Ausgabe 
1.7.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt a M.

An alle Gewerkschaftler und NSBO.-Mitglieder!

An alle Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront!

An alle deutschen Arbeiter und Angestellten!

Wie durch Presse und Rundfunk bereits bekannt­gegeben, besucht uns der Führer der Deut­schen Arbeitsfront, Staatsratspräsident Pg. Lr. Robert Ley.

In Frankfurt a. M. erwartet er die Arbeiter der Stirn und Faust aus Hessen und Hessen-Nassau. Alle Städte und Dörfer der beiden Gaue werden zum mindesten durch Abordnungen vertreten sein, um bei dieser Riesenkundgebung auf dem weiten Platz vor der Frankfurter Großmartthalle Zeugnis abzulegen für die einmütige Geschlossenheit und den neuen Geist des deutschen Arbeitertums.

Oer Anmarsch.

Der Anmarsch in Frankfurt a. M. regelt sich an diesem Samstagnachmittag folgendermaßen:

1. Die Frankfurter NS BO. sammelt sich um 14.30 Uhr auf dem Börsenplatz und mar­schiert dann unter Dorantritt der Fahnen und der SS.-Kapelle der SS.-Standarte 2 durch die Schillerstraße, Schillerplatz, Zeil, Allerheiligen­straße, Allerheiligentor, Hanauer Landstraße, Rückertstraße und Windeckstraße zur Groß­markthalle, wo sie auf freigehaltenem Platz direkt vor der Halle Aufstellung nimmt.

2. Die anderen Mitglieder der Deut­schen Arbeitsfront (Arbeiter- und An- gestellten-Derbände) sammeln sich auf dem Börneplatz und marschieren durch Rechnei­graben, Ostendstraße, Uhlandstraße, Sonne­mannstraße ebenfalls zur Großmartthalle.

3. Die auswärtigen Teilnehmer mar­schieren jeweils im Anschluß an ihre Ankunft ob Bahnhofsplatz durch die Wiesenhüttenstraße, Untermainkai, Mainkai, Schöne Aussicht, Ober­mainstraße, Sonnemannstraße auf den Kund­gebungsplatz. (Fahrzeuge der auswärtigen Teil­nehmer können in der Holzmannftraße parken.) Oie^undgebunganderGroßmarkthaUe Die Aufstellung dort muh spätestens um 16 Uhr beendet sein. Die Kreisbetriebszellenleiter der RSDO. und die Führer der Verbände melden

dem Bczirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Gaubetriebszellenleiter Decker die Stärke ihrer Formation. Um 16.30 Uhr wird durch den Gau­betriebszellenleiter Pg. Willi Becker die Kund- gebung eröffnet. Sodann weiht Pg. Decker die neuen RSBO.-Fahnen. Anschließend nimmt der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Robert Ley, das Wort zu grundlegenden Aeuherungen über die bisher geleistete Arbeit und über die Ziele und Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront. Das gemeinsam gesungene Horst- Wessel-Lied bildet den Schluß der Kundgebung.

Oer Abmarsch.

" Der Rückmarsch vollzieht sich in genau der gleichen Weise wie der Anmarsch.

Wir würden uns freuen, wenn auch die übrige Frankfurter Devölkerung an dieser denkwürdigen Kundgebung regsten Anteil nimmt.

Es lebe das deutsche Arbeitertum!

An alle Kreisbetriebszellenleiter und OrSgruppenbetriebswarte der Gaue

Heften und Heften Naffau-Güd!

Dei der Riesenkundgebung der Deut­schen Arbeitsfront in Frankfurt a. M. vor der Großmartthalle am Samstag, 16.30 Uhr, auf der der Führer der Deutschen Ar­beitsfront, Pg. Dr. Robert Ley, über Ziele und Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront sprechen wird, haben, soweit eine stärkere Be­teiligung infolge mangelnder finanzieller Lei» stungsfähigkeit oder nicht geeigneter Transport­mittel nicht möglich ist, zum mindesten stärkere Fahnenaborpnungen sämtlicher RSBO.-Gliede­rungen der beiden Gaue teilzunehmen. Die Teil­nahme ist für diese Pflicht.

gez.: Fritz Kern, M. d. L., Gaubetriebszellenleiter Hessen, gez.: Willi Becker, M. d. R., Gaubctriebs^ellenleiter Hessen-Rassau-Süd, Dezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront.

personaweränderungen

im hessischen Ltnierrichtswesen.

