letzten Kameraden von der SA. und SS. und ihren Hinterbliebenen stehen die gleichen Ehrenrechte zu wie den im Weltkrieg versorgungsberechtigt gewordenen Frontsoldaten oder ihren Hinterbliebenen.
Auf der Tagung der N S. - F r a u e n s ch a f t, die die Reichsleiterin des weiblichen Arbeitsdienstes, die Gauleiterin von Hildburghausen, Pgn. Frau Braun, leitete, hielt Parteigenosse Dr. Ley einen Vortrag, in dem er im Hinblick auf die verschiedenen nicht nationalsozialistischen Frauenverbände, die ebenfalls charitativ arbeiteten, die NS.-Frauen- schaft grundsätzlich als das Parteiinstrument und die Dachorganisation jeglicher Frauenarbeit bezeichnete. Unser Ziel sei, die Frau für einen gesunden, rassisch wertvollen Nachwuchs zu erziehen, um wieder Führerin zu sein in der Notzeit. Pgn. M i t s ch m a n n, die Gauleiterin von Ostpreußen, beleuchtete die Arbeit der Franen- schaften im deutschen Osten. In der Aussprache kamen die Schwierigkeiten zur Sprache, mit denen die Frauenschaften auch heute noch zu kämpfen haben. Die vielfachen sozialen Aufgaben wurden einer eingehenden Würdigung unterzogen.
Die Abteilung für Deutsche im Aus lande hielt ihre Sondertagung im Prunksaal des Nürnberger Rathauses ab. Zu ihr hatten sich rund 300 Vertreter auslandsdeutscher Ortsgruppen und der Seefahrt aus allen Weltteilen eingcfunden. Der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, nahm hierbei die Weihe von sieben Fahnen dieser Abteilung vor. Der Landesgruppenleiter der NSDAP, in China, Hauptmann a. D. H a s e n o e h r l, sprach über das Verhältnis vom Auslandsdeutschtum zum Nationalsozialismus. Für die Unterabteilung Seefahrt der Ausländsabteilung sprach Pg. Cornelisen über die „Stellung des deutschen Seefahrers im nationalsozialistischen Staat." Mit besonderer Freude wurde von der Versammlung die Mitteilung ausgenommen, daß die Auslandabteilung künftig unmittelbar dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, unterstellt ist.
Sie Gelbsthüfeorganisation der NG-HAGO
B e r l i n , 31. Aug. (VDZ.) Nach einer Anordnung der Reichs-HAGO-Führung der obersten Leitung der PO. soll die praktische Durchführung des Selbsthilfe- gedankens in folgender Weise vor sich gehen: Ein genau festgesetzter Teil des Beitrages der NS-HAGO- sowie der DHG.-Mitglieder wird bei der Reichsführung für Selb st Hilfezwecke a b - gesondert. Diejenigen Mitglieder, die unverschuldet in eine Notlage geraten sind, die ihre Existenz zu gefährden droht, können umGewährungeines mit 3 d. S). verzinslichen, dinglich nicht gesicherten Personalkredits einkommen. Diese Kredite werden nur an solche Mitglieder der genannten Verbände gegeben, die winde st ens ein Jahr lang Mitglied der genannten Verbände sind und ihre freudige Mitarbeit an der Durchsetzung der nationalsozialistischen Idee und eine einwandfreie Erfüllung aller sozialen Pflichten gegenüber den in ihrem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmern bewiesen haben. Dabei wird die Mitgliedschaft in dem früheren Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes auf die einjährige Sperrfrist angerechnet.
Die aus dem Selbsthilfefonds gewährten Darlehen sind in der bei der Darlehnsgewährung auferlegten Weife zu tilgen, sobald das Einkommen des Darlehnsnehmers einen Betrag übersteigt, der im Einzelfalle unter Berücksichtigung seines Familienstandes und sonstiger besonderer Umstände festzusetzen ist Ueber die Höhe seines Einkommens hat der Darlehnsnehmer jederzeit auf Verlangen durch Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung Aufklärung zu geben. Hat die Tilgung eines Notdarlehns begonnen, und kann diese aus zwingenden wirtschaftlichen Gründen nicht fortgesetzt werden, so kann ein Stundungsgesuch eingereicht werden, das in der gleichen Weise wie ein neues Darlehnsgesuch behandelt wird.
