Ausgabe 
1.4.1933 Erstes Blatt
 
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scher und russischer Herkunft, der d o n ' kommunistischer Seite genährt wird. Auch dieser ist im A b s ch w e l l e n begriffen. Eine Reihe von Firmen haben die Boykott- schilder eingezogen.

Die englische Presse zeigt in ihrer überwiegen- den Mehrheit das Bestreben, die Spannung zwi­schen der friedlichen Bevölkerung und den Juden in Deutschland nicht durch weitere Greuelmärchen zu vergrößern.Financial Times" veröffentlicht einen längeren Artikel ihres Berliner Korrespon­denten, worin dieser auf Grund eingehen­der Rundfragen bei der jüdischen Ge­schäftswelt energisch gegen Berichte über Gin­griffe in das Privatleben oder die Geschäftstätigkeit südlicher Kaufleute Stellung nimmt. Der Korrespon­dent betont, daß die anfänglichen Einzelaktionen untergeordneter übereifriger Stellen, die gegen den Willen der Behörden vorgekom- m e n seien, läng st beendet worden seien.

Der Vorstand der jüdischen Gemeinde in Berlin hat aus London von dem Präsidenten des Board of Deputies (das sogenannte englische Judenparla- ment) und der Anglo-jewish-Association eine Tele­gramm erhalten, in dem es u. a. heißt:Wir haben dem deutschen Botschafter in London bei einem Interview die Versicherung abgegeben, daß weder mittelbar noch unmittelbar trgenb- eine offizielle Billigung ober Unter- stiitzung der Boykottbewegung gewährt worden ist ober gegeben werben wirb. Es werben Schritte unternommen, um jeben einzelnen Kauf­mann von ber Boykottbewegung abzubrinaen. Die Präsibenten erklären bie deutschfeindliche Pro- paaanda für verderblich und schädlich. Sie sprechen zugleich die zuversichtliche Hoffnung aus, baß bie große Besorgnis, bie man hier emp­findet, durch die deutsche Regierung schnellstens da­durch beseitigt werden wird, daß sie zur Beendigung der Diskriminierungsaktion beiträgt."

(Sin Beispiel für die Lügenhetze

Welche Schauermärchen sozialdemokratische

Blätter in Tirol ihren Lesern vorsetzen.

Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Dem Herrn Staatskommissar für das Polizeiwesen Dr. Best wurde heute ein Ar­tikel des Organs der Jnnsbucker Sozialde­mokratischen Partei vom 27. 3. 33 zugelei­tet, der geradezu unglaubliche Lügen und Verzerrungen enthält. Niemand im Auslande soll sich wundern, wenn die nationalsozialistische Re­gierung gegen diesen unglaublichen Greuelfeld^ug entsprechende Maßnahmen ergreift. Der Artikel des sozialdemokratischen Blattes hat folgenden Wort­laut:Grauenhaft lügen die Braunhemdler i n Hessen, wo sie unter dem Befehl des berüchtig­ten früheren Assessors B e st stehen, dem Verfasser der bekannten blutrünstigen Boxheimer Dokumente, der nun die Polizeigewalt in Hessen innehat. In ganz Oberhessen wurden die männlichen jüdi­schen Einwohner auf die Straße gejagt und dort van den Nationalsozialisten mit Gummiknüp­peln und Stahlruten blutig geschla­gen. An anderen Orten mußten Väter und Söhne sich gegenseitig blutig schlagen. Es herrscht brutalste Willkür. In Worms wurde der Reichsbanner­führer Frank, der schon vor zwei Jahren aus Dolgesheim entfliehen mußte, von Nationalsozia­listen aus dem Bett geholt und mit Stahlruten und Gummiknüppeln blutig geschlagen. Dann wurden ihm Hakenkreuze auf den Handrücken eingeschnitten. Schließlich wurde er totgeschlagen und in einem Stall aufgehängt. Der Kreisarzt stellte e i n Zeugnis aufSelbstmor d" aus und nur dem Dazwischentreten eines Stahlhelmarztes soll es zu verdanken sein, daß die Wahrheit schließlich be­kannt wurde. In Langen wurden zwei Brüder Simon nachts aus dem Bett geholt und derart mit Stahlruten geschlagen, daß dem einen bie b l a n = fen Rippen bloß gelegt würben. In Neu- Isenburg wurde ein Arbeiter namens Döring auf die Polizeiwache gebracht und dort von den Nationalsozialisten allstündlich regelmäßig mit Gum­miknüppeln und Stahlruten auf den Rücken ge­schlagen, so daß beide Lungenflügel gelockert wur­den. Der Mann speit seit Tagen Blut aus." Es bleibt allen Lesern überlassen, die Tatsachen mit diesen unglaublichen Greuelmärchen zu vergleichen.

