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01/12/1933 Erstes Blatt
 
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Der preußische Ministerpräsident hat die Begnadigung abgelehnt, da es sich um einen organisierten Ueberf all der kommuni st Ischen Unterwelt auf harmlose Nationalsozialisten gehandelt hat. Der Ueberfall geschah auf a u s d r ü ck 11 ch e n B e- fehl der örtlichen Kommune, die, wie bereits erwähnt, angeordnet hatte, daß die von ihr ausgeschickten schwerbewaffneten Patrouil­len auf Jtaüonalfo}ialiffen fahnden, sie auf Waffen untersuchen und bei Weigerung der Durchsuchungumlegen sollten. Daß dieser Be­fehl nur zum Schein die Untersuchung an­ordnete, tatsächlich aber den sofortigen Word jedes begegnenden Nationalsozialisten verlangte, hat seine Ausführung durch die ver­urteilten Täter bewiesen. Sie haben die ihnen auf der Straße entgegenkommenden National­sozialisten, ohne daß elnwortwechsel oder Irgendein Streit vorherging, und ohne daß sie die Gestattung der Durch­suchung auf Waffen von Ihnen verlangten, ohne weiter es niedergeschossen, und die Beschießung so lange wiederholt, bis Zwei Nationalsozialisten tot auf der Strecke blieben und einer, schwer verwundet, sich nur durch Flucht retten konnte. Sie haben sogar auf die hilflos am Boden liegen­den Schwerverwundeten noch wei­ter geschossen. Durch solche rohe, hinter­listige Wordtaten haben sich die Verurteilten selbst aus der Volksgemeinschaft für Immer aus­geschlossen.

England spürt die japanische Konkurrenz.

Handelsminister Runcimann beschwert sich London, 30.Nov. 3m Unterhaus sprach sich Handelsminister R u n c i m a n sehr scharf gegen die von Japan befolgte Handelspolitik aus und beklagte sich insbesondere darüber, daß die Japaner im englischen Weltreich Waren vertrie­ben, die die englischenNamen und eng­lischen Handelsmarken tragen. Dies sei ein unbilliger Wettbewerb und sei eine Form der Un­ehrlichkeit, die jede Regierung unterdrücken sollte. Wenn man der englischen Regierung handgreifliche Beweise hierfür vorlegen würde, so würde sie ohne Zögern Vorstellungen bei den zuständigen Stellen erheben, die sicherlich ihren Zweck nicht verfehlen würden. Wenn auch der englisch-japanische Han­delsvertrag ein Eingreifen der englischen Regierung erschweren sollte, so werde aber die Regierung die Lage neu erwägen, obwohl sie den Wunsch habe, zunächst alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel auszunützen, ehe sie den Vertrag aufsagen wolle. Die englische Regierung versuche, bei Japan darauf hinzuwirken, daß es besser sei, mit der übri­gen Welt auf gutem Fuße zu leben, an­statt die Entwicklung so weit zu treiben, daß sie ein Gefühl der Feindseligkeit erregen müsse.

Wird Italien zwischen Vatikan und Moskau vermitteln?

London, 30. Roo. (TU.) Der diplomatische Mit­arbeiter desDaily Telegraph fragt, ob die italie­nische Politik versuchen werde, anläßlich des Be. faches Litwinows eine Fühlungnahme zwi- schen Rußland und dem Vatikan herzu­stellen. Ein persönlicher Empfana Litwi­nows durch den Papst oder durch den Kardinal- staatssekretär komme zwar nicht in Frage, wohl aber bestehe die Möglichkeit, daß Italien die in­offizielle Begegnung zwischen Litwinow und einem kirchlichen Würdenträger fördern könnte, doch nur unter der Bedingung, daß Mussolini die Zusicherung Räteruhlands erhalte, dem Grund­satz der freienReligionsausübung auf die Anhänger aller Religionen aus­zudehnen. Tatsächlich habe Rußland zum ersten- male ein entsprechendes Zugeständnis in dieser Rich­tung Amerika gegenüber gemacht. Die italienische Regierung würde eine Wiederherstellung von erträglichen Beziehungen zwischen Rußland und dem Vatikan begrüßen.

