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1.8.1933 Erstes Blatt
 
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Auslandsrenten wurden nfl. und4v.H. Zolltürken t notiert.

Kurse sestgestellt: Neubesih- leihe 77,65,6 v. h. Stahl- hrbahn-M. 99,50,4 v.h. 1908 bis 19116,65, do. von chsbank 152,25, 2D-Bank ),25, Suberns Gi[en 73, 37,50, Stabloerein 37,75, lernen/ Heidelberg 81,75, )old- und Silberichrl.hr- . 160.

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11. Jull. Der Ucbrrgang iejahr wirkte sich an der : in einer sehr abwar- dessen war neuer Soggen im Preis gegenüber ber ger. Altes Getreide war rkt sand aber kaum noch iehiavsatz bei den Mühlen aus die Deckung des not« schränkt indes waren die ,en- und Weizenmehl um 100 Kilogramm ermäßig/, herrschte Geschästsstille ber eilen. Es notierten (®e* 'übrige je 100 Kilogramm !,50 Aries, Soggen neuer Wintergerste vierzeiligM Nries Weizenmehl sudd. *29bii30,6tMN a 09 Svggenmehl 0 d» ng 23,50 bis 24, Lto.M e 7,80, Soggetik-e 8g ne Nonopolzuschlag S,35. ,en ohne Monopolzuschlag ^eber Z50.H-U 00 /iklerlrüheste gelbe

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Nr. 177 erster Blatt

185. Jahrgang

Dienstag, l. August 1935

6r|d)etnt tftgltd), autza Sonntags und feiertags Beilagen; Die Illustriert, ©iepener Jamilienblättei Heimat lm Bild Die Scholl, monaB-Bejngsprets:

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Siebener Anzeiger

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Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Vlumschcin undfür denAn» zeigenteil L B.TH.Kümmel sämtlich in (Bietzen.

Deutschland fordert gleiche Wehr und gleiche Sicherheit!

Llnsere Abrüstung ist nur eine Vorleistung auf die allgemeine Abrüstung.

Berlin, 31. Juli. (XU.) Am Montagabend sprach über den Deutschland Sender Legationsrat Dr. Schwendemann über:Deutschlands A n- spruch aus g l e i ch e W e h r und gleiche Sicherheit'^ Er führte u. a. aus:

Die Verbindung zwischen der sofortigen Abrüstung der Besiegten und der allgemeinen Abrüstung wurde in einer Einleitung zum Teil V des Versailler Ver­trages ausdrücklich festgelegt.

Die deutsche Abrüstung ist somit vertraglich nur eine Vorleistung Deutschlands aus die allgemeine Abrüstung. Trotzdem ist praktisch hinsichtlich der allgemeinen Abrüstung nichts geschehen, wohl aber ist die Abrüstung Deutschlands, Oesterreichs. Ungarns und Bulgariens von den Siegern ver­langt und unter ihrer Kontrolle durchgesührt worden.

So entstand in Europa eine Lage w e h r p 0 l i t i - cher Ungleichheit, wie sie in Der Weltge- chichte ohne Beispiel ist. Ringsumher erheben ich Befestigungen, deren Geschütze ungehindert weit in deutsches Land hinein Zerstörung tragen können, stehen Tausende von Flugzeugen bereit, die jederzeit Die deutschen Städte nsikolos zu bedrohen vermögen, ist ein gewaltiges Kriegsmaterial aufgehäuft und sind Millionen von waffengeübten Männern vor- yanden, die jederzeit in Marsch gesetzt werden kön­nen, um den deutschen Lebensraum von allen Setten zu überfluten.

Welche Garantie, welche wirkliche Sicher­heit gaben wir gegen ähnliche Gewaltakte, wie die Ruhrbesetzung und die Besetzung des Rheinlandes, solange unser Land abgerüstet inmitten hochgerüsteter Staaten liegt? Seit einein­halb Jahren Dauern mit Pausen die Verhandlungen der Abrüstungskonferenz. Sie haben bei den hochgerüsteten Staaten keine Kanone, kein Maschinengewehr und keinen Sol­daten beseitigt. Nur eines hat die Konferenz hinsichtlich Deutschlands gebracht:

Die deutsche Gleichberechtigung wurde in aller Form als zu verwirklichender Grundsatz an- kannt.

