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2.1.1933 Erstes Blatt
 
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zur Durchführung kommende Wegebauarbeit am

Palmkuchen 8,75 bis 9, Erdnußkuchen 12,50 Tendenz: stetig.

10,35, Mark.

zusammenlebt, was es an Be­völkerung auf dem Erdball gibt, weist vielleicht deut- licher als andere Städte die Haltung der einzel­nen Nationen cn$, da hier ja jede mit jeder zu-

Weizenmehl (niederrheinisches) 28 bis 28,25, Rog« genmehl 22,25 bis 23,25, Weizenkleie 7,40, Roggen­kleie 8, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 4,60 bis 4,80, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 2,25 bis 2,50, Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 2,25 bis 2,50, Treber (getrocknet) 10,60, Sojaschrot

Hexenkessel Ossasien.

Don unserem ?.-Bericht>erstatter.

Schanghai, Dezember 1932.

Wenn man die Stellung Deutschlands in Oft- asien richtig verstehen will, muß man sich vor allem eines klar machen: den Ostaslendeutschen, von dem man so gern in der Heimat spricht, gibt es nicht. Der Deutsche, der hier draußen als Kaufmann, Ingenieur oder Wissenschaftler seinem Berufe nachgeht, ist stets aufs engste mit der Um- welt seines Wohnsitzes verflochten; er istChina- mann',Japanmann oder sonstwas und infolge­dessen stets einseitig orientiert. Deswegen wird der Deutsche, der in Japan ist, sich leidenschaftlich für den Japaner einsetzen, während umgekehrt der Deutsche der in China wellt, ebenso stark für die junge chinesische Republik eintritt, ohne daß des­wegen unter dieser zweispältigen Stellungnahme unlerer Landsleute das g-jamtdeutsche Interesse zu leiden brauchte. Denn "£ie offizielle Politik des Deutsches Reiches ist erklärlicherweise eine solche strengster Neutralität. Deutschland kann und darf im ostasiatischen Konflikt nicht Partei neh­men und sich für die eine oder andere Seite ein­setzen: das sieht man "irgends so deutlich, wie gerade hier in Schanghai. Diese große Metropole, in

Wie sehen uns die Andern?

Eine weltpolitische Rundschau unserer Ausländskorrespondenten zur Jahreswende 1932/33

Frankfurt still und uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 2. San. (WTB. Draht- Meldung. ) Die erste Börse zum Jahresbeginn er­öffnete in freundlicher Grund st immung unb zuversichtlich, war aber außerordent­lich still, da kaum Orders Vorlagen und nen­nenswerte Anregungen fehlten. Dte anhaltende Hausse für deutsche Auslandan­leihen fand einige Beachtung.

Die Kursbildung gestaltete sich sehr uneinheit­lich, wobei sich Gewinne und Verluste die Waage hielten. Durch sehr schwache Haltung fielen Lau- rahütte auf, die 5,25 Prozent einbüßten. Von den übrigen Montanwerten konnten sich Buderus um 1,39 Proz. befestigen, Mannesmann 1,25 Proz. gewinnen, wogegen die übrigen Kurse an diesem Markt von 0,25 bis 0,75 Prozent nachgaben. Am Gleltromarkt stellten sich Verbesserungen ein, so bei Bekula. Licht & Kraft und Schuckert, die je 1,50 Prozent gewannen. AEG. zogen 0,50 Pro­zent an. während Gessürel im gleichen Maß nachgaben. Am Chemiemarkt eröffneten J.-G.- Farben mit 95.75 Prozent unverändert. Gold­schmidt lagen 1,50 und Metallgesellschaft 1 Pro­zent höher. Daneben lagen Scheideanstalt schwach und 2,50 Prozent niedriger. Schwach tendierten Zellstoff Aschaffenburg (- 1,50 Prozent). AD. für Verkehr ( 1,39 Prozent), Hapag und Holz- mann bröckelten 0.25 Prozent ab. Andererseits waren Daimler, Gebrüder Junghanns und Deut­sche Linoleum bis zu 0,75 Prozent höher.

