SJl.-'fpoit
Fußball-Ergebnisse
der Gießener Mannschaften.
Der gestrige Sonntag stand im Zeichen der Opferspiele. Der Kampf einer Kombination aus Mannschaften von Gießen und Wetzlar (auch ein Weilburger war dabei) gegen die 1. Elf von „Kurhessen" Marburg sah Die Gäste mit 0:1 als Sieger. Die kombinierte Mannschaft spielte ständig überlegen und hätte das Spiel mit 5:1 Toren gewinnen müssen Ein Strafstoß aber entschied das Spiel für Marburg.
Die Stadtmannschaft Gießen verlor in Wetzlar mit 3:2, die kombinierte der Spielvercinig-.ng verlor in Leihgestern mit 1:4.
Die 1. Jugend der Spielvereinigung gewann gegen die 1. Jugend von Wetzlar mit 4:1. — Die 1. Schülerelf verlor gegen Wetzlar (Schüler) mit 0:1 Toren.
Oie süddeutschen Endspiele.
Beide Endspiel-Abteilungen lieferten yroße Ueber- raschungen. In der Abteilung I schob sich die Spitzengruppe noch näher zusammen, so daß ein packender Endkampf bevorsteht. In der anderen Abteilung gab es sogar Führungswechsel: Eintracht Frankfurt mußte dem Lokalrivalen Sportverein weichen
In der Abteilung I trennten sich die beiden führenden Mannschaften 1. FC. Nürnberg und München 60 in München vor 12 000 Zuschauern mit einem Unentschieden von 1:1 (0:0), das auch den Leistungen entsprach. Die SpVg. Fürth kam zu Hause vor nur 1500 Zuschauern durch einen Elfmeter von Leupold und ein Selbsttor der Gäste zu einem 2:0 (1:0) Sieg über Phönix Ludwigshafen. Die große Sensation des Tages aber war die 1:0 (0:0) Niederlage, die der Deutsche Meister Bayern München in Mannheim gegen den SV. Waldhos bezog. 8000 Zuschauer sahen hier einen schönen Kampf, der erst sieben Minuten vor Schluß durch einen Treffer von Pennig entschieden wurde. Pirmasens kam in Kaiserslautern vor 3000 Zuschauern zu einem 3:1 (1:1) Erfolg.
In der Abteilung II lieferte Eintracht Frankfurt bei seinem Gastspiel in Worms vor 4500 Zuschauern in der ersten Halbzeit eine mäßige Leistung, so daß Worms mit 3:1 Sieger bleiben konnte. Glücklicher war der FSB. Frankfurt, der zu Hause vor 5000 Personen Mainz 05 verdient 3:0 (1:0) besiegte und sich somit wieder auf den ersten Tabellenplatz fetzte. Mit einem Punkt Abstand folgt die Eintracht. Alle anderen Mannschaften kommen nicht mehr in Frage. Eine weitere Ueberraschung des Tages war das 0:0 aus dem Spiel Bückingen gegen Stuttgarter Kickers. Dagegen konnte man mit dem 3:1 (2:0) Sieg von Phönix über KFV. im Karlsruher Derby rechnen.
Elli Beinhorn erhält den Hindenburg-pokal.
Der jedes Jahr für die beste Leistung der deutschen Sportfliegerei ausgesetzte Hindenburg-Pokal wurde vom Preisgericht der bekannten Fliegerin Clly Beinhorn (Hannover) zuerkannt, die auch den mit dem Pokal verbundenen Geldpreis von 10 000 Mark erhält. Entscheidend für den Air» teilsspruch war die Leistung von Elly Beinhorn auf ihrem Weltflug.
Um die Meisterschaft der Amateurboxer.
Für die Endtämpfe bei den Deutschen Meisterschaften der Amateurboxer, die heute abend statt- finden, haben sich in den einzelnen Gewichtsklassen die folgenden Leute qualifiziert: Fliegen: Spannagel (Barmen), Weinhold (Berlin); Bantam: Z i g l a r s k i (München), Beck (Düsseldorf): Feder: Tröblinger (Speyer), Kästner (Erfurt): Leicht: Schmedes (Dortmund), Leopold (Berlin); Welter: Franz (Duisburg), Mahr (Breslau); Mittel: Bernlöhr (Stuttgart), Hornemann (Berlin); Halbschwer: Pletzsch (Leipzig), Kyfuß (Gevelsberg): Schwergewicht: Voosen (Köln), Holz (Berlin).
