Ausgabe 
1.11.1933 Zweites Blatt
 
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länder.

Arbeit und Brot" für die alten Kämpfer.

Unter BeiugncIThie auf meinen letzten Aufruf oom 14. Oktober 1933 weife ich darauf hin, daß für die Unterbringung von land-, forst- und Milchwirtschaft- lichen Angestellten die Se;irt»stellennackm,eife de» Deutschen Land- und Iorflangestellten^Verbande» rbenfaff» den Arbeitsämtern gleichgestellt find. Sie verfahren im Sinne meiner Anordnung. Vie Unter­nehmer de» Reichsnährstände» werden hiermit aus- gefordcrt. alle Arbeitskräfte dieser Art bei diesen Stellen anzusordera und durch Voppeloerdiener- Lntiassungen sreigervordene Arbeitsplätze neu ju besetzen.

3 r a n f f o r t a. 2TU 31. Oktober 1933.

Der Gauleiter: Sprenger.

Tageskalender für Mittwoch. Stadt­theater. 10.30 bi» 22 Uhr,Wenn der Hahn kräht" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Wenn am Sonn­tagabend die Dorsmusik spielt" mit Maria Paudler und Harry Liedtke.

A u s dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben- Heute 19.30 Uhr, als fünfte Bor- stellung im Mittwoch-Abonnement erste Wieder­holung des erfolgreichen Volksstück»:Wenn der Hahn kräht" von August Hinrichs: Spielleitung: Anton Neubau». Gewöhnliche Preise. Ende: 22 Uhr. Freitag, 3. November, fünfte Vorstellung im Freitag-Abonnement, Wiederholuna de» Lust- fptcls:Minna von Barnhelm" von Lessing, Spiel­leitung. Wolfgang Kühn«. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 30 Uhr.

ordentlich beachtens- und beherzigenswert, die er kürzlich in seiner großen Rede auf der Führer­tagung der NSDAP, machte. Hier brachte er zum Ausdruck, daß das außenpolitische Ringen um die Gleichberechtigung, in dessen entscheidendes Sta- dium wir eingetreten feien, untrennbar verbunden sei mit dem Komps um den wirtschaft­lichen Aufstieg, dem Kampf um das Brot, den das deutsche Volk feit über acht Monaten ziel- bewußt führe.

Hiernach gilt es zu handelnI Ls kommt alles darauf an, Arbeit zu schaffen, auf der anderen Seite aber auch die heimische innerdeutsche Kapitalbildung zu fordern. Die falsche Poli­tik der früheren Jahre hat klar gezeigt, wohin die Abhängigkeit eine» Volkes von ausländischen Kapi­tal- und Finanzeinflüssen führt. Jeder Groschen und jede Mark, die zur Sparkasse gebracht werden, schassen erwerbslosen Volksgenossen Arbeit, stärken den Kapitalfonds des deutschen Volkes und tragen aud) von dieser Seite zu feiner Befreiung bei.

Umberto Urbano singt . . .

