Ausgabe 
3.4.1933 Erstes Blatt
 
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Montag, 3.ApriIs933

183. Jahrgang

Nr. 79 Erstes Blatt

der führte eine eingehende Aussprache zwischen den pfälzischen Führern der NSDAP, und des Stahl- |

I Keims herbei. Die Verhandlungen ergaben eine

Einigung zwischen NSDAP, und Stahlhelm in der Pfalz.

Bürger ist, scheint er auch zu beabsichtigen, d i e preuhischeStaatsangehörigkeitaus- z u g e b e n. die er 1913 lediglich durch die Auf­nahme in die Akademie als ordentliches haupt­amtliches Mitglied erlangt hat. Die Preußische Akademie der Wissenschaften empfindet das agi­tatorische Auftreten Einsteins im Auslande um so schwerer, als sie und ihre Mitglieder seit alten Zeiten sich aufs eng st e mit dem Preu­ßischen Staat verbunden fühlen und bei aller gebotenen strenge Zurückhaltung in politi­schen Fragen den nationalen Gedanken stets betont und bewahrt hat. Sie hat aus diesem Grunde keinen Anlaß, den Austritt Einsteins zu bedauern."

N e u st a d t a. d. H., 2. April. (TU.) Der von den Stahlhelmbundesführern zur Schlichtung der Un­stimmigkeiten zwischen NSDAP, und Stahlhelm in die Pfalz gesandte Kommissar Oberst v o n L y l a n -

entschlossen, in den Staat hinein- z u w a ch s e n , den Staat zu gewinnen und ihn sich zu eigen zu machen. So wie der große König über Bismarck und seinem Werk die Hände und den Segen spendete, so stehl heute über uns die eherne Gestalt des großen Sol­daten des großen Krieges, gibt uns ihre Hand und reicht uns ihren Segen. 3n Hinden­burg und Hitler Hal das Reich wieder seine Grundfesten erhallen, und wir, die Ju­gend, wir schlagen die Brücke zwischen dem jungen Volkskanzler und dem greisen Generol- feldmarschall.

Wir haben uns in den vergangenen Jahren nicht mit dem billigen Wort getröstet, das die bürget* lützen Parteien für sich in Anspruch nahmen, wir hatten den Mut, dieses Wort umzukehren. Wir erklärten: Wer die Zukunft hat, der hat die Jugend! And weil wir in die Zu­kunft marschierten, deshalb, meine Kameraden, seid ihr hinter diese Regierung getreten und deshalb steht ihr, die Jugend der Reichshaupt- stadt, am heutigen Abend um diesen Stein ver­sammelt, um Bismarck und seinem Werke eure Huldigung und eure Verehrung zu Füßen zu legen. Jetzt haben wir Mut, weiter zu leben und weiter zu kämpfen. Das Reich kann und wird nicht vergehen. Die Einheit der Länder, die Bismarck formte, wurde von uns ergäir^t durch eine Einheit der Klassen. Wir wollen es dem großen Toten und seinem Ramen ge­loben: Das Reich ruht bei uns in sicherer Hut, wir werden es beschützen und verteidigen. So wollen wir uns denn in dieser feierlichen Nacht­stunde die Hände reichen. Arm ist Deutschland ge­worden, ober nicht ehrlos. Wir wollen uns zu jenem Worte bekennen: Was uns nicht um­bringt, das macht uns nur stärker! Zum dunkel überspannten Himmel erheben wir unsere Augen und unsere Hände und schwören: Ihr Sterne, seid uns Zeugen, die stille auf uns schauen, wenn alle anderen schweigen und fremden Götzen traun. Wir wollen das Wort nicht brechen, nicht Buben werden gleich, wolln predigen und sprechen, vom einigen Deutschen Reich! Wir heben die Hände und rufen: Das Reich, seine Macht und seine Stärke, das Voll, seine Gröhe und seine Einheit, der Generalseld- marschall, der über uns seine segnende Hand hält, Adolf Hiller, der uns führt Heil, Heil, Heil!

Die Versammelten stimmten stürmisch ein und sangen entblößten Hauptes das Lied:Flamme empor!" Dann wurden von den einzelnen Ver­tretungen der teilnehmenden Verbände die Feuer­sprüche gesprochen. Spontan sang die Menge das Horst-Wessel-Lied.

Annahme von Anzeige« sür die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20"mehr.

Chefredakteur.