Am Rentenmarkt hielt sich Interesse für die Reubekitzanleihe. die 0,25 Prozent anzog, Re.chsalBesih und Reichsschuldbuchsorderungen blieben behauptet. Die Umsätze waren aoer auch hier ausnahmslos wegen des Fehlens neuer Orders sehr klein. Reichsbahn-Vorzugsaktren la­gen unter Berücksichtigung der Dividenden-Aus- schläge gut behauptet. Am Pfandbr'.esmarkt lag die Tendenz nach oben. Die Kurie zogen 0,5 bis 1 Prozent an, die Stadtanleihen und Industrie- Obligationen lagen sehr ruhig.

Im Verlaufe war die Tendenz am Aktienmarkt meist etwas freundlicher. J.-G.-Farben zogen auf 96,75 Prozent an. auch Elektro- und andere Werte waren um 0,5 bis 1 Prozent höher. Reichsbank-Anteile gewannen 1,75 Pro­zent. Heberwicgend schwächer lagen aber weiter­hin Montanwerte. Sehr gut waren die Umsätze in Reichsanleihen, von denen Altbelih 1 Pro­zent späte Reichsschuldbuchsorderungen 0.75 Pro­zent anzogen. Reubesitz blieben gut behauptet. Tagesgeld war zu 3,5 Prozent leichter.

Berlin frennd.ich.

Berlin 2. Jan. (WTB. Funkspruch.) Das neue Jahr brachte für die Börse ganz allgemein eine fr eundliche Tendenz. Bei den Banken lagen für Aktien keine größeren Orders vor, doch waren die alten Limite größtenteils erneuert worden, und soweit Neueingänge zu verzeichnen waren handelte es sich um Kaufaufträge. Die zuversichtlichen Neu- jahrsbetrachtungen der Presse haben das Publikum zu Anschaffungen angeregt, die sich allerdings vor­wiegend auf Rentenwerte erstreckten. Bon Dlviden- den-Papieren wurden die sog. Versorgungswerte auch weiterhin bevorzugt. Insbesondere Bekula, die angesichts der noch im Kurse liegenden 10-v. H-Divi- dende für besonders billig erachtet werden, fanden unmittelbar nach den ersten Kursen starkes Interesse.

Die Anfangsnotierungen lagen zumeist etwas un­regelmäßig, da teilweise noch neue Limite fehlten. Die Abweichungen betrugen allerdings nur selten mehr als 1 o. H. So waren Dessauer Gas, einige

sammenkommt.

And daß es fing 'st sich weder nach der einen noch nach der anderen Heike festzulegen, zeigt un­tere Stellung in Japan. Der deutsche Handel mit Japan ist richt besonders umfangreich und in den letzten Jahres stark zurückgegangen. Trotz­dem haben wir inmer noch auf gewissen Gebie­ten eine hervorragende Stellung, und es ist nicht zu verkennen, daß das japanische Volk uns freund­lich gegenübersteht. Besonders die Armee schätzt Deutschland - außerordentlich hoch, und an den Aniversitäten sind zahlreiche deutsche Hoch­schullehrer vertreten. Wir haben also durchaus einen wertvollen kulturellen und wirtschaftlichen Einfluß in Japan, der sich allerdings bisher noch nicht politisch ausgewirkt hat, weil schließlich Deutschland und Japan zu weit auseinander lie­gen.

Im mandschurischen Konflikt sind wir ja nur neutrale Beobachter. So sehr wir die Ja­paner verstehen, so wenig vermögen wir auch die Interessen der Chinesen zu verkennen. In der Man­dschurei selbst haben wir selbstverständlich bisher keinerlei wirtschaftliche Interessen. Eine einzige deutsche Firma betreibt hier oben Handel, so daß

Wettervoraussage.

Während sich die Jslandftörung noch weiter ver­tieft hat, ist im Osten der Luftdruck angestiegen, so daß sich das Polen-Hoch erneut festigen konnte. Die Luftdruckgegensätze sind daher stärker geworden, und die Luftbewegung hat über den Britischen Inseln zugenommen, ist allerdings größtenteils nach Norden gerichtet. Deutschland liegt im Bereich der Grenz­wetterlage, milde Lust hat Platz gegriffen, und da sie durch die westliche Störungstätigteit immer wie­der erneuert wird behält sie vorerst ihren Einfluß auf die Gestaltung des Wetters. Es kommt also weiterhin zu Dunst- und Wolkenbildungen, wobei auc, leichtere Niederschläge auftreten.

