Ausgabe 
1.9.1933 Erstes Blatt
 
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LinVraunbuch" kommunistischer Lmigranien.

Das kommunistische Hetzwerk des Einstein-Ausschusses wird von der englischen Oeffentlichkeit entschieden abgelelmt.

L o n d o n, 1. Sept. (CNB.-Funkspruch.) Die Blätter melden, daß heute das wiederholt an- gekündigteB r a u n b u ch des Hitler- t e r r o r s" ausgegeben wird. Es ist von einem unter dem Vorsitz von Professor Ein­stein gebildeten Ausschuß zusammenge­stellt worden.News Chronicle" undDaily Herald" veröffentlichen ausführliche Inhalts­angaben des Teiles des Buches, der sich mit dem Reichstagsbrand beschäftigt, wobei die angebliche Denkschrift des verstorbenen Vorsitzenden der dcutschnationalcn Rcichstags- fraktion Dr. O b e r f o h r e n, die dieser per­sönlich feinen Freunden zugestellt haben soll, eine besondere Nolle spielt. Die meisten Zei­tungen müssen zugeben, daß es sich um ein Produkt der üblichen kommunisti- schcn Greuelhetze handelt, die sich früher gegen andereimperialistische Mächte" gerich­tet hat. Außerdem wird allgemein erkannt, daß dieDoknmente" nicht neu sind, an­dern seit Monaten den deutschfeindlichen Feld- zuq bestreiten müssen.

Treffend wird die Veröffentlichung von derMor- ning Post" charakterisiert, die u. a. schreibt:In der von Lord Arley geschriebenen Vorrede heißt es, daß es sich um einen Kampf gegen den Hitlerschen Fa- schismus handele und nicht um einen Kampf gegen

Deutschland, vielmehr für bas wa hr e Deutsch- l a n 0. Wenn dies tatsächlich die Absicht ist, dann kann nur mit Entschiedenheit gesagt werden daß das Buch bei dem englisch sprechenden Pub i- kum, an das es sich wendet, sei n e n Z w e ckv o l l - kommen verfehlen wird. Bevor das Beweis­material überzeugen kann, muß etwas von der Zu­ständigkeit der Verfasser bekannt sein. Aber von den Verfassern wird nur gesag, daß sie im Weltausschuß für die Opfer des deutschen Fa­schismus" (Professor Einstein) sind. Um den Schleier dieser Halbanonymität zu lüften, genügt es, das erste Kapitel zu lesen. Dieses Kapitel, das vorgibt, eine Uebersicht über die politische Geschichte der deut­schen Republik und die Umstände zu geben, die $um Sieg der chitlerbewegung geführt haben, ist nichts weiter als g e r ä u s ch v o l l e P r o p a g a n d a z u - qunsten der deutschen Ko mm u n i st en- Partei. Tatsächlich ist es zuweilen schwer, zu ent­scheiden, ob die wirkliche Polemik sich gegen die So­zialdemokraten oder gegen Eitler richtet. Die unmiß­verständliche k o m m u n i st i s che U r h e b e r s ch a f der ersten Seiten macht alles f o l g en d e un­glaubwürdig. Alles, was Nicht gründlich aus anderen Quellen bekräftigt wird, muß verdächtig sein und der vernünftige Leser wird eher gene'gt sein, wohlwollend für Hitler als für feine Ankläger zu empfinden."

Haussuchung bei den Oeutsch- nationaten in Danzig.

Danzig, 31. Aug. (WTB.) Wie die Polizei mit- teilt, sind in letzter Zeit wiederholt konkrete Mittel- hingen an das Polizeipräsidium gelangt, aus denen unzweifelhaft hervorgeht, daß die Deutschnationale Volkspartei in Danzig bzw. deren Vertreter und An­hänger eine immer stärker werdende Propa­gandatätigkeit entfalten, um den Erfolg städti­scher und behördlicher Anordnungen zu vereiteln und zu schmälern, in der Absicht, die Interessen des Staa­tes zu schädigen. Diese positiven Mitteilungen wur­den noch durch die O p p o f i t i o n s st e l l u n g , die der Abgeordnete Dr. Z i e h m im Volkstage anläßlich der Beratung über die Aufhebung der Immunität des sozialdemokratischen Abgeordneten Brill ein- nohm, und gegen die aus verfassungsrechtlichen Gründen nichts unternommen werden kann, noch besonders unterstrichen. Aus diesem Grunde hat sich der stellvertretende Polizeipräsident v. Dar- sen unter strengster Wahrung der verfassungs­mäßig festgelegten Richtlinien genötigt gesehen, eine Durchsuchung des Parteibüros der D e u t s ch n a t i o n a l e n Volkspartei sowie der Wohnungen einzelner Par­te i g ä n g e^ zum Zwecke der Beschaffung von Be- weismaterial anzuordnen. Die Politische Polizei ist augenblicklich mit der weiteren Klärung der Angelegenheit beschäftigt.

