Ausgabe 
2.5.1933 Frühausgabe
 
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Jiun beginnt der Abmarsch.

Kolonixen um Kolonnen. Tausende von SA. und Sw., Hitlerjugend, deutsche Mädels, andere Organi­sationen der Jungen und der Alten. Blaue Blusen der Deutschnationalen, Innungen in bunten histo­rischen Trachten, die Küfer und die Mcker, Schnei­der und Friseure. Dann wieder Abordnungen der Eisenbahner, der Straßenbahner, der Polizei das ganze Volk der Vergangenheit und des buntbelebten Mittelalters, der Gegenwart und einer freudigen hoffnungsfrohen Zukunft war aufgebrochen. Gesang aus rauhen Männerkehlen, alte Landsknechtsweisen, die die SA. umgedichtet hat, Volkslider der deutschen Jugendbewegung, friderizianische Weisen, Militär­kapellen und Knüppelmusik erfüllen die Luft. Ein unvergeßliches Bild bot der Magdeburger Platz, von dem die Angehörigen der Trachten­gemeinschaft deutscher Landsmann­schaften anmarschievtcn. Im Gegensatz dazu herrschte auf dem Wittenberg-Platz das einheitliche und geschlossene Feldgrau. Hier war der Summe l- platz der drei Groß-Berliner Stahl­

helmregimenter Reinhardt, Lützow und Tem­pelhof. An der Spitze jeden Regiments die Fahnen­kompanie. Die Kapellen spielten lustige Militär­weisen.

Dom Flugzeug aus dirigiert.

Strahlenförmig ziehen die Kolonnen zum Tempelhofer Feld. Tausende umsäumen grüßend und jubelnd die Straßen. Heber den Marschierenden kreist ein Flugzeug der Verkehrszentrale, um die Züge zu be­obachten. Sobald Verkehrsstörungen und große Stauungen vom Flugzeug aus beobachtet werden, geht eine Funkdepesche von Vord des Flugzeuges an die Funküberwachungsstellc des Tempelhofer Flugplatzes und von dort telefonisch an die Zentralstelle der RSBO. Kuriere auf Motorrädern leiten die Weisungen an die Führer der Kolonnen weiter. Das Rote Kreuz be­gleitet jede Kolonne mit 50 Sanitätern. Hnauf- hörlich tönen Musik und Gesang, schallen die Heil­rufe, strecken sich die Hände zum Gruß.

Die Millionenkundgebung auf dem Tempelhofer Feld. Glänzende Zurüstungen. Ein Wald von Fahnen.

Auf dem Tempelhofer Feld ist das Gedränge schon um 14 Uhr außerordentlich stark. Südlich von der Flughasenstraße sind die großen Tribünen aufgerichtet, auf denen etwa 15 000 Personen Platz finden. Hinter der mittleren Tribüne ein zwölf Meter hoher Fahnenberg für 3000 Fahnenträger, davor die Plätze für die Re- qierungsmitglieder und das 10 Meter hohe Podium fürdenReichskanzler. Zu beiden Seiten der Tribüne ist das Feld in verschiedene Blöcke eingeteilt, für die 8 0 0 0 0 Zuschauer- karten ausgcgeben sind. Vor den Tribünen ist der Platz für die uniformierten Teilnehmer. Auf einem riesigen Podest finden 30 0 Musiker Platz.

Ein Wold von 150 Fahnenmasten zieht sich rings um das Feld. Hoch ragen die Kom­mandotürme, die Funktürme, die Polizeitürme, 10 Filmtürme, die Masten für die Hochspannungs­leitungen und 250 Lichtmasten in die Luft. Fahnen, wohin das Auge sieht bis zur Höhe von 25 Meter, dazu Girlanden und Transparente in großer Fülle. Die Sonne dieses herrlichen Moientages beleuch­tet das prächtige Bild. In einem großen Feld ist die riesige Verstärkeranlage untergebracht, die 10 0 Lautsprecher zu speisen hat. Vor der Rednertribüne stehen 18 Mikrophone, in den vier Ecken des Tempelhofer Feldes hat das Rote Kreuz Zelte errichtet. Zwei weitere Rote-Kreuz- Zelte stehen hinter der Tribüne und zwischen die­sen großen eine Reihe kleinerer Zelte. Auf fünf hohen Türmen stehen Polizei- und Feuerwehrleute in telefonischer Verbindung mit der Feuerschutzleitung.