Die Ernennungen in der Reichswehr.
Görings Goldatenlaufbahn.
Bom Kadetten zum Pour le msrile-Flieger
Der vom Reichspräsidenten mit dem Charakter eines Generals der Infanterie ausgezeichnete preußische Ministerpräsident Hermann Göring hat eine interessante militärrsche Vergangenheit. Sein Vater hatte die Kriege 1866 und 1870/71 als Jägeroffizier mitgemacht, später war er Ministerresident in ^eut)^
Südwestafrika. Sein Sohn Hermann, geboren am 12. Januar 1893 in Rosenheim in Bayern, ist nicht weniger der geborene Soldat. Mit 15 Jahren kommt Hermann Göring rns Kadettenkorps, zunächst in Karlsruhe, dann in Lichterfelde. Bei der Entlassung in Lichterfelde fällt sein Lehrer über ihn folgendes Urteil: „Ein famoser Kerl, allerdings schwrerrg, aber der geborene Revolutionär". Das Kadettenkorps verläßt er mit der höchsten Auszeichnung, mit des Kaisers Belobigung. Im Infanterie-Regiment 112 (Prinz Wilhelm) in Mühlhausen erhält er die Achselstücke.
Bei der Mobilmachung geht der 21jährige Leutnant sofort ins Feld. In zahlreichen Gefechten bewies er seinen Mut bis zur Tollkühnheit. Einmal läßt Göring Infanteristen aufsitzen und sie mit Lanzen zur Patrouille be- waffnen. Im entscheidenden Augenblick vor dem Feinde weiß das berittene Fußvolk mit den Lanzen nicht umzugehen — da gibt Göring den Befehl, die Lanzen nach alter Germanenart als Speere zu schleudern — und die feindliche Patrouille wendet sich geschlagen in die Flucht. Der „Revolutionär" stieß das Exerzierreglement einfach um.
Sein alter Kriegskamerad ist Loerzer, der zu einem Fliegerkursus abkommandiert ist, während Göring im Freiburger Lazarett an heftigem Gelenkrheuma liegt. Loerzer schlägt ihm vor, als sein Beobachter an die Front zu kommen. Der Kommandeur versagt Göring die Genehmigung. Da wird Göring Flieger „von eigenen Gnaden" und fliegt mit einer „besorgten" Maschine an die Front. Das kostet ihm drei Tage Arrest. Aber Göring bleibt Flieger. Bald schon überreicht der Kronprinz Loerzer und seinem tapferen Beobachter das E. K. I. Im Herbst 1915 sitzt Göring in einem neuen Großflugzeug und macht sich außer durch Bomben- und Photographier- flüge bereits als Jagdflieger einen Namen. 1916 wird er bei einem tollkühnen Gefecht schwer verwundet, die Maschine hat 60 Treffer, Göring einen Streifschuß und schweren Hüftenschuß durch Querschläger. Nach der Genesung kommt er zur Jagdstaffel 26, deren Führer sein Freund Loerzer ist. Mai 1917 wird er selbst Führer der Jagdstaffel 27. Im Mai 1918, als er gerade zum Fernflug starten will, erhält der Oberleutnant von seinem Adjutanten die freudige Meldung, daß
ihm der Kaiser den Pour le mente verliehen habe, „deshalb brauchen Sie doch nicht so zu schreien", antwortet Göring und donnert mit seinem Motor ab. Am 21. April 1918 fällt der berühmte Führer des nach ihm benannten Geschwaders, Manfred v. Richthofen. Sein Nachfolger Hauptmann Reinhard stirbt im Juni 1918 den Fliegertod. Der kommandierende General der Luftstreitkräfte ernennt Hermann Göring zum Kommandeur des berühmten Geschwaders. Keiner war geeigneter hierfür als er. Niemand konnte mit mehr Berechtigung den berühmten „Richthofen-Stock" tragen. In unzähligen schweren Kämpfen blieb Hermann Göring zwanzigmal Sieger zur Luft.