Vorhersage für Dienstag: Neblig und bewölkt mit Aufklaren, ziemlich milde, vereinzelt Niederschläge.

VorhersagefürMittwoch:Bei Aufklaren leichter Nachtfrost, im allgemeinen wenig Aenderung b-r Wetterlage.

Lusttemperaturen am 1. Januar: mittags 3,3 Grad Celsius, abends 2,5 Grad: am 2. Januar: morgens 2,5 Grad. Maximum 3,5 Grad, Minimum0,6 Girat) Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Ja­nuar: abends0,1 Grad: am 2. Januar: morgens 0 Grad Celsius. Niederschläge 0,2 mm.

o 3 e, ko» Mitt,»rutsch« Dro»vlohlt3-Briltt«-. Ist ber Inf- brutf öt« btute btilttfltnbtn ©on&faltnbtr» Ja bei Provinz nnb im taube Sachlen. in Snhali. In Biaunlchwtiq unb in Thüringen liegen die mtiielbeuifdjen Lraunkohlenoorkommen. räumlich weit bett eilt, doch erbgelchichtlich gleichaltrig unb baher tn ihren Eigen, schalten kaum ooMinanöei abweichend Die tropische Sonne bet Tertiär-Epoche ber Erbe liefe im heutigen miltelbeutlchen Raum üpp.ge SalbDegetotion sprießen, bie jetzt, im Lause von Jahr. Millionen ju Braunlohle geworben, ben Roh stoss der ,6tine*. Brikett» liefert Viele »unberte von Brikettpressen auf zahl­reicher: Gruben pressen »urzeik annähernd 12 Millionen Tonnen Sonne» Brtlett» im Jahr. Zchntausenben deutscher Arbeiter gibt der mittelbeutsche Braunkohlen-Bergbau Brot, und mehr al» 18 Millionen Tonnen Sonne- Brikett» können jährlich von bett * «itteldeallche» BrckkU-Werlea hergeftellt werden.

Sidney (Australien), Ende 1932.

Die traumhaft schöne Inselwelt der Südsee Malay Asien, Australien, Reuseeland und die weit verstreuten Südseeinseln find uns Deut­schen nicht mehr, wie so lange Jahre nach dem Kriege, verschlossen: aber die Beziehungen zwi­schen diesen Ländern und Deutschland sind na­türlich nur geringfügig. Unser Handel mit ihnen ist klein an Umfang, wir kaufen meist von ihnen sehr viel mehr, als sie von uns, und ein po­litisches Interesse dieser Länder für Deutsch­land, das so weit absiegt, ist infolgedessen so gut wie nicht vorhanden. Daß man uns in Australien lange Jahre hindurch ge­haßt hat, ist daher so gut wie unverständlich. Cs handelte sich hierbei wohl um eine künstlich hervorgerufene Psychose, di« in keiner w'.e immer gearteten Realität begründet war. An der Jahreswende 1932/33 muß man jedenfalls fest­stellen, daß in Australien wenigstens d e r G r o l l geschwunden ist, und daß man hier jetzt ru­higer über Deutschland denkt und wieder bereit ist, die deutsche Leistung anzuerkennen. Wenn trotz der Beseitigung der Ausnahmemaßnahmen gegen die Deutschen erst so wenige Deutsche nach Australien und Reuseeland gekommen sind, so liegt das an der furchtbaren Wirtschafts­krise und ihrer Arbeitslosigkeit, die ja Austra- lien und Reuseeland besonders hart betroffen hat: wenn unvermögende Einwanderer nicht zu- gelassen werden, hat es also seinen guten Grund.

