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1.9.1933 Frühausgabe
 
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chein ist jedoch im Tegensah ?ef», Mais- und Eosinweizen- Rege/ung nicht übertragbar. [billigten Sariofjclfloden er- m Nahmen bet it)r jur Ber­gen bis auf weiteres $um : k für die Tonne e'Mlleh- DQt)nftation $um LmMger. rpfllchiei, Saxtoffelftoden in inen zu liefern. Da die finr- v beliebigen Händler und jede ift bezogen werden können, iltungen, deren Bezugsberech- >ie Aartoffelflolken durch Ser- ern ober Genossenschaften er'

er und Genossenschaften bei verbilligten karlosselslaiken

ie RAG. dafür Sorge tragen, ng den Geflügelhaltungen ju- ite komm!

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ttr. 204 KrühauSgave

185. Zahrgang

Freitag, 1. September 1955

(Er|d)etnt tägltd), autza Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polttik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den An­zeigenteil l D.TH.Kümmel sämttich in Dietzen.

Die Sondertagungen auf dem Nürnberger Neichsparieiiag.

Die ersten Gonderzüge treffen ein.

Eine ungeheure Zeltstadt nimmt die "Ankömmlinge auf.

Nürnberg, 31. Aug. (TU.) Donnerstag- srüh sind auf dem Nürnberger Hauvtbahnhof die er st en Sonderzüge mit den Amtswaltern der NSDAP, einge­troffen. Bis in die frühen Morgenstunden des Samstags hinein rollen nun in durchschnitt­lichen Abständen von 20 Minuten die Züge an. Den Anfang machten heute die Westfalen, die Rheinländer und die O st p r e u ß c n. Besonders den Ostpreußen bereitete man nach ihrer weiten Reise ein herzliches Willkommen. Bald werden die Thüringer und Hessen da sein, die Berliner und die von der Wasser­kante, die Schlesier, die Pommern usw. Im einzelnen kommen 180 000 politische Amts­walter, 100 000 SA.- und SS.-Männer, 60 000 Angehörige der Hitler-Jugend und 12 000 Mitglieder des Bundes Deutscher Mädchen in Sonderzügen an, und zwar 36 aus dem rechtsrheinischeu Bayern, 34 aus dem Rhein­land, je 25 aus Berlin, Nieder- und Obcr- schlcsien, 23 aus Westfalen, 21 aus Hessen- Nassau, 20 aus Hannover, 19 aus dem Frei­staat Sachsen, 16 aus der Provinz Sachsen, 15 aus Ostpreußen, 14 aus Württemberg, je 11 ans Pommern und Thüringen, zehn aus Schleswig-Holstein, sieben aus dem Gau Süd- Hannover Braunschweig und weitere Züge aus den übrigen Landesteilen. Auch aus Basel wird ein Sondcrzug erwartet. Auf 110 km Gleis werden die Leerzüge bis zu 130 km von Nürnberg entfernt für den Rücktransport be- rcitgehaltcn. Ter Güterverkehr, der trotzdem keine Verzögerung erleidet, wird in weitem Vogen um die Stadt Nürnberg herumgeleitet.

Zn Nürnberg und Fürth und den Vororten dieser beiden Städte sind etwa 253 000 Quar­tiere bereitgehalten, darunter über 200 000 Lager in Massenguartieren, wie Schulen, Fabriken und Sälen. Nicht gerechnet sind da­bei die Lager in den riesigen Zeltstädten. Bald wird hier ein Lagerleben von nie gesehenem Aus maße einsetzen. Die Zelte sind mit Wasserleitung und elektrischem Licht versehen und wohnlich eingerichtet. 40 000 Zent­ner Stroh sind angesahren worden. Gekocht wird in riesigen Kesseln. Das größte Zeltlager bei Langwasier umfaßt 75 Zelte im Umfang von je 80X100 Meter und einem Fas­sungsvermögen von je 500 Mann. Allein für dieses Lager wurden 90 000 Quadratmeter Zeltstoff benötigt. Hinzu kommen ungezählte kleinere Zelte. Hohe Kommandotürme sind er­richtet worden, von denen die Befehle über daS weite Lager gegeben werden.

Die 4000 sächsischen SA.-Männer. die als ein­zige die Erlaubnis bekommen haben, einen Fußmarsch zum Parteitag anzutreten und sich unter der Führung von Gruppenführer Hayn von Plauen über Hof und Bayreuth mit einem Tag Ruhepause in Bewegung ge­setzt haben, werden im Laufe dieses Tages in Gräfenberg, einem Städtchen in der Nähe von Nürnberg, eintreffen, um dann am Freitag ihr Ziel im Zeltlager zu erreichen.

