Ausgabe 
1.11.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

n

bürg

i bas in $ W.

MWsfflinr, ' über den ub (9en. am '» $erficfe hat iront Aschinger leine Begleiter itten noch drei ((en. Die Ler- ftorbenen Rett- sich gegen 6 t und gesagt nen. Dann sei . Uhr noch drei von Aichinger, nach (einer Er- rsch bas Lokal m 9täd)5tags Säfte auf die illen, daß die n.

b-

der Zünd, em Rätsel, mich fjeuft Mspro. 7,"^h°r

Don

MtHtln u°d. 3n roe[, m haben, ochmalz den nffrfud)f unb em Stoff e neben iehl danach dieser Jlüf. * ^ch habe

in welcher Srandslelten

i den ?, und beil 4te

mir Ä?*

«S

Äm«. "I'.im ein. tn Mochte."

lebendiger für ihre Ziele einsetzen. Aus der prak­tischen Arbeit der Glaubensbewegung müßten die Pfarrer sehen, daß sie wirklich nichts anderes wolle als das Evangelium Chri ft i zeitgemäß zu verkünden. Dann würden auch alle zur Mit­arbeit bereit sein.Mit aller Kraft", so schloß der Reichsbischof,muß sich die Glaubensbewegung, muß sich jeder Einzelne an die gewaltige Arbeit stellen, die das Volksmissionarische Amt unter Bischof Hossenselder zu leisten hat." Stehen wir treu zusammen, dann werden wir unser Ziel gewiß er­reichen."

Bischof Hossenselder legte die großen Linien für die kommende volksmissionarische Arbeit der Glaubensbewegung dar. Die Glaubensbewegung hat in der neuen Kirche keine neue, sondern ihre «lte Aufgabe. Keinen Fuß breit werden wir von unserem alten geraden Kurs abweichen. Nur die Methode hat sich geändert. Mußten wir in der Ver­gangenheit alsAngreifende" scharf und schnell han­deln, so ist jetzt dieZeitruhiger, sachlicher, unentwegter opferbereiter Arbeit ge­kommen. Heute gilt es wahrzumachen, was wir in der Opposition wollten und als unser Ziel hinstell­ten. Die Stoßkraft der Bewegung muß weiter wach­sen. Sie muß auf den ersten Ruf des Reichsbischofs hin zur Stelle fein, um die schwerste Aufgabe zu lösen, die sich in dem einen Wort zusammenfassen läßt: Volksmission. Letztes Ziel dieser Arbeit ist die Verlebendigung der Gemeinde, die die alte Kirche nicht erreichen konnte.

Ich bereite", so erklärte Bischof Hossenfelder, e i n en großen Aufruf an das evangelische Kirchenvolk, vor allem die Glaubensbewegung vor, in dem die Wege zu diesem Ziel näher aufgezeigt werden. Die alte Art der Volksmission hat ihre Unzulänglichkeit bewiesen. Sie hat überall in der Welt den gleichen Stil. Sie hatte keine Be­ziehung zu den Weltanschauungs­kämpfen, die das Volk bewegten, keine Be­ziehung zu den großen Ereignissen, zu den Kämpfen und Nöten des Menschen. Sie schwebte im luft­leeren Raum. Wir aber wissen, daß es eine besondere deutsche evangelische Fröm­migkeit gibt. Diese Frömmigkeit, die in den Seelen ruht, gilt es zu wecken. Zu dieser Fröm­migkeit gehört die Verbundenheit mit Blut und Boden, mit dem deutschen Volks- t u m. Die Aufgabe der Glaubensbewegung ist es, diese lebendige und fruchtbare Beziehung zu be­jahen und zu pflegen."

Martm-Lucher-Umversiiät Halle-Wittenberg.

