Ausgabe 
3.3.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 53 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Freitag, 3. März (933

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich fürPolitik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn- zeigcnteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.

Ser Reichskanzler gegen Alarmgerüchte des Auslandes.

Go bald wie möglich Rückkehr zur normalen Ordnung.

Ein Kanzler-Interview.

London, 3. März. (WTB.-Funkfpruch.) Der ^Berliner Korrespondent desDaily Erpreß' meldet ein Interview mit dem Reichskanzler, in dem dieser zunächst der Behauptung, der Reichstagsbrand sei von Rational- fozialisten angelegt worden, entgegen­tritt und sie als lächerliche Lüge bezeichnet. Er fügte hinzu: Europa sollte mir, anstatt mich falschen Spieles zu verdächtigen, lieber dankbar fein, daß ich energisch gegen die Bolschewisten vorgehe. Wenn Deutschland kommuni­stisch würde eine Gefahr, die solange be­standen hat, bis ich Reichskanzler wurde so würde es nicht lange dauern, bis der Rest des zivilisierten Europas von die­ser asiatischen Seuche ergriffen würde. Dec Reichskanzler fügte hinzu, die britische Re­gierung würde nicht anders gehandelt haben, wenn das Parlamentsgebäude in London in Brand gesteckt worden wäre. Eine Anfrage über die Gerüchte von einer bevorstehenden Rie- dermehelung politischer Gegner beantwortete der Reichskanzler mit geringschätzigem Lächeln: Es bedarf keiner B a r t o l o m ä u s n a ch t, wir werden die Feinde des Staates vor rechts- mähi gen Gerichtshöfen entsprechend den Gesehen aburteilen. Auf die Frage, ob die jetzige Aufhebung der persönlichen Frei­heit ein dauernder Zustand bleiben werde, er­widerte der ReichskanzlerRein"! Wenn die kommunistische Gefahr beseitigt ist, wird d i c normale Ordnung der Dinge wieder­kommen. Unsere Gesetze waren zu liberal, als daß es mir möglich gewesen wäre, angemessen und schnell genug mit dieser Unterwelt fertig zu werden. Aber ich selbst wünsche nur zu drin­gend, daß eine normale Lage sobald wie möglich wieder hergestellt wird. Vorher müssen wir aber dem Kommunismus ein Ende machen.

Prälat Kaas spricht in Trier.

Trier, 2 März. (CNB.) In einer Versammlung der Zentrumspartei erklärte Prälat Kaas, die Zentrumspartei fei jederzeit für eine nationale Sammlung eingetreten. Die Reichsregierung hätte vor das Parlament hintreten muffen, damit das deutsche Volk in aller Öffentlichkeit hätte feststellen können, auf welcher Seite das Versagen liege, auf der Seite der Regierung oder auf der Seite der Legislative. Warum habe man diesen Versuch nicht gemacht, und warum habe man die Aussprache vor dem Parlament vermieden? Das Zentruin sei be­reit und sei von jeher bereit gewesen, jede auf­bauwillige Regierung zu unterstützen und auch jede parlamentarische Mehr­heit zu bilden, die bereit und willens sei, da­für zu sorgen, daß wirkliche Aufbauarbeit geleistet werde.

Die Weimarer Verfassung sei auch sei­ner Tleberzeunung nach in mancher Beziehung et» neuerungsbcdürftig. Aber man dürfe nicht vergessen, daß in dieser Verfassung manches gegen das Zentrum beschlossen und daß ihm manche Bestimmung von anderen abgerungen wor­den sei. Die evangelische Bevölkerung habe übri­gens seinerzeit nicht mit dec Anerkennung zurück­gehalten, dah durch die Haltung des Zentrums nach der Revolution bzw. bei der Schaffung der Weimarer Verfassung das Vordringen des Bol­schewismus aufgehalten worden sei. Dr. Brü­ning habe in der Reparationsfrage die Tore für die Befreiungspolitik auf gestoben. Es sei leicht, durch eine offene Tür mit dem Ernte­wagen im Herbst einzufahren und Erntefest zu fei­ern und dabei den Sämann zu vergessen. Das Zentrum weiche dem Kampf nicht aus für ein starkes, soziales, friedliches, geeintes und befrie­detes Deutschland. Mit dem Deutschlandlied fand die stark besuchte Versammlung ihr Ende.