Ernennungen:

Am 24. Juni: der Oberschulrat Friedrich Ringshausen in Darmstadt mit Wirkung vom l.Iuli 1933 zum Ministerialrat und Leiter der Ministerialabteilung 2 für Kultus und Bil­dungswesen; der Lehrer Alfred Klostermann in Darmstadt mit Wirkung vom 1. 3uli 1933 an zum Schulrat in der Ministerialabteilung 2 für Kultus und Dildungswesen.

Nuhestandsversehungen:

Am 20. 3uni: der Studienrat cm der Real­schule zu Langen Dr. Gustav G ö t t e l m a n n auf sein Rachsuchen unter Anerkennung der dem Staate geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 16. August 1933 an.

Oienftentlaffungen:

Auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wieder­herstellung des Derufsbeamtentums vom 7. April 1933 (Reichsgesehbl. l S. 175) werden mtt Wir­kung vom 1.3uni 1933 ab aus dem Hessischen Staatsdienst entlassen:

Ministerialrat Dr. Otto Kammer in Darm­stadt; Ministerialoberrevisor Peter Dörr in Darmstadt.

Die Kreisschulräte: Friedrich Hasen- z a h l bei dem Kreisschulamt in Schotten, Wilhelm Loos bei dem Kreisschulamt in Groß-Gerau, K. Rausch bei dem Kceisschulamt in Alsfeld, Karl S t o r ck bei dem Kreisschulamt in Darmstadt; der Stadtschulrat Martin Fischer bei dem Stadt­schulamt in Gießen;

die Direktoren: Gustav Gabriel an der Berufsschule zu Offenbach a. M Philipp Ger­mann an der Berufsschule zu Darmstadt;

der Handelsstudienrat: Paul Weiner an der Berufsschule zu Worms;

die Direktorin: Luise Faßbender an der Mädchen-Berufsschule zu Offenbach a. M.;

die Berufsschullehrer: Hugo HeYum an der Berufsschule zu Reu-3senburg, Kreis Offenbach, Karl M ü l l e r an der Berufsschule zu Viernheim, Kreis Heppenheim, Albert Rosar an der Berufsschule zu Darmstadt, Wilhelm Ziegler an der Berufsschule zu Darmstadt;

die Berufsschullehrerinnen: Hedwig 3 a c o b i an der Berufsschule zu Reu-3senburg, Kreis Offenbach, Dr. Cornelie Sonnenber­ger an der Berufsschule zu Sprendlingen, Kreis Offenbach;

die Rektoren: Ferdinand B a ch an der Volksschule zu Grohen-Linden (Kreis Gießen) die mit Wirkung vom 1.3uli 1933 ab ausge­sprochene Versetzung in den Ruhestand wird hier­durch zurückgenommen; Oskar Helfen st ein an der Volksschule zu Rüsselsheim (Kreis Groß- Gerau); Friedrich Herrmann an der Volks­schule zu Offenbach; Heinrich Kilian an der Berufsschule zu Mainz-Bischofsheim, zur Zeit kommissarisch an der Volksschule zu Mainz; Adam Link an der Volksschule zu Darmstadt; Leonhard R i p p e r an der Volksschule zu Offen­bach a. M.;

die Lehrer: Dr. Ludwig Balser an der Volksschule Wölfersheim, Kreis Friedberg, Arno CD i d an der Volksschule zu Michelstadt, Kreis Erbach, 3ohannes C l o o s an der Volksschule zu Lorsch, Kreis Bensheim, Hermann Cronen­berg an der Volksschule zu Worms, David Freitag an der Volksschule zu Darmstadt, Karl Gaul an der Volksschule zu Affolter­bach, Kreis Heppenheim, Max Halberstadt an der Volksschule zu Büdingen, 3akob Hoff­mann an der Volksschule zu Klein-Dieberau, Kreis Dieburg, Heinrich Hotz an der Volks­schule zu Rommelhausen, Kreis Büdingen, Leo­pold Kaufmann an der Volksschule zu Sprendlingen, Kreis Offenbach, Peter Kling­ler an der Volksschule zu Mörfelden, Kreis

