Ausgabe 
2.12.1933 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Weihnachten m Beihe.

Wieder rüsten wir uns in Bethel auf das große Fest des Friedens und der Freude. Es wirst bei uns feine Strahlen hinein in eine Welt der Dunkel­heit. Hrer und in unseren Zweiganstalten beherber­gen wir mehr als 6000 große und kleine Leute, die durch Krankheit oder Not ihre Heimat verloren haben Alle Gestalten menschlichen Leidens ziehen vor unseren Augen vorüber, und mancher deutschen Mutter ärmstes und doch liebstes Kind dürfen rotr hier in der Stille psleaen. Pflegen aber heißt, in ein müde gewordenes Leben Kräfte der Genesung fließen lassen. Diese Kräfte heißen Arbeit und Freude. Was irgend kann, arbeitet in Bethel. Und wer kaum noch arbeiten kann, ist doch für Freude empfänglich, die ihm die Liebe bereitet.

Durch Liebe Freude bereiten, dos ist die Kunst der weihnachtlichen Zeit. Wir bitten um gute Bundesgenossenschast in diesem Dienst. Dabei darf daran erinnert werden, daß Bethel in weitem Maß praktische Winterhilfe leistet, vor allem auch an sehr vielen Arbcits- und Heimatlosen. Um sie und die Kranken und Kinder versorgen zu können, ist uns alles sehr willkommen. Besonders freut sich unser .Weihnachtshaus" (Anschrift Weih- nachtshaus, Bethel b Bielefeld. Bahnstation Brack- wedel über Lebensmittel, Kleidungsstücke, Schuhe, Strickwolle, Spiele, Bücher ufw. Je eher man uns senden kann, desto leichter können wir alles richtig verteilen. Nicht minder dankbar sind wir für jedes Geldgeschenk, das wir in Weihnachtsgaben um­wandeln können (Postscheckkonto 1904 Hannover)

Mit herzlichem Weihnochtsgruh

F. v. Bodelschwingd Pastor.

Bethel bei Bielefeld, im Advent 1933

tatsächlich den verzweifeltsten Kamps ums Dasein, den unsere Erde aufzuzeigen hat. Und wenn die Grundwasservorräte des ehemaligen Saharaozeans vlötzlich versiegen, weil sie zu lief gelegen fein wer- Hen? Dann müßten die Menschen der Sahara wie die Wesen des Mars-Planeten einen Riefenkanal zum Meere stechen ober sie wären verloren.

Hier gibt es Städte, Oaienstädte, die a u s S o l z erbaut llnd. Keine Fasiaden und Säulenprachi sieht man hier Ein streng kubisch geschlossener Bau- körper aus geweißtem Lehm und Salzkrusten, fast ohne Fenster, umschließt einen hofartigen Raum, in dem die Gläubigen sich täglich versammeln Seit­lich ragt der steile, aber unbeholfene lurm eines Minaretts magisch geisternd in den Himmel. Kastell- artige Siedlungen, oieltürmia und zerklüftet, wie notdürftig erholten aus einer fernen und ausgestor- denen Zeit, konserviert vom Gluten des Sandes. Hier fällt jahrelang kein Tropfen Regen, der Him­mel ist ewig blau und brennend Unbetretbar sind die meisten Wüstenftädte für den Fremden. Dies gilt insbesondere von der heiligen Stadt Beni M' zab. Helle Straßen voll Stille und Würde sieht man hier Frauen streng verschleiert. Als so Verschleierte hot sich eine Europäerin hinein geschli­chen in das Wustenheiligturn und uns hier Aufnah­men überlasten, die sie mit einer winzigen, unter dem Ueberhang herauskugenden Kamera gemacht hat. Hochzeiten und Romadanende holten die Ein­wohner draußen vor den Toren ab, da ihre Stadt ihnen dafür zu heilig ist. Dann ziehen alle Männer vor die Tore der Stadt, in der die Frauen und Sin­ter zurückbleiben: die Stadt wird nun auf drei Tage verschlossen. Nie sind an einer Hochzeit Braut und Bräutigam zusammen anwesend. Dann würden auch andere Männer die Braut sehen und das ver­bietet die Religion

