Ausgabe 
1.11.1933 Drittes Blatt
 
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Nr. 256 Drittes Blatt

Glehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheften)

Mittwoch,!. November 1953

"g

Oie Regierung Hitler und die Kommunalpolitik.

Von Or. Julius Lippert, <5taat0fommiflar in der Hauptstadt Berlin.

Innerhalb der bisherigen Arbeiten hat die Re­gierung unseres Reichskanzlers Adolf Hiller gerade auf kommunalpolitischem Gebiet außerordentlich tiefgreifende und das persönliche Leben eines jeden Einzelnen betreffende Erfolge aufzuweisen. Das ver­gangene System hatte, um seine Erfüllungspolitik durchführen zu können, die Finanzen des Reichs und der Länder bis zum Rande der Erschöpfung geschwächt und es verstanden, einen großen Teil der Lasten dieser Politik unmittelbar auf die Gemein­den abzuwälzen. Rur so ist es zu erklären, daß in ständig wachsendem Umfange die Sorge für den Unterhalt der Erwerbslosen auf die Gemeinden übertragen wurde, deren gesamte Finanzgebarung dadurch in einen unheilvollen Wirrwarr geriet. Die Reichshauptstadt hatte im Jahre 1932 einen Etat, der aus der Ausgaben- und auf der Einnahmenseite mit je rund einer Milliarde angesetzt war. Fast ein Drittel dieser Beträge betraf zwingende Aus­gaben, die dazu dienten, die riesigen Scharen der Erwerbslosen wenigstens vor dem Verhungern zu schützen. Hinter dieser auferlegten Pflicht mußten alle kulturellen Ausgaben in steigendem Maße zurücktreten. Es war zu Anfang des Jahres 1933 kaum noch möglich, zahlreiche städtische Schulen und andere öffentliche Gebäude vor dem offensichtlichen Verfall zu bewahren. Irgendwelche tatsächlichen kulturellen Leistungen wagte man angesichts dieser Sachlage überhaupt nicht mehr in Angriff zu neh­men. Die Reichshauptstadt hatte es in früheren Zei­ten dffs eine Ehrenpflicht angesehen, gemeinnützige Vereinigungen wissenschaftlicher oder volkserziehe­rischer Art laufend zu unterstützen und darüber hin­aus Künstler oder künstlerische Verbände durch Er­teilung entsprechender Aufträge in ihrem Schaffen zu ermuntern. In den letzten beiden Jahren vor der nationalen Umwälzung mußten alle diese Tätig­keitsgebiete vollkommen eingestellt werden. Die Stadt war froh, wenn sie, ohne allzu starke Inan­spruchnahme von Krediten, außer den Erwerbslosen- Unterstützungen die Gehälter und Löhne für ihre Beamten, Angestellten und Arbeiter einigermaßen pünktlich zu den Zahltagen aufzubringen vermochte. Hier ist nun insofern ein ungemein erfreulicher Wandel dadurch eingetreten, daß das Reich einen er­heblichen Teil der Fürsorge für die Erwerbslosen wieder von den Gemeinden weggenommen und auf sich selber übertragen hat. Ueberaus günstig wirkte sich ferner die vor wenigen Wochen erfolgte große kommunale Umschuldungsaktion aus. Die Groß­städte hatten unter der Mißwirtschaft des verflos­senen Systems sehr viele kurzfristiae Schulden aus­genommen, die teilweise sehr erhebliche Zinsverpflich- tungen mit sich brachten. Reichskanzler Adolf Hitler hatte mit genialem Weitblick sofort erkannt, daß eine Gesundung der gemeindlichen Finanzen ohne Er­leichterung auch dieser Lasten nicht möglich sei. Das Reich bot den großen Gemeinden insofern seine Hilfe, als bestimmt wurde, daß eine Umwandlung der kurzfristigen Schulden in langfristige unter be­stimmten Voraussetzungen stattfinden könne, wobei der Zinsfuß auf den Durchschnittsbetrag von vier von Hundert jährlich herabgesetzt wurde.

