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Nr. 178 Zweites Blatt
Eichener Anzeiger sEeneral-Anzeiger für Oberhessen)
Mittwoch, 2. August syZZ
Aus Natur und Technik.
östlichen Preußen waren die Straßen eins der wichtigsten Fundamente der Ordensherrschast. Sie waren dem Ordensstattmeister unterstellt, der das Land mit einem regelrechten Verkehrsnetz überzog. Da regelmäßiger Nachrichtendienst das Rückgrat der gewaltigen Germanisierungsarbeit bilden muhte, war der Postbetrieb sehr wichtig und nahm viele Maßnahmen der heutigen Post voraus. Die Briefe wurden sortiert, in Säckchen verschnürt und auf allen Stationen gebucht, so daß eine genaue Ueberwachung der einzelnen Sendungen möglich wurde. Die Thurn und Taxissche Po st wurde von der Familie der Taxis, einem alten Botengeschlecht aus Bergamo, auf Grund des von Kaiser Maximilian ausgestellten Privilegs am Beginn des 16. Jahrhunderts begründet. Ihre Einrichtungen sollten lange Zeit maßgebend bleiben und dem Verkehr auf den Straßen ein neues Aussehen geben. Man kam zur Erfindung der „Kutsche", die ihren Namen von ihrem Entstehungsort, denrDorfe Kocz b. Raab erhalten hat.
Um 1600 entstanden auch die Vorläufer des B ä d e k e r, die ersten, allerdings recht primitiven Reisebücher, die in Taschenformat herausgegeben wurden, aber kaum mehr enthielten als die Angabe der Straßen, der Entfernungen und der einzelnen Ortschaften. Das Verdienst, die alte, von Karl dem Großen begründete Chaussee wieder belebt zu haben, gebührt den Franzosen, während Deutschland immer stärker unter einem politischen Zersetzungspro- zeß leiden mußte. In Frankreich entstand, mit f)ilfe der Fronarbeit, ein Netz von bescheidenen, aber allgemein zugänglichen Wegen. Nur zwischen Orleans und Paris entstand die erste Kunststraße. .
Indessen stand auch der Verkehr in Deutschland nicht still, und von seiner Wichtigkeit und Ausdehnung zeugt noch heute die Anlage der Messestadt Leipzig mit ihren Durchgangshöfen, die ganze Häuserblöcke durchschneiden, so daß man ein-
und ausfahren kann, ohne die Wagen wenden zu müssen: Frachtbahnhöfe. —
Die Zeit ist nicht mehr ferne, in der die^ Eisen- bahnen erscheinen, um den Verkehr auf den Straßen abermals zu wandeln. Aber während schon in England die ersten Lokomotiven pfiffen, erlebte Deutschland noch einmal die Postidylle der Biedermeierzeit mit dem Postillon, dem „Schwager", wie er volkstümlich genannt wurde, dem Posthorn und der Postkutscherromantik. Matthias Claudius, der Wandsbecker Bote, berichtet: „Wir sind hier richtig gearrivieret, und Frau und Wagen haben gut gehalten, ist uns auch auf dem Wege gottlob kein Unfall begegnet', nur versteht sich, zwischen München und Göttingen wären wir bald umgeworfen worden und an einigen anderen Dreckorten auch, wo die herrliche hannöversche Chaussee fehlt.
Aber trotzdem ging die Entwicklung unaushaltsam weiter, die Freude der Menschen am Naturgenuß war im Wachsen, die Reiselust war nicht mehr einzudämmen, und schon 1793 gab es ein Reisehandbuch für die Schweiz, das auch das „Genußvolle" der Landschaft behandelte. Bald erhoben sich Stimmen, die eine Reisesteuer forderten, damit von den Reiselustigen nicht zu viel Geld ins Ausland geschleppt würde.
