Ausgabe 
31.10.1939
 
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Oer Weg eines deutschen Fischerdorfs. Don Earl Georg Philipp

Die Polen hatten die Hafeneinfahrt von Gotenhafen in sinnloser Weise durch die Versenkung W» reicher Schiffe gesperrt^ Die Hebungsarbeiten der Marine-Bergungstruppe gehen jedoch jetzt ihrer Vollendung entgegen Von der Beseitigung des letzten Schiffes aus der Hafeneinfahrt, Die mit Hilfe riesiger Schwimmkrane vorgenommen wurde, berichtet dieses Bild. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Zu Tausenden werden Menschen aus dem Innern öi die ungeheure Baustelle geschafft und angesiedelt. Handels- und Transportfirmen, Banken und Der- eilungsbetriebe müssen Büro- und Geschäftsgebäude, Silos und Lagerhäuser, Werkstätten und Ladeanla- gin aufführen lassen. Hotels, Behördenpaläste, Wohnblocks werden gebaut: Gdynia wächst in einem phantastischen Tempo, vom alten westpreußischen Tdingen ist auch nicht eine Spur mehr zu sehen. 1Ü25 ist die Bevölkerungsziffer bereits auf 2500 ge­legen, der Ort wird zur Stadt erhoben, die 1929 aber 30 000 Bewohner hat! Fast die meisten sind irgendwie an den Bauten beschäftigt und müßen lungern und hungern als Arbeitslose, wenn wah­rend der Schlechtwetterperioden die Bautätigkeit vuht.

Es war schon feit der Konstruktion des Versailler Vttenstaats mit seinem Zugang zu den Weltmeeren tin groteskes Bestreben zu beobachten, seinen 25 e- tohnern, die ein ausgesprochenes Binnenvolk sind, mzureden, sie seien eine Seesahrernatton! Nun, im

umgekehrt für die Freie Stadt die vorläufig einzige lZrundlage ihres wirtschaftlichen Lebens. So tarn es zwischen dem Senat und der Warschauer Regie­rung zu jenen Staatsoerträgen über den Hafen- unb Schiffahrtsverkehr, die nunmehr auch Polen 1 verpflichteten und die Monopolstellung Danzigs als, feines Ein- und Ausfuhrhafens festlegten.

Heute ist es erwiesen, daß man darnls in War­schau diese Staatsverträge mit listigem, heimlichem Vorbehalt ratifiziert hotte: man hoffte durch ttstig sich steigernden Druck doch noch die Polonisierung kx Stadt erreichen zu können. Doch diese Hoffnung trog, nichts änderte sich an der Haltung der Be­völkerung, die zähen Widerstand leistete und ihre Rechte wahrte trotz allen Schikanen, trotz der Tat- fache, daß die letzte Instanz in Streitfällen, der Völ- terbundsrat, meist einseitig gegen'sie Stellung nahm.

Auf diese Weise bekam der Polenadler die Stadt nicht in die Fänge, das sah man in Warschau ein! Ganz anders muß man ihr beizukommen suchen! Wie wäre es, wenn man Danzig zum wirtschast- ichen Erliegen brächte durch Umleitung des eigenen seehandels! Und schon holt man zum Schlage aus, ler auch den Deutschen, mit denen man im Handels- rieg lebt, eins versetzen wird: Polen baut einen eigenen Hafen!

Im Jahre 1924 schließt die Regierung mit einem ranzösisch-polnischen Konsortium einen Vertrag, ge- aäß dem ein Seehafen bis 1929 fertiggestellt sein t»ll. Gleichzeitig aber wird eine große, direkte Bahn- inie gebaut, die unter Umgehung reichsdeutscher Verkehrswege die ostoberschlesische Kohle direkt dem reuen Hafen zubringt. Unverzüglich werden die Ar­beiten in Angriff genommen, nachdem der franzö­sische Freund zuvor kräftig in den Sparstrumpf ge- ttßt hat.

Im westlichen Teile der Danziger Bucht, am putziger Wiek, liegt nahe dem Seebad Zoppot das sfischerdorf Gdingen. Zwischen den vorspringen­den Steilhängen von Adlershorst und Oxhoft ist eine gut geschützte Bucht mit allerdings ziemlich flachem «Baffer. Das Dörfchen selbst hat 800 und einige Ein­wohner, ist 1919 auch polnisch geworden die Grenze gegen Zoppot verläuft in nächster Nähe Unb heißt fetzt Gdynia.

Hier beginnt sich nun polnischer Größenwahn YAszutoden, denn hier ist die erkorene Stelle, an der mit Unsummen unter Heranziehung neuzeitlichster technischer Mittel der große polnische Hasen erstehen 'oll. Diese Stelle ist aber ganu 10 Seemei» en von der uralt-deutschen Stadt ent­fernt, ohne die Polen nicht leben zu können aller

Eine Kampfansage an Danzig und Deutschland aus Beton und Stuhl", so faßte ein schwedischer Journalist seine Eindrücke einer Besichti^una des Herfens Gdynia durch die internationale Presse zu­sammen, die von der höchst rührigen polnischen Pro- paganDaftelle im Jahre 1931 aus Anlaß der Nor­dischen Schiffahrtsausstellung in Kiel veranstaltet . worden war. Klarer konnte kaum eine Tatsache aus- aedrückt werden, vor deren von Jahr zu Jahr schwerer wiegenden Bedeutung damals allerdings Der versoillesgebundene Systemstaat nur allzu gern Die Augen schloß.