T a u d e n i im Innern der Sohoro, unglück­lichste Stadt der Welt, wie die Eingeborenen sagen, und mit Recht, ist der Welt da draußen unbekannt: aber ihr Elend muß geschildert werden: Ringsum Salzbergwerke. Bereits von weitem macht Taudeni einen unheimlich deprimierenden Eindruck. Mitten im Ozean brennenden Wüstensandes erheben sich trostlos aussehend, vier halbverfallene Mauertürmc. Elende Hütten daneben. Tropische Sonne über der toten Stadt. Grabesstille empfängt die Karawane. Hier ist die Solzhölle von Agorgott. Hundert Skla­ven arbeiten den ganzen Tag ununterbrochen in fressendem Solz. Diese ausgehungerten Neger haben keine Hoffnung auf eine bessere Lebenswege. Unge­nügende Ernährung, Elend, Dürft, Ungeziefer und Krankheit sind der einzige Inhalt ihres Lebens Und keine Flucht ist ihnen möglich: die Wüste empfängt sie und das ist der sichere Tod. Besondere Agenten des Kaid haben den Auftrag, unwissende Neger auf jede nur mögliche Art und Weise anzuwerben und zu bereden, hauptsächlich im Alkoholrausch werden die meisten dorthin gelockt.

Das Solz wird in großen Blocks aus den Wän- den kleiner Gruben ausgegraben Der Boden der Gruben ist mit übelriechenden Salzabfällen über und über bedeckt In jeder Grube arbeiten vier Mann. Der eine schleppt die Abfälle fort, der andere weitet die Grude aus, der dritte hackt das Solz von den Wänden, während der vierte das Salz in Klum­pen formt Diese eintönige Arbeit wird verrichtet in einem unausstehlichen Gestank unter glühender Sonne im Wüstenstoub von Menschen, die von Solz- säuren verzehrt werden und ewig dursten. Meist glei- chen diese Bedauernswerten Gerippen mit geschwol- lenen, rot triefenden Augen Zwei Tage in der Woche arbeiten diele Salzsklaven für ihren eigenen Lebensunterhalt, die übrige Zeit für ihren Herrn, den Kaid. Elf Pfund Hirse ist ihre ganze Speise für eine Woche 50 Salzklumpen bedeuten ein Pfund Tee für sie.

Der Kaid hot das einzig bewohnbare Haus, er hat einen eigenen Hofstaat und fast alle Frauen, die hier sehr rar sind. Nur einmal im Jahre besteht Verbindung mit der Außenwelt Das ist, wenn bi e große Karawane, die unter französischer Mi- litäresforte steht, aus Timbuktu mit vielen tausend Kamelen kommt und das Salz abholt Sie bringt Cebensmitel und Galanteriewaren zum Aus- tausch mit. Hiermit muß ein Jahr lang hausgehal­ten werden.

Das ist die SaharaI Filmexpeditionen haben im Eise Grönlands herrliche Resultate erzielen können, wenn auch unter Einsetzung aller Energien und bei ständiger Lebensgefahr Hier im Sande aber schei­terten sie. Ihre Mission verlief buchstäblich im Sande. Erst in diesem Sommer ging wieder eine amerika­nische Filmexpedition durch schweren Sandsturm zugrunde. Sie konnte nicht rechtzeitig von uns ge­mimt werben, obwohl sie mit Funkgeräten ausge­rüstet war.

Das Staupenauto bat feinen Weg in bie Wüste ge­funden Aber es ist hier in der Sahara durchaus noch unzuverlässig Das Sicherste bleibt vorläufig trotz aller Technik die Kamelkarawane. Ich horte, man plant, Verkehrsampeln für Kamelkara- mnnen zu erreichten Vielleicht wäre es ein sicherer Weg, indem man auf bas alte und bewährte Ka­mel nicht verzichtet, ihm aber ein einfaches Hilfs- m ttel moderner Technik zur Seite stellt, damit Mensch und Tier den Weg finden durch das furcht- barste Labyrinth, den ewigen Sand.