Daß es in Holländisch-Indien besser ist, liegt daran, daß dieses Land von jeher die kolonisatorischen Fähigkeiten der Deutschen zu schätzen wußte und noch in den ersten Jahren nach dem Kriege, in denen es ja besser ging als jetzt, zahlreiche Deutsche nach Holländisch-Indien geru-

ll. Mücke, 1.Jan. Im Gegensatz zu Jahren ließ die B a u t ä t i g k e i t hier viel zu wün schcn übrig. Es ist lediglich das Fcrtigstellen einer Schlosserwerkstatt und der Bau eines Wohn­hauses zu verzeichnen.

G. A.-Gpori.

Sportverein 1920 Heuchelheim.

Sportverein 1920 1 1900 Gießen II 4:6 (2:1).

Die 1. Mannschaft in Heuchelheim bewies auch diesmal wieder, daß sie einen ernft zu nehmen­den Gegner darstellt. Bereits in der 2. Minute konnte der Sturm, nach einem schönen Durch­bruch das erste Tor erzielen. Hierauf folgte nach kurzer Pause der Ausgleich der Gäste. Heuchel­heim kam bis zur Halbzeit noch einmal zum Er­folg. In der zweiten Halbzeit hatte Gießen etwas mehr vom Spiel, was wohl in der Haupt- sacye darauf zurückzuführen war, daß sich der vorzügliche Heuchelheimer Mittel äufer, durch eine Verletzung nicht mehr voll einschen konnte. Die Gießener Elf verstand es ausgezeichnet, seinen Mittelstürmer Arnold, der in Hochform war, frei­zuspielen, so daß derselbe in kurzen Abständen fünf Tore erzielen konnte, denen Heuchelheim nur noch zwei entgegensetzte. Schiedsrichter Phi­lipp (Großen-Buseck) leitete korrekt.

Llngarische Profis geschlagen.

Rümberg-Fürth Iljpesk Budapest 3:1 (2:1).

Die Ungarn haben diesen Kampf im Nürn­berger Stadion unverdient verloren. Im Feld­spiel waren sie den Einheimischen um ein Weites überlegen, aber vor dem Tore wurden die besten Chancen ausgelassen. Die Rümberg-Fürther da­gegen waren mit ihren stets gefährlichen Durch­brüchen glücklicher. Ein Unentschieden wäre den gezeigten Leistungen eher gerecht geworden. Äeberraschend gingen die Einheimischen bereits in der zweiten Minute durch den Linksaußen Kund in Führung. Weitere gefährliche Flügel­vorstöße brachten dem Tor der Ungarn Gefahr. Allmählich sanden sich auch die Gäste und glänz­ten durch genaues Zuspiel, aber vor dem Tore war es mit ihrer Kunst zu Ende. 3n der 15. Mi­nute ergab ein Gesamtangrisf der Rümberaer durch Emmert II. das zweite Tor. Erst in der 31. Minute wurden die Bemühungen der Ungarn durch einen Treffer von Javor belohnt. Der Rest der Spielzeit sah die Ungarn weiter tonangebend. Rach der Pause hatte es den Anschein, als ob die Ungarn ihren Gegner in Grund und Boden spielen wollten, sie scheiterten aber an der guten Hintermannschaft der Kombinierten. Rachdem die Ungarn verschiedene Fehlschüsse zu verzeichnen hatten, führte in der 36. Minute ein rascher Vor­stoß des Rechtsaußen Schmidt zum dritten Er­folg für die Kombinierten.

Engel und Oeverichs in Brüssel geschlagen.

Bei den Silvester-Radrennen auf der Winterbahn in Brüssel gingen auch der deutsche Fliegermeister Matthias Engel und sein Landsmann Franz D e - d e r i ch s an den Start. Die beiden Kölner konnten sich nicht zur Geltung bringen. Im Fliegertreffen wurde Engel nur Siebenter und in dem Dauerrennen über zweimal 25 Kilometer belegte Dederichs mit fünf Punken den dritten Platz hinter Seynaoe und Danderwulp (je 4). Der Fliegerkampf brachte ein spannendes Duell zwischen dem Amerikaner Hone- mann und Michard. Beide, punktgleich, bestritten noch einen Entscheidungslauf, den H o n e m a n n sicher gewann.

