Ausgabe 
1.11.1933 Zweites Blatt
 
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nahe, welche Kräfte kn der Begeisterung für den deutschen Rhein liegen. So solle der deutsche Gedanke in die Ewigkeit hineingetra­gen werden. Lange lebe der Führer zum Wohle der deutschen Nation, ewig lebe der deutsche Ge­danke! Wie ein feierliches Gelöbnis erklang darauf das Deutschland-Lied.

Mit einem großen Konzert in der Festhalle, ebenfalls zum Besten der NS.-Dolkswohlfahrt oer- anstaltet, klang der Bundessängertag aus.

Amtsgericht Gießen.

Schnellgericht.

Wegen gröblicher Beleidigung der SA., besonders der Gießener <sA., stand gestern der 40jährige Händler Fritz Haßler, Gießen, Margarethen­hütte, vor dem Schnellrichter. Der Angeklagte, der in dauerndem Streit mit dem Zeugen Klein lebt,

hatte am vergangenen Samstag, 28. Oktober, eine lebhafte Auseinandersetzung mit diesem. Ein Schimpfwort gab das andere. Als schließlich der Angeklagte den Zeugen mit Halsabschneiden be­drohte, soll dieser gesagt haben, er werde die SA. herbeiholen. Darauf soll der Angeklagte sich be­leidigend gegen die SA. geäußert haben. Deshalb hatte der Zeuge Klein den Haßler angezeigt. In der gestrigen Hauptoerhandluna wollte sich der Zeuge an diese Aeußerung nicht mehr erinnern. Sein Sohn, der Zeuge Ferdinand Klein, bekundete unter Eid, daß der Angeklagte eine ähnliche Be­merkung gemacht habe, während eine weitere Zeugin in unmittelbarer Nähe nichts gehört hat. Infolge dieses verworrenen Ergebnisses der Be­weisaufnahme mußte das Gericht trotz dringenden Verdachts zur Freisprechung des Angeklagten kom­men. Die Kosten trägt die Staatskasse.

SJ.-fport

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 2.3gb. Steinbach 1.3gb. 6:0 (3:0).

Das Spiel wurde als Pflichtspiel gewertet. Die Einheimischen waren während Der ganzen Spiel­zeit überlegen und verdienten den Sieg. Die Gäste waren sehr eifrig. Das Ehrentor wäre ihnen zu gönnen gewesen. Steinbach machte verschiedene ge­fährliche Durchbrüche, fand jedoch die 1900er Ver­teidigung stets aus dem Posten.

1900 Schüler Vfv. Schüler 1:1 (0:1).

Ein schönes Spiel zeigten dieJüngsten. Bei gleich­mäßig verteiltem Spiel trennten sich diese mit einem Unentschieden, trotzdem beide Mannschaften Gelegen­heit hatten, den Siegestreffer zu erringen.

Sportverein 1920 Heuchelheim.

AL. 1927 Daubringen I Sv. 1920 I 1:10.

Das dritte Verbandsspiel in Daubringen brachte einen weiteren hohen Sieg für Heuchelheim. Fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde die Platz­mannschaft mit 10 :1 Toren vernichtend geschlagen. In der ersten Halbzeit hatten die Gäste mit ihren Schüssen sehr viel Pech, aber zu 4 Toren reichte es immerhin. Beim Stande von 2 :0 kam Daubringen durch Selbsttor eines Heuchelheimer Verteidigers zum Ehrentor. Die 2. Halbzeit stand ganz im Zei­chen von Heuchelheim. Die I. Mannscyaft des SV. 1920 steht jetzt mit 3 Spielen, 6 :0 Punkten und 24 :4 Toren an der Spitze der Tabelle.

Die erste Jugendmannschaft, die ebenfalls noch un­geschlagen ist, gab ihrem Gegner, der ersten Jugend Der Spvg. Leihgestern mit 8:1 Toren das Nach­sehen.

Sporiabtettung des Tv. Wieseck.

Leihgestern I Wieseck 10:2.