Verkehrserleichterungen der Reichspost

Berlin, 30. Nov. (WTB.) Dem Verwaltungs­rat der Deutschen Reichspost erstattete der Reicys- postminister Bericht über die Verkehrs- und Finanz­lage der Reichspost im Jahre 1933, das ein etwas erfreulicheres Bild als das Vorjahr biete. Zwar fei der Vorjahrsoerkehr noch nicht überall erreicht, aber die 193? noch stark abgleitenden Kurven näherten sich immer mehr einer horizontalen Be- wegung. Die anhaltende Belebung der Wirtschaft berechtige zu der Hoffnung, daß in absehbarer Zeit ein lebhafterer Auftrieb im Verkehr der Deutschen Reichspost eintreten werde.

Durch Aenderung der Post- und Fernsprechord­nung werden wieder eine Reihe von Verkehrs­erleichterungen und Gebührenermäßi­gungen geschaffen, die neben der bereits bekannt- gegebenen Gebührenänderung für Doppelbriefe und Drucksachen u. a. folgendes bringen: Künftig ist gestattet,den Drucksachen kleinere Muster, 3. B. Stoffproben, Bleistifte usw. beizulügen. Bei sämtlichen Arten von Päckchen ist die Einschreibe- und Nachnahmebelastung zugelassen worden. 3m Fernsprechverkehr wird die Gültigkeit der Gespräche mit Voranmeldung und der Gespräche, zu denen eine Person herbeigerufen wird, um 24 Stunden verlängert. Die Bestimmungen über die Monatsgespräche und Stundenverbindungen sind zugunsten der Teilnehmer neugeregelt worden.

Kleine pofififuie Nachrichten

Der Reichspräsident empfing den deut­schen Botschafter in Madrid, Graf v. Welczeck. Ferner empfing der Reichspräsident den General­direktor der Reichsbahngesellschaft Dr. Dorpmül­ler, den Generalinspekteur des Straßenwesens, Dr. Todt, sowie den Reichsbahndirektionspräsi­denten R e m n (Köln) zu Vorträgen über die Pla­nung der Reichsautobahnen und den Stand der Arbeiten derselben, sowie über das Projekt der unterirdischen Bahnverbindung zwischen Anhalter und Stettiner Bahnhof in Berlin.

Stabschef Röhm veröffentlicht in der NSK. folgende Mitteilung: Aus Anlaß meines Geburts­tags habe ich aus allen Kreisen so zahlreiche Glückwünsche erhalten, daß ich sie vorläusig, ohne meine pflichtmäßigen Aufgaben zu vernach-

Erinnerungen eines allen Soldaten

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Stammbäume des dänischen Königs Christian und seiner Gemahlin Dorothea, die nach dem Krieg zwischen Dänemark und Preußen 1864 Eigentum des preußischen Staates geworden waren. Die Stammbäume waren im 3ahre 1873 dem Herzog Karl von Schleswig-Holstein überlassen worden und gelangten nach seinem Tode mit Genehmigung des Preußischen Staatsarchivs in den Besitz des Her­zogs Ernst Gunther von Schleswig-Holstein in Primkenau. Nachdem Herzog Ernst Günther, ein Bruder der verstorbenen Kaiserin Auguste Viktoria, gestorben war, wurden die wertvollen Trophäen nach Dänemark verkauft, und zwar an die Galerie in Kopenhagen. Eine einstweilige Verfügung des Preußischen Staatsarchivs gegen diesen Verkauf er­folgte zu spät. Für die Trophäen sollen 12 000 Mark gezahlt worden sein. 3n der Urteilsbegründung wurde festgestellt, daß die Stammbäume ausdrück­lich von der Erbschaft ausgenommen waren. Sie seien nur ausgeliehen gewesen. Gegen das Urteil hat Generaldirektor Hübner in Primkenau Beru­fung eingelegt.

Zehn Jahre Studenlenwerk.

