Ausgabe 
1.4.1933 Frühausgabe
 
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untersagt. Ebenso ist bei der Programm- g e st a l t u n g dafür Sorge getroffen, daß kei­nerlei jüdische deutsche Staatsange­hörige zur Mitwirkung in irgendwelcher Form herangezogen werden.

Weitere Anordnungen -es Zentralkomitees.

Kein jüdisches Geschäft darf betret n »vcr- den. Jede Gewaltanwendung und Lach- bejchädigung verboten.

München, 31. März. (D3Z23.) Das Zentral­komitee zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Loy- kotthehc erläßt folgende Anordnung: Für die am Samstag, 1. April 1933, um 10 Ahr beginnende Abwchrattion gegen die jüdische Greuel- und Boy- hehe werden die örtlichen Aktionskomi­tees nochmals angewiesen, strengstens darauf zu achten, daß jede Gewaltanwen­dung unterbleibt. Geschäfte dürfen seitens des Komitees oder dessen Beauftragten nicht ge­schlossen werden. Andererseits darf eine vom

Inhaber selb st vorgnenommcne Schlie­ßung nicht verhindert werden.

Das Betreten von jüöifdjcn Geschäften seitens der SA. oder SS. oder sonstiger Beauftragter des Aktionskomitees ist st r e n g st e n s untersagt. Die Abwehrposten haben lediglich die Aufgabe, das Publikum darauf aufmeksam zu machen, daß der Inhaber des Geschäfts ein Iude ist, daß die Boykottierung jener Geschäfte unterbleibt, bei denen nicht einwandfrei f e st st e h l, ob der Inhaber Iude ist, daß nicht durch Provoka­teure Sachbeschädigungen veranlaßt wer­den, die der Abwehraktion zuwiderlaufen. Pla­kate in i f aufreizendem Inhalt sind verboten.

In einzelnen Städten sind im Laufe der Abwehr­aktion die Fernsprechanschlüsse jüdischer Firmen und Einzelpersonen gesperrt worden. Diese Maßnahmen sind unverzüglich rück­gängig zu machen. Die örtlichen Abwchrkomitees haben im Zusammenwirken mit den zuständigen SA.- und Parteidienststellen dafür Sorge zu tragen, daß weitere Sperrungen von Fernsprechanschlüssen nicht mehr erfolgen.

Warnung vor Provokateuren!

Plünderungsabsichten in SA.-Uniform getarnter Zwmrmlnistcn

Berlin. 31. März. (CAB. Funkspruch.) Mit­glieder der kommunistischen Kampforganisation be­absichtigen, wie wir erfahren, den morgigen n a - tionalsoziolistischen Boykott gegen die jüdische Greuelhetze dazu zu benutzen, um P l ü n - derungen durchzuführen. Die Kommunisten wollen sich dabei der© A. -Uniform be- dienen, um so getarnt jüdische Geschäfte zu plündern und dadurch eine allgemeine Unruhe in den Städten anzuzetteln. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß sogar besondere kommuni st i- sche Motorrad staffeln ausschließlich für diesen Zweck zusammengcstellt werden, und in Ge­genden. die nicht so schnell von der Polizei zu er­reichen sind, Plünderungen durchzuführen. Es geht ihnen hauptsächlich darum da sie in SA.-Uni- form aufzutreten beabsichtigen die Natio­nalsozialistische Deutsche Arbeiter- Parteizu belasten und dem Auslande Ma­terial in die Hand zu spielen, mit dem die Greuel- Hehe weiter betrieben werden soll. Es wird noch- mals eindringlich vor diesen Provoka­teuren gewarnt, da die SA.-Mannschaften die strikte Anweisung haben, sich an die Anordnungen des Zentralkomi­tees zur Abwehr der Greuelhetze zu halten, in der ausdrücklich betont wird, daß den Juden tein Haar gekrümmt werden darf.

Keine personaientlaffungen!

Eine Wa'.nung des Staatckommiffars Tr. Best. .