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich sür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr §.Tbqriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn« zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

derer Personen in den Stahlhelm und seine Rebenorganisationen als Mitglieder ist bis zum 31. März 1934 einschließlich verboten."

Das thüringische Innenministerium bricht die Beziehungen zur Stahl­helmgauleitung ab.

Weimar, 1. April. (CNB.) Die Pressestelle des Staatsministeriums teilt mit: Der thüringische In­nenminister S a u ck e l hat dem Gauleiter des Gaues Saale-Thüringen des Stahlhelms, Rechtsanwalt Schönheit in Rudolstadt, einen Brief geschrieben, worin er auf den Ton hinweist, in dem sich die Stahlhelm-Gauleitung gegen Maßnahmen des Mi­nisteriums des Innern gewandt habe, und der vom Ministerium unter keinen Umständen ge­duldet werden könne. Das Ministerium bricht deshalb jeden Verkehr mit der (Bau­leitung bis auf weiteres ab und hat auch die Kreisamter Ostthüringens angehalten, das gleiche zu tun. Vom Stahlhelm wird dazu erklärt, daß die Bundesführung des Stahchelms hierzu sofort ditz Entscheidung der Reichsrcgierung her» beiführen werde da sie auf dem Standpunkt steh^ daß eine derartige Regelung gegenüber Mem düs

Die Berliner Jugend huldigt dem Andenken Bismarcks. Reichsminister Dr. Goebbels spricht über die Erneuerung des Reiches.

Volkes würdig war.

Die italienische presse erkennt die Disziplin an.

Rom, 2. April. (WTB.) Die ruhige und straff disziplinierte Durchführung des Boykotts jüdischer Betriebe wird von den Berliner Korrespondenten der italienischen Presse voll und ganz anerkannt. In ihren Be­richten wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß durch das Abflauen der Greuelpropaganda des Auslandes gegen das deutsche Volk eine Wiederaufnahme des Boykotts nicht mehr notwendig werde. Auch redaktionell "nehmen die Zeitungen weiterhin gegen die antideutsche Greuelpropaganda des Auslandes Stellung. (Sortiere della Sera, der das entschlossene und zielsichere Vorgehen des Reichskanzlers bei der politischen und moralischen Erneuerung Deutschlands sehr anerkennt, brand­markt die Haß- und die Verleumdungskampagne, die ein Teil der ausländischen Presse gegen Deutschland in Szene gesetzt hat und für die jedes Argument, selbst das konfessionelle, herhal- ten mußte, um damit der Reichsregierung auf jede mögliche Weise Schwierigkeiten und Ver­legenheiten zu bereiten. Man müsse bie Hoff­nung haben, daß das Verantwortungsgefühl in jene Zentren zurückkehre, die diese neue zweideu­tige und verleumderische antideutsche Propaganda inszeniert haben. Bereits seien Anzeichen für größere Vorsicht und Objektivität in der internationalen Beurteilung Deutschlands zu verzeichnen.

Amerika beruhigt.

Washington, 3. April. (Reuter-Funk- fpruch.) Der amerikanische Staatssekretär Hüll hatte am Sonntag eine telephonische älnterredung mit der amerikanischen Botschaft in Berlin. Er erhielt beruhigende Versicherungen über die Ordnung, in der der Boykott gegen die Juden durchgcführt worden ist. Ferner wurde ihm mitgeteilt, daß der Boykott am Mitt­woch nicht wieder ausgenommen wer­den werde, salls die antideutsche Agi­tation im Auslande sich gelegt habe. Es wird erwartet, daß die amerikanische Regie­rung eine Politik der Nichteinmi­schung befolgen wird und auf dem Standpunkt steht, daß die deutsche Regierung, wenn man sie in Ruhe läßt, den gegen die Juden gerichteten Handlungen ein Ende machen wird.

Eine weitere Erklärung Streichers.

München, 2. April. (ERB.) Bei einem va­terländischen Abend, den die Münchener Nc-DAP. zum Besten ihrer Kriegsopferversorgung veran» ftaltete, erklärte der Vorsitzende des Zentrallomi- tees Julius Streicher u. a.: Ich habe das Gefühl, daß wir am Mittwoch den Kampf nicht mehr weiter führen werden. Es wird das Millionen von Deutschen höchst be­dauerlich erscheinen, aber es muß trotz alle­dem D i s z i p 1 i n gewahrt werdem Es war nicht leicht, Zugeständnisse zu machen, aber Adolf Hit­ler kann nur schrittweise vorgehen Adolf Hitler hat das, was er erreichte, Stuck für Stuck erobern müssen.