Die deutsche Delegation auf der Abrüstungs­konferenz hat die Verwirklichung der Gleichberechtigung in den Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns gestellt. Wir haben die Abrüstung der anderen nach den­selben Matzstäben und Methoden gefordert, wie sie bei uns angewandt worden sind. Die Gegen­seite versucht uns deshalb zu verdächtigen und moralisch zu isolieren, indem sie sagt, wir wollten aufrüsten. Darauf gibt es nur eine Antwort:

Nicht wir wollen aufrüsten, sondern ihr wollt nicht abrüsten, und wollt uns außerdem noch das Recht aus Gleichberechtigung und auf gleiche Sicherheit abstreiten, wollt ihr nicht abrüsten, so muh unsere Sicherheit eben mit denselben Mitteln gewährleistet werden, die ihr für euch selbst in Anspruch nehmt. Die Verantwortung dafür fällt nicht auf uns. sondern auf euch.

Es wird eine geradezu hemmungslose Hetze gegen uns wegen angeblicher Aufrüstung getrieben. Täglich bringt die französische und die englische Presse eine Reihe von Sensations­meldungen über angebliche militärische Matz- nahmen und Kriegsvorbereitungen in Deutsch­land- Die Schluhsolgerung. die besonders von der französischen Presse aus diesen Sen­sationsmeldungen gezogen wird, ist die Forde­rung, in Deutschland müsse schnellstens eine scharfe internationale Rüstungskon- t rolle durchgeführt werden. Eine solche Kon­trolle denkt man sich in Paris anscheinend auf Grund der Abrüstungsbestimmungen des Frie- dcnsdiktats.

Solche Forderungen klingen wahrhaftig wie Stimmen aus einer vergangenen Epoche deutscher Erniedrigung. Es gibt offenbar in Frankreich romantische Gemüter, die jene Tage, in denen Kommissionen ausländischer Offiziere in Deutschland herumreiften und die Zerschlagung des gesamten deutschen Rüstungsapparates durchführten, nicht vergessen können und sich nach deren Wieder­kehr sehnen. Sie haben offenbar nicht bearif- f e n, daß inzwischen sich einiges in der W eit und vor allem in Deutschland g e ändert hat. Kann irgendjemand glauben, daß eine einseitige Kontrolle Deutschlands von der deut­schen Regierung angenommen, oder angesichts des deutschen Volkswillens praktisch überhaupt durch­führbar wäre? Vor solchen Illusionen muß man mit aller Deutlichkeit warnen.

Es gibt nur noch ein vorwärts zu einem Zu­stand der Gleichberechtigung und der gleichen Rüstungsfreiheit oder Rüstungsbeschränkung für alle Staaten.

Dan muß allen Ernstes jenen im Ausland, die noch von einseitiger Rüstungskontrolle Deutschlands reden, die Frage oorlegen, was fi? damit eigentlich beabsichtigen. Wer solche Forde­rungen aufstellt, will bewußt nicht Ver- ftänbigung fonbern Feindschaft, nicht Vertrauen, sondern Mißtrauen. Darin liegt die Gefährlichkeit der zur Zeit gegen Deutsch­land gerichteten Propaganda wegen angeblicher Aufrüstung und mit dem Ziel einer deutschen Rü­stungskontrolle.

Aus Frankreich Dringt zu uns immer wieder der Rui nach Sicherheit. Ohne Vertrauen

zu Deutschland könne Frankreich keinerlei Ab- rüstungsmaßnahmen zustimmen. S)at man Deutsch- land, als man es entwaffnete, gefragt, ob es Vertrauen zu feinem Nachbar habe? Hat man an Deutschlands Sicherheit gedacht, als man ihm seine Waffenausrüstung aussog? Wie will man zu Vertrauen gelangen, wenn man Mißtrauen mit vollen Händen sät. Es gibt nur einen Weg zum Vertrauen in Fragen von Rüstung und Abrüstung. Er besteht darin, daß praktisch gleiches Recht in der Wehrfrage für alle ge­schaffen wird!

FrankreichsAbrüstung".

Paris, 31. Juli. (WTB.) Der Präsident der Republik, Lebrun, übergab heute in Cher­bourg den neuen Ueberfeehafen und Bahnhof dem Verkehr. Die 280 Meter langen und 42 Meter breiten Hafen- und Bahnhofsanlagen find mit den Mitteln modernster Technik geschaffen worden. Die größten Ozeanriesen können jetzt am Kai direkt anlegen. Die Baukosten des neuen Hafens beliefen sich auf rund 315 Millionen Fran­ken. Bei dem Bankett, das die Stadt Cherbourg

anläßlich der Inbetriebnahme gab, hob Präsident Lebrun die Bedeutung der neuen Anlage auch für die Kriegsmarine hervor. Sie würde, meinte er, im Kriegsfälle einen trefflichen Flotten­stützpunkt abgeben.