Zum fälligen Verbandsspiele weilte am Sonntag Wieseck mit der I. und II. Elf in Leihgestern. Der Platz stellte an die Spieler große Anforderungen. Im Spiel der ersten Mannschaften sah man wohl flute Einzelleistungen, doch ließ das taktische Ab- ettsspiel der Mannschaften eine geschlossene Leistung nicht aufkommen. So sah man vorerst nur ver­teiltes Mittelfeldspiel, bis in der 40. Minute der Halblinke der Gäste mit gut platziertem Schuß von der Strafraumgrenze in die rechte obere Ecke seiner Mannschaft die Führung verschaffte. Bei die­sem Stande ging es in die Pause. Nach dem Seiten­wechsel gestaltete sich das Spiel schärfer, doch gab der sehr gute Unparteiische das Spiel nicht aus oer Hand. Leihgestern hatte etwas mehr vom Spiel, konnte aber zu keinem Erfolge kommen. Dann kam Wieseck wieder mehr auf und stellte das Ergebnis auf 2:0. Leihgestern stellte um, doch half auch dies nichts mehr; erst in der Schlußminute gelang es den Platzbesitzern ein Tor zu erzielen, jedoch hatte von h-m Torschuß der Schirl das Spiel wegen Ausl l unterbrochen. Der vom Schiri ge­gebene Eckball wurde abgeschlagen. Leihgestern mußte sich mit 2:0 geschlagen bekennen.

Am Spiel der 2. Mannschaften, das überaus hart durchaeführt wurde, ging Leigestern in Führung. Ein Elfmeter schuf den Ausgleich. Mit diesem Er­gebnis wurden die Seiten gewechselt. Nach dem Wechsel war Wieseck stets im Vorteil und erhöhte in gleichmäßigen Abständen auf 6 :1.

Handball im Gau XII der OT.

Tv. Beuern Gießener Turnerschafl II 1:8.

Wie vorauszusehen war, endete das Spiel mit einem Sieg der Gießener. Die erste Spielhälfte sah bei ziemlich gleichwertigen Leistungen die heimische Mannschaft schon leicht im Vorteil, was sich auch

OieDeutsche Bühne" wirbt!

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in dem Halbzeitergebnis 3:1 ousdrückte. Nach der Pause gestaltete sich das Zusammenspiel der Gieße­ner besser, und ihre sich immer deutlicher heraus- bildende Feldüberlegenheit brachte auch eine Anzahl Torerfolge ein. Selbst als Gießen nur noch mit zehn Mann spielte, vermochte Beuern das Ergebnis nicht günstiger zu gestalten, obwohl dem Sturm mehrmals Gelegenheit dazu gegeben war. Das Spiel litt unter einer mäßigen Leistung des Schieds­richters.

T.u. Sp. Buhbach 3ugend Mlv. 3ugend 1:13.

Auch das zweite Verbandsspiel entschieden die Männerturner für sich. Die Butzbacher waren ihnen nicht gewachsen und hatten, da sie nur mit neun

Mann antraten, von vornherein keinerlei Aussichten auf Erfolg. So wurde das Spiel zu einer recht ein­seitigen Angelegenheit.

Tv. Großen-Linden I Io. Pohl-Göns I 2:14(2:9).

Eine unerwartet hohe Niederlage erlitt Großen- Linden im Verbandsspiel gegen Pohl-Göns. Wenn auch der Sieg der Gäste auf Grund ihrer system- volleren Spielweise verdient war, so entsprach er doch in dieser Höhe keineswegs dem Svielverlauf. Das Spiel zeigte zwar meistens eine Ueberlegen- heit der Gäste, doch wurden sie auch teilweise stark in ihre Hälfte zurückgedrängt. Der einheimische Sturm spielte jedoch zu zerfahren und viel zu weich, um sich gegen die kräftige Hintermannschaft von Pohl-Göns durchsetzen zu können. Stark ausschlag­gebend für den Ausgang des Kampfes waren die beiden Torhüter, da der Schlußmann der Großen- Lindener weit hinter feinen sonstigen Leistungen zurückblieb und manchen haltbaren Ball vassieren ließ, während sein Gegenüber wahre Prachtleistun­gen zeigte und die schärfsten Schüsse meisterte.

Grüningen I Langgöns I 6:6 (3:1).

Am Sonntag trafen sich beide Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel aus dem Grüninger Platz. Sofort legten die Platzbesitzer ein flottes Tempo vor und konnten bis Halbzeit eine 3:1-Führung herausholen. Nach dem Wechsel erhöhte Grüningen auf 5:1. Nach einer Schwächeperiode kam Lang­göns auf und stellte das Endresultat her. Bei Grüningen waren der Tormann und der Mittel­läufer hervorragend.

