Ausgabe 
2.5.1933 Erstes Blatt
 
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legen habe, heute davon befreit sei und sich zurückgefunden habe zur deutschen Nation, ver­danke es Adolf Hitler, der alle Deutschen zu- sammengefaht habe unter dem Gedanken des deutschen Sozialismus und der nationalen, so­zialen, deutschen Freiheitsidee.

Der Redner schloß:Es gilt, heute die Er­kenntnis der Fehler der Vergangenheit auszu­sprechen und das Bekenntnis zum Tage Der nationalen Arbeit und zum Schöpfer der neuen deutschen Ration abzulegen." Dem Gründer des neuen Deutschen Reiches, Adolf Hitler, galt ein dreifaches Sieg-Heil, in das die Massen be­geistert einstimmten. Rach dem Gesang des Jung-

arbeiter-Liedes sprach noch der Kommissar für Arbeiterfragen Fritz Kern (M. d. R.),

Im Anschluß an die Kundgebung fand i n d e r Otto-Bernd-Halle der Technischen Hochschule die Verkündung des Studentenrechts durch Staatspräsident Professor Dr. Werner statt, lieber drei Stunden dauerte am Nachmittag der Vorbeimarsch des Festzuges. Am Abend ist r1.jnian-e msts:Hrichtbe-er sanden in sämtlichen großen Sälen der Stadt Uebertragungen der Berliner Feier­lichkeiten statt, bei denen verschiedene Redner der NSDAP, und der NSBO. sprachen.

Reichspräsident und Reichskanzler werden bei der Auffahrt im Lustgarten von der deutschen Jugend stürmisch begrüßt.

Aktion gegen die Freien Gewerkschaften.

Besetzung sämtlicher Gebäude. Verhaftung der Führer.

Berlin, 2. Mai. (MTB. Funkspruch.) heute um 10 Uhr wurde im ganzen Reich eine ein­heitliche Aktion gegen die Freien Ge­werkschaften durchgeführt. Sämtliche Gebäude des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und der ihm angeschlossenen Verbände und wirtschaftlichen Organisationen wurden beseht. Der Presse teilte der Leiter des Aktionsausschusses zum Schuhe der deutschen Arbeit Reichstagsabgeordneter Dr. Ley Einzelheiten der Aktion mit. Danach waren die Führer völlig überrascht, v e r h a s t e t wurden Le i p a r t, Großmann und Wissel, dec sich angeblich nur zufällig im Gebäude aufhielt, um sein Konto nachzuprüfen, ferner sämtliche Führer der verbände in Berlin und alle Redakteure der maßgebenden Gewerkschaftszeitungen. Die Ange­stellten sind unbehelligt gelassen und gebeten wor­den. ihre Arbeit fortzuführen. Allerdings wird, wie Dr. Ley hinzufügle, keine passive Resistenz oder irgendein anderer Widerstand geduldet werden. Der ganze Apparat der Freien Gewerkschaften wird schon in einigen Tagen in neue Organisations­formen hineingeführt sein, die znm Schuhe dec Rechte des deutschen Arbeiters und der An­gestellten geschaffen werden.

Der Zweck der Aktion.

Die Rechte der Arbeiter unbedingt stchergesteUt.

B e r l i n , 2. Mai. (CNB. Funkspruch.) Der Leiter des Aktionskomitees zum Schuhe des deutschen Ar­beiters, Dr. Ley, stellte vor der Presse fest, daß es sich bei der Aktion gegen die Freien Gewerkschaften um eine revolutionäre Bewegung des Nationalsozialismus handelt mit dem Ziel, die deutsche Arbeit und den deutschen Arbeiter zu schützen. Mit der Aktion ist keineswegs ein Eingriff in die Wirtschaft beabsichtigt. Im Gegenteil, Störungen der Wirtschaft sollen unter allen Umständen vermieden werden. Es geht nur darum, daß die wirtschaftlichen Organisa­tionen des Marxismus nicht sich selbst überlassen bleiben. Das heißt nicht, daß die Gewerkschaften an sich sollen zerstört werden. Im Gegenteil, alles, was für das Volk irgendwelchen Wert hat, wird erhalten und dem Allgemeinwohl zugeführt. Das gilt ganz be­sonders für die Einrichtungen, die von Arbeitergroschen aufgebaut sind. Dr. Ley verbürgt sich dafür, daß die Rechte der Ar­beiter in jeder Weise gewahrt werden.

