Ausgabe 
1.4.1933 Erstes Blatt
 
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,t Gießener

Aus der Provinzialhauptstadt

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(Schluß.)

Bismarck-Feier im Gtahlhelmheim

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Dorn Beginn Des neuen Schuljahres an wird allen jüdischen Lehrpersonen, ebenso auch allen übrigen international, pazifistisch und atheistisch

schein.

Inzwischen war der österreichisch-fran- zösische Krieg ausgebrochen und brachte neue politische Verwirrungen und Aufregungen. Luise sieht wieder einer Niederkunft entgegen unö wird am 1. Oktober von einem Prinzen entbun­den. Nach dieser Geburt wurde sie nie mehr die alte. Sie begann dauernd zu kränkeln, auch die früheren Brustkrämpfe stellten sich wieder ein und machten schwere Sorgen. 3m Dezember konnte man daran denken, nach Berlin zurückzukehren.

Jubelnd begrüßt die Bevölkerung das Herr­scherpaar. Der Vater war aus Neustrelitz ge­kommen und empfing seine Tochter im Schloß. Ohnmächtig sank sie ihm in die Arme. Sie war zu schwach, um dieses Uebermah an Liebe, welches ihr von allen Seiten entgegengebracht wurde, auf­zunehmen. Vieles hotte sich in der Zwischenzeit verändert, und doch war man überglücklich, endlich wieder in der geliebten Heimat weilen zu können. Der König wurde durch seine finanziellen Sor­gen stark in Anspruch genommen. Alle Demühun- -|en, bei Napoleon einen Nachlaß zu erreichen,

untersagt, in Geschichte, Deutsch, Heimatkunde, Geographie und Staatsbürgerkunde zu unter®

Maßnahmen gegen das unbefugte Llniformtragen. Die amtliche Pressestelle der hessischen Regierung

Ausschaltung jüdischer und marxistischer Lehrkräfte vom Geschichtsunterricht.

Der hessische Minister für Kultus und Bildungs- Wesen hat unter dem 30. März 1933 u. a. ange* ordnet: . .

Wilhelm eilt mit seinen beiden Söhnen an ihr Lager, und am 19. Juli 1810 stirbt sie mit einem Schrei zu Gott, in Gegenwart ihrer Fa­milie. Die Kunde von ihrem Tode erfüllte das ganze Land mit Trauer. Preußens Königin und Preußens Hoffnung hotte sich zu früh vollendet. Unendlich war der Schmerz des Königs und der Kinder. Ein Volt weinte mit ihnen.

Luise hat Preußens Auferstehung nicht mehr erlebt. Aber sie hat die Fahne des Sieges vor­angetragen und wurde nicht müde, für ihr Va­terland zu kämpfen und für seine Freiheit und Ehre aufzurufen. Sie ging ein in ine Unsterblich-

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Licht­spielhaus (Bahnhofstraße): 16, 18 und 20.30 Uhr Blutendes Deutschland".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: 3n neuer Inszenierung kommt heute 20 Uhr als 26. Vorstellung im Dienstag-Abonnement das SchauspielDie Rau- ber" von Schiller unter der Spielleitung von Oberspielleiter Peter F a s s o 11 zur Ausfuhr Gewöhnliche Preise. Ende 23 Uhr. Das Schau­spielAndreas Hollmann" von Hans®Ehristoph Kaergel gelangt morgen, Mittwoch, als 25. Vor­stellung im Mittwoch-Abonnement unter der Spielleitung Wolfgang Kühnes erstmalig zur Aufführung. Die Rolle der Frau Hellmann spielt Frau Auguste Prasch-Greven berg. Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, als Gast. Gewöhnliche Preise. Anfang: 20 Uhr: Ende: 22 Uhr. Gerhart Hauptmanns Schau­spielVor Sonnenuntergang" unter der Spiel­leitung des Intendanten, kommt am Sonntag, 9. April, zum letztenmal zur Aufführung.

Luise von Preußen.

Oer Lebens- und Leidensweg einer edlen Königin.

Von Irene Hagedorn.

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Gemeinden.

den l. April, Ihr: Beichte.

