Ausgabe 
3.4.1933 Erstes Blatt
 
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ganze Reichsgebiet umspannenden Bund nicht Sache einer Landesregierung sein könne.

Verbot aller Linksorganisationen in Braunschweig.

Braunschweig. 2. April. ($11.) Das Braunschweigische Staatsministerium erließ eine Verordnung zur Durchführung der Berordnung des Reichspräsidenten zuin Schuhe von Bolk und Staat, nach der im Lande Braunschweig bestehende Organisationen der k o m m u n i st i s ch e n und marxistischen Turn-, Sport- und Gesangver­eine. des Arbeiter-Samaritcrbundes, des Schach- vcreins, überhaupt derartiger Bereinigungen i m weite st en Ausmaß verboten werden. Auch die Wiedererrichtung gleicher oder ähnlicher Organisationen, sowie das Tragen von Abzeichen und Zeigen von Fahnen derartiger Bereinigungen wird in das Verbot einbezogen.

Kreimaurer-GroßlogeZur Eintrachts- Darmstadt begrüßt die nationale

Regierung.

Mainz, 2. April. (Lpd.) Die Große Frei­maurerloge «Zur Eintracht", Sih Darmstadt, deren Bundeslogen in Hessen, am Rhein und in Bremen sind, hat in ihrer gestrigen Großlogensitzung in Mainz fol­gende Kundgebungen beschlossen: Tele­gramme an den Reichspräsidenten, den Reichs­kanzler, den hessischen Staatspräsidenten, den Reichsinnenminister, den preußischen Innenmini­ster, den hessischen Innenminister und den Bre­mer Senat: '

«Die heute in Mainz tagende Große Frei­maurerlogeZur Eintracht", Sitz Darmstadt, be­grüßt aus inner st er Heberzeugung den Sieg der nationalen Revolution und ist getreu den für sie seit ihrer Gründung im Jahre 1846 maßgebenden Grundsätze zur Mitarbeit am inneren Aufbau freu­dig b e r e i t."

Weiter wurde folgende Kundgebung gefaßt: Die Große FreimaurerlogeZur Eintracht", Sitz Darmstadt, erhebt schärf st en Einspruch gegen die lügenhafte Greuelpropa- g a n d a innerhalb und außerhalb Deutschlands, die eine Herabwürdigung deutscher Ehre und deutschen Ansehens im Ausland bezweckt."

Rücktritt des Rektors der Frankfurter Universität.

Der derzeitige Rektor der Frankfurter Universität, Professor Dr. Gerlofs, ist von seinem Amt z u - rückgetreten. Es schwebt gegen ihn eine ganze Reihe von Vorwürfen, die innerhalb der Studenten­schaft zu beträchtlicher Erregung geführt hat. Die Polizei nahm den Rektor daher in Schutz ha ft, um ihn vor Gewalttätigkeiten zu schützen. Der kom­missarische Oberbürgermeister Dr. K r e b s sprach in seiner Eigenschaft als Mitglied des Kuratoriums der Universität dieser Tage mit dem Rektor. Im Anschluß an diese Unterredung hat sich der Rektor dann freiwillig zum Rücktritt entschlossen.

Oie Regierung appelliert an die Landwirtschaft.

Berlin. 1. April. (TU.) Der Reichsernäh- rungsmimster Dr. Hugenberg hat sich'mit einem Appell an die Landwirtschaft gewandt, in dem der deutsche Bauernstand auf­gerufen wird, die Folgerungen aus den bis­herigen agrarpolitischen Maßnahmen zu ziehen. Cs ist jetzt die Pflicht jedes Landwirts, bei der Frühjahrsbestellung die Betriebsführung darauf einzustellen, daß die Erzeugung wirtschaftseigener eiweißreicher Futtermittel gesteigert wird und ins­besondere für den Winter die notwendigen nähr­stoffreichen Futtermittel sichergestellt werden. Hierbei wird die Silofutterbereitung in wesent­lich stärkerem Maße als bisher herangezogen werden müssen. Alle die Landwirtschaft bera­tenden Stellen sollten der vermehrten Eiweiß- sutterproduktion ihr besonderes Augenmerk zu­wenden, um dadurch praktisch die P o l ick i k der nationalen Regierung zu unter­stützen und beim einzelnen Bauern Fehlschläge zu vermeiden.