In der Aula der Universität Halle-Wittenberg fand eine akademische Reformationsfeier statt, die gleichzeitig dem Gedenken der 4 5 0. Wiederkehr do n Luthers Geburtstag gewidmet war. Rach der Festrede des Rektors Professor Dr. Stieve ergriff als Vertreter des preußischen Kultusministe­riums Ministerialdirektor Jäger das Wort. Er ge­dachte u. a. der engen Verbundenheit der Universität Halle-Wittenberg mit dem Werke Luthers. Wenn man sich in die Geschichte der Universitäten Halle und Wittenberg versenke, io ziehe ein wesentliches Stück Geistesgeschichte vorüoer. Um dieser unmittelbaren Verbindung zwischen Luther und der Universität sicht­baren Ausdruck zu geben, habe das Staatsministe­rium beschlossen, der Universität Halle-Wittenberg den NamenM artin-Luther-Unioersität Halle-Wittenberg" zu verleihen. Nach Ver­lesung dieses vom Ministerpräsidenten Göring unterzeichneten Beschlusses sprach Ministerialdirektor Jäger den Wunsch aus, daß die Universität in Fortführung ihrer glorreichen Tradition unter dem .neuen Namen sich stets der Verantwortung und der geschichtlichen Sendung bewußt sein möge, die ihr durch den Namen Luthers nunmehr eingeprägt sei. Ministerialdirektor Dr. Jäger schloß: Deutschland ist bis zum letzten Mann und in den letzten Winkel auf­gerufen, ein Ganzes zu werden Hieran in Forschung und Lehre mitzuwirken, ist auch die Aufgabe der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Bibelforscherverelmgung in Hessen verboten unk au'gelöft.

-üdslawien, bet , letztere Ser- r ftanÄet n. Ts sprachen M-lutherischen raliliens sowie Modischen Kir­an den Reichs- hslonzler Ldolf huldiginigstele-

a nor der gebung leitet wurde. ier Universität, Her. Kultus' e grüße «w taaisregM- r» die lieber- Mik-raches l Unser M ©ott in semet luther im beut« iem Appells u bas deutsche >ben und semen cit gegen Luge las sei der SM , eiser wandte end Ng Luther aM > ShrhaMlelt,

jabe

I

... V W'Ä«'

» »er

W*

. Airche d-^enen armen

sonders KL

Darmstadt, 30. Okt. (WSN.) Das Staats- Presseamt teilt mit: Auf Grund des § 1 der . Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 * wird die Internationale Bibelforscherver- I e in i g u n g in Hessen mit sofortiger Wirkung ver­boten und aufgelöst. Wer sich an der auf­gelösten Organisation als Mitglied beteiligt oder sie auf andere Weise unterstützt oder den organisato­rischen Zusammenhalt weiter aufrechterhält, wird nach 8 4 der Verordnung des Herrn Reichspräsi- I Lenken zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 bestraft. Das Vermögen der Internationalen Bibelforschervereinigung wird zu­gunsten des Landes beschlagnahmt und ein- re zogen.

Oie deutschen Arbeitslager vorbildlich!

Starke Eindrücke eines Engländers.

London, 1. Nov. (WTB.-Funkspruch.) Der eng­lische Journalist Ward Price sendet der "Daily Mail" einen langen Artikel aus Lübeck über die deutschen Arbeitslager, aus dem des Verfassers un­eingeschränkte Bewunderung für das »on der deutschen Regierung auf diesem Gebiet Ge­leistete heroorgeht. Eingangs wendet er sich ener­gisch gegen die zum Teil im Ausland aufgestellte Behauptung, daß die Lager Zentren für gemein­same militärische Ausbildung seien. Der deutsche freiwillige Arbeitsdienst sei nicht mehr als er zu (ein beanspruche, nämlich die Ausbildung j u n- $e r Leute in harter, methodischer, kör - perlicher Arbeit, verbunden mit der P f l e g e ö e s Gei st es, der Kameradschaft und V e r- ^besserung der E r t r a g s f ä h i g k e i t des Landes. Die Leute seien gut genährt, unterge­bracht und bekleidet. Die Lager würden mit der Gründlichkeit, Sauberkeit und Ordnung geleitet, die dem deutschen Charakter eigen seien. Der Nutzen den die jungen Leute und as Land daraus zögen, fei unverkennbar. Der Korrespondent fordere die Re­gierung seines eigefien Landes auf, vor Einrichtung der in dem neuen Arbeitslosenversicherungsgefetz vorgesehenen Berufszentren eine Infpek - tionskomission in die deutschen Arbeitslager ßu entsenden, die durch ihre Begeisterung, Leistungs- fäbigfeit und Wirtschaftlichkeit vorbildlich seien. SerMrerderDeuischenArbetts-

sront besucht Leverkusen.

