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3.1.1933 Erstes Blatt
 
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Aus aller Welt

21 »tortieRung

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in die Tiefe. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekom­men.

- Tagest LWeater, 20 l Maus Mahn

in die sie in der letzten Zeit geraten ist. Die A r - b e i t e r f r a k t i o n , durch deren Stimmen allein eine Mehrheitsbildung möglich ist. will nichts von der geplanten H e r a b s etz u n g d e r B e z ü g e d e r unteren Staatsange st eilten (Postbeamten usw.) wissen. Hierzu ist noch eine Bewegung ge­kommen, die auf Bildung einer aus allen Parteien zusammengesetzten Kaali- tionsregierung abzielt.

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^>ut auf solche Weise Vergeuder. Wo in oas Geld he? Wo ist die Tasche?"

Wutentstellt war das sonst so reizende Gesicht. Daß flimmerte aus den schönen Augen.

Auch der 7/tamx war wie zerschmettert von dem Verlust. Er war sinnlos vor Wut, die durch den Hohn der Frau bis zur Weißglut gesteigert wurde.

Was fauchst du mich an? Kann ich etwas dafür, daß man auf dem Schiff die Tasche ver­tauscht hatte? Kann ich was dafür, daß dieser Esel von einem Doktor dieselbe Tasche hatte wie ich?"

Natürlich kannst du etwas dafür. Wo hattest du beim beine Augen, als man bas Gepäck des Doktors aus der Kabine holte? Warum hast du nicht aufgepaht, du Dummkopf?"

Wäg: deine Worte, oder...

Ter Mann brüllte es, in rasender Wut.

Wie eine Katze fauchend, stand Joe plötzlich vor dem Tobenden.

Mich willst du schlagen, du... du..."

Im nächsten Augenblick fiel ihre Hand klat­schend auf die Wange des Mannes, der gereizt zurückschlug, bis die Ernüchterung kam und sie einander losliehen.

Ooe lag schluchzend auf dem Bett. Titus stand am Waschtisch und kühlte sein zerkratztes Gesicht.

Niemand anders ist an dem Unglück schuld als du selbst!" sagte er jetzt und wandte sich hin­über zu Joe.Hättest du nicht solche Eile gehabt und verlangt, daß bis Barcelona alles geschafft sein sollte, wäre alles anders gekommen!"

2oe antwortete nicht, sie schluchzte immer weiter.

Mein Geld, mein schönes Geld!" sagte fle dann leise vor sich hin.Gottlob, daß ich wenig­stens die paar Schmucksachen habe, die ich in meinem Koffer versteckte. Nicht einen Sou be­kommst du davon, daß bu es nur weiht.

Ich habe es überhaupt satt, immer mit dir zu teilen, wo ich allein arbeite und bu nur den feinen Herrn spielst. Du kannst nichts anderes als das durchdringen, was ich mühsam erbeute. Aber ich mache da einfach nicht mehr mit."

Gut. meine Teure! Ich habe nichts dagegen, wenn wir uns trennen. Ich werde schon für mich sorgen. Lind brauche mir dann wenigstens keine Szenen mehr machen zu lassen. Aber ich fürchte, lange hältst du es ohne mich nicht aus. Wirst bald wieder zahm werden!"

Joe sah den Mann verächtlich an. Eine Weile lag sie still da. dann sagte sie:

Cs hat wirklich keinen &tnn, daß wir uns weiter herumzanken. Wir müssen der Situation klar ins Auge sehen."

Sie war aufgestanden und hatte ihren Koffer geöffnet. Sie besah sich die erbeuteten Schmuck-

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Roman von Margarete Anlelmann.

Copyright by Martin Zeuchtwcrnger. Halle (Saale)

Kunst und Wissenschaft.

Kunstausstellung in Marburg.