Oie preußische Akademie der Wiffen- schasten gegen Einstein.

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schöpferischen und aus innerstem Antrieb wehr­haften Menschen, der nun sein Schwert führen kann aus einem helligen unbezwinglichen Glau­ben, daß es giü, der deutschen Seele ihr sicheres festes Haus zu schaffen und au wahren gegen dis Welt der inneren und äußeren Feindschaft. Dos Eiserne Reich Bismarcks schuf den Grund, auf dem wir stehen, in Ehrfurcht beugen tote uns an diesem Tag vor dem Eisernen Kanzler das Dritte Reich aber, nicht minder wehrkräf- tigen Geistes soll und wird ein Reich sein durch- strömt und beseelt von der Schöpferkraft deutscher Seele! Mit einem dreifachen Hoch dem deut­schen Vaterland, der Vereinigung von Weimar und Potsdam schlossen die Aus­führungen.

wurde entwaffnet, weil die deutsche Seele den Krieg verlor.

Es kam das Interregnum des zweiten neuen Reiches der Republik von Weimar die herrenlose, die schreckliche Zeit die seelenlose, zersetzende Zeit. Aber gerade in diese Zeit der Heimsuchung unseres Volkes fällt das Wie­dererwachen der deutschen Seele, die eine Be­wegung von fast religiöser Inbrunst und Gläu­bigkeit im deutschen Volke hervorrief, die bei­spiellos ist in der deutschen Geschichte. Lind diese Bewegung hob in den jüngsten Tagen i h r Drittes Deutsches Reich aus der Taufe, das seiner schicksalhaften Berufung nach mehr ist, weil mehr, als nur ein Eisernes Reich: Es ist daS mythische Seelenreich des glaubensstarken.

Klärung der durch Mißverständnisse entstandenen I und in der Hitze des politischen Kampfes mit ent- | sprechender Schärfe ausgetragenen Gegensätze, so daß der Zwist zwischen den beiden die nationale Er­hebung tragenden Verbänden als endgültig beigelegt gelten darf. Zur Durchführung einer engeren Zusammenarbeit wird der Stahlhelm einen Verbindun g#o ffizier bei der Regierung der Pfalz ernennen. Die beiden Verbände werden für die nächste Zeit gemein­sam eine Mitgliedersperre durchführen.

Ein Iahr Mitgliedersperre im Braunschweiger Stahlhelm.

Braunschweig, 1. Aprll. (TLI.) Der braun­schweigische Innenminister K1 a g g e s hat fol­gende Verfügung erlassen:Das Verbot des Stahlhelms, D. d. F., und aller seiner Neben­organisationen im Freistaat Braunschweig, hebe ich mit sofortiger Wirkung auf. Aus Gründen der Staatssicherheit dürfen n u r s o 1 ch e Personen als Mitglieds rvon neuem ausgenommen werden, die in den Stahl­helm und seine Nebenorganisallonen als Mitglie­der biszum 5. März d. 2. einschließlich ausgenommen waren. Sie Ausnahme an-

Die englische presse über die Boykottaktion.

London, 3. April. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter stellen fest, daß, abgesehen von dem Zwi­schenfall in Kiel, der Boykott gegen die Juden r u - big und planmäßig durchgeführt worden ist. Sie drücken die Hoffnung aus, daß der Boykott am Mittwoch nicht wieder ausgenommen werden wird.Daily (Erpreß sagt, niemand er- laubt sich, der deutschen Regierung Vorschriften zu machen. Aber die Nationalsozialisten mögen daran erinnert werden, daß eine Revolution nicht nur Ge­walttaten, sondern auch Großmut nötig hat, wenn sie ihren Gewinn konsolidieren will.Daily Telegraph" spricht die Meinung aus, bei einer Wie­deraufnahme des Boykotts auf längere Zeit würde, abgesehen von der unerfreulichen Wirkung im Aus- lanbe, auch das deutsche Wirtschaftsle­ben geschädigt werden.Times" erklärt, es sei in Deutschland das Gefühl des Mißwollens und des Mißtrauens sehr verbreitet, daß die jüdische Gemein­schaft eine derartige Machtstellung im Geschäftsleben habe, während sie doch nur 1 Prozent der Bevölke­rung ausmache. Feindschaft gegen den fleißigen, kleinen jüdischen Ladenbesitzer oder Händler gebe es nicht. Der Berliner Korrespondent derDaily Mail" sagt über den Boykott, die Ordnung und Ruhe dieser Aktion gegen eine nationale Minderheit hat auf den unbeteiligten Beobachter den tiefsten Eindruck gemacht. Der Boykott ist in einer Art und Weise durchgeführt worden, die des deutschen