Leverkusen, 31. Okt. (TU.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Le y , stattete i« Leverkusen feiner alten Wirkungsstätte, dem

DiedeMenSauemmderZronldeM.Member

Reichsbauernsührer Darrs spricht zu den Bauern Hannovers und Hamburgs.

Stade, 31. Okt. (TU.) Auf der Wingst im Lande Hadeln eröffnete Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister D a r r 6 am Dienstag den Wahlkampf in einer gewaltigen Bauernoer- fammlung. Annähernd 6 0 0 0 Bauern aus Nordhannooer hatten sich in den Sälen der Aus­flugslokale und in mehreren großen Zelten einge­funden. Der Reichsbauernführer D a r r 6, der von Staatsfekretär Backe begleitet war, wurde beim Erscheinen stürmisch begrüßt. Landesbouern- sührer von Reeden betonte einleitend, daß es ohne den Bauernkanzler Adolf Hitler heute kein deutsches Bauerntum mehr gäbe. Er überreichte dann dem Reichsbauernführer und dem Staats­sekretär Backe die große silberne Me­daille der Königlichen Landwirt­schaftsgesellschaft und als persönlichen Dank des hannoverschen Bauernstandes dem Reichs­bauernführer das Symbol des Hannoverlandes, eine große silberne Nachbildung des Hannoverschen Pferdes.

Reichsbauernführer Darrä erklärte sodann u. a.: Trotz guter Ernteergebnisse habe das Bauerntum Not gelitten und Millionen von Volksgenossen hätten hungern müssen. Nicht die Frage der Ren­tabilität des Bauerntums sei akut, sondern die Er­kenntnis, daß das Bauerntum im Interesse des ganzen Volkes erhalten werden müsse, koste es,

was es wolle. Es fei notwendig gewesen, den deutschen Landstand aus der Abhängigkeit von der Börse zu lösen. Die Friedenssehnsucht des deutschen Landstandes sei durchaus ehrlich. Das deutsche Bauerntum sehe in Adolf Hitler den Garanten dafür, daß die Kräfte der internationalen Ideen nicht wieder zur Herrschaft kämen.

Vom Dobrock bei Stade begab sich Reichsbauern- führer Darr6 über Hamburg nach Bergedorf, dem Zentrum des hamburgischen Landgebietes. Der große Saal desColosseums" und die anderen großen Säle waren schon stundenlang vor Beginn der Kundgebung gefüllt. Auf den öffentlichen Plätzen stauten sich vor Lautsprechern trotz des schlechten Wetters große Menschenmassen. Als der Reichsernährungsminister um 21 Uhr erschien, be­grüßten ihn stürmische Heilrufe. Der Minister rich­tete die ernste Mahnung an das Bauernvolk, den Führer, in dessen Person sich heute die Durch­führung des nationalsozialistischen Denkens personi­fizierte, in den kommenden schweren Tagen nicht im Stich zu lassen. Arn 12. November fielen die Würfel darüber, ob wir wieder auferstehen und gesunden, oder ob wir einstmals vor I unseren Enkeln erröten müßten. Das Landvolk steht und fällt mit der Person Adolf Hitlers, mit der Entscheidung am 12. November.

DmiMnds Anteil an demMelfesi der Türkei.

.......popen ars Dolmetsch der freundschaftlichen Gefühle Deutschlands für den Waffenkameraden des Weltkrieges.