Auf dem Riefenfelde südlich der Flughafen - stratze sind inzwischen die ersten Kolonnen der Arbeiter aufmarschiert. Hm 15 Hhr ist es bereits eine halbe Million Menschen, die auf dem Tempelhofer Feld und um das Feld herumstehen. Die Tribünen- Plätze füllen sich. Die Rasenplätze sind fast voll­ständig beseht. 3n den Seitenstraßen sind Sta­tionen errichtet, die Reserven an Lebensmitteln und Getränken bereit halten. Aus einem ent­fernter liegenden Standlager in Tempelhof wer­den die Vorräte jeweils ergänzt. Etwa 3000 Händler bringen die Lebensmittel und die Er­frischungen unter die Massen. Die Abgabe von alkoholischen Getränken ist verboten.

Die Kriegsinvaliden, die mittags durch den Deutschen Touringklub gespeist worden waren, werden von Mitgliedern des Klubs zum Tem­pelhofer Feld gefahren und vor den Tribünen abgescht. Hm 16 Hhr war, soweit der Blick über den Festplah reichte, alles bereits von Menschen angefüllt, obwohl nur von den wenig­sten Kolonnen die Spitzen das Feld erreicht ha­ben. Man vermag sich nicht vorzustellen, daß hier noch weitere Hunderttausende Platz finden sollen, die noch immer im Anmarsch sind.

Die Ehrengäste.

Gegen 17.30 Hhr trafen die Führer der SA. und des Stahlhelms, SA.-Oberführer Ernst, mit dem Prinzen August Wilhelm und Bundes- Hauptmann Major a. D. v o n S t e p h a n i. auf dem Tempelhofer Feld ein. Gegen 18 Hhr wurde die Zahl der aus dem Felde stehenden Menschen­menge auf etwa 1,3 Millionen geschäht. Sämt­liche Fahnen der SA., SS., des Stahlhelms, des deutschnationolcn Kampfringes und der zahl­losen übrigen Verbände, Vereine und Innungen wurden auf den Fahnenberg gebracht, den er­höhten Hintergrund der Regierungstribüne. Hier standen dann Kopf an Kopf etwa 3000 Fahnenträger.

Gegen 19.15 Uhr trafen der Reihe nach ein der Berliner Polizeipräsident, Ministerpräsident G ö - ring, Reichsaußenminister von Neurath, Staatssekretär Meißner, die Minister Dr. H u - genderg, Seldte, Vizekanzler von P a p c n, Reichsinnenminister Frick, dann in bunter Reihen­folge Wagen auf Wagen mit den übrigen Reichs­ministern, den preußischen Ministern, den Vertretern des Diplomatischen Korps, das vollzählig erschienen war, den Spitzen der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden. Die italienische K o l o - n i c in Berlin hat eine Abordnung entsandt, die, geführt von dem italienischen Botschafter, i n Schwarzhemden erschienen war. Die uni­formierten Verbände nahmen Front zur Regierungs- tribüne.

Im prachtvollen Aufzuge marschierten unterdessen vor der Haupttribüne die 11. Kompanie des I n f. - R e g t s. N r. 12 aus Magdeburg auf, ferner 7 Militärkapellen und zwei Spielmannszüge der Reichsmarine. Die Reichswehr wurde mit Hurra­rufen und Händeklatschen empfangen. Besonderen Eindruck machte auch der Anmarsch von 120 Mann der Stabswoche in Stahlhelm mit umgehängten Karabinern.

Allmählich wird es dunkler. Die Menge auf dem Tempelhofer Feld bietet einen überwältigenden Anblick. Strahlend geht die Sonne im Westen unter. In einem riesigen Quadrat standen jetzt Reichswehr, Polizei, SA., SS. Stahlhelm und Technische Rothilfe. Die Fanfarenmärschs der Deichswehrkapellcn ermunterten die Massen, die nun zum Teil seit fünf bis sechs Stunden auf dem Platze standen und zumeist seit zwölf Stunden auf den Beinen waren. Die Dunkelheit sank allmäh­lich herab. In der Ferne um das Festfeld her­um wurden die Lichter angezündet. Die Span­nung stieg immer mehr.

Die Ankunft des Reichskanzlers.

Dr. Goebbels hält die Begrüßungsansprache

Während die Menge gemeinsam das LiedDer Gott, der Eisen wachsen lieh" singt, trifft der Kanzler Adolf Hitler und mit ihm der Reichsminister Dr. Goebbels ein, mit brausen­den Heilrufen von der Menge begrüßt. Der Kanzler nimmt den für ihn vorgesehenen Platz ein und begrüßt die SA. und SS. mit kräftigem Heil, das vom ganzen Felde erwidert wird. Dr. Goebbels besteigt die Rednertribüne.

