Ausgabe 
1.12.1933 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 292 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Zreitag.l. Dezember *<953

Aus dem Film vom Nürnberger Parteitag.

MM

©er Führer und der Stabschef der SA., eine Aufnahme von lebenswahrer Eindruckskraft aus dem ynlP 5 es Glauben s", der von der Filmschauspielerin Leni Riefenstahl aus dem Parteitag 1933 in Nürnberg ausgenommen wurde. Die Operateure hatten hier wie nie zuvor Gelegenheit, den Führer und seine Getreuen aus nächster Nähe aufzunehmen und so allen denjenigen, die beim Partei­tag in Nürnberg nicht dabei sein konnten, die großen Tage von damals zum Erlebnis werden zu lassen.

Volk und Buch.

Zu den Tagen der deutschen Buchmesse.

Von Dr. Eberhard Meckel

Unter der Protektion des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda findet in der Zeit vom 27. November bis 6. Dezember in Berlin eine Deutsche Buchmesse statt, die von der Fichte- Gesellschaft in Verbindung mit der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums und dem Kampfbund für deutsche Kultur veranstaltet wird und wo zum ersten Male im neuen Staat der Oef- fentlichkeit die Leistungen unseres Schrifttums, un­serer Verleger und unseres Buchhandels gezeigt werden. Neben den großen deutschen Verlagen wie dem Insel-Verlag, (Leipzig), L. Staackmann (Leip­zig), Diederichs (Jena), der Deutschen Verlagsanstalt (Stuttgart), Philipp Reclam (Leipzig), Alb. Sangen- Georg Müller (München), Piper (München), Stal- ling (Oldenburg), S)effe & Becker (Leipzig), Paul List (Leipzig), Franz Eher (München), neben Verlagen wie Engelhorn (Stuttgart), Lehmanns Verlag (Mün­chen), Voigtländer (Leipzig), dem Brunnen-Verlag Willi Bischoff (Berlin), Scherl (Berlin), Herder (Freiburg), Schünemann (Bremen) und vielen an­deren ähnlichen, ine namentlich nich. alle aufgefllhrt werden können, werden es vor allem auch die kleineren und kleinsten Verlage sein, die sich an dieser Buchschau beteiligen.

Was will nun eine solche Buchschau, was will diese Buchschau? Bei früheren Veranstaltungen ähn­licher Art stand das Geschäftliche stets im Vorder­grund, hinter dem eine zusammenfassende Idee, wenn überhaupt an eine solche bei dem Ganzen

gedacht war, zurücktrat. Das ist jetzt bei der obigen Buchmesse ganz anders und eigentH* * gerade u m - gekehrt. Selbstverständlich wo' - Verleger und anderen Aussteller auch ihre nd Schrif­ten verkaufen, über allem al groß und jenseits des Materiellen die eine v. das gei­stige Leben Deutschlands, soweit es sich im Buch offenbart, zu zeigen, eine einzige mächtige Kundgebung zu sein für den geistigen Willen und die geistige Arbeitsleistung unserer Nation, wie es sich im Literarischen kundtut. Und da denn da­für bieten die Namen der Veranstalterin und der ihr beim Aufbau der Messe angeschlossenen Stellen und Organisationen unbedingte Gewähr nichts auf der Ausstellung anzutreffen ist, was nicht so oder so repräsentativ für das neue Deutschland gelten kann, wird in der Tat mit diesen zehn Tagen Deutsche Buchmesse ziemlich eindeutig und bestimmt sich die geistige Kurve unserer deutschen Gegenwart von selbst aufzeichnen. Denn es ist nun einmal so, daß im Schrifttum einer Nation sich ihre inneren Kräfte, Möglichkeiten und Gegebenheiten spiegeln. So wird also diese Buchmesse in wirklich einzig­artiger Weise und wie bisher noch nie vom hohen, für die Welt so bedeutungsvollen Rang unseres Wollens, Schaffens und Wirkens künden.

An wen wendet sich nun diese Buchmesse? Sie wendet sich einmal an die ganze geistig interessierte Welt, an die, die uns kennt und anerkennt, an die, die uns, ohne uns überhaupt zu kennen und von

uns etwas zu wissen, noch immer verleumdet. Vor allem aber wendet sie sich an das ganze deutsche Volk, nicht an einzelne, fast zufällig am Buch interessierte Kreise. Sie wendet sich an alle, an den Arbeiter, an alle Werktätigen, an die Jugend zumal. In seinem Schrifttum liegt eines der wesentlichsten Stücke der Kultur eines Volkes beschlossen: Deshalb soll das ganze Volk, soll jeder einzelne aus der Gemeinschaft des Volkes sich zum Schrifttum bekennen: das ist das ideale Ziel.