Berlin, 31. Okt. (TU.) Im Rahmen der Ber­liner Feierlichkeiten anläßlich des 10jat)rigen Be­stehens der neuen Türkei veranstaltete der Bund der Ausländsdeutschen zusammen mit dem Bund der Asienkämpfer und der Landes­gruppe Türkei, des Willkommenklubs in den festlich geschmückten Räumen des HotelsKaiserhof" einen Tee-Empfang. Die Begrüßungsworte sprach der lübeckische Gesandte Werner Daitz, der ein Bild des türkischen Freiheitskampfes entwickelte. Die Parole Mustafa Kemals: Eintracht drinnen, Frie­den draußen, gleiche dem Friedenswillen des deut­schen Volkskanzlers. Der türkische Botschafter K c - maleddin Sami Pascha hielt eine Rede in türkischer Sprache. Ich freue mich besonders, sagte er u. a., unser 10. Jahresfest mit den Menschen, mit denen wir Schult er an Schulter gegen die Feinde gekämpft haben, die uns und Deutsch­land vernichten wollten, zusammenfeiern zu können. Bei dieser Gelegenheit grüße ich herzlichst im Na­men des türkischen Volkes den ehrwürdigen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg und den großen Friedensfreund und hervorragenden geistigen Schöpfer des National­sozialismus, den deutschen Volkskanzler Adolf Hitler, feine Mitarbeiter und das ganze deutsche Volk. Insbesondere gedenke ich aber mit großer Ehrfurcht der Helden, die mit uns in denselben Reihen gekämpft haben. Die Taten dieser Männer dürfen wir nie vergessen.

Vizekanzler von Popen

führte darauf u. a. folgendes aus: An dem Frsu- oentag der türkischen Republik hat das ganze deut­sche Volk und an der Spitze die Reichsregierung mit großer innerer Bewegung teilgenommen. W i r, die alten W a f f e n g e f ä h r t e n, wissen am

besten, welche ungeheueren Blutopfer das türkische Volk durch Jahrzehnte hindurch für seine Freiheit gebracht hat. Niemand kann daher ehrlicher als wir die Energien be­wundern, die der Führer der neuen Türkei für dieses Aufbauwerk aus einem gänzlich zerschlage­nen, verarmten, mut- und hoffnungslosen Volke heraus zu entfesseln vermochte. Mich hat ein güti­ges Schicksal in die Nähe dieses Mannes der Tat geführt und mit vielen Kameraden gedenke ich heute der Zeiten, wo wir die Ehre hatten, m i t i h m und unter i h m für ein gemeinsa­mes großes Ziel zu kämpfen. Meine letzte Erinnerung an ihn ist eine Unterredung, die ich in den Tagen des Zusammenbruchs hatte. An jenem Oktobertage 1918 sagte er mir: Das Schicksal hat gegen uns entschieden. Jeder von uns muß nach neuen Wegen suchen, sein Volk aus dieser entsetz­lichen Lage zu befreien. Der Vorhang ist gefallen. Der 2. Akt beginn t." Der zweite Akt ist nun bereits in das Buch der Geschichte eingetragen. Be­wußt der völkischen Kräfte erkennt das türkische Volk seine geschichtliche Rolle als die eines Mitt­lers zwischen Asien und Europa. Das deutsche Volk, das heute noch den Kampf um feine Freiheit und Gleichberechtigung zu führen hat, nimmt von allen Völkern Europas den wärm­sten Anteil an der historischen Entwicklung der Türkei. Das deutsche Volk hat inzwischen gelernt, daß Würde und Ehre eines Landes niemals durch zwangsweise Unterschriften unter Friedensverträge fortgenommen werden können, und es hat gelernt, daß es in der Zukunft niemals mehr etwas unterschreiben wird, was gegen diese Lebensgrundsätze eines jeden souveränen Volkes verstößt.

Werk der IG. Farbenindustrie, einen Besuch ab. Vor einem Jahrzehnt legte Dr. Ley dort, wo Sozialdemokraten und Kommunisten die Vormacht­stellung inne hatten, die Keimzelle der national­sozialistischen Bewegung im Rheinland. Bei einer Kundgebung auf dem Marktplatz hielt Dr. Ley, stürmisch begrüßt, eine kurze Ansprache, in der er u. a. ausführte: Jetzt sehen wir, daß unser lan­ger und schwerer Kampf gewonnen ist. Heute ist der Arbeiter wieder gleichbe­rechtigtes wertvolles Glied innerhalb der großen deutschen Weg- und Schicksalsgemein­schaft. Der Unternehmer ist nicht mehr der Blutsauger, als der er dargestellt wurde, er ist nicht mehr der profitgierige Kapitalist, sondern er wird wissen, daß das Arbeitertum tausendmal wertvoller ist als alle seine Güter unb als alle seine Maschinen. Diese Gemeinschaft von Arbeitern und Unternehmern, die sich einfad) gegenseitig nötig haben, wird den großen deutschen Zukunftsweg gehen, den uns unser großer Führer weist. Unser Führer hat uns wieder zur großen Volksbefragung aufgerufen. Was er tat, hat er in großer Verantwortung und im Höch- ften Pflichtbewußtfein gegenüber seinem Volk ge­tan. Es ist nun unsere Pflicht, i h m geschlossen auf ewige Zeiten die Treue zu halten. Das Ausland soll am 12. November sehen, daß Führer unb Gefolgschaft eine unzertrenn­bare Einheit bilden.