Der Verein Studentenwerk e. V. feiert im im Berliner Studentenhaus sein zehnjähriges Be­stehen. Das Studentemoerk wurde vor 10 Zähren auf Anregung des früheren Reichskanzlers M i - chaelis zur Förderung begabter und unbemit­telter Studenten gegründet. Als besondere Ehrung wurden Reichskanzler a. D. Michaelis und die Bor»' sitzende der Abteilung Studentenfürsorge, Frau E h r i ck e zu Bürgern der Berliner Universität er- nannt.

Wohl als letzter der großen Soldaten des alten j)eeres hat Generaloberst von Einem die Erinnerungen eines Soldaten" ge­schrieben (K. F. Koehler Verlag in Leipzig. Preis in Semen 5,80 Mark. 505). Der heutige Achtzig- lahnge hat wie Reichspräsident von Hindenburg schon als junger Mann im Feld gestanden. 3n Frankreich hat er wohl den letzten Reiterangriff her Weltgeschichte auf ein 3nfanteriecarre mitgemacht. Jioa) zu Lebzeiten Moltkes hat Einem im General- ftab gearbeitet und unter der Kanzlerschaft Bülows als Kriegsminister im Brennpunkt des öffentlichen Lebens gestanden. Als Feldherr an der Westfront erwarb er sich vor allem in der Champagne höch­sten Lorbeer. Generaloberst von Einem entflammt einem alten hannoverschen Adelsgeschlecht, ist ?ber, wie er bekennt, aus Liebe zum alten Kaiser ein begeisterter Preuße geworden. Ein einziges Mal wurde er von Wilhelm I. in Audienz empfangen. Der Eindruck dieser Unterhaltung mit dem wohl­wollenden greifen Monarchen war tief. Einem schreibt:Für einen solchen König sein Leben zu lassen, vor allen Dingen aber bei seinen Lebzeiten die ganze Arbeit in seinem Sinne einrichten zu dürfen, erschien als eine besondere Gunst des Schicksals." Viel Verehrung empfand Einem auch für M o 11 k e. Der alte Felomarschall würdigte den langen Leutnant von Einem manchen freundlichen Wortes. Nach Einems Beobachtungen hat der Feld- marschall bis ins höchste Aller auf feinem Gebiet die volle Geistesstärke besessen. Nach seiner Mei- nung wären wir in einem Kriege von dem Acht­zigjährigen genau so gut geführt worden wie in den Einigungsknegen.

Ueder Graf Schlieffen ftfjreibt Einem:Wir fühlten in ihm den kommenden Großen, von dem wir sicher waren, saß er der Feldherr war, die Armee zum Siege zu führen." Schlieffen habe nur eine Schwäche gehabt, in seiner Gefolgschaftstreue für den Kaiser habe er es für tunlich gehalten, dem Kaiser durch direkte Eingriffe zu allzu leichten Ma­növersiegen zu verhelfen, obwohl dieser für Kritik nicht unempfänglich war. Wilhelm II., so sagt Einem, sei für jeden Einwand zugänglich gewesen, sofern er sachlich begründet und respektvoll vorge­tragen wurde. Die Fehler, die in der wilhelminischen Aera begangen worden seien, hätten ihre Ursache

Wetterr raussage.

Flache Störungstätigkeit beherrscht weiterhin un­sere Wetterlage. Die Aussichten auf bessere und kältere Witterung nehmen ab, denn das Drucksall­gebiet westlich von 3rland gewinnt allmählich mehr und mehr Einfluß nach dem Kontinent. Bereits über dem französischen Küstengebiet verursacht die Storung kräftige Erwärmung und Niederschläge. Bei der weiteren Ausbreitung dürfte auch unser Gebiet in den Bereich gelangen, so daß mildes Wetter und Regen für später in Aussicht steht.