Ruttershausen I Rorbeck I 7:4 (2:3).

Beide Mannschaften traten am Sonntag zum fälligen Pflichtspiel an. Nordeck spielte in der ersten Halbzeit mit günstigem Wind und konnte dadurch die Führung übernehmen, während die Platzmann­schaft ->twas Schußpech hatte. Nach dem Seiten­wechsel spielte Ruttershausen leicht Überlegen und stellte sich durch fünf weitere Treffer den Sieg sicher, während Nordeck nur noch einmal erfolg­reich sein konnte. Die Gäste hinterließen einen guten Eindruck.

Oie dritte Etappe der Berliner SA-^adsahrer.

Die Berliner SA.-Radfahrer haben am Montag auf ihrer Süddeutschlandfahrt die dritte Etappe von Halle nach Weimar ohne Zwischenfall zurück- gelegt. Nach siebenstündiger Fahrt durch starken Regen und Gegenwind kamen die Berliner in der Goethestadt ein, wo sie herzlich empfangen wurden.

Sic Deutschen Mnteikampsspiele im Harz.

Großzügigste Vorbereitung. - Das Fest der deutschen Winteriportjugend.

Die Deutschen Winterkampfspiele, die vom 26. Januar bis 4. Februar in Braunlage und Schierke im Oberharz durchgeführt werden, sollen das natio­nale Hochfest der Wintersport treioenden deutschen Jugend und ein Bekenntnis zu Volk und Vater­land .werden. Die ersten Kampfspiele der neuen Zeit sollen das gesamte deutsche Volk erfassen. Jeder Deutsche, wo auf der Welt er auch immer wohnt, kann sich an den Kampfsvielen beteiligen.

Der Organisations-Ausschuß hat bereits umfang­reiche Vorarbeiten geleistet. Für die Durchführung der Wettkämpfe sind nach den Angaben der sport- technischen Ausschüsse und unter ihrer ständigen Aufsicht Sportanlagen geschaffen worden, die den höchsten Anforderungen gerecht werden.

So entstand in monatelanger Arbeit am Jlotb- oslhange des 975 Meter hohen Wurmberges bei Braunlage in durchaus schneesicherer Höhen­lage eine Sprungschanze, die sporttechnisch zu den besten Europas gehört und deren Um­gebung zu der land'chafllich reizvollsten des

Harzes zählt.

In etwa 10 000 Tagewerken haben durchschnittlich 70 Mann des Freiwilligen Arbeitsdienstes, unter­stützt von Facharbeitern, nachdem ein Reichswehr­kommando die erforderlichen ©efteinsfprengungen an dem Steilhang durchaefübrt hatte, etwa 6000 Quadratmeter Waldbestand abgetrieben, etwa 1000 Kubikmeter Erde bewegt, 30 Zentner Sprengstoff verbraucht, um Platz zu schaffen für die gigantische Anlage und ihr Zubehör, als da sind das Anlauf- gerüst, dessen höchster Punkt eine 5 mal 5 Meter große Plattform auf einem Turme ist, der neben­bei eine prachtvolle Aussicht über den gesamten Hochharz vermittelt und etwa 10 Meter über den äochsten Gipfel des Wurmberges emporragt. Das erüft ermöglicht eine Verkürzung des Anlaufes

von 76,5 Meter auf 56 Meter bis zur Absprung­kante. Die Aufsprungbahn ist parabolisch ange­legt und läßt Sprünge bis zu 70 Meter zu, der Auslauf ist um etwa 200 Meter verlängert und glatt eingeebnet worden.

Der Gesamthöhenunlerschied zwischen dem höch­sten Punkt der Anlage und dem Ende der Aufsprungbahn beträgt rund 66 Meter, zwischen verkürztem Anlauf und Ende der Auf­sprungbahn 56 Meter. Rechts und links der Auf­sprungbahn bis hinauf an die Sprungfante sind geräumige Zuschauertribünen und solche für die Ehrengäste, die Presse, sowie für Photographen und Kino-Operateure angelegt Für die Kampf­richter sind besondere Einrichtungen geschaffen worden, die es ermöglichen, den Springer vom An­lauf bis zum Aufsprung zu verfolgen. Daß für die Meldung der Sprunglängen und für Die Verständigung zwischen Ablauf-, Aufsprung- und Kampfrichter sowie Weitenmefser die nötigen elek­trischen Anlagen vorhanden sind, erübrigt sich zu sagen. Es sind zur Bewältigung des zu erwarten­den Riesenverkehrs auf der Wurmbergschanze Zu- und Abgangswege für Fußgänger und Skiläufer, für Autos und Schlitten getrennt angelegt und ausgebaut, um die Sprungschanze von Braunlage und Schierke aus bequem erreichen zu können.