Witt Japan die Llnierseebooie abschaffen?

London, 31. Okt. Der Flottenkorrespondent des Daily Telegraph schreibt: Angesichts der Wahr­scheinlichkeit, daß Großbritannien auf der nächsten Flottenkonferenz wieder auf die allge­meine Abschaffung der U-Boote brin­gen wird, kommt folgender aus zuverlässiger Quelle stammender Mitteilung besondere Bedeutung zu: Japan ist, wie verlautet, bereit, alle feine Unterfeeboote z u verschrotten, voraus­gesetzt, daß die anderen Mächte dasselbe t u n und daß auch die Flugzeugmutter­schiffe abgeschafft werden. Der Korrespondent be­ton, daß neben Frankreich Japan d i e größte und stärkste moderne Unterseeboot­flotte besitze, was Japans neue Politik um so bemerkenswerter mache.

Zur Verhaftung des englischen Journalisten in München.

München, 31.Okt. (TU.) Zur Verhaftung des englischen Journalisten Panter in München er­klärte der bayerische Staatsminister des Innern, Adolf Wagner, als Polizeiminifter, der United Preß u. a., es müßte ein Gebot der Höflich­keit und des Anstandes der in Deutschland Gastrecht genießenden ausländischen Journali­sten sein, Meldungen so hinauszugeben, wie es sich für einen Gast im fremden Lanb gehöre. Jedtz

Meldung über die Bewaffnung der SA. oder SS. fei Lüge. Es fei der SA. nicht einmal gestattet,, Seitengewehre zu tragen. Daß die Leib­wache des Führers und SA.-Wachen, die für den persönlichen Schutz prominenter Männer notwendig sind, bewaffnet sein müssen, sei selbstverständlich. Für eine gründliche Prüfung des Falles Panter werde Sorge getragen werden. Ein gerichtli­ches Verfahren werde unter allen Umständen durchgeführt. Um der Welt zu zeigen, wie un­sinnig sie zum Teil von ihren nach Deutschland geschickten Vertretern unterrichtet wird.

Kleine politische Nachrichten.

Der bisherige Präsident der Deutschen (Ren- tenbant und gleichzeitige Vorsitzende des Ver­waltungsrates der Deutschen Rentenbank-Kreditan­stalt, Staatsminister Dr. L e n tz e, hat am 31. Ok­tober d. I. seine Aemter niedergelegt und ist zum Ehrenpräsidenten der Deutschen Rentenbank ernannt worden. Ministerpräsident a. D. Gran- z o w wurde zum Präsidenten der Deutschen Ren- tenbanf und zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Deutschen Rentenbankkreditanstalt gewählt.

*

Der Reichsminister des Innern hat für die Be­tätigung der Tecynischen N o t h i l f e im natio­nalsozialistischen Staat neue Richtlinien erlas­sen und dabei gleichzeitig den Nothelfern d e n D a n k der Reichsregierung für die in schweren Jahren dem Volk und Staat geleisteten Dienste aus­gesprochen.

*

Der Führer der Akademie für deutsches Recht, Minister Dr. Frank, hat den Reichsarbeits- niinifter Franz Selbte zum Mitglied der Aka­demie für deutsches Recht berufen.

Reichsarbeitsminister Franz Seldte hat dem Bund Deutscher Mietervereine e.93. in Dresden mitgeteilt, daß er ihn als einzige Spit­zenorganisation der deutschen Mieterschaft aner­kennt.

*

Der Versicherungsverein deutscher E i s e n b a h n b e d i e n st e t e r hat 300 000 Mark dem Winterhilsswerk zur Verfügung gestellt.

