Aus -er Provinzialhauptstadt
Wirtschaft
der ein.
Eindrucksvolle »tätige Heue*.
Frankfurt a. M., 31. Juli. (WSN.) Vor eint-
e Nachrichten.
1:505 von Zachst!,' , Ehrensührer bes nativ- lorps und Kreisstasselleiter I eines Eruppensüh- ersten SA.-Führers oer-
Gessürel 0,38 Prozent ab. 2lm Verkehrsmarkt waren Norddeutscher Lloyd gut und Hapag knapp gehalten. Don sonstigen Werten behaupteten sich Kunstseideaktien, Zement Heidelberg zogen leicht an. Nach den ersten Kursen kamen am Montanmarkt Harpener und Klöckner je 0,25 Prozent niedriger zur Notiz, Phönix und Buderus ge- wannen 0,25 Prozent zurück. Bekula wurden 0,25 Prozent höher notiert, dagegen schwächten sich Holzmann um 1,75 Prozent ab. 3m Verlause konnte sich ein Teil der anfangs abgeschwächten Werte wieder etwas erholen, im allgemeinen blieb jedoch die Situation ziemlich unverändert.
2lm Nentenmarkt lagen Altbesih und späte Reichsschuldbuchforderungen etwa 0,25 Prozent höher, Neubesih eröffneten unverändert, gewannen indessen im Verlaufe 10 Pf. Altbesitz waren dagegen im Verlaufe etwas erleichtert. 3ndustrieobligationen waren etwas abgeschwächt, Stahlvereinsbonds und Reichsbahnvorzugsaktien gaben bis zu 0,25 Prozent nach. Am Pfandbriefmarkt lag etwas Nachfrage, insbesondere für Goldpfandbriefe vor, die teilweise etwa 0,5 Prozent anzegen. L'iquidaticnspfandbriefc und Kommunalobligationen blieben im wesentlichen unverändert. Von fremden Werten waren Türkische Anleihen stark gesucht, Bagdad II gewannen 0,25 Prozent und Zolltürken 0,35 Prozent. Die Situation am Geldmarkt war schon wieder erleichtert und der Sah für Tagesgeld wurde auf 4 Prozent herabgesetzt.
Arbeit adelt!
Früher galt die Arbeit nur als Ware. Kapital und Arbeit, das sind die beiden Gewichte, die auf der Goldwaage liegen, wenn man den Wirlschasls- prozeh erwägen und ergründen will.
Die Wirtschaft ist aber keine Sache an sich, die irgendwo in der Luft hängt und zwischen Kapital und Arbeit hin und her pendelt, sondern sie ist em Cebensnorgang, sie ist und besördert das Leben. Ihr Ziel ist das Wohl des Menschen, ihre Triebkraft ist der lebendige Mensch, der die Arbeit leistet. Indem er sie leistet, dient er nicht nur dem Kapital „an sich" oder der Wirtschaft „an sich', sondern er dient dem Wirtschaftsleben seines Volkes. Lr steht auch an dem bescheidensten Platze als Glied im grohcn Getriebe. Lr arbeitet also nicht nur so blindlings ins Blaue, er arbeitet „m i t", und diese Mitarbeit adelt ihn. Wenn wir die Wahl haben, aus unserer Arbeit nicht nur Lohn, sondern auch Freude zu ziehen, so werden wir uns nicht lange besinnen. Wir werden dem Volkskanzler dankbar sein, der uns wieder die Freude an der Arbeitsgemeinschaft erschließt, jene Freude, die endlich wieder der Arbeit ihren Adel zurückgibt. Adel verpflichtet. Der Arbeitsadel verpflichtet alle, die seiner teilhaslig sind, zum Opfer für diejenigen, die die Arbeitsfreude wohl kennen, sie aber schuldlos entbehren müssen. Ihnen wieder zu Lohn und Brot zu verhelfen, ist das vornehmste Ziel des neuen Staates. Dabei kann der einzelne auf mancherlei Weife mithelfen. Vie große Arbeitsbefchafsungslotterie macht es besonders leicht: Das bescheidene Opfer von 1 RM., das sie verlangt, wiegt sie dadurch auf. 1,5 Millionen Mark werden an die glücklichen Gewinner zurückbezahlt. Den Hauptgewinn dabei machen aber die Arbeitslosen, und das ist ganz in der Ordnung so.
gen lagen zahlte ein hiesiger Notar im Auftrag eines Unbekannten dem Finanzamt im Wege tätigen Reue einen Betrag von 97 000 Mark
SJL-'Sport
Die GM. auf der Frankfurter Regatta.