Die Werft von L 0 r i e n t hat Auftrag erhalten, einen neuen, schnellen, 7500 Tonnen großen Kreu - z e r auf Kiel zu legen.

Mussolini für Wiedergutmachung von Trianon.

B u b a p e ft, 31. Juli. (WTB.) Der italienische Ministerpräsident Mussolini erklärte in einem Antworttelegramm aus die aus Anlaß seines Geburts­tages von dem Budapester Oberbürgermeister ge- sandte Begrüßungsdepeschn, er sei einer der Ersten gewesen, die der Welt die llngerechtigkei t d e s Vertrags von Irianon verkündet hätten, der die ungarische Nation verstümmelt habe. ,Jch bin sicher", schließt das Telegramm,daß ich meinen Standpunkt so lange nicht ändern werde, bis die notwendige Wiedergutmachung er­folgt ist".

Mussolini dankt Hitler und Göring

«.Sicherung des europäischen Friedens, der auf Gerechtigkeit sich stützen muß".

Mussolinis Dank an Göring.

Berlin, 31.3uli. (WTB.) Auf das Glück-

Berlin, 1. Aug. (MTB. Funkspruch.) Minister­präsident Mussolini hat an Reichskanzler Adolf Hitler nachstehendes Telegramm gerichtet:

Ich danke L w. Exzellenz von Her­zen für das Gedenken und die mir ge­sandten Glückwünsche. Zu meiner Freude habe ich feststellen können, daß aus vielen Teilen des Deutschen Reiches Morte der Sym­pathie zu mir gelangt sind. Ich beabsichtige, in den nächsten Jahrzehnten für das Ziel zu ar­beiten, was Lw. Exzellenz als die Sicherung des europäischen Friedens bezeichnen, der auf G e r e ch t i g k e i l sich stützen muß.

Mussolini.-

wunschtelegramm des preuhischen Ministerpräsi­denten Göring an den italienischen Regie­rungschef ist folgende Antwort eingegangen:

Unter den vielen Glückwünschen, die mir zu meinem 50. Geburtstag aus Deutsch­land zugegangen sind, sind mir die ®urer Exzellenz mit unter den willkommen- st e n. Ich erinnere mich in diesem Augenblick an unsere Zusammenkunft in Rom und die lebhaften Bemühungen Eurer Exzellenz um die Entwick­lung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern und unseren beiden Regierungen, die wir zusammen für deren Macht und den Frieden aller Völker arbeiten wollen. 2ch bitte Eure Exzellenz, an meine Wertschätzung und Freundschaft zu glauben. Mussolini."

Weiter vorwärts im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit!

Westfalen

Dortmund, 31.Juli. (WTB.) In allen Be­zirken des Landesarbeitsamts Westfa­len ist nunmehr der konzentrische Angriff gegen die Arbeitslosigkeit ausgenommen worden. Verschiedene Bezirke konnten durch erfolg­reiche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Arbeits­ämter schon frei von Arbeitslosen gemacht werden, z. B. ist der ganze nordwestliche Teil des Arbeitsamtsbezirks Gütersloh (Herzebrock, Harse­winkel, Reckenberg) bereits ohne Arbeitslose.

Die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen haben ein Ausbaupr 0 gr a m m ihrer Stromnetze von über sechs Millionen Reichsmark aufgestellt. Dieses Arbeitsvorhaben soll beschleunigt durchgeführt werden. Die Arbeiten, die sich über ganz Westfalen verteilen, sollen durch pri­vate Unternehmer ausgeführt werden.

Niedersachsen.

H a n n 0 v e r, 31. Juli. (WTB.) Dem Arbeitsamt Lüneburg ist es in tatkräftiger Zusammenarbeit mit den Landräten und Fürsorgeoerbänden gelun­gen, die Kreise Dannenberg und Bleckede von der Arbeitslosigkeit zu befreien. Ab 1. August sind in diesen Kreisen alle Arbeits- losen in Arbeit gebracht. Dieser Erfolg ist unter dem Gesichtspunkt zu bewerten, daß es sich zum Ten um Gebiete handelt, deren Bewohner durchweg in Ham­burg und im Unterelbe-Gebiet in Arbeit ftanben_unD infolge der dortigen Wirtschaftslage und des otill-

liegens der örtlichen Industrie feit längerer Zeit arbeitslos waren.