Generaloberst von Blomberg.
Der durch den Reichspräsidenten zum Generaloberst beförderte Reichswehrminister Freiherr v. Blomberg ist 1878 in Stargard geboren. Er trat nach der Ausbildung im Kadettenkorps als Leutnant 1897 in das 73. Füsilierregiment ein. Nach rund siebenjähriger Tätigkeit bei der Truppe wurde Herr
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v. Blomberg in die Kriegsakademie berufen und 1908 dann in den großen Gene r a l st a b versetzt. Während des Krieges war er in der Hauptsache im Generalstab tätig und erhielt damals den Pour le Merite.
Nach dem Kriege wurde Herr v. Blomberg zunächst Chef des Stabes beim Wehrkreiskommando V in Stuttgart, aber schon 1921 wurde er in das Reichs- wehrministerium berufen, wo er zunächst als Abteilungsleiter und dann als Chef des Truppe namtes tätig war. 1928 wurde Herr v. Blomberg zum Generalmajor befördert, und im folgenden Jahr erhielt er den wichtigen Posten des Befehlshabers für den Wehrkreis I (O st - preußen). Unter gleichzeitiger Ernennung zum General der Infanterie wurde Herr v. Blomberg am 30. Januar ds. Js. zum Reichswehrmini st er bestellt.
Weitere Ernennungen
Berlin, 31. Aug. (WTB.) Im Reichsheer sind ferner folgende Ernennungen ausgesprochen worden: Mit dem 1. Oktober 1933: die Generalleutnants Adam, Chef des Truppenamtes, zum Kommandeur der 7. Division und Befehlshaber im Wehrkreis VII; Rit - ter v. Leeb, Kommandeur der 7.Division und Befehlshaber im Wehrkreis VII, zum Oberbefehlshaber der Gruppe 2; Beck, Kommandeur der 1. Kavalleriedivision, zum Chef des Truppenamtes; List, Kommandeur der Jnfanterieschule, zum Kommandeur der 4. Division und Befehlshaber im Wehrkreis IV; die Generalmajore Feige, Chef des Stabes des Gruppenkommandos 1, zum Kommandeur
der 1.Kavalleriedivision; v. Kluge, Artillerieführer III, zum Inspekteur der Nachrichtentruppen; der Oberst v. Schw edler, Abteilungsleiter im Neichswchrministerium, zum Chef des Heerespersonalamtes.
Mit dem 30. September 1933 scheiden aus : General der Infanterie F r h r. S e u t - ter v. L ö tz e n , Oberbefehlshaber der Gruppe 2; die Generalleutnants Frhr. von dem Busche-Jppenburg, Chef des Heerespersonalamtes; Frhr v. G i e n an th , Kommandeur der 4. Division und Befehlshaber im Wehrkreis IV; v. Bonin, Inspekteur der Nachrichtentruppen, v. Roques, Jnfan- terieführer 6; der Generalmajor Schellbach, Artillerieführer VI.
Eine bayerische Ehrengabe für Göring.
Essen, 31.Aug. (CNB.) Wie die „Nationalzeitung" erfährt, hat der bayerische Mini st e r r a t beschlossen, dem preußischen Ministerpräsidenten Göring als Ehrengabe 10 000 Quadratmeter S t a a t s g e l ä n d e zur Errichtung eines Hauses auf dem Obersalzberg zur Verfügung zu stellen, mit dem Wunsche, ihn recht bald in den bayerischen Bergen begrüßen zu können. Ministerpräsident Göring hat die Ehrengabe a n g e - . itommen.