Au ssichten für Samstag: Noch neblig- wolkiges Wetter mit Temperaturen um Null, leichte Niederschläge, teils als Schnee.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer des Wltterungscharakters, aber Milderung wahrscheinlich

Lufttemperaturen am 30. November: mittags 2,1 Grad Celsius, abends 1,5 Grad am 1. Dezember: morgens 0,5 Grad. Maximum 3,3 Grad, Minimum 0 Grad. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 30. November: abends 1,6 Grad, am 1. Dezem- her: morgens 1,4 Grad Celsius. Niederschläge 1,1 Millimeter.

vornehmlich In der beruflichen Unzulänglichkeit und charakterlichen Schwäche mancher kaiserlicher Rat­geber und nur zum kleineren Teil in der Person des Herrschers. An Innerer Vornehmheit, an Lau­terkeit der Gesinnung und Güte des Herzens fei Wilhelm II. nicht zu übertreffen. Auch feine Frie­densliebe fei unantastbar gewesen. Zum letzten Mal begegnete Einem dem Kaiser im August 1918 in Avesnes. Der Kaiser sei still und wortkarg gewesen, und habe sich nur zum Schluß zu einer heiteren Miene gezwungen.3n Doorn habe ich ihn nicht be­sucht ich würde der Qual eines solchen Wieder­sehens nicht gewachsen sein."

Bei dem Fürsten Bülow mißbilligt Einem die innere Unklarheit, den mangelnden Ernst und die Entschlußlosigkeit, die der Fürst besonders in der Außenpolitik gezeigt habe. Bülows Verhalten bei der Daily-Telegraph-Affäre bezeichnet Einem als glatten Verrat.Hätte ich in der entscheidenden Kabinettssitzung den wahren Sachverhalt und die abgefeimte Verlogenheit des Kanzlers schon ge­kannt, so wäre es für mich sogar Pflicht gewesen, ihn vom Fleck weg durch einen Offizier der Franzer festnehmen zu lassen." Besonders interessant ist, was der einftiae Kriegsminister über d i e Mar- ne schlacht schreibt. Er macht dem Generalober­sten von Moltke zum Vorwurf, daß er den Schlief- fsn-Plan in seiner genialen Einfachheit überhaupt nicht verstanden habe. Weil er an allen Fronten stark sein wollte, sei er am entscheidenden Punkte schwach gewesen. Entgegen den manchmal erhobe­nen Anklagen betont Einem, daß die deutsche Armee an sich für die erstrebte große Vernichtungsschlacht in Nordfrankreich mehr als ausreichend gewesen sei, sofern die vorhandenen Kräfte dort zur Ent­scheidung eingesetzt wurden, wo dies der grund­legende Schliesfen-Plan vorsah. Einem wiederholt die Worte, die er dem Generalstabschef noch wäh­rend des Rückzugs von der Marne entgegenge» schleudert hat:Wenn 3hr großer Oheim es mit seiner Verantwortung vereinbaren zu können glaubte, seinen König unmittelbar auf die Schlacht- selber von Königgrätz und Sedan zu führen, so konnten Sie zum mindesten mit dem Kaiser so dicht hinter der Front bleiben, daß Sie die Züael in der Hand behiellen!"

Ein Holzfäller vom stürzenden Baum erschlagen.

3m Gemeindewald von Dickenschied bei Kirchberg (Hunsrück) wurden Holzfällungsarbeiten durchge­führt. Dabei kam es zu einem Unglück. Als man einen Baum umlegte und die Holzfäller bei dem Kommando den Platz freizugeben hatten, lief der 19jährige August Schmidt aus Dickenscheid nach der verkehrten Richtung und wurde von der nieber» stürzenden Krone fo schwer getroffen, daß er bald darauf starb.

Drei Todesopfer des Erdrutsches in Neapel.

Der Erdrutsch, der, wie gemeldet, in Neapel em Miethaus zerstörte, hat, wie jetzt feststeht, drei Todesopfer gefordert. Weitere vier von elf Verletzten, die ins Krankenhaus gebracht wurden, liegen im Sterben. Während der Aufräumungs- arbeiten lösten sich die Erdmaffen und. v e r f ch ü t - tete-n einen Pionierhauptmann und mehrere Feuerwehrleute.

Fünf korsische Fischer ertrunken.

Nach einer Agenturmeldung aus Ajaccio (Korsika) ist ein Fischerboot, das seit dem 23. November ver­mißt wurde, mit seiner fünfköpfigen Besatzung im Sturm gesunken.