Oer Achter erkämpft sich die Startberechtigung zur Deutschen Meisterschaft.
Bluttat und Landfriedensbruch in Lindenfels.
WSN. Darmstadt, l.Aug. Die Vorkommnisse am 26. Februar dieses Jahres in Lindenfels, bei denen der Hitlerjunge Crößmann aus Pfungstadt sein Leben lassen muhte, finden seit Freitag vor dem unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Weih tagenden Sondergericht ihr gerichtliches Nachspiel. Auf der Anklagebank sitzen 15 Kommunisten und Marxisten oder Sympathisierende, sämtlich aus Lindenfels: ein weiterer, D 01h, ist nach dem Saargebiet geflüchtet und der erlassene Haftbefehl konnte nicht vollstreckt werden. Don den Angeklagten interessiert am meisten Ludwig 2 ü ch l e r, ein schwer vorbestrafter Mann, der als berüchtigter Messerheld bekannt ist und der selbst die eigene Mutter einmal mit dem Messer verletzte. Er soll den tödlichen Stich gegen den Hitlerjungen geführt haben, aber er bestreitet, an jenem Tag und überhaupt in der letzten Zeit ein Messer getragen zu haben. Die gegen ihn gerichtete Anklage lautet auf schweren Landfriedens
bruch in Tateinheit mit Totschlag. Ebenfalls wegen schweren Landfriedensbruchs sind acht weitere Männer angeklagt, davon zwei, 3osef B ü ch l e r und Johannes Maurer, in Tateinheit mit versuchtem Totschlag: die Anklage beschuldigt diese beiden, ihre Gewalttägkeiten in Tötungsabsicht begangen zu haben. Die übrigen Angeklagten haben sich wegen Teilnahme am Landfriedcnsbruch zu verantworten. Am Freitag erfolgte die Dcrnchmung der Angeklagten, wobei selbstverständlich ein sehr einseitiges Bild der Dorkommnisse zustande kam. Die Angeklagten versuchten, für ihre Person möglichst viel zu retten- Der Bensheimer Kreisarzt, der die Obduktion der Leiche CröhmannS vornahm, erklärte, der Messerstich sei absolut tödlich gewesen; er drang zwischen zwei Rippen hindurch in den Herzbeutel und tiefer in die große Drustschlag- adcr, so dah eine innerliche Derblutung in kürzester Zeit erfolgte- Don den zahlreichen Zeugen wurden bis Eamstagmittag erst wenige vernommen, aber schon gab es eine sehr wesentliche Aenderung des am ersten DerhandlungstageS gewonnenen Bildes.
Die Derhandlung wurde am Montag mit to eite r e n Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Am interessantesten war die Aussage des Poli^ei- meisters in Lindenfels, mit der die Angabe deS Hauptangeklagten Ludwig B ü ch l e r, er habe im letzten halben 3ahr kein Messer getragen, widerlegt wurde: der Zeuge stellte fest, dah Büchler vierzehn Tage vor der Tat in einem' Caf6 bei einem Streit das Messer zog. Büchler will davon nichts wissen, er weicht überhaupt, so oft es mit belastenden Momenten gegen ihn geht, aus und tut verständnislos, besonders, als der Dorsihende den Dersuch unternahm, ihn über den Ernst seiner Lage aufzuklären: auf den Dorhalt, dah es um Kopf und Kragen, geht, war Büchler zu keiner Nachgabe und zu keiner Aenderung seines Derhaltens zu bewegen. Don feiten des Verteidigers sind eine Reihe von Deweisanträgen gestellt.
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bei 1500 Meter etwa eine Länge. In wundervollem Endkampf der drei in Front liegenden Achter konnte Gießen eine leichte Führung vor Kastel erringen und bis auf eine halbe Länge an Würzburg herankommen. Weit zurück Frankfurt und Amsterdam.
