Nr. 256 Erstes Blatt
183. Jahrgang
Mittwoch, 1. November 1933
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Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Gange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An» zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich m (ßie ;e»
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Stimme oes Lottes.
Von Ministerialrat Or. Kaifenberg, Berlin.
Reichspräsident und Reichsregierung haben das deutsche Volk aufgerufen, zu den Schicksalsfragen der Ration Stellung zu nehmen und seiner Verbundenheit mit der Reichsregierung feierlichen Ausdruck zu geben. Die A b st i m m u n g am 12. November 1933 wird ein Ereignis werden, wie es in der Weltgeschichte bisher nicht zu verzeichnen ist. Mit der Neuwahl des Reichstages wird zum ersten Male eine Volksab- ft i m m u n g auf Grund des von der Reichsregierung erlassenen Gesetzes über Volksabstimmung vom 14. Juli 1933 verbunden werden.
Volksabstimmungen hat auch die Verfassung von Weimar gekannt, vornehmlich in der Form des Volksentscheids bei der Volksgesetzgebung. Doch war dieser Volksentscheid mit dem parlamentarischen Gesetzgebungswege so verzahnt, daß ein praktisches Arbeiten des Mechanismus der Volksgesetzgebung so gut wie ausgeschlossen war. Nach Artikel 75 der Verfassung konnte nämlich durch den Volksentscheid ein Reichstagsbeschluß nur dann außer Kraft gesetzt werden, wenn sich die Mehrheit der Stimmberechtigten an der Abstimmung beteiligte, d. h. einen Stimmzettel abgab, mag dieser auch auf Nein gelautet haben oder absichtlich oder unabsichtlich ungültig gemacht worden sein. Durch das Erfordernis der Erreichung der Beteiligungs- Ziffer war ein Volksentscheid nahezu aussichtslos gemacht. Da jeder Volksentscheid nach der Weimarer Verfassung in positiver Richtung sich als ein Volksbeschluh gegen einen Reichstagsbeschluß darstellte, hatte sich in der Praxis die Uebung gebildet, daß die Gegner des Volksentscheides die Parole „Stimmenthaltung" ausgaben und nicht zur Stimmurne gingen. Denn so konnte am wirksamsten das Zustandekommen der Beteiligungsmehrheit bekämpft werden. Nach der Weimarer Verfassung war ferner der Volksentscheid nur für Gesetzgebungsakte eröffnet, d. h. für Angelegenheiten der Gesetzgebungsgewalt, nicht aber für solche der Verwaltung und damit der politischen Führung. Das hat dazu veranlaßt, Fragen politischer Natur in Gesetzesform zu gießen, wie das beim Volksentscheid über das Freiheitsgesetz (1930) mit dem Widerruf des erzwungenen Kriegsschuld- Anerkenntnisses der Fall war.
Volksabstimmungen hat es schon bei den alten Griechen gegeben. Bei den germanischen Stämmen war sie die regelmäßige Form der Rechtssetzung. Die Stämme der Germanen waren in Hundertschaften gegliedert, in der die Sippen freier Markgenossen zu einer politischen Einheit, die L a n d s gern e i n d e, zusammengeschlossen waren. Die Lands- gemeinde stellte die Gesamtheit aller wehrfähigen Freien dar und übte die Gesetzgebung aus. Die unmittelbare Mitwirkung des Volkes an der Gesetzgebung findet sich bis in das Mittelalter hinein in den Markgenossenschaften und Reichsdörfern und blieb in den Schweizer Kantonen bis auf heute erhalten. In der französischen Geschichte sind Volksabstimmungen großen Stils wiederholt zu verzeichnen. Napoleon I. hat sich dreimal durch Plebiszit entscheidende staatsrechtliche Akte bestätigen lassen, zuletzt 1804 die Umwandlung der Republik in ein erblichesKaiserreich. AuchNapoleon III. hat sich des Plebiszits bedient Die Frage der Wiederherstellung des erblichen Kaiserreichs hat er am 21. November 1852 zur Volksabstimmung gestellt.