3m Kunsthistorischen Museum der Universität v ^-b 9 wurde eine Ausstellung von Gemälden

und Studlenblattern von Karl Lenz (Erdhausen) eröffnet Lenz, auch in Gießen durch regelmäßige Ausstellungen im Kunstverein gut bekannt, ist der Schilderer der Berglandschaft und der Bauern des Hinterlandes: er darf den stärksten Begabunaen unter den hessischen Malern zugerechnet werden. In weiteren Sälen werden Gemälde, Aquarelle und Radierungen von Bernhard Kretzschmar (Dres- den) und farbige Holzschnitte von Elfriede Jungk (Berlin) gezeigt. b

Darlene Dietrich wegen Kontraktbruchs verNagt.

Die amerikanische Filmgesellschaft Paramount in Hollywood hat die bekannte deutsche Schauspielerin Marlene Dietrich wegen K o n t r a k t b r u ch e s zur Zahlung von 200 000 Dollar Schadenersatz ver­klagt Das Bundesgericht hat daraufhin eine vor- laufige Verfügung erlassen, nach der es Marlene Dietrich verboten ist, für eine andere Gesellschaft zu filmen. Paramount beantragte bis zur Regelung der Angelegenheit ein A u s r e i s e o e r b o t für Marlene Dietrich. Die Filmgesellschaft erklärte, ob- wohl Marlene Dietrich seit der Vollendung des letz- ten FilmesBlonde Venus" wöchentlich 4000 Dol- lar Gage erhielt, habe sie plötzlich die weitere Mit- arbeit an zwei in Vorbereitung befindlichen Filmen verweigert. Ihr Kontrakt läuft Mitte Februar ab.

fachen. Dazwischen lagen die fünftausend Mark, die Joe damals dem Hamburger Stadtrat ge­stohlen hatte.

Du. Titus..

T a keine Antwort kam, wandte sie sich um.

»Ach. du bist wohl trotzig?"

Soll ich vielleicht lächeln, nachdem du mich so zugerichtet hast?"

Cie war vor ihn getreten, musterte sein -er­schundenes Gesicht.

Du siehst wirklich scheußlich aus! Armer Kerl! Ach. du..."

Cie fiel ihm um den Hals.

Laß das...!"

Still! Oder ich fange noch einmal an, du. 3ft es dir nicht lieber, ich küsse dich heil? Ach. Titus, was könnten wir jetzt für ein Leben haben, wenn diese Dummheit nicht passiert wäre. Jetzt ist alles verloren. Der Teufel soll diesen Doktor holen. Gib mir jetzt einen Kuh, Titus schnell!"

Sie bot ihm die Lippen. Er wandte sich schmol­lend ab.

Ich will es!"

Endlich neigte er sich zu ihr herab, küßte ihren Mund.

Nach einer Weile der Selbstvergessenheit kehr­ten sie zur Wirklichleit zurück.

Wir müssen verschwinden. Titus!" sagte Joe. Sie entwand sich ihm und stand auf.

»Ich glaube, wir flüchten am besten in die Schweiz. Hier kann man zu leicht auf unsere wahrte kommen. Mit dem Geld des Hamburgers können wir schon eine Weile auslommen. Morgen in aller Frühe fahren wir weiter denkst du nicht auch?"

Mir ist alles recht, was du bestimmst! Nur lieb mußt du mich haben, alles andere ist mir gleichgültig!"

..2113 ob ich mir diese Liebe aus dem Herzen reißen könnte. Es wäre viel besser für mich, wenn es anders wäre. Ich liebe dich bis zum Wahnsinn; ich komme nicht von dir los..."

in Mailand das Ersuchen gerichtet, bei den zu­ständigen italienischen Polizeibehörden die Fest­nahme der Verdächtigen, die in Bozen weilen sollen, zu beantragen. Der Generalstaats­anwalt hat beim Sächsischen Landtag den An­trag auf Aushebung der Immunität des Abgeordneten Dr. Bennecke wegen des Verdachtes der Begünstigung der Täter gestellt. Dr. Bennecke ist Führer der Untergruppe Dresden der SA. und direkter Borge etzter des flüch­tigen Schenk.

Aufruhr im Homburger verforgungsheim.