Nach Ansicht des ersten Vorsitzenden des Deutschen Rudervcrbandes, Regierungspräsidenten Dr. Pau l y, hat die Mannschaft der ÄRG. durch diesen Kampf bewiesen, daß sie die Berechtigung hat, auf der Deutschen Meisterschaft, die am 12. und 13. August in Breslau stattfindet, zu starten. Auf Anraten des Verbandes hat daraufhin die GRG. ihre Meldung zur Meisterschaft im Achter abgegeben.
Die Mannschaft, die nach der erwähnten Um- setzung noch bessere Form gewinnen dürfte, hat sich zu der ihr bevorstehenden Aufgabe bereits einem besonders intensiven Training unterworfen.
Derbotvon Sammlungen zu politischen Zwecken.
Wiesbaden, 31. Juli. (WSN.) Der Regierungspräsident in Wiesbaden hat durch eine neue Verordnung das Einsammeln von Geld- und Sachspenden zu politischen Zwecken ober zur Verwendung durch politische Organisationen von Haus zu Haus, auf Straßen oder Plätzen, in Gast- oder Ver- gnügungsftätten oder an anderen öffentlichen Orten im Bereich des Regierungsbezirks Wiesbaden verboten. Nach dieser Anordnung liegt eine Sammlung von Geldspenden auch dann vor, wenn die Samm- lungsDeranftalter, anstatt lediglich Spenden zu erbitten, die Sammlung in die äußere Form eines Vertriebes geringwertiger Gegenstände kleiden und beispielsweise Blumen, Abzeichen, kleine Druckschriften usw. zum Kauf anbieten. Das Verbot erstreckt sich nicht auf Sammlungen, die in Versammlungen ober im Zusam- menhang mit ihnen am Versammlungsort ftattfin- ben, sowie auf Sammlungen von Haus zu Haus, bie sich auf Mitglieber ber sammelnden Organijatio- nen beschränken. Vorsätzliche Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu sechs Monaten ober mit Geldstrafe bestraft.
teilzunehmen am vielfältigen Dordieben, sich vier Tage verwöhnen zu lassen, vier Tage auf See zu fein und in ber Unenblichfeit von Himmel und Meer, in ber sich alle Alltagsunrast legt und große befreienbe Ruhe selbst über ben Rastlosesten kommt. Das Programm schließt einen Aufenthalt in Hamburg mit Besuch bes Hafens und ber zahlreichen Sehenswürbigkeiten und eine Landung in Helgoland ein. Ausführliche Prospekte sind bei allen Hapag-Agenturen und Reisebüros sowie auch bei ben Fahrkartenausgabestellen der Reichsbahn er- hältlich.
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* Konkurse und Vergleiche im Juli. Im Juli wurden durch den Reichsanzeiger 262 neue Konkurse und 115 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für ben Vormonat stellen sich auf 264 bzw. 123.
Frankfurt uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 2. Aug. (WTB. Draht- meldung.) Die heutige Mittagsbörse zeigte ein Bild, das sich wenig von dem der vergangenen Tage unterschied. Materialanregungen lagen Zaum' vor die Enge des Marktes hielt an und so verdankten die meisten der — im übrigen geringen — Veränderungen ihre Entstehung kleinen Orders, die sonst wenig ins Gewicht gefallen wären. An den Aktienmärkten lag anfangs etwas Angebot vor, nach dessen Aufnahme ein Teil der betreffenden Papiere wieder nach oben tendierte. Immerhin überwogen bei den Eröffnungskursen meist kleine Abschwächungen bis etwa 0,75 Prozent. Der Montanmarkt lag erneut unter Druck, wobei die evtl. Vertagung der ilm- organijation im Stahlvereinkonzern mitgesprochen haben mag. Gelsenkirchen gaben 1,25 Prozent nach. Lediglich Mannesmann konnten sich um 0,50 Prozent verbessern. Chemiewerte lagen uneinheitlich, Farben 0,25 Prozent, Deutsche Erdöl 0,50 Prozent niedriger, dagegen Scheideanstalt 0,50 Prozent befestigt. Am Elektromarkt waren nur Lahmeyer um 1,13 Prozent höher und AEG. behauptet, Licht & Kraft schwächten sich um 0,75 Prozent, Siemens um 0,50 Prozent und
Die Gießener Rubergesellschaft war auf ber Internationalen Frankfurter Regatta burch ihren Senior- Achter unb den Jungmann-Vierer vertreten. Die Jungmannen tarnen zu einem schönen Sieg, indem sie die in ihrer Klasse ungeschlagene Junior-Mann- jdjaft ber Offenbacher „Undine" besiegen konnten. Die Senior-Mannschaft erbrachte, trotz bes ungünstigen Ausgangs des Ersten Achters am Sonntagvormittag, am Nachmittag durch die knappe Niederlage gegen Würzburg (Zeitunterschied 1,5 Sekunden) ben Beweis, daß sie immer noch zur besten deutschen Achterklasse gehört.