Durch alle diese Maßnahmen haben die Gemein­den nun endlich wieder insofern eine feste finan­zielle Grundlage erhalten, als sie nun genau wis­sen, wie groß ihre Verpflichtungen in naher Zu­kunft sein werden und sie diese in vollem Umfange übersehen können. Es ist nicht mehr so wie früher dasi alle paar Wochen die Fälligkeit einer kurz­fristigen Schuld die gesamte Kassenlage einer Stadt über den Haufen wirft und diese zu den verzwei­feltsten Maßregeln, die meist auf eine mehr ober weniger verstärkte Steuer- ober Abgabenerhöhung hinausliefen, zwingt.

Die Gemeinben finb, schon beshalb, weil ihre Verwaltung sich am innigsten mit bem persönlichen Leben bes einzelnen Staatsbürgers befaßt, bie Keimzelle bes Staatslebens. Das zugrunbeaegan- gene System hat biefe Keimzellen systematisch zum Verkümmern gebracht. Die Reaieruna Hitler hat auch auf biefem kommunalpolitischem Gebiet grunb- süßlichen Wandel geschaffen unb neue Wege auf- gezeiat, burch bie auch bie Verwaltunaen ber beut» schon Gemeinben bie begrünbete Hoffnung hegen können, wieder zu freierer Entfaltung zu gefanaen und zur Erfüllung berieniaen Kulturaufaaben inftanbqefeht zu fein, bie feit über 100 fahren als eine vornehme unb eble Pflicht ieber Sfabfverwal- tuna angesehen worben finb. Noch niemals hat eine Reichsregieruna in b?n fehten 15 fahren für bas verantwortungsbewußte Wollen und Schaffen d»r Gemeinden so viel Verständnis gezeigt, wie es die

Regierung Adolf Hitler in den wenigen Monaten ihrer Amtsführung getan hat. Es muß daher nicht nur aus allgemeinpolitifchen Gründen jeder Deutsche dazu beitragen, daß am 12. Novem­ber die Regierung Hitler vom Volk ein über- roältigenbes Vertrauensvotum erhält, sondern es muh dies auch der feste Wille jedes deut­schen Menschen sein, der von der Tradition unb ben hohen Ausgaben ber gemeindlichen Selbst­verwaltung im Sinne bes Reichsfreiherrn vom Stein burdjbrungen und überzeugt ist.

Große (Straffammer Gießen

In ber gestrigen Sitzung hatte sich bie Kammer wieber mit einer Betrugsgeschichte zu befassen. An­geklagt waren ber 38jährige Reichsbahnbetriebs­assistent Karl G., Nieber-Weisel, und ber Bahn­arbeiter Otto Sch., Wieseck, zusammen mit bem

Bahnarbeiter Sch., ber sich jetzt m der Heil- und Pflegeanstalt befindet und daher nicht mehr zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen werden kann, in den Jahren 1930/31 falsche Aufstellungen bei der Gedingverrechnung gemacht und dadurch die Reichsbahn empfindlich geschädigt, sich selbst rechtswidrig bereichert zu haben. Ihre in der Vor­untersuchung gemachten Geständnisse widerriefen die Angeklagten gestern. Nach längerer Beweis­aufnahme, bei der 17 Zeugen vernommen und als Sachverständiger ein Reichsbahnoberinspektor fun­gierte, stellte der Staatsanwalt folgende Anträge: Gegen G. vier Monate Gefängnis, wobei er­schwerend bewertet wurde, daß der Angeklagte als Beamter sich eines derartigen Vertrauensbruches schuldig machte, gegen Sch. drei Monate Gefängnis. Mangels Beweises sprach das Gericht beide An­geklagten frei.

Wirtschaft.