Bisher wurden eiweißhaltige Futtermittel in dauernd steigendem Maße aus dem Ausland ein­geführt. Fetzt ist die Stunde da, um auch hier einen Wandel zu schaffen. Deutschland darf nicht eines Tatzes wieder, wie im August 1914, infolge t> Ausfalls der russischen Futtergerste vor der Rotwendigkeit eines neuen Schweinemordes, oder eines vielleicht noch schlimmeren Rindermordes stehen. Das Maismonopol wird aus diesen Grün­den auf allmähliche Verringerung des Oelkuchen- verbrauches, soweit dieser unmittelbar aus dem Ausland kommt, hinarbeiten. Bei konsequenter Durchführung der Fettwirtschaft wird sich auch zwangsläufig eine_ Verminderung des Oelkuchen- anfalls aus ausländischen Staaten im Inlands ergeben.

Erhebliche Reueinstellungen in der Landwirtschaft.

Berlin, 1. April. (WTD.) In der Land- wirtschaft macht sich die Wirkung der p l a n v o l - len Agrarpolitik der Reichsregierung be­reits deutlich bemerkbar. Die Zahl der Reu­einstellungen betrug in der ersten Wärz- hälfte 7852 Köpfe, während im Vorjahr in der gleichen Zeit nur 1191 neu eingestellt wurden.

Kleine politische Nachrichten.

In einer Reutermeldung ist davon die Rede, daß im Zusammenhang mit der Ernennung des Hauptschriftleiters desVölkischen Beobachters" Alfred Rosenberg zum Leiter der Außenpoli­tischen Ambes der RSDAP. der Reichsauhenmi- Nister Freiherr von Reurath seinen Rücktritt angeboten habe, da er in dieser Ernennung den ersten Schritt für die Ergreifung des Auswärtigen Amtes durch die Rationalsozia­listen sehe. Amtlich wird dazu erklärt, daß der Reichsaußenminister weder seinen Rück­tritt angeboten, noch er sich mit dieser Absicht trage.

Die Berliner Stadtverordneten­versammlung wählte in Abwesenheit der so­zialdemokratischen Fraktion mit allen übrigen Stimmen den Reichspräsidenten von Hlndenburg und den Reichskanzler

Adolf Hitler ,311 Ehrenbürgern der Stadt Berlin.

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2n Wiesbaden wurde unter dem jubeln­den Beifall der Stadtverordnetenversammlung, der Tribünen und der vielen Tausende, die vor dem Rathaus die erste Sitzung der neugewählten Stadtverordneten - Versammlung miterlebten, beschlossen, Reichskanzler Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt zu ernen­nen und den Schloßplatz von nun an Adolf-Hitler- Plah zu benennen.

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( Die Reichsregierung hat ein Gesetz beschlossen, 1 durch das der Reichsmini st er der Fi­nanzen ermächtigt wird, zur Finanzierung des voraussichtlichen Fehlbetrages des Rz. 1932

bi s zu 850 Millionen Reichsmark im Wege des Kredites zu beschaffen.

DerVölkische Beobachter" meldet,' daß der frühere Ordenskanzler des Iungdeut- fchen Ordens, Otto Bornemann, sowie der Pressewart des Ordens, August Abel ihren Eintritt in die NSDAP, mitgeteilt haben.

15 Jahre Zuchthaus im Prozeß Decker.

Der Kaufmann Becker, der. wie gemeldet, seine Frau, den Facharzt Dr. Boes in Halle und den Goldschmied Buchholz in Duisburg aus Eifersucht erschossen hatte, wurde vom Schwur­gericht in Halle zu 15 Jahren Zuchthaus wegen Totschlages verurteilt.

