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185. Jahrgang
Nr. 101 Erstes Blatt
Dienstag, 2. Mai 1935
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Gietzener Anzeiger
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General-Anzeiger für Oberhessen
VrvS und Verlag: vrühl'fche Univerfitätr-Vuch- und Steinörudcrei R. Lange in Gießen. Zchnftleitung und Geschäftzstelle: Zchulftraße 7
Oer Ausklang des Maifestes
Des Tages Ehrengäste aus dem Reich
Oie Arbeiterabordnungen werden von Hindenburg empfangen.
Stfinbung 5 Monat«
städter ragen“ spräche
Reichspräsident und Reichskanzler begrüßen die Arbeiterdelegationen aus ganz Deutschland. Oesterreich und Danzig in der Reichskanzlei.
QIm Schicksalsstrom Deutschlands, dem Rhein entlang trug uns dann das Luftschiff, und a n der Berg st raße leuchteten die Blüten der Bäume aus dem Dunkel heraus. Wir konnten sie nur ahnen. Aber es war ein Bild der deutschen Zukunft: Reue Blüten aus dem Dunkel der Rächt. Wir waren in Koblenz am Deutschen Cct, wir waren im Süden des Reiches. Cs grüßte uns Aachen, wo gerade zum Wecken geblasen wurde. Bon Zinnen und Schloten grüßten uns die Fahnen, von Bauernhöfen und Rheinschiffen, von Brücken und Toren.
Dann tauchte aus dem Rebel vor uns klar und deutlich Bremen auf, und dann bereits Hamburg, die Hansastädte. An Binnenalster und 3ungfcmftieg in Pauli und im Hafengelände in Altona und Wandsbek Fahnen und Menschen, Musik und Gelöbnis: Jetzt wird dem deutschen Arbeiter wieder die Grundlage seines Seins neu geschaffen: Die deutsche» Arbeit. Sirenen heulen uns den Willkommensgruh des neuen Hamburg, das wieder das Tor Deutschlands werden soll.
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Chefredakteur
Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Bietzen.
von der Stelle diese;: lius, sie willen über die Kunde vom Tod ■ hcn LchlMchille biV und Norwegens hin-
folgt)
Sängerschaft „Wo gen Himmel Eichen erklärte sodann in einer weiteren An- u. a.
Saal. (Einige kurze Begrüßungsworte richtet Hindenburg an die Versammelten. Dann spricht zu ihnen
Reichskanzler Adolf Hitler: „Ich glaube, es ist für Sie ade, die Sie hier in diesem ehrwürdigen Saale versammelt sind, um den Herrn Reichspräsidenten zu begrüßen, vielleicht der größte Tag Ihres Lebens. Sie werden sich diese paar Minuten für Ihr Leben merken, und Sie werden daraus in Ihre Heimat zurücktragen die Neberzeugung, daß die deutsche Arbeit und der deutsche Arbeiter hier in des Reiches Hauptstadt von dem Herrn Reichspräsidenten selbst die Ehrung und die Würdigung erfahren, die die deutsche Arbeit und der deutsche Arbeiter beanspruchen können. Sie werden daraus auch ersehen, wie unwahr und unrichtig die Behauptung ist. daß etwa die Umwälzung, die sich in Deutschland vollzogen hat. sich gegen den deutschen Arbeiter richtet. Im Gegenteil. Ihr erster und innerster Zweck ist, die Millionen unserer deutschen Arbeiter e i n j u - gliedern in die deutsche Volksgemeinschaft und damit wirklich innerlich einzubauen in unser heiliges Deutsches
Reich.“
Eine feierliche Stille folgt den Worten. Dann begrüßen Reichspräsident und Reichskanzler j e • den einzelnen. Staßfurter Bergleute in ihren schwarzen Grubenschakos, steirischer Heimatschutz im grünen 3ägerrod, Leute von der Wasserkante in schweren Oelmänteln und mit langen Seestiefeln, Danziger Fischer, die an langer Stange ein Fischney tragen, darin einen zwölf- pfündigen Silberlachs, den einer von ihnen heute früh um 6 Tlhr aus dem Wasser gezogen hat. Ostpreuhische Arbeiter, Gruben- und Bergarbeiter aus dem Saargebiet, die Hindenburg einen riesigen Strauß weißen Flieder überreichen, Weinbauern aus dem Moselgebiet, die dem Reichspräsidenten in kleinen Fläschchen ihren Moselwein darbringen, dann eine Gruppe Bergarbeiter aus dem Siegerland, bayerische Holzhacker von der böhmischen Grenze.
