Ausgabe 
2.12.1933 Zweites Blatt
 
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Oie Jagd im Dezember.

Frühzeitig hat uns der Winter in diesem Jahre den ersten Schnee geschickt, als wolle er sich damit anmelden. Er ist eine Mahnuna an den Jäger zu- gleich, ob sein Revier gerüstet ist, wenn der strenge j)err einmal Ernst macht und bei Frost und Kälte sein weißes Tuch über alles deckt. Roch manche Stunde frohen Weidwerks soll der letzte Jahres­mond dem Weidmann bringen, aber die Vorsorge für die Notzeit seines Wildes darf er darüber nicht vergessen.

Solange eine leichte Schneedecke die Erde deckt, findet das Wild draußen meist Aesung genug. An­ders das Bild, wenn hoher Schnee fällt und gar verharscht. Dann folgt der Fuchs der Rotfährte des laufkranken Wildes, und der wildernde Hund macht

I

Oie Sammlung von morgen

muh das Ergebnis der vergangenen Sammlung übertreffen. Morgen abend muh sich der Opfergeist des Volkes wieder einmal übertroffen haben!

leichte Beute. Ungern wechselt das Wild umher, weil jeder Schritt schmerzt, und dankbar ist es für jede Hilfe. Strippen und Raufen sind im Revier des Hegers vorbereitet, Heu, Grummet, Laubheu, Hafer- stroh, Rüben, Kartoffeln, Eicheln, Kastanien u. a. geben ihm die Möglichkeit, seinen Lieblingen einen abwechslungsreichen Tisch zu decken. Nie füttert man große Menge auf einmal, um sie vor dem derber­en zu schützen. Das, was gegeben wird, soll für 2 bis 3 Tage berechnet fein. Schützende Fichten, an deren Stämme das Futter angebunden wird, er­sparen oft besondere Schutzdächer, viele kleinere Fütterungen sind besser wie wenige große. Sie werden leichter gefunden und zwingen das Wild zur Bewegung, die es zum Gesundbleiben braucht. Gern folgt es dabei den Fußtapfen des Jägers, der den Schnee zusammentrat. Die beste Aesung ist und bleibt immer die natürliche. Wo Heidekraut und Heidelbeere wachsen, muß der Rechen sie frei- legen. Brombeere ist wertvollste Winteräsung. Vor ollem aber sei an die vielen Weichhölzer im Walde erinnert. Weiden und Espen wachsen überall, und immer wieder muß der Forstmann sie heraushauen, um seine Kulturen von ihnen zu reinigen. Förster und Jäger können hier Hand in - Hand arbeiten, wie es immer sein sollte. Zur Notzeit des Wildes gefällte Weichhölzer sind billigste und außerordent­lich bekömmliche Aesung für Schalenwild und Ha­sen. Aus sie kann der Jäger nicht eindringlich genug

hingewiesen werden. Es ist gut, wenn der Weid­mann sich vor dem Einsetzen des Winters mit diesen Fragen vertraut macht, damit er und fein Wild vor Schaden bewahrt bleiben.

Im Rotwildreoier erstreckt sich die Jagd vor allem auf Kahlwild, u. 11. auch noch auf schlecht veranlagte Geweihte.

Das Schwarzwild tritt in die Rauschzeit. Im Walde bricht es nach Buchen- und Eichelmast, oder tritt nachts auf die Felder, vor allem auf alte Kar­toffeläcker, aus. Jede Neue wird zum Kreisen und Besagen benutzt, denn nur Schnee gestattet ein er­folgreiches Jagen.

Das Rehwild hat in Preußen noch Schußzeit, jedoch ist der Abschuß von Bockkitzen und Böcken verboten. In Hessen dagegen ist die Schußzeit über­haupt vorüber. Die Böcke haben meist abgeroorfen.