Noch immer Bayern und Reich

Staatsrat Schäffer zur Münchener Rede Papens.

München, 2. März (TU.) In einer Wahlkund­gebung der Bayerischen Volkspactei im Bürger­bräukeller wandte sich Staatsrat Schäffer gegen die Behauptung des Vizekanzlers von Papen, daß ein föderalistischer Umbau des Reiches möglich ge­wesen wäre^ wenn Bayern nur mitgemacht hätte. Staatsrat Schäffer erklärte: Es ist einfach nicht wahr, daß Herr von Papen Bayern irgend ein Angebot nach dieser Richtuny ge­macht hat und daß die bayerische Staatsregterung damals durch das Festhalten an der Weimarer Ver fassung eine Gelegenheit versäumt hätte. Wahr ist, daß ich persönlich am 13. Juli mit Mitgliedern des Kabinetts darüber gesprochen habe, ob ein Eingrei­fen in Preußen zu erwarten wäre. Die Antwort lautete: Kein Mensch denktdaran, in Preu­ßen einzugreifen. Acht Tage darauf, am 20. Juli, kam die Verordnung über Preußen. Ich habe dem Vertrauensmann der Reichsregierung, Frhrn. von Sersner, formulierte Anträge über einen föderali­stischen Aufbau des Reiches überreicht. Wir haben darauf keine Antwort erhalten. Vielleicht erinnert sich Herr von Papen daran, daß er mir selbst gesagt hat, daß, wenn auch dec Reichspräsi­dent und er persönlich an eine Entsendung von Reichskommissaren in die Länder nicht denke, doch die Nationalsozialisten im Kabinett diese Pläne verfolgten. Er wird mir zu­

geben, daß ich ihm selbst Material überreichte über geheime Besprechungen, woraus hervorging, daß auch gegen den Willen des Reichsprä­sidenten Kommissare in die Länder kommen sollten. Angesichts solcher Bestrebungen ist es be­greiflich, wenn in Bayern das Staatsbewußtsein er­wacht. Ein(Erfolg ist es, daß der Reichspräsident uns schriftlich die >Zusage gab, daß kein gewalttätiger Eingriff in die Rechte der Länder, insbesondere Bayerns, erfolgen wird.

DieM ünchener Zeitung" bezeichnet die Rede des Vizekanzlers v. P a p e n als die Rede eines Staatsmannes. Ratüclich enthalte

die Rede Angriffe in ganz bestimmten Richtungen und Abwehr gegen ganz bestimmte Vorwürfe. Aber sie seien in eine Form gebracht, die nicht verletzen solle. Sie seien ganz allge­mein gültig und böten somit einen Boden, auf den man sich treffen, aussprechen und verständigen könne. Es könne der Eindruck nicht verwischt werden, daß hier ein Staatsmann gezeigt habe, wie man Mbit in einer Wahlrede wirkungsvoll sprechen könne, ohne in die Riederungen der parreipolemischen Herabsetzung aller Anders­denkenden zu verfallen und ohne sich etwas zu vergeben.

Der neue Reichstag wird in der Potsdamer Garnisonkirche zusammentreten.

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Die Garnisonkirche in Potsdam (erbaut 1731 bis 1735), in der nach einem Beschluß des Reichskabi- netts dec künftige Reichstag zum erstenmal zusam- mentreten wird.