Die einstweilen letzte Etappe der Straßengeschichte waren die M o t o r st r a ß e n , die Avus, Die zehn Kilometer lange „Autobahn" zwischen Berlin und Wannsee, und der Nürburg-Ring, die landschaftlich schönste Autostraße in der Eifel. Der Motor und der Kraftwagen beherrschen heute die Landstraße, so daß jetzt jeder größere Ort an ein Kraftwagenstraßennetz angeschlossen ist. Aber auch auf diesem Gebiete ist die Entwicklung in der Ueberwindung des Raums nicht abzusehen, und man kann kaum Vorhersagen, wohin die Anlage der ersten wirklichen Autobahnen den Verkehr noch führen wird.
Woher nimmt man seinen Mgelslrom?
Don Franz Neumann.
Nachdruck verboten.
Man denkt immer, mit Elektrizität könne man jede Aufgabe lösen, und doch gibt es viele Aufgaben, die auf anderen Gebieten längst gelöst sind, sich aber bei elektrischen Einrichtungen vorläufig noch nicht haben lösen lassen. So kann man z. B. beim Gas die Straßenlaternen einfach an die Hauptgasleitung anfchließen und sie abends durch eine Druckwelle — vorübergehende Druckerhöhung des Gases — entzünden und sie ebenso morgens wieder löschen. Man kann es sogar so machen, daß etwa um Mitternacht nur ein Teil der Laternen gelöscht wird, der Rest aber erst morgens. Das kann man nun bei der elektrischen Beleuchtung nicht, weil man die Spannung auch vorübergehend nicht erhöhen darf, denn sonst litten die Glühlampen, und die Motoren liefen zu schnell. Auch andere Mittel haben nicht zum Ziele, geführt. Man muß deshalb immer noch eine besondere Leitung für die elektrische Straßenbeleuchtung legen, um alle elektrischen Lampen gleichzeitig einschalten zu können. Man hat sich nun vielfach dadurch geholfen, daß man die Schalter für die elektrische Straßenbeleuchtung durch die Druckwelle in der Gasleitung schaltet: das ist aber natürlich nur ein Notbehelf.
Etwas anderes: Unsere elektrischen Klingeln haben wir früher allgemein mit nassen Elementen betrieben. Das war aber sehr teuer und umständlich, denn die Batterien mußten immer wieder nachgefüllt, von Zeit zu Zeit auch neu angesetzt werden, wozu man Salmiaksalz in Wasser auslostn mußte. Dieses Salz hat dann die neckische Eigenschaft, daß es auskristalll- fiert, und daß die Kristalle über den Rand des Glases klettern und so eine Brücke für das Wasser bilden, so daß dieses ausläuft. Manche Kristalle klettern auch an die Klemmen der Kohle und zerfressen sie durch Grünspanbildung. Alle Augenblicke sind die
Zinkringe zerfressen, und in gewissen Abständen müssen auch die Kohlebeutel erneuert werden. Alles das kostet Zeit und Geld.
Viel billiger ist es, wenn man den elektrischen Strom auch zum Klingeln aus dem Lichtnetz nehmen kann. So ohne weiteres geht das allerdiengs nicht, denn man darf die Leitungen aus Älingeldraht nicht unter die Spannung des Lichtnetzes fetzen. Nun kann man aber Wechselstrom sehr leicht auf eine andere Spannung umspannen: man kann ihn sowohl durch einen Aufspanner aufspannen, d. h. auf eine höhere Spannung bringen, wie auch durch einen Abspanner auf eine niedrigere Spannung abspannen. So verwendet man denn zum Anschluß an Wechselstrom- netze schon lange Klingelabspanner — wer die Fremdwörter nicht lassen kann, sagt immer noch Klingeltransformator, obwohl das deutsche Wort viel bezeichnender ist. Man kann so aus dem Licht- netz von 110 oder 220 Volt Wechselstrom leicht Strom von 5, 8, 12 oder 20 Volt Spannung nehmen und damit seine Klingeln betreiben. Ganz feine Leute richten den niedrig gespannten Strom auch noch mit einem Trockengleichrichter gleich, dann geht es nämlich noch besser.