Reichsminister Dr. Goebbels begrüßt die Mas­sen und erklärt dann: Leider fiel in den schäumen­den Becher der Freude ein Wehrmutstrop- f e n. Gestern verunglückten in Essen auf der Zeche Stinnes sieden brave Bergleute, die ausnahmslos Nationalsozialisten waren. Zur gleichen Zeit wurde in Naumburg und in Kiel je ein SA.-Mann erschossen. (Pfui.) Diese neun Sol­daten der Arbeit und der Politik - f i e l e n auf dem Felde der Ehre. Die ganze deutsche Na­tion erhebt sich in diesem feierlichen Augenblick und ehrt das Andenken dieser neun gefal­lenen Soldaten durch eine Minute ehrfurchtoofles Schweigen. Deutsche Männer und Frauen! Ihr habt den Toten die Ehre gegeben, die ihnen gebührt, und jetzt hat das Leben wieder sein Recht. Am heutigen Äbend spricht der Kanzler, der Führer des jungen Deutsch­land zum deutschen Volk, Adolf Hitler, unser Fah­nenträger, unser Führer, hat das Wort. (Stürmi­sche Heilrufe.)

Adolf Wer spricht zu den Mlionen.

Unter minutenlangen nicht endenwollenden Heil­rufen und dem Beifall der anderthalb Millionen führte Reichskanzler Adolf Hitler dann aus: Der Mai war viele Jahrhunderte hindurch der fymbo- lifche Tag des Einzugs des Friedens in die Lande, öcr Tag der Freude, der festlichen Stimmung und Gesinnung. Dann kam eine Zeit, die diesen Tag verwandelte in einen Tag der Proklamation der Fehde, des Streites und inneren Kampfes. Eine Lehre versuchte den Tag der erwachenden Natur in einen Tag des Haffes, des Leides, des Zankes, des Bruderkampfes und Brudermordes zu verwan­deln. Jahrzehnte find über die deutschen Lande ge­gangen. Und dann kam nun wieder eine Zeit der Besinnung und des Jnsichkehrens unö damit wie­der eine Zeit des neuen Zusammenfindens der deut­schen Menschen. Und heute können wir mit dem alten Liede wieder singen:

Der Mai ist gekommen, unseres Volkes Er­wachen ist nun gekommen. Dos Symbol des Klassenkampfes wird sich nunmehr verwandeln wieder zum Symbol der Erhebung, ;um Symbol der großen Einigung unseres Volkes, und deshalb haben wir diesen Tag der schasfen-i den Arbeit, jener schaffenden Arbeit, die feinet engen Grenzen kennt, die wir überall an­erkennen wollen, wo sie in gutem Sinne für Sein und Leben unseres Volkes geleistet wird. Das deutsche Volk hat eine schwere

Zeit hinter sich. Millionen Menschen unseres Volkes sind tätig wie früher und andere Millio-- nen wollen tätig sein, können es aber nicht. Alles scheint vergeblich zu fein. Rot, Elend und Jammer und Verzagtheit. Zehntausende finden den leichtesten Weg zum bittersten Entschluß. Sie enden lieber ein Dasein, das für sie nur Kummer und Elend zu bergen scheint. Hnd wenn wir uns fragen, weshalb? Es ist eine poli­tische Rot. Das deutsche Volk ist in sich zer- fallcn. Seine ganze Lebenskraft wird im inneren Mamfcf verbraucht. Wir sehen nun die Ergebnisse Öse es Klafsenkampfes bei uns. Wir wollen aus diesen Ergebnissen lernen und wir haben eines als erste Aufgabe zur Wiedergenesung unseres' Volkes erkannt.

Das deutsche Volk muß sich wieder gegenseitig fennenletnen. Die Millionen Menschen, die in künstlichen Klassen auseinandergehalten sind, die vom Standesdünkel und Klassenwahnsinn be­fallen, einander nicht mehr verstehen lernten, muffen den weg wieder zueinander finden.