Zwei neue Staatssekretäre.

Berlin, 31. Marz. (TU.) In ber Sitzung des Ueichskabinetks am Jreitagmittag wurde beschlossen, an Stelle des zurückgetrekenen Skaatssekretärs Farben den nationalsozialistischen Reichstagsabge- orbnefen Reinhard zum Staatssekretär im Reichssinanzministerium vorzufchla- gen. Als Staatssekretär für den Frei­willigen Arbeitsbien st wurde ber national­sozialistische Reichstagsabgeordnete Oberst a. D.

Bismarck.

Bon Johannes Heinrich Brauch.

Heraus aus beiner Gruft, du, unsres alten Reiches erster Helb, bie Zeit hat anbern Laus genommen, bcn Berg ber Wenbe haben wir erklommen, bes Habers Speere sind zerspellt.

Heraus aus deiner Gruft!

Das junge Deutschland steht davor und pocht ans Tor und ruft und schreit: Heraus, Bismarck, heraus. Wir atmen neue Luft.

Die Sonne strahlt, der Lenz zieht ein und malt in alle Aecker Saatenbänber, ber Frühling löst bie Pfänber, bie eine Welt bem Winter gab mit Blüten unb mit Liebern ein. Heraus, Bismarck, heraus.

Wir hämmern laut an beines Grabes Tür unb schrein: Was uns umgarnt an Haß unb Niebrigkeit, wir legen einen Hebel an, erschütterten ben Bann unb warfen Helle in bie Dunkelheit.

Deutschland ist aufgewacht. Dein Reich, verhärmt in Not, gehetzt in Jahre ohne Brot zertrümmerte durch uns bie Nacht, bie seinem Volke Bitterkeit gebracht. Jetzt geht es einer großen Zukunft zu. Heraus, Bismarck, heraus, heraus aus beiner Ruh. Willst bu nicht mit uns fein?

Am Amboß züngeln hohe Flammen, wir hauen uns ein anbres Reich zusammen Bismarck, herbei.

Oie Aufklärung

Berlin, 31. März. (Sil.) Der Abwehrkampf gegen die in einem Teil des Auslandes betriebene Greuelhehe wurde auch am Freitag mit aller Schärfe fortgesetzt. 3u letzter Stunde ist noch ein­mal eine Flut telegraphischer War­nungen und Mahnungen aus deutschen und jüdischen Kreisen in Deutschland an die in Frage kommenden Stellen des Auslandes gegan­gen. So hat die deutsche M e t h o d i st e n - kirche unter Leitung des Bischofs Dr. Hülsen nach Heuyork und London gefabelt. Weiter hat der Vorstand der Technischen H o t - Hilfe e. V. an die befreundeten ausländischen Hilfsorganisationen ein Schreiben gerichtet, in dem betont wird, daß die nationale Erhebung in Deutschland in ber größten Ruhe verlausen sei.

Der Volksdeutsche Arbeitskreis ber katholischen Iugenb Deutschlands hat alle Mitglieder und Mitarbeiter des europäischen Ar­beitskreises ber katholischen Jugenbverbände eben­falls eine gegen bie planmäßige Greuelhetze gerich­tete Entschließung abgesandt. Die deutsche Liga der freien Wohlfahrtspflege hat dem Sekretär der Karl-Schurz-Stiftung in Philadelphia telegraphisch mitgeteilt, daß völlige Ordnung und Sicherheit für jedermann gewährleistet sei. Der Vor­stand und das Rabbinerkollegium der jüdischen Gemeinde z u. B e r l i n haben dem Großrab­biner Israel Levy in Paris zu dessen durch das Petit Journal" veröffentlichten Interview tele­graphisch erklärt, sie legten Wert auf die Feststel­lung, daß von Greueltaten, Morden und Plünde­rungen in Deutschland nicht die Rede fein könne. Der Vorstand der Mannheimer Produktenbörse hat an die London Corn- Trade Association und an das Comitö von Gran­handelaaren in Rotterdam ein Telegramm gerichtet.