Die Einlagen der Arbeiter und Angestellten bei den Arbeiterbanken werden sichergestellt. In den ersten Tagen wird zwar die Sperrung einiger Konten durchgeführt werden. Sie wird aber nur einen bis zwei Tage dauern und dann wieder aufgehoben. Gewisse Konten werden allerdings sehr genau unter die Lupe genommen werden, so z. B. das von Herrn L ö b e, wozu Dr. Ley mitteilte, daß der frühere Reichstagspräsident in München ein Dreimillionenkonto besitzt. Solche Konten werden gesperrt werden. Dagegen werden die nor­malen Konten der Arbeiter und An- gestellten ni ch t a n g e t a st e t. Dr. Ley unter­strich, daß mit dieser Aktion gegen die Freien Ge­werkschaften die zweite Phase der Erhebung Deutschlands durchgeführt wird.

Die Zahl der Verhafteten wird bisher auf rund 50 angegeben. Darunter befinden sich die 28 Vorsitzenden der angeschlossenen Verbände, 12 führende Mitglieder des ADGB., ferner zwei leitende Personen der Arbeiterbank und drei Ge­werkschaftsredakteure. Die beiden Gewerkschafts­führer L e i p a r t und G r a ß m a n n, die leidend sind, sind in ein Hospital gebracht worden. Aeberhaupt haben die beteiligten SA-Forma- tionen strengste Anweisung erhalten, die Maß­nahmen so rücksichtsvoll wie möglich durchzuführen. Es ist in Aussicht genommen, nach Beendigung der Untersuchung die Schuh­häftlinge wieder zu entlassen.

Auch das Gebäude desMetall- arbeiterverbaudes besetzt.

Berlin, 2. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Ge­bäude des Deutschen Metallarbeiteroerbandes in der Alten Iakobstraße wurde heute vormittag von einem großen Aufgebot SA. unter Führung des Staatskommissars Engel besetzt. Staatskommissar Engel richtete an die aesamte Belegschaft des Ge­werkschaftshauses eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß in Zukunft Flug- und Hetzblätter nicht mehr hergestellt und verbreitet würden, und auch die Gewerkschaftszeitungen einer Kontrolle unter­zogen werden würden. In Zukunft gelte es, sich mit Gegenwartsproblemen zu beschäftigen, von denen in erster Linie das der gerechten Entloh­nung für geleistete Arbeit stehe. Die Belegschaft ging dann an ihre Arbeit, mährend die SA. das Haus besetzte und einer eingehenden Durch­suchung unterzog. Die Aktion ging in vorbildlicher Ruhe und Disziplin vor sich.

SHwere Ausschreitungen in Amsterdam.

Amsterdam, 2. Mai. (ERD. Funkspruch.) Rach Beendigung der großen Maifeier, die in Amsterdam vom Generalkonsul für die Mit­glieder der deutschen Kolonie veran­staltet worden war, ereigneten sich schwere Aus­schreitungen. Rach der Feier wurden deutsche Festteilnehmer vom Pöbel überfallen und mehr oder weniger schwer verletzt. Eine Horde von etwa 30 jungen Burschen versuchte sogar, drei deutsche Staatsangehörige, . die zu Boden geworfen und schwer mißhandelt joorden waren, Dor ein Automobil zu werfei). Dieses konnte jedoch im letzten Augenblick ausweichen. Zwei an­gesehene Deutsche aus Utrecht '.wurden tätlich anaegriffen, weil sie sich in deutsche»' Sprache un­terhalten hatten. Dem hiesigen Landesgruppenleiter der NSDAP., Martin Patzig, lauerte auf dem Nachhauseweg der Pöbel auf. Als PatziK von einem deutschen Staatsangehörigen in dessen Automobil mitgenommen wurde, verfolgten ein Privatwagen und ein Lastkraftwagen, auf Dem sich etmav 20 Per­

sonen befanden, Den deutschen Wagen. Man machte den Versuch, ihn zu rammen, wobei ein Kotflügel eingedrückt wurde. Es gelang aber dem Führer des deutschen Wagens, den Verfolgern zu entkommen.