Daten für Montag, 2 Januar.

1858: der Schauspieler Josef Kainz in Wieselburg (Ungarn) geboren; 1861: der Schriftsteller Will). Bölsche in Köln geboren.

geführt.

* Muschenheim, 31. Dez. Der Unterricht an unserer Volksschule mußte im Herbst einige Wochen ausfallen, ba einige Fälle von epidemischer Kin­derlähmung im Orte vorgekommen waren. Im Dezember erkrankte eine ganze Anzahl Kinder an den Masern. Deshalb konnten die Reichs- jugendwettkämpfe erst kurz vor Weih­nachten abgeschlossen werden. Don 19 Teilnehmern konnten nur neun die notwendige Punktzahl er­reichen. Die Kämpfe bestanden in beiden Abtei­lungen aus fünf Hebungen: 75-Meter- bzw. 100» Meter-Lauf, Handballweitwurf, Hochsprung, Bo­denübung und Reckübung. Es erhielten in der ersten Knabengruppe (1920 unb 1921): Reinhold Krausch 89 Punkte, Heinrich Alles 84 P., Karl Weil 84 P., Hermann Bender 80 P., Karl Becker 78 P., Oskar Friedrich 77 P., Otto Eller 70 P., Wilhelm Wirth 68 Punkte, in der zweiten Knabengruppe (1918 und 1919) konnte unter drei Teilnehmern nur Otto Weisel mit 75 Punkten Sieger werden.

f. Hungen, 31. Dez. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzuna mit der Ueberlaffuna von Gelände an die Man-

fen hat. Als Farmer, als Kolonialbeamte und als Kaufleute sind daher die Deutschen auf dieser schönen Inselwelt stark vertreten, wenn sie auch politisch natürlich keine Rolle spielen. Llnscre deutschen Landsleute suchen hier ihren Unterhalt und wollen daher auch politisch befragt sein, eine Tatsache, die man in der Heimat stets sorgfältig berücksichtigen sollte. Allerdings geht es un­seren Deutschen hier zur Zeit schlecht, die furcht­bare RotderGummi-undKaffeeplan- tagenbesiher wirkt sich stark aus, so lange die Weltwirtschaft so damiederliegt.

Etwas besser geht es den wenigen Deuffchen, die in Indien undDrits ch - Malay- Asien sitzen. Tie kleine Kolonie, die in 6 i n - gapore nach dem Weltkriege wieder ansässig geworden ist, lebt in der Haupffache von dem Handel mit den deuffchen Waren, die auch h:ule noch in ganz Ostaffen begehrt sind. Der Deutsche, der den dortigen Hafen anläuft, stellt dabei mit Schmunzeln fest, daß das große deutsche Schwimmdock, das vor Jahren nach Singapore geliefert wurde, wenn auch unfreiwillig, keine schlechte Reklame für Deutschland darstellt, wie denn überhaupt die Sympathien der Asiaten oft im Gegensatz zu ihren Herrenvölkern durchaus auf unserer Seite stehen. Verzeichnet sei endlich auch, daß in diesem Jahre die ersten Deutschen wieder zur Siedlung auf den sagenhaften In­seln der Südsee zugelaffen worden sind und daß auch wieder auf Samoa und auf den Marianen die ersten Deuffchen nach jahrzehntelanger Abwesenheit sich wieder zeigen durften. Ein Zeichen, daß die Welt hier unten friedlicher geworden ist, wenn auch noch lange kein Zeichen dafür, daß wir unsere alte Weltgeltung wiedergewonnen haben.

r. Bleidenrod, 31. Dez. In der vergangenen Nacht wurde bei dem Landwirt Röcker ein Einbruch verübt. Der oder die Diebe drangen, nachdem sie die Scheibe eines Fensters eingedrückt hatten, in den Hausgang, gelangten unbemerkt in die Gesindestube, entwendeten der abwesenden Dienstmagd einen neuen Mantel und zwei neue Kleider, sowie 2 Mark Geld. Auch ein Fahrrrad, das dem Sohne des Hauses gehörte, wurde mitge­nommen. Die polizeilichen Ermittelungen wurden sofort aufgenommen.