Nun sollte man denken, mit dem Anschluß der Klingeln an ein Gleichstromnetz müsse die Sache noch viel einfacher gehen. Tatsächlich gibt es aber bis heute noch fein Mittel, elektrische Klingeln usw. mit Niederspannung aus dem Gleichstromlichtnetz zu betreiben. Die minderwertige Klasse der Gleichstromer muß sich daher nach wie vor mit Elementen behelfen. Da ich leider zu dieser Klasse gehöre, habe ich bis vor einiger Zeit auch nasse Elemente verwendet, da ich in meiner Wohnung sehr viel niedrig gespannten Gleichstrom brauche, nämlich nicht nur zum Klingeln, sondern auch zum Einschalten des Lichtes, zum Fernschalten des Funkempfängers aus allen Zim-
Don der Landstraße zur Autobahn.
Aus der Geschichte des Wegebaus.
Die Anlage eines Autobahnennetzes, mit dem ganz Deutschland überzogen werden soll, lenkt die Erinnerung auf die Jahrtausende alte Geschichte der Landstraße zurück, die mit der Anlage der Autobahnen ein neues Kapitel beginnt. Die Straße war eins der primitiven Mittel, den Raum zu überwinden, aber nicht das älteste. Die ersten, die die Straßen ersetzen mußten, waren die Karawanen und die Boten. Schon im sechsten vorchristlichen Jahrhundert hatten die Perserkönige ihre Reitposten eingerichtet: man reifte damals auf Maultierkarren etwa dreißig Kilometer täglich, die reitenden Boten brachten es mit Hilfe von regelmäßig angelegten Stationen, auf denen Menschen und Pferde ausgewechselt wurden, auf 120 Kilometer täglich. Schon damals hatte man in Persien Meilensteine an den Straßen und Fremdenhäuser, die allen Reisenden zur Verfügung standen, während die Posten lediglich eine königliche Einrichtung waren.
Mei st er des Straßenbaues waren die Römer, die die erste umfassende Derkehrseinrichtung der Erde angelegt hatten. Ein um 300 n. Chr. her- ausgegebenes Straßenverzeichnis nennt gegen vierhundert Namen von großen Straßen, darunter die technischen Meisterwerke der siebzehn, die von Mailand über die Alpen führten, die von den Legionen auch im Winter überschritten werden konnten, und vor allem die Via Appia, die Appische Straße, die von Rom südlich durch die Campagna führte, und die von prächtigen Dillen und Grabmälern eingefaßt war. Als Prokop, der Historiker, der den Krieg der Dftgoten gegen das römische Reich beschrieben hat, achthutwert Jahre nach ihrer Anlage auf die Appische Straße kam, konnte er noch den Glanz des fugenlosen Basaltbelages feststellen.
Die germanischen Straßen zeigten vor Karl dem Großen nur den Charakter dürftiger Verbindungswege, Fußpfade oder Dorfftraßen. Erst Kaiser Karl hat den historischen Umschwung im deutschen Straßenbau herbeigeführt. Ihm sind die „K ö n i g s ro e g e" zu danken, die großen Straßen, die der damaligen Triebrichtung des deutschen Volkes entsprechend, wesentlich vom Westen nach Osten verliefen. Er war der erste, der den Wegebau auf eine gewisse Höhe hob, auf der er sich, von einzelnen technischen Verbesserungen abgesehen, Jahrhunderte lang gehalten hat. Er war der erste, der den Belag der Straßen in Kalk bettete, um eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten, und also die viae calciatae schuf, die „Kalkstraßen": der lateinische Name ist noch heute in dem Wort Chaussee enthalten. Wenn damals auf kaiserlichen Befehl etwas zu bauen war, wie schlammige Wege zu reinigen ober neu aufzu- schütten, so taten bas bie Gaugrafen mit Hilfe ihrer Untertanen, unb bei wichtigen Arbeite« durfte sich kein Herzog oder Bischof oder Abt unter einem Vorwande ausschließen. Das zusammengekommene Volk wurde nach Verwandtschaften eingeteilt, und jede Derwandtschaftsgruppe hatte das ihr zugewiesene Stück der Straße zu bauen. „Es wird mit Baumzweigen", sagt ein Zeitgenosse, „Steinen und sonstigem Material bei dem sehr feuchten Terrain gegründet. „Die Verkehrs- unb Handelsstraßen berücksichtigten Städte unb Siedlungen unb bürsten baher Umwege nicht scheuen, wo aber bie Verteibigung maßgebenb war, führte man bie Straßen auf den kürzesten Wegen burch sichere Höhenlagen: der Renn- ftieg in Thüringen ist das klassische Beispiel für einen solchen Weg.