Groß-Gerau, Alfred Koch an der Volksschule zu Osthofen, Kreis Worms, Otto K ö t h an der Volksschule zu Heblos, Kreis Lauterbach, Georg Kunzelmann an der Volksschule zu Dietzen­bach, Kreis Offenbach, Ludwig Langstädter an der Volksschule zu Ober-3ngelheim, Kreis Bingen, 3ulius Levi an der Volksschule zu Darmstadt, 3osef R ä p p l e an der. Volksschule zu Bieber, Kreis Offenbach, Paul Rochel- m e h e r an der Volksschule zu Egelsbach, Kreis Offenbach, Philipp Schmitt an der Volks­schule zu Hirschhorn, Kreis Heppenheim, Hans Schwedes an der Volksschule zu Landen- hausen, Kreis Lauterbach, Moritz Simon an der Volksschule zu Pfungstadt, Kreis Darmstadt, Ludwig Sommer an der Volksschule zu Gro- ßen-Linden, Kreis Gießen, Karl Wagner an der Volksschule zu Rüsselsheim, Groß-Gerau, Ludwig T a n d r y an der Volksschule zu Hirsch­horn, Kreis Heppenheim, Georg Zängerle an der Voltsschule zu Sprendlingen, Kreis Offen­bach, der Lehrer Otto Grünebaum an der Volksschule zu Gießen; der Rektor Hermann Schmidt an der Berufsschule zu Gießen; die Lehrer Georg Birkenhauer, Adolf Heß, Heinrich Lichtenstein, Adolf Paulin, 3a- kob Strauß, Dr. Markus Strauß, Kasimir Wagner, sämtlich an der Volksschule zu Offen­bach; die Lehrer 3akob D eg reif, Wilhelm Dietz, 3ohann G a h r, 3akob Märten, 3a- kob Wirth, sämtlich an der Volksschule zu Mainz; die Lehrerinnen 3da Kahn an der Volksschule zu Worms, Else Kieselstein an der Volksschule zu Bieber, Kreis Offen­bach a. M., Sophie Levy an der Volks­schule zu Mainz, Herta Mansbacher an der Volksschule zu Worms, Antonie The- s i n g an der Volksschule zu Darmstadt; Technische Lehrerin an der Eleonorenschule (Ly­zeum und Frauenschule) Adelheid Schäfer; der Oberstudiendirektor an der Studienanstalt in Offenbach, Dr. Karl Weiner; der Studien­direktor an der Realschule zu Lauterbach, Eduard Schoen; der Studiendirektor an der Eleonoren­schule (Lyzeum und Frauenschule) zu Darmstadt, Dr. Gustav Mahr; der Studienrat, mit der AmtsbezeichnungStudiendirektor" an der Real­schule zu Vilbel, Dr. Albert Chambre; der Oberstudienrat an der Oberrealschule in Mainz, Dr. Eugen Mannheimer; der Studienrat an der Oberrealschule und dem Progymnasium in Alzey, Dr. Friedrich Sandel s; der Studienrat an dem Gymnasium zu Bensheim, Franz Göhle; der Studienrat an dem Gymnasium und der Real­schule zu Bingen, Markus Simon; der Studien- rat an der Weidig-Werner-Oberrealschule zu Butzbach, Hugo Steinhardt; der Studienrat an der Ludwig-Oberrealschule zu Darmstadt, Dr. Albert Mannheimer; der Studienrat an der Ludwig-Oberrealschule zu Darmstadt, Wilhelm Stein; der Oberstudienrat an der Ludwig-Ober- realschule zu Darmstadt, Wilhelm Koch;

die Studienräte: an dem Realgymnasium zu Darmstadt. Dr. August Raujoks, an dem Realgymnasium zu Darmstadt, Siegfried 3 a c o b, an dem Realgymnasium zu Darmstadt, Franz C o- m d und an dem Realgymnasium zu Darmstadt 3ohann Machemer; an dem Ludwig-Georg- Gymnasium zu Darmstadt, Paul K a d e l; an dem Landgraf-Ludwig-Gymnasium zu Gießen, Sieg­fried Kann; an der Realschule zu Lauterbach, Karl Maurer; an dem Realgymnasium zu Mainz, Dr. Wilhelm Berg Häuser; an der Oberrealschule zu Mainz, Karl Schell, an der Oberrealschule zu Mainz, Dr. Gottfried Bell, an der Oberrealschule zu Mainz, Franz O t t; zur Zeit kommissarisch an dem Adam-Karillon- Gymnasium zu Mainz, Dr. Anton Diehl; an der Studienanstalt und Frauenschule zu Mainz, Dr. Moritz Gorge; an der Goetheschule (Real­schule) zu Reu-3senburg, Konrad von der Schmitt; Verwaltungsdirektor am Hessischen Landestheater Regierungsrat Dr. Paul Sander

in Darmstadt; Kustos am Landesmuseum Dr. Karl Freund in Darmstadt; Ordentlicher Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität Dr. Paul M v m - b e r L Ordentlicher Professor für theore­tische Physik an der Landesuniversität Dr. George 3 a f f e. Außerordentlicher Professor für semitische Philologie an der Landesuniversität und persönlicher Ordinarius Dr. 3ulius Lewy. Außerordentlicher Professor für theoretische Phy­sik an der Technischen Hochschule Dr. 3ohann D a e r w a l d. Außerordentlicher Professor für klassische Archäologie an der Landesuniversität Dr. Margarete Bieber.