Zwischenfall

vor -em deutschen Konsulat in Lüttich.

Brüssel, 1. Mai. (WTB ) Sozialistische De­monstranten haben am 1. Mai einen Angriff gegen das deutsche Konsulat in Lüttich unternommen. Ob­wohl die Polizei ein Eindringen der Demonstran­ten in das Konsulat mit blanker Waffe verhinderte, gelang es den Demonstranten, die aus dem Konsulat gehißte Hakenkreuzflagge herunterzureißen. Außer­dem wurden die Fensterscheiben des Konsulats zer­trümmert. Der Konsul hat unverzüglich eine neue Hakenkreuzflagae gehißt. Der deutsche Gesandte in Brüssel hat sofort bei Der belgischen Regierung energische Vorstellungen wegen Des Zwi­schenfalles erhoben. Die belgische Regierung hat i h r BeDauern über Den Vorfall ausgeDrüdt unD zu­gesagt, Die erforDerlichen Maßnahmen gegen Die Demonstranten zu ergreifen.

DerKstzug der nationalen Arbeit in Gießen

Etwa 12000 Teilnehmer, viele Festwagen und Fahnen. Staatskommiffar Or. Wagner spricht vor der Volkshalle.

(Schluß des Berichts über Den gestrigen Feiertag.)

Von Der Ecke Marburger Straße/Steinstraße Durch Die ganze Steinstraße hinDurch unD in allen Seiten­straßen, auf OswalDsgarten usw. überall ftanDen DichtgeDrängt Die Kolonnen, Die sich Dem Festzug Der nationalen Arbeit einglieDerten. Es war ein unübersehbares Menschengewoge, Das man beim Durchwandern Der Ausstellungsstraßen allenthalben erblickte. Eine Unmenge Fahnen unD Wimpel flat­terten über Dieser riesigen Heerschau Der Arbeiter Des Geistes unD Der HanD. Heller Sonnenschein machte Die FreuDe an Dem Ereignis noch höher. Allenthalben sah man Denn auch frohbewegte Men­schen, Die mit gehobener Stimmung bei Dem fest­lichen Geschehen waren. Eine große Anzahl Fest­wagen rourDe zur Belebung Des Zuges von Werken, öffentlichen Einrichtungen, Innungen, Vereinen usw. mitgeführt. Viele künstlerisch beDeutjame Arbeit sah man in Diesen Wagen verkörpert. Alles legte Zeug­nis Dafür ab, mit welcher freudigen, inneren Anteil­nahme an Dem einzigartigen unD überroältigenDen Zuge unD seiner Ausgestaltung geschaffen roorDen war.

Kurz nach 3 Uhr setzte sich Die Spitze Des Zuges, gebilDet von Der SS., Der Gießener Militärkapelle unD Der SA. unter Der Führung Des Standarten- führers Der StanDarte 116, Pg. Engmann von Der Ecke Steinstraße/Marburger Straße in Be­wegung. Nach ungefährer Schätzung mögen es etwa 12 000 Menschen gewesen fein, Die in Diesem Zuge Der Arbeit in geeinter, volksoerbun- Dener Kraft unD Gesinnung einhermarschierten, Der Arbeiter Des Geistes neben Dem Schaffer Der HanD, alle Berufe in schönster Eintracht vereint, vielfach in Der KleiDung ihres Werktages erschienen.