>ril. Nfionsfonnlaa.

f|te; 7: Messe: Kommune 9: Hochamt mit

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besbeweis. Es gebt weiter nach Hohenzieritz. Alles schien eitel Freude und Sonne, da erkrankte Luise am 30. 3uni an einer Lungenentzündung im Blutkreislauf

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Plakatverboie in Heften.

Die Amtliche Pressestelle der hessischen Regie­rung teilt mit: Der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen hat heute das vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten verbreitete Plakat, beginnend mit den Worten:Unser Führer im Kriege und Frieden, Herr Reichs­präsident Generalfeldmarschall v. Hindenburg" und schließend mit den Worten:Unter denen, die für Deutschland fielen, waren 12 030 3uden. Wollt 3hr sie vergessen?" auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 verboten und die Einziehung angeordnet.

Der Staatskommissar für das Polizeiwesen hat weiter das im Verlag von Heinrich Sierakowsky in Hamburg 5 erschienene Plakat, das eine Ein­gabe des Vorstandes und des Ausschusses des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine e. V. an den Herrn Reichskanzler wiedergibt, auf Grund der gleichen Verordnung verboten und die Einziehung angeordnet.

Freiwilliger Arbeitsdienst im Winterhalbjahr 1932/33.

Born Städtischen Sief bau amt wird uns geschrieben:

Der Freiwillige Arbeitsdienst tn ber Stadt Gießen wurde am 1. Dezember 1932 eingesetzt für die Arbeiten der Lahnver­legung. Auf eine Strecke von rd. 450 Meter

Der Stahlhelm, Ortsgruppe Gießen, der Bund Königin Luise und die Gießener Ortsgruppe der Deutschnationalen Dolkspartei begingen den Geburtstag des Altreichskanzlers B i s m a r ck am Samstagabend mit einer würdig verlaufenen Feier im Stahlhelmheim. Der barsch »Unserer Reichswehr", gut wiedergegeben von Mitgliedern der Stahlhelmkapelle, leitete die Veranstaltung ein.

Nach einem weiteren Musikvortrag begrüßte Stahlhelmkamerad Reichsbahnassistent Appel im Namen der veranstaltenden Organisationen Die Kameraden, Kameradinnen und Gaste. Fräulein P r e i h (Königin-Luise-Bund) sprach sodann einen Vorspruch, in dem die starke Per­sönlichkeit des Kanzlers Bismarck gefeiert wurde. Frau Appel und Fräulein D o n d e r h e i ö brachten in Cinzelgesangvorträgen verschiedene, sehr beifällig aufgenommene Lieder zu Gehör. Das gemeinsam gesungene LiedDer Gott, der Eisen wachsen ließ" gab der Stimmung des Abends Ausdruck.

Nach weiteren Musik- und Gesangsdarbietun- qen hielt Rektor Kling, der VoZitzende der Deutschnationalen Volkspartei m Gießen den Festvortrag. Er sagte u a.: 3n den letzten 14 Jahren habe es den Anschein gehabt, als sei Der Altreichskanzler Bismarck vergessen worden. Die Jugend habe in dieser Zeit nicht viel von ihm gehört. Dabei hätte man ihn gerade in jener Zeit nötiger gebracht, denn je zuvor.

schilderte bann in kurzen Worten Öen 2e6enölauf des Kanzlers, sprach von seiner Tätigkeit ais Abgeordneter und seinem Einsatz für die.unver­äußerlichen Rechte des preußischen Königtums. Mit großer Energie habe sich Bismarck für Die Verstärkung der Heeresmacht eingesetzt er führte die Lösung des Problemes Deutschland-Oesterreich herbei und habe beim Friedensschluß nach nr Schlacht bei Königgräh seine große diplomatische Fähigkeit bewiesen. Er habe es ferner vermocht, mit dem preußischen Landtag Frieden. zu schlie­ßen. Die Schaffung eines einigen Deutschen Rei­ches aber sei zu seiner größten Tat geworden. Noch zwei Jahrzehnte danach habe der Kanzler zum Besten des Deiches gewirkt und feine di­plomatische Kunst in der Bündnispolitik bewiesen. Aber auch in innerpolitischer Hinsicht habe er Großes geleistet. Er habe die Wirschaft ge­fördert, die Heeresmacht ausgebaut, den Frei­handel durch die Schutzzollpolitik abgelost, Die Kolonialpolitik vorwärtsgetrieben und der Ar­beiterschaft durch die soziale Gesetzgebung ge­holfen. Seine Leistungen seien umso hoher ein® »uschätzen, als bei der Verfolgung feiner Ziele Die größten Hindernisse zu überwinden waren.