Am Samstag starteten die Iungmannen im E r • ste n Jungmann - Vierer. Das Vorrennen entschieden sie vor ber Offenbacher „Undine" unb dem Offenbacher Ruderverein für sich. Im Hauptrennen mußten sie eine Nieberlage von „Alemannia" Karlsruhe entgegennehmen. Die Gießener waren durch den schon bei diesem Rennen äußerst starken Wellengang sehr behindert.
Der E r st e Achter bes Samstags würbe, wie auch noch verschiedene andere Rennen, wegen allzuhohen Wellenganges am Sonntagvormittag ausge- fahren. Hier kamen bie Gießener nicht zu der erwarteten Placierung. Bis 1000 Meter war das Feld unter leichter Führung von Kastel noch ziemlich ge- schloßen. Auf der zweiten Hälfte der Strecke kämpfte Kastel auf das schärfste mit Würzburg um bie Führung, konnte feinen Vorsprung behaupten imb siegte mit breioiertel Längen.
Am Nachmittag bestritten zunächst die Iungmannen den Junior-Vierer. Dom Start weg ein geschlossenes Feld. Gießen ging bei 1000 Meter leicht in Führung, dicht gefolgt von der Offenbacher „Undicke". Es entspann sich ein harter Borb-an- Bord-Kampf. Auf dem letzten Teil der Strecke ging Gießen durch entscheidenden Spurt in Führung unb siegte mit einer halben Länge vor dem Favorit der Junior-Klasse. Weit zurück Mainz-Kastel.
Im Ersten Achter gab es einen spannenden schönen Kampf vom Start bis ins Ziel. Es lagen 5 Boote am Start, darunter ber Achter ber Amster- bamer Studenten-Roei-Vereeniging „Nereus". Die Gießener hatten für dieses Rennen den Schlagmann gewechselt — Karl Timpe (Dbergren. im 1. Batl. J.-R. 15) verstand es, durch einen flotten, schneidigen Schlag bie Mannschaft sehr gut zu führen. Nach vorübergehenber Führung bes Frankfurter RD. stießen Würzburg, Kastel unb Gießen, Sorb- an-Borb liegenb, vor. Würzburg errang einen Vorsprung, Kastel unb Gießen folgten, verbissen kämpfend, bicht auf. Die Führung Würzburgs beträgt
ber bekannte Ftugznigsüh- genen Jahr Adolf Hitlers chrte und heute als Pilot rs durchführt, Ist, wie die Orden „Corona d’Italia „Cavaliere" ausgezeichnet hsminifters Darrs Hot die Gleichschaltung der sisorganisation des Christ- urgenommen. Geheimrot 11 sämtlichen Ämtern zu«
Kultusministerium hat an- T und Schülerinnen den künftig >n der ochu k erweisen haben, der von nen in gleicher Weife zu leidet hat ber schwedische ber ilrbeitslofigfeit ben 'eutsch-n^ ? üpungbesFr" istes zu machen.
Stabtlheatcr am Hinbenburgwall Zapfenstreich veranstalten.
Arn Sonntag, 2 0. August, finbet zunächst Felbgottesbienst ber Stanbarte 116 auf bem Trieb statt. Die nächsten Stunben bes Tages werben bem Sport geroibmet fein. Um 15 Uhr folgt ber Aufmarsch ber Stanbarte in Stärke von etwa 4500 Mann burch bie Stabt. Der Sonntag wirb mit einem tarne- rabschaftlichen Beisammensein in ber Volkshalle seinen Abschluß finben.