Acht Insassen des Hamburger Versorgungsheims Farmsen, die auf noch nicht geklärte Weise am Neujahrstage in den Besitz von Alkohol gekommen waren, fielen im Gemeinschaftssaal über den dienst­tuenden Wärter her, der sie zur Ruhe verwiesen hatte und mißhandelten ihn schwer. Der von den anderen Insassen herbeigeruselie Stationsauf­seher wurde von den Betrunkenen, die bereits Stühle und Tische zerschlagen hatten, ebenfalls angegriffen und aus dem Raum gedrängt. Mit Hilfe anderer Aufseher gelang es dann, die beiden Rädelsführer der Betrunkenen zu überwältigen. Dabei wurde einer der Wärter durch Messerstiche und durch einen Schlag mit einer Latte ziemlich schwer ver­letzt. Erst ein herbeigerufenes Ueberfallkommando der Schutzpolizei konnte die Ruhe wieder Herstellen. Vier der Aufsässigen wurden festgenommen.

3m Streit die Ehefrau erstochen.

In einer Siedlung in Pasing bei München brachte ein Krämereibefitzer namens Wilhelm S ch m i d t im Streit feiner Frau einen Messer- st i ch in den Hols bei, so baß die Schlagader! burchtrennt wurde. Die Freiwillige Sanitäts­kolonne verbrachte die lebensgefährlich Verletzte ins Krankenhaus, wo sie bald nach der Einlie­ferung starb. Der 49 Jahre alte Mann wurde in die Psychiatrische Klinik eingeliefert, wo er vor einigen Jahren schon einmal untergebracht war. Als die Sanitätskolonne in der Wohnung erschien, lag der Mann nach seiner furchtbaren Tat im Bett, als ob nichts geschehen wäre, wäh» rcnb sich die drei Kinder um die in der Küche in ihrem Blut liegende Mutter bemühten.

EisbrecherMalygin" gestrandet.

Die russische Hafenverwaltung in Leningrad er­hielt einen Funkspruch vom EisorecherMalygin", daß er bei Spitzbergen gestrandet sei. Der EisbrecherCedow", der sich in feiner Nähe be­fand, versuchte vergeblich demMalygin" zu hel­fen. Auf Veranlassung der Cvwjetregierung hat der größte russische EisbrecherLenin" Ar­changelsk verlassen, um denMalygin" zu retten.

Lebendig verbrannt.

Die ehemalige Schauspielerin Fanny Des- g r a n c e , die vollkommen gelähmt schon seit Mo­naten das Bett hüten mußte, fand in Paris einen schrecklichen Tod. Aus dem im Schlafzim­mer angezündeten Kaminfeuer war ein Holzscheit herausgefallen. Das Feuer dehnte sich langsam aus und erreichte das Bett, in dem die unglückliche Frau hilflos lag. Als Mitbewohner des Hauses durch die Rauchentwicklung aufmerksam wurden und die Feuerwehr alarmierten, war es bereits zu spät. Die 71jährige Frau war bei lebendigem Leibe ver­brannt.

Ein gleichartiges Unglück, bei dem ein 60jäh- riger Kantinenbesitzer und feine sechsjährige Enke­lin den Tod sanden, während feine Frau und ein Zweites Enkelkind schwere Brandwunden erlitten, ereignete sich in La Rochelle, wo die Kan­tine eines Industrieunternehmens aus bisher un­bekannten Gründen in Flammen aufging. Die alten Leute und ihre beiden Enkelkinder waren im Nu

Aus der Promn-uatbauptfla&L

Laßt Bücher sprechen!

Wir legen sonst viel Wert darauf, in unferm Auf­treten unfern eignen Stil herauszuarbeiten und zu unterstreichen. Warum sollten wir nicht auch im­stande fein, stilvoll zu schenken stilvoll, das heißt nicht schematisch, sondern nach unserm Gigenge- schmack und mit einem guten und feinen Einfuh- lungsDermögen in die Wunsch-Vorstellungen der Beschenkten? Gewiß gibt die Blumenspen'de dazu Gelegenheit, aber daneben gibt es noch ganz an­dere und vor allem sehr variable Möglichkeiten, um feinsinnig und wirklich stilvoll zu schenken.