Freilich müssen wir uns darüber klar sein, daß wir noch weit davon entfernt sind. Ein neues Thea- terpublikum zum Beispiel ist, nachdem das alte sich verflüchtigt hat, so ziemlich wieder da, ein neues Lesepublikum aber hat sich, nachdem das alle sich zu einem nicht geringen Teil verlor, bis jetzt noch nicht recht wieder einstellen wollen. Ein durch­schnittliches Buch, von dem etwa zweitausend Stück insgesamt verkauft wurden, nannte man früher

Lustschuh tut Not!

schlechtgehend: heute würde man es gutgehend nen­nen, denn so haben sich die Begriffe im Buchhandel und im Verlagswesen geändert, die beide infolge­dessen schwerstens zu kämpfen haben, wollen sie ge­rade heute ihre notwendige Kulturmission erfüllen. Allerdings, daß es soweit kommen mußte, hat seine ganz natürlichen Gründe: Das Volk mußte erst ein- mal seinen politischen Haushalt in Ordnung bringen, ehe der genügende Raum und die sichere Grundlage für alles Kulturelle, das damit keineswegs unwich­tiger geworden war, geschaffen werden konnte. Nun aber sind wir soweit. Und die Möglichkeiten, die wir da haben, sind so günstig wie noch nie, gerade auch für das literarische Leben der Nation. Handelte es sich bei dem ausgefallenen Lesepublikum zum größ­ten Teil um solche Leute, die heute jenseits der Grenze sitzen und die auf Grund ihrer ganzen Ein­stellung doch so ober so für den neuen Staat und das geistige Leben des neuen Staates verloren ge­wesen wären, so sind es auf der anderen Seite Hun­derttausende und Millionen Volksgenossen, die, frisch und unverbraucht, intellektuell unbelastet und be­sonders aufnahmefähig, ja nur darauf warten, teil­nehmen zu können an der geistigen Arbeit der Na­tion. Darum ist der Gedanke einer solchen Bücher- schau, rote dieZehn Tage Deutsche Buchmesse" es sind, so besonders begrüßenswert und glücklich, weil er wirklich das Volk ans Buch heranzu­führen berufen ist. Jeder kann sehen und prüfen, wie es in dem Aufruf der Reichsschrifttumskammer heißt,was der deutsche Dichter, der deutsche Schrift­steller, das deutsche Verlegertum und der deutsche Buchhandel dem Volke zu geben hat, Notwendiges und Schönes, Belehrendes und Erhabenes, Stilles und Großes, Vertiefendes und Begeisterndes."

Eine solche Buchmesse müßte eigentlich in jeder Stadt, in jedem Städtchen und Flecken zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst abgehalten wer­den. Bisher hatten wir nur denTag des Buches" am 22. März, aber, eine so schöne und alljährliche wiederkehrende Ehrung von Goethes Todes- t a g damit auch gleichzeitig gedacht war, es liegt dieser Tag zur Werbung für das Buch nach den Erfahrungen der Buchhändler und Verleger reich­lich ungünstig. Und dann ist es ja guch nur e i n Tag. Eine ganze Woche, zehn Tage müssen es sein, und zwar, wie gesagt, zweimal im Jahr. Eine stän­dige deutsche Einrichtung sollte das wer­den, damit immer mehr und mehr Menschen sehen, lernen und begreifen, was das heißt, wenn sie Bü­cher in ihr Leben einbeziehen: daß bas heißt, sich selbst aktiv zum Mitträger beutscher Kultur, beut- schen geistigen Wollens zu machen. Wer wollte da zurückstehen? Muß da nicht jeder mithelfen und gleichsam mitverantwortlich sein? Denn Volk und Buch, bas muß genau wie alles anbere eine Ein­heit werben. Das ist Aufgabe unb Ziel.

K;

< , - MM z.-

*

- «E f.

W

Pietro Mascagni, der volkstümlichste der ita­lienischen Opernkomponisten der Gegenwart, begeht am 7. Dezember seinen 70. Geburtstag. Seine Erst­lingsoperCavalleria rusticana wurde zu einem der größten Opernerfolge aller Zeiten.