Darmstadt, 31. März. (MSN.) Der Staats- kommissar für das Polizeiwe.en Dr. L e st erläßt soeben folgende Bekanntmachung:

Da bekannt wird, daß jüdische Arbeit­geber die Abwehrbewegung des deutschen Volkes mit der Entlassung ihrer deutschen Ar­beitnehmer beantworten wollen, und da durch diese Gerüchte Erregung in der Bevölkerung ver­ursacht wird, warne ich vor derartigen Maßnahmen. Wer durch die Entlassung von Arbeitnehmern oder durch Kürzung oder Vorent­haltung des Lohnes die öffentliche Ordnung gefähr­det, wird unverzüglich in Polizeihaft ge- n o m m e n. Die Arbeitnehmer werden auf­gefordert, ordnungsgemäß ihre Arbeits­stätten aufzusuchen.

Da die Polizei von sich aus die notwen­digen Maßnahmen durchführen wird, haben sich die

Gießener Gtadttheater.

Schiller:Tie Räuber."

Der Verfasser soll ein Arzt bei einem wirtem- bergischen Grenadier-Bataillon sein, und wenn das ist, so macht es dem Scharfsinn seines Landes- Herrn Ehre. So gewiß ich sein Werk verstehe, ... ich möchte ihm lieber zehen Pferde als meine Frau zur Kur übergeben." Diese ironischen Sähe stehen in Schillers Selbstrezension über die Räuber", daseinzige Schauspiel auf wirtem- bergischem Boden gewachsen", sein erstes großes Werk (nach den bald vernichteten frühen Ber- suchen, den ..Christen", demAbsalon", demKos- mus von Medici" und demStudenten von Nas­sau"). Eine Erzählung Schubarts unter dem Titel Zur Geschichte des menschlichen Herzens" lieferte den Nohstosf schon hier ist die Rede von einem Edelmann, der zw.en Söhne sehr ungleichen Cha­rakters hatte" und gab den ersten Anstoß zur ernstlichen Beschäftigung mit dem Projekt, die ver­mutlich bis 1777 zurückreicht! damals war Schiller 18 Jahre alt. 1781 ist das Schauspiel zuerst und zwar anonym erschienen: ein Jahr später die zwote verbesserte Auflage" unter Schillers Na­men, mit dem springenden Löwen auf dem Titel­blatt und dem berühmt gewordenen Mottoin Tirannos.

13. Januar 1782 ist ein denkwürdiger Tag Geschichte des deutschen Dramas: die Ur- ng derRäuber" in Mannheim war einer 'tigsten Theatererfolge aller Zeiten.

Wirkung des Stückes berichtet ein .Das Theater glich einem Irren- Augen, geballte Fäuste, heisere chauerraum! Fremde Menschen chzend in die Arme, Frauen cht nahe, zur Türe. Cs war rung wie im Chaos, aus Schöpfung hervorbricht."

den jungen Schiller, Stuttgart nach fführung seines dn und Qua- rzogs Karl drückliches dor Ber­icht im wieder Feder­nischen

Träger der Boykottbewegung jeder eigenen Gewaltanwendung zu enthalten. Rur die ordentliche Polizei und die im Dienst befindliche Hilfspolizei haben Polizeigewalt auszuüben.

Der Staatskommiffar für das Polizeiwesen: gez. Dr. B e st.

In einer Anweisung an die unterstell­ten Behörden macht Dr. Best weiter darauf aufmerksam, daß von dem Boykott aus­ländische Staatsangehörige, auch solche jüdischer Rasse, unter keinen Umständen betroffen werden dürfen.

In einer weiteren Verfügung an die unterstell­ten Behörden erklärt Staatskommissar Dr. Best: Da Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß in der gegenwärtigen Zeit Reisepässe in den Händen von Juden die innere oder äußere Sicherheit oder sonstige erhebliche Belange des Reiches oder der Länder gefährden, weise ich Sie im Einverständnis mit dem Herrn Staatspräsidenten an, Iuden bis auf weiteres Reisepässe nicht zu erteilen. Zugleich beauftrage ich Sie, zu prüfen, ob nicht Reisepässe, die sich in Händen von Iuden befinden, eingezogen werden müs­sen. Gegebenenfalls sind Reisepässe den Inhabern abzunehmen und mit entsprechendem Bericht m i r vorzulegen. Als Iuden im Sinne dieser Ver­fügung gelten Personen jüdischer Abstammung ohne Rücksicht auf ihr Glaubencbekenntnis.

Kennzeichnung deutscher Unternehmen.

Berordiung des Liaatskommissars Dr. Best.

Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Der Herr Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen hat folgende Verordnung betr. Boy.ottbewe- gung gegen jüdische Unternehmungen erlassen:

Um zu verhüten, daß durch die Loykottbewegung gegen jüdische Unternehmungen Unschuldige getrof­fen werden, verordne ich auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vorn 28. März 1933:

§ 1. Offene Ladengeschäfte dürfen durch eine von außen sichtbare deutliche Aufschrift a l s Deutsches Unternehmen" bezeichnet werden, wenn:

1. der Inhaber des Geschäfts deutschstämmig ist;

2. bei offenen Handelsgesellschaft t e n sämtliche Gesellschafter,

Lehrbuch versteckend, sobald sich nur ein Schritt vor der Tür vernehmen ließ.

So ist dieses Schauspiel nicht bloßaus wirtem- bergischem Boden gewachsen", sondern auch das persönlichste Werk geworden, das Schiller je ge­schrieben hat. Jedes der folgenden Dramen be­deutete einen Schritt weiter, fort aus dem heimat­lich-schwäbischen Umkreis, hinein in die schwer er­kämpfte idealistische Welt des Hellenentums vom Ueberschwang des Sturmes und Dranges in die ganz vergeistigte und streng stllisierte Klar­heit des antikischen Borbildes.

Niemand hat das schärfer und früher erkannt als Schiller" selbst: mit einer erstaunlichen Reife und Gelassenheit urteilt er über sein eigenes Werk, das nach den Borbildern der Klinger und Gersten­berg, aber auch unter dem erschütternden Eindruck der ersten Begegnung mit Shakespeare und Goethe entstanden war, das notwendig geschrieben werden mußte, um einer bitter geöemütigten und ent­würdigten Menschlichkeit Ausdruck zu geben in einem leidenschastlichen revolutionären Aufschrei.

Gerade darum lieben wir ja dieses Werk des jungen Schiller so sehr mit all seinen Uebertrei- bungen, seinen Irastgenialischen Steigerungen und kolossalischen" Ausbrüchen: um des echten Feuers willen, in dem das Drama geglüht und gehämmert ist. Der Schwung seiner Rede, das klingende Pathos seiner Figuren sind uns nicht so sehr li­terarisch interessant, vielmehr bedeutungsvoll und unantastbar als lebendiges Bekenntnis eines gro­ßen Menschen, eines der besten und edelsten, die das geistige Deutschland je besessen... und allzu früh verloren hat.

*

Der Ort der Geschichte ist Teutschland" man wird nach dem Gesagten den Doppelsinn dieser einfachen szenischen Bemerkung begreifen. Man wird dieses Schauspiel vom verlorenen Sohn, so sollte es ursprünglich heißen - von den feind­lichen Brüdern und von der Räuberbande in den böhmischen Wäldern nie als ein Absolutes, um seiner selbst willen auf sich wirken lassen können, als ein Seelengemälde (das oft genug den jungen Mediziner verrät) oder eine Familientragödie von schauerlichen und erschreckenden Ausmaßen. Die Gestalten der Brüder Franz und Karl, des alten Moor, der Amalia und des Spiegelberg sind uns seit langem vertraut, wie der Gang der Szenen, der Ausbau und die Lösung der dramatischen Handlung. Wesentlich ist, aus den Worten der handelnden Personen immer und immer wieder die

Die hessischen Arbeitgeber bi der Staatsregierung.

Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Die hessische Staatsregierung empfing am Frei­tagmorgen die Vertreter der Arbeitge­berverbände in Hessen. Es waren er­schienen die Herren Fabrikdirektor Friedrich May und Dr. Wilhelm Lulay vom Kartell der Ar­beitgeberverbände Darmstadt, Dr. Gier vom Spitzenausschuß der Industriegruppen des Groh- und Kleinhandels, Offenbach, Dr. A. K i r n b e r- ge r und Dr. Wilhelm Benzinger von der Vereinigung der Arbeitgeberverbäsche am Mit­telrhein, Mainz, Dr. Cornelius, Freiherr Heil zu Herrnsheim, und Dr. Albert K e i 1 m a n n von der Industrievereinigung Worms und Umgebung E. V. Worms, Direktor Zill gen und Paul Münch von dem Arbeit­geberverband für Lahngau und Oberhessen E. V. Gießen.