Oie deutschenGparkaffen iniGeptember

Die Einlageentwicklung der deutschen Sparkassen zeigt im September eine auswärts gerichtete Bewe­gung. Die Einzahlungen waren um 13,2 Millionen Mark größer, als die Auszahlungen. Einschließlich der Zins- (0,8 Mill. Mk.) und der Aufwertungs­gutschriften (4,7 Mill. Mk.) haben sich die Sparein­lagen ber deutschen Sparkassen im September um 18,7 Millionen Mark auf 10 561,1 Millionen Mark erhöht. Gegenüber dem Vormonat hat sich bas Tempo der Aufwärtsbewegung aus jahreszeitlichen Grün­den etwas verlangsamt, insbesondere scheinen die in diesem Jahre zum 1. Oktober erfolgten außerordent­lich zahlreichen Wohnungsumzüge Rückgriffe auf die Spareinlagen notwendig gemacht zu haben. Dies er­gibt sich daraus, daß wie vielfach beobachtet die Auszahlungen im letzten Monatsdrittel größer waren als die Einzahlungen und sich im Oktober die Auf­wärtsentwicklung der Spareinlagen bereits fortge­setzt hat. Eine gegenüber bem Vorjahre besonders günstige Bewegung weisen im September bie Giro­einlagen auf, bie (einschließlich sächsisches Gironstz) insgesamt um 5,4 Millionen auf 1 433,1 Millionen Mark zugenommen haben.

*

* D i e R e i ch s i n d e x z i f f e r für bie Le­benshaltungskosten im Oktober. Die Reichsinbexziffer für bie Lebenshaltungskosten (Er­nährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Beklei- bung unbsonstiger Bedarf") beläuft sich für den Durchschnitt des Monat Oktober auf 119,8; sie ist

Etwas höher lagen Aku (plus 0,75 v. H.) und Aschaf­fenburger Zellstoff mit plus 0,65 o. H.

Der Verlauf war außerordentlich still bei fast un­veränderten Kursen. JG.-Farben schwankten zwischen 116,50 bis 117 o. H., etwas fester lagen Rheinstahl (plus 1 v. H.), während Gelsenkirchen 0,75 v. H. verloren. Niedriger zur Notiz kamen noch u. a. Rhein. Braunkohlen (minus 2,25 v. H), Conti­gummi (minus 1,75 v. H.). Reichsbank gaben um 1 v. H. nach, lagen am Schluß aber wieder bei 158 o. H. Deutsche Anleihen bröckelten eher geringfügig ab, späte Reichsschuldbuchforderungen lagen aber weiterhin behauptet. Am Pfandbriefmarkt lagen Goldpfandbriefe ziemlich unverändert, Liquidati- Goldpfandbriefe ziemlich unverändert, Liquida- tionspfanbbriefe uneinheitlich unb Kommunalobliga­tionen übermiegenb von 0,50 bis 1 v. H. fester. Staats- unb Länderanleihen lagen geschäftslos, Stabtanleihen im großen unb ganzen unverändert, teils auch etwas niedriger. Steuergutscheine von 1935 plus .0,25 v. H., dito von 1937 plus 0,13 o. H., Durchschnittskurs 87,70 v. H. Am Auslandrenten- marft blieben Rumänen und Ungarn behauptet, Türken unb Mexikaner lagen etwas fester. Ta­gesgelb war zum Ultimo gefragt unb würbe auf 4,5 v. H. erhöht. Exportvaluta 24,90 v. H.

Abendborse: still.

Die Abenbbörse verzeichnete infolge ber allge­meinen Zurückhaltung von Kulisse und Kundschaft nur minimales Geschäft. Die Kursveränderungen gegenüber dem Berliner Schluß hielten sich in engen

Grenzen. IG. Farben eröffneten um Bruchteile eines Prozentes niedriger. Andererseits waren ein» aelne Montanwerte und Reichsbahn-BA. bis zu 0,25 v. H. höher. Im Verlaufe hielt bie Geschäfts» stille an. IG. Farben waren wieber auf Berliner Schlußniveau erholt.

Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage nach späten Reichsschuldbuchsorberungen zu 88,40 (plus 0,25 v. H.), Altbesitz- und Neubesitzanleihe lagen unverändert. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 12,70, Altbesitzanleihe 79, Schutzgebietsanleihe 7,90, Gelsenkirchen 44, Harpener 75, Klöckner 50,50, Phö» nix 34,50, Stahlverein 29,25, Aku 29,90 bis 29,65, Bekula 108,50, Daimler 27, IG. Farben 116,40 bis 116,50, Lahmeyer 115,25, Rütgerswerke 45,75, Reichsbahn-VA. 101,75, Hapag 9,65.

Allgäuer Butter- und .^äsebärse.

Kempten, 31. Ott. Für Butter und Käse blie­ben die Preise bei sehr stillem Geschäft unverändert. Die Preise sind Erzeugerverkaufspreise ab Lokal oder ab Station des Erzeugers ohne Verpackung für ein Pfund. Molkereibutter 1. Qualität 125 (zu­letzt 125), 2. Qualität 123 (123), Landbutter 118 (116), Rahmeinkauf bei 43 Fetteinheiten ohne But­termilchrückgabe 123 (123), Weichkäse mit 20 v. H. Fettgehalt, grüne Ware 22 bis 25 (22 bis 25). Emmenthaler mit 45 v. H. Fettgehalt 1. Sorte 70 bis 72 (70 bis 72), 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67).

Kölner Buttermarkt.

Köln, 31. Ott. An ber heutigen Kölner Waren» börse würben bei stillem Geschäft leicht abbröckelnde Preise erziell. Es notierten für 100 Pfund ab Ver­sandstation einschließlich Faß in RM.: Deutsche Mar» tenbutter 133 bis 136 (135 bis 138), deutsche Mol» tereibutter 1. Sorte 132 (134), 2. Sorte 127.

Mainzer Schlachtviehmarkt.

Mainz, 31. Olt. Auftrieb: 24 Ochsen, 16 Bullen, 589 Kühe ober Färsen und 277 Kälber. Es wurden notiert pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 28 bis 30, b2) 23 bis 25; Bullen c) 24 bis 27; Kühe a) 24 bis 26, b) 19 bis 22, c) 14 bis 17; Färsen a) 28 bis 30; Kälber c) 28 bis 35, d) 25 bis 28. Marktverlauf: Großvieh belebt, kleiner lieber« stand; Kälber lebhaft, ausverkauft. Schweine­markt fand bereits gestern statt.

Wetterauer Obftmarkt in Butzbach.

Butzbach, 31. Oft. Der Markt war gering be» schickt. Nachfrage und Angebot ausgeglichen. Es wurden bezahll pro Zentner für Tafelobst: Aepsel 10 bis 16 Mark, Birnen 5 bis 6,50; Wirtschaftsobst: Aepsel 4 bis 10, Birnen 3 bis 5 Mark. Tendenz: mäßig.

Ausbau von MandsetzunMenoffenschasten.

somit um 0,7 v. H. höher als im Vormonat (119,1).

* Elektrizitäts- Aktien-Gesellschaft vorm. W. Lahmeyer & C o., Frankfurt. Die GB. der Elektrizitäts-AG. norm. W. Lahmeyer & Co., Frankfurt a. M., genehmigte die Regula­rien für das Geschäftsjahr 1932/33 und beschloß einstimmig die Verteilung von 8 (10) Prozent Di­vidende. Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben 10 Prozent ihrer Tantieme als Spende zur För­derung der nationalen Arbeit und die Vorstands­mitglieder entsprechende Beträge für den gleichen Zweck überwiesen.

frankfurter Börse.