Der bayerische Ministerrat hat durch die Ehrengab das Göring im Jahre 1923 in Bayern zugefügte Unrecht wiedergutgemacht. Göring wurde bekanntlich am 9. November 1923 an der Spitze der nationalsozialistischen Freiheitskämpfer von den Maschinengewehrkugeln an der Feld- herrnhalle schwer verwundet. Gegen den Schwerverletzten wurde Haftbefehl erlassen, so daß ihn seine Freunde als todwunden Mann auf nächtlichen Wegen nach Tirol schaffen mußten. In Innsbruck schwebte Göring damals monatelang in Todesgefahr. Auch hier mußte er dem Steckbrief der österreichischen Regierung weichen, die dem deutschen Auslieferungsbegehren zugestimmt hatte. Der Haftbefehl hetzte ihn weiter nach Italien, nahm ihm die Möglichkeit, zur Heimat zurückzukehren, bis endlich im Herbst 1926 die Amnestie ihm den Weg nach Deutschland wieder frei machte, wo er sich sofort mit ungebrochenen Kräften in den Kampf für den Führer und die nationalsozialistische Bewegung stürzte.
Gegen grundlose Gerüchte im Getreideverkehr.
Berlin, 31. Aug. (TU.) Amtlich wird mitgeteilt: Aus Kreisen der am Getreideumschlag beteiligten Wirtschaftsgruppen wird von gewissenloser Seite das Gerücht verbreitet, die Reichsregierung wolle, da sie durch organische Maßnahmen eine Gesundung des Getreidemarktes sn» strebe, den Markt im übrigen sich selb st überlassen. Demgegenüber wird mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß es die Reichsregierung in diesem Getreidewirtschaftsjahr an der im Interesse der Landwirtschaft gebotenen Marktpflege keinefalls fehlen lassen wird. Mit dieser Feststellung wird nur eine Erklärung wiederholt, die in den letzten Wochen und lagen mehrfach und in aller Eindeutigkeit von amtlicher Seite abgegeben worden ist.
Kleine politische Nachrichten.
Zur Durchführung der Abkommen zur Verein- heiilichung des Scheckrechtes hat die Reichsregierung ein neues Scheckgesetz beschlossen, dessen Wortlaut im Reichsgesetzblatt veröffentlicht wird. Gleichzeitig wird das Einführungsgesetz zum Scheckgesetz vom 14. August 1933 bekannt gegeben.
Der erste Ferienstrafsenat des Berliner Kammergerichtes verurteilte einen Beamten wegen Verrates militärischer Geheimnisse zu zwölf Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht.
Unterwegs nach Nürnberg...
Don Or. Alfred Oetig, München.
Nürnberg, 30. August.
Am frühen Morgen, vor dem ersten Sonnenstrahl, steht der kleine Wagen blank geputzt und strahlend vor Freude, daß er mit zum Parteitag fahren darf, vor meiner Münchner Haustür. Der Tank ist übervoll, die Reifen sind mit frischer oberbayerischer Gebirgsluft aufgefüllt, lustig flattert die Flagge des neuen Deutschland zu beiden Seiten des Kühlers. Nun kann es losgehen. Um fünf Uhr früh liegen wir auf der Landstraße. „Wir woll'n zur guten Sommerszeit ins Land der Franken fahren". Die Stadt scheint noch zu schlafen, aber in Schwabing begegnen uns die ersten Gefährten, die dasselbe Ziel haben.
Vor den Toren der Stadt, auf der Ingolstädter Landstraße, geht herrlich die Sonne auf. Es ist Hitlerwetter, wie man es sich nicht besser wünschen kann. Nun soll es nur für die nächsten Tage bestehen bleiben. Denn die Zeltlager rings um Nürnberg wissen es doppelt zu schätzen.
Nach einer guten Stunde taucht die alte Festung Ingolstadt auf. Hier standen vor dem Kriege Hauptmann Röhm und mit ihm so manche Vorkämpfer des Dritten Reiches beim Regiment „König". Die Stadt hat sich bis heute ihr strenges militärisches Aussehen bewahrt. Wir durchfahren die Festungswälle und engen Tore, vorbei geht es an den roten Backsteinmauern der Käsematten. Dann beginnt die fränkische Lieblichkeit der Landschaft.
Wir stoßen auf marschierende Trupps von Jungvolk und Hitlerjugend. Fröhliche Marschlieder verkürzen die Zeit und die Länge des Weges. Alles trägt ein freundliches Gesicht. Auch die Straßenarbeiter hinter ihren rauchenden Teerkesseln erheben die Arme zum Gruß und wünschen uns eine gute Fahrt. Die ersten Hopfenfelder, ernteschwer, begleiten uns, dann kommen wir durch die fränkische Tabakgegend. An langen Zäunen und an den Mauern der Häuser hängen die Blätter, fein säuberlich aufgereiht, zum Trocknen.