Aus der provinzialhaupistadt

Leuten zu Jerusalem die Adventsbotschast zu-

den

Tanzgastspie» Mathilde Buhr und Joachim von (^eewih

Aus dem Stadttheoterbüro wird uns geschrieben: Am Montag, 4. Dezember, 20 Uhr, gibt das be­kannte Ton.zpaar Mathilde B u h r und Joachim von Seewitz nach erfolgreicher Amerika-Tanz- gastspielreise auf Einladung des Intendanten im Stadttheater Gießen ein einmaliges Tanzgastspiel, besten Programm Tanzdarbietungen unter dem Motto:Phantastische Tänze" umiaht. Die beiden weit über die Grenzen Deutschlands bekannten Tanzkünstler zählen zu den emstzunehmenden Ster­nen der Tanzkunst. Ihr Programm wird durch die Häufung ewig neuer Einfälle zu einer künstlerischen Erinnerung werden. Um allen Freunden der Tanz­kunst den Besuch dieses Gastspiels zu ermöglichen, hat die Intendanz Preise von 0,30 bis 1,50 Mark angesetzt. Das Gastspiel dauert von 20 bis 22 Uhr.

Morgen Tag des p erdes.

Es sei noch einmal daran erinnert, daß am mor­gigen Sonntag, 3. Dezember, auch in Gießen der lag des Pferdes begangen wird. Besonders bedeutsam wird dabei die Ehrung der Kriegsvete­ranen unter den Pferden fein. Um 10.45 Uhr wird ein Aufmarsch aller Pferde in drei Gruppen Gruppe 1Das Pferd in der Landwirtschaft", Gruppe 2Das Pferd im Gewerbe" Gruppe 3Das Reitpferd" auf Oswaldsgorten ftattflnben. Don

Advent.

Don Superintendent Lic. Dorrmann.

Es ist Advent die Zeit der kurzen Tage, der langen Abende und der dunklen Nächte. Es ist Winter mit Dunkel und Kälte um uns. Aber mitten im dunklen Winter wacht geschäftiges Trei­ben voll Leben und Liebe in den Häusern auf. Die kurzen Tage reichen nicht aus, um neben der tag- lichen Arbeit die Vorbereitung auf Weihnachten zu treffen Die langen Abende sind gerade recht dazu. Sie sind wie geschossen für die Arbeiten der Kin­der und für die emsigen Hände der Hausfrau. Sie sind die rechte Rüstzeit auf Weihnachten. Advent will uns hinsühren auf Weihnachten, und es ist gut, wenn wir schon dem ersten Advent die Füh­rung in dieser Richtung überlasten.

Aber wie Weihnachten nicht nur das Fest dec Geschenke ist, so will Advent auch nicht nur in diesem äußeren Sinne auf Weihnachten uns hin­führen. Advent, so singt das schöne Lied, istFrüh­lingszeit im Reich der Gnade". Wir sollen in dieser Adventszeit hingeführt werden zu der in der Krippe von Bethlehem uns offenbarten überwältigenden Gottesgnade. Und der König des Advents, Jesus Ehristus, will uns in dieser Zeit diesen Führer­dienst tun. So wie einst im Evangelium dieses Sonntags (Matth. 21, 1 bis 11) vor 1900 Jahren

Unser neuer Roman

V 518 Yvonnes Geheimnis

von Klothilde von Stegmann

beginnt am Montag, dem 4. Dezember 1033

teil wurde:Siehe, dein König kommt zu dir!", so klingt heute in unser Herz als selige Verheißung auf Weihnachten das Evangelium:Der Führer Jesus Christus kommt auch zu dir, um dich ins Weihnachtsland zu führen".

Gerade wir Deutschen haben stets dieser Bot­schaft des himmlichen Führers gern gelauscht. Zu unseren Vätern kam dieser Jesus einst in die ger- manischen Wälder als der christliche Herzog, als der Führer, der seinen Mannen voran,zog aus Dunkel Ins Licht. Und wie gern haben wir von jeher das mannhafte Lied solcher Nachfolger ge­lungen:Mir nach, spricht Christus unter Held, mir nach, ihr Christen alle!" Und heute, wo das Führer­prinzip unser staatliches Leden beherrscht, werden wir umso leichter auch für unser religiöses Leben die Sprache des großen Führers Jesus Christus verstehen, zumal wenn sie so gnadenreich und ver­heißungsvoll klingt:Folgt mir zu meinem und eurem Vater!"