Berlin, 2. März. (TU.) Die erste Sitzung des neugewählten Reichs­tages findet in der Garnison­kirche in Potsdam statt. Es ist nicht das erste Mal, daß ein deutsches Parlament in einer Kirche tagt, hat doch die Nationalversammlung von 1848 und 1849 in der Frank­furter Paulskirche stattgefun­den. Die Potsdamer Garnisonkirche ist in den Jahren 1731 bis 1735 er­richtet worden. Ihr 88 Meter hoher Turm, von dem alle halbe Stunde das Glockenspiellieb' immer Treu und Redlichkeit" ertönt, ragt als einer der ältesten Potsdamer Wahr­zeichen über der Stadt. In diesem Gotteshaus befindet sich auch d i e Gruft Friedrich Wilhelm I. und Friedrichs des Großen. In der Garnisonkirche schlossen am 3. November 1805 Friedrich Wilhelm III. und Alexan­der!. von Rußland ihr Bündnis. Am 24. Oktober 1806 weilte Napo­leon I. an der Gruft Friedrichs des Großen und sprach hier zu sei­nen Offizieren, die Worte:Meine Herren! Nehmen Sie den Hut ab! Wenn der Mann (Friedrich der Große) noch lebte, stünden wir heute nicht hier". An der Kanzel befinden sich die Feldzeichen des Gardekorps. Einen besonderen Ehrenplatz haben die Fahnen des 1. Garderegiments zu Fuß über dem Sarg Friedrich Wilhelms I., Standar­ten des Garde du Corps und des ältesten Regiments der preußischen Armee, des Grenadier - Regiments König Friedrich II. (3. Ostpreußisches Nr. 4) hängen über dem Grabe des großen Königs.

Nachdem das Reichskabinett ge­stern beschlossen hat, die Potsdamer

Garnisonkirche zum Tagungsort des neu zu wählen­den Reichstages zu bestimmen, sind sofort die e r - st e n Vorbereitungen für die Umgestaltung des Gotteshauses eingeleitet worden Das Reichs­innenministerium ist nicht nur mit dem leitenden Geistlichen der Garnisonkirche in Verbindung ge­treten, sondern verhandelt auch mit dem Potsda­mer Polizeipräsidenten über die polizeilichen Siche­rungsmaßnahmen. Wie verlautet, ist bereits gestern abend ein besonderer Sicherheitsdienst eingerichtet worden, um etwaige Anschläge, ähnlich der Brandstiftung, von vornherein zu verhindern. Da im Kirchenschiff allein rund 1000 Sitz­plätze vorhanden sind, und die Bankreihen mit der Front nach dem an der Mitte der Längs­seite befindlichen Altaraufbau gerichtet sind, werden keine wesentlichen 23eränberunge« notwendig fein, umso mehr, da auch vor jedem

Sitz sich ein kleines Pult befindet. Der Altar selbst wird für die Dauer dec Benutzung als Parlament verkleidet werden. Für die Logen der Diplo­maten, der Ländervertreter und der Presse sowie als Publikumstribüne können d i e Emporen eben­falls ohne wesentliche Umbauten benutzt werden. Allerdings kann die Kirche in erster Linie nur als Plenum dienen. Die Aufenhaltsräume für die Reichsregierung, das Reichstagspräsidium, die Frak­tionen und die Abgeordneten selbst werden in bas Zioi 1 kasino gelegt werden, das geeignete Räume enthält. In Potsdam hat man die Nachricht von dec Verlegung des Reichstages an diese histo­rische Stätte Preußens mit großer Freude ausge­nommen. Oberbürgermeister R a uscher erklärte, daß die Stadtverwaltung die notwendigen Vorberei­tungen in großzügiger Weise treffen werde.

Ein neues Verkehrsprojekt für den Atlantik.

Gleichzeitig mit den in diesem Jahre pon_bem Luftschiffbau Zeppelin geplanten Südamerika-Fahr­ten und dem «üdamerika-Flugbootprojekt der Deut­schen Luft-Hansa unter Benutzung eines im Süd­atlantik kreuzenden, zu einer schwimmenden Insel umgewandelten Dampfers als Lande- und Tank- ftahon, werden die näheren Einzelheiten eines groß- angelegten irisch-amerikanischen Unter­nehm e n s bekannt, von dem die ersten Pläne und Vermutungen bereits vor einigen Monaten in die Öffentlichkeit drangen.