Wie wäre es mit Büchern? Unter Frauen, die abends Gäste empfangen, gibt es eine sehr große Zahl, deren literarisches Interesse über bas hinaus» gebt, was ihnen die Leihbibliothek und der eigene Bücherschrank zu gewähren vermögen und die sehr rege die Erscheinungen im deutschen Buchhandel verfolgen, oder doch verfolgen möchten. Für sie wäre es eine wirkliche Ueberraschung und eine ehr­liche iyreube, als Gastgeschenk eine interessante Neuerscheinung im hübschen Gewände zu erhalten. Ader es muß ja gar- nicht immer etwasNeues" fein. Gerade hier kann man sich im besten Sinne galant, nämlich wahrhaft aufmerksam erweisen: wenn man sich nämlich beispielsweise aus einer zurückliegenden Unterhaltung mit der Same des Hauses daran erinnert, daß sie ein Buch, über das man mit ihr sprach, nicht kannte, ober gar den Wunsch aussprach, es einmal lesen zu können. Ein solches Geschenk wirkt doppelt sympathisch, weil es persönliches Interesse verrät, und zeigt, daß man Unterhaltungen dieser Art nicht nur als leere Kon­versation betrachtet, sondern ihren Gegenstand im Gedächtnis befjält.

Nichls ist somit leichter, als im Gewände eines Buches und wir find heute erfreulicherweise schon wieder so weit, bah Bücher keineswegs mehr be- sonbers teuer sind ein Geschenk zu machen, das einerseits für den Geschmack, die Kultur und den eigenen Stil des Schenkenden ein Zeugnis ablegt, und bas anberfeits ber Beschenkten doppelt Freube macht, weil sie empfindet, daß ein gewisses Nach­denken und der Versuch eines Einfühlens in ihre Lebensauffassung und in ihren Jnteressenkreis darauf verwandt worden ist, es auszusuchen.

Keine Zeit hat sich so wie die unsrige von der Konvention und von altem, innerlich nicht begrün-

Was war nur mit ihr los? Das Zimmer tanzte vor ihren Augen: es sah aus, als ob der Spiegel auf s.e niederstürze.

Sie fühlte sich hundeelend.

Langfam kleidete sie sich an.

Als sie h.nauskam an die frische Luft, wurde ihr ein wenig Wohler. Sie frühstückte eine Kleinig­keit. dann lag sie an Deck, lang ausgestreckt auf einem Liegestuhl.

Zuerst war sie allein, dann setzte sich eine alte Dame zu ihr, Frau Geheimrat Stiehler, die Magdalene ganz gut leiden mochte.

Nun, Madame Wintere, haben Sie es auch vorgezogen, nicht in die Stadt zu gehen?"

Ja. gnädige Frau! Ich bin zu müde von dem Dali. Ich mußte mich erst ausruhen."

Wir haben ein wenig viel gesehen in der letzten Zeit. Man ist fast übersättigt. Die Ruhe auf dem Schiff tut einem wohl. Was sagen Sie übrigens zu Doktor Richter. Madame Wintere?"

Magdalene horchte auf. Dann fragte sie:

Was ist mit ihm, gnädige Frau?"

Das wissen Sie nicht? Er hat heute morgen das Schiff verlassen, um mit der Dahn nach Hause zu fahren."

Magdalene war blaß geworden. Ihr war, als ob plötzlich die Sonne hinter Wolken verschwun­den, als ob die Welt ganz grau geworden war. Sie hätte am liebsten laut geweint. Es war ihr weh ums Herz.

Er war gegangen, war durch sie vertrieben worden. Den einigen Menschen, der es gut mit ihr gemeint, der s.e gern gehabt hatte, den hatte sie fortgeschickt. Hatte das Glück von sich ge­stoßen! Jetzt hatte sie ihn verloren verloren für immer!

Jetzt erst kam ihr die Erkenntnis, wie tief die Liebe zu August Richter in ihrem Herzen faß. Jetzt, wo alles aus war! Wo sie ihn nie Wieder­sehen würde!