Auf Grund des § 2 des Reichsgesetzes zur Wieder­herstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (Reichsgesetzbl. I S. 175) wird mit Wirkung

vom 1. Juli 1933 aus dem Hessischen Staatsdienst entlassen: Lehrer Jakob R e n n c i | e n an der Volks­schule zu Raunheim, Kreis Groß Gerau.

Amtsübertragungen.

Dem Lehrer Philipp Schanz zu Groß Umstadt, Kreis Dieburg, wurde mit sofortiger Wirkung die Leitung der Volksschule Groß-Umstadt übertragen. Dem Lehrer Ludwig Diehl zu Rüsselsheim, Kreis Groß-Gerau, ist mit sofortiger Wirkung die ehren­amtliche Leitung der Volksschule daselbst übertragen worden.

Amtsentziehung.

Dem Rektor Fritz Lindner zu Groß-Umstadt, Kreis Dieburg, wurde mit sofortiger Wirkung die Leitung der Volksschule zu Groß-Umstadt, Kreis Die­burg, entzogen.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Oie Säuberung der hessischen Polizei vollendet.

Der Staatskommissar für das Poli­zeiwesen in Hessen Dr. Best teilt mit: Auf Antrag der hessischen Regierung hat der Reichsstatthalter zum 1.3uli 69 Polizeibeamte des Einze dienstes, des Kriminaldienstes, des Ver­waltungsdienstes und der Gendarmerie gemäß § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Be­rufsbeamtentums als für die neue Staats­führung nicht zuverlässig entlassen. Außerdem wurde einem Praktikanten und drei Telephonistin­nen bzw. Schreibgehilfinnen gekündigt. Rachdem schon vor einiger Zeit ein Drittel aller Polizei­offiziere und 65 Wachtmeister der Landespolizei entlassen worden sind, ist damit die große Säu­berungsaktion in der hessischen Polizei voll­endet. Die Entlassungsziffer muh im Vergleich zu dem Beamtenstand als außerordentlich hoch, höher wohl als in allen andern Verwaltungs­zweigen, bezeichnet werden. Die Entlassun­gen in der Polizei werden nunmehr als abgeschlossen betrachtet. Rur wenn noch schwere Verfehlungen festgestellt werden, die bisher nicht bekannt waren, werden nachträg­liche Entlassungen vorgenommen werdey. 3m übrigen werden zur Zeit zahlreiche Versetzungen von Polizeibeamten, deren Entfernung aus ihrem bisherigen örtlichen Wirkungskreis erwünscht ist, durchgeführt. Die Kosten des Umzugs werden den Beamten, die ein wenn auch leichteres Ver­schulden an ihrer Unbeliebtheit tragen, nicht erstattet.

Fortbildungskursus für prak i'che Aerzte.

Wie uns die Medizinische Fakultät der Hessischen Landesuniversität mitteilt, wird ihr heuriger vom 15. bis 21. Oktober laufen­der Fortbildungskursus für praktische Aerzte ins­besondere die Probleme der Vererbung und Eugenik sowie die Unfallbegutachtung berück­sichtigen. Zur Deckung von Unkosten wird von jedem Teilnehmer der Betrag von 10 Mark er­hoben. Prospekte und Anfragen durch Professor Georg Herzog, Gießen, Pathologisches 3nsti- tut, Klinikstraße 32 g.

Daten für Samstag, den 1. Juli.

1646: der Philosoph Gottfried Wilhelm von Leibniz in Leipzig geboren (gestorben 1716). 1742: der Satiriker Georg Christoph Lichtenberg in Ober-Ramstadt geboren (gestorben 1799). 1881: der Philosoph Hermann Lohe in Berlin gestorben (geboten 1817).

Äornotizen.

Tageskalender für Samstag. Deut­sche Luftfahrt-Werbewoche 1933: 16 Uhr, Flughafen, Segelflugtag, Rundslüge, Ballonwettbewerb, Kinder­fest, Konzert. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): SA.-Mann Brand".