L-ornottzcn.
— Tageskalcnber für Mittwoch. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Unter falscher Flagge".
Kirchenvorstandswahl in der Matthäusgemeinde. Gestern abend trat die neugewählte Kirchengemeindevertretung der Matthäusgemeinde in der Stadtkirche zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Nach der Verpflichtung der neugewählten Kirchengemeindevertreter durch Pfarrer Mahr erfolgte die Neuwahl des Kirchenvorstandes. Gewählt wurden zu Kirchen- vorstehern der Matthäusgemeinde: Kreis- und Stadtschulrat Dr. H e n h, Oberkriegsgerichtsrat Koch, ßanbgerid)tspräfibent i. R. Neuenhagen, Verwaltungsselretar Peter 2 ö ck e l, Steuerassistent Karl Lerch und Berufsschullehrer August W e h r h e i m. 3n den Gesamtkirchenvorstand wurden gewählt: Kreis- und Stadtschulrat Dr- H e n h, Landgerichtspräsident i. R. Neuen- Hagen und Steuerassistent Karl Lerch- — Wie Berufsschullehrer Wehrheim uns heute früh mitteilt, wird er von seinem Amt zugunsten des Dachdeckermeisters Heinrich Scho mb er IV. zurücktrcten, der bei der Wahl nahezu die gleichen Stimmen wie Herr Wehrheim erhalten hat.
" Der neue Kirchenvorstand der Markusgemeinde. Bei der Kirchenvorstandswahl, die am Sonntag in der Markusgemeinde stattfand, wurden die seitherigen Mitglieder wiedergewählt: Frau Luise Happel, Buchdruckermeister Heinrich Fischer, Kaufmann Emil Horst, Hutmachermeister Rudolf Richter Senior, Staatsanwalt Alfred Schneider und Stadtoberassistent Karl Weller. Don ihnen gehören die Herren Horst, Schneider und Weller dem Gesamtkirchenvorstand an.
♦♦ Eine Diebin f e ft g e n 0 m m e n. Am 31. Juli wurde, wie bie Polizeibirektion Gießen mel- bet, das zur Zeit stellungslose 23jährige Dienstmädchen Margarete Werner aus Mellnau wegen Einbruchdiebstahls feftgenommen unb bem Amtsgerichtsgefängnis zugeführt. Die Befchulbigte hatte in der Nacht zum 31. Juli in einem Gartenhauschen ber Sieblung an ber Licher Straße genächtigt unb babei einen Hausbewohner beobachtet, als er nach bem Abschließen ber Haustüre ben bazu benützten Schlüssel auf eine Fensterbank legte. Nach geraumer Zeit nahm sie biefen Schlüssel an sich, schloß damit bie Tür auf, ging in bie Küche unb entwendete dort Kleidungsstücke, Eßwaren unb etwas Bargelb.
*• Norwegenfahrt. In bem Bestreben, ben Freunben volkstümlicher Sonberfahrten einmal ein neues Reiseziel unb etwas befonberes zu bieten, veranstaltet bie Reichsbahnbirektion Frankfurt a. M. in Gemeinschaft mit ber Hamburg-Amerika-Linie vom 12. bis 18. August 1933 eine 7tägige Norwegenfahrt mit bem großen Uebersee-Motorfchiff „Milwaukee" ber Hapag. Diese Norwegenfahrt bietet ben Teilnehmern bie Möglichkeit, billig unb ohne große Reisevorbereitungen ein hervorragendes Uebersee-Passagierschiff in Fahrt kennenzulernen.
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gegen die Franzosen: — 1815: der Dichter Adolf Friedrich Graf von Schack in Schwerin geboren (gestorben 1894); — 1832: der Kunsthistoriker Karl Justi in Marburg geboren (gestorben 1912); — 1914: Ultimatum Deutschlands an Belgien.
Aufmarsch der SA.-Standarte 116.