Ein Genosse aus dem Saargebiet richtet die besten Wünsche aus. mit der Hoffnung, daß das Saargebiet bald wieder zum Vaterland zurück- kehren möge. „IBir werden alles tun, was wir können —", antwortet der Reichspräsident. Zeder spricht, wie er denkt. Jedem drückt Hindenburg dieHand, jeder schaut auf zu dem Führer Adolf Hitler in starkem gläubigen Vertrauen. Diese Männer werden, wenn sie in ihre Heimat zurückkehren, Eck st eine des deutschen Glaubens sein, der nie erschüttert werden wird.
Staatspräsident
Professor Or. Werner:
Wenn in früheren Jahrhunderten die deutschen Könige und Herzöge ein M a i f e l d ausriefen, ' dann kamen die Ritter, Reisigs und. Knecyte zum Teil aus weiter Ferne am Hunderten unt» • | Tausenden. Heute sei das-glanze deutsche' Volk ein einziges W^a i f e l d, denn auf- A gerufen sei die ganze deztische Ration. Zu Mil- lionen seien sie angetnrten in Städten und Dörfern des deutschen Velterlandes, um Bekenntnis und Treu e/g elöbnis abzulegen dem Führer der Ratiwk^ dem Herzog der Deutschen, Adolf Hi t le/
Der heutige Tag sei nicht nur der Frühlingstag, sondern der / Tag des Aufbruchs der deutschen/ Ration, die losgelöst sei von dem Jrrwatzn vergangener Jahrzehnte. Ieht, wo der irre Traum des Internationalismus verschwinde, erstehe das Gesicht der deutschen Ration jug/^ndhaft verschönt und be- f re U o o/n Furcht und Sorge der Bet- gangejnfyeit Dankbar schauten die Millionen heute )iä dem maischönen Germanenhimmel, zum Herrn der Welt, da sie wieder den Glauben an
Ewiges Deutschland gefunden hätten.
Daß toaS deutsche Volk, das lange genug in den Fessel a des jüdisch-römischen Wucherrechtes ge-
Die Feier in derLandeshauptstadl
Ein Ltaatakt der hestifchcn Rcgircung.
Darmstadt, 1. Mai. (WSR.) Wie alle Städte des Reichs, so hat auch die hessische Landeshaupt st adt zum Tag der nationalen Arbeit reichen Fahnen- und Grünschmuck angelegt. Kaum ein Haus ist ohne die Fahnen der nationalen Revolution. Besonders festlich geschmückt sind d i e M i n i st e r i e n, das Landtagsgebäude und das Alte Palais am Adolf-Hitler- Plah, in dessen Mitte das Monument in frischem Grün und mit den Fahnen des altera und neuen Reiches aufragt. Am Sockel ist auf vier Seiten das Hakenkreuz aus Tannengrün angebracht. Das Landestheater ist würdig geschmückt.
3m Mittelpunkt der Feier stand am Vormittag, eingegliedert in die Festfolge der Reichsregierung, der Staatsakt der hessischen Landesregierung, den Stabsleiter H e y s e mit kurzen begeisterten Worten einleitete.