Der Verein für das Deutschtum i m Ausland hat an seine sämtlichen außerhalb der Reichsgrcnze befindlichen Vertrauensver­bände, sowie seine 600 in der ganzen Welt lebenden Vertrauenspersönlichkeiten eine Auffor­derung zum Kampf gegen die gewissenlose Hetze gerichtet. Der Reichsverband der Deut­schen Industrie forderte seine Fachgruppen und landwirtschaftlichen Verbände in einem

des Auslandes.

Schreiben, in dem alle Verbände und Firmen aufgerufen werden, auf, sich in den Dienst der zur Ehre des deutschen Hamens notwendigen Aufklärungsarbeit zu stellen. Der ADAC, hat sämtliche Automobilklubs, Motorradklubs, Tou­ringklubs, sowie die vielen hervorragenden Per­sönlichkeiten des Auslandes, mit denen er in Verbindung steht, darüber aufgeklärt, daß es keinen berechtigten Grund für eine Propaganda gegen das nationale Deutschland gibt, eine solche vielmehr nurgeschäftspolitischeZwecke verfolgt.

Der Reichsbund der Kriegsbeschä­digten hat bei dem Präsibenten ber internatio­nalen Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Kriegsopfer unb Kriegsteilnehmer, Brandeisz- Wien und bei dem Generalsekretariat der ©ta­rn ac in Genf durch ein Telegramm gegen die Greuelpropaganda protestiert. Der Bund ver­wahrt sich gegen jede Einmischung in innerdeutsche Verhältnisse unb stellt fest, daß in Deutschland Ruhe und Ordnung herrscht. Der Jung- deutsche Orden hat an alle seine Einheiten im Auslande den Befehl gerichtet, rückhaltlos gegen die unsinnige Greuelhehe unb die damit verbundene Herabsetzung der deutschen Ration Front zu machen.

Der Deutsche Keglerbund e. 23. richtete an bie schwedischen unb amerikanischen Keglerspitzenver- bänbe folgenbes Telegramm: Dort verbreitete Greuelberichte über Judenverfolgungen sind Lügen. Hier alles ruhig unb in Ordnung." Aus Ver­anlassung bes Reich swarts ber Evangeli­schen Jugenbbünbe D. Stange hat ber P r ä- fi b ent bes Weltmissionsrates John Mott, ber gegenwärtig in Europa weilt, ben ameri­kanische Kirchenbunb gewarnt, ohne vorherige Füh­lungnahme mit ben deutschen Kirchen zu den Vor­gängen in Deutschland Stellung zu nehmen. Wei­tere Protesttelegramme ins Ausland haben gesandt: Staatssekretär a. D. Dr. Lewald als Mitglied des Vollzugsausschusses des Internationalen Olympia­komitees, ber Deutsche Kulturbund, sämtliche in Lon­don anwesenden Vertreter der deutschen Presse, ber Deutsche Genossenschaftsverband e. V ber Zentral- verbanb Deutscher Haus- unb Grunbbesitzervereine.

hierl vorgeschlagen. 3n der tiabineltssihung wurde sodann bie Frage des Boykotts besprochen. Ferner wurde das Gesetz über die Gleichschaltung verab­schiedet.

Entfernung jüdischer Richter und Anwälte von den preußischen

Gerichten.

Berlin, 31. März. (WTB.) Der Kommissar des Reiches für bas preußische Justizministerium Serri hat eine Anweisung an sämtliche Oberlan- besgerichtspräsibenten, Generalstaatsanwälte unb Präsibenten ber Strafoollzugsämter in Preußen er­lassen, in ber es heißt:

Die Erregung des Volkes über bas anmaßenbe Auftreten amtierenber Mischer Rechtsanwälte unb Mischer Richter hat Ausmaße erreicht, bie bazu zwingen, mit ber Möglichkeit zu rechnen, baß be- sonbers in ber Zeit bes berechtigten Abwehrkampfes bes beutfchen Volkes gegen bie alljübische Greuel- propaganba bas Volk zur Selbsthilfe schreitet. Das würbe eine Gefahr für bie Aufrechterhaltung ber Autorität ber Rechtspflege barstellen. Ich ersuche beshalb umgehend, allen amtterenben- bischen Richtern nahezulegen, sofort ihr Urlaubsgesuch einzureichen unb biesem sofort stattzugeben. Ich ersuche ferner, bie Kommissorien Mischer Assessoren sofort zu roiberrufen. In allen Fällen, in benen Mische Richter sich weigern, ihr Urlaubsgesuch einzureichen, ersuche ich, diesen kraft Hausrechtes bas Betreten bes Gerichtsgebäubes zu untersagen.