Autounglück in Frankreich. Zwei Tote, fünf Schwerverletzte.

Ein schweres Kraftwagenunglück, wobei zwei Personen den Tod fanden und fünf andere lebensgefährlich verletzt wurden, ereignete sich bei Annemasse in der Nähe des Genfer Sees, wo ein Mietauto auf einer abschüssigen Straße gegen einen Telegrafenmast raste.

Kasseler Stadtinspektor unterschlägt 14 000 Mark.

Ein in einem Nebenbetrieb der Stadt Kassel be­schäftigter Stadtinspektor hat es verstanden, im Lause der letzten drei 3ahre durch geschickte Falsch» buchungen einen Betrag von etwa 14 000 Mark Zu unterschlagen. Der ungetreue Beamte, der jebe Schuld leugnet, wurde sofort vom Dienst sus­pendiert und ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. Außerdem wurde die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben. Was den 62jährigen Beamten zu den Betrügereien veranlaßt hat, ist nicht bekannt.

Großer Golbdiebstahl im Expreßzug.

21115 dem BangkokPenang - Expreßzug wurde in einer der letzten Nächte eine Goldbarrenfendung im Werte von einer halben Million Mark gestohlen. Der Diebstahl wurde erst bei der An­kunft des Zuges in Petfchaburi in Siam entdeckt. Die Räuber konnten bisher nicht gefaßt werden.

Die Lynchjustiz in USA.

Vier Männer, die in Princeß Sinne (Maryland) unter der Anschuldigung der Teilnahme an einem Lynchmord verhaftet worden waren, sind Man­gels a n Beweisen freigelaffen worben. Unter her Bevölkerung, bie der Verhaftung heftigen Wider­stand entgegengesetzt hatte, entstand großer 3ubeL

Raubüberfall in Remscheid.

3n Remsckeid wurde am Hellen Tage in der Nähe des Rathauses ein frecher Raubüberfall aus­geführt. Als ein von der Reichsbank kommender junger Mann einen in der Scharfstraße haltenden Personenkraftwagen passierte, sprangen zwei Män­ner aus dem Wagen, setzten ihm eine Pistole auf die Brust und entrissen ihm die Aktentasche, in der sich 4500 Mk. befanden. Die Räuber bestiegen sofort wieder den Wagen und jagten davon. Bei der Ab» fahrt wurde der Ueberfallene nochmals mit der Pi- ftole bedroht. Das sofort von einem benachbarten Geschäftshaus alarmierte Ueberfallkomnmndo konnte die Burschen nicht mehr fassen.

Verlängerung der Kündigungsfristen bei Reemtsma.

Die Reemtsma-Zigarettenfabriken GmbH., Altona- Bahrenfeld, haben in ihren sämtlichen Werken mit sofortiger Wirkung die Kündigungsfristen für Lohnempfänger verlängert. Nach einjähriger Tätigkeit beträgt die Kündigungsfrist 14 Tage, nach zehnjähriger Tätigkeit 4 Wochen. Diese Maßnahme wurde durchgeführt auf Grund der kürz- lich ergangenen Anregung her Führung der Deutschen Arbeitsfront.

Geflüchleler deutscher Defraudant in Reval verhaftet.

Der BerlinerMontag" meldet aus Reval, daß dort der wegen Betruges seines Amtes enthobene ehemalige Stadtbaumeister Haemerling aus Heilsberg (Ostpreußen), dem auf einem Sammel- transport von Berlin nach Bartenftein in Stettin eine verwegene Flucht ins Ausland geglückt war, von der Revaler Kriminalpolizei verhaf­tet worden ist. Der Destaudant leistete bei der Festnahme keinerlei Widerstand und wurde in Fes- sein in das Untersuchungsgefängnis abgeführt. Er gab an, daß er die Absicht hatte, nach her Tschechoslowakei zu fahren.

Die Rotter-Entführer begnadigt und aus der hast entlassen.