Keine Blumen in den Wagen des Führers werken!

Nürnberg, 31. Aug Dem Führer sind auf feine Fahrten durch Deutschland und insbesondere am Mittwoch durch Nürnberg wiederum große Mengen Blumen in den Wagen geworfen worden. Der Führer bittet darum, diese Blumen, die für feine SA. bestimmt sind, sofort seiner SA. zu geben, da er von diesen Unmengen von Blumen auch keinen Bruchteil in fein 3immer ft eilen tann. Im Zusammenhang damit wird darauf hingewiesen, daß das Werfen von Blumen in den Wagen des Führers seit längerer Zeit verboten ist, weil bei schneller Fahrt durch geworfene Blumen­sträuße leicht Personen verletzt werden können.

Neue kommissarische Bürgermeister und Beigeordnete.

Das Personalamt des hessischen Staatsmini- steriums gibt bekannt: Die nachstehenden Bür­germeister und Beigeordneten werden kom­missarisch in ihr Amt eingesetzt:

Bickenbach: Landwirt Christoph Rau an Stelle des Bürgermeisters Becker.

Bad Wimpfen: Der zur Zeit bei der Ministerialabteilung III beschäftigte Dr. Miß- ler wird kommissarisch zum Bürgermeister be­stellt.

Gonsenheim: Oberpostinspektor Jakobi, seither kommissarischer Beigeordneter in Mainz, an Stelle des Bürgermeisters Alexander.

Klein-Linden: Gemeinderatsmitglied Wilhelm Jung XI. an Stelle des Beigeord­neten Schimmel.

Erbenhausen: Karl Becker II. an Stelle des aus Gesundheitsrücksichten zurückgetrete­nen Bürgermeisters Heldmann.

Wattenheim: Jakob Diehl, Bürger­meister von Nordheim, an Stelle des Bürger­meisters Matthias Embach, Wattenheim.

Laudenau: Schmiedemeister Georg Wei­mer an Stelle des zurückgetretencn Bürger­meisters Kirchbaum.

Hühnlein: Landwirt Christian Becht an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Seib.

Hillesheim: Philipp Wirthwein an Stelle des Beigeordneten Adam Nierstheimer.

Gabsheim: Landwirt Jakob Schuch II. an Stelle des Beigeordneten Senfter.

Nackenheim: Heinrich Paul Otto, seit­her kommissarischer Beigeordneter, an Stelle des Bürgermeisters Adam Sans, Landwirt Johann Brech an Stelle des seitherigen kom­missarischen Beigeordneten und nunmehr zum kommissarischen Bürgermeister bestellten Hein­rich Paul Otto.

In Offenbach werden die Rabatt­marken abgeschafft.

Offenbach, 81. Aug. (WSN.) Nachdem seither eine Einigung nicht erzielt werden konnte, hat nunmehr der Offenbacher Einzelhandel beschlossen, gleichzeitig mit dem Inkrafttreten des Zugabeverbotes ab 1. September auch die Ausgabe von Rabattmarken einzustellen. Um eine Benachteiligung der Käuferschichten zu ver­meiden, sollen die Warenpreise entsprechend gesenkt werden.

Aus Oer promn-ualbuuptstaOi

Richtig reifen!

Don Sofie von Uhde.

Ein wenig spät und langsam, aber nun um so stärker wächst in innerem Volke die Er­kenntnis, daß in einem Staate, der wieder gesunden will, das Interesse des Individuums zunächst einmal zurückzustehen hat hinter den nationalen Notwendigkeiten, und mit mehr und mehr erwachendem Gewissen wägt man das eigene Verhalten. Man bedenkt, daß unter kostbar gewordenes Geld nun in erhöhtem und womöglich ausschließlichem Maße der eigenen Industrie, der eigenen Landwirtschaft zugute kommen muß. Man kauft deutsch e W a - r e n, wo man bisher gedankenlos ausländi­sche Erzeugnisse verwandte, man kehrt von snobistischer Anbetung fremder Art zur ge­rechten Betrachtung eigenen Könnens, eigenen Landes zurück. Und, wenn auch schweren Her­zens, beschließt man, nun auf die winterliche Erholung, den sommerlichen Urlaub im Süden und auf hoher See zu verzichten, damit das hart erworbene, das hart ersparte Geld nicht länger dem Ausland, sondern nunmehr aus­schließlich der deutschen Heimat zugute komme. Seufzend opfert man nun auch diese letzte Quelle geistiger und körperlicher Erfrischung zugunsten seines nationalen Gewissens.