Für die Durchführung des Slalomlaufes ist nach Schierke herunter ein steiler Rordhang freigelegt, der den Läufern manche Ruß zu knacken aufgeben wird.

Für die Eis-, Bob- und Rodelwettkämpfe find die entsprechenden Anlagen an beiden Orten gründlich überholt, sodaß auch für diese Sportarten nach menschlichem Ermessen die besten Vorbedingungen gegeben sind.

Obecheffen

Werks in Schotten

gründete Freiwillige

Knndaebuna des oberbesslschen Hand» I Dann wurden durch den Kirchenchor mehrere alle .ivycvuiiy vcv vvti v*ni W*" | geistliche Volkslieder gesungen. Der Platz des be-

währten Dirigenten, Kreisbaumwart i. R. Johannes Germer, war besonders schön geschmückt, denn es waren dreißig Jahre verflossen, daß Herr Ger­mer den Chor leitet. Als Zeichen der Anerkennung und der Dankbarkeit für seine treue und gewissen« hafte Arbeit im Dienst der evangelischen Sachs wurde dem allzeit zum Dienst am Werk Gottes bereiten Dirigenten eine kleine Ausgabe von Lu­thers Werken überreicht. Dann wurde ein Bericht

dieser Tage die Herren des Kreisfeuerwehrverban­des zu Gast. Der 1. Führer, Kamerad Stumpf, leitete mit kurzen Worten die Versammlung ein. Bürgermeister Göbel gab in einer kurzen An­sprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß dis Wehr den richtigen Mann als Führer gefunden habe, der nicht zuletzt auf Grund feiner früheren Zugehörigkeit zum Militär in der Lage fein werde, die Feuerwehr zu fördern. Kreisfeuerwehrinfpektor Bouffier- Gießen sprach sodann insbesondere über die Feuerlöschordnung und gab seiner Freuds darüber Ausdruck, daß er in Hausen eine Wehr antreffe, in der echter Feuerwehrgeist herrsche. Die Feuerwehr könne stolz auf ihren Führer fein, der trotz feines vorgeschrittenen Alters die Wehr tat­kräftig fördere und sie dahin bringen werde, daß sie im Ernstfälle für den Schutz von Leben und Eigentum der Einwohnerschaft in bester Weise ein­gesetzt werden könne. Ferner sprach der Redner über die Zwecke und die Bedeutung des Kreisfeuer­wehroerbandes. Das Deutschland- und das Horst- Wesfel-Lied beschlossen den dienstlichen Teil der 23er»

x Schotten, 30. Ott. In unserer festlich ge- schmückten Stadt war dieser Tage das o 5 e r - hessische Handwerk zu einer machtvol­len Kundgebung zusammengekommen. Um 9 Uhr hielten die Innungen in den einzelnen Sälen und Gasthäusern ihre Beratungen unter sich ab. Um 11 Uhr stellte man sich mit vielen Jnnunas» sahnen am Kreisamt zu einem Marsch durch Oie Stabt auf. Unter Vorantritt der SA.-Kapelle ging es zu der Turnhalle, die in ihren beiden Sälen überfüllt wurde. Die Kapelle unter Leitung ihres Dirigenten Groth gab ein schönes Konzert, bald danach wurden in feierlicher Weise die Fahnen eingebracht. In den beiden Sälen wurden

aus der Geschichte des Kirchenchores, den die ein­zige noch lebende Mitbegründerin und bis zum heutigen Tag noch aktive Sängerin, Fräulein Sophie Weigel verfaßt hatte, verlesen. Ein humorvolles Gedicht in oberhessischer Mundart, bas die Ge­schichte der dreißig letzten Vereinsjahre behandelte, wurde von einem jüngeren Mitglied bargeboten.