Dieses Unternehmen, dessen vorbereitende Arbei­ten nun soweit fertiggeftellt sind, daß man schon im Frühjahr an seine Verwirklichung zu gehen hofst, umfaßt einen kombinierten See- und Luftdienst auf der Strecke Europa- Nordamerika. Das Verkehrszentrum soll die irische Stadt G a 1 w a y an der Westküste Irlands werden. Die Galway-Bucht ist durch eine Reihe da­vor liegender Inseln ausgezeichnet gegen eturm geschützt und läßt sich leicht zu einem Hafen aus­bauen, den auch die größten schiffe anlaufen kön­nen. Durch einen SchneUdampferdienst wird Galway mit dem Hafen Halifax in Kanada verbunden

werden, und von beiden Häfen sind dann Luft- ocrbinöunaen nach den Wirtschaftszentren Europas und Amerikas beabsichtigt. Die Fahrzeit von Galway nach Halifax dauert drei läge, die Flugzeit von Berlin nach Galway rund neun Stun­den, und die Flugzeit von Halifax nach Neuyork oierdreiviertel Stunden einschließlich Zwischenlan­dungen, so daß es also möglich ist Neuyork von Berlin aus auf diese Weise in weniger als vier lagen ju erreichen. Die Fahrzeit von Lon­don aus wird um 1| Tage verkürzt. ParisMar­seille und Amsterdam sind von Neuyork in drei­einhalb Tagen zu erreichen, Moskau in vier Tagen. Selbst unter Zurechnung einer Verzögerung durch ungünstige Witterungsverhältnisse werden also auf dem Wege BerlinNeuyork immer noch 2 b t s 2% Tage gegen bisher gespart werden können.

Bereits im vorigen Herbst ist auf Veranlassung einer an den Plan interessierten deutschen Schiff­fahrtsgesellschaft die Strecke GalwayBerlin und umgekehrt durch dieRoyal Dutch Air Line" zur vollen Zufriedenheit probeweise mit Passa­gieren und Post beflogen worden, um die bei jedem Wetter möglichen Flugzeiten zwischen

Galway und den europäischen Hauptstädten sest-^ zustellen.

Die technische Gesamtleitung und besonders den Bau des Flughafens soll der Erbauer der Wimbledon > Ausstellung. Maxwell Ayrton, übernehmen, die Flugleitung der Flieger Sir Alan Cobham. Die auf 2,5 Millionen Pfund geschätzten Kosten des Projektes werden voraus­sichtlich durch eine internationale Emission be­schafft werden, da große deutsche, holländische und amerikanische Interessenten sich zur finan­ziellen Beteiligung bereit erklärt haben. Für die großen Schiffahrtslinien auf der Strecke Eu­ropaRordamerika wird die Durchführung des Unternehmens eine schwere Konkurrenz bedeuten, um so mehr, da die Kosten für die Passagier- und Postbeförderung nur unwesentlich höher sein sollen, als die auf den verschiedenen Linien zur Zeit geltenden Fahrtarife.

Auch in Kottbus Katakomben aufgedeckt.

SA.-Uniform für kommunistifche Spitzel.

Berlin, 3. März. (CRB. (Sig. Meldung, > Die Haussuchungen, die von der Polizei b e i Kottbuser Kommuni st en vorgenommen wurden, sörderten erstaunlich reichhaltiges Mate­rial zutage. Reben Flugschriften und Broschüren hochverräterischen Inhalts wurden zahlreiche Waffen beschlagnahmt, Pistolen, Dolche, Tot­schläger und Teschings: daneben fand man Hakenkreuz bi nden und SA. - Unifor­men, mit denen die Spitzel ausgerüstet werden sollten. Die größte Ueberraschung bedeu­tete aber die Entdeckung ausgebauter Katakomben, die den Kommunisten als Schlupfwinkel und Versteck für die Waffen dienten. Im Mittelpunkt der Stadt befinden sich nämlich einige unterirdische Gänge, die von den Kommunisten aufgespürt und eingerichtet worden waren. In einer Wohnlaube spürte man schließ­lich eine Geheimdruckerei auf, in der die Flugblätter hergestellt wurden, die seit einiger Zeit die Stadt überfluten.