„Hellblau" schlägt „Dunkelblau".
Englands Ruderwettkampf Oxford — Cambridge.
Eines der größten englischen Sportereignisse, der traditionelle Ruderwettkampf der beiden Alniversi- täten von Oxford und Cambridge, wurde am Samstag zum 85. Male auf der Themse auf einer 6850 Meter langen Strecke ausgetragen. Die Auspizien für diesen Kampf waren nicht sonderlich günstig. Es herrschte stürmisches Wetter und das Wasser war sehr bewegt. Trotzdem bekamen die nach Tausenden zählenden Zuschauer abermals einen hinreißenden Kampf zu sehen, aus dem Cambridge in 20:57 Minuten mit 2v/t Längen vor Oxford in 21:06 Minuten als Sieger hervor-- ging. Bom Start weg lagen zuerst die „Hellblauen" in Führung. Aach der ersten Meile schob sich aber Cambridge nach vorn und dehnte diese Führung immer weiter aus. Kurz vor dem Ziel lagen die „Dunkelblauen" schon um zwei Längen zurück. 2m Endspurt machte dann Cambridge noch eine Biertellänge gut.
Kurze Sporinoiizen.
Anerkannt wurde der am 24. Juli 1932 von Heinrich Brauch in Berlin aufgestellte Rekord im 20 Kilometer-Laufen mit 1:07:10.
*
Das Silberschild-Endspiel im Hockey wurde in Berlin nach sehr hartem Kampf von Brandenburg knapp mit 3:2 (1:1) gegen Norddeutschland gewonnen.
Wehlar und DHV. Turniersieger.
Die Mannschaften der 2. Kompanie in den Endrunden.
Die Gießener Turnerschaft (Männerturnverein und Turnverein von 1846) hat es auch in diesem 2ahre wieder unternommen, ein Hallen-Handballturnier in der Dolkshalle zu veranstalten. Der Gedanke hat viel Echo gefunden, denn nicht weniger denn 26 Mannschaften hatten Meldungen abgegeben. Es bedurfte vieler Vorbereitungen. Am Sonntagfrüh konnte das Turnier bereits beginnen. Die Hauptveranstaltung begann am Nachmittag mit einem begeisternden Einmarsch der Mannschaften, denen die Turnerfahnen vor- angetragen wurden. Die Handballspieler, herzlich begrüßt von einer stattlichen Zuschauerzahl (etwa 1400), sangen das Lied „O Deutschland hoch in Ehren". Der Einmarsch war würdigster Auftakt.
Rektor Kling hielt sodann eine kurze An- Ansprache. Er hieß die Spieler und die Gäste willkommen. Er gab seiner Freude über die starke Beteiligung Ausdruck, bedauerte aber, daß die Mannschaften der Sportvereine im WSN. nicht dabei sein konnten. Die Spiele des Tages sollten dartun, daß ein frischer Geist in der deutschen 2ugend lebe. Es solle dabei nicht vergessen werden, daß ein gemeinsames Band alle umschlinge: das Vaterland. Die Kämpfe des Tages sollten ein Beitrag zur Erstarkung unseres Volkes sein. Der Turner und Sportler stehe gleichzeitig hinter der nationalen Regierung und sei zu seinem Teil dazu verpflichtet, an der deutschen Einheit mit» zuwirken. Mit dem Bekenntniswort:„3n Treue fest, im Sturme treu" sand die kurze Ansprache ihren Abschluß. Gemeinsam wurde dann der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Der Kreis- spielwart Reih übermittelte sodann die Grüße
des Mittelrheinkreises. Er mahnte zur Ritterlichkeit, zur Ehrfurcht vor dem Gegner. Der Tag möge dem Handballsport neue Freunde gewinnen.