4= Lollar, 31. Oft. Das vom Veteranen- und Kriegeroerein e. 23. Lollar veranstal­tete Scheibenschießen mit Wehrmannsbüchse nahm am Sonntag unter reger Beteiligung der Freunds des Schießsports aus allen Ständen feinen Ab­schluß. Bester Schütze des Tages war der Schieß­lelter K. Pfeffer mit 34 Ringen.

* Reiskirchen, 1. Nov. Auf der Landstraßa zwischen Gießen und Reiskirchen ereignete sich ge­stern am späten Nachmittag ein V e r k e h r s Un­fall, der glücklicherweise keine allzu schlimmen Folgen hatte. Ein Personenkraftwagen, der ein Pferdefuhrwerk überholen wollte, stieß mit dem Wagen zusammen, geriet dabei auf der feuchten, von abgefallenem Laub fdjlüpfrigen Straße ins Rutschen und fuhr in den Straßengraben. Das Pferdefuhrwerk wurde leicht beschädigt, der Kraft­wagen muhte abgeschleppt werden. Personen kamen

Paralleloersammlungen abgehalten. Die Handwerkskammer war vertreten durch ihren Vor­sitzenden, Präsident Müller, und die beiden Syndici Dr. Relf und Ko11bach. Die Kreis- ämter und Bauämter der Provinz waren durch ihre Referenten vertreten, ebenso die Provinzial­direktion, eine Reihe sonstiger Behörden, die Stadt Schotten durch ihren Bürgermeister.

Nach einleitenden Begrühungsworten des Kreis» führers Neumann (Schotten) von der NSHAG0. ergriff in beiden Versammlungen der Präsident der Handwerkskammer Fritz Müller (Mainz) das Wort, begeistert empfangen und in feinen Aus­führungen stets mit größtem Beifall begleitet. Er wies in feiner Rede auf den guten Handwerksgeist in der alten Zunftzeit hin, der damals dem Leben und der Kultur feinen Stempel aufgedrückt habe. Man brauche sich nur unsere alten Städte anzu­sehen, um zu empfinden, zu welcher Blüte und Kunst es das Handwerk zu Zeiten eines Hans Sachs, Holbein, Dürer u. a. gebracht habe. Glaube, Liebe und Hoffnung müsse wieder im Handwerk zu feiner Arbeit und Kunst Einkehr halten. Der Geist von Potsdam muß auch im Handwerk wieder­kommen. Der einzelne Stand kann nicht für sich allein leben, eine echte, wahre Volksgemeinschaft muß gebildet werden, ohne Standesdünkel und Geringschätzung der Handarbeit. Ewigkeitswert wohnt dem Handwerk inne. Gleichberechtigung ver­langt auch das Handwerk, ohne in nlmmerfatten Egoismus zu verfallen. Die Idee des National­sozialismus muß durch das ganze Volk bringen. Äußerlichkeiten machen es nicht. Einigkeit tut uns jetzt dem Ausland gegenüber mehr not als je. Aufbauwille ist der Sinn und die Bedeutung der neuen Revolution. Echter Nationalsozialismus ist Geben, nicht Nehmen. Die vergangene Periode des Liberalismus hat dem Handwerk nicht die ver­sprochene Freiheit gebracht, sondern sie ist ausge­artet in Zügellosigkeit, in den Marxismus, und sie hätte ihr völliges Ende im Bolschewismus ge­funden, wenn nicht in Hitler der Retter erstanden wäre. Ins Ausland sind die Vaterlandsfeinde ge­flüchtet und treiben von dort unverantwortliche Hetze, aber das Ausland wird doch noch die Wahr­heit und Richtigkeit unjerer neuen Politik erkennen. 21m 12. November gelte es, f e ft und treu z u unserer Regierung und zu unserem Adolf Hitler zu stehen. Seine Ehre ist unsere Ehre, und unsere Ehre ist seine Ehre! Lebhaftester Beifall folgte der Rede. Das Deutschland- und bas Horst-Wessel-Lieb, von ber Menge begeistert ge­sungen, schlossen sich an.

Im Anschluß an bie Versammlung besprachen bie 23orftanbsmitg(ieber ber Hanbwerkskammer noch viele Fragen im persönlichen Verkehr mit ben einzelnen Hanbwerksangehörigen.

Amtswalter-Tagung des Kreises Schotten.