Wo ein Führer auftritt, da muß Not, große Not unter den Menschen sein. Wir kennen alle die Not unserer Seele! Die Sorgenlast drückt uns auf die Seele, die Last des Leides wird nicht geringer, aber immer großer und schwerer, je länger wir leben. Darum ist, ehe ein Führer erscheint, auch immer die Sehnsucht riesengroß, aus der Not herauszu­kommen. Und diese Sehnsucht der Seele nach Er- löfunq von den Lasten der Sorge, des Leides und der Schuld ist gerade im Advent, dieser Zeit des Wartens, des Nochnichthadens, dieser Zeit der Der- heißung, aber noch nicht der Erfüllung, immer wieder ausgewacht. So geht es vielen Taufenden non Christen auch zu Beginn der diesjährigen Adventszeit: Die Sehnsucht nach dem Führer aus aller Seelennot erfüllt unsere Herzen.

Der Not und der Sehnsucht beaegnet der rechte Führer mit einem Uebermaß von Kraft. Das haben wir im staatlichen Leben erfahren dürfen Das wollen wir in dieser Adventszeit auch erleben durch den Führer Jesus Christus an unserer S"ele Er ist ja noch heute der ,^rott-Held". wie ihn die Bibel nenntAll unsre Not zu End er bringt" Dnnn er ist nun einmal der Heiland der Heil- bringer, der Stiller der S-hnlucht, weil er allein unter allen Menschen die Kraft besah, sein L"h»n ganz in Gott und aus Gott und darum für Gott zu führen, und darum ist er und bleibt er der einzig fidrre Führer der Menschheit auf ihrem Weae zu Gott Laßt uns diesem Führer ©"''oHam geloben' Er bietet uns in grober Treue sein» D'entte auch in dieser Adv-ntsz-it w'-der an Er so" nicht vergeblich rufen ffr soll nicht an uns vo^üb^rzu- aehen brauchen' Mir folgen dem Führer ins selige Licht der Weihnacht!

Ein Dach wird zum Strome ....

Hoch oben im felsigen, unfruchtbaren Gebirge ist eine kleine Quelle entsprungen. Sie fließt hinab, und da sie so sicher den Pfad zu finden weiß, ge­sellt sich zu ihr anderer Quellen klares Wasser. Sie bilden den Bach, und der winket Im Tale anderen Bächen. So flicht der Fluß durch Dörfer, Markt­flecken und Städte.

Und andere Flüsse münden in ihn, ein breiter, fruchtbringender Strom strömt durch das dürstende Land... So wie diese Quelle bildet die Arbeits­beschaffungs-Lotterie der NSDAP, den Auftakt zum Entstehen eines großen Geld­stromes, der unseres Führers weitumfastenden Plan der Arbeitsbeschaffung für alle fordern soll. Jedes Los ist eine Quelle dieses Stromes. Diele (Eine- Mark-Lose fließen zu einem mächtigen Ganzen, das dir und deinen noch hungernden arbeitslosen Näch­sten Brot bringt. Vielleicht bist du sogar besonders vom Glück begünstigt und von ungefähr 300 000 ausgeloften Gewinnen entfällt einer auf dich, viel­leicht gar der Hauptgewinn von 100 000 Mark!

Willst du nun. daß der Bach zum Strom werde, so beteilige dich sofort an der 2. Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung, denn am 29. und 30. Dezember I findet schon die Ziehung statt.

dort aus wird ein Umzug durch folgende Straßen gehen: Steinstraße, Marourger Straße, Walllor- vtraße, Kirchenplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindendurgwall, -jleid)- straße, Ludwigstraße, Ludwigsplotz, Neuen Däue, Sonnenstraße, Brandplatz, Hitlerwall, Wernerwall zum Oswalosgarten zurück. Nach dem erneuten Auf­marsch am Oswaldsgarten werden die in unserer Stadt noch vorhandenen Pferde aus dem Weltkrieg geehrt.

Im Rahmen dieser Veranstaltung, die unter der Führung von Reitlehrer Schomds als beauftrag­tem Führer des Trupp 6 der Reiter-SA. Brigade 147 steht, soll auch eine Sammlung für das Winterhilfswerk vorgenommen werden. Jedermann spende für dieses edle Werk gerne und nach besten Kräften, sobald ihm die Sammelbüchse dargereicht wird.