THiffagsbörfe: behauptet. !

gra n f fir r-t-cr. M., 3h Oft. Die Börse zeigte bas gleiche stille Aussehen wie in den letzten Tagen, doch war die Stimmung nicht unfreundlich und die Kurse lagen im allgemeinen behauptet. Indessen war die Ilmsatztätigkeit infolge des Ordermangels seitens der Kundschaft sehr gering, da auch die Zurückhal^ tung der Kulisse fortbestand. Von gewisser Anregung war aber, daß zum Ultimo keine nennenswerten Glattstellungen mehr erfolgten. Nach den ersten Kursen zeigte sich verschiedentlich etwas Deckungs­bedürfnis, ohne daß aber die Kurse stärkeren Auf­trieb erhalten hätten oder die Umsätze nennenswert größer geworden wären.

Am Rentenmarkt war die Grundstimmung ebenfalls freundlich, das Geschäft aber ruhig. Neu- Ir efitz eröffneten zunächst 10 Pfennig niedriger, wa­ren aber bald wieder auf 12,75 erhöht. Altbesitz ge­wannen 0,25, späte Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbahn-VA. waren gut behauptet. Am A k - t i e n m a r f t lagen die ersten Kurse überwiegend um Bruchteile eines Prozentes niedriger, besonders Montanaktien bröckelten von 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Elektropapiere lagen meist im selben Ausmaß höher, Siemens gewannen 0,75 v. H. JG.-Farben eröff­neten etwas niedriger (minus 0.25 v H.), waren aber später auf 116.75 v. H. erhöht. Reichsbankan­teile laaen behauptet. AG. für Verkehrswesen gaben um 0,65 v. H. unb Norbb. Lloyb 0,13 v. H. nach.

Der Deutsche Genossenschastsverbanb teilt mit: Die Bereitstellung bes 500-Millionen-Mark-Zu- schusses für Jnstanbsetzungsarbeiten unb Teilen von Wohnungen burch bie Reichsregierung hat ben Ge­bauten ber Jnstanbfetzungsgenoffen- schäften in ben Vorbergrunb gerückt. Bekanntlich trägt bei bieser Aktion ber Hausbesitz selbst. 80 Pro­zent bzw. 50 Prozent ber Jnstanosetzungssumme, je nachdem ob es sich um Instandsetzungen oder um Teilungen handelt. Um die Finanzierung des vom Hausbesitz, zu tragenden Kostenanteils sicher­zustellen, sollen die Jnstandsetzungsgenossenschasten eingeschaltet werden, da eben der Hausbesitzer selbst vielfach nicht die eigenen Mittel bzw. bie für einen Krebit erfvrberlichen Unterlagen besitzt.

2Hit ben Instandsehungsgenossenschaften soll ein neuer Garant geschaffen werben, ber sich als besondere Rechts- unb Organisationsform un­mittelbar in bas Kreditgenossenschaftssystem ein­schalten läßt.

Die einzelne Genossenschaft würde sich demnach aus den an der Instandsetzung beteiligten Unter­nehmerkreisen, vor allem aus Dem Handwerk, zu­sammensetzen und für die Gemeinden und regionalen Bezirke individuell z u gründen sein. Dabei soll nicht nur mit den Hand- Werkskammern und Innungen eng zusammengear­beitet werden, sondern auch mit den Hausbesitzer­vereinigungen, damit die Durchführung der Jnstanb­setzungsarbeiten systematisch für bestimmte Straßen­züge ober Wohnviertel erfolgen kann. Die Zusam­menarbeit mit den Hausbesitzeroerbänden ist auch deshalb notwendig, weil diese die finanzielle Lage ihrer Mitglieder durchweg individuell zu beurteilen vermögen. Daher soll ein maßgebendes Mitglied der Hausbesitzervrganisativn jeweils auch dem Vor­stand der Jnstandsetzungsgenossenschaft angehören.