Aus öfter Well

Luslschuhübungen in Mailand.

In Mailand fanden in einer der letzten Nächte Luftschutzübungen statt. Ein Bombenschlag im Mittelpunkt der Stadt kündigte den feindlichen Angriff an. Einschlagstelle war die alte SDlailänber Börse, aus deren Fenster man kurz nach dem Einschlag dichten Qualm von Brand- und Gasbom­ben steigen sah. Feuerwehr und Rotekreuz-Wagen die Besatzungen mit Stahlhelmen und Gasmas- ken ausgerüstet waren sehr schnell an der Ein­schlagstelle, wo die Rettungsarbeiten die Bewoh­ner des Börsenhauses wurden von Jungfafchiften

gestellt oornahmen. Auf das Heulen der Sirenetz wurde von der elektrischen Zentrale aus die gesamte Stadtbeleuchtung abgefteüt. Der Verkehr ruhte gänz­lich. Mailand lag in völligem Dunkel. Erst als 3/a Stunden später erneute ©irnenfignale das Abziehen der feindlichen Flugzeuge meldeten, wurde die Hebung, der die Vertreter der Zivil- und Militär­behörden in großer Zahl beiwohnten, beendet.

Schwere Stürme übet Nordsee und Ostsee.

Wie heimkehrende Fischdampfer berichten, Herr- sichen zur ^eit schwereStürme in derNord» (e e. Die Fischerei nördlich und südljch der Dogger- dank mußte wegen des orkanartigen Sturmes vor- übergehend eingestellt werden. Die Zufuhren an frischen Seefischen haben sich daher erheblich ver­ringert. So standen in den St. Pauli-Fischhallen am letzten Hamburger Fischlage nur etwa 60 000 Pfund Fische zum Verkauf. Die Ware wurde dem­zufolge flott abgesetzt.

*

Im nördlichen Teil der Ostsee haben sich bei schwerem Herbstfturm mehrere schwere Schiffsunfälle ereignet. In der Nähe der 'Insel Gotland strandete das finnische Segelschiff Alice Gaulke"; die aus vier Männern, einer Frau unb einem Knaben bestehende Besatzung befindet sich noch an Bord. Da die Wellen über das Wrack hinwegschlagen, ist die Lage kritisch. Bisher glückte es auch mit dem Raketenapparat nicht, die Schiffs­brüchigen zu befreien. Ebenfalls in der Nähe der Insel Gotland befindet sich ein viermastiges Segel­schiff, dessen Namen unb Nationalität nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte, in Seenot. Die Besatzung besteht aus 12 Mann. Man ver­mutet, daß es sich um den finnischen DampferSa- lisburry" hanbelt. Schließlich soll ein norwegisches Schiff gestrandet fein; bei Carlsö trieb ein Ret­tungsring an Land, der den NamenHomlsdal" führt.

Der Mörder des SA.-Mannes Dokter zum Tode verurteilt.

Das Breslauer Sondergericht verhandelte in Dels gegen den 23jährigen Arbeiter Kurt Gerber, der am 25. Oktober den SA.-Mann Dokter in dem Dorfe Maliers, Kreis Oels, durch mehrere Mefferftiche getötet hatte. Der Zuhörerraum war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Der nach entsetzlichen Qualen am letzten Sams­tag gestorbene 23jährige SA.-Mann Dokter hat auf dem Sterbelager feine Aussagen noch unter Cid zu Protokoll gegeben. Danach war er früher mit dem Mörder Gerber eng befreundet, entzweite sich aber mit ihm, als er vor zwei Jahren in die SA. eintrat. Gerber habe ihm seit dieser Zeit nach- gestellt. Am Abend des 25. Oktober hat er Gerber vor den Fenstern der Gastwirtschaft seines Vaters gesehen unb ihn wiederholt aufgeforbert, wegzu- gehen. Plötzlich hat Gerber ihm mit einem Messer einen Stich in den Hinterkopf versetzt, burch den er sofort an allen Gliedern gelähmt wurde. Als Dokter schon am Boden lag, hat der Mörder noch zweimal zuaeftochen. Nach etwa zweistündiger Be­ratung verhängte das Gericht über Gerber die Todesstrafe, verbunden mit dem dauernden Verlust der Ehrenrechte.