Beziehungen zwischen Deutschland und der chinesi­schen Republik sehr gute sind, ist daher warm zu begrüßen. Schließlich ist ja China wirtschaft- l i ch zweifellos auch das Land der größten 3utunf tsboff nungen auf b;r ganzen Erbe. Trotzdem läßt sich natürlich nicht übersehen, was bas kommende Jahr in Dftafien noch alles bringen wird. Der Kampf um die Mandschurei unb bas er­bitterte Ringen zwischen Japan unb China ver­mögen noch manche Ueberraschungen zu bringen. Wenn wir von bemHexenkessel Dftafiens" spre­chen, so hat bas also seine guten Grünbe.

Maschinenfabriken, Schultheis, Charlottenburger Wasser, Deutsche Atlanten, Elektrische Lieferungen unb Conti Gummi bis zu 2,5 o. H. fester. Neben Maschinenfabriken unb Gasaktien fielen auch Che­mische Werte burch einheitliche freunbliche Veran­lagung auf. Nach ben letzten Steigerungen waren Laurahiitte heute auf Realisationen 2,75 v. H. ge- brückt, aus bem gleichen Anlaß verloren Rheinische Braunkohlen 4 v. H. Auch bie übrigen Braunkohlen- Papiere tenbierten schwächer. Sonst sinb Metallgesell- schäft, Berger, Slöhr unb Aschaffenburger Zellstoff mit Anfangsverlusten bis zu 2 v. H. zu erwähnen. Im Verlaufe wurde es, von Bekula ausgehenb, nach leichter Unregelmäßigkeit ziemlich einheitlich freund- licher. Spezialwerte gewannen mehr als 1 v. H.

D e u t s ch e A n l e i h e n zeigten burchweg freunb- lichere Veranlagung, Jnbustrie-Obligationen lagen uneinheitlich. Reichsschuldbuchforderungen, Pfand­briefe ufro. waren ziemlich allgemein im Kurie ge­bessert. Die leichteren Geldoerhältnisse stellten eine Anregung für alle Märkte dar. Von Ausländern waren Bosnier 1 o. H. schwächer. Zu erwähnen sind Reichsbahn-Vorzugsaktien, die unter Berücksichtigung bes Kuponabschlages unoeränbert notierten.

Am Geldmarkt hat sich bereits heute eine kräftige Entspannung bemerkbar gemacht, nachdem ber Ultimo glatt überrounben wurde. Der Tagesgelbsatz ging an ber unteren Grenze bereits auf 4,75 bzw. 4 65 v. H. zurück. Nach Privatdiskonten sowie nach Reichswechseln per 31. März unb Reichs­schatzanweisungen per 15. Mai beftanb Nachfrage.

Frankfurter Schlachtmehmarkt.

Frankfurt a. M., 2. Jan. Auftrieb: Rinder 1331 Stück, darunter 428 Ochsen, 113 Bul­len, 414 Kühe, 310 Färsen: Kälber 431; Schafe 103; Schweine 3348. Cs notierten: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 24 bis 26, ältere 22 bis 23, sonstige vollileischige: jünger« 19 bis 21: Bul­len: jüngere, vollfleisaHge. höchsten Schlachtwerts 23 bis 25, sonstige vollsleischige oder ausgemastete 19 bis 22; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 22 bis 24, sonstige vollfleischige oder ausqemästete 19 bis 21, fleissige 16 bis 18, ge- ring genährte 11 bis 15; Färsen (KaWinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 25 bis 27, vollfieischige 22 bis 24 fleischige 19 bis 21. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 31 bis 34, mittlere Mast- und Saug­kälber 27 bis 30, geringe Kälber 20 bis 2o Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 22 bis 24, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 21. Schwein e. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 38 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 38 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 46, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 34 bis 48. Warktver laus: Rinder sehr schlecht, äleber- stand; Kälber und Schafe schleppend, geräumt; Schweine ruhig, nahezu ausverkauft.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 2. Jan. (WTB. Drahtmel- düng.) Die Getreidebörse nahm zum Jahresbeginn einen sehr ruhigen Verlauf, bie Grundstimmung war aber auf allen Marktgebieten stetig^ Die Preise für Brotgetreide blieben unverändert, Mehl- und Futter- mittel blieben bei ruhigem Handel zum Teil leicht befestigt.