Arbeitsbeschaffung durch Chnstbaum» schmuck-Ergänzung

Es wird Zeit, daß wir an die kleinen und großen Gaben denken, die den Weihnachtstisch schmücken sollen. Bei der Auswahl der Geschenke oder der notwendigen Anschaffungen sollen wir in bleiern Jahre bewußt berücksichtigen, daß es Industrien gibt, die nur für diese kurze Spanne Zeit arbeiten. Dazu gehört besonders die Spielzeug- und die Christbaum- schmuckindustrie. In den Herstellungsorten dieser Spielzeuge ist die Not so groß, daß die Kinder viel­fach nur zweimal in der Woche warmes Essen be­kommen können Wir müssen uns vor Augen halten, daß schon diese Kinder in harter Arbeit mithelfen müssen, und deshalb sollten wir alle unseren Christ­baumschmuck im Rahmen des Möglichen ergänzen. Jede neue Kugel, jedes neue Glöckchen bedeutet ein Stück Brot, und jedes unseren Kindern geschenkte Spielzeug bedeutet wiederum Nahrung und Freude. Deutsche Volksgenossen: 100 000 deutscher Volksge­nossen leben vom Weihnachtsmarkt: bedenken Sie, daß das Fest der Liebe, das Fest der Geschenke die beste Möglichkeit bietet, um den Opferwillen in sei­ner schönsten Bedeutung, in der Form einer Ardeits- spende, zu beweisen.

^errfprcdjfunöenbienft n Ziehen

Born 1. Dezember ab ist im Ortsfernsprechnetz Gießen wie schon seit längerer Zeit in anderen großen Städten der Fernsprechkundendienst ein­gerichtet worden. Die Kundendienststelle, die unter der Rufnummer 04 zu erreichen ist, kann beauftragt werden, a) Anrufe, die für den Auftraggeber bestimmt sind.

entgegenzunehmen und die Anrufer nach Anwei­sung des Auftraggebers zu verständigen (^-Auf­trag).

b) bestimmte Personen anzurufen und ihnen eine kurze Nachricht (bis au etwa 30 Wärter) durch Fernsprecher zu übermitteln (B Auftrag).

c) die Auftraggeber durch Fernsprecher zu wecken (C-Muftrag).

Aufträge können für das Ortsfernsprechnetz des Auftraggebers und für andere Ortsfernsprechnetze erteilt werden.

Für diese Aufträge werden besondere Gebühren berechnet, die wie die anderen Fernsprechgebüh­ren durch die Fernsprechrechnung erhoben werden.

Nähere Auskunft über den Fernsprechkundendienst erteilt das Postamt (fernmündlich 2519).

An oUf Chorleiter

im Gebiet M He fisch»nGä gerbundes

Der Hessische Chordiriaentenverband teilt mit: Die Verhandlungen zwischen dem stellverttetenüen Landesleiter der Reichsmusikkammer. Landesleitung Hessen, und dem Hessischen Sängerbund bzw Hes­sischen Chordirigentenoerbanü sind zum Abschluß aefommen. Danach wird bestimmt, daß die Ueber- führung der hessischen Chorleiter (Haupt- und Ne­benberufler in die Reichsmusikkammer durch den Hessischen Chordirigentenverband erfolgt Die Herren Chorleiter werden deshalb ersucht, weitere Anwei­sung, die im Laufe der nächsten Woche ergeht, ab­zuwarten. An bie Gaue Vogelsberg-Nord und -Süd, Weschnitz und Neckartal wird durch die Herren Gau- oorsitzeer des Hessischen Sängerbundes besondere Anweisung ergehen.

Sonn^agsverkehr auf her Krastpost | Allen Bu eck-D e,eck I

Nach der Verlegung der Bundesbahn des Kegier- I bundes nach Alten-ldufeck treffen sich an jedem I Sonntag auswärtige Sportvereine in Alten-Buseck, I Fei'

um dort ihre Wettkämpfe im Kegelsport auszucra- I 1 gen. Um diesen Sportsleuten, sowie den Bewoh- I , nern von Allen Buseck an den kommenden Sonn­

tagen eine bequeme Fahrt von und nach Alten-Bu- jeck zu ermöglichen, läßt die Reichspost im Anschluß an die elektrische Straßenbahn in Wieseck vom Sonntag, 3^Dezember, ab die Kraftpost Alten Buseck Wieseck Sonntags nach folgendem Fahrplan oer- kehren ab Wieseck 11.01, 13.16 und 18.01 Uhr, ab Alten-Buseck 11.45, 13.30 und 18.27 Uhr.

Bericht der (Ztaatspoiizeiffelie Gieven.