Schwerer Bombenanschlag auf ein Hamburger SA.-Lokal.

Großer Sachschaden, aber niemand verletzt. Elf Kommunisten unter Tatverdacht festgenommen.

Hamburg, 2. April. (TU.) In dem national­sozialistischen Lokal von Wucherpfennig in der Barmbeckstraße wurde am Samstag kurz nach 20 Uhr ein Bombenanschlag verübt. Eine bisher noch unbekannte Person warf in das Lokal eine n.it st arte m Spreng st off geladene Bombe, die dort explodierte, die Einrichtungs­gegenstände wurden vollkommen zertrüm­mert. Wie durch ein Wunder kamen die wenigen im Lokal anwesenden Personen mit dem Leben da­von. Die Polizei seilt mit, daß im ganzen drei Bomben verwapdt worden sind, von denen nur eine zur Explosion gebracht worden ist. Die Wirkung dieser einen Bombe war verheerend. In dem Raum, in dem sie mit ungeheurem Luftdruck krepierte, ist der Fußboden vollkommen au f geris­sen , die Wände und Decken sind durcyschlagen, sämtliches Mobilar zertrümmert und alle Scheiben zersprungen. Der Raum war in ein wüstes Trümmerfeld verwandelt. Eine Bombe, die in einen Nebenraum geworfen werden sollte, lag auf dem Fenster, wo sie sich in der Gardine ver­fangen hatte. In diesem Raum hielten sich der Wirt und einige Gäste auf. Die dritte Bombe wurde außerhalb des Lokales gefunden. Anscheinend hatte die Täter bei der ersten furchtbaren Detonation der Mut verlassen, diese Bombe zu werfen. Die Bom­ben sind 20 Zentimeter lang, aus Mannesmannroh­ren und mit Dynamit gefüllt. Sie sind nach dem Urteil des Sachverständigen von so hoher Explosionskraft und so empfindlich, daß sie nur unter Lebensgefahr entfernt werden können. Nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß ein Unglück in größtem Ausmaße vermieden worden ist, da der SA. - Sturm das Ver- kehrslokal zehn Minuten vor her ver­

lassen hatte. Das Attentat ist von kommunistischer Seite vorbereitet worden. In der Nacht vom 1. zum 2. April nahm die Polizei elf Personen fest, alles Angehörige der KPD. Die Festgenommenen stehen mit dem Atentat in Verbindung. Weitere Festnahmen stehen bevor.

Eine der Bomben konnte abtransportiert werden, die dritte mußte wegen ihrer hohen Explosio- empfindlichkeit anOrtundStellegesprengt werden. Die Polizei traf dazu umfangreiche Vor­bereitungen. Die umliegenden Häuser wurden g e - räumt, die Umgebung in weitem Umkreise ab­gesperrt, um die Bevölkerung und die Häuser zu sichern. Die Bombe, die am Eingang einer Terrasse neben dem SA.-Lokal lag, wurde mit st a r k e n Eisenbahnschwellen umgeben, die den Zweck hatten, die Sprengwirkung abzufangen. Unter sachkundiger Leitung eines Feuerwerkers erfolgte um 13 Uhr die Sprengung, deren starke Detonation viele Anwohner des dicht bevölkerten Stadtviertels an einen neuerlichen Anschlag glauben ließ. Dank der Schutzmaßnahmen hinterließ die Sprengung nur unmittelbar an der Stelle, wo die Bombe gelegen hatte, ein etwa fußtiefes Loch in den Steinplatten des Bürgersteigs und einige wenige unbedeutende Beschädigungen des unmittelbar angrenzenden Mauerwerks.

Der Polizeiherr hat sich mit den zuständigen Stellen des Reiches in Verbindung gefetzt und eine Verschärfung der Strafen des Spreng st offg es e h e s angeregt, um der ord­nungliebenden Bevölkerung einen erhöhten Schuh angedeihen zu lassen. Der Polizeiherr hat sofort alle dem Staate zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt, um Hamburg von diesen kommunisti­schen Terrorbanden zu säubern.