Anläßlich des 120jährigen Bestehens unseres frühe- ren Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 und des Eriennerungstages der Schlacht von Anloy wird die 6 21.« Stanbarte 116, bie die rühm- reiche Regimentsnummer fortführt, in Gießen einen Aufmarsch veranstalten, an dem aus dem Standartenbereich (Kreise Gießen und Schotten) etwa 4500 SA.- Männer teilnehmen werden.
Als Auftakt wird am Samstag, 19. August, die Standarte 116 mit einem Sturm und Fahnenabordnungen bei der Kranzniederlegung des Offizierskorps des früheren Regiments Nr. 116 am Ge- fallenen-Dentmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz zugegen fein. Am Abend wird die Standarte vor dem
Wetterpropheten in der Tierwelt.
Menschen bes 20. Jahrhunderts lassen sicb bas Wetter in Zeitung und Rundfunk kunbtun. Anders ist es bei ben Naturvölkern unb bei Menschen, bie Nvch in einem engen Verhältnis zur Natur stehen, wie ßanbleute, Förster, Schäfer unb Flurhüter. Diese besitzen entweder selbst eine Vorahnung über bas kommende Wetter oder sie schließen aus bem Verhalten gewisser Vertreter der Tierwelt auf bie Witterung in ben fommenben Tagen. Wenn sich gar bei solchen mit ber Natur eng oerbunbenen Menschen der Beruf von Geschlecht zu Geschlecht vererbt, wie es bei ben Schafhirten oft der Fall ist, so bilben sich entsprechende Fähigkeiten immer mehr zurück bzw immer mehr aus, die bem kultivierten ctabt- unb Landbewohner abhanden gekommen finb.
Das Wetterahnungsvermögen ist höchstwahrscheinlich in bem Instinkt begründet. Ob es sich gar um einen besonderen Wettersinn handelt, wie manche Naturbeobachter meinen, wird die Zukunftsforschung lehren.
Zur Zeit der Heuernte braucht der Bauersmann viel Sonnenschein. Fliegen die Schwalben schon in ber Frühe unb spät abenbs in großer Höhe, so freut er sich, es gibt gutes Heuwetter. Ist Regen im Anzug, so geht der Schwalben Flug dicht über dem Bache ober bem Wasserstand bes Dorfweihers hin. Lautes Schreien fünbigt Gewitter unb Sturm an. Lerchenjang schon vor Tagesgrauen ist nach alter Beobachtung ein sicheres Zeichen dafür, daß bie schöne Wetterlage noch längere Zeit anhält. In vielen Gegenben heißt der Buchfink auch Regenvogel. Manche Leute schwören darauf, daß seine eintönige Melodie „schirr-schirr-schirr" immer ungünstige Witterung prophezeit Der zur Sippe der Stelzvögel gehörende Regenpfeifer läßt bei drohendem Regen einen eigenartigen Pfeifton vernehmen, der ihm sogar seinen Namen gegeben hat. Dellt der Pfau auf bem Hofe unb schleift er dabei bie langen Schwanzfedern lässig am Boden, so ist mit baldigem Regen zu rechnen. Wenn sich im Spätsommer und Herbst Schwalben und andere Zugvogel plötzlich sammeln und frühzeitig ihre Reise nach dem Süden «ntreten, so soll mit baldigem Frost zu rechnen sein.
Alte Leute sehen in der Spinne einen vorzüglichen Wetterpropheten. Je geschäftiger sie spinnt imb je länger sie babei ben Faden zieht, desto sicherer kann man auf gutes Wetter schließen. Das gleiche gilt, wenn sie ihre Beutezüge über die Grenzen ihres Netzes hinaus ausdehnt. Kurze Spinnfäden und ruhiges Verhalten in ihrem Versteck verraten Regenwetter. Man nimmt an, daß der verschiedene Grad der Luftfeuchtigkeit sie au ben eigenartigen Lebensgewohnheiten bewegt. Zur Beobachtung eignen sich Spinnetze, bie in stillen Winkeln angelegt finb.
Als gute Wetterpropheten gelten bie Ameisen. Be- förbern sie ihre Puppen, fälschlich Ameifeneier gerannt, schon früh morgens aus ben Gängen auf die Hügel, um sie der Sonne auszusetzen, so steht ein warmer Tag bevor. Ein Zurückbringen schon in der Mittagszeit läßt auf Gewitter ober Regen schließen. Es ist auch erwiesen, baß in Flußniederungen mit Ueberschwemmungen zu rechnen ist, wenn die Ameisen ihre Heimstätten dort aufgeben und sich in höheren Lagen anfiebeln.
