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2.3.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 52 (Elftes Matt

183. Jahrgang

Donnerstag, 2. März 1933

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; ffrr Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür benAn- zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämUich m Biegen.

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Auch Holland spüri die kommunistische Gefahr.

Das Echo der Brandstiftung im Deutschen Reichstag.

Q3on unserem ^-Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Amsterdam. I.März 1933.

Als die erste Nachricht hier eintraf, daß der Reichstag von einem holländischen Kommuni st en in Brand gesteckt worden war, hot man das in Holland zunächst ungläubig ausgenommen. Als aber sehr rasch danach ein­wandfrei erwiesen wurde, dah tatsächlich ein holländischer Kommunist gefaßt worden war und als das Polizeiarchiv in Leiden die entsprechen­den Auskünfte über den Mann veröffentlicht hatte, ging ein tiefes Erschrecken durch die ganze holländische Presse. Mit einem Schlage war d i e Gröhe der kommunistischen Gefahr auch dem Holländer klar geworden, der trotz der Borgänge auf denZeven Pro- vinzien" nicht glauben wollte, wie weit die Dinge gediehen seien. Selbstverständlich gibt es niemanden, der irgendwie mit den Kommu­nisten in Deutschland sympathisiert. Ebenso wie die Rechte verurteilt auch die Linke das verab­scheuungswürdige Verbrechen und die scharfen Erklärungen der holländischen Sozialdemokraten lassen deutlich erkennen, wie wenig Sympathie die Angelegenheit findet. Dah auch die Kommu­nisten von dem Verbrechen abrücken, ist daher nur zu selbstverständlich. Schließlich müssen auch sie auf die Volksstimmung Rücksicht nehmen und könpen es sich nicht leisten, Taten zu billigen, die so offensichtlich verabschcuungswürdig sind.

Man kann feststellen, daß der Eindruck desReichs- tagsbrandes in Holland weit über das übliche Maß des zu erwartenden hinausgeht. Des ganzen Landes hat sich eine beträchtliche Erregung bemächtigt, die allerdings wenig mit den Auslandsbeziehungen Hollands zu tun hat, sondern im wesentlichen in der politischen Situation begründet ist, in der man sich befindet: Man ist sich dessen plötzlich bewußt gewor­den, wie weit die Radikalisierung der Massen in Holland gediehen ist und hegt die Befürchtung, daß im Herzen Hollands kommunistische Aufruhrgruppen ihr Wesen treiben, die auch eines Tages für das holländische Heimatland selbst eine große Gefahr werden können.

Man darf hier nicht vergessen, daß auch Holland von der Wirtschaftskrise schwer be­troffen worden ist und daß es seiner Bevölke­rungsstruktur nach stärker als andere Länder der kommunistischen Gefahr ausgesetzt ist. In den großen Hafen st ädten, an denen Holland so überreich ist und die in normalen Zeiten den Reichtum des Landes repräsentieren, sammelt sich in schlechten Zeiten all das Gesindel an, das von den Schiffen abheuert und dann brotlos in den Hafenkneipen herumlungert. Schon in Friedenszeiten hat es ver­schiedentlich in holländischen Städten, wenn vor­übergehend einmal die Saison in der Schiffahrt ab- flaute, sehr häßliche Zusammenstöße zwischen der Polizei und dem Hafengesindel gegeben. Jetzt in dieser Notzeit gehen aber natürlich die Dinge weit über das Gewöhnliche hinaus, da zweifellos in den Hafenstädten überall kommunistische Zentren sitzen, von denen aus systematisch die Zersetzung in das Land getragen wird.

Es kommt hinzu, daß ja in den holländischen Hafenstädten auch eine große Zahl von Einheimi­schen aus den Kolonien sitzt, meist intelligente Leute, die dank der Bildung, die sie auf den hollän­dischen schulen genossen haben, europäischer Bil­dung zumeist sehr zugänglich sind und infolge der reichen Tätigkeit der bolschewistischen Propaganda meist stark von kommuni st ischen Ideen verseucht sind. Die Meuterei auf der holländi­schen Flotte kam deshalb nicht von ungefähr, son­dern lag in den Verhältnisse begründet, wie sie nun einmal lagen. Kenner der Lage hatten bereits seit langem vorausgesehen, daß über kurz oder lang hier schwere Gefahren für das Staatsleben in Hol­land entstehen würden.