In der Schweiz ist das Volksgesetzgebungsverfahren weitgehend ausgebildet, und zwar nicht nur in den Kantonen, sondern auch seit 1848 im Bund. In der Eidgenossenschaft werden Bundesgesetze und allgemein verbindliche Bundesbeschlüsse, oie nicht dringender Natur sind, dem Referendum, der Volksabstimmung, unterstellt, wenn diese von 30 000 Schweizer Bürgern gefordert wird. Im Laufe der Jahrzehnte sind in der Schweiz zahlreiche Fragen unmittelbar durch das Volk entschieden worden. So ist im Referendum die Verhältniswahl 1916 verworfen, 1918 angenommen worden. Angenommen wurde das Schächtoerbot (1893), das Verbot des Absinths (1908), das Verbot der Errichtung von Spielbanken (1920) und die Unterstellung von Staatsverträgen unter das Referendum (1921). Der Bundesbeschluß über den Beitritt der Schweiz zum Völkerbund wurde am 16. Mai 1920 in der Volksabstimmung mit einer geringen Mehrheit angenommen. Bei dieser Abstimmung wurde die höchste Beteiligung seit Einführung der Volksabstimmung im Bunde mit 77,5 v. H. erreicht.
Das neue Reichsgesetz über d i e Volksabstimmung ist anfänglich teilweise mißver- standen worden, insofern, als manche glaubten, es würde dem Gedanken des autoritären Führerstaates widersprechen. Gerade aber das Führer- prinzip verlangt, daß der Führer von Zeit zu Zeit über entscheidende Fragen sich der Stimme Des Volkes versichert und so feftaeftelU wird, daß der Führer vom Willen des Volkes getragen und er der Vollstrecker des Volkswillens ist. Das neue Volk-- ibstimmunasgesetz ermöglicht es der Reichsregierung, das Volk zu befragen, ob es einer von ihr beabsichtigten Maßnahme zu- ftimmt ober nicht Bei der Maßnahme kann es sich auch um ein Gesetz handeln. Die Volksabstimmung in dem Volksbefragungsoerfahren ist eine neue Art der Volksabstimmung, die mit dem Volksentscheid der Verfassung nichts gemein hat. Bei der neuen Volksabstimmung entscheidet d ie Mehrheit der abgegebenen gültig en Stimmen. Indem nur Die gültigen Stimmen gezählt werden und die einfache Mehrheit entscheidet, wird eine Sabotage der Abstimmung, wie sie die Verfassung zuließ, unmöglich gemacht. Jeder Volksgenosse, der auf Achtung und Verantwortungsbewußtsein gegenüber Volk und Staat Wert legt, wird und muß zur Stimmurne gehen.
Deutschland und die Kleine Enienie.
Der tschechische Außenin.mster zur neuen Lage -Prag wünscht keine Komplikationen — Beneschs Gorgen um das Gchickial des Vö'kerbundee
Die dem deutschen Volke von seiner Regierung vorgelegte Frage lautet dahin, ob es die ihm in dem Aufruf der Reichsregierung vom 14. Oktober oorgelegte Politik des Friedens, der Versöhnung und der Verständigung, aber auch der Ehre und Gleichberechtigung billigt und ob es bereit ist, diese Politik als den Ausdruck seiner eigenen Auffassung und seines eigenen Willens zu erklären und f i ch feierlich zu ihr zu bekennen. In dem Stimmzettel, der aus grünem Papier besteht, ist zunächst der Aufruf der Reichsregierung vom 14. Oktober vorgedruckt. Dann folgt die Frage:
Billigst du, deutscher Mann, und du, deutsche Frau, die Politik deiner Reichsregierung und bist du bereit, sie als den Ausdruck deiner eigenen Auffassung und deines eigenen Willens zu erklären und dich feierlich zu ihr zu bekennen?