Eine, ungeheure, wir wissen, gewaltige Aufgabe. Wenn 70 Jahre hindurch der Wahnsinn als po­litische Idee vertreten und gepredigt wurde, wenn 70 Jahre lang die Zerstörung der Volksgemein­schaft politisches Gebot war, dann ist cs nicht leicht, mit einem Schlage den Sinn der Menschen wieder zu wenden. Hnd trotzdem dürfen wir

Ku un

eine

Der Reichskanzler verkündet das erste Ziel des Vierjahresplanes der deutschen Arbeit

gehen zum Arbeiter und zum Bauern, um sie zu belehren, daß eS ohne deutschen Geist auch kein deutsches Leben gibt, daß sie alle zusammen eine Gemeinschaft bilden müssen, Geist, Stirn und Faust, Arbeiter, Dauern und Bürger.

Hnd dann soll dieser 1. Mai zugleich eines dem deutschen Volke zum Bewußtsein bringen: Der Fleiß, die Arbeit, sie allein schafft nicht das Leben, wenn sie sich nicht vermählen mit der Kraft und dem Willen eines Volkes Fleiß und Kraft, Arbeit und Wille, sie gehören zusammen. Rur dann, wenn hinter dem Worts der Arbeit die starke Faust der Ration sich er­hebt zum Schuh und Schirm, kann aus Fleiß und Arbeit wirklicher Segen erwachsen. Deutsches Volk, Du bist stark, wenn Du eins wirst. Du bist gewaltig, wenn Du den Geist Deines Klassen- kampfes und Deiner Zwietracht aus dem Herzen reiht.

wir träumen von einem Staat deutscher Ration, der unserem Volk wieder das tägliche Brot auf Erden zu sichern vermag, und wir wissen, daß dazu die geballte Kraft der ganzen Ration gehört und nötig ist.

Und damit kommt eine weitere Aufgabe. Die B e. f e i t i g u n * * ' ........

fung: Hier wird ein großes gewaltiges Werk in diesem Jahre in Angriff genommen, ein Werk, das die deutschen Bauten, die Häuser wieder in Ordnung bringen wird und damit für Hun» berttaufenbe Arbeit schaffen wird. Und zweitens: Wir wollen nunmehr in diesem Augenblick und an

daran nicht verzagen und nicht verzweifeln. Wir haben den unerschütterlichen Entschluß, diese große Ausgabe vor der deutschen Geschichte zu er­füllen, haben den Entschluß, die deutschen Menschen wieder zueinander zu führen und wenn sie nicht wollen, sie zu ein­ander zu zwingen.

Das ist der Sinn des 1. Mai, daß an ihm alle die Menschen, die im großen Räderwerk unserer nationalen Arbeit tätig sind, zueinander finden und gegenseitig sich einmal im Jahre wieder die Hände reichen in der Erkenntnis, daß nichts ge­schehen könne, wenn nicht alle ihren Teil der Leistung und der Arbeit dabei vollbringen. Und so haben wir als Motto dieses Tages gewählt den Sah:Ehret die Arbeit und achtet den

Arbeiter;"

Cs ist notwendig, daß man jeden Stand d i e Bedeutung des anderen Standes lehrt. (Bravo.) Hnd so wollen wir dann i n die Städte gehen, um ihnen das Wesen und die Rotwendigkeit des deutschen Bauern zu erklären, und gehen auf das Land und in unsere Intelligenz, um ihnen die Bedeutung des deutschen Arbeiters beizubringen und

dieser Stelle zum ersten Male den Apell an bas ganze beutsche Volk richten:

Deutsches Volk, glaube nicht, baß bas Problem der Arbeitsbeschaffung in ben Sternen gelöst wirb. Du felbff mußt mithelfen, es zu lösen. Du mußt auf Einsicht unb vertrauen alles tun, was Arbeit schaffen kann. Jeder einzelne hat die Pflicht, von sich aus nicht zu zögern und nicht zu warten mit seinen Anschaffungen. Und vor allem, jeder hat die Pflicht, sich der deut­schen Arbeit zu erinnern, wenn heute die Welt die deutsche Arbeit verfehmt, dann nMssen wir erwarten, daß der Deutsche selbst sich seiner Ar­beit annimmt.

Zweitens: Wir werden große öffentliche Pro­bleme noch in diefem Jahre zu verwirklichen uns bestreben, in erster Linie das Riesenprogramm, das wir nicht der Rachwelt überlassen wollen, son­dern daS toir verwirklichen müssen, ein Pro­gramm, das volle Milliarden erfordert: das Programm unseres Straßenneu» b a u e s. Damit wird eine Serie öffentlicher Ar­beiten eingeleitet, die zusammen mithelfen, die Arbeitslosenzahl immer mehr htrunterzudrücken. Hnd endlich wird ein Angriff strMfinden gegen die Hnerträglichkeit der heutigen Zinssätze. Wir werden auch hier den Ent­schluß durchführen, der uns Rationalsozialisten seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit ist und damit in Verbindung eine Handelspo­litik durchführen, die uns die Stetigkeit der Produktion sichert, ohne die deutsche Landwirtschaft zu vernichten.