In den letzten Jahren vor dem Kriege gebärdeten stch diese stets radikalen Beoölkerungsgruppen im allgemeinen sozialistisch; sie organisierten sich in Gewerkschaften und Sy n d i k a t e n , die wenigstens auf demokratischer Grundlage blieben und so zu einer gewissen Beruhigung der Bürger- schäft beitrugen. In den letzten Jahren hat sich das Bild aber völlig gewandelt. Neben den alten sozial- dempkratischen Gewerkschaften ist eine junge äußerst kräftige k ommu nist i sch e Partei aufgetre­ten, die die Sozialdemokraten bei weitem überflü­gelt hat und diese in immer stärkerem Maße zur Radikalisierung zwingen will. Unter diesen Um­ständen lastet auf den Gemütern die Frage wie ein Alpdruck: wie werden die nächsten Wahlen in Holland ausfallen? Wird das nächste Parlament in Holland eine kommunistisch-sozialdemokratische Mehrheit haben und wird es dann mit der Herrschaft der bürgerlichen Parteien in Holland zu Ende sein? Kommt es zu einer kommunistisch-sozialdemokrati­schen Einheitsfront, die in Holland sehr viel leichter herzustellen ist als in Deutchland? Alle diese Fragen sind mit einem Schlage wach geworden, und selten hat man wohl in Holland es so deutlich ver­spürt, wie sehk bereits das Gist bereits in das eigene Fleisch gedrungen ist, als die Kunde von dem Reichstagsbrände kam.

Doch hat gerade diese Nachricht auch aufrüt­telnd gewirkt. Die Erkenntnis der Gefahr der 'kommunistischen Bewegung hat den bürgerlichen Wählern zum Bewußtsein gebracht, daß sie zu entschlossener Abwehr zusammenstehen müssen. Die Ereignisse in Deutschland, die in Holland

schon in gewöhnlichen Zeiten auf das brennendste interessieren, werden daher hier mit ungewöhn­lichem Eifer verfolgt und jetzt erst recht, wo man Hofft, daß es gelingt, in Deutschland des Kom­munismus Herr zu werden. Insofern haben die Ereignisse zweifellos auch ihr Gutes gehabt. Allerdings darf man nicht verrennen, daß damit zum erstenmal hier in Holland die Ereignisse in Deutschland auch zum Gegen st and eines innerpolitischen Wahlkampfes wer­den, da selbstverständlich je nach der Parteirich­tung die Ereignisse verschieden gedeutet werden. Die europäische Bedeutnug der kommunistischen Frage in Deutschland wird damit auch hier er­sichtlich, denn dem Holländer, so wenig er im allgemeinen dem Deutschen entgegenkommt, ist mit einem Schlage zum Bewußtsein gekommen, dah auch sein Schicksal mit dem Schicksal Deutschlands verknüpft ist, denn er hofft eben, daß mit der Erledigung des Kommunismus in Deutschland auch in Holland die kommunistische Gefahr überwunden wird.

Mißglücktes Veriuschungsmanöver.

falsche Beyauptunacn holländischer Kommunisten.

Amsterdam, I.März. (WTB.) Ueber den Relchstagsbrandstifter van der Lübbe wird von derTribüne", dem Amsterdamer Kommunisten­blatt, in einer Extraausgabe behauptet, daß er we­gen provokatorischer Handlungen aus der hol­

ländischen kommuni st ischen Partei ausgeschlossen wurde, und daß ihn nunmehr die deutsche Regierung als agent provoca- t e u r benutzt habe, um den Reichstag in Brand zu steten. Der Versuch der holländischen Kommunisten, Lübbe abzuschütteln, kann aber nicht gelingen, denn nad) Auskunft im Haager Polizeipräsidium ist Lubäe, der seine radikalen Ideen der in Holland betriebenen vorsichtigen Parteitaktik nicht unterordnen wollte, von der Parteileitung keineswegs aus­geschlossen worden, sondern lediglich aus der vor­dersten Front herausgenommen und k a 11 g e st e 111 worden. Noch am 22. Dezember 1932 nahm Lübbe an einer Versammlung st reitender Taxichauffeure im Haag teil und hielt da- bei eine längere kommunistische Ansprache. Diese Mitteilung der holländischen Polizei ist außer­ordentlich wichtig für die Beurteilung des Reichs­tagsbrandes als eines organisierten kom- muni st ischen Terrorattentats.