Beamten Friedrich; ä- Mouson, geboren üb >en am 16. Februar M Men Manne; hat 1796 n annte Firma F. 0. ME' Mre v>sllaser Arbeit W ledeutenbsten deutschen 5«» abrifen werden lassen. ®ou 401 IGEMO-IoileiteartiM berühmte jjaütpflcgemilln jedem deutschen Nl^

Als er im 3ahre 1890 aus dem Amte schied^ habe er mit großer Sorge das deutsche Geschick verfolgt. Nach der Aussöhnung mit Wilhelm U. sei ein Aufatmen des ganzen Volkes durch die Lande gegangen und die Feier des 80. Geburts­tages des Kanzlers fei zu einem Feste der Na­tion geworden. Am 30.3uli 1898 habe er dann für immer die Augen geschloffen. Er fei das Bild des wahrhaft deutschen Mannes, dessen ganzes Denken dem Volke galt. 3n unseren Tagen sei sein Andenken wieder erwacht. Am 5. März sei Bismarcks Geist wieder lebendig geworden. Das Volk habe sich zu den alten 3dealen zuruck® gefunden, zum Bismarckreich. Das Volk sei zu deutscher Zucht und Sitte, zum Geiste der Ord­nung und der Kraft zurückgekehrt, und mit Zu­versicht sehe man in die Zukunft. Die Ansprache, die mit großem Beifall ausgenommen wurde, klang im gemeinsam gesungenen Deutschlandlied

3m weiteren Verlaufe des Abends hielt Rechtsanwalt Zimmer noch eine Ansprache, der er als Leitsatz das Wort:Das ganze Deutschland soll es sein!", zugrunde legte End­lich so führte er u. a. aus, werde m Deutschland wieder eine Politik der Selbstachtung und des Selbstvertrauens getrieben. Es gelte, große wirt­schaftliche Qlufgäfen zu erfüllen. Cs fei aus den 3ahren nach dem Kriege viel Schutt und Asche zu beseitigen. Deshalb habe Hindenburg die Zusam­menarbeit aller national gesinnten Deutschen ver­langt. Die Tat der Einigung sei Hindenburg zu verdanken, Hitler gebühre das Verdienst, eine gewaltige Volksmenge für den nationalen Gedan­ken begeistert zu haben. Der Stahlhelm wolle den Dienst am Volke üben. Die Deutschnatiynale Volkspartei stehe als konservatives Element im Kampfe um die deutsche Befreiung. Mit dem deutschen Gedanken müsse der grohdeuksche Ge­danke als Selbstverständlichkeit verbunden wer­den Am christlichen Glauben dürfe mcht gerüttelt werden Der deutsche Mittelstand müsse erhalten bleiben. Jede Leistung, die in wahrhaft natio­nalem Sinne geschehe, müsse ihre gerechte An­erkennung finden. Neben den Bataillonen Der SA. und SS. müsse der Stahlhelm und der konservative Geist der Deutschnationalen stehen. Bestimmend müsse für alle der Wille zur Ein­heit und der Wille zur Tat sein. Neue deutsche Geschichte müsse anknüpfen an Zucht und Ord­nung in fridericionischem Geiste. Die deutsche Ge­schichte biete in der Erinnerung an Friedrich den Großen, an Wilhelm I. und Bismarck große Vor­bilder genug. Der Glaube an Volk unö □jater- I land müsse 'hochgehalten werden, bis das Datsche Reich wieder in allen seinen Gliedern gefestigt | genug sei, um allen Sturmen der Zukunft trotzen

Frieden.