Jübische Laienrichter ersuche ich nicht mehr einzuberufen. Jübische Staatsanwälte unb jübische Beamte im Strafvollzug ersuche ich umgehenb zu beurlauben. Ich ersuche, mit ben An­waltskammern ober örtlichen Anwaltsvereinen noch heute zu vereinbaren, baß ab morgen früh zehn Uhr nur noch bestimmte jübische Rechts­anwälte, unb zwar in einer Verhältniszahl, bie bem Verhältnis ber Mischen Bevölkerung zur son­stigen Bevölkerung etwa entspricht, auftreten. Mir scheint es selbstverstänblich zu fein, baß bie Bet­ör b n u n g jübifdjer Anwälte als A r - menanmälte ober Bestellung von solchen als Pflichtverteibiger, zu Konkursver­waltern, Zwangsverwaltern usw. ab

morgen 10 Uhr nicht mehr erfolgt. Aufträge zur Vertretung von Rechtsstreitigkeiten bes Staa­tes an jübische Anwälte ersuche ich sofort zurückzu­ziehen.

Den Gesamtrücktritt bes Vorstanbes ber A n waltskammern ersuche ich durch ent- sprechenbe Verhanblungen herbeizuführen. 2yenn von ben Gau- unb Kreisleitungen ber NSDAP, ber Wunsch geäußert wirb, burch uniformierte Wachen bie Sicherheit unb Orbnung innerhalb bes Gerichts­gebäubes zu überwachen, ist biesem Wunsche Rech­nung zu tragen.

Ser Reichskommiffar für Preisüber­wachung gegen unberechtigte Preis­erhöhungen.

Berlin, 31. März. (WTB.) Dem Reichskom­missar für Preisüberwachung ist mitgeteilt wor­den, daß einige Fleischer die Fleischpreise mit der BegründungZollwesen der Regierung Hitler" erhöht haben. Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat die obersten Landes­behörden gebeten, solchen unberechtigten Preiserhöhungen, die mit lügenhafter und volksverhetzender Begründung erfolgen, m i t aller Schärfe entgegenzutreten, die schuldigen Betriebsinhaber zur Verantwortung zu ziehen und gegebenenfalls die Betriebe auf unbestimmte Zeit zu schließen.

Todesstrafe durch Erhängen.

Die Voraussetzung für Hinrichtung des Rcichstagsbrandstifters geschaffen.

Berlin, 1. April. (TU.) Die Reichs- regierung hat, wie dieDAZ." berichtet, ein Gesetz über Verhängung und Vollzug der Todes st rase erlassen, das vom 29. März datiert und vom Reichskanzler Hitler sowie in Vertretung des Reichsjustizmini- sters vom Vizekanzler v. Popen unterzeichnet ist.

Rach § 1 dieses Gesetzes gilt § 5 der Verord­nung des Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar auch für Taten, die in der Zeit zwischen dem 31. Januar und dem 2 8. Februar be­gangen worden sind. § 5 der Verordnung vom | 28. Februar sieht die Todesstrafe für eine ganze Reihe schwerer Verbrechen vor, unter die auch

die Brandstiftung im Reichstag faHL § 2 der Verordnung bestimmt: Wenn jemand wegen eines gegen die öffentliche Sicherheit ge­richteten Verbrechens zum Tode verurteilt ist, so kann die Regierung des Reiches ober des! Landes, durch deren Behörden das Urteil zu vollstrecken ist, anordnen, daß die Voll­streckung durch Erhängen erfolgt.

Damit sind die gesetzgeberischen Vor­aussetzungen für die vom Reichskanzler be­reits in seiner Reichstagsrede angekündigte H i n- rich tung des Reichstagsbrand st if- t e r 5 van ber Lübbe geschaffen worben.

Aunderlaß des Aeichsinnenminiflers zur Wahrung der Leamiendisziplin.

Berlin, 1. April. (WTB.-Funkspruch.) Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat einen Runderlaß zur Wahrung der Disziplin an die Dienststellen seines Geschäftsbereiches gerichtet, der den übrigen ober st en Reichsbe­hörden mit der Ditte um entsprechende Anordnung zugegangen ist. In dem Erlaß heißt es wie folgt:

Auch im Reichsdienst mehren sich leider die Fälle, in denen Beamte Beschwerden über ihre Vorgesetzten oder Anzeigen gegen sie unmittelbar beim Mini­ster anbringen, mitunter sogar andere Stellen der Reichsregierung zur Einwirkung auf ihre Ministerien ersuchen. Gegenüber Eingaben dieser Art teile ich völlig den Standpunkt, den der Herr Reichskommissar für das preußische Mi­nisterium des Innern für seinen Geschäftsbereich bekannt gegeben hat. Wie er mißbillige ich ein solches Verhalten aufs schärf st e. 2n den gegenwärtigen Hoheiten hat der Beamte sich durch verstärkten Diensteifer und eiserne Disziplin auszuzeichnen und nicht seine Aufgabe darin zu sehen, seine Vorgesetzten zu kritisieren und damit ihre Autorität zu untergraben und zu erschüttern. Vornehmlich von den Beamten, die mit ihrer Uebergeugung hinter der Regierung des Reichskanzlers Adolf Hitler stehen, erwarte ich mit aller Bestimmtheit, daß sie diese Mahnung in besonderem Maße beherzigen und dar­über hinaus der übrigen Beamtenschaft i n Pflichttreue, Leistung und Disziplin als Vorbild dienen. Die Mitgliedschaft bei den nationalen Parteien gibt den Beamten nicht mehr Rechte, sondern nur höhere Pflichten. Wer den Befehlen und Anord­nungen der von mir eingesetzten oder im Amte belassenen Vorgesetzten nicht in jeder Richtung gehorcht, verweigert damit auch mir gegenüber den Gehorsam. Bisher habe ich derartige Mit­teilungen unbeachtet gelassen. In Zukunft werde ich indessen Beamte, die entgegen meinem ausdrücklichen Hinweis erneut mit solchen Be­schwerden und Anzeigen gegen Vorgesetzte sich unmittelbar an mich wenden oder die gebetene Gehorsamspflicht verletzen, zur Verantwor­tung ziehen.

Ein außenpolitisches Ami der AGSAp.

Berlin, 31. März. (CNB. Eigene Meldung.) Der Führer ber PSDAP. Adolf Hitler hat fol­gende Verfügung erlassen: Ab 1. April 1933 wird ein Außenpolitisches Amt der NSDAP, eingerichtet. Zum Chef des Außenpolitischen Amres ernenne ich den Parteigenossen Alfred Rosen- b erg.

Alfred Rosenberg wurde 1893 in Reval geboren. Er absolvierte dort die Oberrealschule, studierte Ar­chitektur an der Technischen Hochschule in Riga und erhielt 1918 das (Diplom als Ingenieur-Architekt. Rosenberg ließ sich bald darauf in München als Schriftsteller nieder und wurde 19 21 Haupt- schristleiter des 'Völkischen, Beob­achter s". Seit dem 14. September 1930 ist er Reichstagsabgeordneter. Rosenberg hat eine große Anzahl politischer und weltanschaulicher Werke ver­faßt. Er ist Reichsführer des Kampfbun- des für Deutsche Kultur.

Zusammenschluß in der deutschen Jugendbewegung.

Innerhalb des Reichsausschusses der deutschen Jugenbverbände haben sich die nationalen Bünde der deutschen Jugendbewegung zu einem Grohdeutschen Bund unter Führung des Admirals v. Trotha zusammengeschlossen. Der Admiral ist seit zehn Jahren Bundesführer der Freischaar Junger Ration. Der neuen Vereini­gung sind außer diesem Bunde beigetreten bie Deutsche Freischaar, ber Deutsche Pfadfinderbund, die Deutsche Reichspfadfinderschaft, der Jung- sturm, bie Abler unb Falken, bie Fahrenden Gesellen unb bie Geusen.

Tritt trotzig in die kampfgewillten Reihen, den angefangnen Bau zu weihen, zu segnen unsrer Heimat neues Haus

Bismarck heraus!

Also sprach Bismarck.

Zum Geburtstage des Altreichskanzlers am 1. April

Zusammengestellt von Karl Baumann.

Solange ein Faden an mir ist, will ich dem Vaterland dienen."

Abgeordnetenhaus, 4. Februar 1881.

*

Die Politik ist wie eine große Forelle, welche die kleine Forelle auffrißt. Denn die Forellen ge­hören zu den Raubfisch«^: so hat die Politik jedes andere Steckenpferd, das ich jemals gehabt habe, verschlungen."

Zu einem Engländer im Oktober 1891.

Ich schlage wieder, wenn ich geschlagen werde." Reichstag, 30. November 1881.

,Ich bin gewohnt, sowohl Liebe als Haß zu er­widern. Beides habe ich in meinem Leben vielfach erfahren. Es ist aber nicht ganz christlich, wenn man Haß nicht mit Liebe vergüt, allein, ich habe mich meiner Haut wehren müssen."