Es ist bei Der gewaltigen Menge Der Teilneh­mer unD bei Der Reichhaltigkeit Der Ausgestaltung Des Zuges ein Ding Der Unmöglichkeit, im Rahmen Der Gesamt-Festberichterftattung auf alle Einzel­heiten einzugehen. Nur einige befonDere Merkmale seien hier registriert. Durch starke Beteiligung fie­len u. a. auf: Die Betriebszellen Der Firma Bän- ninger mit charakteristischem Festwagen, Des Gas­werks, Des Elektrizitätswerks mit zwei ebenfalls sehr charakteristischen Wagen, Die Eisenbahner aller Dienstzweige, sowohl aus Der Werkstatt, wie auch Die FahrDienst- unD Verwaltungsbeamtenschaft unD Die straff unD schneiDig auftretenDe Bahnpolizei, Die große Gruppe Der Heil- unD Pflegeanstalt, Die eben­falls außerorDentlich starke Betriebszelle Des Stadt- bauamtes, Das StaDttheater mit einem künstlerisch feingestalteten Festwagen unD Dem gesamten En­semble unter Führung Des geschätzten Intendanten Dr. Prasch, ferner Die Technische Nothilfe unD Die

Firma Gail. Zu den stärksten Gruppen gehörte auch Die Werkgemeinschaft Des Gießener Anzeigers mit runD 300 Personen und Den bereits an anDerer Stelle erwähnten geschmückten Wagen. Daß Die Be­amtenschaft aller Behörden ebenfalls in großen Gruppen vertreten war, versteht sich von. selbst. Stramm unD prächtig marschierte unsere Schutz­polizei mit umgehängtem Karabiner (Diesmal aber erfreulicherweise nicht als Drohmittel gegen Die Masse, sonDern leDiglich als Bestandteil Der Aus­rüstung) an Den Zuschauern vorüber. Sehr gut war Der von Der Telegraphenbauabteilung hergerichtete Festwagen ausgefallen, ebenso Der Wagen Der Fri­seure, Der Dachdecker und Der Schuhmacher: recht nett unD sehr beachtenswert war auch Der von Den Schreinern hergerichtete Hobel, Der alles gleich­hobelte. BesonDers zu vermerken ist ferner bas Er­scheinen von Reitern in friderizianischer Uniform unD in Der Uniform Der ehemaligen hessischen Leib- Dragoner. Sehr eindrucksvoll gestaltete sich der Auf­marsch Der Universität mit Den Fahnenabordnungen der Korporationen und Der Chargen in Wichs, an­schließend Der gesamte Lehr- unD Beamtenkörper. Wohlgefällig sah man auch Den Wagen Der Land- wirtschaft an, ebenso Den Festwagen Der SchmieDe. Dazu kam noch eine Unmenge Marschgruppierungen in Berufskleidung, Werkzeug-Eigenarten usw. Sollte bei Dieser kurzen Auszählung irgenDeine Gruppe nicht befonbers erwähnt worden sein, so wolle man es mit Der gewaltigen Fülle Der EinDrücke unD Der Unmöglichkeit, alles bis zum letzten festzuhalten, entschuldigen. In Der Gesamtheit bewertet ist zu sagen: Jedermann aus Dem Zuge hat sich in an­erkennenswerter Weise an seinem Teil bemüht, würdig zu Dem großen Ereignis beizutragen, und vorbehaltlos gebührt Dafür jeDermann volle Aner­kennung.

WährenD eines großen Teiles Des Festzuges zeigte ein GefchwaDer von Drei Flugzeugen unseres Flughafens Geschwaderflüge und flugkünstlerische Cinzeldarbietungen, Die nvt Recht von Der Menge viel berounDert und mit Anerken­nung bedacht wurden. In den Straßen ftanDen Die Zuschauermengen zum größten Teile in Dichten Massen, um Das interessante Schauspiel Dieses einzig­artigen Zuges, zu genießen. Nach vielen Tausenden zählte auch Die Zuschauermasse, Die aus ihrer Be­geisterung keinen Hehl machte; namentlich begrüßte d>e JugenD Die Zugteilnehmer vielfach mit lauten Heil-Rufen.