Es wird uns nichts geschenkt. Die Welt, sie verfolgt uns. Wir wollen den Frieden. Sie wendet sich gegen und. Sie wollen nicht unser Recht zum Leben anerkennen, wol­len nicht unser Recht zum Schuhe der Heimat anerkennen. Mein deutsches Volk! Wenn so die Welt gegen uns steht, dann müssen wir um so mehr zu einer Einheit werden.

wir wollen uns ben Wiederaufstieg unseres Volkes durch unseren Fleiß, unsere Beharrlich­keit, unseren willen ehrlich verdienen, wir bitten nicht den Allmächtigen, Herr mach du uns frei, wir wollen tätig sein, arbeiten, uns brüderlich vertragen, miteinander ringen, auf daß einmal die Stunde kommt, da wir vor ihn hintreten können und ihn bitten dürfen: Herr, du siehst, wir haben uns geändert, das deutsche Volk ist nicht mehr das Volk der Ehrlosigkeit, der Schande, der Selbstzerfleischung, der Klein­mütigkeit und Kleingläubigkeit. Rein, Herr, das deutsche Volk ist wieder stark ge­worden in seinem (Seifte, stark in seinem willen, stark in feiner Beharrlichkeit, stark im Ertragen aller Opfer. Herr, wir lassen nicht von dir. Run segne unseren Tag und unsere Freiheit und damit unser deutsches Volk und

Vaterland.

Dann wollen wir ganz kurz vor Augen füh­ren, was nun unsereZiele sind. Hnverrückbar wollen wir kämpfen, daß die Macht, die der neue Gedanke, die der neue politische Glaube in unserem Volk erobert hat, nimmermehr ent­schwindet, sondern daß sie sich im Gegenteil immer mehr festigt. Wir wollen kämpfen dafür, daß die neue Idee sich sieghaft über ganz Deutschland er­hebt (Heilrufe) und daß sie allmählich dieses ganze deutsche Volk in die Gewalt ihres Bannes zieht. Wir haben vor, das Selbstgefühl und das Selbstbewußtsein in diesem Jahre in unserem Volk zu erwecken und bauernd zu steigern. Sie haben mit Absicht unserem Volke die Vorstellung eingeimpft, als wäre es insge- famt minderwertig in der Welt. Man hat Minderwertigkeitskomplexe künstlich hineinge- züchtet, weil es der Minderwertigkeit der Par­teien entsprochen hat, die dieses Volk in diesen langen Jahren verführten. Wir wollen nunmehr unser Volk aus diesem Bann erlösen, wollen unserem Volke unentwegt die Heberzeu­gung einimpfen, ja einbrennen: deutsches Volk, du bist nicht zweitklassig. Diese Millionen, die heute in Deutschland demonstrieren, sie werden zurückgehen mit dem Gefühl einer neu­gewonnenen Einheit und daraus wieder mit dem Gefühl einer neugewonnenen inneren Kraft. Ich weiß es, Kameraden, euer Schritt wird morgen wieder stärker sein, als er gestern war.

Ihr alle fühlt es, dieIlalion, die kann man heute vielleicht vergewaltigen, kann sie vielleicht in Ketten schlagen, beugen, demütigen kann man uns nicht mehr. Mir wollen bas vertrauen da­mit aber auch stärken an diesem Tage nicht nur zu dir selbst, deutsches Volk. Rein! Auch das vertrauen zu deiner Regierung, die sich mit dir verbunden fühlt, die ein Stück ist von dir, die zu dir gehört, mit dir ficht, mit dir für dein Leben kämpft (Heil-Rufe!), die kein anderes Ziel besitzt als dich, deutsches Volk, wieder frei und glücklich zu machen.