Am 9.3uli kam es zum Tilsiter Frie­den. Das Ergebnis war: Preußen wurde auf die Hälfte seines Besitzes verkleinerte Es blieb ihm ein Mittelstaat mit 4,5 Millionen Einwohnern. Seine Gestalt glich nun einem dreiblättrigen | Kleeblatt mit unendlich langen Grenzen, die sich | naturgemäß gar nicht verteidigen ließen. Aus j den westelbischen Gebieten hatte man Westfalen gebildet und Napoleons Bruder zum Herrscher eingesetzt. 3m Osten entstand das Herzogtum Warschau, zu dessen König sich August der Starke fronen ließ. Das schlimmste war die Kriegsentschäd igung. Die französischen Truppen verließen das Land nur nach den je­weiligen Zahlungen. Wirkliche Friedensarbeit konnte unter diesem Druck gar nicht ausgenom­men werden. Doch Preußen versklavte nicht. Der deutsche 3dealismus war nicht tot. Nach diesem langen und blutigen Völkerringen entstand seine schönste Blütezeit. Schleiermacher und Fichte, beides Wahlpreußen, waren es beson­ders, die diesen Geist schürten. In einem Brief Schleiermachers heißt es wörtlich:Bedenken Sie, daß doch unser aller Leben eingewurzelt ist in deutscher Freiheit und deutscher Gesinnung, und diese gilt es. Glauben Sie mir, es steht bevor, früher oder später, ein allgemeiner Kampf, der gekämpft werden muh, den die Könige mit ihren gelungenen Heeren nicht kämpfen können, son­dern die Völker mit ihren Königen gemeinsam kämpfen werden." Fichte sagte in feinen Reden an die deutsche Nation:Der Kampf mit den Waffen ist beschlossen: es erhebt sich, so wie wir es wollen, der neue Kampf der Grundsätze, der Sitten, des Charakters." Wird man nicht unwillkürlich an unser Heute erinnert? Wieder die Auferstehung der heiligsten Kräfte in einem Volk, wieder das Abschütteln des Jochs, welches die Feinde uns aufzwingen durch den Zusammenschluß aller, die deutsch empfinden und die deutsche Sprache sprechen?

soll das Lahnbett unterhalb des Elektrizitätswer­kes in gerader Linie neu durchgeführt werden. In einer Breite von 50 Meter wird das neue Bett zunächst auf eine Tiefe von etwa 3 Meter unter dem jetzigen Gelände ausgeschachtet. Rach® dem im Dezember 1932 und in der ersten Hälfte Januar 30 916 Quadratmeter Rasenfläche abge­stochen und seitwärts gelagert waren, wurde am 3. Januar nach Errichtung eines 50 Meter langen Arbeitsbockes mit dem eigentlichen Ausschachten begonnen. Am 22. Februar wurde ein zweiter Arbeitsbock eingesetzt, wodurch sich infolge einer größeren Verwendung von Arbeitskräften auch die Arbeitsleistung erhöhte. 3m 3anuar wurden aus- geschachtet und bis zu 80 Meter Entfernung ab­gefahren 2128 Kubikmeter, im Februar 2914 Ku­bikmeter, im März 5055 Kubikmeter.

Die im Bilderkasten des Gießener Anzeigers ausgestellten Lichtbilder geben einmal den Zu­stand der beiden Arbeitsböcke und ferner die Leistung von Bock l im neuen Lahnbett.

Die Witterungsverhältnifse im Winter waren günstig, da nur in der Zeit vom 13. bis 17. De­zember 1932 die Arbeiten wegen Frost eingestellt werden muhten. Die Arbeitsleistung, die an Hand einer sorgfältigen Statistik täglich festgestellt wird, hat sich im Laufe des Monats März günstiger gestaltet, als in den Vormonaten. Zur Zeit wer­den 150 3ugendliche als Arbeitsfreiwillige ander Baustelle beschäftigt. Cs find in den abgelaufenen 4 Monaten insgesamt 10 372 Tagewerke geleistet worden.

Gute im Menschen und an das gute Prinzip des menschlichen Lebens überhaupt. Eine Schilderung Kleists über sie gibt uns Ausschluß, wie man sie empfand und sich ihr verbunden fühlte:3n diesem Kriege, den sie einen unglücklichen nennt, macht sie einen größeren Gewinn, als sie in einem ganzen Leben voll Frieden und Freuden gemacht haben würde. Man sieht sie einen wahr­haft königlichen Charakter entwickeln. Die hat den ganzen großen Gegenstand, auf den es jetzt ankommt, umfaßt: sie, de"?n Seele noch vor kurzem mit nichts beschäftigt zu fein schien, als wie sie beim Tanzen oder Reiten gefalle, sie ist es, die das, was noch nicht zusammengestürzt ist, hält."