Das Konzert, das gestern abend im Licht­spielhaus Bahnhofstraße stattfand und den italienischen Kammersänger Umberto Urbano in Gießen zu Gast sah, war außerordentlich gut besucht. Der Sänger, eine hohe, stattliche und sym­pathische Erscheinung fang eine Reihe von Liedern und Arien aus bekannten Opern italienischer Kom­ponisten In italienischer Sprache. Seine Gefangs- kunst steht weit über dem Durchschnitt und der Sänger beherrscht seine, wenn auch nicht sehr um­fangreichen, so doch hervorragenden stimmlichen Mittel mit einer Virtuosität, die Immer wieder in Erstaunen setzte. Seine erste Darbietung, eine Ca- vatine ausDie Puritaner" von Bellini zeichnete sich durch eine Ausgeglichenheit des Vortrans aus, die sofort sympathisch berührte und dem Künstler dankbaren Beifall einbrachte. Auch in seinen wei- tercn Vorträgen hielt Umberto Urbano alles Maß und legte Wert darauf, den seelischen Reichtum in den Kompositionen zum Leben zu erwecken. So hörte man u. a. eine Arie ausDer Troubadour", die, sicherlich vielen der Hörer bekannt, mit beson­derer Aufmerksamkeit gehört wurde Die ganze Virtuosität seines gesanglichen Könnens konnte der Künstler in einer Eavatine au» der OperDer Barbier von Sevilla" offenbaren. Sorgfältige Wie­dergabe fand auch einAve Maria" von Rossini und verschiedene andere Kompositionen italienischer Komponisten, die der Künstler naturgemäß aus­gezeichnet beherrschte. Mit großer Freude wurde auch das Rückertsche GedichtDu bist die Ruh'" in der Vertonung von Schubert gehört, das Urbano in deutscher Sprache fanq und dadurch stärksten Bei­fall auslöste. Sehr dankbar wurde auch dieZu­eignung" von Richard Strauß aufgenommen. Mit zwei weiteren Liedern beschloß der Künstler das wohlbemessene nicht allzu umfangreiche Programm. Daß Urbano nicht an letzte Bezirke der deutschen Seele rühren konnte, lag weniger an feiner Ge­sangskunst, als an der uns uniform erscheinenden Art des Vortrags und der Fremdheit der Sprache in ihrem Klang. Ein großer Teil des Erfolgs, den der Abend dem Sanger brachte, darf dem Künstler Hans G a r e l » (Frankfurter Over) zugeschrieben werden, der völlig uneigennützig begleitete und außerdem für eine mit großer Sicherheit und voll- endetem musikalischen Ausdruck wiedergegeb"ne Komposition, ein Scherzo (Braun), anhaltenden Beifall erntete. Ein Teil de» Reinertrags des Abends kommt der Winterhilfe zugute.

Daten für Mittwoch, 1. November.

1755: Lissabon wird durch Erdbeben zerstört; 1880: Der Grönlandsarscher Alfred Wegener in Berlin geb.; 1914: Deutscher Seesieg unter Vize­admiral Graf v. Spee bei Coronet über die Eng-

* Durchgehende Arbeitszeit im hes­sischen TI i n I ft e r i u m. Del den hessischen Mlnlsterialbehörden wird vom 1. November ab probeweise die durchgehende Arbeitszeit eingeführt. Sie dauert Im Winter von 8 bi» 16 Uhr und Dürfte eine beträchtliche Ersparnis an Deleuchtungskosten mit sich bringen. In den Sommermonaten soll die Arbeitszeit oon 7 bi» 15 Uhr dauern.

Auslösung des Büro» beefeithert- gen Mini st er Präsidenten Wie Staats- Minister Jung mitteilt, ist da» Büro de» seitheri- gen Ministerpräsidenten aufgehoben worden Die von dem Minisierpräsideiuen seither verwalteieu Kapitel 1319 des Staatsvoranfchlags gehen an die Ministerialabteilung Id über, alle übrigen Aus- flaben werden jeweils von den zuständigen Mini- ierialabteilungen übernommen

RS.-Frauenschaften Gießen - Miite und - Nord Der gemeinsame Ortsgruppenabend der NS-Frauenschasien Gießen Mitte und -Nord nm heutigen Mittwoch im Bewertschasisbaus de- ginnt nicht um 20.30 Uhr, sondern IM 20 Uhr.

Volksabstimmung am 12. November 1033.

Die große D o H f a n b g e b u n g am kom­menden Samstag, 4.7rooember, nm 14 Uhr, in G i e h e n auf dem T r I e b nimmt da» Interesse der Oesfenllichkeit in Stadt nnd Land schon jetzt stark in Anspruch. Sekannllich werden bei dieser Kund­gebung Gauleiter und Reichsstatthalter pg. S p r e n- gec, Relch»bauemführer und Reichsminister Pg. Dr. D a r r 6 und Staatssekretär JJg. Bade sprechen. Aus allen leiten Oberhessen» und au» den Kreisen Marburg, Wetzlar und Dillenbeurg werden die deut- >

scheu Volksgenossen zu dieser gewaltigen Kundgebung erwartet. Man rechnet mit dem Besuche von minde- ftens 25 000 Menschen. Zur yeranbefordemng und zur Heimfahrt dieser volksgenoffen werden Son- Verzüge gefahren. Auf dem Trieb find die Vor­der ei tungsarbeiten bereits in vollstem Gange. Etwa 150 Männer sind zur Zeit damit beschäftigt, den gewaltigen Zeltbau zu errichten, in dem die Besuchermaffeu sich versammeln werden.