** Regatta unter d e r Ehrenschirm­herrschaft des Ministerpräsidenten. Die 28. Ruderregatta in Gießen, die am Samstag, 8., und Sonntag, 9. Juli, veranstaltet von der Gie­ßener Rudergesellschaft 1877, durchgesührt wird, steht unter der Ehrenschirmherrschaft des hessischen Mi­nisterpräsidenten Professor Dr. Werner. Zu dieser großen sportlichen Veranstaltung gibt die Reichsbahn mit Gültigkeit vom Freitag, 7. Juli ab, Sonntagsrückfahrkarten von allen Stationen im Um­kreis von 75 Kilometer um Gießen aus.

** Dortragsveranftaltung der Gie­ßener Studentenschaft. Am Mittwoch, 5. Juli, spricht im Rahmen des Politischen Abends

Luftfahrt tut not!

der Gießener Studentenschaft Pg. Hans Wendt über das Thema:Hochschulreform".

** Sommerfest im Flughafen. Im An­schluß an den morgigen Werbeslugtag findet auf dem Flugplatz ein Sommersest mit Konzert und Tanz statt. Das Flughafengebäude wird, wie seiner Zeit bei der Einweihung, in hellen Lichterreihen erstrah len, die Terrasse wird mit bunten Lampions er­leuchtet. Das Konzertprogramm wird von der Stim- mungskaphlle Seitz bestritten, die sicherlich viele veranlassen wird, ihre Tanzkünste auf der Plattform der Rollbahn auszuprobieren. Bei günstiger Witte­rung finden Nachtslüge mit erleuchtetem Flugzeug statt, für die Starts und Landungen der Maschine werden Lampen in bestimmter Anordnung auf dem Rollfeld aufgestellt werden. Die selten gebotenen Nachtslüge dürften sicherlich viel Publikum aus nah und fern auf den Flughafen locken.

** Sonntags-Rückfahrkarten zu m Jungvolktreffen in Borsdorf. Die Reichsbahn gibt für das am heutigen Samstag und morgigen Sonntag in Borsdorf stattfindende Jung volktreffen in Borsdorf Sonntags-Rückfahrkarten aus, und zwar von allen Bahnhöfen im Umkreis von 50 Kilometer um Borsdorf. Die Karten haben die normale Gültigkeitsdauer der üblichen Sonntags- Rückfahrkarten.

** Sonntags-Rückfahrkarten zum Pofaunenfestin Dutenhofen. Für das am morgigen Sonntag in Dutenhofen stattfindende Pv- saunenfest gibt die Reichsbahn von allen Bahnhöfen der Strecken DutenhofenEdingen und Dutenhofen Stockhausen (Lahn) Sonntags-Rückfahrkarten nach Dutenhofen mit normaler Gültigkeitsdauer aus.

** Die Museen und Sammlungen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.

" Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club e. V., Gießen. Die Sperre auf der Provinzialstraßenstrecke Bad- RauheimOckstadt wird ab 3.3uli d. 3. auf- gehoben.

Sonntag, 2. Juli: Werbeflugtag.

Oas Programm.

Im Rahmen der Luftfahrt-Werbewoche wird am morgigen Sonntag um 15.30 Uhr auf dem Flug­hafen ein Weroeflugtag stattfinden, der für den Motorflugsport werben soll. Der Flugtag wird eröffnet mit einer Paradeaufstellung der Flug­zeuge der Ortsgruppe Gießen mit Besatzung und des SA.-Fliegersturms Gießen.

Rach der Paradeaufstellung starten die teil­nehmenden Flugzeuge zu einem Geschwaderflug, bei dem in geschlossener Flugordnung verschie­dene Arten des kunstflugs ausgesührt werden.

Der Kunstflug im Geschwaderverband stellt an die Flugzeugführer hohe Anforderungen, da diese wäh­rend der Hebung nicht nur auf die richtige Steue­rung der eigenen Maschine, sondern auch auf die Lage der anderen Maschinen und insbesondere auf die' von dem Flugzeug des Führers aus gegebenen Befehle zu achten haben. Im Anschluß an den Ge­schwader-Kunstflug folgt eine Gas- und Luft­schutzübung, an der sich die Freiwillige Sani- tätstolonne, die Technische Nothilfe, und die Berufs­und Freiwillige Feuerwehr beteiligen werden. Die Hebung hat den Zweck, aufklärend und belehrend aus die Zuschauer einzuwirken, so daß die Propa­gandawirkung dieser Hebung auf die Bevölkerung betont im Vordergrund steht.