Schwere politische Zusammenstöße in Höchst i. O.

Höchst i.O., 2.März. (WSR.) Auf dem Marktplatz in Höchst i. O. hörten heute abend vor dem Gasthaus Engel etwa 25 0 b i s 3 0 0 Nationalsozialisten, darunter SA - und SS.-Leute, die Lautsprecherübertra­gung der Rede des Reichskanzlers an. Aus der angrenzenden Schulstraße kamen K o m - munisten und Angehörige der Eiser­nen Front. Es kam zu einem schweren Zu­sammenstoß, bei dem von beiden Seiten Schüsse sielen. Ein SS. - Mann ist seinen Schuß- v e H-c Hungen im Krankenhaus in Darmstadt inzwischen erlegen. Ein Angehöriger der Eisernen Front wurde mit schweren Kopfver­letzungen ins Krankenhaus Erbach eingeliefert. Zwei weitere Angehörige der Eisernen Front haben Armschüsse davongetragen. Ferner gab es auf beiden Seiten Hiebverlehte. Bisher sind zwei Festnahmen erfolgt. Ein Polizei­bericht über die Vorgänge steht noch aus.

SeueruberfaU auf einen national­sozialistischen Zackelzug.

Hamburg, 2. März. (WTB.) Bei einem von der SA. der RSDAP. veranstalteten Fackel­zug durch den Stadtteil Hammerbrook wurde von Hausdächern herab aus die Spitzedes Zuges gefeuert. Ein 70jähriger Mann, der am Fenster seiner Wohnung sah, erhielt einen tödlichen Kopfschuß. Ein 29jähriger See­mann, der dem Zug zuschaute, erlitt einen Ober- schenkelschuß. Die Ordnungspolizei erwiderte das Feuer und hatte in wenigen Minuten die Ordnung wiederheraestellt. Auf einem Hausdach wurden zwei geladene Karabiner gesunden und beschlag­nahmt. Eine Anzahl Perfonen wurde wegen dringenden Verdachts der Täterschaft f e st ge­nommen. Der Propagandamarsch konnte nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt werden.

Ausscheiden der SPD. aus dem Hamburger Senat.

Hamburg, 3. März. (WTB.-Funkspruch.) Amtlich. Die Reichsregierung hatte den Ham­burgischen Senat ersucht, ein Verbot des Hamburger Echo" auf 14 Tage zu er­lassen. Die sozialdemokratischen Mitglieder des Senates haben geglaubt, diesem Ersuchen nicht Folge leisten zu können und sind, um Ham­burg Schwierigkeiten zu ersparen, nach Art- tikel 33 der Hamburgischen Verfassung im Ein­vernehmen mit den im Senat verbleibenden Se­natoren aus dem Senat ausgetreten. Die im Senat verbleibenden Senatsmitgliedec führen die Senatsgfchäste weiter. DasHam­burger Echo", das Organ der Hamburgischen Sozialdemokratie, ist ab 3. März auf 14 Tage verboten worden.

Oer Regierungsaufruf als Auflage­nachricht für die thüringischen SPO- Zeitungen.

Weimar, 3. März. (WTB. Funkspruch.) Die Pressestelle des Staatsministeriums teilt mit: Auf Grund der am Dienstag erlassenen Durchführungs­verordnung des Reichspräsidenten hat die thürin­gische Regierung dec gesamten sozialdemo­kratischen Presse Thüringens den A u f r u f b e r Reichsregierung o v m 1. Februar als

1 Aujlagcnachcicht gesandt. Die SPD.-Press«