Aus einer Ansprache, 26. August 1890.

Ich habe, solange ich im Dienst war, immer den Ernst eines Wachthundes an der Kette gehabt und habe gebissen, was ich beißen mußte."

Mai 1895.

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Kommt es m Aeußersten, ist mir das Hemd näher als der Rock."

Abgeordnetenhaus, 22. Januar 1864.

Ich stehe für meine politische Ueberzeugung und meinen politischen Ruf ein, ohne in Abrede zu stel­len, daß ich mich darin irren kann. Aber ich kann nur nach meiner Ueberzeugung handeln, und ich bin oft in meinem Leben in der Lage gewesen, daß ich einen anderen Ratgeber als mich selbst nicht ge­habt habe." Herrenhaus, 23. März 1887.

*

Ich habe keinerlei Zweifel über ein zukünftiges Leben, denn das gegenwärtige ist zu traurig und unvollkommen, als daß es unserem höchsten Selbst entsprechen könnte. Es ist offenbar nur ein Kampf, der vergeblich fein würde, wenn er hier endete. Ich glaube an eine letzte Vervollkommnung."

Zu einem Engländer, 1887.

,Ich habe nie in meinem Leben auf Dank An­spruch gemacht. Ich habe ihn nie erwartet, ich habe ihn auch nicht verdient, denn ich habe niemals um Dank gehandelt, sondern habe einfach meine Schul­digkeit getan, niemand zu Liebe, nichts weiter. Und wer seine Pflicht tut ist ein getreuer Knecht, hat aber keinen Anspruch auf Dank. Ein solcher An­spruch liegt mir außerordentlich fern. Ich habe ge­lernt, ohne den Dank der Welt zu leben, ich habe ihn erworben und verloren und habe ihn wieder gewonnen, ich habe ihn wieder verloren ich mache mir gar nichts daraus, ich tue einfach meine Pflicht." Reichstag, 28. November 1881.

Durch Kant habe ich mich nicht völlig durch- ringen können. Was er über das Moralische sagt, zumal das vom kategorischen Imperativ, ist lehr schön. Aber ich lebe am liebsten ohne das Gefühl des Imperativs, ich habe überhaupt nie nach Grund­sätzen gelebt. Wenn ich zu handeln hatte, habe ich mich niemals gefragt: nach welchen Grundsätzen handelst du? Sondern ich habe zugegriffen und ge­tan, was ich für gut hielt. Man hat mir ja oft vorgehalten, daß ich keine. Grundsätze habe. Wenn ich mit Grundsätzen durchs Leben gehen soll, so komme ich mir vor, als wenn ich durch einen engen

Waldweg gehen sott und müßte eine lange Stange im Munde halten."

v. Poschinger:Tischgespräche", Bd. II, S. 170.

Setzen wir Deutschland in den Sattel, reiten wird es schon können."

Norddeutscher Reichstag, 11. März 1867.

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Nach Kanossa gehen wir nicht, weder körperlich, noch geistig. Reichstag, 14. Mai 1872.

Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt." Reichstag, 6. Februar 1888.

Blutendes Deutschland", der Film der nationalen Erhebung.

In Berlin fand die Uraufführung des großen FilmesBlutendes Deutschland" in Gegenwart zahlreicher Führer der nationalen Verbände statt. Der Film ist ein Zeitdokument von unschätzbarem historischem Wert. Er gibt einen Querschnitt durch Deutschland von 1870 bis 1933. So sieht man u. a. die Kaiserproklama­tion zu Versailles, eine Szene aus den August- tagen 1914 und dem Weltkrieg. Bilder vom Zusammenbruch vom 9. Hovember, die bittersten Jahre des Hachkrieges ziehen vorüber, der französische Einmarsch ins Ruhrgebiet, die Er­schießung Schlageters. Die Arbeitslosigkeit, der soziale Hiedergang mit seinen erschreckenden Fol­gen werden aufgezeigt, und zwischendurch sieht man die ersten Keime der nationalen Erhebung. 3n starken Bildern wird der zähe Kamps der SA. und des Stahlhelms in den Großstädten gezeigt. Man sieht und hört jene mitreißende Ansprache, die Hitler 1932 vor Hunderttausenden im Ber­liner Stadion hielt. Der 30 Januar 1933 bringt die Wende. Hitler zieht in das Reichskanzler- palais ein. Unter dem Jubel der Zuschauer klingt der Film aus im begeistert mitgesungenen Deutschlandlied,