Mr Gleichberechtigung, Arbeit und Frieden!

rüstungskonferenz und dem Völkerbund fei selbstver­ständlich gewesen. Die anderen Mächte hätten bisher immer nur ausgerüstet, angeblich wegen derdeut­schen Gefahr", in Wirklichkeit jedoch hätten sie gegeneinander gerüstet.

3n scharfer weise nahm der Hebner Stellung gegen die dummen und unverantwortlichen Schwätzereien von einem kommenden Kriege. Er betonte mit Nachdruck, das deutsche Volk habe nicht das geringste Interesse an einem Kriege, e» wolle mit allen Völkern her Welt in Ruh* «nb Frieden leben, e» verlange aber seine volle Gleichberechtigung, um in Ruhe und Friedet» neben den anderen Völkern leben und arbeiten ju können. Deutschland sei bereit, seine kleine Reichswehr bi» zum letzten Mann auszugeben, wenn auch die anderen Mächte alle ihre Sol­daten nach Hause schicken würden. (Starker Seif.)

In einer öffentlichen Kundgebung der Orts­gruppe Gießen Nord der NSDAP, im Caf6 Leib hatte man gestern abend erneut Gelegenheit, ein Bekenntnis z u der Politik unseres Führers Adolf Hitler für Gleichbe­rechtigung, Arbeit und Frieden abzu­legen. Rund 1000 deutsche Männer und Frauen waren der Einladung der Ortsgruppenleitung ge­folgt und stellten sich mit Begeisterung hinter die Erklärungen, die der alte Mitkämpfer des Führers, Gauinfoektor und Kreisleiter Thiele aus Bie­denkopf zur deutschen Politik nach dem Abschluß der Genfer Epoche und im Hinblick auf den 12. No­vember abgab.

Dem Blick eines rückschauenden Versammlungs- befuchers drängten sich gestern abend in diesem 93er- sammlungsiaale bemerkenswerte Vergleiche auf. Der Saal des (Safi Leib war noch vor gut Jahresfrist die Stätte, an der der Nationalsozialismus m heißem und schwerem Ringen um die Gewinnung der deutschen Menschen stond. In guter Erinnerung sind auch noch die vielfachen Anfeindungen rheto­rischer und tätlicher Art, denen die Kämpfer Advlf Hitler» in und vor diesem Lokal, sowie in den Straßen unserer Stadt ausgesetzt waren, wobei das System Leuschner den ordnungsfeindlichen (Elementen der KPD. und der Marxisten nur allzu bereitwillig das yeld freigab, sehr zum Bedauern nicht nur des größten Teils unserer Gießener Be­völkerung, sondern auch mancher Polizeibeamten, die damals schon innerlich durchaus einig waren mit Adolf Hitler und seinen Kämpfern, aber genau so unter dem Drucke des marxisttschen Systems zu leiden hatten, wie viele andere deutsche Volks- genossen. Damals ein furchtbarer Kampf deutscher Menschen gegeneinander, ein Kamps, dessen Aus­gangspunkt nur die Verhetzung deutscher Volks­genossen durch fremde Elemente und die Vergif­tung mit dem verderblichen marxistischen Ideengut war. Jetzt dagegen und auch gestern wieder in eindrucksvoller Weise ein erfreuliches Bild der wunderbarsten Harmonie und des vollendeten seeli- then Gleichklanqs, eine wahre Familiengem.'in- chast aller deutschen Blutsangehörigen, eine Gernein- chast der deutschen Menschen, in der Unterschiede les Standes ober des Berufes, der Herkunft oder des christlichen Glaubensbekenntnisses nicht mehr zur Geltung kommen, in der die Achtung und Wert­schätzung jedem deutschen Manne und feder beut» fcyen Frau gelten, die sich durch ihr Volkstum, ihre Arbeit und ihre vorbehaltlose Befahung des völki­schen Gemeinschastsgedankens aller Deutschen Mn- reihen In die große nationale Volksgemeinschaft im Sinne des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler. Fürwahr eine Entwicklung, die man nur aus vollem Herzen begrüßen muh!