Unter den beiden vorgedruckten Worten Ja und
Prag, 31. Okt. (TU.) In den Außenausfchüs- sen der beiden Kammern Des Prager Parlaments sprach der tschechoslowakische Außenminister Dr. B e n e s ch am Dienstag ausführlich über dir internationale Lage Er erklärte u. a.: Die Abkehr Deutschlands von der Abrüstungskonferenz und fein Austritt aus Dem Völkerbund ist von so weittragender Bedeutung, daß die Regierung sich verpflichtet fühlte, den gesetzgebenden Körperschaften wenigstens das Notwendigste über die gegenwärtige internationale Lage zu sagen. Die Entscheidung der deutschen Regierung muß als definitive Ablehnung der militärifchen Klauseln Des Versailler Vertrages ausgelegt werden, als A b - lehnung aller Abrüstungsvvrschläge, die Deutschland Die tatsächliche Rüstungsgleichheit gewähren. Das heutige deutsche revolutionäre Deutschland roirD nichts mehr annehmen, was es politisch, militärisch unD moralisch nicht allen a n- Deren Großmächten gleicht eilen mürDe. Die Revolution Des nationalsozialistischen Deutschlands bedeutet zweifellos einerseits eine allmähliche Aenderung Der ganzen europäischen Kontinentalpolitik, anderseits eine neue schwere Krise Des Völkerbundes. Für Deutschland würde es sich jetzt darum handeln, daß man zu Verhandlungen zwischen den Großmäch- t e n übergehe. Erst nach dem Ergebnis dieser Verhandlungen und nach der Vorbereitung eines Abrüstungsvertrages, der für Deutschland die Frage Der Rüstunasgleichheit nach seinem Wunsche lösen roürDe, würde Die Frage Des weiteren Verhältnisses Deutschlands zum Völkerbund gestellt werden.
„Ich verhehle mir nicht, daß es, wenn es zu dieser (Einigung nicht kommen sollte, schwere internationale Streitigkeiten geben könnte und daß dabei die Existenz des Völkerbundes schwer bedroht werden würde. Aber wie aus all diesen Erwägungen hervorgeht, sehen wir im heutigen Vorgehen Deutschlands nichts, was in dec nächsten Zeit irgendwelche katastrophalen Krisen Hervorrufen könnte. Wir ändernnichtsan unserembisherigengutenundkor- retten Verhältnis zu unserem deutschen Nachbarn, mögen seine inneren Angelegenheiten welche Entwicklung auch immer nehmen und wir hoffen, daß das auch auf der anderen Seite der Fall sein wird."
Dr. Benesch wiederholte dann die Erklärung, daß die tschechoslowakische Politik von der treuen Freundschaft mit der demokratischen französischen Republik geleitet werde Die Kleine Entenie habe auch nicht Die Absicht, irgenDeinen gegen anDere Staaten gerichteten Wirtschaftsblock zu bilDen. Die tschechoslowakische Regierung hege den Wunsch, daß namentlich die Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Oe st erreich verschwinden und keine größere Krise heroorgerufen werde. „Unsere Außenpolitik wird alles tun, um zur Aufrechterhaltung Des FrieDens beizutragen, Denn bei kühler Erwägung sinD alle europäischen Politiker Darin einig, Daß es Wahnsinn wäre, Europa in einen Konflikt hineinzutreiben. Ich bin überzeugt, Daß es möglich ist, Den Völkern Europas Die Zusammenarbeit zu bewahren. Das Jahr 1934, Das ziemlich bewegt sein roirD, roirD uns zeigen, wohin Die Entwicklung geht."
E.ndrücke aus Oesterreich.
LonDon, 31. Okt. (ERB.) „Morning Post" veröffentlicht einen Stimmungsbericht aus Oesterreich, in Dem gesagt wird, obgleich Bundeskanzler Dr. Dollfuß an persönlicher Beliebtheit seit dem Anschlag auf sein Leben gewonnen habe, verliere sein Regime im großen und ganzen an Boden. Polizei, Heer und die .Kräfte der Ordnung" seien, wie man glaube, fest auf Seiten des Kanzlers. Ueberall herrschten jedoch Intrigen. Die Freunde des Bundeskanzlers hofften vor allem auf die Unterstützung von England, denn sie ürdjteten, daß, wenn Oesterreich nationalsoziali- tisch werde, Ungarnraschfolgen würde, und daß dann auch die Tschechoslowakei nicht mehr lange auf sich warten lassen werde
Jules Sauerroein veröffentlicht im „Paris
Soir" eine Unterredung mit dem Generaldirektor eines großen österreichischen Werks namens Neubacher wieder, der früher im Anschlußkomitee eine Rolle spielte. Dieser erklärte: Täuschen Sie sich nicht, unsere Partei ist bei weitem die st ä r k st e, obwohl sie keinen Führer, keine Fahne, keine Presse hat und auch nicht die Möglichkeit besitzt, sich öffentlich vernehmen zu lassen. Sie ist Die stärkste, weil sie die einzig logische ist. Welchen Sinn hat es für 6 Millionen deutscher Oester- reicher, gegen Die übrigen 65 Millionen Deutschen eine Fehde zu eröffnen? Man bedient sich gegen uns Nationalsozialisten Der Waffen eines saschisti- , schen Regimes; Das kann nicht anDauern. Man er- I
stickt nicht eine so machtvolle Woge Durch Polizei- mittel.