Belgische Kommunisten besudeln das deutsche Konsulat in Lüttich.

B r ü s s e l, 2. März. (WTB. Funkspruch.) Das Gebäude des deutschen Konsulates in Lüttich wurde in der vergangenen Nacht biszu einer Höhe von zwei Meter mit roter Farbeund mit der Aufschrift in französischTob für Hitlen, es lebe die Revolution" beschmiert. Außerdem sind dieInitialienKPD. und das kommuni stische Hammer-Sichel- Zeichen auf der Wand angebracht worden. Die Polizei hat alle notwendigen Schutzmaßnahmen für das Konsulat ergriffen.

Der Genfer Hauptausschuß beschließt Verbot der Berufsheere.

Deutschland bleibt unter Hinweis auf seinen Seneralvorbehalt unbeteiligt.

Gens, 1. März. (Täl.) Die unmittelbare, die deutschen Interessen berührende Frage, ob in Zu­kunft neben dem von Frankreich vorgeschla­genen M i l i z s y st e m auch Berufsheere zugelassen werden sollen, wurde am Mittwoch im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz im französischen Sinne entschieden. Der Hauptausschuß beschloß, dah Berufsheere oder über die vorgesehene kurze Dienstzeit hinaus die­nende Truppenbestände verboten werden. Als Ausnahme für eine längere Dienstzeit sind le­diglich diejenigen Truppenbestände zugelassen, die nach dem französischen Plan im Rahmen der ein­zelnen Nationalarmeen für das interna­tionale gemeinsame Vorgehen des Völkerbundes gegen einen Angreifer zur Verfügung stehen sollen. Die Frage, ob in Zu­kunft die R e i ch w e h r neben einem allgemeinen Milizsystem gestattet wird, ist auf der Abrü­stungskonferenz also im abschlägigen Sinne ent­schieden worden.

Pierre Cot malte noch einmal in einer län­geren Rede, allerdings ohne Deutschland zu er­wähnen, die Gefahr einer deutschen Reichswehr neben einem deutschen Miliz- shstem an die Wand. Berufsheere mühten in Zukunft als ein dem Frieden in höchstem Maße gefährdendes System verboten werden. Ohne Abstimmung und ohne Widerspruch nahm der Hauptausschuß das Verbot der Berufsheere an. Die Haltung der deutschen Abord­nung, die sich weder an der Aussprache noch an der Abstimmung beteiligte, wird auf deutscher Seite mit den bereits vor einiger Zeit auf der Konferenz angemeldeten Generalvorbehal- t e n begründet, wonach die deutsche Regierung keinerlei Entscheidungen auf dem Gebiet der Ef­fektivfragen annimmt, bevor nicht die Haupt­frage der Abschaffung oder Beschränkung der Rüstungen sowie die Regelung der Kriegs­materialfrage der einzelnen Länder entschieden ist. Ddr Beschluß des Hauptausschusses ist daher sachlich für Deutschland ohne bindende Be­deutung.

Deutschland wieder im Lust­fahrtausschuß.

Auf präzise Fragen betretenes Schweigen.

Genf, I.März. (WTB.) Der Luftfahrtaus- schuh der Abrüstungskonferenz hat heute seine Be­ratungen fortgesetzt. Um die Fortsetzung der Be­ratungen zu ermöglichen, legte der Vorsitzende des Ausschusses, der spanische Botschafter in Pa­ris, d e Madariaga, dem Ausschuß eine Er­klärung vor, die den Einwendungen, die der deutsche Vertreter in der letzten Sitzung gemacht hat, Rechnung trägt und hervorhebt, daß die Ar­beiten des Ausschusses auf derVorausset- xung der v o l l st ä n big cn Abschaffung der Militär- und Marineluftfahrt sowie des Luftbombardements be­ruhen. Der Luftfahrtausschuh soll seine Bera­tungen in möglichst kürzester Frist, spätestens bis zum 11. März abschließen. Diese Entschlie­

ßung wurde vom Ausschuß ohne Debatte an­genommen.