Die Finanzierung der'restlichen 80 ober 50 Pro­

zent wäre folgenbe: Neben bem Reich mit feinen Zinsbeihilfen unb neben bem Hausbesitzer mit feinen eigenen Mitteln tritt bie Genossenschaft in unmittelbarer Anlehnung an eine Kreditbank als Finanzierungsinstrument mit ein.

Die Jnstandsehungsfirmen schließen sich durch Zeichnung von Genossenschaftsanteilen in höhe von 50 bis 100 Mark zu solchen Genossenschaf­ten zusammen unb treten bei der Dechselbege- bung gegenüber der Genossenschaft als Aus­steller auf, mit deren Giro dann der Wechsel der Kreditbank als Kreditunterlage weiterge­leitet wird.

Da bie Zinsvergütungsscheine heute bereits realt« fierbar finb unb einen Realwert von etwa 16 Pro­zent darstellen, bleiben äußerstenfalls 64 bzw. 34 Prozent zu finanzieren. Dabei ist von ber Er­wägung auszugehen, baß bie Hauszinssteuer enb- gültig bis zum 1. April 1940 abgebaut fein wird und baß bie inzwischen eintretenden Senkungs­quoten bem Hausbesitzer nun tatsächlich auch zu­fließen. Damit wäre ein bestimmter Betrag ber Finanzierung sichergestellt, weil am 1. April 1935 weitere 25 Prozent der Hauszinssteuer und am 1. April 1937 ebenfalls 25 Prozent gesenkt werden. Die Restquote von 30 Prozent wird bann vom 1. April 1940 ab nicht mehr erhoben.

Diese Senkungsbetrage könnten zur Senkung der Kredite verwendet werden.

Dabei ist zu beachten, daß durch Wegfall dieser Steuer sich der Häuserwert um etwa 40 bis 50 Prozent erhöht. Schließlich verbleiben zur Tilgung noch die sonstigen Einkommen bes Hausbesitzers. Wenn biefes ganze Finanzierungswerk richtig or­ganisiert wirb, so kann unb muß bie Instand» setzungsaktion auf bem Wege über eine solche ge­meinsame Selbsthilfe kräftig vorangehen.

Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse.

Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe Der zuletzt beichlosjenen Dividende an Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H.

^raw'w ... JJI

Ser.

«Schlufl» kurS

Schluß! Abend- bdr|i

Schluß» fure

Schluß!

Diltaq» böric

Datum

30 10. 1

31 -1

30-10-

31-1

6% Deutsche Reichsanleihe v 1927

89.5

89,9

90

89.75

6% ebem.7% Ti. Reichsanl. v. 1929

99.13

99,4

99,25

99.4

b!4% Doung-Änleihe uon 193«)

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

86

79

85

86

85

Auslos.-Rechten

79

79

79

Desgl. ohne Auslos.-Rechte 6% ebem.8% Hess. Bolksliaat 1929

12.75

12.7

12,7

12.7

(rückzahlb. 102%)

6% Hess. Landesbank Darmstadt

85,5

87

85.5

85

85,5

Gold R. 12

6%% Hess Landes-Hypotheken» bank Darmstadt tiiaui

87

86.5

-

87

86,75

-

Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslol. Rechten

71

71

Deutsche Komm. Sammelabl. An­leihe Serie 1 mit AuSIos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks Hyp.-Bank

75.13

75,65

75

Goldpse 15 unfür obar bis 1935 6% ehern 7% Krauls. Hyp.>'.'-anl

87,65

87-65

-

Goldvfe 16 unkündbar bie )36

G1/,0/» ehem 414% Franks Hyp.»

Bank.Liqu.-Psandbrtese

87,65

87.65

86,5

86

6*4% ehem. 4!4% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse.