Ein heftiger Wortwechsel lieh sie auffahren.

Einer ber Schiffspassagiere stand, wütend gesti­kulierend, neben einem Schiffsoffizier.

Ich wünsche augenblicklich den Kapitän zu sprechen. Das ist ja unerhört. Alles ist gestohlen ... meine Frau...

Die beiden entfernten sich. Die Geheimrätin beugte sich vor und sagte halblaut:

Es ist wirklich zu arg auf dieser Schiffsreife. Es muß sich eine Diebesbande hier befinden: es ist gar nicht anders zu erklären. Ich habe doch schon viele Schiffsreifen gemacht, so etwas ist mir noch nie vorgekommen. Wenn man bedenkt, was schon alles verschwunden ist."

Ja. es ist abscheulich! Ein schrecklicher Gedanke, mit solchen Leuten zusammen zu reifen. Na. ich habe mein Geld und fast alle meine Wertsachen iin Safe, da werden die Diebe ja wohl nicht dran kommen."

(Fortsetzung folgt.)

Magdalene schlug die Augen auf und konnte sich im ersten Moment gar nicht besinnen, wo sie eigentlich war.

Ihr Kops war schwer, ihre Augen lagen tief und schmerzlich in den Höhlen. Was war das nur mit ihr?

Sie fühlte sich körperlich wie zerschlagen und zog erschauernd das Deckbett bis an den Hals.

Wo blieb nur Joe? Ja so, die war ja mit ihrem Drüder in die Stadt gegangen; sie felbft hatte ihr Urlaub gegeben.

Magdalene sah auf die Uhr. Verstört fuhr sie dann in die Höhe. Mein Gott, es war schon Mittag vorüber. So lange hatte sie geschlafen?

Sie taumelte, als sie auf den Füßen stand und zur Waschtoilette hinüberging. Wie erschöpft, mußte sie sich festhalten.

Schwere Kämpfe um Schanhaikwan.

Schanghai. 2. Ian. (WTD.) Zu einem Feuergefecht zwischen Japanern und Chinesen kam es in der am Golf von Liautung gelegenen Stadt Schanhaikwan. Nach chinesischen Darstellun­gen eröffneten die Japaner aus unbekannten Gründen das Feuer, das die Chinesen erwiderten, um ihre Stellung halten zu können. In japani­schen Kreisen Tientsins läuft das Gerücht um, man habe in der Nähe des Bahnhofs, der von japa­nischer Gendarmerie besetzt ist, gestern abend zwei Bomben gefunden. Eine Abteilung j a - panischer Truppen wurde nach Schanhaik­wan entsandt, um die dort ansässigen Japaner zu schützen. Es besteht noch keine Klarheit dar­über. ob es sich nur um ein Mißverständnis ober um eine japanische Aktion handelt, die im Zu­sammenhang mit dem Iohol-Konslikt steht. Die japanischen Truppen sind durch das Haupttor i n bas befestigte Schanhaikwan einge­drungen. wo sich am Montagabend blutige Strahengef echte abspielten. Nach Berichten aus Tientsin haben japanische Flugzeuge über Schanhaikwan zwölf Bomben aogewor- f e n._ Die Mauern der Stadt sind von vier Feld­geschützen unter Feuer genommen worden. Japa­nische und mandschurische Truppen haben den Bahnhof von Schanhaikwan besetzt. Es hat den Anschein, als ob 3000 japanische und Tsinhwangtau rüsten, das bereits inner­halb der großen Chinesischen Mauer liegt

Oie Beisetzung des ermordeten SA -Mannes Hentsch.

D r e s b e n, 2. Ian. (TU.) Am Montagnachmittag sand im Krematorium in Tolkewitz die Beisetzung des erschossenen SA.-Mannes Hermann Hentsch statt. Trotz Absperrungen durch die Polizei hatte sich E'ue ungeheure Menschenmenge vor dem Friedhof und in der Nähe des Krematoriums eingefunden, darunter viele Angehörige des Reichs­banners und der Eisernen Front. Auf Wunsch der Angehörigen des Ermordeten wurden keine An­sprachen gehalten. Pfarrer Bundesmann wies lediglich kurz darauf hin, daß kein Menschenwort imstande sei, das große Leid zu schildern, das über die Angehörigen des Ermordeten hereingebrochen sei. Damit war die Feier beendet und der Sarg sank

Ach. Titus, es ist doch gut daß es Flug­zeuge gibt. Wenn es mir auch ein wenig fonber- bar zumute ist. Ich kann den Abstieg noch immer nicht gut vertragen."