Kurz vor Eichstätt liegt links am Wege ein idyllisches Waldgasthaus, eine traditionelle Einkehrstätte der Münchener Nationalsozialisten. Auch der Führer nimmt hier gerne Aufenthalt, wenn er im Wagen von München
nordwärts unterwegs ist. Nach kurzer Rast fahren wir im Altmühltal unter der wuchtigen Willibaldsburg entlang. In herrlichen Serpentinen zieht sich die Straße durch den fränkischen Jura, zu beiden Seiten flankiert von mächtigen, abgerundeten Kalkfelsen. Das uralte, gemütliche Weißenburg mit seiner berühmten Naturbühne wird passiert, dann sausen wir durch Ellingen, vorbei an dem wundervollen Barockschloß des Fürsten Wrede.
Eine knappe Stunde vor Nürnberg stoßen wir auf eine „Autofalle". Ein Häuflein begeisterter SA.-Leute lagert am Wegesrand und sperrt bei unserm Herannahen die Straße. Rasch werden zwei Fahrgäste aufgeladen und zwischen dem Gepäck verstaut. Wir aber passen höllisch auf, daß sich nicht einer aus Versehen auf die kleine Reiseschreibmaschine setzt. Denn das wäre ihr und unser Verderben!
Punkt zehn Uhr vormittags fahren wir vor dem Generalpressequartier im Württemberger Hof am Nürnberger Hauptbahnhof vor. Dort herrscht bereits ein gewaltiger Betrieb. Man entdeckt eine Menge Bekannte. Jeder weiß eine andere Neuigkeit zu berichten. Reichstagsabgeordneter Tittmann, der Oberstkommandierende der Pressestelle des Parteitages, der seit vielen Tagen alles aufs beste vorbereitete, erscheint. Ueber ihn führt für die tausend Pressevertreter, die nach Nürnberg kommen, der Weg zu einem Quartierschein.
Schräg gegenüber im Grand Hotel am Bahnhofsplatz residiert der Aufmarschsiab unter der Leitung des Obergruppenführers Schneid - Huber. Unter seiner Obhut wachsen augenblicklich die großen Zeltlager rund um die Stadt aus dem Boden, die an den letzten Tagen der Woche die zu dem Herbstaufmarsch nach Nürnberg kommenden SA.- und SS.- Formationen aufnehmen. Am heutigen Tage werden auch die Führerzelte fertig werden. Jedes SA.-Zelt faßt 500 Mann, und wohl das größte Lager steht draußen im Norden der Stadt, unweit des neuen Nürnberger Flugplatzes.
Welch gewaltiges und eindrucksvolles Bild bietet sich heute schon auf den Plätzen und in den Straßen der Stadt. Von der Burg, dem Stammschloß der Grafen von Zollern, wehen riesengroße Hakenkreuzfahnen, und die ganze Stadt versinkt in einem Meer von Fahnen. Die Massenquartiere für die politische Organisation in Schulen und Fabriken sind aufs Beste vorbereitet und ausgeschmückt. In Reih
und Glied und mit festem Schritt marschiert mit wehenden Fahnen Jungvolk in seine Quartiere.
Alles spielt sich in größter Ordnung und Disziplin ab. Heute und auch morgen noch unterliegt der Verkehr keinen Einschränkungen. Denn die Sonderzüge und die Marschabteilungen der SA., die in langen Tage- märschen Nürnberg erreichen, treffen erst von Freitag an am Sitz des Reichsparteitages ein* Heute und morgen noch dürfen sich die Privatwagen in der Stadt bewegen. Dann aber müssen sie hinaus aus der Stadt auf die großen Wiesenparkplätze, damit die Stadt ganz für die großen Kundgebungen und Veranstaltungen des Parteitages frei ist. Nürnberg jedenfalls, das besagt schon der erste Eindruck, ist aufs Beste gerüstet, das neue Deutschland würdig in seinen Mauern aufzunehmen.