Gauleiter F. Sprenger, Frankfurt a.M.
der Reichskommissar für die Beamtenorganisationen und Führer des Deutschen Beamtenbundes wies dann in einer vielfach von Beifall unterbrochenen Ansprache darauf hin, daß die Volksfeste in alten Zeiten immer einen tiefen Sinn besaßen und die herrlichsten Volksfeste in Deutschland zu jener Zeit gefeiert wurden, als die Führung mit dem Volke noch wirklichvolksverbunden war. Gerade im Mittelalter fand sich alljährlich das Volk am 1. Mai zusammen, um das Fest der erwachenden Ratur zu begehen. Mit dem Riedergang der deutschen Stände ging auch diese herrliche Tradition zugrunde, und der 1. Mai wurde zum Zerrbild des einstigen Gedankens. 3n den vergangenen Jahren sei dem Volke am 1. Mai Klassenkampf und Klassenhah gepredigt worden. Die „Vereinigung der Proletarier aller Länder“ habe bewußt den Rationalismus und die Volksverbundenheit aller Deutschen zugrunde richten wollen. Kein Volk jedoch könne bestehen, wenn es nicht Zusammenhalte, ohne Unterschied von Stand und Herkunft. Was von den Versprechungen der marxistisch» sozialdenwkratischen Führer übrig geblieben sei, könne das deutsche Volk beute selbst beurteilen. Seit einem Jahrzehnt habe Adolf Hitler dem deutsche Volke gepredigt, daß es sich in allen feinen Ständen zusammenfinden müsse, um die wahre Volksverbundenheit und Volksgemeinschaft herzustel- len. Heute dankten ihm zu gleicher Stunde Millionen in Rord und Süd, Ost und West, daß er den deutschen Arbeitern der Stirn und der Faust den Feiertag der Arbeit geschenkt habe.
An die Stelle des Klassenhasses sei heute d i e Dolksversähnung getreten, an Stelle von Standesdünkel das Gefühl der Verbundenheit des einen Standes mit dem andern. Der 1. Mai solle der Geburtstag der neuen, herrlichen Zeit fein Es gelte, daß jeder an feinem Ort das tue, was Adolf Hitler, der Führer des deutschen Volkes, verlange. Nur der Mann, der für sich und die Seinen Brot schaffe, fühle sich innerlich frei. Aus der Freiheit des deutschen Mannes auf freier deutscher Scholle könne erst die äußere Freiheit der Nation errungen werden. Die Erhol- tung des Reiches beruhe auf der Vereinigung aller Deutschen, soweit deutsches Blut pulsiert und soweit in den Ländern der Erde Deutsche denken, fühlen und handeln. Aus der Einheit der Kraft freier deutscher Männer entstehe die Macht der deutschen Arbeit, freie Bahn zu schaffen und dann, wenn man unsere Freiheit von außen angreift, diese zu verteidigen.
Der Redner gedachte zum Schluß des F e I d - marschalls v.on Hindenburg und des Dolkskanzlers Adolf Hitler mit einem dreifachen Heil, in das die Zehntausende begeistert einstimmten. Rach dem Choral der Darm-
Material
Auf dem sonnenüberfluteten, mit unzähligen Flaggen geschmückten Feld des Berliner Zentralflughafens in Tempelhof, um den sich eine freudig erregte Menschenmasse Kopf an Kopf drängt, landeten in der Mittagsstunde 10 Großflugzeuge der Lufthansa, die die Ehrengäste der Feier der nationalen Arbeit in der Reichshauptstadt heranbrachten: 7 1 Arbeiter aus allen Gauen Deutschlands, aus dem Saargebiet, aus Danzig und Oesterreich, aus Rord und Süd, aus Ost und West kamen die riesigen, mit den Fahnen der nationalen Revolution geschmückten Maschinen herangebraust. Ihnen entstiegen die Männer, so wie sie der Alltag sieht, in ihren Arbeitskleidern. 3eder einzelne der 71 Abgeordneten wurde von Reicysminister Goebbels und dem Leiter der RSBO., Staatskommissar Engel- durch Handschlag begrüßt. Stolz und mit leuchtenden Augen berichten sie in der Sprache ihres Heimatlandes von den Erlebnissen, die ihnen ihr erster Flug über das feierndeDeutschland brachten. Treuherzig meint ein Ostpreuhe, dessen Maschine hinter Stettin in eine Schlechtwetterzone geriet, daß er, als ihm „das Frühstück hochkam“ erst so recht begriffen habe, wie oft der Führer auf seinen Sturmflügen „die Zähne zufammenbeißen mußte“. „Wir Ostpreußen wollen nicht, daß es uns sofort materiell besser geht, aber wir tragen die Hoffnung in unserem Herzen, daß es besser wird, weil Hitler uns führt." Die Danziger und Oester- reicher berichten von ihrer Sehnsucht nach einer gleichen nationalen Erhebung, wie sie Deutschland erleben durfte. 3n etwa 100 mit Wimpeln und frischem Grün geschmückten Kraftwagen wurden die Ehrengäste dann in ihre Quartiere, die besten Hotels der Reichshauptstadt, gefahren.