O&, das tut mir leid! Aber komm her, ich will dich wieder gesund küssen..."

Er riß sie so heftig in seine Arme, daß sie einen Wehlaut von sich gab, obwohl seine Liebes- äußerung sie beglückte.

War ich zu grob? Aber, sieh her. ich bin so glücklich, daß ich dich endlich wieder einmal in den Arm nehmen kann. Du ... du..."

Laß jetzt, Titus! Wir haben anderes zu tun. Jetzt ist keine Zeit zum Küssen. Wir müssen unsere Deute berechnen. Was meinst du, was die Tippmamsett für Augen machen wird, wenn sie ihre Schatulle öffnet?

Sag. Titus, bin ich nicht tüchtig? Ist meine Arbeit nicht bewunderungswürdig? Sag mir, daß ich ein Genie bin, auf meinem Gebiet...

Fordernd stellte sie sich vor ihn hin. Ihre Augen sprühten, loderten nach Anerkennung.

Es gibt keine, die dir das nachmachen wird!" Wieder umschlang er sie, und willig ließ sie sich jetzt küssen. Doch schnell siegte die Habgier. Ernüchtert stieß s.e den Mann zurück und nahm die Aktentasche vom Dett, wohm Titus sie ge­worfen hatte.

Gib den Schlüsse! her, Titus! Damit wir unsere Kleinodien endlich in Ruhe besehen können. Ah, wie freue ich mich auf die Zeit, die jetzt kommen wird!"

Titus suchte in seiner Manteltasche nach dem Schlüssel. Joe spielte ahnungslos am Schloß und sie war sehr erstaunt, als es plötzlich von selbst aufsprang. Mit gerunzelter Stirn sah sie in die Tasche. Dann sprang sie mit einem schrillen Schrei in die Höhe.

älm Gottes willen, Joe. was ist dir?"

Der erschrockene Titus stürzte herbei und blickte entgeistert auf das, was hier vor sich ging.

3oe hatte einen Schlafanzug, ein Buch, Pan­toffeln, ein Reisenecessaire aus der Tasche ge­nommen und auf den Doden geworfen. Dann suchte sie weiter die Tasche war leer.

Wieder schrie sie schrill auf, und im nächsten Augenblick flog dem aus allen Wolken gefallenen Titus die Tasche an den Kopf.

Wie eine Furie rannte Joe im Zimmer hin und her.

Du Heuochse! Du Idiot! Du Diletant! Und ich, ich habe mir ausgerechnet diese Schlafmütze

Der Antrag auf Auslieferung der in Ita­lien weilenden drei Dresdener SA. - Leute, die des Mordes an ihrem Kameraden Hentsch ver­dächtig sind, ist, wie von zuständiger Stelle mitge­teilt wird, dem deutschen Botschafter in Rom zur Ueberreichung an die italienische Re- aierung zugeleitet worden. Unabhängig von die­sem AusUeferungsverfahren hat die sächsische Re­gierung an den deutschen Generalkonsul

von den Flammen umringt. Feuerwehrleuten ge­lang es, unter Einsetzung ihres eigenen Lebens, die Greisin und das Enkelkind zu retten.

Der Spaziergänger mit der Badehose.