* Sch o 11 e n , 30. Oft. Am Samstagnachmittag fanb im Singsaal ber Turnhalle zu Schotten eine Amtswaltertagung bes ganzen Krei - s e s statt. Kreisleiter Kromm, ber von einem Führerkursus in Königswinter zurückgekommen war, eröffnete bie Versammlung und schilderte in längeren Ausführungen feine Erlebnisse auf biefer Führerschule. Dabei hob er bas enge kamerabschaft- liche Verhältnis ber einzelnen Teilnehmer hervor, bie eine Volksgemeinschaft im Kleinen gebildet hätten, so wie wir sie heute im Großen erstreben. Anschließend wies er auf die Bedeutung ber Gegen­wart hin und betonte, baß in biefem Wahlkampf ber Kreis Schotten wieder wie in den vorhergehen­den Wahlen an ber Spitze ber NSDAP, mar­schieren müsse. Alle Stimmen müßten für Abolf Hitler abgegeben werben. Niemanb bürfe zuhause bleiben. Der Führer habe uns bas Vorbilb ber Selbstaufopferung gegeben, unb jeber Amtswalter habe bie Pflicht, an seiner Stelle in seiner Orts­gruppe ihm nachzueifern. Mit einem Treuegelöb­nis für ben Volkskanzler würbe bie Versammlung geschlossen.

Gau-Geflügelschau 1933 in Butzbach.

* Butzbach, 31. Oft. Die 22. Hess. Geflü­gelschau wirb als Gau-Geflügelschau 19 3 3 in größtem Umfang abgehalten. Sie finbet vom 18. bis 20. November in ber Festhalle zu Butzbach statt. Reichssfatthalter unb (Bauleiter Sprenger hat bie Ehrenschirmherrschaft über­nommen. Für bie Aussteller ist eine große Anzahl von Ehrenpreisen gestiftet worben. Die Schau um­faßt sämtliche vier Fachschaften, außerbem wirb eine wissenschaftliche Abteilung bes Tierzuchtinstituts Gießen bie Ausstellung bereichern. Die Veranstal­tung in ihrer Gesamtheit soll einen Ueberblicf über ben Stand der hessischen Geflügelzucht geben. Die Gauschau wird am Samstag, 18. November, eröff­net; am Sonntag findet außerdem eine Massenkund­gebung ber Kleintierzüchter von Hessen unb Hessen- Nassau statt.

Landkreis Gießen.

CO Klein-Linben, 31. Oft. Am Sonntag feierte unsere Kirchengemeinbe ihr Kirch­weih s e st, bas bis auf ben heutigen Tag rein kirchlichen Charakter behalten hat. Am frühen Sonn­tagmorgen oertünbeten Posaunenklänge ben an- brechenden Festtag. Im Festgottesbienst prebigte Pfarrer Bremmer barüber, bah es jetzt nach all ben Wirrnissen ber letzten Jahre roieber möglich sei, Kirche zu bauen, In ber eine rechte ©ottesgemeinbe sich zum Dank gegen Gott sammeln könne. Der Po° saunenchor trug durch seine Vorträge und bie Be­gleitung ber Gemeinbegesänge, gemeinsam mit ber Orgel, wesentlich zur Verschönerung ber Feier bei. Am Nachmittag gingen bie Dorfältesten nach alter Sitte zum Heiligen Abenbmahl. Am Abend versammelten sich im schön geschmückten Ger- merschen Saal bie ©lieber ber kirchlichen Gemein­schaft, um das Kirchweihfest zu feiern. Zur Eröff­nung bes Abends sprach Pfarrer Bremmer vom Reichtum des Glaubens unb einer lebendigen Kirche.

nicht zu Schaden.