Aus Vaduz (Liechtenstein) wird berichtet, daß der Hotelier Rudolf Schädler, der wegen Entfüh- rung der Gebrüder Rotter zu einem 3ahr Ge- fängnis verurteilt worden war, mit einjähriger Be­währungsfrist entlassen worden ist. Auch Pe- ter R e i n s d e r g e r, der wegen dieser Entführung mitangeflagt war, ist mit dreijähriger Bewährungs- frist begnadigt worden. Er war zu neun Mo­naten Gefängnis verurteilt. Außerdem waren noch zwei Personen seinerzeit mitangeklagt, die jedoch ihre Gefängnisstrafen bereits verbüßt haben.

Versteigerung

der Restbestände der Sigmaringer Sammlung.

Dieser Tage wird in Frankfurt a. M. dcr letzte Teil der altenF ü r st l i ch - H o h e n z o 11 e r s ch e n Sammlung oerfteigert. Als die berühmte Sammlung, die sich im Schloß zu Sigmaringen be« fand, im 3ahre 1928 zum Verkauf kam, wurde be» kannllich eine Vereinigung von Museen, Kunst­freunden und Sammlern gebildet, die die restlose Auflösung und Abwanderung dieses einzigartigen Kunstbesitzes verhüten sollte. Auf diese Weise ge­lang es, den bedeutendsten Tell der Sammlung in Deutschland zu erhalten; im besonderen konnten die Frankfurter Museen eine große Reihe von hervorragenden Werken der altdeutschen Ma­lerei, Plastik und des Kunstgewerbes erwerben. Die jetzt stattfindende Versteigerung, die auf Grund des damals abgeschlossenen Bertrags erfolgt, um» i faßt noch die stattliche Zahl von über 200 ausge­zeichneten Werken aus verschiedenen Gebieten der alten Kunst und des Kunsthandwerks.

UeberaU Schneefälle und Kälte.

3n Genf und in anderen Orten der Westschweiz ist in den vergangenen Nächten so viel Schnee gefallen, daß der Wagenverkehr vorübergehend er­schwert war. Auch der Fernsprechbetrieb erlitt Störungen.

Auf sämtlichen Bergen Mittelitaliens hat mit großer Kälte auch bereits anhaltender Schnee­fall eingesetzt. Die Kälte beträgt bis zu acht Grad. Der Schnee liegt stellenweise einen Meter hoch. Die Flüsse sind zum größten Teil über die Ufer getreten. Die Wintersaat hat schweren Schaden gelitten. Die Verkehrsstraßen sind stellenweise unter­brochen.

Die Dobrutscha wurde, wie aus Bukarest gemel­det wird, von schweren Schnee stürmen heim- gesucht. Stellenweise liegt der Schnee bereits zwei Meter hoch. Die meisten Kleinbahnen haben den Verkehr eingestellt. Auch die Schnellzüge vom Schwarzen Meer, wo starker Sturm herrscht, kom­men mit großer Verspätung an.

Wirbelsturm über Südafrika.

Der südöstliche Teil des Oranje-Freistaates wurde von einem Wirbelsturm heimgesucht, der schweren Schaden anrichtete. Der Wind deckte die Dächer von vielen Farmen ab und brachte eine Anzahl Wind­mühlen zu Fall. 3n SmithfielL wurde dqs Dach des Eingeborenenkrankenhauses abgerissen und 500 Meter weit öaoongetragen. Ein 30 Meter hoher Eukalyptusbaum wurde abgebrochen wie em Schilf­rohr und fiel in 100 Meter Entfernung auf die Erde nieder. Ein schwerer Hag e Ischia g von einer Viertelstunde Dauer vernichtete die Frucht auf den Weizenfeldern und in den Gärten.

lässigen, nicht alle sofort beantworten kann. 3ch bitte daher, mir zu erlauben, daß ich zunächst auf diesem Wege allen meinen SA--Kameraden, Par­tei- und Volksgenossen und -genossinnen für die Freude und Ehre, die sie mir gegeben Haden, auf­richtig danke.