An die Waldjagden, die meist im November ge­halten wurden, schließen sich nun die Feldjagden auf den Hasen an. Das Streckenergebnis ent­sprach bisher nicht ganz den Erwartungen, es war in einzelnen Revieren sogar ausgesprochen schlecht. Diese Feststellung ist deswegen von Wichtigkeit, weil der Hase zweifelsohne unser wirtschaftlich wichtigstes Wild ist. Wer daher nicht in den Tag hineinlcbt, sondern sein Revier wirklich planmäßig bejagt, wird den Abschuß nur auf einer Treibjagd vollziehen und vomKesseln" dabei sparsamen Gebrauch machen. Das Standtreiben mit offenem Rückwechsel ist ent­schieden die schonendste Jagdart. Don dieser Treib­jagd ausgeschieden werden kann ein Reoierteil, in dem dieKüchenhasen" geschossen werden, oder auf dem der Jagdherr zu seinem Vergnügen auch ein­mal gelegentlich einen Suchhasen schießen will. Wo so verfahren wird, ist auch in schlechten Hasen­jahren der Ausfall nie zu groß. Wenn die Wintcrs- not auf unserem Wilde lastet, dann erwacht sehr leicht das Interesse derstillen Teilhaber" an ihm. Wie man im Waldrevier immer einmal die Reh- wechsel nach Schlingen abgehen soll, so gebührt auch den Gartenzäunen und -Hecken zur Schneezeit be­sondere Aufmerksamkeit. Reviergänge in mondhellen Schneenächten bringen manches an den Tag!

Die Schußzeit des Rebhuhnes ging zu Ende. An die Hege dieses Wildes denken leider nur we­nige Jäger, obwohl es im Winter besonderen Er­fahren ausgesetzt ist. Wo Hecken, Schilf usw. noch vorhanden sind, erhält sich bekanntlich immer ein besserer Besatz. Denn hier findet das Hühnervolk Schutz vor den Räubern aus der Luft und auch vor dem eisigen Nord- oder Ost, der über dos Feld pfeift. Das sind auch die Stellen, wo der Jä­ger schon vorsorglich Spreu und Hinterkorn hin­fahren ließ und wo er seine Hühner füttert, wenn es nottut. Wer es aber versäumte, der kann jetzt noch auf jedem Heuboden Heublumen genug bekom­men und damit gutes Futter für das Huhn. Fehlen

die Hecken, so empfiebj# sich bk Anlage kleiner Schutzdächer, in der ein zachsten Form aus Sichten- ästen, die hüttenförmig in den Boden gesteckt wur­den. Die Winterhege des Rebhuhnes ist so einfach und billig, daß es für ihre Unterlassung keine Ent­schuldigung gibt.

Der Fasan hat noch in beiden Geschlechtern Schuhzeit, jedoch sollten bei unseren noch kleinen Beständen die Hennen stets geschont werden. Die Notwendigkeit seiner ausgiebigen Winterfütterung ist schon immer betont worden. Als Futtermittel on den Fütterungen, die im Herbst schon angelegt fein sollten, kommt vor allem der Mais in Frage.

Auf Flüssen und Bächen liegen Enten, auch Gänse kommen in strengen Wintern als seltene Beute gelegentlich vors Rohr.

Der Fuchs trägt nun einen vollwertigen Balg und lohnt die Jagd. Zum Fuchsjagen über der Erde ist kein großes Aufgebot notwendig. Wenn der Jagdherr Die Pässe kennt, genügen w.'nige Flinten und Treiber, um den Rotrock zur Strecke au bringen. Hasenklage und Mäusepfiff betören den schlauen Räuber, besonders wenn die Mäuse unter dem Schnee stecken. Zu dieser Zeit können wir ihn oft untertags auf Feld und Wiese antreffen, wo er der Jagd auf die kleinen Nager obliegt. Schließlich kommt auch noch die Baujagd in Frage, bei Der auch der Dachs gegraben werden, kann.

Weidmannsfreuden und Weidmannspflichten sind im Julmond eng miteinander verbunden. Nur ge­ringe Mühe und geringe Opfer find nötig, um Gutes zu wirken.Der Heger, der Pfleger kann Jäger nur fein" (Löns). Hubertus.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident o. Hindenburg emo- fing den Reichskanzler zum Vortrag über schwebende außen- und innenpolitische Fragen.

