhügel, der die Mitte des Tribünen-Rechlecks einnahm. Die abschließenden Fahnen hatten die Höhe von vier­stöckigen Häusern. Neben diesen Riesen umsäumten nicht weniger als 2000 kleinere Fahnen das Tempel­hofer Feld.

Die Gründung des Neichslufischuhbundes.

Berlin, 1. Mai. (TU. Amtl.) Auf Veranlassung des Reichsministers für die Luftfahrt, des Herrn Ministerpräfidenten Göring, fand die Grün­dungsversammlung des Reichsluftschuhbundes e. V statt. Der neue Bund wird auf nationaler Grundlage dem deutschen Volk die lebens­wichtige Bedeutung des zivilen Luft­schutzes vor Augen führen und streben, jeden Deutschen zur tätigen Mitarbeit zu gewinnen. Reben der Aufklärung und Werbung für den Luftschutz hat der Bund die Vorbereitung und Durchführung des Selbstschutzes der Zi­vilbevölkerung und die personelle Ergänzung des behördlichen Luftschutzes zur Aufgabe. Die Lei­tung des Reichsluftschutzbundes liegt in Händen des Präsidenten, Generalleutnant a. D. D. Grimme. Zum Ehrenmitglied wurde Reichsminister a. D. Dr. jur. Dr.-Ing. c. H. Kröhne in Anerkennung seiner besonderen Ver­dienste um die Entwicklung des deutschen Luft­schutzes ernannt.

Oer Reichsminifter für die Luftfahrt erläßt im Anschluß an die Gründung folgenden Aufruf:

Deutsche Männeri Deutsche Frauen! Seit dem Kriegsende verheißt man dem deutschen Volte die allgemeine Abrüstung. Die Wahrheit aber ist, daß die Welt heute mehr in Waffen starrt, als je zuvor. Tausende von Kriegsflugzeugen stehen rings um Deutschland. Jederzeit einsatz­bereit, während wir selbst in der Luft völlig wehrlos sind. Sogar die Abwehr von der Erde aus hat man uns fast völlig genommen. Dabei ist Deutschland durch die Luftwaffe stärker be­droht, als irgendein anderes Land. Jede deutsche Stadt ist für Dombenflieger erreichbar. Unsere wichtigsten Industrien liegen im nahen Wirkungs­bereich fremder Fliegerkampfkräfte.

Der Luftschutz ist daher zu einer Lebensfrage für unser Volk geworden. Er verlang! einen jahre­langen, zielbewuhten Ausbau unter fachmänni­scher Leitung und straffer Führung. 3n der Eigenart der Luftschuhmaßnahmen ist es aber auch begründet, daß die Arbeit der Behörden allein nicht genügt. Die verständnisvolle Mithilfe der gesamten Bevölke­rung ist Voraussetzung für den Erfolg.

Diese Mithilfe soll nunmehr, um jede Zer­splitterung der Arbeit zu vermeiden, der neuge­gründeteReichsluftschuhbund e. V." als allein dafür in Frage kommender Verband aus nationaler Grundlage herbeiführen. Er soll das deutsche Volk von der lebenswichtigen Bedeutung des Luftschuhes überzeugen und zu tätiger Mit­arbeit gewinnen. Er soll der Bevölkerung die Mittel und Wege für einen wirksamen Selbstschutz zeigen, ohne sich jedoch in farblosen Theorien zu erschöpfen. Er soll in den breiten Massen d i e sittlichen Kräfte wecken, die z u s e l b st l o s e r Arbeit und zu Opfern begeistern. Er soll in allererster Linie die moralischen Voraussetzungen schaffen, ohne die ein Volk nicht fähig ist, einen modernen Luftangriff zu er­tragen. Denn nur eine festgeschlossene, von un­beugsamem Lebenswillen beseelte Ration wird die­sen Gefahren widerstehen können.

Daher fordere ich alle vaterländischen Männer und Frauen auf, den Reichslustschuhbund nach Kräften zu unterstützen. Wer diesem Bund bei­tritt, wer tätig mitarbeitet ober ihn durch Geld­spenden fördert, trägt damit bei 3 u m eige­nen Schutze, zum Schuhe seiner Familie, seines Grundstückes oder Betriebes. Lr erfüllt aber auch gleichzeitig eine hohe nationale Pflicht. Ein Volk, das sich untätig und willenlos feind­licher Willkür preisgibt, hat feine Existenz ver­wirkt. Lin Volk aber, das den eifernen willen zur Selbfterballung in sich trägt, wird auch den

Gefahren aus der Luft erfolgreich trotzen.

Oer Präsident von Pern ermordet.

Lima, 30. April. (WTB ) Der Präsident oon Peru, Lutz Sanchez (Terra, ist ermordet worden. Als der Präsident die Rennbahn von Santa Beatri verließ, schwangen sich drei Manner auf sein offenes Auto unb feuerten einen Hagel oon Revoloerkugeln auf ihn ab. Bei ber Ver­folgung ber Mörder kam es zu heftigen Schießereien. Dabei wurden zwei oon ihnen getötet, ber dritte wurde festgenommen. General Benavides Con­seco ist zum Nachfolger des ermordeten Präsi­denten bestimmt worden. Präsident Sanche; (Terro war im Jahre 1931 aus der Verbannung zu­rückgekehrt und am 11. Oktober des gleichen Jahres zum Präsidenten gewählt worden. Im März 1932 wurde er bei einem Attentat an ber Schulter ver­wundet.

Kleine politische Nachrichten.

Reichskanzler Adolf Hitler hat den deut­schen Gesandten in Belgrad, Dufour-Fe- ronce, den Gesandten in Bukarest, von der Schulenburg, und den deutschen Gesandten beim Völkerbund, v. K e l l e r, empfangen.

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Der dänische und der polnische Gesandte sind vom Reichskanzler empfangen worden.

Reichsprovagandaminister Dr. Goebbels wird im Laufe dieses Monats eine Reiss