Das Amusische des Ersten Reiches ist von voraus- schauenden Geistern schon zur Zett Bismarcks deut­lich erkannt worden. Nietzsche sprach es aus in schroffer und ungerechter Form. Lagarde ließ seine volltönende deutsche Seele aus dem Ungenüge am eisernen Gebilde des Bismarckreiches schöpfe­risch werden und entwarf in seinen Schriften ein umfassenderes kultur- und mythenträchtigeres Reich, in dem alle Schöpferkräfte des deutschen Men­schen nicht nur Raum hoben, sondern gestalthaften Ausdruck finden sollten. Und Richard Wagner endlich ließ in seinen Musikdramen den alles um­fassende Reichtum deutschen Wesens und deutschen Schöpfertums unmittelbare Gestalt annehmen. Das Werk Lagardes eine bewußte und unmittelbare, das Werk Wagners eine schöpferische Kritik am Bis­marckreich.

Dennoch hatte Bismarck, historisch gesehen, recht, wenn er der Eiserne Kanzler des Eisernen Reiches wurde: Denn das Reich mußte am Amboß geschmiedet werden, weil die deutsche Seele, schon verdünnt und verwässert durch die Ideen der Aufklärung, gar nicht mehr die Schöpferkraft hatte, von sich aus ein seelisch erfülltes Reich in den euro­päischen Raum zu stellen. Es gab wohl einzelne her­vorragende Menschen, in denen die deutsche Seele noch vollkräftig, unversehrt und unverflüchtigt, lebte, aber die breiten Massen, liberalistisch und glaubens­schwach wie sie waren, konnten nur und einzig in jener vorhandenen Seelen- und Zettlage auf dem Wege und durch das Mittel des Eisens zur großen Tat geführt werden. Der Eiserne Kanzler war geschichtliche Notwendigkeit!

Aber auch die Warner hatten Recht in einem zukünftigen Sinne, dessen Stunde noch nicht ge­schlagen hatte, die aber kommen mußte und kam! Besiegt wurde im Weltkrieg nicht die deutsche Waffe, sondern die deutsche Seele. Sie war von keinem unwiderstehlichen deutschen Glauben, von keinen strahlungskräftigen Idealen mehr erfüllt und darum brach sie zusammen. Auch der Dolchstoß war nur möglich in eine schwache Seele! Die marxistische Glaubenslo- sigkeit ist der Ausdruck innerster Niederlage deutschen seelischen Schöpfertums! Das Eiserne Reich erlitt seinen tiefen Fall, weil die Flügel des Glaubens schwach waren, das Eiserne Reich

Eine Bismarckfeier im Hessischen Lanbesiheaier

Eine Rede des Referenten für Kunst und Theaterwesen Dr. Kutz.

Berlin, 1.April. (TU.) Trotz der unfreundlichen Witterung, mit der sich der Monat April einführte, war die Bismarckwarte auf den 'Dlüggelbergen, wo am Samstagabend die Feier zum Geburtstag Bis­marcks stattfand, das Ziel vieler Tausender. Der Bismarckturm, von Scheinwersern bestrahlt, bot in­mitten des dunklen märkischen Waldes ein phan­tastisches Bild. Aus allen Richtungen kommend, marschierten mit klingendem Spiel SS.°, SA.- und Stahlhelmmannschaften. Stu- dentenabordnungen sowie der Gruppen der Polizei, des Hitler- und Bismarck- bundes usw. mit Fackeln heran, um den Alt­reichskanzler zu ehren. Auf dem Platz vor der Bis- marckwarte, den Treppen zur ersten Plattform und auf der Plattform selbst hatten SA.-Leute mit Fackeln Aufstellung genommen. Stürmisch begrüßt erklärte

Reichsminister Or. Goebbels:

Meine Kameraden! Ist es nicht ein wunder­bares Zeichen deutscher Wiederbesinnung, daß sich die Jugend der Reichshauptstadt, von der man einmal sagte, daß sie rot sei und rot bleiben werde, um dieses Ehrenmal eines großenTo- t e n versammelt, um ihm und seinem historischen Vermächtnis ihre Huldigung zu Füßen zu legen. 14 Jahre unendlicher Demütigungen und Verfol­gungen liegen hinter uns. 14 Jahre, in denen in Deutschland die Anarchie, die geistige Aus­lösung, der Marxisinus und die bolschewistische Dämmerung regierten. Bismarck und sein Erbe schienen vertan. Die Einheit des Reiches, so meinte man, müsse zerbrechen und die Einheit des Volkes hatte sich ausgelöst. Als im Jahre 1 848 in der Paulskircksie zu Frank­furt die Professoren zusammentraten, um das Reich zu erreden, da stand schon in Preußen ein Mann, der in sich die ileber^cugung trug, daß das Reich nicht am grünen Tisch er­handelt werden könnte, sondern daß das Reich aus Blut und Eisen erstehen würde. Die Erben, die nach Bismarck kamen, wären seines Erbes nicht würdig. Sie ließen jene starke innere Einheit, die Bismarck geformt hatte, wieder in sich zerfallen. Aber in den Jahren des Verfalls wuchs auch schon Wider­stand, wuchs die Selbstbesinnung und aus den Sorgen, Irrungen und Wirrungen, aus den see­lischen Nöten, die wir jungen Deutschen in uns trugen, brach dann ganz spontan und explosiv wieder der Gedanke des Reiches hervor, stieg eine Wiedergeburt der Nation empor.

Bismarck einte die Länder und gab dem Reich die Form. Dir einten die Klassen und gaben der Nation einen neuen Inhalt. Und heute steht nun die deutsche Iugend um dieses stolze werk versammelt, eine Iugend, bereit und

Darmstadt, 2. April (WSN.) Im großen Saal des Hessischen Landestheaters fand eine Gedenkfeier für den Altreichskanzler Otto von Bismarck statt, in Deren Mittelpunkt eine Rede des Referenten für Theater und Kunst Dr. W. Kutz stand. Als Ein­leitung spielte das Kammerorchester des Kampfbundes für deutsche Äultur unter Lei­tung von Kapellmeister Hans Simon die Sin- onie in A»Dur von Friedrich dem Großen. Dann olgte der Chor der Darmstädter Sänger Deutsches Dolksgebet". Anschließend führte Dr. Werner Kulz u. a. aus:Der große deutsche Mann, dessen Geburtstag uns heute zu einer Feier und zu einem Gedächtnis vereint Otto von Bismarck, war der Geburtshelfer des Deutschen Reiches, das den gewalligsten Sturm der Welt­geschichte bestanden hat und mag es auch zerschos- fen und beschädigt aus dem Wellkrieg hervorgegan­gen sein in seinen politischen und seelischen Grund­sesten noch heute besteht. Es ist kein Zufall, son­dern hat tiefen wellgeschichtlichen Sinn, daß das Bismarck-Reich allein durch das Eisen ver­wirklicht wurde, und der erste Kanzler der Eiserne Kanzler war. Preußen war die Waffe, die Bismarck vorfand, um seinen Traum zu verwirklichen, und Preußen war ein Gebilde, das sich inmitten alldeut­scher Zerrissenheit und Schwäche Ring um Ring mit dem Schwerte erweitert und zusammen­geschlossen hatte. Dieses preußische Schwert nahm Bismarck in die Faust und schuf jenes Preußen- Deutschland, das stark und mächtig in den Weltkrieg zog. Ts war in seinem guten Kern ein Reich des Eisens. Die Seelenkräfte des Deutschtums, die Kullurwellen, die religiösen, die mystischen Ur­kräfte traten darin zurück. Das Reich war, wenn man so sagen darf, amusisch. Es war kein Reich, in dem der Sänger neben dem König stand, kein Reich mit Arthurs Tafellunde.

Berlin, 1. Aprll. (TL1.) Der arnlliche preu­ßische Pressedienst veröffentlicht folgende Erkla- rang der Preußischen Akademie der Wmenschaf- ten:Die Preußische Akademie der Wissenschaf­ten hat mit Entrüstung von den Zei­tungsnachrichten über bi e Beteiligung Al­bert Ein st eins an der Gräuelhetze in Amerika und Frankreich Kenntnis erhal­ten. Sie hat sofort Rechenschaft von ihm gefor- bert Inzwischen hat Einstein seinen Aus­tritt aus der Preußischen Akademie der Wis­senschaften erklärt mit der Begründung, daß er X» Meanenf?nn?sJ1iäÄ« > h-Im-U »«handUmgen ergaben eine

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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