Reichsminister Dr. Goebbels sprach, einer Einladung des Reichswehrministers folgend, vor den Offizieren und Beamten des Reichswehrministe- riums überDie Grundlagen des Nationalsozialis- mus". Der Vortrag wurde mit stärkstem Beifall ausgenommen. Generaloberst v. Blomberg dankte dem Minister und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Vortragende noch oft vor diesem Kreise sprechen möge.

*

Einen weiteren Beweis für die Opferwillig- feit unserer auslanddeutschen Volks­genossen bilden die soeben telegraphisch von den Landesgruppen China und Brasilien mitge» teilten Ergebnisse der bisherigen Sammlungen für das Winterhilfswerk. Die Landesgruppe China meldet als Sammetergebnis 112 000 Mark, hie Landesgruppe Brasilien 30 000 Mark.

10 Bei Haftungen in Graudenz.

Warschau, 30. Nov. (WTB.) Die Polnische Telegraphenagentur meldet aus Graudenz: Die im Zusammenhang mit den Vorfällen in Graudenz behördlich eingeleitete Untersuchung führte zur Feststellung und Verhaftung von 10 Personen, die in ernstem Verdacht stehen, daß sie an den jüngsten Schlägereien teil­genommen und sich der Körperverletzung schul­dig gemacht Haden. Die Verhafteten wurden in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert, da gegen sie ein Strafverfahren eingeleitet worden ist.

Aus aller Wett

Gründungsfeier des DDAC.

DerDeutfcheAutomobil ° Club (DDAC)" hielt in München eine Gründungsfeier ab, der ne­ben faft sämtlichen Präsidenten und Gauführern auch Kultusminister S d) e mm, Vertreter der Sportwelt und der Behörden, beiwohnten. Der Chef des Kraftfahrwesens her SA. und Präsident der Obersten nationalen Sportbehörde, Obergruppen­führer Hühnlein, hiell die Eröffnungsrede, in der er sich über Zweck und Ziele des DDAC äußerte: Unsere Aufgabe ist eine Aufgabe von all- gemeinem 3ntereffe. Wir haben heute 200 000 Mo- tor°SA.- und SS.-Männer und 100 000 Männer der NSKK. Dies ist ein Machtfaktor, dem kein Mensch das Recht streitig machen Fann, die Ge­schicke der deutschen Kraftfahrt entscheidend zu be­einflussen und die Führung zu übernehmen. Der DDAC. ist keine Fortführung des ADAC, des AvD. oder des Touring-Clubs, sondern ein neues Gebilde, das mit dem NSKK. zusammenarbeitet, wo es um die große Kraftentfaltung geht und allein marsch.ert, wo es selbständige Aufgabengebiete zu betreuen hat. Der Obergruppenführer entwickelte bann eingehend die Marschrichtung des Clubs auf den einzelnen Gebieten des Sports, der Touristik, des Verkehrs, des Rechts und der Wirtschaft. Die Parole heiße: Zurück zum Einfachen. Begeisterung für den Sport müsse wieder in die Massen der Kraftfahrer getragen werden. Das gigantische Pro­gramm des Führers auf dem Gebiete des Straßen- Baues eröffnet der Touristik mit Kraftfahrzeugen neue Ziele. Die Disziplin der Kraftfahrer muß durch die Angehörigen des Korps und Clubs gehoben werden. Der Vizepräsident des DDAC, Brigade- führer Oppermann, übernahm namens des Präsidiums die Flagge. Er gelobte Hingabe an den Führer und an das Vaterland und bekräftigte das Gelöbnis mit einem dreifachen Sieg-Hell.

Rechtsstreit um Kriegstrophäen von 1864. Preußisches Staatsarchiv gegen das Herzoghaus

Schleswig-Holstein.

Die Erste Zivilkammer des Landgerichts Glogau verurteilte nach einer faft zweijährigen Prozeß- dauer die Herzogin Marie Dorothea zu Schleswig-Holstein, den Prinzen Zohann zu Schleswig-Holstein und den Generaldirektor Hüb- n e r in Primkenau zur Herausgabe wert­voller Kriegstrophäen von 1864 an den preußischen Staat und au Schadensersatz. Bei den Kriegstrophäen handelt es sich um zwei