_ Der Ausschuß setzte dann seine Beratungen über die Interna tionalisierung der Zivilluftfahrt unter dem Gesichtspunkt der soeben angenommenen Entschließung fort. Der Vertreter Schwedens sprach sich für die Inter- nahonalifierung gemäß den französischen Vor­schlägen aus. Er meinte, sowohl die Abschaffung der Militärluftfahrt, wie die Internationalisie­rung der Zivilluftfahrt würden geraumeZeit in Anspruch nehmen, du die Gesetzgebung der einzelnen Länder geändert werden müßte. Die­sem Einwand trat sofort Ministerialdirektor Brandenburg entgegen, indem er daran er­innerte, daß Deutschland innerhalb einesIah- res 15000 Flugzeuge, 27 000 Flugzeugmotore und einige Millionen Quadratmeter Hallen- gelande vernichtet habe.

Der französische Luftfahrtminister Pierre Cot gab zu, daß es sehr wohl möglich sei, in kurzer Zeit d>e Militärluftfahrt vollständig abzuschaffen. Mit gutem Willen sei es aber auch möglich, die Inter­nationalisierung der Zivilluftfahrt zu erreichen, be­sonders nachdem jetzt einwandfrei durch die Annahme der Entschließung des Ausschusses festgelegt worden sei, daß die Militärluftfahrt abgeschafft werden solle.

Der deutsche Delegierte stellte verschiedene Fra- gen, die die ganze Absurdität des Internationalisie­rungsplanes ins rechte Licht rücken. Brandenburg wollte wissen, ob nun die Internationalisierung der Zivilluftfahrt die ganze Welt umfassen, oder sich nur auf einen Teil der Welt beschränken solle. Auf diese Frage* blieb man ihm d i e Ant­wort schuldig. Der Vorsitzende stellte nun seinerseits die grundsätzliche Frage, ob der Ausschuß der Auffassung sei, dah für die Abschaffung der Militärluftfahrt die Internationalisierung der Zi- oilluftfahrt und die Schaffung eines internationalen Organs zur Durchführung dieser Internationalisie­rung notwendig sei. Ueberraschenderweise meldete sich auf diese Frage n i e m a n d zu Wort, wie über­haupt nicht zu verkennen war, daß der Ausschuß den Entscheidungen, solange es eben geht, auszu» roeigen versucht. Der Vorsitzende erklärte daraufhin, er lege das Schweigen des Ausschusses für eine Zustimmung aus. Um aber keine Unklarheit bestehen und aufkommen zu lassen, stellte nunmehr Brandenburg die präzise Frage, ob die U eber- fee st aaten bereit seien, ihre Militärluftfahrt abzuschaffen, wenn die Zivilluftfahrt in Eu- ropa internationalisiert würde. Der Ausschuß antwortete mit einem verlegenen Schw e i= gen, worauf nunmehr Brandenburg sich erhob und seinerseits erklärte, er lege dieses Schweigen al s bejahende Beantwortung seiner Frage aus. Darauf entstand allgemeines Gelächter. Die Beratungen wurden unterbrochen.

Oas Vorgehen gegen die vier national­sozialistischen Abgeordneten in Prag. Aussig, 1. März. (CNB.) Die vier nationalsozia­listischen Abgeordneten Krebs, Kasper, Jung und Schubert, deren Immunität vom'Prager Parlament aufgehoben wurde, erhielten für heute die Vorladung zu einem Verhör

beim Untersuchungsrichter in Prag. Von ihnen konnte nur der Abgeordnete Krebs, der in Prag weilte, der Vorladung entsprechen. Die anderen drei Abgeordneten erhielten die Vorladung in ihre Heimatorte nachgeschickt. Nach beendetem Ver- hör wurde der Abgeordnete Krebs in Haft ge­nommen, auch die drei anderen Abgeordneten werden verhaftet werden.

Verschärfung der Bankenkrise in LIGA.

Keine Gefahr für den Dollar.

Washington, I.März. (CNB.) Die Schlie­ßung der Commercial National Bank und der District National Bank von Washington, zweier kleinerer, aber lokal viel benutzter Bankinstitute der Bundeshauptstadt, hat heute die N e r d o j i t ä t über d i e Banksituation erhöht. Die Abhebungen wurden auf 5 vom Hundert der ein­zelnen Konten beschränkt, doch wird die Recon­struction Finance Corporation baldigst einspringen und höhere Abhebungen ermöglichen.