6% ehern. 8% Pr. LandeSpsand-

88

88.4

-

-

briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% eben« 7% Pr Landespfand-

88,25

88

88

88

bctefanftall, Pfandbriefe R. 10

88

88

88

88

Sieuerautsch. Verrechnungskurs

87.65

87,7

87.65

87,7

«% Veiterreichische Goldrenre

4,20% Oesterreichische Silberrente

13,25

0.625

13

9,65

0.70

--

4% Ungarische Goldrente

4% Ungarische Slaatsrente v. 1910

3,75

3,8

3,8

3,8

3,8

3,8

3,7

iVi% desgl. von 1913

3,7

3,7

3,7

6,75

6% äbgefL Goldmexikaner von 99

5,75

6^.

. 6,13

<% lürkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbohn-Anleihe

4,8

Serie 1 ....................

4,5

4,6

4,6

branffun a. Dl

Berlin

Schluß- lurs

«Schluß.. Abend- b5n

Schluß» tu re

<-miuöf. Ms lag» börie

Datum

30-10.

31-10.

30.10.

31-1 -

4% Desai. Serie II

4.8

4.7

6% Rumän. vereint). Rente o. 1903

3.55

3.5

-

3,75

4!4%Ru man.vereint).Ren teo. 1913

5,5

5.7 s

5,75

6

4% Rumänische vereinb Rente

3,3

3.25

3,4

3,3

8y4°o Anatolier

23,75

23,25

23,5

Vamvurg-Amenka-Paiet

0

[',65

9,65

9,65

9,5

öauiburg-Südam. Dampfschiff

0

20

Hansa-Damvitchifs

0

14.75

13

Norddeutscher Lloyd

0

«0,25

10,13

10

9.9

A.G. für Verkehrswesen Akt.

0

45

45.75

45,5

45.5

Berliner Handelsgesellschaft

4

81

HO.25

80,5

80

Lommerz- und Prioat-Bank

0

41

40,75

41

41

Deutsche Bank und Disconto»

Gesellschast............

0

42

42

42

42

Dresdner Bank.............

0

0.5

50,5

50,5

50,5

Reichsbant ..............

12

158

158

157,5

157

A.E.G...................

0

15,5

16,13

16

re,4

Bekula ............

0

108

108,5

108,13

108.4

Elekn. Lieferungsgesellschaft ...

6

76

75.5

75,25

75,6b

Licht unb Kraft

6

88

88.25

87,5

88

Felten & Guilleaume .

O

41

41

41

40,5

Gesellsch.s.EIektr.Unternehmuna. 5

72,5

72,5

73,25

72,25

Rheinische Elektrizität .......

6

77

77,25

77

77,13

Schuckeri S(£o.............

6

86

85

85,4

85,25

Siemens L Halske............

7

131

132.75

131

131,5

Lahmeyer «Eo.............

10

117

115,25

115

Buderus ..................

0

62,25

62,5

62.25

62,65

Deutsche Erdöl ..............

4

90.75

90.75

91

90,5

Gelsenkirchener .............

0

44,25

44

44t 4

43,75

Harpener ...............

0

75,5

75

75,W

75

Huesch EisenKöln-Neuellen ..

0

51,5

Ilse Bergbau

6

126,5

Ilse Bergbau Genüsse........

6

94,25

93,75

93,5

94

Klocknerwerke ...............

O

50

50.5

49,75

49,5

ManneSmann-Rödren........

O

50

49.9

49.9

49,75

$rannur a. 11

Sern

Schluß» für»

Ächlupt. Abend- böri

Schluß- iure

Gchiußk Mittag- börse

Saturn

30-10. I 31-10.

30.10.

31-10.

Mansselder Bergbau ..

....... o

22,5

22,75

22.65

22,75

itokstverke ...

....... 0

67

66.13

Phonir Bergbau

...... 0

<4.75

34,5

34,5

34,13

Rheinische Braunkohlen

..... 10

180

181,75

Rbeinitabl

........ O

74

75-25

74.13

75.25

Bereinigte Stahlwerke.