Protest der Marburger Studentenschaft

Marburg, 29. Noo. (WSN.t Mittwoch vormit­tag fand sich die Studentenschaft der hiesigen Universität zu einer spontanen Kundgebung gegen Professor Manigk auf dem Marktplatz ein. Prof. Manigk hatte in seiner letzten Vorlesung den Nationalsozialismus angegriffen und sich dahin ge­äußert, daß die Idee Adolf Hitlers nicht auf beut» fchem Boben entstanden unb eine Importware fei. Daraufhin stellten ihn heute einige Stubenten zur Rebe unb ersuchten ihn, bazu Stellung zu nehmen. Da er keine befriebigenbe Antwort erteilte, verlie­ßen die Studenten die Kollegs unb zogen auf ben Marktplatz. Hier ergriff ber Leiter bes Stubenten» werks Marburg, Sturmführer Müller, das Wort und verlangte im Verlauf feiner Ausführungen, daß Professor Manigk von seinem Lehr- stuhl verschwinde. Die Studenten würden keine Kollegs und keine Seminare dieses Staatsfein- des besuchen, bis er von der nationalsozialistischen Universität Marburg verschwunden sei.

Zwei Frankfurter Bankiers wegen Unterschlagung verurteilt.

Frankfurt a. M., 29. Nov. (WSN.) Das Bankhaus Schlesinger, Trier 6- Co. in Frankfurt a. M. hatte infolge wiederholter Kurs­einbrüche schwere Verluste erlitten, so daß es schließ- lich einen gerichtlichen Vergleich eingehen mußte. Hierbei stellte sich heraus, daß zahlreiche Effekten, die ein Schweizer Bankinstitut ins Depot gegeben hatte, zur Abwendung der finanziellen Schwierig­keiten lombardiert worden waren. Dieses wertvolle Depot ging zum größten Teil verloren, da die Schweizer Bank sich mit einer üuote von 30 v. H. begnügen mußte. Die beiden verantwortlichen Lei­ter des Frankfurter Hauses, die Kaufleute Dr. Paul Schlesinger (Trier) und Hugo von Neuf- ville, wurden vom Landgericht Frankfurt a. M. am 7. Juni wegen gemeinschaftlicher Untreue unb Unterschlagung zu vier Monaten bzw. sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Die von den Angeklagten gegen dieses Urteil eingelegten Revi- fionen wurden vom Reichsgericht verworfen, so daß bie Gefängnisstrafen rechtskräftig geworden find.

Kmderiräume, gemalt.

Eine neuartige Ausstellung in Berlin

In die Räume einer kleinen Bücherstube in Ber­lin ist eine Ausstellung eingezogen, die sich ein ebenso interessantes wie wichtiges Thema auf dem Gebiete der Kindererziehung gestellt hat. Tami Oelfken, die Leiterin der gleichnamigen Kindererziehungsschule, hat es unternommen, ihre kleinen Schützlinge einmal dazu anzuhalten, die erlebten Traumgefichte im Bild wiederzugeben. Das Ganze ist ein übrigens nicht neues Experiment, über dessen Nutzen man zu sprechen haben wird. Die ausgestellte Sammlung von Zeichnungen und Tuschbildern, die von Kindern im Alter von 4 bis 14 Jahren stammen, ist unter den Gesichtspunkten entstanden und mit dem Ziel unternommen worden, einmal aus den Ergebnissen wesentliche Anregungen für die Anlage der gan­zen Erziehungsarbeit gewinnen zu können, zum an­deren aber das Kind selbst von den meist belastend wirkenden Traumbildern durch diese eine bildhafte Darstellung zu befreien. Die Nutzanwendung der Ex­perimente ist wohl für den gereiften und selbst be­stimmenden Menschen zu bestreiten. Für das Kind und seine Erziehung aber können diese kleinen, manchmal sehr versteckten Hinweise, wie sie sich in eine Niederlegung traumhafter Erlebnisse finden las­sen, zweifellos von großem Wert sein. Sicherlich lassen diese primitiven Zeichnungen und Bilder, ab­gesehen von ben kleinen Fingerzeigen auf technische Fertigkeit oder künstlerische Beranlagung, manchen Schluß auf den Grad der Empfindlichkeit des Kin­des, auf seine Widerstandskraft gegenüber mehr ober minber erfdjrcdenben Traumgestchten unb schließlich die Lebendigkeit ober Trägheit seines Erlebnisver­mögens zu, bie ben Erzieher unb Lehrer auf einen anderen Weg in de Erziehungsarbeit hinleiten können.