Um den Straßenbau zu fördern, wurden Steine als Zoll erhoben, derart, daß die Zollpflichtigen zu gewissen Steinfuhren verpflichtet wurden. Auch wurden Schuldige so bestraft, daß man sie „ein Stück an der Mauer oder an der Straße bauen" ließ. Dazu gab es den „Straßenzwang", der die Umgebung der Zollstätten mit harter Strafe ahndete, und die „Grundruhr", jenes Recht, das bei Verletzung des Grundes Strafen zur Folge hatte. Irn
Wandernde unb stürzende Berge.
Don Or. Emil Earthaus.
Wurden vor noch nicht langer Zeit die 12 000 Bewohner der im Kohlenbecken von Charleroi gelegenen Stadt Gouillet durch eine ins Rutschen geratene, 600 Meter lange Hügelkette in Angst verseht, so sind vor kurzem bei Bernburg-Latorf plötzlich gewaltige Kalkmassen in das Bett der Saale gerutscht und haben es derartig verstopft, daß eine verheerende Ueberschwernrnung eingetreten und der Güterverkehr auf dem Flusse für längere Zeit gesperrt ist. Durch Einsetzung von Menschenkraft ist es in beiden Fällen gelungen, weiterem Unheil vorzubeugen, doch ist das bei Bergrutschen von größerem Ilmfang völlig ausgeschlossen.
Solche gewaltsame Verschiebungen werden als Bergstürze bezeichnet, wenn umfangreiche Gesteinsmassen infolge weitgehender Verwitterung ihren Zusammenhang verlieren und über steile Wände abstürzen. Bei Bergrutschen dagegen gleiten oder rutschen große Massen losen oder festen Gesteins auf mehr oder weniger steiler Grundlage und zuweilen unter starkem Gepolter zu Tal. Die Ursache dafür ist meistens in dem schrägen Abfall der Unterlage der Gesteinsschichten zu suchen, wenn diese, durch Regengüsse durchweicht. tonig zersetzt und schlüpfrig geworden, eine gute Glectfläche für die darüber liegenden Massen bildet. Es farm aber auch eine Unterspülung des Berggehänges, die die 'darüber liegenden Teile ihres Stützpunktes beraubt, zu Bergrutschen führen. Richt immer sind die Bewegungen des Rutschens und Stürzens scharf voneinander zu trennen. Am häufigsten treten beide Massenverschiebungen dort ein, wo das Gebirge durch tektonische oder vulkanische Erdbeben hin- und hergerüttelt wird. So sah ich von einem eine weite Umsicht ermöglichenden Punkt im Hochgebirge von Sumatra aus mehr als ein Dutzend Dergabhänge, an denen seit höchstens fünf Jahren weit ausgedehnte Bergrutsche erfolgt waren.