* Hausen, 31. Ott. Die hiesige im August ge» ~ Feuerwehr hatte

Kreisfeuerwehrverban­

sammlung.

f. W e i t e r s h a i n , 31. Oft. Den Auftakt zu den Veranstaltungen zugunsten des W i n t e r Hilfs­werkes in unserer Gemeinde bildete am Sonntag­abend eine gemeinsame, sehr gut besuchte Feier der Schule und des Gesangvereins. Hierzu hatte dis Ortsgruppe ber NS.°23olkswohlfahrt bie Einwohner­schaft in ben Saat ber Wirtschaft Schwöbel ein« geloben. Nach einem kleinen Vorspiel ber Oberklasss würbe burch bie Unterklasse unter Leitung von Leh­rer Fay ein luftiges Theaterstück aufgeführt, bas von Den Kleinen mit großer Begeisterung gegeben würbe. Die Oberklasse unter Leitung von Lehrer Röhrig überraschte mit einem Lustspiel von Hans Sachs, bas von ben Kinbern gut einftubiert war unb mit großem Beifall ausgenommen würbe. Einige turnerische Vorführungen unb ein vom Ge­sangverein zu Gehör gebrachter Chor trugen zur Verschönerung bes Abends bet Ortsgruppenleiter Nau sprach über bie fBebeutung Oes Winterhilfs- werfes unb gedachte des Geburtstages des Reichs­ministers Dr. Goebbels. Mit dem Deutschland- Lied fand der offizielle Teil des Abends feinen Ab­schluß. Ein ansehnlicher Geldbetrag konnte der Winterhilfe zugeführt werden.

s Utphe, 31. Okt. Da in unserer Gemeinde keine eigenen Schafe mehr gehalten werden, ist feit kurzem wieder eine etwa 200 Tiere zählende Herde des Schafbesitzers Keim in Hanau zum Weidegang zugelassen. Die Gemeinde erhält hier­für die Summe von 175 Mark für Herbst- unb Winter, unb sie versteigert ben Pferch. Nach biefem besteht starke Nachfrage. Dieser Tage würbe ber Pferch für eine Reihe von Nächten verstei­gert, wobei für bie einzelne Nacht 1 bis 1,60 Mk. geboten würbe. Außerdem muh der Steigerer ben Schäfer am Tag verköstigen unb Dessen Hunben bas Futter stellen. Interessant ist bie seit alten Zeiten hier noch bestehenben Einrichtung einer Kop­pelweide, die die Gemarkungen Inheiden, Trais-Horloff, Utphe einschließlich des Gutsgeländes, fowie die Gemarkung der ausgegangenen Ortschaft Feldheim umfaßt. Alle drei Gemeinden sind berech­tigt, ihre Herden nicht nur in der eigenen Gemar­kung weiden zu lassen, sondern innerhalb dieses ganzen Bezirks, der von ber Hungener bis zur Berstäbter Gemarkungsgrenze reicht.

s. Robheim, a. b. Horloff, 31. Oft. Hier würbe Lehrer Bersch unter großer Anteilnahme ber hiesigen unb der Steinheimer Bevölkerung, so­wie oer Lehrerschaft zu Grabe getragen. Der Trauerzug bewegte sich von Steinheim aus, wo ber Verstorbene bie letzten Jahre gewirkt hatte, nach Rodheim, wo er 30 Jahre als Lehrer tätig war. In dem Rodheimer Bergkirchlein, wo ber Entschlafene bis in seinem letzten Lebensjahre als Organist ge­wirkt hatte, hielt Pfarrer Crull (Trais-Horloff) bie Gebächtnisrebe unb fchilberte ben Verewigten als einen äußerst pflichttreuen, religiös gegrünbe» ten unb mit ber ©emeinbe innig verwachsenen Lehrer, zu besten Füßen eine ganze Generation gesessen habe. Die Schüler umrahmten bie Feier mit mehreren zweistimmigen Gesängen. Dann er­folgte neben ber Kirche bie Bestattung. Danach legte Lehrer Sommer (Steinheim) einen Kranz für bie Schule, Lehrer Sommerlab (Robheim) einen Kranz für ben Schulvorstanb unb bie ©e- melnbe Robheim nieber. Auch bie ©emeinbe Stein­heim ehrte ben Verstorbenen burch Kranznieber- legung. Zum Schlüsse mürbigte ber Obmann bes Bezirks Hungen vom NS.-Lehrerbunb, Lehrer A r n o l b (Utphe), bie Verbienste bes Entschlafenen um ben Bezirksverein unb legte einen Kranz am Grabe nieder.

Kreis Büdingen.

* Büdingen,!. Nov. Zu ber gestern gemefc beten Verhaftung bes Bürgermeisters Selb heim aus Ober-Mockstabt ist in Ergänzung bes gestern burch ein technisches Versehen verstümmel­ten Berichtes mitzuteilen, daß dem nach Nibba