....... 0

,9.5

29.25

29.9

29,25

Liaoi Minen

....... 0

10

9,75

9,75

9,65

Kaliwerke Aschersleben.

....... 6

106

106,5

-

Kaliwerke Westeregeln .

....... 6

107

107

107,5

Kaliwerke Salzdetfurth

.... 7%

g. G. Karben-Invusme

....... 7

116.25

116,5

116

116,5

(5rf)i4beflnftiilt ......

....... 9

172,75

39,5

45,75

173

39.25

45.75

$ulbfrf)mibt ......

.......0

39,5

45.9

38,25

15,5

RütgerSwerke ........

....... O

MeiaUgeiellschafi......

...... 0

52.5

52,5

Philipp Holzmann

....... 0

55,25

71,5

55,5

72

55,75

56

Zementwerk Heidelberg

Zementwerk Karlstadt

......0

...... 0

80

80

Schultheis Panenhofei

..... 0

85.5

85,5

Aku (Mgemeine Kunstseide) . O

28.75

29,65

28,75

29.75

Lemberg

... 0

38

38

Zellstoff Waldhof ...

...... 0

33

32,5

33

32,25

Zellstoff Aschaffenburg

0

17,65

18,25

18

Dessauer Gas

...... 7

101

100,13

Daimler Motoren.....

O

26,65

27

26.5

26,9

Deutsche Linoleum ....

... O

42

42

41.75

41,75

Orenstein & Koppel ...

... 0

1

25

25

Leonhard Tieh .....

...... 0

14

14

-

14,25

Lbade ...........

......10

145,25

145

Ukrnmulaioren-FabrU.

...... 0

162,5

163

162

164

Lonti-Gurnmt .......

...... 0

129

127.25

128.75

127

Grlyner.............

.......0

15

15

-

-

Mainkiafiwerke Höchst a.M.... 4

60

60

-

-

Süddeutscher Zucker ..

171

170,5

170

-

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

30-Oktober

31 .Oktober

Amtlich^ Jloheruna

OfK | Srir

Amtliche Jlohcrunü

Geld | ^rir

Helsingfor»..

5.844

5.856

5.854

5.866

Wien

48.05

48.15

48.05

48.15

Prag

Budape« ...

Sofia......

12.405

12,425

12.42

12.44

3,047

3,053

3,047

3.053

Holland ....

169.23

169,57

169.23

169.57

Oslo ......

66.38

66.52

66,68

66.82

Kopenhagen.

58.99

59.11

59,24

59.36

Stockholm

68.08

68,22

68.38

68.52

London . .

13.20

13.24

13.26

13,30

Buenos Aires

0.963

0.967

0.963

0,967

Reu york

2,757

2,763

2,787

2.793

Brüssel.....

58.49

58.61

58.49

58.61

Italien.....

Paris ......

22,10

22.14

22,09

22,13

16.41

16.45

16.41

16,45

Schwetz ....

81.17

81,33

81,17

81.33

Spanien....

35.11

35,19

35,11

35,19

Danzig ....

81.70

81,86

81.70

81.86

Japan ......

0,795

0,797

0,799

0.801

Rio be Ian. .

0,227

0,229

0,227

0.229

Jugoslawien.

Lissabon ....

5,295

5,305

5,295

5,305

12.66

12.68

Banknoten

12,67

12,69

Serlin. 31-Oktober

Geld

Sriei

Amerikanische Roten..............

2,74

2,76

Belgische Noten..................

58,33

58.57

Dänische Noten .................

58,98

59,22

Englische Noten .................

13,22

13.28

französische Noten...............

16,37

16.43

Holländische Noten...............

168,81

119.49

Italienische Noten...............

21,97

22,05

Norwegische Noten ..............

66,52

66,78

Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling

-

Rumänische Noten...........

Schwedische Noten...............

68,21

68,49

Schweizer Noten.................

80.99

81,31

Spanische Noten.................

34,98

35,12

Ungarische Wate«................