Wie die Ausstellung zeigt, schöpft bas Kinb ben Stoff für seine Träume, wenn man so sagen barf, zumeist aus seiner Phantasie, aber auch babei spürt ber Betrachter bie Beeinflussung burch bas tatsäch­liche Erlebnis unb burch rein sinnliche Wahrneh­mungen DasMäbchen mit bunfler Gestalt", eine unklare, schon in ber Farbgebung aus bem Unter- bemußtsein ftammenbe Darstellung eines vor bem Bösen" fliehenben Mäbchens, mag aus ber Phan­tasie entsprungen fein, vielleicht aus ber Angst vor Verfolgung heraus. Ebenso wirb eine Tuschmalerei Das Klavier in ber Küche" hierhin zu rechnen fein, in ber ebenfalls bie Angst eines Knaben zum Aus­druck kommt, ber sich in ber Küche am Klavier finbet unb von einem Gespenst in ber Gestalt bes Kückenschrankes bebroht wird. Vielleicht hatte das Kind für feine Klavierstunde zu wenig geübt und

wurde nun von ben Mahnungen feines Lehrers im Traum verfolgt, wobei bie Phantasie bas Kü­chenschrankgespenst fchuf. Ganz bezeichnenb ist hier auch eine Darstellung berHanb bes Direktors", eine Hanb mit langen Fingern unb spitzen Nägeln, auf bem einen bas ganze kleine Kerlchen aufgespießt. Aber auch bie freuboolle Phantasie hilft sich burch. Mutti unb ich am Sonntag", zwei Gestalten in einem Wirbel von bunten unb lustig-warmen Far- ben, zeigen bie ganze herzhafte ßebensfreube, bie bas kleine Mäbchen mit in bas Lanb feiner Träume genommen hat. Die Gestalten aus ber Märchenwelt ber Kinberbücher finben auch noch vielfach eine traumhafte Fortsetzung in ben Bettchen ber Kleinen. Die Geschichte von bem Löwen, ber ein kleines Mäb­chen verfolgt, durch ben Wald, bis eine Zauberin kommt unb bas Mäbchen in einen Stein verwanbelt, der Löwe dann aber sogar den Stein auffrißt, das alles ist offensichtlich die geträumte Geschichte vom Rotkäppchen unb bem Wolf. Auch bieKönigstoch­ter unb bie Hexe" bürste ihr Vorbilb in einem Mär- chen haben. Am wenigsten finb bie eigentlichen Dar­stellungen ber Traumbilber vertreten, bie bas Erleb­nis bes Tages, etwa bei einer Autofahrt, einem Besuch bes Funkturmes, ober bes Wellenbabes, ober in bem rührenben Bildchenich denke abends Mutti und Kind" in einer entsprechenden erträumten Umge­staltung Niederschlagen So kann die Ausstellung ihren Wert haben, um bie Erziehungsarbeit an bem Kinbe, bem höchsten Gut, bas uns bas Leben geben kann, zu befruchtenpf.

Lustige Praxis.

Spässe von Aerzten und Patienten.

Von Peter Purzelbaum.

Mitscherlich (1805 bis 1871), ber hochange- scheue Chemiker unb Lehrer ber Arzneikunbe fein Denkmal steht im Kastanienwäldchen an der Berliner Universität prüfte einen Mediziner. Da er ihm wohl wollte, legte er ihm eine leichte Frage vor und bat um die Darstellung der Schwefelsäure.

Ohne sich einen Augenblick zu besinnen, schmetterte der Jünger Aeskulaps los:

Man nimmt Schwefel und gießt Essig darüber." Mitscherlich sah ben Kanbibaten ganz verbutzt an. Die fabelhafte Einfachheit ber Darstellung verblüffte ihn. Schließlich gewann er roieber Worte und sagte:

Wissen Sie was, junger Freund? Es wäre für Sie entschieden vorteilhafter, sie gäben das Stu­dium der Medizin auf und errichteten nach Ihrem Verfahren eine Schwefelsäure-Fabrik."

Professor v. L. stellte in der Klinik seinen Hörern einenFall" vor.

Meine Herren hier haben Sie einen Pa­tienten, der am Delirium tremens leidet was sind Sie übrigens von Beruf?"

Musiker, Herr Geheimrat."

Meine Herren bas dachte ich mir. Es ist eine Erfahrungstatsache, baß die Betätigung von Blas­instrumenten die Luftwege austrocknet. Der da­durch veranlaßte Flüfstgkeitskonsum soll dies besei­tigen und führt dann zu Krankheiten, wie Sie eine solche hier vor sich haben welches Instrument spielen Sie denn?"

Die Violine, Herr Geheimrat"

*

Die Wiener Aerzte haben ein berühmtes Orchester, bas im Laufe bes Winters eine Reihe von Kon­zerten gibt.