Der Hebung ist folgende Gefechtslage zu­grunde gelegt: Ein feindliches Flugzeuggeschwader erscheint über Gießen und wirft Brisanz- und Brandbomben auf den Flugplatz ab. Diese Bomben treffen einen dort errichteten Unterftanb, der mit Flakbatterien ausgestattet ist, und bringen diesen Unterftanb teilweise zum Einsturz. Die Besatzung wird verschüttet. Eine Brandbombe hat die in der Nähe der Flugzeughalle errichtete Polizeiflugwache, in der sich ein Wachkommando befindet, in Brand gesetzt. Rettungsmannschaften der Technischen Not­hilfe, Sanitätskolonne und Feuerwehr werden zur Behebung der eingetretenen Schäden an Menschen und Material angesetzt. Während die Rettungs­mannschaften in Tätigkeit sind, erfolgt durch zurück- gekehrte Flieger überraschend ein zweiter Angriff, der mit Gasbomben durchaeführt wird. Die Leitung der Hebung liegt in den Händen des Luftschutzfach­bearbeiters beim Palizeiamt Gießen, Palizeihaupt- mann Leyerer. Der Verlauf der Hebung wird den Zuschauern voraussichtlich durch Lautsprecher erklärt werden.

Erbprinz zu Solms -Hohensolms-Lich wird sodann

1 fiunffflüge

auf einem Doppeldecker, Type Gerner G II R, D 2293, HirtH-Motor HM 60 mit 70 PS, aus-- führen. Es werden Loopings, Rollen, Trudeln, Sturzflüge und Männchen gezeigt. Die Figur des Looping ist jedermann bekannt; bei der Rolle wird das Flugzeug herumgeworfen, so daß eine Drehung um die Längsachse erfolgt. Das Flugzeug darf beim Geradeausfliegen nicht aus der Richtung kommen. Die Wirkungen des Seiten- und Höhen- fteuers find bei dieser Rolle in jeder Lage ver­schieden, das Höhensteuer wird zum Seitensteuer und das Seitensteuer zum Höhensteuer. Während des Trudelns stürzt das Flugzeug senkrecht zur Erde, Kopf nach unten, es dreht sich hierbei um feine Längsachse. Im Stur Pfluge erfolgt eine senkrechte Bewegung des Flugzeuges zur Erde, ohne daß es sich wie beim Trudeln um seine Längsachse dreht. Bei dem Hebergang von dem Sturzflug zur Normallage wird das Flugzeug besonders stark be­ansprucht. DasM ä n n ch e n" ist eine Flugfigur, bei der das Flugzeug solange senkrecht hoch gezogen wird, bis es seine Geschwindigkeit verliert und förm­lich stille steht. Es fackt dann nach rückwärts zunächst durch, stellt sich dann ruckartig auf den Kopf und gebt zum Sturzflug über.

Zur Ba11onjagd starten mehrere Flugzeuge, kleine Ballons werden losgelassen, die Flugzeug­führer haben die Aufgabe, diese in ungefähr 80 Me­ter Hohe mit dem Propeller oder einem anderen Flugzeugteil zum Platzen zu bringen. Die nicht ge­troffenen Ballons werden vom Propellerwind ge­faßt und führen in ihkn zum Ergötzen der Zuschauer die merkwürdigsten Tänze auf. Es folgt die

hohe Schule des Kunstflugs",

geflogen von Fluglehrer Maier- Gießen, auf BFW M 23 B, D1858, Siemensmotor SH 13,80 PS..Außer den oben geschilderten Kunstflug­arten kommen Turns, kombinierte Flugfiguren und Rückenflüge zur Vorführung. Bei demI m - melmannturn" wird die Flugrichtung möglichst schnell geändert. Das Flugzeug wird plötzlich hoch­gezogen, dann nach einer beliebigen Seite herum­gelegt, und in der entgegengesetzten Richtung weiter­geflogen. Bei den kombinierten Flugfigu­ren werden die schon erwähnten Kunstflugarten oder Teile derselben in den verschiedensten Flug­lagen in wechselreicher Reihenfolge geflogen. Von besonderem Interesse dürften die Flüge in der Rückenlage sein, in der Kreise und Achten au-- geführt werden. Die Maschine, mit der die Rücken­flüge geflogen werden, hat einen besonderen Rücken­flugtank, der sich bei der Normallage des Flugzeugs unterhalb des Motors befindet und selbsttätig ein-