Welche wunderlichen Erdrutsche sehr heftige Erdbeben Hervorrufen können, sah man bei dem furchtbaren Beben des Jahres 178b in ©ala- brien: ein kleiner Bauernhof wurde 6 Kilometer weit von seiner Stelle gerückt und ein Dauer am
Pfluge mit seinem ganzen Acker bei dem Dorf I Oppide auf die gegenüberliegende Talseite ver° | schoben. Cs kann sich in diesen Fällen nur um ein seitliches Hcrabrutschen und sanftes Gleiten der bewegten Geländeabschnitte gehandelt haben, weil selbst die auf ihnen stehenden Gebäude teil- weise völlig unversehrt waren. An den meisten anderen Stellen aber wurden die rutschenden Bodenflächen fp bunt in- und übereinandergeschoben, daß die Eigentümer ihre Ländereien nicht wieder herauszufinden vermochten. Roch über- troffen an Umfang werden diese durch Erdbeben verursachten Bergrutsche durch die, die an den Gehängen der himmelhoch ragenden Feuerberge von Chile und Peru bisweilen eintretcnden. Auch in nicht vulkanischen Gebirgen sind Erdrutsche von größerem Umfang häufiger als man denkt, und sie treten namentlich im Frühling auf, wenn der Boden durch die schmelzende Schneedecke durchwässert ist.
So sind uns aus geschichtlicher Zeit allein in der Schweiz über 150 große Bergrutsche bekannt geworden Durch einen, den von Goldau am Vier- waldstättersee, wurden 1802 vier Dörfer verschüttet und am Kilcbenstock bei Lintal im Kanton Glarus lebt die Bevölkerung seit Monaten tn Angst, weil dort gewaltige Felsmassen in Bewegung geraten sind, die mehrere Hauser dieses Städtchens mit Verschüttung bedrohen. Man^ bezeichnet die Bergrutsche dort als Erdschlipfe oder Gleitböden, in Italien aber, wo sie ebenfalls recht häufig sind, als Frane.
Eine große Gefahr bilden die Bergrutsche für den Panamakanal. Wurde doch schon die Eröffnung dieser Wasserstraße durch gewaltige Erd- und Gesteinsmassen, die mehrere Male in ihr ausgegrabenes Bett hineinrutschten, über 3toet Jahre hinausgehalten. Zur Zeit wird der Panamakanal wieder von einem großen Bergrutsch bedroht, der nach Pressemeldungen eine längere Einstellung des Schiffsverkehrs herbei- führen würde. 3m Tehachapigebirge von Kalifornien riefen vor einem halben Jahr wolkenbruchartige RegenfäUe einen Erdrutsch hervor, der zahlreiche Todesopfer forderte und auch eine Eisenbahnlinie und eine Landstraße auf eine weite Strecke verschüttete. Der größte Bergrutsch und Bergsturz in Europa, von dem wir Kunde
I haben, ereignete sich in der Rächt des 9. August I 1662 in der Hohen Tatra und kostete vielen Hun
dert Menschen das Leben. Dieses durchschnittlich 22'0 Meter hoch und steil ansteigende Urgebirgs- massiv, der Stolz von Ungarn, verlor dadurch seine Krone, die Schlagendorfer Spitze, und die riesenhaften Trümmer dieses ein Erdbeben her- beisührenden Bergsturzes erregen noch heute das Staunen von allen, die sie im Kohlbach- und Velkatal zu Gesicht bekommen.
Auch unser Land ist nicht selten der Schauplatz von verheerenden Bergrutschen. Das gilt vor allem vom Rheinisch-Westfälischen Echiefergebirge, dessen Gesteinsschichten teilweise sehr stark geneigt und zum größten Teil aus Tonschiefer aufgebaut sind. Großes Aufsehen erregte 1876 ein Bergrutsch bei Caub am Rhein, durch den 28 Menschen umkamen und verschiedene Häuser zerstört wurden. Ebenso zerstörte noch vor fünf Jahren ein Erdrutsch das Rathaus von Idar und bald darauf wurde die Fahrstraße bei St. Goar auf dem linken Rheinufer verschüttet. Im Rovember 1931 setzte sich auch der Cochemer Berg mit einer Gebirgsmasse von 403 000 bis 503 000 Kubikmeter wiederholt in Bewegung. Und dasselbe Spiel in kleinerem Maßstabe bei Fachbach an der Lahn machte sich vor kurzem den Bewohnern des benachbarten Bades Ems unheildrohend bemerkbar.