(Bravorufe.) Das Vorurteil, daß Handarbeit schänden könnte, dieses Vorurteil wollen wir in Deutschland ausroden. Wir wollen, daß dieses deutsche Volk durch die Arbeitsdienst- pflicht erzogen wird zur Erkenntnis, daß Handarbeit nicht schändet, daß Handarbeit nicht entehrt, sondern daß Handarbeit genau wie jede andere Tätigkeit dem zur Ehre gereicht, der sie treu und redlich en Sinnes erfüllt. (Bravo.) Hnd deshalb ist es unser unverrückbarer Entschluß, jeden einzelnen Deutschen, er mag sein, wer er will, ob hochgeboren und reich, ob arm oder Sohn von Fabrikarbeitern, einmal in seinem Leben zur Handarbeit zu führen, damit er sie kennenlemt, damit er auch leichter be­fehlen kann, weil er selbst auch hier schon ge­horchen gelernt hat. Wir werden in diesem Jahre zum erstenmal diese großen ethischen Ge­danken in die Wirklichkeit überführen und wir wissen, daß, wenn erst einmal vier Jahre ver­gangen sind, das Wort Arbeit und Handarbeit dann für die Millionen Menschen genau dieselbe Sinneswandlung hervorgerufen haben wird, wie einst Millionen Menschen den Landsknecht ver­gessen und den deutschen Soldaten an seine Stelle setzten. (Beifall.)

Dir werben auch in diesem Jahre als weitere große Aufgabe die Befreiung der schöp­ferischen Initiative von ben verhängnis­vollen Einwirkungen majoritativer Beschlüsse durchführen und sicherstellen nicht nur im Parlament, nein auch in der Wirt­schaft. Dir wissen, daß unsere Dirtschast nicht emporkommt, wenn nicht eine Synthese gefun­den wird zwischen der Freiheit des schöpferischen Geistes und der Verpflichtung, dem Volksganzen gegenüber.

(Stürmischer Beifall.) Unb daher wird es auch un­sere Ausgabe fein, ben Verträgen die Bedeutung zu geben, die ihnen zukommt. Der Mensch lebt nicht für Verträge, sondern Verträge sind da, bas Leben bes Menschen zu ermöglichen. Unb endlich werden wir in diesem Jahre uns bemühen, die erste Etappe auf dem Wege einer orgaNi­sche nW i r t s ch a f t s f ü h r u n g zurückzulegen und werden dabei von einer fundamentalen Erkenntnis ausgehen: Es gibt keinen Aufstieg, der nicht be­ginnt bei der Wurzel des nationalen, völkischen und wirtschaftlichen Lebens, beim Bauern unb von ihm führt ber Weg zum Arbeiter unb weiter endlich zurJntelligenz.

Kunst und Wissenschaft.

Rationalpreis für Film und Buch.

Das Reichsministerium für Volks- aufklärung und Propaganda hat be­schlossen, einen jährlich zu verteilenden Ratio­nalpreis für dasjenige Buch- und F i l m w e r k auszufetzen, in dem nach dem Hr- teil Berufener das aufrüttelnde Erleb­nis unsererTage denpackendsten und künstlerisch reifsten Ausdruck gesun­den hat. Es ist nicht notwendig, daß in diesen Werken im engeren und begrenzten Sinne Zeitge­schichte gestaltet wird. Die Reichsregierung be­hält sich aber für den Wettbewerb der kommen­den Jahre vor, das jeweils zu behandelnde Thema in dem einen oder anderen Sinne genau fest zulegen.

Der Nationalpreis ber Literaturklasse besieht in einem Betrage von 12 000 Mark, ber u n eingeschränkt bein Verfasser zugesprochen wird. Für die Bewerbung um den Buchpreis sind alle deutschen Schriftsteller zugelosse«. Es werben grundsätzlich nur solche ÜBerfe prämiiert, die be­reits im Druck erschienen sind. Es bedarf keiner birekten Bewerbung um ben Preis. Es ist ober jebem deutschen Autor freigestellt, auch von sich aus dem Preisgericht zum Bewerb um den Preis sein dafür in Frage kommendes Werk einzureichon. Das Preisgericht schließt die Auswahl der zu be= rückfichtigenden Werke mit dem 1. März jeden Jahres.

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Die Auszeichnung für ben mit dem Nationalpreis bebachten Film besteht in befonberen einmaliges Erzeugnissen deutscher Kunst, welche ben Dorstellern und verantwortlichen Künstlern ausgehändigt wer­ben. Auch hier bedarf es feiner Bewerbung um den Preis. Das Preisgericht wird am 1. Januar jeden Wahres vom Rcichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganda ernannt. Es besteht aus je fünf Mitgliedern. Die Preisverteilung wird jeweils am I Mai vorgenommen.

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