Alexander kehrt in Königsberg ein. Dieser Mann, der ihr die schwersten Enttäuschungen zufügte, versteht es immer wieder, seinen Zauber ausstrahlen zu lassen, dem sie erliegt. Er lädt zu einer Reise nach Petersburg ein, die angenommen wird. 3n Rußland öffnet sich ihnen eine neue Welt voller Wunder und Mär­chen. Alexander empfängt sie auf das Präch­tigste. Vierzig Bataillone 3nfanterie, vier Regi­menter Kavallerie bilden Spalier. Es war, als ob der Kaiser durch unendlichen Luxus wiedergut­machen wollte, was er verfehlt batte. Zuerst war Luise von all der Schönheit geblendet. Fest folgte i auf Fest, der Hof hatte die anziehendsten und interessantesten Menschen versammelt, doch bald machte sich Müdigkeit und Ueberfättigung be­merkbar. Nur ein Gutes hatte diese Reise: die Schwärmerei der Königin sür diesen Mann, den sie auch nach dem Verrat noch nicht aufgebeiu konnte, wurde zerstört. Hier, wo sie ihn in; seinem eigenen Reich sah, zerrann fein Glorien­

richten.

3n einer weiteren Anordnung wird bestimmt, daß für das neue Schuljahr neue Lehrbücher nicht eingeführt werden dürfen. Soweit Buchhandlun­gen schon Bestellungen der Schulen entgegenge­nommen haben, wird daran nichts geändert. Lese- und Geschichtsbücher, sowie solche für die Staats­bürgerkunde werden einer Revision unterzogen. Um einerseits den Schülereltern, anderseits den Lehrbuchbeschaffungsstellen Schwierigkeiten und überflüssige Ausgaben zu ersparen, wird das Mi­nisterium für Kultus und Dildungswesen die Lehrbücherfrage einheitlich für das ganze Land, den Schulgattungen angepaßt, baldigst regeln.

"Lehrer müssen amDienstortwoh- nen. Der Hessische Minister für Kultus® und Bildungswesen hat angeordnet:Eine beträcht­liche Anzahl Lehrpersonen wohnt nicht an ihrem Wirkungsort. Dadurch wird die erforderliche Ver- bundenAit von Lehrern und Eltern gelockert und sehr oft vollständig gelöst unö somit die Vorbe­dingung einer erfolgreichen Erziehung zerstört. 3ch ordne daher an, daß sämtliche Lehrpersonen an ihrem Wirkungsort zu wohnen haben. 3n ent­gegenstehenden Fällen muh der Umzug bis zum 1. 3uli vollzogen sein. Zu dem genannten Tage sehe ich einem entsprechenden Bericht entgegen.*

Oer neue Znfanteriesührer V.

WSN. Kassel, 3. April. Als Nachfolger für Öen zum Chef öes Stabes beim Gruppenkom® manöo 2 ernannten bisherigen 3nfanteriefüf)- rer V General Geyer tpuröe Oberst Os- to a I ö , bisher Abteilungsleiter im Reichswehr­ministerium, zum 3nfanterieführer ernannt unö nach Kassel verseht, wo er gleichzeitig öie Ge­schäfte des Stanöortsältesten führt.

Fälle herunkerstürzk, verursacht hier besonders starke Wirbel in den Fällen, die unterhalb Queenston in den Ontario-See münden. Etwa auf der Hälfte des Weges wurde der junge Mann von einer großen Eisscholle am Kopf getroffen und schien für einen Augenblick betäubt, aber er er­holte sich rasch und schwamm dann mit noch stär­keren Stößen vorwärts als vorher.

Oer Lebensretter.