Daß die prächtigen Worte des Kreisleiters Thiele bet dieser geistigen und seelischen, aber auch völkischen, nationalen und sozialen Gemein­schaft gestern abend auf fruchtbarsten Boden fielen, ist nur selbstverständlich. Der Redner, ein Mann des Volkes im besten Sinne des Wortes, ein Ge­folgsmann Adolf Hitlers aus den Zeiten des An- fang» und des schwersten Ringens der NSDAP., hatte schon nach wenigen Sätzen innige geistige Verbindung mit seinen Zuhörern. Er verstand es, seine Gedankengänge in so interessanter und fesseln­der Weise oorzutragen, daß man ihm gerne mit voller Aufmerksamkeit und großer Spannung zu­hörte und sich willig seiner Führung anoertraute, deren Ziel es war. Die Politik des Führer» immer mehr in den Herzen und Hirnen der deutschen Man- ner und Frauen zur Aufnahme zu bringen. Brau- ende Beifallsstürme zeigten dem in schlichter und ehr sympathischer Weise sprechenden alten Kämpen »er braunen Front, wie stark die Uebcreinftimmung einer Zuhörer mit ihm und mit dem Willen des Führers und Dolkskonzler» ist. Besondere Bekräf- tigung erfuhren dabei mit Recht die scharf und klar formulierten Sätze an da» 'Ausland, dem der Redner nachdrücklich den ehrlichen deut­schen Friedenswillen, aber auch die u n abwandelbare und unverminderte Forderung Deutschland» nach voller Gleichberechtigung im Rahmen der Völker kunbgab. Nicht minder kräftig war die Zustimmung, als der Redner oon allen deutschen Volksgenossen die ungeteilte Gefolgschaft für Die Po­litik des Führers forderte. Mit Recht hob er dabei hervor, daß diejenigen, die sich am 12. November gegen Adolf Hitler aussprechen, nur die Geschäfte 'unserer außenpolitischen Widersacher besorgen und dadurch da» deutsche Volk an feiner Lebensgrund- tage und an seinem Wiederaufstieg schädigen. Wie innig da» Gemeinschastsband des Wollen» und des Zielstreben» zwischen dem Redner und leinen Zu­hörern sich im Laufe des Abends gefestigt hatte und wie bereitwillig dem Führer Adolf Hitler auch hier treue Gefolgschaft geleistet wird, das kam in dem stürmischen Beifall nach der ausgezeichneten Rede Thieles überzeugend und erhebend zum Aus­druck

(Souinfpeftor und Kreisleiter Thiele-Biedenkopf

wies xu Beginn feiner Rede darauf hin, daß der Kampf diesmal nicht um innerpolitische Dinge, son­dern um die Ehre unserer Ration, um die Freiheit unsere» Volkes und um die Freiheit unserer deut­schen Scholle nach außen hin gehe. Er erinnerte daran, daß die Revolutionen anderer Völker stet» von Unvernunft acleitet waren und zu furchtbarem Blutvergießen führten, im Gegensatz dazu

die nationalsozialistische Revolu­tion auf Befehl de» Führer» in vollster Ordnung und Diszipiin durchgeführt wurde und die sofortige Inangriffnahme de« wiederausbaue» mit sich brachte,

da der Führer bei der Uebernahmc der Macht nur einen politischen und wirtschaftlichen Trümmer­haufen und ein vielfach zerrissenes Volk vorfand. Wohin hie Entwicklung gegangen wäre, wenn Adolf

Hiller nicht das deutsche Geschick in die Hand ge­nommen hätte, zeigte dem Volke der Brand des Reichstages, der den Auftakt zur bolschewistischen Revolution und zur Aufrichtung der Diktatur des Proletariats fein sollte. Das deutsche Volk müsse dem Herrgott dankbar sein, daß er ihm in Adolf Hitler den großen Führer und Retter aus der N o t geschenkt habe, der mit starker Hand den Bolschewismus in Deutschland unmöglich machte.