Im Namen der Erschienenen begrüßte Direk­tor May den Staatsvräsidenten und drückte die herzlichsten Glückwünsche zu seiner Wahl aus. Di­rektor May streifte dann in großen Zügen die Fragen und Probleme, die von der nationalen Regierung aufgegriffen worden seien, wie die Entpolitisierung der Gewerkschaf­ten, Wiederherstellung des Leistungsprin­zips und ähnliches. Er bemerkte zum Schluß, daß alle diese Fragen genauer noch in einer Denkschrift bearbeitet würden, die dem Staatspräsidenten in wenigen Tagen zuginge.

Staatspräsident Or. Werner

dankte in kurzen Worten für die herzliche Be­grüßung und betonte, daß für alle Mitglieder der Regierung als Nationalsozialisten auch in Zukunft die soziale Frage ganz beson­ders im Vordergrund stände. Die Regie­rung sei entschlossen, die Idee des Klassen- kompses und auch des Marxismus auszurotten. Die Regierung sei auch gegen das vergangene parlamentarisch-demokratische Prinzip und er­strebe den S t ä n d e st a a t. Der S.aatspräsident

3. bei Kommanditgesellschaften auf Aktien, Aktiengesellschaften, G e - sellschaften mir beschränkter Haf­tung und Genossenschaften sämtliche Geschäftsführer deutschstämmig sind. Zweig­geschäfte dürfen alsDeutsches Ünter- nehmen" dann nicht bezeichnet werden, roehn der sie führende leitende Angestellte nicht deutsch ilä m m i g ist.

§ 2. In Ergänzung de; § 15a der Gewerbeord­nung u ird bestimmt: Die Schrift gilt nur dann als deutlich lesbar, wenn sie irAugenhöhe so an- gebracht ist, daß sie von Vorübergehen­den ohne weiteres wahrgenom in en wer­den kann. Die Buchstaben nüssen mindestens 8 cm hoch fein. Es sind sämtl che Beteiligte im Sinne des § 15a Abs. 4 namentlich aufzuführen.

§ 3. Die unbefugte Frhrung der Bezeichnung Deutsches Unternehmen" uid Zuwiderhandlungen gegen § 2 werden nach § 4 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz, von Volk und Staat mit Gefängnis nicht untr einem Monat oder mit Geldstrafe von 150 bis 15300- ^Öh.. i-ftraft.

Darmstadt, den 31. März 1933.

Der Staatskommissar für das Polizeiwesen. Dr. B e st.

Vorbereitungen in Vertin.

Berlin, 31.März. (CNB. Eigene Meldung.) Die letzten Vorbereitungen zur wirkungsvollen Durchführung des Boykotts gegen jüdische Ge­schäfte sind in vollem Gange. Zahlreiche Autos werden die Straßen Berlins durchfahren und durch Lautsprecher-Ansprachen sowie Plakate die Be­völkerung auf den Kampf gegen die ausländische Greuelhetze Hinweisen. Um den zahlreichen, in Berlin weilenden Ausländern den Ernst des Kampfes vor Augen zu führen, werden auch Plakate mit englischer Aufschrift

erden. Aus Vcr>

kenkassen und besonders den Volykliniken stehen

ß-Berlin, gibt be>

ungen wie Ull

t Entrüstung

gehört, welche Nachrichte

Wahrheit die Ehre,

ozialiftische Aerzke dienst ehrenamtlich

breitet sind. Wir geben nur f wenn wir öffentlich erklären:

n furchtbaren .* o b a d) t e t haben innerer Heber­nden und in das nd."

setzt worden. 270 natiom

ordnung fallen. Die glc* Anordnung gilt für alle lebenswichtigc Betriebe.

Eine Erklärung in Deutschland studierender Au^änder.