Aus der provinzialhauptstadt.

Hermann Mendelsohn f.

21m 31. März fand unter großer Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung eine tief er­greifende Trauerfeier am Sarge des verstorbenen Rechtsanwalts Hermann Mendelsohn statt. Geheimer Kirchenrat v. K r ü g e r leitete die Feier mit Eichendorsfs wunderbarem GedichtDer Ein­siedler" ein. Rechtsanwalt Em gisch hielt dem Freunde und Kollegen die Grabrede. Professor Dr. Kissinger (Darmstadt) weihte dem Bruder der Adelphia tiefempfundene Worte des Rachrufs. Die Hessischen Gerichte liehen durch den Präsi­denten des Landgerichts einen Kranz niederlegen, die Hessische Anwaltskammer war durch Geheimrat Windecker (Friedberg) vertreten. Dr.

pelmann feierte den Kriegskameraden und Landgerichtsrat T r ü m p e r t sprach für den Krie­gerverein. Reiche Kranzspenden legten Zeugnis ab von der allgemeinen Hochachtung und Beliebtheit des Verstorbenen, darunter Die 50er von 1868/1918, der Akademische Gesangverein und der Gießener Konzertverein, sowie der D.-Oe. 21. D., Sektion Oberhessen.

Der Verstorbene, geb. am 23. März 1868 zu Gie­ßen, verlebte seine Kinderjahre im Glanze des neuerstandenen Deutschen Reichs, dessen Grün­dungsfeier seine älteste Kindheitserinnerung war. Die aus dem Kriege heimkehrenden Soldaten hat­ten es ihm angetan; aus Bilderbogen wurden Soldaten aller Truppengattungen ausgeschnitten, getreu bemalt und aufgeleimt. Im Spiel lernte der Knabe so die ganze deutsche Armee kennen, und dieses Spiel wurde dem glühenden deutschen Patrioten zu ernster Wissenschaft. Er kannte jedes Regiment, seinen Standort, seine Uniform, Ab­zeichen, er wußte von jedem Gefecht Der Jahre 1866, 1870/71, welcher Truppenteil mitgekämpft hatte, ja er war ein lebendes Museum der deut­schen Armee und ihrer Geschichte in Krieg und Frieden.

Von 1877 bis 1886 besuchte er das hiesige Gymnasium, wurde mit dem S. S. 1886 Student und Mitglied derAdelphia", der er allezeit die Treue hielt, absolvierte pünktlich 1889 sein Fa­kultätsexamen und Daran anschließenD Den juristi­schen VorbereitungsDienst als Gerichtsaccessist", wie damals der Referendar genannt wurde, bis 1892 und bestand im Frühjahr 1893 das Staats- eramen mit?gut". Er, Der als Abiturient noch ein zierlicher, zarter Junge gewesen war, war hocherfreut, als er nun für militärDiensttauglich befunDen wurde und im Alter von über 25 Jah­ren beim Bayerischen 14. Infanterie-Regiment Herzog Karl Theodor in Rürnberg sein Ein­jährig-Freiwilligen-Iabr dienen durfte. Schnell gewann er Dort Die Achtung seiner Vorgesetzten unD wurde als erster und zunächst einziger aller mit ihm eingetretenen Freiwilligen befördert. Seine feurige Liebe zum Militär und feine nie versagende Energie ließen ihn alle Strapazen spielend ertragen, Unbequemlichkeiten, Schwie­rigkeiten und Beschwerden spornten nur seinen Eifer.

3n den folgenden Jahren 1894/97 wurde er im hessischen Staatsdienst als Hilfsgerichtsschrei, ber am Landgericht Gießen verwandt eine Stellung, die damals nur mit zum Richterdienst befähigten Volljuristen besetzt wurde und lei­stete zwischendurch weitere mllitärische Uebun- gen bei seinen Bayern in Metz ab. Hier lernte er aus eigener Anschauung die Schlachtfelder von 1870/71 kennen, die er noch oft besucht hat.