Kälte und Nässe lassen sich aus dem Verhalten des Maulwurfes voraussagen. Besonders auffallend war das im Regenwinter 1930/31 zu beobachten. Der aufmerksame Naturfreund konnte schon im Herbst die Beobachtung machen, daß sich in den Talwiesen die sonst mit Maulwurfshaufen übersät waren, keine Hügel befanden. Die Tiere hatten sich an die Hänge zurückgezogen, deren Boden an sich zur Grabarbeit gar nicht geeignet war. Diese Vorahnungen erwiesen sich als richtig, denn plötzlich eintretende und lang anhaltende Ueberschwemmungen ganzer Gegenden hätten gewaltig unter den „Bergmännern" aufgeräumt. Genau so verhielten sich damals die Feldmäuse. Auch ihnen muß ein uns unbekannter Naturtrieb frühzeitig Kenntnis von den kommenden Fluten gegeben haben.
Der Bienenwirt lieft am Verhalten feiner Immen die Wettergestaltung oft schon der nächsten Tage ab Unruhiges Treiben am Flugloch und erhöhte Stechlust lassen mit Bestimmtheit auf Gewitterbildung schließen. Plötzliche Heimkehr großer Mengen Trachtbienen kündigt einen Umschwung der Wetterlage an. Noch manches Wetterpropheten wäre zu gedenken. Es sei noch an Laubfrosch, Regenwurm unb Johanniswürmchen erinnert, an bas Gras- fressen der Hunde, das Waschen der Hauskatze, das Schwitzen ber Pferde im Stall, bas Ausschlagen ge- wisser Pflastersteine und an bie Knochenschmerzen des Großvaters. Es ist nun selbstverständlich, daß sich aus dem beschriebenen Verhalten gewisser Tiere nicht in allen Fällen mit Gewißheit eine Wetter- Dorberbeftimmung ermöglichen läßt. Es steht aber fest, daß die Wetterpropheten in ber Tierwelt oft recht zuverlässig finb, wenn auch mit ihrem Verhak- ten keineswegs dem Menschen ein Dienst erwiesen werben soll, sondern es sich lediglich um Schutzmaß. nahmen zur Erhaltung ihrer Art handelt. B.
Braune Messe in Gießen.
Der Kreiskampfbund Gießen für den gewerblichen Mittelstand hat sich entschlossen, auch in unserer Stadt eine „Braune Messe" zu veranstalten. die in sämtlichen Räumen der Volks- Halle aufgebaut werden soll. Die Messe soll insbesondere das gesamte wirtschaftliche Leben in unserer Stadt zusammenfassen. 3n systematisch getrennten Abteilungen sollen die Hauswirtschaft, bas Handwerk, die Landwirtschaft, die Eigenheim-Bewegung, die Musik, die Kunst, der Verkehr, eine Sonderschau des Arbeitsamtes, des Jugendamtes, der Berufsschulen, der Frauenvereine usw. beteiligt sein. Die Ausstellung fin- bet vom 3 0. September bis zum 8. Oktober statt.
post als Helfer bei Spende zur Förderung der nationalen Arbeit.
Wie bas VDZ.-Bureau melbet, hat ber Reichspost- minifter verfügt, baß bie Postanstalten es sich angelegen fein lassen müllen, ben Postbesuchern, bie freiwillige Spenden zur Förberung der nationalen Arbeit mit Zahlkarte ober Postanweisung einzahlen wollen, mit Rat unb Auskunft behilflich z u fein; bie Schalterbeamten müssen namentlich über bie Anschrift unb die Nummer bes Postscheckkontos bes Finanzamtes Auskunft geben können. Im Schalterraum ist em befonberer Aushang bis auf weiteres anzubringen, der auf bie Spenbe hinweist.
Daten für Mittwoch, 2. August.
1445: Oswald von Wolkenstein, ber letzte ritterliche Minnesänger, auf Burg Hauenstein gestorben (geboren 1377); — 1809: Anbreas Hofers Aufstand
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