Hier aber wächst ein Irrtum, der sich wohl für unsere deutsche Industrie, wie für unsere Volksgesundheit und für die Bildung unserer Jugend ungünstig auszuwirken droht. Denn die Dinge liegen tatsächlich so, daß wir die nötiger denn je gewordene Erholung in der heilenden Sonne des Südens und in der kräftigenden Luft auf hoher See genießen können, ohne unser Geld ins Ausland zu tra­gen,' vielmehr, indem wir der tapferen, mutig ringenden und für unser nationales Ansehen so ungeheuer wertvollen deutschen Schiffahrt und den vielen Industrien, die sie ernährt, durchzuhalten helfen.

Man macht sich viel zu wenig klar, daß eine Reise, mit einem deutschen Schiff unternom­men, sich ja auf deutschem Heimat- boden abspielt, deutsche Arbeit unterstützt und deutscher Arbeitslosigkeit steuert. Zudem haben unsere Schiffahrtslinien in gerechter Würdigung dieses erwachten nationalen Ge­wissens sowohl, wie der unstreitbaren Not­wendigkeit, das Geld im Inland zu lassen, ihre Vergnügungsreisen, ihre Studien- und Kongreßfahrten so eingerichtet, daß jedes Uebernachten, jede Mahlzeit an Bord statt­findet oder jedenfalls stattfinden kann, also niemand gezwungen ist, Geld anderswo als auf dem deutschen Boden des Schiffes auszu­geben.

Und die Tasse Kaffee, die mir vielleicht in einem fremden Hafenplatz trinken, die Wagen­fahrt, die wir dort unternehmen, die kleinen Andenken, die wir uns kaufen, die Unterhal­tungen, die wir mit den Söhnen und Töch­tern fremder Völker führen, können sehr wohl dazu dienen, das mehr denn je notwen­dige freundschaftliche Verständnis zwischen den Ländern zu fördern. Denn wir wollen ja nichtboykottieren", wir wol­len ja auch, das Fremde in unser Land kom­men und so unsere Wirtschaft unterstützen, Land und Volk kennen und seine Wesensart würdigen lernen.

Navigare necesse est nie war das Wort so wahr wie heute! Jedes treu ersparte Sümmchen, öa§ sich in eine Schiffskarte um- wandelt, ist ein Baustein an unserer Zukunft und ein Stück Brot in eines deutschen Arbei­ters Hand. Ist auch ein Stück unverlierbarer und schönster Erinnerung in unserem eigenen Herzen, ist körperliche Gesundung und geistige Erkenntnis. Denn was reinigte besser von allen Schlacken sorgenvollen und überhetzten Lebens, als die Ruhe der ewigen Linie, in der Himmel und Wasser zusammenfließem was böte gewisseren Einblick in die tiefen Zusam­menhänge zwischen fremdem und eigenem Völkergeschick, als Kenntnis der Welt und ihres Gesichts?

Reisen, wo immer es noch geht, allen Nöten und Opfern zum Trotz unö richtig rei­sen das ist das Gebot der Zeit. Nicht mehr in großartigen ausländischen Modeplätzen Geld und Nervenkraft vergeu­den: aber vom Heimatboden eines deutschen Schiffes aus die Schönheit der Erde und die geheimnisvolle Kraft der Meere erkennen, das ist der rechte Weg, uns selbst und der Nation zu dienen.

Unsere deutschen Schiffahrtslinien sind mit viel Opfern bemüht, diesen Weg durch ver­billigtes Reisen auf allen Kursen zu ebnen. Diese Reisen sind ein Jungbrunnen der Er­frischung und bieten mit ihrer bemerkenswer­ten Bequemlichkeit, mit ihrer mehr denn reich­

lichen Verpflegung und ihren fröhlichen Bord- pielen in der frischen Meerluft raschere und ntensivere Kräftigung als irgendein anderer Erholungsaufenthalt es vermag. Und für un­sere Jugend sind sie die schönste Schule, der ierrlichste Anschauungsunterricht, den das Leben ihnen bescheren kann. Die stolzen Werke unserer Werften sollen nicht untätig in den Docks liegen, sie sollen wie früher durch die blauen Meere ziehen und allen Völkern zei­gen, wie Deutschland unter Not und Opfern ür den alten Ruhm seiner Schiffahrt kämpft und für den ihm zukommenden Platz unter den handeltreibenden Nationen. Und jede die- er Fahrten wird Brot für die Hände deut­scher Mütter und Arbeit für die Fäuste deut- djer Männer sein.