Als Vizefeldwebel wurde er zum Ofsiziersexa- I men zugelassen, das er hervorragend bestand. I

2lls es ihm versagt wurde, Richter zu werden, kam er im Sommer 1897 um seine Zulassung zur Rechtsanwaltschaft ein und ward nun feit dem 2. Juli 1897 hier am Landgericht Gießen Rechts­anwalt. Was er als Anwalt allen, Die mit ihm in Berührung kamen, seiner Klientel, seinen Kolle­gen und den Gerichten gewesen ist, wird unver­gessen bleiben. Bei Ausbruch des Weltkrieges meldete er, Der im 47. Lebensjahre stanD und also das dienstpflichtige Alter längst überschritten hatte, sich sofort zum Dienst und zog bald darauf mit dem Landsturmbataillon Gießen in den Westen. Sein glühender Patriotismus und seine soldatischen Tugenden bewährten sich auch hier, und schon zu Anfang 1915 erhielt er Das Eiserne Kreuz unD balD tourDe er zum Leutnant beförDert. Erst mit BeenDigung Des Krieges kehrte er, in­zwischen geschmückt mit Der Hessischen Tapferkeits- meDaille, zurück.

Allezeit hat er an seinen hohen Idealen fest- gehalten; schwere Jahre brachte ihm die Revo­lution und Der Zusammenbruch, aber Der schwerste Schmerz war es für ihn, Daß er als IuDe Die deutsche Revolution 1933 nicht so aus vollem Her­zen mitfeiern Durfte, wie er es gewollt hätte. Er, Der aufrechte .tapfere Mann, der es verschmäht hatte, vorteilsb"lber sich taufen zu lassen, obwohl er in keiner Weise dogmatisch-konfessionell eng» herzig dachte uno fühlte, muhte die schwere Ent­täuschung erleben, daß ihm als Jude versagt war, woran er mit ganzem Herzen hing.

Einer Der Edelsten, Der mit Dem Deutschen Volke unD insbesondere mit Gießen unD Oberhessen ver­wachsen war, ist mit ihm dahingegangen, ein hochgebildeter, vielseitig interessierter und kunst­sinniger Mann, der fein deutsches Vaterland kannte und liebte, wie es nur wenige kennen und leben.

Guter Geschäftssonntag in Gießen.

Der gestrige Sonntag als Ausklang Der Gießener Frühjahrs-Werbewoche brachte unserer Stadt starken Besuch aus Der Umgegend. Die Reichsbahn und die Kraftomnibuslinien hatten lebhaften Betrieb. Bei dem schönen Wetter herrschte in den Geschäftsstraßen sehr reger Publikumsverkehr. Erfreulicherweise pro­fitierte davon auch ein Teil unserer Geschäftswelt, die die Läden von 13 bis 18 Uhr geöffnet hielt, in befriedigender Weife. Unsere eigenen Beobachtungen wurden heute morgen durch Anfragen an verschiede­nen Stellen dahin bestätigt, daß im allgemeinen ein zufriedstellender Geschäftsgang zu verzeichnen war, der erheblich besser ausfiel, als man angenommen hatte.

Oie Sprechstunden beim Ministerium für Kultus und Bildungswesen.

Das Ministerium für Kultus und Dildungs- wesen wird tagtäglich von einer übergroßen Zahl von Besuchern mit Den kleinsten Anliegen über­laufen. Hierdurch wird die Arbeit der Ministerial- beamten empfindlich gestört, ja geradezu unmög­lich gemacht. Der Minister für Kultus und Bil- dungswesen ordnete daher an:Alle Lehrper­sonen haben mit ihren Anliegen den Dvrge- setztenweg einzuhalten über Rektor, Kreisschulamt bzw. Direktion oder Leitung. Erst der Ausweis eines der beiden letzten Aemter berechtigt zum Besuch des Ministeriums und der dazu erforderlichen Unterrichtsaussetzung. Die Sprechstunden hierfür sind 2Nittwochs und Samstags in der Zeit von 9 bis 13 äl h r. In allen anderen Fällen, in Denen der vorgenannte Weg nicht eingehalten wird, 1

ist Der Besuch dem Ministerium schriftlich in knappster Form mit Zweckangabe zu melden. Die Rückantwort von mir bestimmt Tag und Stunde der Vorsprache." w

Gleiberg-Verein.