Die Kämpfe wurden in zwei Gruppen ausgetra- gen. Die Sieger wurden in Dor-, Zwischen-, Lor- schluß- und Endrunde ermittelt. Die Gesamtleitung lag in den Händen der Herren Ritsert (Mtv.) und Strack (1846). Eine Anzahl Schiedsrichter waltete ihres schwierigen Amtes. Die Freiwillige Sonitätskolonne versah den Sanitätsdienst, brauchte aber glücklicherweise in keinem ernsteren Falle ein- zngreisen. Die Spiele selbst vollzogen sich mit wenigen Ausnahmen sehr fair und nahmen meist einen sehr spannenden Verlauf. Es ließ sich feststellen, daß die Landvereine unserer näheren und weiteren Umgebung mit ausgezeichneten Mannschaften auftraten und den Mannschaften der Städte Gießen und Wetzlar energischen Widerstand boten.
Mit größter Spannung sah man den Endkämpfen entgegen. Mit Begeisterung verfolgte man die forsche Kampfesweise der beiden Mannschaften der zweiten Kompanie des hiesigen Bataillons. Umso überraschender kam das Schlußergebnis des Spieles der 1. Gruppe, noch überraschender aber das Ergebnis der 2. Gruppe. In der 1. Gruppe unterlagen die Soldaten nach hartnäckigstem (verlängertem) Kampf den Turnern von Wetzlar mit dem Ergebnis von 5:7 Toren, die 2. Mannschaft verlor gegen den DHV. mit nicht weniger denn 7:3 Toren. In der Vorschlußrunde lieferten sich die 1. Mannschaft der 2. Kompanie und die Mannschaft des Männerturnvereins einen großartigen Kampf, den die Soldaten mit 5:1 für sich entscheiden konnten. Besonderer Erwähnung bedarf ferner das Vorschlußrundenspiel
Garbenteich gegen 2. Kompanie II., das mit einem Unentschieden von 3:3 endete. Das Los entschied den Sieg für die Soldaten. Die Mannschaft von Garbenteich überraschte mit ihrem flinken Spiel und gab den Soldaten in nichts nach. Zu einigen weniger schönen Szenen kam es während dem Spiel zwischen Wetzlar 1. und Pohlgöns. Das Publikum verhielt sich dabei reichlich undiszipliniert. Die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit nahm jedoch einen glänzenden Verlauf. Eine Siegerehrung im Schützenhaus beschloß das Turnier.
Die Ergebnisse:
Vorrunde der Gruppe II: Tv. Lützellinden—Tg. Friedberg II 4:2 (2:2); Tv. Klein- Linden—Mtv. Gießen II 0:5 (0:0); Tv. Krofdorf—DHV. Gießen I 2:3 (0:2); Tv. Aliendorf an der Lahn— Tv. Hausen 4:1 (2:0); Tv. Heuchelheim—Tv. Garbenteich 2:2 (0:0) (durch Los entschieden!): Tv. Lauterbach—Tv. Wetzlar II 1:6 (1:2); 2. Komp. II—DHV. Gießen II 4:0 (3:0); Tv. Lich—Tv. 1846 Gießen II 1:5 (1:1).
Vorrunde der Gruppe I: Tg. Friedberg I—TuSpv. 1860 Marburg 4:2 (1:0); Tv. Lauterbach I—Mtv. Gießen I 0:7 (0:2); Tv. 1846 Gießen l—Tv. Pohlgöns 0:4 (0:2); 2. Komp. I —Polizei Butzbach 8:1 (4:0); Tv. Wetzlar I—Tv. Münchholzhausen 5:1 (3:0).
Zwischenrunde der Gruppe II: Lützellinden—Mtv. Gießen II 5:1 (2:0); DHV. Gießen—Allendorf 3:0 (1:0); Tv. Garbenteich—Tv. Wetzlar 4:2 (0:2); 2. Komp. 11—1846 Gießen il 9:2 (5:1).
Zwischenrunde der Gruppe 1: Tv. Friedberg—Mtv. Gießen I 3:5 (2:3); Tv. Wetz- lar-Pohlgöns 3:1 (1:1).
Handballvorschlußrunde Gruppe I und II: Turnv. Lützellinden—DHV. Gießen 4:5 (4:1), Tv. Garbenteich—2. Komp. II 3:3 (2:2); 2. Komp. I-Mtv. Gießen I 5:1 (2:1).
Handballentscheidungsspiele: 2.