Aus Thüringen sind ebenfalls verschiedene größere Bergrutsche bekannt geworden. So müssen sie in den Jahren 1780, 1828 und 1881 am Dohlenstein unweit Kahla riesenhafte Erd- und Gesteinsmassen in Bewegung gesetzt haben und ebenso in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts an den Kuonbergen bei Jauer. Vor zwei Jahren begann auch der bei dem Dorf Liebschwih unweit (Sera gelegene Zoitzberg zu wandern, doch hörte er auf als ein zweimaliger größerer Bergrutsch eine sehr widerstandsfähige Barre vor ihm aufgeworfen hatte.
Bergrutsche müssen schon in der geologischen Vorzeit in Gegenden der Welt in Erscheinung getreten sein, in denen die feste Erdrinde schon früh anfing, sich zu falten, als Gebirge sich über den Spiegel des Meeres zu erheben und dabei stellenweise stark geneigte Gesteinsschichten zu bilden. Wurden diese an den Fluhtälern und an den Berggehängen in derselben Weise wie heute vom Wasser bearbeitet, zernagt und ihrer seitlichen Stützpunkte beraubt, dann muhten auch schon damals gewaltsame Verschiebungen im (Se
mem, zum Betrieb der Funkuhr, die den Funk zu einer vorbestimmten Zeit einschaltet, und für ähnliche Zwecke. Auf die Dauer wurde mir aber die nasse Batterie zu langweilig. Da ich nun aber den Strom aus dem Gleichstromlichtnetz nicht entnehmen konnte, versuchte ich cs mit anderen Elementen, und zwar zunächst mit Taschenlampenbatterien. Das geht ganz schön, aber leider dauert die Freude nicht lange. Immerhin halten diese Batterien, wenn man nur eine Klingel damit betreibt, drei bis fünf Monate, bei der starken Beanspruchung aber, der die Elemente in meiner ausgedehnten Anlage ausgesetzt sind, jedoch erheblich kürzer. Damit war cs also nichts. Bei meinen weiteren Versuchen stieß ich auf
Klingelabspanner.
ganz kleine Elemente, die nur 6 Zentimeter hoch find und etwas über 3 Zentimeter Durchmesser haben. Das Stück kostet 30 Pfennig. Da ich eine Batterie von acht Elementen brauche, ist das also eine Angelegenheit von 2,40 Mark. Diese Elemente, die keinen Salmiak enthalten, haben sich als so haltbar erwiesen, daß sie ein halbes Jahr lang reichen. Dann werfe ich sie einfach weg und nehme neue. Das ist viel billiger als die fortgesetzten Instandsetzungen an der nassen Batterie, und die Arbeit des Ansetzens und Reinigens fällt weg. Damit die Auswechslung ganz bequem wird, habe ich an der Wand ein Kästchen angebracht, bas im Lichten 50 Zentimeter lang, 3,2 Zentimeter hoch und 3,2 Zentimeter breit ist, und an den Enden federnde Kontaktbleche für Kohle und Zink trägt. Zum Aus- wechseln der Elemente ist es also nur nötig, die verbrauchten Elemente herauszunchmen und die neuen hintereinander, sozusagen als lange Wurst, hincin- zulegen. Die ganze Sache kostet also im Jahr nur noch 4,80 Mark, im Monat also 40 Pf. An Arbeit ist lediglich die zweimalige Auswechslung der Batterie im Jahre nötig, was jedesmal keine fünf Minuten in Anspruch nimmt.
Für Leute, die nur drei Elemente brauchen, gibt es diese auch gleich zusammen in einem Kiistchen zum Anhängen für 1,25 Mark. Es ist aber zweckmäßiger, sich ein Kästchen zu machen, bann kostet ber Ersatz ber Elemente jebesmal nur 90 Pf Ein solches Kästchen für brei Elemente muß im Lichten 20 Zentimeter lang unb natürlich auch 3,2 Zentimeter hoch unb 3,2 Zentimeter breit sein. Braucht man bei kurzen Leitungen nur zwei Elemente, so macht man bas Kästchen nur 14 Zentimeter lang. Die Leitung schließt man gleich an bie Kontaktbleche an beiben Einben an, so baß man beim Auswechseln ber Elemente nichts mehr zu schrauben hat. Natürlich halten bie Elemente, wenn man bamit nur eine Klingel betreibt, entfpredjenb länger; man kann wohl auf ein Jahr rechnen, so baß ber Betrieb ber Klingel im Monat 5 bis 7V» Pf. kostet.