Um 17.30 Uhr fanden sich die Arbeitsabordnungen in dem historischen Kongreßsaal der Reichskanzlei ein, um dem Reichspräsidenten von Hindenburg und dem Volkskanzler Adolf Hiller vorgestellt zu werden. Bergwerksknappen in ihren Uniformen und mit Grubenlampen, Zimmerleute in ihrer malerischen Tracht, technische Arbeiter, Hafenbeiter, Fischer, Männer des österreichischen Heimatschutzes, der steierischen Heimatwehr, Arbeiter aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten sind es, die dein Reichspräsidenten und dem Reichskanzler die Grüße ihrer Belegschaften und Ar- beitsgenossen. Grüße ihrer Heimatländer überbringen. Die Szene wurde vom Rundfunkmikrophon, das den Reichspräsidenten eine Strecke durch den Saal hindurch begleitete, so lebendig übertragen, daß sie in ihrer Urwüchsigkeit und programmlos volksnahen Einfachheit der Grußworte, Fragen und Wünschen allen, die dies mithören konnten, ein bleibendes Erlebnis sein wird.
Zuerst tritt Reichsminister Goebbels in den Saal, der Mann, dem dieser große Tag zu verdanken ist. Harte Arbeitersäuste drücken dankbar seine Hand. Freude auf allen Gesichtern. Dann ein Raunen, ein hörbares Zusammenrücken: Reichspräsident von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler betreten den
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Das Feuerwerk.
Stürmische Heilrufe, die sich immer wieder erneuerten, folgten der Rede des Führers. Von der Hitlerjugend wurde auf dem Tempelhofer Feld eine junge Eiche zu Ehren des Reichspräsidenten gepflanzt. Die Retchswehrkapellen spielten dann den großen Zapfenstreich und bei gesenkten Mahnen von der Versammlung mitgesungene feierliche Gebet. Dann erlosch Scheinwerser um Scheinwerfer, bis das Riesenfeld völlig im nächtlichen Dunkel lag. Nun begann als eindrucksvoller Abschluß dieser einzigartig dastehenden Veranstaltung ein geroal- tiges Feuerwerk. Zn einer Front von 400 Metern waren auf dem westlichen Teil des Flugfeldes die Aufbauten für dieses großartige Schauspiel errichtet worden. Die Anlagen waren so ausgedehnt, daß die Feuerwerker-Trupps zur gegenteiligen Verständigung durch Feldtelephone miteinander verbunden werden mußten. Zunächst raste eine aus 100 der größte Raketen gebildeten, fid) fortgesetzt bewegende und in allen Farben schillernde Feuer- wand in den dunklen Nachthimmel. In riesiger roter Flammenschrift leuchteten dann zwei sich vereinigende Hände auf, unter denen in riesigen Lettern „lag der deutschen Arbeit" zu lesen war. Tausende und Abertausende oo.. Feuerblumen umrahmten dieses symbolische Bild. Zn allen Regenbogenfarben schossen die Garben vom Himmel herunter. Ein silberner Wasserfall in der Länge der ganzen Front ließ für eine Minute das Feld in hellem Licht erstrahlen und Kreuzräder, Gold- und Silberkometen, Blumenkörbe und Sonnen zischten herum. Ein Farbenwunder von märchen- yafter Pracht, das immer wieder den Beifall der Massen hervorrief. Ein gewaltiges Trommelfeuer mit Bomben und Granaten erschütterte die Luft, ein Bombardement aus Hunderten von Feuertöpfen. Bengalische Beleuchtung schloß das Riesenseuerwerk ab.