8*6® - eportmog hiute ino>

Vll

- Ott!

Mtn'

- lurmtiai

; trrsi'l )ugu 2) Uftr,L 3)J0 Uhr,

Osthofen untergebracht.

|ti)oren unrergeoraajt.

Am 30. November wurden in Vilbel durch die enbarmerie, unter Zuziehung von SA -Leuten

Gendarmerie, unter Zuziehung von SA -Leuten

»"Hefters ft

1

*

ine

Jfiflt vu imoslea I

*

*

*

*

*

* .

h michs. S 12 Uhr. - rent und Matt das! August hin ^pteltauer i * tytmbfi | lonapt

*

* *

* *

nrftrotrban Luftschutz

-lagt tteater: 19. kräht'. - I S

1115 Uhr

V B chülmämt ftont/n'. - .ttlmpo* - 7#, fjottl ijo h| - Mar Otamnbtabti löoentsfeiet.

- Aus btrö uns Bühnt. Reih »mbtr-Dvch volksstück:

I cusMunfl. I W- Hw I ntf ; ab 1

Jtaoülltnto

befindlichen Gegenstände nicht abgeliefert, weshalb ein entsprechendes Strafverfahren gegen ihn ein­geleitet wurde. Wegen seiner Tätigkeit war Hahn beseits im Juni und Juli im Konzentrationslager

--15 U hes Z)ra . -^iMung

f 6?»5ftü4

?Utt van U Mm

7 dir 5, fi fitßfalai 8 Meerrettich Kartoffel", £50 bis 2,8 firnen 10 7) bi» 75, < 7), Blumen! ßr.Nwn 5 b StHtrie 5 bi

und Beamten der Staatspolizeistelle, Ermittlungen angeftellt, weil bekannt geworden war, daß sich ehemalige Kommunisten wieder zusammenfanden, > jedenfalls deshalb, um den Zusammenhalt der nicht mehr bestehenden Partei zu 'örbern. Cs rourb* auch eine getarnte hochverräterische Druckschrift vorne- funben. die von Hand zu Hcnw meitergeg-ben '

iwrfl*

wurde. Durch das energische Zugreifen des Brr- nehmungsrichters beim Amtsgericht Vilbel wurde die Sache soweit geklärt, daß drei Männer und die Ehefrau eines Täters unter Haftbefehl gestellt wer­den konnten. Die Verhafteten wurden mit ein*m Auto der Landespolizei Butzbach in das Am's- gerid)tsgefängnis Friedberg einaeliefert, während zwei weitere ehemalige Kommunisten in Schutzhaft genommen werben mußten. Diese kamen in bas Polizeigefangnis Friebderg.

Bericht derKnminalpolizeisteUeGteffen

Nachstehenbe Gegenstänbe würben im Lause der letzten Zeit in Gießen entwendet: (Eine silberne H» renarmbanduhr N». 15427; ein Mülleimer Dir. >692; eine Brosche, innen blauer Türkis mit Kreis aus

zwei braune Herrenpullooer, ein graubrauner wol­lener Unterrock und ein Päckchen mit Futterstoff entwendet wurden?

Zweckdienliche Mitteilungen werden an die Kri­minalpolizeistelle erbeten.

(fiternofrenö der G.ud enanstalt.