Komp. II—DHV. Gießen (Gruppe I) 3:7 (2:2); 2. Komp. 1—Tv. Wetzlar 1 (Gruppei) 5:7 (4:5).
Die beiden Endspiele.
Die 1. Mannschaft der 2. Kompanie hatte sich mit einem sicheren Sieg über die Butzbacher
Polizisten (8:1) und einem zuverlässig errungenen Sieg über die Mtv.er (5:1) für die Endrunde qualifiziert. Die Wetzlarer kämpften sich nach der harten Begegnung gegen Pohl-Göns in die Endrunde durch. Das Spiel 2- Kompanie I gegen Wetzlar 1 nahm einen dramatischen Verlaus. Zur Halbzeit stand der Kamps 1:1. Es wurde sehr fair gespielt. Die Soldaten gingen zuerst in Führung. Die Wetzlarer glichen kurz vor Halb- zeitpfifs aus. Rach dem Wechsel führte abermals die Kompanie. Vor beiden Toren gab es immer kritische Situationen. Die Gegner waren sich fast völlig gleichwertig. Die Wetzlarer zeigten sich lediglich sicherer im Ballfangen. 3:3 endete das Spiel bei normaler Zeit. Der Kampf mußte verlängert werden. Diesmal gingen die Wetzlarer zuerst in Führung. Die Soldaten glichen aus. schossen auch ein zweites Tor, so daß sie bei der Halbzeit der Verlängerung mit insgesamt 5:4 Toren knapp führten. Sie schienen sich schon des Sieges sicher zu wähnen. Plötzlich gingen die Wetzlarer mit aller Energie an das Leder und erzielten tatsächlich mit zwei weitern Toren den verdienten Sieg. (Die Mannschaft des Siegers: Müller!; Pausch, Müller II; Reeg; Wagner, Dehnhardt (Hübner) Nolt.)
Das Endspiel der zweiten Gruppe vollzog sich weitaus einseitiger. Die DHV.er (in deren Reihen sich vier Mann der Spielvereinigung 1L03 befanden) zogen frisch vom Leder. Sie waren immer sehr rasch am Ball, kombinierten ausgezeichnet, während sich die Soldaten überhaupt nicht sanden. So fiel in regelmäßigen Abständen ein Tor nach dem anderen. Herbert konnte allein vier auf sein Konto buchen. Die Soldaten nahmen die Niederlage mit Würde hin- (Die Mannschaft des Siegers: Schmieder: Koch, Betz; Schwan; Herbert, Enders, Hahn.)
Die Schiedsrichter amtierten (mit geringen Ausnahmen, die das Gesamtbild ihrer Leistungen nicht stören konnten) recht gut. Die Zuschauer verließen befriedigt das Haus. Die Veranstaltung bewies, daß das Handballspiel im Gau Hessen und insbesondere in unserer engeren Heimat mit großem Eifer und Ernst betrieben wird. Dis Veranstaltung war für die Gießener Turnerschasr ein ideeller und sportlicher Erfolg.
Wirtschaft.
* Konkurse und Vergleiche im März. Im März wurden durch den „Reichsanzeiger" 467 neue Konkurse, ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung, und 221 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 475 bzw. 179.
* Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 29. März berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 90,9 (1913 = 100) gegenüber der Vorwoche (90,8) wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 82,1 (+0,6 v. H), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,2 (unverändert), industrielle Fertigwaren 111,4 (—0,1 v. H.), davon Produktionsmittel 114,2 (—0,1), Konsumgüter 109,3 (unverändert).
* Die Reichsindexziffer für d i e Lebenshaltungskosten im März. Die Reichs- indexzister für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") ist im Durchschnitt des Monats März um 0,3 v. H. auf 116,6 (gegenüber 116,9 im Vormonat) zurückgegangen. Es haben nachgegeben die Indexziffern für' Ernährung um 0,3 v. H. auf 106,2, Wohnung um 0,1 v. H. auf 121,3, Heizung und Beleuchtung um 0,1 v. H. auf 136,6, Bekleidung um 0,4 o. H. auf 111,1 und „sonstiger Bedarf" um 0,2 v. H. auf 162,0. Innerhalb der Gruppe Ernährung haben hauptsächlich die Preise für Eier und Butter nachgegeben; die Preise für Gemüse sowie für Fleisch und Fleischwaren lagen zum Teil höher als im Vormonat.