Berlin, 31 März. (WT'-) 150 studie- renbe Ausländer, 21 r, e b ö r i g e von ftqion .1 _____ ,.-DT 2*?S

Instituts für Ausländer an d Universilät' Berlin eine namentlich unterzeichnete Klärung überreicht, in der es heißt: ' ;

wegen, nichts von f o I Dingen erlebt oder und daß alle diese Nachricht

3 e u g u n g nach frei er Reid) der Fabel zu verweise^

Germans dcfend yourself k inft jewish atrocity propadanda!" ausgehängt :öcn. Die Berliner Propaganda!" ausgehängt.erben. Auf Ver­anlassung des Staatskommi^rs Dr. Klein sind sämtliche jüdischenWohlahrtsärzte der StadkBerlin aus ihremNenst ausgeschieden und durch deutsch st äm geAerzte e<r-

Wir studierende Ausländ die seit Wochen, Monaten und Jahren in Deu land westen, haben mit Erstaunen und

nationalsozialistische Aerzte c enamtlich zur Ver fügung. Die NSBO. Gau G ß-Berlin, gibt be-

gehört, welche Nachrichtc über angeblich in Deutschland verübte Greuels im Ausland ver­

kannt, dast sämtlicheZe stein usw. nicht unter (V Boykottan-

ß wir, die wir uns täglich mitten unter n Deutschen be­

hoben diesen sehr schwere, übernommen. Auch den Amt atorien der Kran

bemerkte, daß er der De.chrift der Arbeit­geber mit großem Inters entgegensehe und fügte hinzu, daß allerdin alle Maßnahmen, die getroffen werden mista, sich im Rah­men der Richtlinien r Reichsregie­rung halten müßten. DalPrimat der Reichs- Politik werde unbedingt st-ahrt. Die Gleich­schaltung mit der Reichspllk müsse auch in wirtschaftlichen Fropn bis zum letz­ten durchgefuhrt wera. Cs sei selbstver­ständlich unmöglich, daß d Länder in großen Fragen eine eigene Polltitreiben könnten.

Staatsminister ir. Mütter

äußerte, daß die Dorgebt. ten Wünsche s i ch ziemlich mit dem Programm der Staatsregierung ölten. Wenn die Staatslegierung nächsten eine Stelle schaffe, die sich mit C: beiterfragen, gum Teil auch mit wirfscstlichen Fragen be­schäftigen werde, so sei dcn keineswegs etwa eine Aufblähung des Staoapparates zu sehen. Diese ©taatslommifsariate.ätten die Aufgabe, diezukünftigeStän kammervorzu­bereiten. Alle diese Sichtungen seien we­niger organisatorischer, alsrzieherischer, beson­ders volkserzieherischer rt. Die Idee des Volksgenossenschassgeistes müsse auch in der Wirtschaft me in den Vordergrund gestellt werden.

Freiherr v. Hehl ,ib der Absicht der Arbeitgeber-Verbände Au^uck, daß sie auch bet ihren zukünftigen .Maßna.en auf keinen Fall in irgendeinen Gegensatz *1.12 andwirtschast geraten möchten. Die Aistitgeberverbände er­strebten eine Z u s a m m a r o e i t mit dem Referenten für £anötoirtf(1(.»fragen. Gerade in den letzten Tagen habe f", in Berlin bei der Behandlung wichtiger Prc . me gezeigt, daß ge­meinsame Besprechungen ",r Wirtschaftsführer und der Referenten für Lai Wirtschaft als äußerst zweckmäßig anzusehen feiei,.

leibliche Stimme ihres Schöpfers herauszuhören, in ihren Leidenschaften, ihrer Angst, ihrer Ver­zweiflung und ihrem Trotz ein Stück Bekenntnis und Lebenschronik des jungen Schiller, der hier um seine menschliche Würde und um feine künst­lerische Bewährung kämpft.

Niemand wird aber auch im Wetterleuchten und Feuerschein, in den rasenden Wortkaskaden dieser stürmischen und revoltierenden Dramatik die dröh­nende Bestätigung eines sittlichen Weltregimentes und einer ewig gültigen Gesetzmäßigkeit überhören können:... Ich darf meiner Schrift... mit Recht einen Platz unter den moralischen Büchern ver­sprechen: das Laster nimmt den Ausgang, der sei­ner würdig ist. Der Verirrte tritt wieder in das Geleise der Gesetze. Die Tugend geht siegend da­von. Wer nur so billig gegen mich handelt, mich ganz zu lesen, mich verstehen zu wollen, von öem kann ich erwarten, daß er nicht den Dichter be­wundere, aber den rechtschaffenen Mann in mir hochschätze."