Der Redner lenkte sodann die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf den langjährigen, schweren und opferreichen Kampf der nationalen Bewegung hin und betonte dabei, daß

der Schützengraben de» Weltkrie­ge» die Geburtsstätte der nationalsozialistischen Weltanschauung war, da sich dort neben dem Glauben an die Nation der Sozialismus der Tat offenbarte.

Dieser Sozialismus der Tat bedeute heute, mit aller Kraft dafür zu kämpfen, daß dem deutschen Volke wieder ein besseres Dafein und eine glücklichere Zu­kunft bereitet werde Der Redner wandte sich hier­auf gegen die Weltanschauung des Marxismus und gegen Die ehemaligen bürgerlichen Parteien, die alle- samt den sch af senden deutschen Menschen nicht so geachtet hätten, rote er es verdient hätte und wie es notwendig gewesen wäre. Dem­gegenüber stehe die gewaltige Leistung der bisheri- §en 8 Monate Regierungszeit des Führers, in Der ereits 2Vz Millionen Menschen wieder in Arbeit und Brot gebracht werden konnten und gegenwär­tig ein großartiges Winterhilfswerk durchgeführt werde.

Weiter erinnerte Kreisleiter Thiele Daran, daß bisher alle Verhandlungen mit Den anderen Mäch­ten immer nur zum Nachteil Deutschlands endeten und Dabei Verträge unterschrieben mürben, Die Ver­rat am eigenen Volke bedeuteten. Da dem deut­schen Volke immer größere La st en auf­geb ür bet würben, währenb bie Sieger ft aaten ihre Vertragsoerpflichtungen nicht erfüllten. Diesen Weg weiterzugehen, lehnte Der Führer ab. Deutschlanbs Austritt aus ber Ab-

Das deutsche Volk könne trog aller Greuelmarchen im Auslande volle» Vertrauen zu seinem Führer Adolf Hitler haben, der den deut­schen Menschen wieder eine au» bem deutschen Slut geborene weltanschauliche Grundlage gegeben habe. Da» deutsche Volk stehe schon lange geschlossen hinter dem Führer Am 12. November solle e» noch einmal weithin sichtbar bekunden, daß es sich mit dem Führer völlig eins wisse.

wer sich am 12. November nicht zu der Politik des F ü h r e r » bekenne, erkläre sich damit prak­tisch für die Genfer Politik unter französischem Einfluß, und solche Leute täten gut daran, wenn sie bann auch so schnell wie möglich au» Deutsch­land verschwänden. (Stürmische Zustimmung.) Adolf Hitler wolle nur ein»: die Freiheit und die Rettung de» deutschen Volke» auch nach außen hin.

Auch das Ausland werde diesen großen Führer der Deutschen noch anerkennen, denn er fei nicht nur be­rufen, Deutschland zu befreien, sondern auch ganz Europa von ber bolschewistischen Unterwelt frei zu machen. Deutschlanb fei ber Vorposten auf dem Wege ber Befreiung Europas vom Bolschewismus. Jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau habe die Pflicht, durch ihr Jo lur Politik des Führers am 12. November bem Führer die schwere Bürde seiner großen Verantwortung mittragen zu helfen.

Jeder deutsche Volksgenosse müsse durch seine Entscheidung am 12. November mit dazu bei­tragen, daß unserer Jugend der Weg zu einem neuen und besseren Deutschland, zur freien deut­schen Scholle, für freie deutsche Arbeit bereitet werde.

Das große Ziel des Führers, für das alle Kräfte bi» zum Letzten einzusetzen seien, heiße: e i n Deutschland ber Ehre unb ber Frei­heit, Arbeit unb Brot für jeben deut­schen Volksgenossen! Im vollen Derttauen auf den Führer müsse das große Werk des fried­lichen Wiederaufbaues Deutschlands gelin­gen! (Langanhaltender stürmischer Beifall.)