* Gründung der Henschel-Flugzeugwerke AG. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, ist am 30. März die Henschel Flugzeugwerke AG. mit einem Aktienkapital von 500 000 RM. gegründet worden, das sich ganz in den Händen der Firma Henschel & Sohn AG., Kassel, befindet. Die Gesellschaft beabsichtigt, ihren Betrieb zunächst in Berlin aufzunehmen. Mit dieser Neugründung geht die Henschel & Sohn AG., die auf dem Gebiete des Lokomotiv- und Fahrzeugbaues (Dieselmotoren) führend ist, auch zum Flugzeugbau über.
Berlin haussierend.
Berlin, 1. April. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Börse zeigt nicht das übliche Bild. Einmal war der Besuch geringer als sonst, zum andern stockte, allerdings nur aus technischen Gründen, die Kurs
festsetzung, so daß selbst gegen 11.30 Uhr noch ein großer Teil der ersten Kurse fehlte. Die Beschränkung der Boyl'ottbewegung auf den heutigen Samstag hatte bei Spekulation und Kundschaft stärkere Rückkaufneigung ausgelöst, die auf Materialmangel stieß. Das Fehlen der Limite zum Monatsanfang trug zu der Kursbewegung bei. Da die Kauforders sich auf fast alle Marktgebiete erstreckten, waren Plus-Plus-Zeichen die Regel.
Soweit Notierungen zunächst zustande kamen, waren sie bis zu 4 v. H. höher, Spezialpapiere wie Julius Berger, Rheag, Salzdetfurth usw. waren noch darüber hinaus um 9 resp. 6 v. H. gesteigert. Farben kamen zunächst auch nicht zur Notiz. Die Taxe lag bei 127 v. H. Außer der innerpolitischen Beruhigung spielten auch einige wirtschaftliche Momente bei der Tendenzgestaltung eine Rolle. Die» volle Placierung der Berliner Schatzanweisungen, die Verlängerung der europäischen Stickstoffabkommen, eine fühlbare Belebung in der rheinisch-westfälischen Großeisenindustrie, und eine, wenn auch erst geringe Erleichterung am Geldmarkt machten einen guten Eindruck. Auch Mannesmann erschienen mit Plus-Plus-Zci- chen, obwohl das Röhrengeschäft im März nach dem Bericht des Röhrenverbandes nach wie vor zu wünschen übrig ließ.
Auch im Börsenverlauf war man in der Hauptsache mit der Feststellung von Anfangskursen beschäftigt. Bei vielen Papieren wurde die Notiz bis zum Kassakurs ansaesetzt. Als bemerkenswert höher sind noch Bayern-Motoren, plus 7 v. H., Siemens plus 10,25 v. H., Deutsche Erdöl plus 8,75 v. H., Chemische Koks plus 6 v. H., Stöhr plus 5 v. H. und Reichsbankanteile plus 11,75 v. H. zu nennen.
Eine ärmliche Bewegung machte der Anlagemarkt durch. Während bei den Jndustrieobliga- tionen nur verhältnismäßig geringe Kursgewinne festzustellen waren, wurden die Deutschen Anleihen bei Plus-Plus-Notiz bedeutend höher taxiert. Altbesitzanleihe wurde mit 74 bis 75 und Neubesitzanleihe mit 13,5 genannt. Reichsschuldbuchforderungen gewannen gegen gestern etwa 2 bis 3 v. H. Auch im Verlaufe blieb die Stimmung allgemein recht zuversichtlich.
Am Geldmarkt hat sich die Lage nach dem Ullinio schon etwas entspannen können. Tagesgeld blieb aber mit 5 bis 7 bzw. 4,95 v. H. an der unteren Grenze zunächst noch unverändert. In Privatdiskonten, Reichswechseln und Neichsschatzanweisungeu war das Geschäft heute ganz gering.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 o. Sy Lombardzinsfuß 5 v. H. - - * *
Frankfurt o. M.
Serini
Schlußkurs
Schluß!. Abend- börs.-
Schluß» lurs
Schluß!. Mittag» börse
Datum
31.3.
1-4.
31-3.
1.4.