QLfctanöer Girardi, der unvergeßliche Wie­ner Komiker, spielte gern den Zeitungsleuten, die immer etwas Neues von ihm hören wollten, einen Streich. Als ihn eines Tages wieder einmal ein Berichterstatter drängte, ihm fein größtes Erleb­nis während feiner Künstlerlaufbahn mitzuteilen, meinte er nachdenklich:3a, was ich da einmal in 3schl mit Seiner Majestät erlebte darüber geht nichts!" Der andere drängte neugierig zum Erzählen.Also hören Sie. Da fahre ich mit meinem Rade ganz gemütlich auf der Chaussee von 3schl nach (Soifern. Da kommt Plötzlich der Hofwagen Seiner Majestät... Die Pferde scheuen ... der Wagen schwankt und wäre um ein Haar in tric Fluten der Traun gestürzt. 3ch also springe herunter, renne den Pferden nach, bringe sie zum Stehen... Die Situation ist gerettet. Unser guter Kaiser schaut dankbar zum Fenster heraus, er­kennt mich natürlich gleich, und was glauben Sie? Der hohe Herr reicht mir aus dem Wagen zur Belohnung eine wunderschöne goldene diamanten- besetzte Uhr. Als ich sie aufmache, was steht auf der 3nnenfeite des Deckels?Seinem Lebensretter Alexander Girardi in tiefer Dankbarkeit. Kaiser Franz 3oseph von Oesterreich-Ungarn." B.

zu können. Die Ansprache wurde mit begeistertem Beifall aufgenommen.

Mit einigen weiteren Gedichtvorträgen, mit gemeinsam gesungenen Liedern und kamerad­schaftlicher Unterhaltung fand der Abend fein Ende.

Spiclplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Dienstag, 4. April, 18.30 Uhr: Lohengrin. Mittwoch, 5. April, 19.30 Uhr: Die Csardasfürstin. Donnerstag. 6. April, 19.30 Uhr: Aida. Freitag, 7. April, 19.30 Uhr: Die Csardas- fürftin. Samstag, 8. April, 20 Uhr: Der Postillon von Lonjumeau. Hieraus: Die Puppenfee. Sonn­tag, 9. April, 17 Uhr: Parfifal.

Schauspielhaus. Dienstag, 4. April, 20 Uhr: Der alte Textor. Mittwoch, 5. April, 20 Uhr: Die vier Musketiere. Donnerstag. 6. April, 20 Uhr: Der alte Textor. Freitag, 7. April, 20 Uhr: Eva hat keinen Papa. Samstag, 8. April, 20 Uhr: Der alte Textor. Sonntag, 9. April, 20 Uhr: Die endlose Straße.

Buntes Allerlei.

Einer schwimmt durch den Niagara.

Eine erstaunliche Leistung hat ein armenischer 3üngling Krikor Keikeman vollbracht, indem er durch die eisigen Fluten des unteren Niagara- Flusses eine Strecke von fast 600 Meter von Lwe- stion im Staate Neuyork bis nach Queenston in Kanada in 51/» Minuten schwamm. Die Stelle, an der Keikeman seine gefahrvolle Tat voll­brachte, hat eine besonders starke Strömung, denn eine riesige Wassermenge, die über die Niagara-

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teilt mit: Zur Durchführung der Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer An­griffe gegen die Regierung der nationalen Erhe­bung vom 21. März 1933, die das unbefugte Tragen der Uniformen der nationalen Verbände unter Strafe stellt, ersuchte der Staatskommissar fürjbas Polizeiwesen in Hessen die Führung der ^SA.- Untergruppe Hessen in Darmstadt, die SA.-Stan- öarte 33 in Darmstadt und den Stahlhelm in Darm­stadt, Streifendienste zur Kontrolle aller Uniform« träger zu organisieren. Wer die Berechtigung zum Tragen der Uniform nicht nachweisen kann, ist fest­zunehmen und unverzüglich der nächsten Polizei- ftelle zu übergeben. Die mit dem Streifendienst Beauftragten haben einen Ausweis der ihnen vor­gesetzten Verbandsdienststelle zu führen.