Das Handwerk auf derBraunen Messe" in Gießen.

DieBraune Messe" in Gießen, die vom 30. September bis 8. Oktober stattfindet, dient ganz besonders den Interessen des gewerb­lichen Mittelstandes. DieBraune Messe" ist so aufgebaut, daß nicht nur eine Hebung des Absatzes, sondern ebenso eine Förderung der bernfsständischen Erzeugung und Werbearbeit erreicht wird. Eine ganz besondere Rolle spielt in diesem Nahmen das deutsche Handwerk.

Die Tatsache, daß Qualitätsarbeit und Fort­schritt mit dem gewerblichen Mittelstand engstens verbunden sind, soll auch in Gießen in einer grobangelegten Ausstellung des Hand­werks gezeigt werden. Hier werden die Tra­dition des Handwerks in gleicher Weise wie die Zeugnisse der gegenwärtigen Leistungs- äigkeit zum Beschauer sprechen. Hervorragende Meister-, Gesellen- und Lehrlingsarbeiten wer­den beweisen, daß das deutsche Handwerk sei­nen alten, guten Ruf noch immer zu Recht genießt. Der Besucher wird hier eine einzig­artige Gelegenheit finden, die Höchstleistungen des gewerblichen Mittelstandes umfassend kennenzulernen. Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei auch den Arbeiten zu widmen ein, die der Erziehung des handwerklichen Nachwuchses dienen.

DieBraune Messe" in Gießen wird also eine gewaltige Kundgebung der Lebenskraft und der Leistungsfähigkeit des deutschen Handwerks sein.

Giädieachter und

Wassers o t-Werbeveranstaltung.

Aus Anlaß der Austragung des Städte-Achters Gießen-Wetzlar veranstalten, wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, am Sonntag, 3. September, 15 Uhr, am Bootshaus der Gießener Rudergesell- chaft 1877 sämtliche Gießener Wassersportvereine eine Wassersport-Werbeveranstaltung. Das reich­haltige Programm, bestehend aus Rudern, Schwim­men, Paddeln und Wasserballspiel, sowie die Aus­tragung des Städte-Achters Gießen-Wetzlar, ver­bunden mit einem großen Konzert, wird den Be- uchern einen interessanten Einblick in die Vielseitig­keit des Wassersportes geben. Der Eintritt ist frei.

Oie Liquidation

der marxistischen Gesangvereine.

Der Bundesvorsitzende des Hessischen Sän­gerbundes und Sonderkommissar für die Li­quidation der aufgelösten marxistischen Ge­sangvereine, Dr. K u l z, hat zur Durchführung der Liquidation folgende Unterbeauftragte er­nannt: für den Bezirk Gießen: Albert Schneider (Gießen): Darmstadt: Friedel Hoffmann (Darmstadt): Hanau: Wilhelm Weiermann (Seligenstadt): Höchst: Josef Hammel (Offenbach): Mainz: Heinz Wal- lior (Bingen): Vilbel: Alfred Schmidt (Bad-Nauheim): Höchst i. Odenwald: Peter Lindemann (Höchst); Offenbach a. Main: Josef Hammel (Offenbach): Auerbach: Lud­wig Seitz (Auerbach): Worms: Wilhelm Grett (Osthofen): Seligenstadt: Wilhelm Weier mann (Seligenstadt). Die B'ezirks- einteilung umfaßt den Rhein-Main-Gau des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes, soweit sie hessische Orte betrifft.

Daten für Freitag, 1. September.

1854- der Komponist Engelbert Humperdinck (n Siegburg a. Rh. geboren; 1870: erste und zweite Schlacht bei Sedan; 1923: das große Erdbeben in Tokio.

Daten für Samstag, 2. September.

1853: der Chemiker Wilhelm Ostwald in Riga geboren; 1857: der Maler und Radierer Karl Stauffer'-Bern in Trübschachen geboren; 1870: Gefangennahme Napoleons III. und Kapitulation von Sedan.