6% Deutsche Reichsanleihe o. 1921
84
84,25
84
83,75
6% efjem.7% Dl. ReichSani. v. 1929
95,5
96
90
95,75
5yz% Doung.Anleihe von 1930 ..
83
83
83,5
83
Deutsche Aill.-Ablüs.^chuld mit
Auslos.-Rechten .........
69,5
76
75,65
Desgl. ohne AusIos^Rechte......
1.25
13,4
—
13,4
6% ehein. 8% Hess. Bolksstaat 1929 (rtukzahkb 102%) ..........
83
_
86
Oberhesjen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechlen ........
_
Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Seriel mitAuStos.-Rechten
69,5
71,5
69
72
6% ehem. 8% Franks. Hhp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
86.25
88
6% ehem. 7% Franks. Hhp.-Vanl Goldpse. 16 unkündbar bis 1936
86,25
_
V/1% ehem. 4>/2% Franks. Hyp.
Bank-Ligu.-Pfandbriese .....
86,5
87
_
V/i% ehem. 4/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....
85,5
87,75
_
6% ehem. 8% Pr. Landespsand briefanslalt, Pfandbriefe R. 19
89
89
89
6% ehem. 7% Pr. Landespsand briefanslalt, Pfandbriefe R. 10
89
89
<% Oeslerreichischc Golvrenie....
13,4
13,4
_
14
4,20% Oesterretchische Silberrente
1,13
1,13
—
1,15
4% Ungarische Goldrente.......
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
—
—
—
—
—
4>/r% de-gi. von 1913 .......
—
—
—
_
6% obgesl. Goldmertkaner von 99
—
6,25
—
—
<% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Seriel ....................
4,7
4,65
4,75
4,8
5
5,2
4% desgl. Serie II .............
4,9
5
5
5,4
6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903
6,75
6,75
7
4%%Rumän.vereinh.Rentev.l913
4% Rumänische vereinh. Rente .
11,05
10,8
10,75
—
5.55
5
5 75
4,85
3*4% Anatolier ...............
26,3
24,75
.vranuuri u. jd(.
Serlm
Schlußkurs
Schluß!. Abend» börse
Schlußkurs
Schluß!. Miliag« börse
Datum
31.3.
1.4.
31.3.
1-4.
Hamburg.Amerika-Paket ....
0
18,25
—
18
21,75
Hamburg-Südam. Dampsschisf.
0
—
——
Hansa Tampsschiss ...........
0
—
—
—
33
Norddeutscher Lloyd .........
0
19,4
—
19.4
23
A G. sür Verkehrswesen Akt. ..
0
47.75
—
45,25
Berliner Handelsgesellschaft....
4
96
—
96,5
Commerz- und Prival-Bank...
0
—
53,5
—
53,5
Deutsche Bank und Discont»
Gesellschaft................
0
70
70
—
70
Dresdner Bank..............
0
61,5
61,5
—
61,5
Reichebank .................
1
137
148
135,25
146,25
A.E.G......................
0
27,25
32,25
27,4
32
Elektr. Liefcrungstgesellschaft ...
6
80
—
79
89,5
Licht und Kraft .....
6
97,5
102,75
95
103,75
Felten & Guilleaume ........
0
59
65
59,25
—
Gesellschaft für Elektrische Unter-
nehmungeu .............
•1
85
92
84,5
93,75
Rheinische Elektrizität ........
5
91
—
90
96
Schuckert & Eo..............
0
90,25
—
89,13
—
Siemens« Halske...........
142
156,5
144,75
158
Lahmeyer & Co..............
f)
]99
199
19?
130
Buderus ...................
(1
52
59,5
53,25
59
Deutsche Erdöl .............
•1
92
100
90,25
100
Gelsenkirchener..............
0
60
64,5
59
64,5
Harvener...................
0
8U5
84.5
80
85
£>oe[d) Eisen—Köln-Neuessen..
0
59
68
Ilse Bergbau .............
7
—
—
168
Ilse Bergbau Genüsse........
7
106
—
108.5
109,5
Klöcknerwerke ............
0
4,25
—
53,65
61
Mannesmann-Röhren........
0
62
69,75
61,5
69,5
Mansfelder Bergbau.........
0
26
25
26
Oberjchles. Kokswerke.........