Die Elternabende der Studienanstalt erfreuen sich von Jahr zu Jahr einer wachsenden Besucherzahl wie dies bei der am Donnerstaanachmittag im M* tholischen Dereinshaus veranstalteten Feier ern»4 festzustellen war. Zu Beginn begrüßte der Leiter der Stubienanftalt, Oberstudiendirektor Schell« Horn, bie Besucher aus Stadt und Land, dank» besonders den Ehrenaasten für ihr Erscheinen, und gab seiner Freude Ausdruck über den starken Be­such, den er als ein Zeichen des guten Einoernetz- mens zwischen Schule und Elternhaus begrüßte. Der tiefere Sinn der Feier warenSpiel und Mu­sik". Mit dem letzten Satz aus der OMoll-Sympc)»- nie von I. Haydn eröffnete das gutgeschulte Orche­ster unter Leitung von Musiklehrer 91 e b e M n g 6| > Bortrogsfolge. Reicher Beifall der Zuhörer dank» für den ausgezeichneten Vortrag. Erstmalig tri ein Flötentrio (Blockflöten) auf und erfreuten vH einem Allegro van PH. E. Bach. Die beste inftr»i mentale Darbietung war bas Allegro modcraO aus bem Centyenquartett von 3. Haydn für Streich­quartett (zwei (Beigen. Bratsche unb Cello). AuH bie unter Leitung von Herrn 9c e be 11 n g bar gebe­tenen Chore, zum Teil ganz schwieriger Art, zeatz­ten von sorgfältigster Beinarbeit des Dirigenten; le« sondere Freude bereitete den Befudjern die Wiede» s 8abe der altbekannten Volksweisen. Die Linüdu« er Volkstänze, teilweise mit kleiner OrchesterbeqlM tung, hatte in der Hand der Turnlehrerin der 6t» bienanfialt, Frl. Jaeger, gelegen. Bei fämtliJw Darbietungen dieser Art war fefUufteUen, bah den Tänzen und Spielen Freude. Rörperausbilbuiei und jugendliche Anmut gleichstark zur Geltung kB men und damit bem Enbrel ber Tänze gerecht wu» den. Allen Tänzen, ob sie von jüngeren ober ältf* ren Schülerinnen gezeigt würben, brachte mc» größtes Jnleresie entgegen; belohnte die Mitwir»

Ein'Glasermeister aus Gießen würbe vorüber» Sehend in Schutzhaft genommen, weil er in einem 'mnibus aus der Strecke KrofdorfGießen den Herrn Reichskanzler durch verächtliche Leußerun- gen herabgeroürbigt hat. Gegen den Mann ist be­reits wegen anderer Aeuherungen ein Verfahren nach § 3 der DO. vom 21 März 1933 bei der Strafverfolgungsbehörde anhängig

Die Gemeinschaft ber Siebenten-Tags-LdventtsteH ist in Hesien auf Grunb des § 1 der DO vom 28. Februar 1933 verboten. Die Auflösung und Beschlagnahme des Vermögens erfolgte am 30. November. Im Schutzgebiet der 6taatspolheifteQe Gießen wurden eine größere Menge Druckschriften, das gesamte Inventar des Betsaales, Bargeld und sonstige Gegenstände sichergestellt.

Der ehemalige Funktionär ber Kommunistischen Partei Lorenz Hahn, geboren am 23. Juni 1907 zu Gießen, ber sich bis in bie letzte Zeit betätigte, wurde am 1. Dezember feftgenommen, weil er Vermögenswerte einer aufgelösten marxistischen Or­ganisation verschoben hat. Nach ber Festnahme wurde eine eingehende Durchsuchung seiner Woh­nung oorgenommen und dabei durch Beamte her Staatspolizeistelle und Angehörige des Sonder­kommandos fast die gesamten Instrumente des Kampfbundes gegen den Faschismus gut versteckt vorgefunden und sichergestellt. Die Staatspolizei- stelle hatte vor einiget Zeit wegen ber Instrumente ehemalige Kommunisten festgenommen. Dabei hatte ein solcher aus der Hammstraße auf eindringlichen Vorhalt angegeben, die Instrumente seien von Kommunisten aus Frankfurt a. M. fchon im März 1933 abgeholt worden. Die weiteren Feststellungen ergaben jedoch, daß Letzterer vollkommen unwayr« Angaben gemacht hatte und die Instrumente, genau so wie der vor einiger Zeit aufgefunbene Derviel» fältigunasapparat der KPD., an verschiedene ehe­malige Kommunisten weitergegeben und von diesen versteckt wurden. Hahn hat auch trotz der Ver­öffentlichungen über die Einziehung oolks- unb staatsfeindlichen Vermögens die in feinem Besitz

Brillanten, an den Seiten Stäbchen aus Platin., , - weiter einige elektrische Fahrradlampen. Eine sicher- gestellte Fahrradlampe befindet sich bei ber Krimi- nalpolizeislelle, Zimmer 5. Es handelt sich um eine elektrische Lampe, bje angeblich von einem Damen- jjQrf -aUI® rad, welches in der oberen Kaiserallee in einem 2 tvLauci Borgarten stand, entwendet wurde. F ^nstag.

Wer hat wahrgenammen, daß am 29. November .^tag in den Nachmittagsstunden aus einem Korbchcr. das an einem im Hausflur eines Geschäfts am Marktplatz aufgeftellten Fahrrad angebracht mar,