Ein Berliner Sfabtrat wegen Bestechlichkeit verhaftet.

Der seit 1929 vom Amte suspendierte Berliner Stadtrat Wilhelm Benecke wurde jetzt wieder verhaftet. Gegen ihn hatte die Staatsanwalt- fchaft schon vor etwa zwei Jahren Anklage wegen schwerer passiver Bestechung im Amt erhoben. Er wurde jedoch unbegreiflicherweise außer Ver­folgung gesetzt. Benecke wird zur Last gelegt, im April 1929 mit den Gebrüdern Sklarek den be­rüchtigten Monopolvertrag geschlossen zu haben, nach dem die Firma Sklarek das alleinige Recht zur Belieferung der Stadt Berlin mit Textil­waren hatte. Dazu wurde er durch Bestechung größten Umfanges bewogen, die er von den Brü­dern Sklarek in Gestalt von größerenRennge­winnen", in barem (Selbe und in einer außer­ordentlich umfangreichen Kleiderbelieferung erhielt. Der Prozeß gegen Benecke wird wahrscheinlich noch im November vor dem Landgericht Berlin statt- finben.

Deutsches Schwesternpaar in Frankreich zu je zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.

Das Schwurgericht von Aix-en-Provence hat den Hauptangeklagten im Mord- und Betrugs­prozeß Sarret zum Tode und feine beiden Helfershelferinnen, das deutsche Schwesternpaar Katharina und Philomene Schmidt zu je zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Aufent­haltsverbot verurteilt. Es handelt sich um eine Mord- unb Betrugsaffäre, die bereits jahrelang zurückliegt und nur durch einen Zufall entdeckt wurde. Hauptangeklagter ist der frühere Rechtsan­walt Sarret. Als feine Helferinnen hatten sich zwei Deutsche, die Schwestern Katharina und Phi­lomene Schmidt, zu verantworten, die lange vor dem Weltkrieg nach Frankreich gekommen waren. Durch ihre Beziehungen zu Sarret, der sie anfäng­lich in geschäftlichen Angelegenheiten beraten hatte, waren sie in ein gewisses Hörigkeitsverhältnis gera­ten unb wurden Mitwisserinnen unb Mittäterinnen einer Reihe bunfler Mordtaten, Fälschungen und Betrügereien, die dem Rädelsführer viele Millionen eingetragen haben. Die Schwestern stammen aus einer bayerischen Offiziersfamilie.

Gemäldediebstahl in Warschau.

Im Krasinski-Museum in Warschau wurde ein schwerer Gemälbebiebstahl verübt. Gestohlen wurden 15 seltene Bilder und ein Gewehr, bas Kaiser Napoleon dem General Krasinski zum Ge­schenk gemacht hat. Die Diebe sind auf dem Weg durch das Glasdach in bas Museum eingebrungen. Der Gesamtwert ber geraubten Gegenstänbe wird auf eine halbe Million Zloty geschätzt. Die Ermittlungen weisen darauf hin, baß das Ver­brechen von einer internationalen Diebesbande be­gangen worden ist, die zweifellos versuchen wird, die entwendeten Kostbarkeiten im Ausland zu ver­kaufen.

Wettervoraussage.

Obwohl sich die nördlichen Störungen nach und nach auffüllen, fließt weiterhin ozeanische Luft nach dem Kontinent. Der Witterungscharakter bleibt daher vorerst noch etwas unsicher, so daß bei wechsel­hafter Bewölkung einzelne Schauer zu erwarten sind. Da aber von Westen her der Luftdruck kräftig an- steigt, ist späterhin mit nfljigerem Wetter zu rechnen.

Aussichten für Donnerstag: Wechselnd­wolkig mit Aufheiterung, kühl und einzelne Schauer.

Aussichten für Freitag: Allmähliche Be­ruhigung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 31. Oktober: mittags 8,8 Grad Celsius, abends 6,7 Grad; am 1. November: morgens 3,4 Grad. Maximum 9,2 Grad, Minimum 3,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Oktober: abends 6,8 Grad; am 1. Novembet- morgens 6 Grad Celsius. Niederschläge 9,8 mm.-r- Sonnenscheindauer eine Viertelstunde.