0
—
72
77
Phönix Bergbau.............
0
40
45,5
40
45
Nheinlsckw Braunkohlen ......
.0
199
196
203
Rhetnstah. .................
0
—
75,13
83,75
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlußkurs
Schluß«. Abend» börs
Schluß« kurs
Schluß!. Miliag- börw
Saturn
31.3.
1-4.
31.3-
1-4.
Bereinigte Stahlwerke........
0
39
44
39,4
44,25
Olavi Äinen ...............
0
17
—
16,75
17,75
Kaliwerke Aschersleben........
6
125
128
124
129,13
Kaliwerke Westeregeln........
6
128,5
134,5
128,5
132
Kaliwerke Salzdetfurth.......
I
196,5
200,75
194
203
I G. Farben-I ouhrie.......
116
127,75
117,5
127
Scheideansiali..............
LO
160
—
—
Goldschmidt ................
O
49,25
55,5
49
—
RütgerSwerke ...............
O
48,25
52
48
54
Metällgelellschaft.............
0
36
36
36
36,5
Philipp Holzmann...........
Zementwerk Heidelberg ......
0
51
_
52
52,75
4
62,5
65
Eementwerk Karlstadt.........
O
—
—
—
Wayß & Frey tag ............
O
6,4
—
—
—
Schultheis Patzenhofer........
Aku (Allgemeine Kunstseide) ...
0
_
_
104
112,5
0
36
38
34,75
38,5
Bemberg ................
0
46
—
46
51
Zellstosk Waldhos ............
0
19,5
54
49,25
53
Zellstotz Aschaffenburg .......
0
25
25
25,75
27,9
Dessauer GaS ...............
7
—
—
109
114
Daimler Motoren..........
Deutsche Linoleum ..........
O
27,65
30
26,5
30,25
O
38.5
40,5
37,5
42
Orenslein L Koppel .........
0
45
50,5
Leonhard Tietz..............
G
25
26
22
27,25
Lhade ......................
12
—
—
122,5
129
Grttzner....................
O
-
33
34
Mainkrasiiverke Höchst a.M. ...
Ä
69,25
69
Süddeutscher Zuüer .........
6
152
153,75
154
154,5
Deoifenmarkl Berlin — Frankfurt a. 2H.
31. März
I.Apiii
Amtliche Notierung
Amiliche
Notierung
Geld
Brie
Geld
Brie
Helsingforo.
6,339
6,351
6,339
6,351
Wien.......
47,95
48,05
47,70
47,80
Prag.......
—
—
—
Budapest ...
——
—
—
—
Sofia ......
.4,047
3,053
3,047
3,053
Holtänd ....
169,23
169,57
169,43
169,77
Oslo.......
73,63
73,77
73,53
73,67
Kopenhagen.
64,24
64,36
76,23
64,14
76,02
64,26
Stockholm...
76,07
76,18
London .....
14,39
14,43
14,36
14,40
Buenos Aires
0,818
0,822
0,818
0,822
Neunori....
4,196
4,204
4,194
4,202
Brüssel-----
58,51
58,63
58,51
58,63
Italien.....
21,53
21,57
21,53
21,57
Paris .....
16,48
16,52
16,48
16,52
Schweiz ...
81,00
81,16
80,97
81,13
Spanien....
35,26
35,34
82,13
35,36
35,44
Danzig .....
81,97
81,97
82,13
Japan......
0,899
0,901
0,899
0,901
Rio ec Jan.
0,239
0,241
0,239
0,241
Jugoslawien Lissabon....
5,155
5,165
5,155
5,165
13,09
13,11
13,07
13,09
Banknoten.
Berlin, 1. April
Gelb
Brief
Amerikanische Noten..............
4,178
4.198
Belgische Noten..................
58,35
58,59
Dänische Nolen .................
63,77
64,03
Englische Noten .................
14,32
14,38
Französische Nolen...............
16,44
16,50
Holländische Noten...............
169,06
169,74
Italienische Nolen................
21,51
21,59
Norwegische Noten ..............
73.35
73.65
Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling
Rumänische Nolen...............
9.46
9.48
Schwedische Noten...............
75 85
78,16
Schweizer Noten.................
80 79
81,11
35,93
35 37
Ungarische Roten.............—