Der stellvertretende Landrat des Kreise's Wetzlar, Regierungsassessor E n g f e r , hatte als Vertreter der preußischen Aufsichtsbehörde die Mitglieder des Gleibergvereins am Samstag zu einer außerordent­lichen Generalversammlung auf der Burg Gleiberg eingelaDen. Nach der Begrüßung der Anwesenden ging Regierungs-Assessor Enos er kurz auf die Örünbe ein, die bekanntlich in der außerordentlichen Generalversammlung imAquarium" in Gießen Anfang Februar den Gesamtvorstand zur Nieder- legung seiner Aemtcr veranlaßten, als in der Rege­lung der Burgwirtfrage keine Uebereinftimmung zwischen dem Vorstand und der Versammlung zu­stande kam.

Um dem zurückgetretenen Vorstand Entlastung erteilen zu können, trug dann Direktor Schäfer- Gießen als Kassierer den Kassenbericht vor. Die Kasse schloß in Einnahmen mit 4660,65 Mark, in Ausgaben mit 4600,75 Mark ab, so daß ein Bestand von 59,90 Mark verbleibt. Die Stoffe war von Büro­direktor Fabian- Gießen, Bürgermeister Brock- meier- Krofdorf und Amtsobersekretär Thome- .Krofdorf geprüft und für richtig befunden worden. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Es folgte anschließend die Verlesung des Geschäftsberichtes, aus dem hervorging, daß im verflossenen Jahr nur die dringendsten Reparaturen an der Burg ausge­führt worden sind. Aus dem Verein ausgeschieden sind 70 Mitglieder, neu ausgenommen wurden 12 Mitglieder. Zu Ehren der sechs verstorbenen Mit­glieder erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Im Anschluß an den Geschäftsbericht widmete Re­gierungsassessor E n g f e r Dem zurückgetretenen Vorstand Worte des Dankes für die dem Verein ge­leisteten Dienste. Nach dem Gutachten des Provinz- Konserootors sei der Zustand der Burg als sehr gut zu bezeichnen. Mit einem Appell an die An­wesenden, in der Werbung neuer Mitglieder uner­müdlich zu fein, leitete Assessor (£ n g f e r zum Hauptpunkt der Tagung, nämlich Der Wahl Des neuen V 0 r st a nd e s , über.

Rach eingehender Debatte, in ber einige Redner teils für Verschiebung der Wahl bis zur ordentlichen Generalversammlung, teils für Wahl ohne Benen­nung Des 1. VorsitzenDen eintraten, entschied sich schließlich Doch die Mehrheit für sofortige Wahl Der neun VorstanDsmitglieDer Einstimmig rourDe unter Anerkennung Der Dem Verein geleisteten großen Dienste Provinzialdirektor G r a e f - Gießen, Der leiDer krankheitshalber nicht persönlich anwesend war, zum 1. Vorsitzenden wiedergewählt in Der Er­wartung, Daß er Die Wahl annehmen wird. ^Als weitere VorstanDsmitglieDer wurden gewählt: Direk­tor M e n k e n - Kinzenbach, Professor K r a e m e r Gießen, Professor B 0 rnkamm - Gießen, Lehrer Praß- Krofdorf, Bauinspektor Mohr- Gießen, Bürgermeister Rinn- Heuchelheim, Baurat H i I lenbrand-Dillenburg, Studienrat Fabel- Wetzlar.

Allgemeiner Sichtvermerkszwang ab Mitternacht.