Es wurden notiert: Weizen 202,50 bis 203,50 Mark, Roggen 102,50, Sommergerste für Brauzwecke 181 bis 185, Hafer (inländischer) 132,50 bis 13o, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 28,25 bis 29,

beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzuna Ueberlassung von Gelände an d nesmann-Röhrenwerke AG. zur Erweiterung ihrer Schlammteichanlage an der Friedberger Straße. Der Abtretung des betreffenden Geländes wird ?legen eine noch zu vereinbarende Abfindung zuge- timmt. Der Erlaß von Gewerbe st euern soll nach den herausgegebenen Richtlinien zur Durchführung kommen. Verschiedene Gesuche um Stundung von Gemeinde st euern, sowie um Mietunterstützung sanden Befürwortung. Die B a u t ä t i g f e i war im vergangenen Jqhre sehr gering. Außer einem Wohnhausneubau und einem Wohnhausumbau sind, abgesehen von kleineren Reparaturen, keine größeren Bauarbeiten vorgenommen worden. Am 1. Januar konnte Bäcker­meister Heinrich Draut auf ein 35jähriges Be­stehen des Geschäfts unter seinen Händen, zurück- dlicken. Die im Wege der Notstandsarbeit

schließlich unsere Objekffvität auch materiell allen verständlich sein müßte. Nur dank dieser Neutrali­tät war es möglich, daß unsere Beziehungen zu China auch die guten geblieben sind, wie sie seit langen Jahren waren. Deutsche sitzen ja überall in China verteilt, vom hohen Norden des Landes an bis zum tiefsten Süden, und weit nach Tibet hinein leben hier Deutsche als Aerzte, Mis­sionare, Kaufleute usw. Sehr stark ist das deutsche Element auch in der neuen Hauptstadt des Landes, Nanking, vertreten, und deutsche Waren werden überall in China gern gekauft. Daß die politischen

In einsamer Güdsee

Don unserem ^.-Berichterstatter.

sog. Ohlenwiesenweg schreitet rüstig vorwärts. In 550 Tagewerken finden 15 Erwerbslose Beschafft« gung. Die Arbeit wird nicht wie früher durch die Gemeinde, sondern durch einen Unternehmer aus­geführt. Das zum Weabau erforderliche Material wird von den ortsansässigen Landwirten kostenlos zur Arbeitsstätte angefahren.

Kreis Aksfclv.

Oderheffen.

Landkreis Gießen.

CO Klein-Linden, 2. Jan. Im verflossenen Jahr wurden in unserer Gemeinde, einschließlich der in den Gießener Krankenhäusern zur Welt gekomme­nen Kinder 22 Geburten gezählt, und zwar 19 Kna­ben und 3 Mädchen. Die Zahl der Sterbesälle betrug im ganzen 14, darunter 7, die an anderen Orten ver­storben sind. Trauungen wurden nach dem standes­amtlichen Register 15 verzeichnet. Konfirmiert wur­den 24 Kinder, 15 Knaben und 9 Mädchen. Eine zum Besten der Epeleptischen Anstalten in Nieder- Ramstadt durchgesührte Ortssammlung in unserer Gemeinde ergab den stattlichen Betrag von 75,45 Mark.

* Großen-Buseck, 31. Dez. Der Gesang- v e r e i nH e i t e r k e i t" hielt dieser Tage im voll­besetzten Saale des Gastwirts Wagner sein 3 5. S t i f t u n g sf e ft ab. Nach einleitenden Worten des 1. Vorstandsmitgliedes H. Schneegelsberg brachte der Verein einige Chöre unter Leitung von K. Nicolai zu Gehör, unter denen besonders der WalzerAn der schönen blauen Donau sehr gefiel. Der stürmische Beifall der Zuhörer forderte die Wie» derholung heraus. Im weiteren Verlauf des Abends wurden zwei Theaterstücke mit bestem Erfolg aus-