Pommern.

Stettin, 1. August. (WTB.) In der Provinz Pommern find feit gestern zwei .große Kreise, die insgesamt 6000 Arbeitslose hatten, von der Arbeitslosigkeit befreit, näm­lich die Kreise Regenwalde und N e u st e 11 i n. Zum ersten Male ist hier eine neue Methode mit durchschlagendem Erfolg angewandt worden. Die Arbeitgeber wurden nämlich aufgefordert, im Interesse des nationalen Staates auch von sich aus dafür zu sorgen, allen noch arbeitslosen Volks- genossen Arbeit zu geben. Dieser Appell an das nationale und soziale Gewissen der Unternehmer hatte zur Folge, daß diejenigen Arbeitslosen, die nicht in der Landwirtschaft und bei Erntearbeiten untergebracht werden konnten, in die Privatbetriebe zurückgeführt wurden.

Ostpreußen.

Königsberg, 31. Juli. (WTB.) Die Presse­stelle des Oberpräsidiums teilt mit: Am Sonntag, 30. Juli, ist mit Ausnahme der Städte Königsberg und Elbing die ganze Provinz frei von Arbeitslosen. Auch in den beiden genannten Städten schreitet der umfassend angesetzte Kampf gegen die Erwerbswsigkeit rüstig und erfolgreich vorwärts. Das Ziel, das am 26. Juli gefetzt worden war, ist demnach schon einige Tage vorher erreicht worden.

Kommunistische Geheimorganisation im Ruhrgebiet ausgedeckt.

Recklinghausen, 31- Suh. (WTB.) Die Staatspolizeistelle Recklinghausen hat festgestellt, dah neuerdings bisher noch unbekannte Kommu­nistenführer von Berlin aus den Versuch unter­nommen haben, die KPD. in einer geheimen Organisation der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition im ganzen Reich zu sammeln. 3n Gelsenkirche n- Horst gelang es der Staatspolizei, drei Kassie­rer dieser OrganisaUon festzunehmen.

Es wurde sestgestellt, daß in geheimen Zu- fammenkünften und Sitzungen die Beschlüsse der Organisation im Ruhrgebiet von führenden Funktionären gefaßt wurden.

Eine solche Sitzung fand dieser Tage in einem Wäldchen am Kanal zwischen Essen-Karnap und Derge-Dorbeck statt. Aus allen gröbe­ren Städten des Ruhrgebiets waren dort die Funktionäre der neuen Organisation eingetroffen, um geheime Beratungen zu führen. Hierbei wurden sie plötzlich von Beamten der Staatspolizeistelle Recklinghausen überrascht und festgenommen. Auch der Organisationsleiter im Ruhrgebiet, der Zimmermann Arthur Schim­melpfennig, fiel in die Hände der Staats­polizei. Er hatte die Verbindung zwischen dem Ruhrbezirk und Berlin und gründete in allen gröberen Städten deS Ruhrgebiets Ortsgruppen.

15 führende Funktionäre aus Gelsenkirchen, Gladbeck, Bottrop, Essen, Dortmund und Duisburg wurden festgenommen. Ls wurde eine größere Menge hochverräterisches Ma­terial beschlagnahmt.

Auch fiel der Polizei eine große Anzahl neuer Beitragsmarken, die die WorteRot Front" und eine geballte Faust zeigen, in die Hände. Entsprechend den Anordnungen Der Berliner Zentrale war die Bezirksleitung bestrebt, die Orga­nisation so aufzuzieben, daß ein Funktionär den anderen nicht kannte. Nach dem (9c- tändnis der Festgenommenen war der Hauptzweck )er geheimen Organisation, mit allen Mitteln d i e Zersetzung der NSBO. zu betrei­ben.

Bon Essen und Dortmund aus sollte ganz Westdeutschland durch eine systematische kom­munistische Propaganda, besonders in den Betrieben, im Sinne der KPD. beeinflußt werden. Ls sollte mit ollen Mitteln versucht werden, die Ausnahme von kommunistischen

Elementen in die J15B0. zu erreichen.