Währenddessen hatten sich unter Führung einer Reichswehrkapelle die uniformierten Verbände vom Platz glöft und für den FackelzugzumLust- garten in Bewegung gesetzt. Bald daraus verließen der Reichskanzler und die übrigen Mitglieder der Reichsrgirung sowi das Diplomatische Korps und die Ehrengäste der Arbeiterabordnungen durch ein Spalier von Fahnen das Fld,e wobei der Reichskanzler und der preußische Ministerpräsident Göring wieder stürmisch umjubelt wurden.
Oer Fackelzug.
ttöring spricht im Lustgarten.
Der Fackelzug versammelte sich um die Mitternachtsstunde im Lustgarten. Der festliche Schmuck der Girlanden und Fahnen des Lustgartens wurde durch das helle Licht vieler Scheinwerfer aus dem Dunkel der Rächt gehoben. Dom, Schloß und das alte Museum bildeten silhouettenhaft den Hintergrund. Der Aufmarsch begann um 23 Tlhr. Erst eine halbe Stunde nach Mitternacht konnte der preußische
Ministerpräsident Göring
die vorgesehene Rede halten, in der er u. a. erklärte:
So wie vor wenigen Stunden die Reichsregierung den Tag der deutschen Arbeit feierlich auf einem historischen Gelände beging, so stehen wir wiederum auf einem historischen Platz und die preußische Staatsregierung hat ihr Gedenken am Tage der nationalen Arbeit auf diese Stätte verlegt, wo einst Brandenburg, wo Preußen. wo Deutschland groß geworden sind. Mitternacht — und trotzdem ein Bild deutscher Kraft, deutschen Glaubens und deutscher Hofnnung, ein Bild eines gewaltigen Lebenswillens eines Volkes. Mitternacht — und doch dröhnt die Haupt- Hauptstadt immer noch vom ehernen Schritt der Kolonnen und bekennt sich zum Volk und zum Tage seiner Arbeit. So wie am 30. Januar dem deutschen Volk seine nationale Hhre wiedergegeben wurde, so wurde heute der deutschen Arbeit wieder die Ehre und die ihr zukommende Bedeutung zurückgegeben. Die preußische Staatsregierung grüßt um Mitternacht in Ehrfurcht die Millionen der deutschen Arbeit und gelobt auch ihrerseits in dieser Arbeit an der Spitze zu stehen. 14 Jahre der Schmach sind vorüber. Jetzt beginnt der Aufbau und über diesen Aufbau soll stehen: Arbeiten, kämpfen und glauben!
Von Vord des „Gras Zeppelin"
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" war auf seiner Deutschlandfahrt gegen Mittag über der Reichshauplstadt erschienen und begleitete nun einzelne marschierende Kolonnen eines Strecke des Weges zum Tempelhofer Feld, wo es mit begeisterten Hurrarufen begrüßt wurde. Zu seiner Begrüßung stiegen eine Anzahl Flugzeuge auf und umkreisten das Schiff, das über eine halbe Stunde lang in langsamer Fahrt große Schleifen über dem Felde zog. Don der Gondel des Luftschiffes herab schilderte A. Berndt den Verlauf der Fahrt des „Graf Zeppelin", der heute Nacht um 12 Uhr aufgestiegen war und als erster den Tag der Arbeit begrüßt habe. Und wie ein Symbol war es uns, als wir kurz darauf in den Bergen der Rauhen Alp und des Schwarzwaldes die Maifeuer der deutschen Jugend lodern sahen. Fahnen und Fackeln begrüßten uns in der Nacht aus allen kleinen schwäbischen Dörfern und Städten. Unö dann tauchten vor uns aus der Nacht die Stätten deutschen Schöpfersinns und deutscher Arbeit auf: Mannheim und Ludwigshafen, die Stadt, in der das erste Auto gebaut wurde, und die Stadt der Chemie.
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