Die Forderungen für die Inszenierung lassen sich aus dem Gesagten mühelos ableiten. Es hat keinen Sinn und fälscht den eigentümlichen und ursprünglichen Charakter des Schauspiels, wenn man, wie das vor einigen Jahren an sehr sicht­barer Stelle in Deutschland geschehen ist, die Räuber" e'.ncr gründlich mißverstehenden Aktua­lisierung zu unterziehen verbucht und sie etwa (von Schlimmerem zu schweigen) in ein modernes Ko­stüm steckt. Dieses Drama kann nur aus dem Geiste seines Schöpfers, aus seiner Zeit und ilmtoelt heraus verstanden und aufgeführt werden.

Die Regie (Oberspielleiter F a s s o 11) hielt sich erfreulicherweise von dergleichen Experimenten fern und war bemüht, dem Dichter zu geben, was des Dichters ist, und dem Theater zukommen zu lassen, was ihm gebührt. Daß dabei manches ge­strichen werden mußte, was man gerne gesehen und gehört hätte, war, wie billigerweise zugegeben werden muß, im Interesse einer angemessenen Spieldauer kaum zu vermeiden.

Will man den Gesamteindruck würdigen, so schien uns die stärkste und einheitlichste Wirkung der Aufführung von den ersten drei Akten auszu­gehen: das stürmische Unifono der Räuberszenen war geschickt kontrastiert mit der geschliffenen Dia­lektik des Spiels im Schloß, das übrigens int stil- sicheren Bühnenbilde des Herrn Löffler eine sehr glückliche Raumlösung gefunden hatte. Die Herren Keim (Beleuchtung) und Huber (Ko- ftümauäftattung) machten sich, jeder auf seinem

Arbeitsgebiet, ebenfalls unt e Inszenierung ver­dient. i

Däuberhauptmann von Fi

s und Dranges) tat und einer Hctl-

hier zu begegnen wünsch

(Lieblingswort und mämver Typus geradezu im Jahrhundert des ©tut)

Herr Hauer Karl viMoor gab in der Verwirklichung dieser Rolli.le Züge, denen man er warein Kerl"

tung, in der das Ueberf umende und Kraft- genialische immer vom Mußtsein seiner Her­kunft und der Grenzen feinqirbifdjen Lebens und Handelns in der Waage c «rillen wurde.

Herr H ey ser in der d,.y Jffland und später manchen andern Großen lt Schauspielkunst be­rühmt gewordenen Rolle d' Franz: er war sicht­lich gefesselt vom Reiz unirbn außergewöhnlichen theatralischen Mögllchkeite^er Gestalt, um deren psychologische Durchdringul und Zergliederung er sich in einem nuancemchen Spiel bemühte.

Die Höhepunkte seiner Daellung lagen übrigens ebenfalls in den ersten Snen, während später ein gewisser pathologischeZug feiner Charakter­studie (auf Kosten einer d'wlisch arbeitenden In­telligenz) übermäßig bett schien.

Die off ziemlich farblö und, unnatürlich wir­kende Erscheinung der Qlitlie wurde von Fräu­lein Flemming mit ehn sicheren Instinkt er­faßt und gespielt: die schtchmerisch-empfindsamen, die lyrischen und die heriHen Züge im Wefens- bilöe dieser (ganz iöealiff'h aus der Entstehungs­zeit des Werkes Herats geborenen) Mädchen­gestalt wäret zwanglos /einer kultivierten Dar­stellung zusmmengefaßt?

Herr>ne gab ben'ten Moor: eine schwie­rige und rcht befonbet* )anfbare Aufgabe, die unter Der-cht auf äuße^ Mfette mit Würde und maßvoller Zurück ßaltm gelöst wurde. Herr Oeigcrjatte sich mi. ingabe und viel Tem­peramente die (ihm oyl nicht übermäßig zu­sagende) tolle des S Igelberg vertieft und gab außerdem recht angen ien den alten Daniel. Herr Hmel als Kcfs-ky brachte feine Erzäh­lung m jugendlichen Schwung an den Mann. Von übrigen Ense 'le feien noch die Herren Mich- (Schweizer), D u b (Roller). Egge - mam (Herrmann), 5 a f f o 11 (Moser) und V o l c(Pater) mit tigen Leistungen hervor- gehob. .

DilZuschauer banffn mit herzlichem Beifall, hth.