Im Reichsgesehblatt wird eine VerorDnung über Die Einführung Des allgerneinenSicht- ve r m e r ks z w a n g e s für alles Aus­reisen aus Dem Deutschen Reichsge­biet veröffentlicht werDcn. Der allgemeine Sicht­vermerkszwang soll bereits heute nacht 12 älhrinKraft treten, so Daß von Dieser Stunde ab Ausreisen aus Deutschland nur noch bei Vor» hanDensein Des Ausreifesichtvermerks möglich finD. Der Sichtvermerk wirD gebührenfrei von Den SichtvermerksbehörDen erteilt. Im übrigen bleibt abzuwarten, ob grundsätzlich Die Polizeipräfiden- ten, oDer ob Die Polizeiämter für Die Erteilung des Sichtvermerkes zuständig fein sollen.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Oden- wälder Heimatvereinigung: 20 Uhr, Cafs (Ebel, Ver­sammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 16, 18 und 20.30 Uhr:Blutendes Deutschland".

* Kriegsopfer-Versammlung ber NSDAP. Die von der NSDAP. Gießen für morgen Dienstag, 20 Uhr, vorgesehene Versammlung Der Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen und Rentenempfänger findet nicht im HotelViktoria", sondern im Cafe Leib statt. Gau-Hauptabtei- lungsleiter Storck und Landtagsabgeordneter Ziegler werden sprechen. Es wird in der Ver­sammlung die Möglichkeit gegeben, über alle Fragen auf dem Gebiete Der Kriegsopferversorgung und Der Sozialversicherung kostenlose Auskunft zu er­halten. Interessenten seien bereits heute auf Die morgige Anzeige aufmerksam gemacht.

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Die Rachsendung von. Postsen­dungen. Das Postamt Gießen teilt mit: Zu Anträgen auf Rachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Vordrucke zu benutzen, die an Den Postschaltern unD von Den Postzustel­lern zur Abgabe bereit gehalten werben. Die Der- toenDung Dieser amtlichen VorDrucke gewährleistet: die pünktliche Rachsendung der Post und ist Da­her zum Vorteil Der Empfänger.

** Reichsbahn-Sonderfahrt nach Baden-Baden. Eine Frühlingsfahrt nach Baden-Baden veranstaltet die Reichsbahn in der Zeit von Gründonnerstag, 13. April, bis einschl. Osterdienstag, 18. April. Der Sonderzug nur neue Eilzugwagen fährt am Gründonnerstag um 13 Llhr im Hauptbahnhof zu Franksurt ab. Ankunft in Baden-Baden 15.50 älhr. Der Fahr­preis (nur für den Sonderzug) ab Frankfurt und zurück beträgt nur 8,80 Mk. Rückfahrt am 18. April in Baden-Baden um 19.08 Llhr; Ankunft in Frankfurt 21.43 älhr. Fahrkarten für den Son- derzug und Gutscheine für älebernachtungen usw. find bei den Fahrkartenausgaben der Reichsbahn und bei allen Stellen des Mitteleuropäischen Reifebureaus erhältlich. Von allen Bahnhöfen, die nicht mehr als 100 Kilometer von Frankfurt entfernt find, werden bis Frankfurt Rückfahrkarten mit einer Ermäßigung von 40 Prozent ausgege­ben. Auskunft über die Sonderfahrt, Unterbrin­gung usw. erteilen die Fahrkartenausgaben und Die Stellen des Mitteleuropäischen Reifebureaus»

Wettervoraussage.

Die gestern bei Island gelegene Störung wan­dert nach Skandinavien weiter und befördert er­neut ozeanische Luft nach Deutschland. Der hohe Druck über Frankreich und der Biskaya kommt nicht recht zur Auswirkung, er begünstigt sogar noch die Zufuhr Der Westluft. Daher Dauert Der wechselhafte Witterungscharakter fort, so daß bei überwiegend wolkigem Himyiel auch verein­zelte Niederschläge auf treten werden. Die Tem­peraturen erfahren keine merkliche 2fcni)erung.

Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölkt, ziemlich kühl, vereinzelt Riederfchläge.