LZornotizen

- Taaeskalender für Zreitag Gieße, ner Schachklub 1858, 20.15 Uhr, Gewerkschaftshaus, Schachwerbeabend. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Paprika" mit Franziska Gaal.

** Berufung an die U n i v e r f i - tat Jena. Der durch den Abgang von Prof. Dr. Peters erledigte ordentliche Lehr­stuhl der Psychologie an der Thüringischen Landesuniversität Jena ist dem außerordent­lichen Professor Dr. Friedrich Sander an unserer hiesigen Landesunioersität angeboten worden.

** Der Stahlhelm B d. F., Orts­gruppe Gießen, wird heute gegen 20 Uhr seine Kameraden, die am Reichsparteitag der NSDAP, in Nürnberg teilnehmen, mit Musik zur Bahn begleiten. Der Marsch wird vom Stahlhelmheim aus durch folgende Straßen gehen: Kaiserallee, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Neuen Bäue, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Sel­tersweg, Frankfurter Straße, Liebigstrahe zum Bahnhof.

** Die Organisation des Milch, v e r s o r g u n g s v e r b a n d e s Rhein- Main und seiner Einrichtungen in der Stadt Gießen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen An­zeigenteil, auf die die Interessenten besonders hingewiesen seien.

** Schwerer Unglücksfall auf dem Schulausflug. Von einem tragischen Un­glücksfall wurde gestern Studienrat Dr. Schraub von der hiesigen Oberrealschule auf einem Schulausflug betroffen. Der Be­dauernswerte befand sich mit seiner Klasse auf Fahrrädern unterwegs nach dem Rhein, der das Ziel des Klassenausfluges bildete. In der Nähe von Hochheim a.M. kam Dr. Schraub auf der Landstraße in einer Kurve aus bis jetzt noch nicht geklärter Ur­sache mit seinem Fahrrad so unglücklich zum Sturz, daß er leider schwere innere Verletzun­gen erlitt und in bedenklichem Zustande dem Krankenhaus in Mainz zugeführt werden mußte. Angesichts dieses tragischen Unfalles ihrers Führers brachen die Schüler ihre Aus- flugsfahrt jofort ab und kehrten mit der Bahn nach Gießen zurück. ~ .

** Heimatvereinigung Schiffen- berg. Interessenten werden nochmals auf die am Sonntag auf dem Schiffenberg> statt­findende Ausstellung der Aufnahmen des Photo­wettbewerbs hingewiesen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

** Oeffen11 iche Bücherha11e. Im August wurden 1114 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf Erzählende Literatur 761, Literaturgeschichte 5, Zeitschriften 19, Gedichte und Dramen 10, Jugend­schriften 95, Länder- und Völkerkunde 70, Kultur­geschichte 11, Geschichte und Biographien 77, Kunst­geschichte 1, Naturwissenschaft und Technologie 28, Heer- und Seewesen 4, Haus- und Landwirtschaft 5 Gesundheitslehre 3, Religion und Philosophie 7, Staatswissenschaft 13, Sprachwissenschaft 3, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 3 Bände.

** Falsche Fünf-Mark-Stücke. Seit einigen Tagen tauchen, wie aus Frank­furt berichtet wird, im Verkehr wieder falsche Fünf-Mark-Stücke auf, die an sich leicht an der grauen Versilberung erkennbar sind, aber fer­ner die Eigenschaft haben, beim Aufwerfen tn Stücke zu springen. Offenbar handelt es sich um auswärtige Vertreiber, die in Frankfurt eine Gastrolle geben. Die Polizei warnt zur Vorsicht bei der Entgegennahme von Fuus- Mark-Stücken.

Obechessen.

Landkreis Gießen.

* Mainzlar, 1. Sept. Mit dem heutigen Tage treten unser seitheriger Bürgermeister Vogel im Alter von 72 und unser Beigeordneter B i n g e l im Alter von 74 Jahren in den wohlverdienten Ruhe­stand. Beide stehen schon seit über dreißig Jahren im Dienste der Gemeinde. Zu ihren Nachfolgern wurde Ludwig Kreiling!, als Bürgermeister und Wilh. Schwarz III. als Beigeordneter be­stimmt und bereits verpflichtet. Beide treten mit dem heutigen Tage ihre Aemter an.