Arn EnDe Des Festzuges, an Der Volkshalle, mar­schierten Die Fahnenabvrdnungen vor Der Halle auf, gegenüber Der Halle auf Dem Trieb sammelte sich Die Menschenmenge an. Hier hörte Die Menge nach Dem Schluß Des Zuges Die foIgenDe Ansprache Des

Gtaaiskommifsars Dr. Wagner:

Volksgenossen, Deutsche Männer, Deutsche Frauen, meine KameraDenI

Wenn man heute Das Glück hatte. Durch Das Hessenland zu fahren unD in jeder Stadt und in jedem Dorfe Die rounDerbare Ausschmückung zu sehen, Dann ging einem Das Herz auf und man hat nicht nur äußerlich Den Tag Des 1. Mai 1933 ge­sehen, sonDern ihn auch mit feinem Herzen erlebt.

TausenD Jahre lang kämpfte Das Deutsche Volk um seine innere Einheit, gespalten in Stämme, gespalten in Fürstentümer unD Klassen. Jetzt enDlich ist es gelungen, Das Deutsche Volk in seiner Gesamt­heit ohne UnterschieD Der Klassen, Der StünDe, Der Berufe unD Des Vermögens zusammenzuführen an Dem Tag Der nationalen Arbeit, Dem 1. Mai 1933. Gemeinsam wollen wir einen Tag begehen, Der äußerlich SinndilD Dafür Jein soll, Daß nur Die Arbeit a 11 e in uns aus Der Not Der Zeit in eine neue Freiheit führen kann.

Vor Dem Kriege unD auch nach Dem Kriege haben wir Die Arbeiterschaft bei Maifeiern gesehen. Oft kam es Dabei zu Unruhen unD Blutopfern. Dies hat sich jetzt grunDsätzlich geänDert. Wir sehen bei Diesen Feiern feinen UeberfaUmagen Der Polizei mehr unD auch keinen Gummiknüppel, sonDern u n - fere Volksgenossen stehen mitten u n - ter uns unD feiern gemeinsam mit Dem Deutschen Arbeiter Diesen Tag. Das ist Das VerDienst Des einen Mannes, Der selbst aus Dem ArbeiterstanD hervorge­gangen ist unD sich aus Der Arbeiterklasse heraus emporgearbeitet hat zum Volkskanzler Des Deutschen Reiches, unseres Führers A D o l f H i 11 e r. Deshalb wollen wir heute vor allem Dieses Mannes geDenfen, Der es fertig gebracht hat, in 14 Jahren Das deutsche Volk e m p o r z u f ü h r e n zu einer seelischen Erhebung, Die alle Voraussetzung dazu ist, Daß unser heißgeliebtes deutsches Vaterland einer neuen Freiheit Der Ehre unD Der Gerechtigkeit entgegengeht.

Wenn heute Das Ausland auf Deutschland blickt und feststellen muß, daß das deutsche Volk in sel­tener Einmütigkeit zusammensteht, der Bauer neben Dem Arbeiter, Der StuDent neben Dem Angestellten, Der geistige Arbeiter neben Dem Schaffer Der HanD, so roirD uns wohl Das AuslanD nun enDlich Die Ge­rechtigkeit widerfahren lassen. Die auch Die Deutsche Arbeiterschaft braucht.

Wir alle, liebe deutsche Volksgenossen, ge­denken heute derer, die im Schweiße ihres An­gesichtes mit uns und für uns arbeiten. Wir wollen aber auch Daran denken, daß wir National- sozialisten 14 Jahre lang die Volksgemeinschaft gepredigt und immer wieder gesagt haben: Wir wollen keine Volksgenossen 2. Klasse, sondern w i r wollen ein einiges deutsches Volk schmieden. Wir stehen heute an diesem Zeitpunkt, an dem das einige deutsche Reich und Volk geschmiedet ist. Der deutsche Arbeiter er­kennt, daß unsere 14 Jahre Kampf gegen den Marxismus keine leeren Worte gewesen sind, sondern daß wir eisern gewillt sind, neben den nationalen Staat den echten deutschen Sozialismus zu stellen und die Arbeiterschaft einzugliedern in Die Volksgemein- schaft. Für alles dies hat der Volkskanzler Adolf Hitler gekämpft. Wir Rationalsozialiften sind ihm in 14 Jahren durch Rot und Elend ge­folgt. Wir haben ihm die Treue gehalten. Wir verlangen jetzt von Dem deutschen Volke und Dem Deutschen Arbeiter, daß sich alle zusammenfinDen und Dem Volkskanzler QIDolf Hitler auch Die Treue halten. Dann ist Die Ge­währ Dafür geboten. Daß jeder Deutsche seinen gerechten Lohn für seine Arbeit bekommt. Wir verlangen aber auch, Daß er sein Letztes einsetzt für Die Größe und Herrlichkeit unseres Vater- lanDes.