Der heutige Tag bringt die Sonder­tagungen der wichtigsten Gruppen und Unterorganisationen der Partei, die um 17 Uhr mit einer Tagung der Gauleiter im Hotel Deutscher Hof ihren Anfang nehmen. Es tagen außerdem die Amtswalter der PO., die Hitlerjugend, die Partei- presse, die Propagandaleiter, die Kassenwarte, die A e r z t e o r g a n i s a- tion, die Landwirte, die Lehrer, die Kriegsopfer und die Ingenieure, die Amtsleiter des Nationalsozialistischen Deut­schen Juristenbundes und die Abteilung für Deutsche im A u s l a n d e, die NSBO. und die nationalsozialistischen Studenten.

Der Reichswehrminister zum Parteitag abgereist.

Berlin, 31. Aug. (WTB.) Ter Reichs- wehrminister Generaloberst v. Blomberg hat sich heute nachmittag mit seinen Adjutanten Korvettenkapitän von Friedeburg und Hauptmann von der Decken im Flug­zeug zum Parteitag nach Nürnberg begeben. In seiner Begleitung befindet sich außerdem der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder, der Chef des Ministeramtes Oberst v. Reichenau, der Cbef der Wehrmacht­abteilung Oberst v. V i e t i n g h o f f. Der Chef der Heeresleitung General der Infanterie von H a m m e r st e i n - E q u o r d ist bereits vorher nach Nürnberg abgereist.

Baldur von Gchirach vor der Hitlerjugend.

Auf der Tagung der Hitler-Jugend würdigte der Reichsjugendführer Baldur von Schirach die Verdienste der Jugend in den hinter uns liegenden Jahren des Kampfes. Jugend organisieren heiße d i e Träger des neuen Staates erziehen. Das Prinzip der S e l b st f ü h r u n g , der Grundsatz, daß aus der kleinen Einheit der

HI. der Führer herauswächst, sei von der HI. nicht mehr zu trennen. Der Führer selbst habe für die Arbeit diesen Grundsatz gegeben:Ju­gend soll von Jugend geführt werden." Dem großen Führer, der diese gewaltige Bewegung schuf, dem Sohne des Volkes gelobe die Ju­gend treueste Gefolgschaft. Sie unterwerfe sich seinem Willen, und zwar bedingungslos und

ohne Einschränkung. Anderthalb Millionen junger Menschen hätten sich nicht zusammen­geschlossen, um Deutschland um eine weitere große Organisation zu bereichern, sondern um dem großen Führer des deutschen Volkes zu gewährleisten, daß sein gewaltiges Werk für alle Zukunft Bestand hat.

Der Beamte im nahonalWWen Sisal.

Eins mit seinem Volk und seinem Schicksal.

Nürnberg, 31. August. (TU.) Zu der Ve- amteutaguug der NSDAP, waren Vertreter aus allen Gauen Deutschlands herbeigeeilt. Ter Staatsleiter N e u s ch begrüßte insbeson­dere die Ehrengäste, den bayerischen Kultus­minister Schern m und den preußischen Ju­stizminister K e r r l. Eine besondere Freude sei es ihm, auf dieser Tagung auch den Vater der Beamtenabteilung, den Ehrenpräsi­denten der Deutschen Beamtenschaft, Ncichs- statthalter in Hessen, Sprenger, begrüßen zu können.

Oer Leiter der Beamtenabteilung/Nees sprach dann überDas Berufsbeamtentum im neuen Reich". Die Grundzüge des neuen Staatsgedankens, die Hingabe an Volk und Vaterland, freiwillige Unterordnung unter den Führer, Disziplin und Gehorsam, seien von jeher die Eigenschaften des vorbild­lichen Beamten gewesen. Der Führer habe in seiner Regierungserklärung vom 23. März im Reichstag die Notwendigkeit der hingebenden Treue uud Arbeit des Berufsbeamtentums besonders hervorgehoben. Mit der hierdurch bekundeten Verbundenheit von Staat und Be­amtentum habe die Beamtenhetze sofort auf­gehört. Den Dank für die Befreiung von dem auf ihr lastenden Truck durch den Führer werde die Beamtenschaft durch treueste und h i n g e b e n d st e Mitarbeit an dem hohen Ziel der nationalen Regie­rung a b st a 11 c n.