Der Ches des Außenpolitischen Amtes der NSDAP. Reichsleiter Alfred Rosenberg hatte die diplo­matischen Vertreter der s ü d - und mittel- amerikanischen Staaten zu einem Tee im Mozartsaal des Hotels Adlon geladen. Vollzählig waren die Nationen durch die Gesandten und Ge­schäftsträger vertreten.

Der Preußische Ministerpräsident Göring hat den Staatsrat S p awn i o l mit Rücksicht auf die Ver- orbnung der Regierungskommission des Saargebiets vom 29. November, wonach Beamte des Deutschen Reiches oder der Länder im Saargebiet keiner- leiFunktionen ausüben dürfen, auf eigenen Antrag bis zur Wiedervereinigung des Saargebietes mit dem Vaterlande von feiner Tätigkeit als Preu­ßischer Staatsrat entbunden.

Im Verlaufe der Untersuchung der Vorgänge, die die bayerische Politische Polizei veranlaßt ha­ben, drei katholische Geistliche wegen

Verbreitung unwahrer Greuel - Nachrichten Schutzhaft zu nehmen, wurden nunmehr Haus­suchungen in den Wohnungen der Verbreiter der Greuelnachrichten vorgenommen. In ihren Wohn- und ArbeitsrgFmen wurden umfangreiche marxi­stische Literatur und Mitgliedsbücher derRoten Hilfe" zutage gefördert.

Die Staatspolizei hat in Minden eine größer« kommunistische Organisation aufgedeckt. 7 9 Kom­munisten, darunter Drganifalionsleiter, Kassie­rer und Kuriere, wurden verhaftet. Ferner wurde illegales Druckschristenmaterial beschlagnahmt. Die Beteiligten wurden dem Richter wegen Hoch­verrats zugeführt.

Aus aller Well.

Die Tstünchen-Augsburger Abendzeitung" In vier Jahrhunderten.

DieMünchen - Augsburger Abend- zeitung" in München begeht am 15. Januar 1934 ihr 32 5 jähriges Jubiläum Sie ist Die älte­ste bestehende Zeitung Deutschlands. Keine andere Zeitung des Deutschen Reiches kann auf eine rühm- reichte Vergangenheit zurückschauen. Aus bielem Anlaß gibt der Verlag zum Erinnerungstage eint umfangreiche Festausgabe heraus, die unter dem Titel325 Jahre Bayern und die München-Angs- burger Abendzeitung" die historische Entwicklung der Zeit und der Zeitung behandelt.

Ein Niesenpahfälscherprozeh in fiorono.

3n Kowno begann ein Riefenprozeß gegen eine Fälscherbande, die sich im Laufe mehrerer Jahre mit Hilfe gefälschter und gestohlener Amts- stempel mit der Herstellung gefälschter Päsie, Ur­kunden und Hochschulzeugniffe befaßte, Die an In- tereffenten gegen hohes Entgelt vertrieben wurden. Von etwa 200 Schuldigen konnten nur 26 vor Ge­richt gebracht werden. Da die übrigen nach Dem Ausland entkommen konnten Unter den 26 Ange­klagten, darunter 21 Juden, finden sich auch einigt höhere Beamte aus dem Innenministerium, unter ihnen der frühere Leiter Der Paßabteilung Di« Fälscher hatten auch im Ausland, u. a. in Ber­lin, ihre Hintermänner.

Geplante Ausgrabung eines Römerkastell» bei Augsburg.

Der Verband für schwäbische Kultur- und Heimat» pflege in Augsburg hat beschlossen, das etwa 30 Kilometer von Augsburg bei Druisheim gelegene Römerkastell Summontorium, das einst das wich­tigste Besesligungswerk der Römer an der Donau- grenzlinie und das Schutzwerk für Augusta Binde- licorum (Augsburg) bildete, auszugraben. Bereit» im Jahre 1924 wurden vorläufige Ausgrabungen vorgenommen. Die Kosten für die Totolausgrabung dürften eine halbe Million betragen. Es ist an zu» nehmen, daß die Forschungen auch für die Er­weiterung unserer Kenntnis der frühgermanischen Zeit von Bedeutung sein werden.

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