10. Vllndessängerlag des Hess. Sängerbundes Ministerialrat Rinqshausen neuer Bundesführer.

Bingen, 30. Okt. (WSN.) Am Samstag und Sonntag hielt hier der Hessische Sänger­bund seinen 10. Bundesfängertag ab.

In der Vorstandssitzung am Samstag gab der geschäftsführende Vorsitzende Born einen Rück- blick über

die Arbeit des Bundes im verflossenen Halbjahr.

Er konnte dabei feststellen, daß in engster Fühlung­nahme mit der hessischen Regierung der Sänger- bund bedeutend weiter in seiner neuön Entwicklung gegangen sei, als die übrigen Kreise des Deutschen Sängerbundes. Besondere Fortschritte habe die Ver­schmelzung der Vereine gemacht, da in kleineren Orten das Nebeneinanderbestehen mehrerer kleiner Vereine nicht mehr geduldet wird. Auch in Chor­leiterfragen sei starke Arbeit geleistet worden. Da die meisten Chorleiter bis jetzt im Nebenberuf ihr Amt ausübten, war es schwer, durch eine prinzi- Stelle Maßnahme hier reinen Tisch zu schaffen. Die rbeit in dieser Frage befinde sich noch in stetem Fluh. Hinsichtlich ber Ausbilbung der Chorletter liege ein Vorschlag des Direktors der Mainzer Mu­sikhochschule Windsperger vor, ber Kurse oon Zwei Jahren für bie Vorbereitung junger Chorleiter einzurichten gebenkt. Diesem Vorschlag werben sich wohl auch Die Stäbtische Akabemie in Darmstabt und bas Institut für Lehrerausdilbung in Hessen anschließen.

Aus bem Bericht des Schatzmeister» ging hervor, baß ber Hessische Sängerbund In seinen Fi­nanzen durch die sparsame Arbeit Des neuen Bun- besoorftanbes sehr günstig befiehl unb daß die früheren Schulden beim Deutschen Sängerbund getilgt werden konnten.

Rektor S I m r o ck (Offenbach) berichtete über die Chordirlgenten-Vereinigung, Die Dem SangcrbunD angegliehert ist unb als Zwangsorna- nlfahon alle Dirigenten umfassen soll. Auch hier sinb Die Organlfationsarbeiten In vollem Gange ober noch nicht zum Abschluß gelangt. Am LbenD fanb in Der Binger Festhalte ein Deutscher AbenD zum Besten ber NS.-Volkswohlfahrt statt.

Der Sefifonnioa

begann mit der Eröffnung einer Sonberaus- ftellung im Stäbtischen Museum, wo bas inter* eflante Archiv be» Männergesangverein» oon «chwadenheim einen Einblick in die Geschichte dc» zuerst vor einem Jahrhundert als gemischten Chor gegründeten Vereins gestattete. Zugleich stellten Verleger Chorliteratur au».

3u der Bundessängertagung in der Fechhalle waren die Vertreter der Gesangvereine aus allen Teilen Hessen» erschienen. Rach Be- gruhungsworten de» Provinzialoorsitzenden für Rheinhessen Walli or (Bingen) gedachte Schulrat Born zunochsl ber Toten bes Sängerbundes Als nächste» Ziel bezeichnete er e», daß Die Gedanken bes Dritten Reiche» alle Glieder bes Dunbes be- (cden unb burdjbringen unb wahre Dolksgemein- fdjaft in den «orbergrunb treten muffe. Dann wur- Den Die im engeren Ausschuß am Vortag erarbei- teten Resultate Den Anwesenden mitgetellt die Be­richte bes Dundesoorsitzenden unb des Bunbesschan- meister» verlesen, die treue Mitarbeit des Chordiri- gentenotrbanbe» durch Simrock (Offenbach) ver- sprachen unb eine Anzahl au» Der Versammlung gestellte Anträge zur Kenntnis genommen unb dem Vorstand al» Material überwiesen