Vom Turm Des Wiener Rathauses wehte Dienstag mittag eine mächtige Fahne in Den österreichischen Farben Rotweißrot, Die in Der Mitte ein großes Hakenkreuz zeigte. In Der Umgebung Des Rathauses sammelten sich in kurzer Zeit zahlreiche Menschen an, welche Den Vorfall lebhaft besprachen. Die Feuerwehr holte schließlich Die Fahne vom Turm herunter. Es ist Dies innerhalb kurzer Zeit Der Dritte Fall, Daß bei hellichtem Tage unD zur Zeit Des regsten Ver- kehrs am Wiener Ring eine Fahne mit Dem Hakenkreuz aufgezogen rourDe.
SttReichswchmnmstn weist die Mnmgkeii eines denWen Durchmarsches durch die Schweiz nach. Unterredung eines schweizerischen Offiziers mit dem Reichswehrm nister Generaloberst von Blomberg.
Basel, 31. Okt. (TU.) Ein höherer schweizerischer Offizier hat sich wegen Der angeblichen Enthüllungen von Deutschen Durchmarschplänen durch die Schweiz an Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg gewandt und um Beantwortung verschiedener genauer Fragen gebeten. In der Erwiderung, die von der „Neuen Baseler Zeitung" wiedergegeben wird, legte der Reichsroehrminister sowohl vom militärischen als auch vom politischen Standpunkt aus die Unsinnig.keit solcher Behauptungen und Gerüchte Dar, Die ja nicht von einem Schweizer, Der um fein LanD besorgt sei, stammten, fonDern aus einer Dunklen Quelle mit beftimmten Absichten. DeutschlanD als Das militärisch schwäch ste LanD Des Kontinents mit seiner entmilitarisierten Zone ringe um Die dürftigsten Vorbedingungen zur Sicherung feiner Grenzen.
Ihm gegen Das roaffenffarrenbe von verbündeten im Offen und Südosten umgebene Frankreich einen A n g r i f f s w i l l e n zuzuschreiben, sei absurd. Denn behauptet werde, der Gürtel der französischen Grenzbefestigung im Offen lege Deutschland den Durchbruch durch die Schweiz nahe, so lehre schon ein Blick auf die Karle d as Gegenteil. Selbst, wenn man von der Kampseskrafl der schweizerischen Armee absehe, die nicht unterschätzt werden dürfe, so sei es schon deswegen unmöglich, einen deutschen Sfohfeil unter Umgehung von Belfort
zwischen Idstein und dem Bodensee über das schwierige schweizerische Durch- marfchgelände nach Frankreich hineinzubringen, weil die rückwärtigen Verbindungen diese Sfoßtruppe gewissermaßen unter ben fianonen Der französischen Fesfungssront liegen. Französische Teilkräfte genügten hier, um jeben lag bie Falle zuzumachen. 2Han habe den deutschen Offizier bisher doch höher eingeschäht, als daß man ihm eine solche Wahnsinnstat zutrauen könnte.
Der Minister erinnert Dann an Die Erfahrungen Des Weltkrieges und stellt bie rethorische Frage, wo Der Schwerpunkt Der schweizerischen Grenzschutzbesetzung gelegen fei, an Der deutschen oDer französischen Grenze unD in welchem General st ad 1918 eine Offensive Durch Die Schweiz erwogen worDen sei. Die Achtung DeutschlanDs vor Dem Schweizer Volk unD seinem altüberlieferten Wehrgeist Dürfte wohl DeutschlanD vor Dem DerDacht bewahren, unter Verletzung Der schweizerischen Souveränität militärische Durchmarschpläne zu hegen. Was Die politische Seite anbelange, so habe ja Der Reichskanzler erst vor kurzem ausDrücklich erklärt. Daß es zwischen DeutschlanD unD Frankreich keinen moralisch oDer vernünftig zu r e ch t f e r t i g e n D e n GrunD für einen Kamps gebe.
Marokkanische Truppen als Lückenbüßer im französischen Heer.
General Weygand fährt nach Marokko.