Zilm-Lustspiel.
Das neue Lustspiel der Deutschen Universal, das seit gestern im Lichtspielhaus unter der ungarischen Ueberschrift „P a p r i k a" erscheint, heißt im Untertitel „Das Glück kommt nur einmal im Leben": so beginnt der Refrain zum Text eines englischen Walzers, der entschieden der hübscheste musikalische Einfall des ganzen Stückes ist. Den Inhalt zu erzählen, würde — auf dem zu Gebote stehenden beschränkten Raum — viel zu umständlich sein. Die Handlung lebt von einer Reihe ganz lustspielmäßiger Verwirrungen, Verwechslungen und Verkleidungen, was bei einem Haar zu einem traurigen Ende geführt hätte. Aber so war es nicht gemeint, und der Regisseur Carl B o e s e steuert fein Schiffchen durch allerlei Klippen zuletzt doch in den richtigen Hafen und verabschiedet sich mit der Großaufnahme zweier glücklichen Paare — wie sich das gehört. Außerdem hat er eine neue Entdeckung der Universal herausgestellt: Franziska Gaal, eine junge, temperamentvolle Begabung mit Sinn für Humor und ganz ursprünglichen Ausdrucksmöglichkeiten. Ihr zur Seite Heidemann, Bonvivant vom reinsten Wasser, und Hörbiger, der sich mit der Rolle eines ahnungslosen Sonderlings auf seine Weise abfindet. Hugo Fischer-Köppe und Lieselotte Schaak sind noch zu nennen. Die Musik stammt von Franz Wachsmann. — Dazu die Wochenschau, ein heiterer Kurzfilm und ein Vorspann zum neuen Programm am Montag.
Das jugoslawische „Tal der Könige".
Eine Entdeckung, die jetzt in Jugoslawien gemacht worden ist, dürfte dazu beitragen, den Schleier von einem archäologischen Geheimnis zu heben, das seit einiger Zeit die Gelehrten beschäftigt. 3m Jahre 1918 wurde bei Trebenischte am Ufer des Ochreda- Sees eine Totenstadt freigelegt, die man in Anlehnung an die berühmte Stätte in Aegypten das „jugoslawische Tal der Könige" genannt hat. Gräber mit außerordentlich reichen Beigaben sanden sich hier; die Leichen trugen zum Teil Goldmasken des mykenischen Typus und sogar goldene Handschuhe; daneben fanden sich sehr viele griechische Bronzen und andere Kunstwerke. Durch die systematischen Grabungen des Belgrader Professors Wulitsch wurden noch viele andre Gräber aufgedeckt, die solche kostbaren Beigaben enthielten. Die Gräber zeigen einen so starken griechischen Einfluß, wie man ihn in so früher Zeit in diesem Gebiet nicht geahnt hatte, und gaben zahlreiche Rätsel auf im Bezug auf die Datierung und die historische Einordnung der Hunde. Aun ist es geglückt, das erste Haus der Stadt auszusinden, zu der dieses große Gräberfeld gehört. Das freigelegte Gebäude ist aus Ziegeln errichtet und enthält eine Bade- stube, die für Dampfbäder eingerichtet war. Man hofft nun durch weitere Grabungen, die bereits in Angriff genommen sind, dem Geheimnis dieser alten Kultur auf die Spur zu kommen.
Sochschulnachnchten.
Reichsstatthalter Robert Wagner hat den ordentlichen Professor für Mathematik Dr. Alfred Loewy, den planmäßigen außerordentlichen Professor für Pädagogik Dr. Jonas Cohn und den planmäßigen außerordentlichen Professor für römisches und deutsches bürgerliches Recht Dr. Andreas Bertalan Schwarz, sämtlich an der Universität Freiburg i. Br., sowie den ordentlichen Professor der Jngenieurioissenschaft Dr.-Jng. Emil Prob st an der Technischen Hochschule Karlsruhe auf Grund des §3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt.
Der Münchener Privatdozent Dr. Clemens Bauer hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für mittlere und neuere Geschichte am Herder-Institut in Riga erhalten und angenommen*