Aus Iserlohn wird gemeldet: In der Nacht zum Sonntag wurden hier zwei der SA. angehö­rige Hilfspolizeibeamte von drei Kom­muni st en angegriffen. Als die Hilfspolizei die Angreifer festnehmen wollte, wurden diese hand­greiflich und sollen auch Schüsse abgegeben haben. Die Beamten mußten in der Notwehr von der Waffe Gebrauch machen. Der Kommunist So­le rf i wurde durch einen Schuß auf der Stelle g e - tötet. Sein Helfershelfer Neumann muhte mit lebensgefährlichen Verletzungen Dem Krankenhaus zugeführt werden. Beide waren (eit langem als rabiate Kommunisten bekannt.

Bier Kommunisten wegen Mordes hingerichiet. Sühne für den Altonaer Blutsonntag. Berlin, 1. Aug. (MTB. Funkfpruch.) Der Amt­liche Preußische Pressedienst teilt mit: In Altona sind heute morgen die vier kommuni st en Lütgens, Möller, Karl Wolff und Bruno Tesch hingerichtet worden, die das Sonderge­richt in Altona am 2. 3uni 1933 wegen der L r m 0 r« düng der SA. - Männer koch und Büppig am Altonaer Blutsonntag zum Tode verurteilt hatte.

HindenbnrgundNr.Goebbets über den Arbeitsdienst.

Berlin, 31. Juli. (VDZ.) Die Zeitschrift Deutscher Arbeitsdienst" ist jetzt, wie das Rach- richtenbureau des VDZ. meldet, zum erstenmal als amtliches Organ der Reichsleitung für den Arbeitsdienst erschienen. Reichspräsident von Hindenburg und Reichsminister Dr. Goeb­bels haben der Zeitschrift aus diesem Anlatz kurze Geleitworte gewidmet.

Der Reichspräsident schreibt:

Arbeitsdienst ist Dienst am Volke. Rur durch treue Pflichterfüllung eines jeden an seiner Stelle können wir den Wiederaufstieg des Vaterlandes erreichen. Möge jeder An­gehörige des Arbeitsdienstes alles daran sehen, dah die Hoffnungen und Möglichkeiten, die der Arbeitsdienst in sich birgt, Wirklichkeit werden.

Reichspropagandaminister Dr. Goebbels führt aus:

Der Gedanke des Arbeitsdienstes ist von jeher ein Destandteil nationalsozialistischen Wollens gewesen, weil nirgends besser als gerade hier die deutsche Jugend die soziale Zerklüftung der Vergangenheit, die letzten Reste von Klassenkampf und Standesdünkel überwinden lernt. Ich sehe im Arbeitsdienst ein wichtiges Werkzeug zur Gestaltung unserer völkischen Gemeinschaft und eine Stätte der Pflege echter deutscher Kameradschaft.

SeldteS Ernennung

zum SA.-Obergruppenführer.

Zu der Ernennung des Reichsarbeitsministers Seihte zum SA. - Obergruppe n f ü hr ? r schreibt das Organ des Stahlhelm, dieKreuz- zeitung": Diele Ernennung bildet eine neue Bestätigung und Verhärtung der engen Ver­bundenheit zwischen den Verbänden, die die eigentlichen Träger des nationalen Widerstands­willens in den bösen 14 Jahren, die hinter uns liegen, und die kämpferische Vortruppe der nationalen Erhebung geraden sind. Seldte ist mit der Ernennung zum Obergruppen, sichrer dem Reichsführer der SS. Himmler im Range gleichgestellt. Denselben Rang haben nur noch der preußische Ministerpräsident Göring und der Chef des nationalsozialistischen Kraftfahr- raesens, Major a. D. Hühnlein, sowie die acht Führer der Obergruppen der SA.

Wechsel in der Leitung

des Statistischen HeichSamteS.

Berlin. 31. 3uli. (LU.) Der Präsident des Statistischen Reichsamtes, Geheimer Regierungs­rat Professor Dr. W a g e m a n n, ist aus sei­nem Amte geschieden. Er behält die Leitung des Instituts für Konjunkturforschung, das vom Sta­tistischen Reichsamt völlig getrennt) worden ist, außerdem seine Lehrtätigkeit an der Berliner Uni­versität, die noch weiter ausgebaut werden wird, bet Aus Wunsch der Reichsregierung wird Wa­gemann dem Leiter des Statistischen Reichsamts für Fragen der wissenschaftlichen Statistik seinen