Paris, 31. Okt. (TU.) Der stelloertretenDe Vor- sitzenDe Des Obersten französischen Kriegsrates, General Weygand, ist auf seiner Reise nach Marokko in Tanger eingetroffen, lieber Die Ursachen für Die Reise Weygands sinD Die verschieDensten Gerüchte verbreitet. Es scheint aber, als ob Drei besonDere GrünDe ihn Dazu veranlaßten:
1. Die Jahre 1934 bis 38 sinD für Die Rekrutierung Der französischen Armee infolge Des Durch Den Weltkrieg hervorgerufenen Geburtenausfalles Die „vier mageren Jahr e". Der Oberste französische Kriegsrat soll Deshalb angeblich in Erwägung gezogen Haden, die Lücke Durch Die Heranziehung von in Marokko stationierten Truppen auszufüllen. Der Ge° neralrefiDent von Marokko unD vor allem Der Oberbefehlshaber Der marokkanischen Truppen sollen je- Doch gegen Diesen Plan sein unD sich Dabei Darauf berufen, Daß eine Schwächung Der Effektivstärke in Marokko mit Der Sicherheit Des Protektoratsgebietes nicht vereinbar fei. General WeyganD beabsichtige Deshalb, sich an Ort und Stelle von Der
Möglichkeit einer solchen TruppenverminDerung zu überzeugen.
2. Die sogenannte französische Besriedungs- aktion, Die Den ganzen Sommer hindurch im Atlasgediet Durchgeführt wurde, ist noch nicht beendigt, da sich ein Teil Der noch nicht unterworfenen Eingeborenenstämme in Das süDliche Gebiet zu- rückgezogen hat. General WeyganD soll Daher angeblich mit Dem Oberbefehlshaber in Marokko einen neuen Operationsplan besprechen, Der int Frühjahr zur Durchführung gelangen soll.
3. Die spanisch-französischen Verhandlungen über Das Grenzgebiet von R i o De Oro sind noch zu keinem Abschluß gelangt. Es verlautet aber immer roieDer, Daß ein gemeinsamer spanisch - französischer Operationsplan ausgearbeitet werben soll, um Die Unsicherheit, Die besonDers in Diesem Gebiet Durch NomaDenstämme heroorgerufen roirD, zu beheben.
Diese Drei Punkte Dürften HauptgegenstanD Der Besprechungen sein. Die General WeyganD mit Den Militär- und Zivilbehörden in Marokko führen wird.
Nein steht je ein quadratisches Viereck, Darin ein freischwebender Kreis. Die Stimmabgabe erfolgt in Der Weise, Daß Der Stimmberechtigte, Der Die Frage bejahen will, unter Dem Worte „Ja", Der Stimmberechtigte, Der sie verneinen will, unter Dem Worte „Nein" in Den Dafür vorgesehenen Kreis ein Kreuz setzt. Ob ein Stimmzettel ungültig roirD, wenn Die vorgeschriebene Form Der Stimmabgabe nicht genau eingehalten roirD, ist nicht besonders geregelt. Es gilt Die allgemeine Vorschrift, wonach Stimmzettel ungültig sinD, aus Deren Inhalt Der Wille Des AbstimmenDen nicht unzweifelhaft zu erkennen ist. Kreuze sind in jeder Form zugelassen. Auck Hakenkreuze sind zulässige Kreuze. Bei Der Entscheidung Der Frage, ob eine gültige Stimmabgabe vorliegt ober nicht, wirb man nicht nach formaljuristischen Erwägungen entscheiben. In Zweifelsfällen wird man den eindeutigen Willen
des Stimmberechtigten maßgebend sein lassen. Denn nur damit wird man dem allgemeinen Rechts- bewußtsein gerecht. Um nicht Gefahr zu laufen, daß bie Stimme für ungültig erklärt wirb, empfiehlt es sich jebenfaüs, sich möglichst an die Regel zu halten und das Kreuz so in den Kreis zu setzen, daß der Schnittpunkt innerhalb Des Kreises zu liegen kommt.
Mit der Abstimmung verbunden ift bie Neuwahl bes Reichstages. Der Reichstagsstimmzettel auf weißem Papier wirb gleichzeitig mit Dem grünen Stimmzettel für Die Volksabstimmung in einem Wahlumschlag abgegeben. Nach Dem Gesetz gegen Die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 besteht in DeutschlanD als einzige politische Partei Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Nur diese kann Wahlvörschläge einreichen. Das Reichs-