Don der Leitung der Bundesreservebank wurde erklärt, es handele sich gegenwärtig um eine Ver­trauenskrise, die nur die Banken, nicht aber den Dollarfurs berühre. Die Vernehmungen vor dem Untersuchungsausschuß des Bundessenats deckten unglaubliche Leichtfertigkeiten selbst vieler Großbanken in der Verwendung von Kundengeldern und der Anpreisung minderwertiger Industriean- leihen auf. Diese Enthüllungen zerstörten, zumal im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Jnsullkonzerns und der Kreuger-Affäre das Ver­trauen in die Solidität der Banken in den In­dustriebezirken. Das führte bann zu Abhebungen von Einlagen, die, wie üblich, lawinenartig um sich greifen und der nur wenige Banken gewachsen sind. Dies alles berühre jedoch nicht den Gold­wert des Dollars, da erstens eine reichliche Golddeckung vorhanden und zweitens Amerika Gläubigerland ist, daher keine Geldzahlungen ans Ausland zu leisten braucht.

Als Abhilfe für die akuten Schwierigkeiten plant man eine Garantie der Kundenkonten durch die Bundesrefervebanken, die mit einer vorübergehendenEinfrierung" eines Teiles der Depositen verbunden sein soll. Wahrscheinlich wird ein Gesetz beschlossen werden, wonach nach Schließung einer Bank innerhalb M o - natsfrist 75 v. H. der einzelnen Deposi- t e n ausgezahlt werden. Man erwartet, daß diese Maßnahme zusammen mit einer strengen Kon­trolle der Banken durch die Vertreter des Federal Reserve Board zu einer baldigen Wiederherstellung des Vertrauens führen werden.

Gehamstert werden fast durchweg Bank­noten, dagegen Gold nur in ganz kleinen Beträ­gen. Dies zeigt deutlich, daß die Panik sich nicht gegen den Dollar, sondern gegen d i e Banken richtet Die gut fundierten Banken, auch in Washing­ton, werden mit Einzahlungen direkt überlaufen, da alle Geschäftsleute Banknoten dringend benötigen. Präsident Roosevelt wird nach seinem Amts­antritt alle Energie für die Bekämpfung der Ver­trauenskrise einsetzen.

Schwere Kämpfe in Zehol.

Tokio, 1. März. (Reuter.) Die Japaner, sehen ihren Angriff auf die Stadt I e h o l von Tschifoeng und Lingjuan aus fort. In dem Ab­schnitt von Tachihfoeng nähert sich Kavallerie unter dem Befehl des Generals Nome der Stadt von Nordosten und die Armee des Generals Matsuda von Südosten. Beide Truppenteile ha­ben chinesische Truppen in Stärke von 10 000 Mann in das im Westen liegende stark gebir­gige Gebiet abgedrängt. An der Singjuan« Front hat die Armee Hottori Peitschangjungtsu genommen. Am Paitsch:htsu-Paß soll die ja­panische Artillerie die chinesischen Stellungen mit schwerem Feuer belegen, um sie sturmreif zu machen. Kavallerie unter dem Be­fehl des Generals Mogi hat Paotschoujing nicht weit von Tschihfoeng besetzt. Die Truppen Mat- sudas find heute morgen in Tschienping einge­drungen und befinden sich auf dem Vormarsch auf Tschihfoeng. Die chinesischen Stellungen bei I e p o s ch a u find von vier Bombengeschwadern zu je acht Flugzeugen angegriffen worden. Die chinesische Verteidigung konnte aber gehalten werden. Durch die Einschläge der schweren Bom­ben find die mit Gehölzen bedeckten Hügel im Kampfgebiet völlig abrasiert worden. Die Stadt liegt in Trümmern.

Für eine Regierungsumbildung in Sayern.

Die Bayerische Bolkspartci schlägt Bersassungsreform vor.

M ü n ch e n, 2. März. (TLl.) Der Fraktionsvor- sitzende der Bayerischen Volkspartei. Abg. Dr. Wohlmuth, hat den Fraktionen der Na- tionalsozialislen, Sozialdemokraten, des Bauern­bundes und der deutschnationalen Landtags­gruppe ein Schreiben mit den Voraussetzungen und Richtlinien für eine Regierungsbil­dung in Bayern übermittelt und sie ersucht, in­nerhalb von 10 Tagen ihre Llnterhändler zu be­nennen.

Das Kernstück der Verhandlungsgrundlage ifr ein ausgearbeiteter Vorschlag für eine Reform der bayerischen Verfassung. Die Vor­schläge verfolgen den Zweck, in Zukunft den Zu­stand einer nur geschästsführendenRe-