An Dieser Stelle wollen wir gemeinsam Daran Denken, Daß sich Das alte DeutschlanD Der Vor­kriegszeit mit Dem jungen DeutschlanD Der natio­nalen Erhebung versöhnt hat. Wir wollen Der Deutschen Arbeit unD Des deutschen Arbeiters gedenken, indem wir unseren Heilruf auf Die Deutsche Arbeit auf den Generalfeldmarschall des Weltkrieges, Reichspräsident von Hinden­burg, auf den Volkskanzler Adolf Hitler und auf Das Deutsche VaterlonD aus­bringen. Unser Deutsches VaterlanD, Die Deutschs Arbeit, Der Deutsche Arbeiter Heil?

Mit großer Begeisterung stimmte Die Men­schenmenge in Den Dreimaligen Ruf ein. Zum Abschluß tourDe gemeinsam Das Horst-Wessel- Lied gesungen.

Der Ausklang -es Tages.

Zum Abschluß Der nationalen Feier fand sich am Abend in Der Volksha11e eine so gewaltige Menschenmenge ein, Daß Die Halle zeitweise ge­schlossen roerDen mußte. Auch hier herrschte allent­halben frohe Feststimmung. Von Ansprachen war abgesehen roorDen. Die ReDen Des Reichskanzlers ADolf Hitler unD Der anderen Sprecher in Ber­lin wurden durch Rundfunk übertragen. Ausge­zeichnetes Militärkonzert unserer Bataillonskapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauße sorgte in gewohnter guter Weise für die musika­lische Abendunterhaltung. Ein Massenchor Der Gießener Männergesangoereine unter Leitung Des Gauchormeisters, Oberreallehrer Blaß, erfreute Durch Den wunDervollen Vortrag Der Chöre Deutsches Volksgebet", von Ianofke unDDeutsch­lanD, dir mein Vaterland" von Heinrichs. Sämtliche Darbietungen wurden verdientermaßen mit stürmi­schem Beifall aufgenommen.

Das Gesamtergebnis: es war ein Tag voller Freude und Erhebung, der uns in Gießen durch die Veranstalterin, die Kreisleitung der NSDAP., bereitet wurde. Die ausgezeichnete Vorbereitung vollbrachte die Aufmarschleitung, be­stehend aus dem Kreispropagandaleiter Pg. H o p -

f e n m ü 11 e r und dem Kreisleiter der NSBO. Pg. Hermann Wagner. Beiden Herren, wie auch Der Kreisleitung, gebührt Dankbare Anerkennung für Die sorgsame unD mühevolle Arbeit.

Kleine Verlustliste.

Wie vorauszusehen war, ist der große Tag auch in Gießen nicht ganz ohne Unfälle abgegangen, Die aber erfreulicherweise samt unD sonDers harm­loser Aatur waren. Die meisten Opfer waren am Vormittag während des Feldgottesdienstes auf Dem Landgraf-Philipp-Platz zu verzeichnen; hier mußte Die Freiwillige Sanitätskolonne in Drei* undzwanzig Fällen (zum größten Teil Ohnmäch­ten) eingreifen. Während der Aufstellung zum Festzug und während des Marsches nach dem Trieb waren zwölf leichte Fälle ähnlicher Art zu behandeln. Nur ein Mann, der allerdings schon vorher krank war, mußte wegen Nervenzusammen­bruchs in Die Klinik gebracht werden. Schließlich wurde auf dem Trieb selbst nach dem Eintreffen des Zuges die Hilfe der Sanitätskolonne noch sechsmal in Anspruch genommen; auch hier war aber zum Glück fein ernstlicher Unfall zu ver­zeichnen.