* Münster, 31. Aug. In Gegenwart des Kreisfeuerwehrinspektors Bouffier (Gie­ßen) und anderer Feuerwehrführer, sowie maßgebender Männer unseres Ortes wurde hier eine Freiwillige Feuer w e h r ge= gründet. Zum Führer wurde der Komman­dant der Pflichtfeuerwehr Klöß gewählt und bestätigt.

Nonnenroth, 31. Aug. Der Kirch­turm wird zur Zeit einer umfassenden Reparatur unterworfen, die schon leit Jahren notwendig war, aber mit Rücksicht auf die Knappheit der zur Verfügung stehenden Geldmittel immer wieder hinausgeschoben werden mußte. Wie von der Brandversiche­rungskammer Darmstadt festgestellt werden konnte, hat schon vor längerer Zeit ein Blitz­schlag den Turm beschädigt. Durch den ein- dringendeu Regen waren wichtige Konstruk­tionsteile des Turmdaches bis zum Glocken­stuhl herab ausbesserungsbedürftig geworden. Auch die Verschalung mußte erneuert und das Dach umgedeckt werden. Seit Wochen ist der Turm daher von einem Gerüst umgeben. Bei der Vergebung der Arbeiten wurden ortsan­sässige und benachbart wohnende Handwerker berücksichtigt. Bei dem Abnehmen der Turm­bekrönung, die ebenfalls schadhaft geworden war, wurden im Turmknopfe zwei Ur­kunden gefunden, die in unserer Gemeinde allgemeinem Interesse begegnen. Die ältere der beiden aus dem Jahre 1881 berichtet von umfangreichen Ausbesserungsarbeiten in die­sem Jahre und erwähnt dabei auch eine nicht ganz leserliche Urkunde aus dem Jahre 1749, aus der hervorgeht, daß am 25. November des­selben Jahres der Turm durch Feuer stark

beschädigt undmit Erlaubnis eines Hochlöb­lichen Consistoriums zu Hungen" wiederher­gestellt werden konnte. Die zweite Urkunde aus dem Jahre 1884 ruft der noch lebenden älteren Generation den am 3. Juni desselben Jahres durch Blitzschlag verursachten Turm­brand in Erinnerung, durch den der Turm nebst Glockenstuhl, die Uhr und die Orgel schwer beschädigt wurden. Die älteste Urkunde aus dem Jahre 1749 ist wohl erwähnt, aber wahrscheinlich wegen ihrer Unleserlichkeit nicht mehr mitverwahrt, sondern leider vernichtet worden. Das auf einem Bergkegel stehende Kirchlein scheint infolge seiner Lage der Blitz­gefahr besonders ausgesetzt zu sein, wie die Geschichte seiner baulichen Erneuerung zeigt. Die Gemeinde beabsichtigt, auch diesmal dem Turmknopf ein Schriftstück anzuvertrauen, das späteren Geschlechtern künden soll von Opfer- sreudigkeit, von lebendigem kirchlich-religiösen Leben und von vorbildlichem dörflichen Ge­meinsinn in schwerer Zeit.

Mrcie tcöbcra

Friedberg, 31. Aug. (WSN.) Auf der Braunkohlengrube Weckesheim wurde am Mittwoch ein Steiger von einem mit Holz beladenen Wagen, der mit großer Geschwindigkeit einen steilen Berg hinabsauste, erfaßt und derart schwer verletzt, daß er imort dem Friedberger Bürgerhospital eingehefert werden mußte. Der Verunglückte erlitt einen schweren Schenkelbruch und trug mehrere kom­plizierte Rippenbrüche davon.

Mreie Büdingen.

y. Geiß-Nidda, 3U Aug. Gestern wurde hier unser seitheriger Pfarrer Ferdinand Anthes beerdigt, der im Alter von 65 Jah­ren in Bad-Nauheim gestorben war. Die ganze Gemeinde, zahlreiche Geistliche des Dekanats Nidda und Einwohner aus Nachbarorten, be­sonders aus Borsdorf, wo der Verstorbene längere Zeit als Spezialvikar das Pfarramt versehen hatte, erwiesen ihm die letzte Ehre. In der Stirere, in der die Leiche vor dem Altar aufgebahrt war, predigte im Trauergottes- dienst Dekan Seriba aus Nidda, am Grabe sprach Pfarrer Zimmer von Dauernheim, der feit der Erkrankung von Pfarrer

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In der Kachmit dem Zuchthaus M tibi (§ 153 S/W SenS fiapfeul'e wohnhaft, vorgesül legtr M zur M, hiesige und mismi schädigt zu haben, Vorspiegelung so ganz erhebliche (? Zeugenvernehmu

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