Das Aufgabengebiet der Beamten solle in Zu­kunft völlig geändert werden. Die Beamten und Beamtenoerbände würden sich im Interesse der Allgemeinheit und in ihrem eigenen Interesse in Uebereinftimmung mit dem Reichsminister des Inneren oonjeglidjerlDarenroirf- schäft zurück halten, hierdurch werde die Selbsthilfe auf sozialer und gemeinnütziger Grundlage nicht berührt. Der einheitliche Be­rufsstand der Beamtenftänbe solle seinen Aus­druck finden in "einer Organisation, der alle Beamten ohne Unterschied und Stellung angehören, hierdurch werde der Gedanke der Volksgemeinschaft auf dem Ge­biet der Beamtcnoerbänbe entsprechen!» dem Dillen bes Führers verwirklicht. Zu bem Auf­

gabengebiet ber Beamtenorganisation gehöre bie tatkräftigste Unterstützung ber Aufbauar­beit ber Reichsregierung, bie Stärkung ber sitt­lichen Berufs- unb Lebensauffassung bes beut- schen Beamten. Oie Verbreitung bes national­sozialistischen Gebankengutes innerhalb ber Beamtenschaft sei fach- unb staatspolitische Jortbilbung. Der Beamte müsse im Dienst unb außerhalb bes Dienstes allenvolksgenos- sen ein vorbilb nationalsoziali­stischen Denkens unb hanbetns sein.

Die enge Verbundenheit der Beamten mit der deutschen Volksgemeinschaft finde ihren sinnfälligen Ausdruck in der starken Be­teiligung an den vom Führer angeregten Spenden. Zur Spende für die Opfer der Arbeit habe die Beamtenschaft sogar eine halbe Million Mark aufgebracht. Für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit würden die Beamten bis zum 1. April 1934 insgesamt etwa 15 Millionen Mark beisteuern. Hiermit habe die Beamten­schaft am besten alle böswilligen Behauptungen undeutscher und deutschfeindlicher Kreise wider­legt, als ob Beamtenschaft und Regierung in ihrem Wollen und Wirken zweierlei seien. Wir fühlen uns eins mit unserem Volk und seinem Schicksal und gelo­ben feierlich für alle Zeiten, daß keine Macht der Welt uns trennen kann von unserem Führer.

Oer Ehrenpräsident der Deutschen Be­amtenschaft Reichsstatthalter Sprenger erklärte in einer Ansprache, daß die Entwick­lung der Beamtenpolitik in mancher Hinsicht noch nicht abgeschlossen sei, daß sie sich aber in der richtigen Zielrichtung befinde. Es werde Sache des obersten Führers sein, diese so zu bestimmen, daß die Beamtenbewe­gung allmählich beständig werde. Da der Staat jetzt nur von Nationalsozialisten geführt werde und nur noch eine Partei bestehe, werde der Zeitpunkt kommen, an dem die Beamtenbewe­gung zur Ruhe geführt werde. Der Be­amte müsse in erster Linie dem Führer nach tun und so handeln, wie der Führer es erwartet.

Staatetommifiar Dr. Lipperi über bie Sorgen bet ©emeinben.

Arbeitslosenhilfe. - Schuldenlast. Neugliederung des Steuersystems.

Auf der kommunalpolitischen Tagung nahm der Staatskommissar der Neichshauptstadt Dr. Julius Lippert zur Frage der Genie in- definanzen Stellung. Seit Beginn der großen Wirtschaftskrise im Jahre 1928 bis 1929 sind die deutschen Gemeinden in immer steigendem Maße die Träger der Ar­beitslosenhilfe geworden. In richtiger Erkenntnis des illotwendigen, hat der Führer mehr als einmal ausgesprochen, daß die beste Arbeitslosenhilfe die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit allen Mitteln, vor allem auch durch öffentliche Arbeits­beschaffung ist. Für alle diejenigen ar­beitslosen Volksgenossen aber, die noch nicht die Wohltat der Arbeit wieder genießen kön­nen, müssen wir nach wie vor in unseren Ge­meinden sorgen. Die Eigenlast der Gemeinden hat in der Aroeitslosenhilfe 1932 über eine Milliarde betragen, sie wird 1933 immer noch rund 620 Millionen RM. betragen. Tie deut­schen Gemeinden und Gemeindeverbände wer­den im Rechnungsjahr 1933 mindestens 170 b i s 2 00 Millionen RM. neue Fehlbeträge allein aus der Durchführung der Arbeitslosenhilfe in ihrem Haushalt haben.