Mittags bewegte sich e!r. großer Festzug unter Lorantritt des Bundesbanners und Der gäh­

nen durch die reichgefchmückte Stadt bis zum Markt- platz. Dort kam es zu einer eindrucksvollen öffent­lichen Kundgebung, an der eine unzaylbnre Menschenmenge teilnahm. Nach Massenchören, aus­geführt von 2000 Sängern unter Leitung des Gau- chormeisters Musikdirektor Josef Stnettel, be­grüßte Schulrat Born Den Staatsminister Jung unD Den neuen Bundes sührer Mlnisteria> rat Ringshausen. Zu Dem neuen Dundesfüh- rer gewanDt, sagte

Schulrat Born

u. a.: Wir sinb Ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet. Sie leihen Durch Ihren Namen unserer Sache Ge­wicht unD Ansehen. W i r geloben, treu z u Ihnen zu halten in Dem Bewußtsein, daß Sie uns mit Der Uebernahme Des Vorsitzes ein Opfer bringen. Wir begrüßen Ihre Führerschaft um so mehr, weil Sie in mehrfacher Hinsicht mit Dem Volk oerbunDen sinD, vor allem als Sohn Ober­hessens. Es klingt ein flieh Durch Die Jahrhun- Derte hinDurch, Da» flleD oom deutschen Vaterland. In Der Zeit Des Zwischenreiches wurDe e» wohl auch gesungen, wir Sänger waren seine Künder und Bewahrer, aber wir muhten e» gewissermaßen leiser fingen. Jetzt klingt es wieder laut und über­tönt aus begeisterten Sängerkehlen alle andern Lieder. Mit begeisterten Hetl-Rufen auf Den Führer schloß die Ansprache.

Nach Begrühungsworten de» Bürgermeister» Ritter (Bingen) überbrachte

G.aatsm nister Jung

zunächst die herzlichsten Wünsche de» Herrn Reich»- statt Halters für den Bundestag, denen sich Die Staatsregierung anschließe. Er betonte. Daß Der nationale Gedanke gerade bei Den Gesangvereinen stet» daheim war. Er kam dann auf Den tiefen Ernst ber Jetztzeit und ihre wichtigen Entscheidungen zu sprechen. Adolf j) i t le r rufe alle 3ur Wahlurne, Das ganze Volk müsse zeigen, daß es ihm Gefolgschaft l e i ft e. Es müsse gezeigt werden, daß wir Gleichberechtigung verlangen und nicht dul­den, daß die Ehre Deutschlands mit Füßen getre­ten werde. Jeder Deutsche, auch der, der bisher noch der nationalsozialistischen Bewegung fernstehe, müsse bei der Wahl für bie brutsche Ehr» e i n t r e t e n. Dieses Pflichtbewußtsrin möge auch von dieser Tagung ausgehen unb in alle Teile de» Hessenlandes bi» in die einsamsten Dörfer unb Hüt­ten getragen werden. Die Ansprache klang au» im Horst-Wesiel-Lied.

Ministerialrat Ainqshausen

dankte sodann für das Vertrauen, da» ihm durch die einstimmige Wahl zum Bundesfuh- rer entgegrngebracht werde, unb betonte, baß er sich ber großen Aufgabe in geistiger, kultureller, wirtichafliicher und politischer Hinsicht dewugt sei. Angesicht» ber engen Verbundenheit, die alle Deut­schen unb vor allem bie Sänger überall da, wo r» finqt und klingt, empfinden, wolle er alle seelischen Kräfte mobil zu machen versuchen, bie für bie wahre Pflege ber Kunst und des Liede» unerläß­lich seien. Im Kampf um Geben und Bestehen Der Nation kämen all bie Kräfte zur Geltung, bie auch ba» Lied zu entfachen unb pflegen vermag. Darum solle mit Inniger Glut unb fanatischer Begeisterung gelungen werden, darum mühten auch mit i l f Des Gesanges bie ewigen, sittlichen Kräfte in ber Seele entfaltet werden. Gerade die Tagung am Rhein lege den Gedanken