Wenn auch biefc Lösung nicht ganz so vollkommen ist, wie es ber Anschluß ber Schwachstromanlage an bie Gleichstromlichtanlage wäre, so hat sie boch auch ihre Vorteile: wenn nämlich ber Lichtstrom einmal ausbleibt, was ja immer einmal vorkommt, so gehen alle Schwachstromanlagen trotzbem. Ich würbe bes- halb auch bei biefer Lösung bleiben, wenn bie Möglichkeit ber Entnahme von Schwachstrom aus bem Gleichstromlichtnetz boch noch erfunben würbe. Man sieht baraus roieber einmal, baß es gar nicht gut ist, wenn alles gleich erfunben wirb, benn baburch, daß etwas nicht erfynben wirb, kommt man häufig zu einer noch besseren Lösung einer Aufgabe.
birge erfolgen. In der Tat geben sich solche als sogenannte „seitliche Verwerfungen" zu erkennen. Diese Hunderttausende von Jahren zurückliegenden Bergrutsche gehören vornehmlich einer Erdzeit an, in der die Hebungen unb Senkungen der festen Erdrinde besonders stark waren und sich schon ähnliche meteorologische Verhältnisse wie heute herausgebildet hatten — nämlich der frühen Tertiärzeit.
Oer Schlüssel ohne Bari.
Don altersher ist man gewöhnt, baß ber Schlüssel einen Bart ober wenigstens bartähnliche Vertiefungen aufweist. Typisch war ferner, baß bie bisher üblichen Schlüfselarten im Schloß hcrumaebreht würben. Eine völlige Abkehr von ber seitherigen Schloß- unb Schlüsseltechnik bringt ein neues Schloß, bas überhaupt keine Zuhaltungen mehr besitzt unb auch bas Herumbrehen bes Schlüssels nicht mehr kennt. Der Schlüssel hat bie alten Formen gänzlich verlassen unb stellt sich als ein schmaler Leichtmetall' streifen vor. Das Schließen geht so vor sich, baß man ben Schlüsselstreifen, ber mit fünf beliebig gegeneinanber verschiebbaren Zahnstangen versehen ist, in bie Schloßaussparung eiilletzt, währenb beim Deffnen bie andere Seite bes Streifens eingesteckt wirb. An Sicherheit gibt bie neue Schloßkorm ben bisher üblichen nicht nach. Die Konstruktion verwendet an Stelle ber Zuhaltungen Zahnräber, bie sich bei ber Verriegelung vorwärts unb bei ber Entriegelung zurückbrehen. Die Leute von ber unehrlichen Zunft werben an biefer neuen Form bes Sicherheitsschlosses herzlich wenig Gefallen finden, schon deshalb, weil hier jede Möglichkeit, das Schloß „abzutasten", fortfällt. Es wäre also sinnlos, mit dem Abtasthebel zu arbeiten, da der Hebel ja immer nur bie Zahnräber oorfinbet, bie an sämtlichen Stellen die gleiche Form haben. Noch schmerzlicher aber wirb es bie Herren Einbrecher berühren, zu hören, daß durch bie Herstellung eines Schlüsselab- bruckes genau so wenig zu erreichen wäre, benn ber Eigentümer hat es in ber Hanb, bie Form bes Metallstreifens beliebig oft zu veränbern, unb zwar in Variationen, bie mit 100 000 nicht zu hoch gegriffen sind. Um bie Form bes Mctallstreifens gänzlich zu veränbern, ist lebiglich eine kleine Verschiebung ber Zahnstangen erforberlid), bie sich durch wenige Hanbgriffe bewerkstelligen läßt.