Alles in allem werden die deutschen Gemein­den mit ungedeckten Fehlbeträgen in Höhe von rund 110 0 Millionen Mark in das Rechnungsjahr 1934 hinein­gehen. Sie machen mehr als ein Sech­st e I des gesamten jährlichen Zuschußbedarfs für alle Aufgabengebiete der deutschen Ge­meinden und Gemeindeverbände aus. Eine zweite dringliche Gegenwartsaufgabe ist die Schuldenfrage. Die Gesamtverschuldung b.cr deutschen Gemeinden beträgt rund 11,3 Milliarden Mark. Der Z i n s e n d i e n st für diese Schulden beträgt insgesamt rund 2720 Millionen Mark. Die durchschnittliche Zins­höhe für die langfristigen Gemeindeschulden

beträgt immer noch rund 6,3 v. H. und für die mittel- und kurzfristigen sogar 7,5 bis 8 v. H.

Die die Regierung unseres Führers Adolf Hit­ler sich entschlossen hat, sür die deutsche Land­wirtschaft eine allgemeine Zinssenkung auf 4 o. h. durchzuführen, so sollte sie sich bas ist unser Dunsch auch entschließen, für die deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände eine allgemeine Zinssenkung auf durchweg 4 v. h. durchzuführen.

Es wird notwendig sein, daß von Neichswegen etwa in ber Form von veräußerlichen ober lom- barbierten Reichsschatzanweisungen benjenigen Kre- bitinftituten geholfen wirb, deren Liquibität ober Rentabilität infolge dieser Zinssenkung tatsächlich gefährdet werden sollte. Herabsetzung des Zinssatzes um nur 1 d. $). würde den Gemeinden eine jährliche Ersparnis von weit über eine Million beschaffen. Dieser Betrag würde in die Hunderte von Millionen emporschnellen, wenn es gelänge, auch bieTilgung derKom - munalanleihen auf eine Reihe von Jahren auszusetzen. Sollte sich die Reichsregierung zu einer allgemeinen Zinssenkung für die Gemeinde- schulden nicht entschließen können, so müssen wir sie bitten, im Wege ber Reichsgesetzgebung ein georb- netes Verfahren bereitzustellen, in dem für die ein­zelnen notleidenden Gemeinden unb Gemeindever- bänbe Entlastungsmaßnahmen bei ihrem Schuldenbienst durchgeführt werben können, hier­bei müßte ein Normalzinsfuß von höchstens 4,5 v.h. einfchl. aller Neben- unb Verwaltungskostenbeiträge für bie langfristigen unb von höchstens 5,5 v. h. für bie mittel- unb kurzfristigen Gemeindeschulben herbeigeführt werben können. Für diejenigen Ge- meinben, die auch diese Zinslasten infolge ihrer Haushaltslage nicht zahlen können, müßte eine voll­ständige ober teilweise Stunbu ng zum K a - pital notfalls durch staatlichen Machtspruch-

herbeigeführt werden. Im Rahmen eines solchen in­dividualisierenden Verfahrens auf reichsrechtlicher Grundlage würde bann auch die leidige Umschul- bungsfrage eine Regelung erfahren.

Die große finanzpolitische Zukunftsaufgabe ber nationalsozialistischen Staatsführung ist ber Um­bau unseres beutschen Finanz- unb Steuer­systems.

Wir haben den Wunsch, daß die Gemeinden und Gemeindeverbände in Zukunft nicht in ehr in der primitiven Form zu Kostgängern des Reiches und der Länder gemacht werden, wie dies durch die Erzbergersche Finanzrcform geschehen ist. Ich bekenne mich trotz meines Amtes als StaatS- kommissar der Stadt Berlin ausdrücklich zu dem Grundgedanken der nationalsozialistischen Gemcindepolitik, die gerade in einer le­bensfähigen, ländlichen Selbstver­waltung eine wesentliche Garantie geord­neter staatlicher Verhältnisse gibt. Wir werden deshalb nach wie vor einen weitgehenden Lastenausgleich zu Gunsten der leb stungsschwächeren Gemeinden und Gemeinde­verbände benötigen.

Wettere Gonderiagungen.