Großes Aufsehen erregte in einer der letzten Nächte ein junger Mann, der in der noch sehr belebten Tauenhienstraße in Berlin mit nichts an­drem als einer kurzen Badehose und Strümpfen bekleidet, seelenruhig spazieren ging Begreiflicherweise hatte der Mann in kur­zer Zeit ein großes Gefolge hinter sich, das mit Neckereien nicht sparte. Trotz allen Anspielungen sah sich der sonderbare Spaziergänger die Schau­fenster und Anschlagsäulen mit großer Ruhe an. Mit einem Gefolge von vielen hundert Menschen begab sich der Mann dann zum Bahnhof Zoolo­gischer Garten unn zur dortigen Polizeiwache. Er erklärte den überraschten Beamten, er fei der 19 3ahre alte Emil Zürich und sei ohne Fahr- k a r t e von Breslau nach Berlin gekommen. Seine Kleidung habe er in einem Hausflur am Kur- fürftenbamm abgelegt und nicht wiedergefunden Die Polizei nahm den jungen Mann, dessen An­gaben nachgeprüft werden, in Schutzhaft.

Den Batet mit einem Veil erschlagen.

blutiges Familiendrama ereignete sich in Ahlen (Westfalen). Nach einer Siloesterveranstal- tung des Trommler- und Pseiferkorps geriet dessen -tombourmajor Dickjürgens mit seiner Ehefrau und seinen Kindern in einen Streit, in dessen Ver­lauf er mit gezücktem Dolch auf seinen 23jährigen Sohn einbrang. Dieser griff in der Notwehr zu einem Beil und schlug zweimal auf den Kopf des Vaters ein, der mit gespaltener Stirn tot zusam- menbrach. Der Sohn stellte sich später der Polizei und wurde vorläufig festgenommen.

Bluttat in Saarbrücken.

3m Saarbrückener Stadtteil Malstadt beging am Silvesterabend der 60 Jahre alte August Hoff eine schwere Bluttat. Durch eine An­zahl Schüsse alarmiert, sanden die herbeieilenden Nachbarn den ältesten Sohn Hoffs mit einem, ben jüngsten mit zwei Bauchschüssen und Frau Hoff mit einem Schuß im Arm vor. Außerdem hatten alle drei Stichwunden. Hoff, der seinen Familienangehörigen aus bisher ungeklärten Gründen die Verletzungen beigebracht hat. ist bereits mehrere Jahre wegen schwerer Delikte im Zuchthaus gewesen, wurde auch län­gere Zeit im Irrenhaus unter Beobachtung ge­halten, war jedoch von einem halben Jahr als geheilt von dort entlassen worden. Lebensgefahr besteht für keinen der Verletzten. Hoff wurde fest genommen.

Bon einem Einbrecher lebensgefährlich verletzt.

In Mannheim wurde ein lediger 24 Jahre alter Packer in den Kellerräumen der Feinkosthandlung Herr von einem unbekannten Einbrecher, der sich dort eingeschlichen und bereits einige Waren und eine Korbflasche Wein bereitgestellt hatte, an­gegriffen und durch mehrere Stiche mit einem spitzen Schraubenzieher in die rechte Halsseite und den rechten Oberarm schwer verletzt. Es sott Lebensgefahr bestehen. ' |

Beunruhigung in Spanien.

Madrid, 3. Ian. (WTD. Funkspruch.) Die sozialen Konflikte, die in ganz Spanien ausge­brochen sind, geben der Regierung Anlaß zu De- sorgnis. Die Polizei hat umfangreiche Vorkehrun­gen getroffen. Trotzdem sind im Laufe des gestri­gen Montags vielfach Störungen der öf­fentlichen Ordnung vorgekommen, vor allen Dingen in der Provinz Asturien, wo nicht weniger als 50 Bomben undSpreng- körper zur Explosion kamen. Allerdings ist nur Sachschaden angerichtet worden. In Sa­ra g o s s a sind etwa 150 Anarchisten ver­haftet worden. Der Innenminister erklärte, daß 29 £cr wegen Beteiligung an der Aufstands- bewegung vom 10. August vorigen Jahres nach Afrika deportierten Personen aus dem Fort Villa Eisneros, wo sie in Hast gehalten wurden, geflüchtet sind. Sie benützten zur Flucht einen französischen Segler. Der Gouver­neur von Rio de Ovo wurde abgesetzt, eben­so der Befehlshaber von Cap Iuby.