Eines Tages ist wieder einmal ein solches ange- fünbigt, unb Anilino wer kennt in Oesterreichs Hauptstabt biefen großen Bankier nicht? wirb gefragt:

Gehen Sie hin?"

Naaa. .!", war die Antwort.

Sie sollten aber hingehen, es wird doch glänzend musiziert."

Das will ich schon glauben ..

Unb trotzdem gehen Sie nicht hin?

Naa ich laß mir doch auch net von den Phil­harmonikern den Blinddarm rausnehmen."

Fräulein Minchen rauscht in die Elefanten-Apo- theke und beklagt sich beim Provisor:

Das Fleckwasser, das Sie mir in ber vergange­nen Woche verkauft haben, taugt aber rein gar nichts..."

Das kann bvch nicht fein", versucht der Apothe­ker einzulenken.

Wenn ich Ihnen sage! Der Fleck geht und geht nicht fort und ist immer noch da!"

Darf ich biten, mir zu erklären, um was für einen Fleck es sich handelt?"

Das ist doch egal und im übrigen handelt es sich um einen Leberfleck "

Man wird es gewiß verstehen, daß Kniesenack nach einer schwierigen, doch geglückten Operation seinem Arzte die Hand schüttelte unb stammelte:

Ach Herr Sanitätsrat ich bin Ihnen sooo dankbar Sie haben mir bas Leben gerettet auf welche Weise kann ich mich je Ihnen erkennt­lich erweisen?"

Sehr einfach: mit Postscheck, Banküberweisung ober auch bar."

Bei Dr. Zangerl rasselt in rauher Winternacht das Telephon.

Hier Dr. Zangerl!"

Gott sei Dank, daß Sie zu Hause sind, Herr Dok­tor!" ertönte am anderen Ende eine reichlich alko­holisierte Stimme.Es ist nämlich ein schreckliches Mallör passiert!"

Erzählen Sie!"

Wir haben nämlich Punsch getrunken, unb wie der alle war, da haben wir unserem Freund Kanne­bäcker die Punschterrine aufgesetzt, und nu kamt der Kannebäcker mit fein' Wasserkopp da nich wieder raus..."

,Und deshalb rufen Sie mich morgens um vier Uhr an und wecken mich tius dem Schlaf! Unerhört! Versuchen Sie gefälligst selbst diesen Unfug wieder in Ordnung zu bringen!"

Na gewiß doch, Herr Doktor, woll'n wir ja auch. Zerkloppen werden wir die Terrine schon selber Sie soll'n bloß Kannebäckern hinterher verbinden."

Oer Schuß am Nebelhorn."

Ein Hochgebirgsfilm, spielend in der Welt, die wir etwa aus den Romanen und Geschichten von Ganghofer kennen. Jagdleidenschaft und Liebe, Eifersucht und tödliche Feindschaft zwischen Jäger und Wilderer bilden die einfachen, aber dramatisch wirksamen Motive der Handlung, die nach einer Idee von Dr. Franz W e i ch e n m a y r von Han/-.s Beck-Gaden für den Film bearbeitet und in Szene gesetzt wurde. Die Stärke ber Regie üegt nicht eben in einer energischen, zusammengedräng- ten Auswertung ber motivisch sich anbietenben Kon­flikte: bas Tempo ist ein wenig bedächtig und schleppend, was freilich den idyllischen Bildern, der Landschaftsszenerie und den stimmunggebenden Epi­soden zugute kommt. Wald und Berg, Wolken und Wasser: bas Vieh unb bas Wilb: die jodelnde Sen­nerin und Tanz und Rauferei im Dorfwirtshaus: bas gibt klare unb großzügige Bilder, vor denen sich die derben und wortkargen Gestalten der Haupt- Handlung in kräftigen Umrissen abheben. Fritz R a s p, den man lange nicht gesehen hat, und der freilich in dieser Rolle und dieser Umgebung auch nicht die faszinierende Entfaltung findet, deren wir uns aus dem Karamasow-Film erinnern; Hanns Beck-Gaden, Maria B y k, Josef E i ch h e i m. Rolf Pin egg er und Erna Fentsch sind von den übrigen zu erwähnen. Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus; im Beiprogramm sieht man u. a. bie neue Wochenschau, hübsche Auf- nahmen aus dem Münchener Zoo und einen Vor­spann zu bem neuen Ufa-FilmHeideschulmeifter Uwe Karsten", der in ben nächsten Tagen hier er­scheinen wirb.