Auf der Sondertagung des NS.-Lehrcr- b u n d c s machte Kultusminister S ch e ni m grundsätzliche Ausführungen über die Rcvo- lution der Erziehung, als deren Aufgabe er vor allem erwähnte: körperliche Ertüchtigung, die Erziehung zum Rassenstolz und die Pflege des Opfersinnes. Ausführlich sprach der Red­ner über die einzelnen Ziele des neuen Er- ziehungswollens im nationalsozialistischen Staat, unter denen er vor allein die Bekämp­fung des Intellektualismus behandelte.

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Auf ber Sonbertagung bes NS. -Aerztebun- -b e s, bie ben Fragen öer Rassenpflege unb ber G e s u n b h e i t s p o l i t i k galt, erklärte ber Leiter des nationalsozialistischen Aerztebundes, Dr. Wagner (München), ber Bund sei stolz darauf, einen Teil ber Kampsorganisation ber NSDAP, zu bilden. Anschließend sprachen der Ordinarius für Rassenhygiene an der Universität Leipzig, Profes­sor Saemmler, überAufgaben und Z:ele ber Rassenpflege", sowie ber Präsident bes Neichsge- fundheitsamtes Professor Reiter überNational­sozialistische Revolution in ber Medizin und in der Gesundheitspolitik". Die stark besuchte Tagung er­gab fruchtbare Anregungen für bie weitere Arbeit des Nationalsozialistischen Deutschen Aerztebundes.

Eine Quriftenfonbertagung befaßt sich vor allem mit ben Aufgaben der Deutschen Rechts- front unb der Rechtsabteilung ber Reichsleitung der NSDAP. Minister Dr. Frank betonte, daß ber Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen seine beiden ursprünglichen Aufgaben, ben Rechtsschutz wie bie Rechtsverwaltung und Rechtspolitik, im bisheri­gen Sinne fortzuführen habe. Abschließend besprach ber Minister bie notwendige Vereinheit­lichung der deutschen Justiz, bie ein Jahr­tausend des neuen deutschen Rechts vollziehen müsse.

Die Sondertagung der NSBO. fand unter vollzähliger Beteiligung der verant­wortlichen Obmänner statt. Nach Begrüßung durch Stabsleiter Klapper nahm der Führer der Deutschen Arbeitsfront Tr. Ley das Wort. Seine Ausführungen gipfelten in dem Gedanken, daß organisieren nicht verwalten heiße, sondern die geistigen Waffen zu schmie­den, bis auch der letzte Mann für die national­sozialistische Weltanschauung gewonnen sei. Wir müssen uns befreien vom ge­werkschaftlichen Denken und den Ar­beiter zum Stolz erziehen, ihm das vom Marxismus eingeimpfte Minderwertigkeits­gefühl herausreißen."

Auf der Tagung der NT.-Kriegsopfervcr- sorgung erklärte der Reichsführer der NSKOB. Oberlindober u. a.: Den verletzten Frontkämpfern ist das Tragen eines besonderen staatlich geschützten Ab­zeichens zur Pflicht zu machen. In allen öffentlichen Betrieben und Behörden sind die Träger des Abzeichens bevorzugt abzu­fertigen. Alle Verkehrsunternchmungen haben den Trägern des Kriegsopfcrabzeichens we­sentliche Tarifnachlässe zu gewähren und durch Schaffung von besonderen Plätzen für Kriegsopfer der Öffentlichkeit ihre Ver­pflichtung für die Kriegsopfer zu zeigen. In allen Theatern, Konzerten und Lichtspielhäu- fern ist für die Träger dieses Abzeichens ein wesentlicher Preisnachlaß und ein besonderer Ehrenplatz sicherzustellen. In allen Behörden, die sich direkt mit der Versorgung der Kriegs­opfer befassen, sind im direkten Verkehr mit den Kriegsopfern nur solche Beamte und Aerzte zu verwenden, die selbst Frontsoldaten oder Kriegsopfer sind. Zu allen Ehrenämtern des öffent­lichen Lebens, wie zu Schöffen, Laienrichtern, zu Handels- und Handwerkskammern, zu Wohlfahrtsausschüssen und sonstigen Gremien der ehrenamtlichen öffentlichen Betätigung sind in höherem Maße Frontsoldaten und Kriegsopfer hcranzuziehcn. Ten Witwen gefallener Kameraden und ihren Wai­sen ist ein großer Teil aller öffentlichen Ar­beitsstellen freizuhalten; bei Anstellungen im öffentlichen Dienst sind bei gleicher Eignung immer Frontsoldaten und Kriegs­opfer vorzuziehen. Den im Kampf um Deutschlands Erneuerung gefallenen oder ver-