Der Wunsch des Königspaares, möglichst bald nach Berlin zurückzukehren, sollte vorläufig nicht in Erfüllung gehen. Die Franzosen verzögerten ihren langsam begonnenen Abmarsch immer wie­der. Die in Memel präsentierte Rechnung über hundertfünfzig Millionen Franken überstieg die schlimmsten Befürchtungen und ver­wischte jede Möglichkeit der Heimkehr. Man wußte, daß ein so schwer leidendes Land gar nicht in der Lage sein konnte, diesen Betrag aufzubringen. Als Sicherheit für seine Forde­rungen besetzte Frankreich Festungen, und für i gCn> bei Napoleon einen Nacylay zu erteilen, Napoleons Rechnung mußten die preußischen beantwortete dieser mit den Worten:Der König Domänen zwischen Elbe und Oder zur Verfügung I jjaf unterschrieben, er muß zahlen." gestellt werden. Trotz denkbar größter Sparsamkeit folgte eine

Dem bescheidenen Memeler Hof gingen die Zeit der Entspannung, und Luise fühlte sich fast Lebensmittel aus. Der Winter setzte mit großer glücklich. Cs wurde ein Besuch beim Vater in Kälte ein. und man hatte nichts, womit man sich Vorschlag gebracht. Auf Hohenzieritz, in schützen könnte. Auch die Kleiderbestände gingen ländlicher Abgeschiedenheit, sollte er sich einige zur Neige. Luise verzweifelte nicht. 3hr Glaube Wochen erholen. Luise ist beglückt von dieser an Gott half ihr in ihren langen Unglücksjahren. 3dee, und es scheint, als ob ihr ganzer 3ugenb- 3nzwischen war sie auch innerlich reifer gewor- übermut zurückgekehrt sei, Wie sie dem Vater den. Sie beginnt zu begreifen, daß der persön- ,. . ,

liche Einfluß in dem Kampf der Nationen wenigBester Pap! 3ch bin ganz toll und varuky. Platz hatte da hier andere Gesetze herrschten Eben diesen Augenblick hat nur der gute, liebe- als Sympathie oder Antipathie. Da es sich mit volle König die Erlaubnis gegeben, zu 3hnen zu seinen Zwecken verband, machte Napoleon einige kommen, bester Vater! Ich bin ganz toll, muß Zugeständnisse. So zog er Truppen hinter der mich sammeln.' Sie schließt mit dem Wort: Hal- Weichsel zurück. Damit war Preußen zum Teil leluiah! Noch am gleichen ^age reist sie ab wieder unter seiner eigenen Herrschaft. Man! und trifft am 27. 3uni in Neustrelitz em Die atmete auf und entschloß sich, die Residenz nach Bevölkerung bereitet ihr einen wunderschönen Königsberg zu verlegen, in der Hoffnung, nun Empfang, und beglückt empfangt sie diesen Lie- doch bald für immer heimkehren zu dürfen. Das besbeweis. Es geht weiter nach Hohenzieritz Alles Königspaar nahm im Schloß Wohnung und ver- schien eitel Freude und Sonne - da erkrankte suchte sich das Leben ein wenig bequemer zu Luise am 30. 3um an einer Lungenentzündung gestalten. Man ließ Möbel. Bllder und Teppiche mit hohem Fieber, Storungen im Blutkreislauf aus Berlin kommen. Luise war glücklich, ihre stellten sich ein, Brustkrampfe befallen si«und auch Lieben jetzt alle wieder beisammen zu haben der schleunigst aus Berlin herbeigerusene Arzt und ganz Mutter sein zu können. Da die Zustanbe kann keine Hilfe mehr bringen. Friedrich leidlich ruhig waren, konnte fie sich eine Weile 1 "»**-*-« nn lhr

von den Polltischen Ereignissen zurückziehen unö ihren angestrengten Körper ein wenig pflegen. 3etzt zeigte sich, daß auch die vielen Geburten nicht spurlos an ihr vorübergegangen waren.

Früher hatte das ruhige Geben wieder ausgegli­chen. aber bei der ewigen Unsicherheit muhte sie schwer daran tragen. Langsam kehrt der Sinn für anregende Geselligkeit wieder, und fie wt» steht es, die besten Männer ihrer Zeit um sich zu versammeln. Stein. Borck, Scharn­horst, O neifenau, Niebuhr, Alten- stein, Humboldt und Heinrich v. K l e i ft ge­hören dazu und bestätigen ihren Glauben das