Die kurze GeschichteGdyniu's" ist die eines po­litischen Vertragsbruches übelster Art!

Wie war es doch gewesen? Bekanntlich hatte das in Versailles eilfertig zusammengestoppelte Polen nicht nur einen Zugang zur Ostsee verlangt, den seine Väter ihm auch mit Rücksicht auf die hier­durch ermöglichte Zerstückelung Deutschlands bereit« willigst zugestanden sondern auch ausdrücklich und immer wieder die Stadt Danzig gefordert. Diese förmliche Gier nach Danzig wurde von Polen seinen Helfern Gegenüber stets damit begründet, daß es in dem ihm zugedachten Küstenabschnitt keinen an­deren in Betracht kommenden Seehafen gäbe.

Der unablässig vorgebrachten und durch Argu­mente belegten Behauptung, daß es keinerlei an­dere Lösung gäbe, fiel dann das deutsche Danzig j zum Opfer: man trennte es vom Reich. Polen hatte jetzt seinen Hafen, dieser Umstand jedoch bedeutete

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Zeichen von Gdynia, verwirrt einFlottenverein" weiter die Gemüter, der eine polnischeSeemacht" ordert. Daß man nur ein paar kaum als Kriegs- chiffe anzusprechende Einheiten besitzt, die besten« alls für den Küstenschutz in Betracht kommen, daß man keinerlei seemännische Tradition und gar keine Eignung besitzt, stört nicht, es wird der Beschluß gefaßt, Gdynia gleichzeitig als Kriegshafen auszu- oauen. Dementsprechend wird das Bauprogramm verlängert und erweitert, was neue ungeheure Unkosten mit sich bringt.

So ziemlich zur vertraglich ausbedungenen Zeit sind die Anlagen des Handelshafens fertiggestellt, unb Polens gesamter Seeverkehr wandert von Dan­zig nach Gdynia ab, der Wirtschaftskampf zur Niederzwingung der deutschen Stadt hat begonnen. Die polnischen Reedereien, die fast alle vom Staate abhängig und unterstützt sind, haben Passagierlinien nach Üebersee eingerichtet, aber es ist durch die Bank eine traurige Fahrgastfracht, die sie befördern: Aus­wanderer, die ihre Heimat verlassen müssen, weil das Land feine Mittel im politischen Hasardfviel vergeudet, statt seine sozialen Pflichten zu erfüllen. Ungeachtet der Unrentabilität der eigenen Schiff­fahrtslinien, die eigentlich nur den Polenvoqel am Heck spazierenfahren, nimmt die Ein- und Ausfuhr in Gdynia einen Aufschwung, den Danzig bitter empfindet.

Das Ziel ist erreicht unter Bruch der Staats­verträge. Inzwischen hat jedoch die Bewegung in der Hansestadt an Kraft und Einfluß auf d-ie Staats- geschäfte gewonnen, und die Danziger lassen sich nicht so ohne weiteres den polnischen Wortbruch gefallen. Sie setzen sich zur Wehr, unb unter dem Einfluß objektiv empfindender Unparteiischer kommt es 1933 nochmals zu einem Vertrag mit Warschau, der den Streit beenden soll Aber, wie kann ein Vertrag einen Zustand beseitigen, der aus einer Lüge geboren wurde, den eine offene Mißachtung von Verträgen und Verpflichtungen als das ent­larvte, was er wirklich ist: als offenen Kampf des Polen gegen den Deutschen!

Die Aufblähung Gdynias hat unterdes weiter um sich gegriffen. 1932 steigt die Einwohnerzahl auf 35 000 Köpfe. Ständig wird weiter gebaut und aus- gebaut. Was von ausländischen Fachleuten und Fir­men geleistet wird, ist zum Teil wirklich erstklassig, eine durchaus neuzeitliche Hafenanlage bietet sich dem Beschauer, die bestechen könnte, empfände man sie nicht als Ausdruck eines sinnlosen Größenwahns. Bis 1937 hat Gdynia mehr als eine halbe Milliarde Zloty verschlungen und stellt mit über 110 000 Be­wohnern eine Großstadt dar. AlsKriegshafen" ist es in allererster Linie Standort der Marine, deren Schiffsbestand sich zwar materialmähig etwas ver­bessert hat, zahlenmäßig jedoch das Ganze als sinn­lose Spielerei erscheinen läßt. Daneben zeugt eine starke Garnison des Landheeres von der zweifel­haften Friedlichkeit der Polen. Ein Meereswirt- fchaftsarchiv versucht vorzutäuschen, daß man den großen Seefahrervölkern gleichstünde. Ein Baltisches Institut ist die Zenttalstelle für die Propaganda an ihm finden Kurse statt, die zur Werbung im Bin­nenlande geeignete Leute ausbilden. Die räumliche Ausdehnung des Hafengebietes erstreckt sich auf 950 Hektar fast 17 Kilometer an Gesamtlänge ergeben die einzelnen Kais. Auf zwölf Meter Tiefe hat man die Fahrrinne ausgebaggert, die zum großen Fahr­wasser der Danziger Bucht führt.

Das neue Deutschland hat sich herzlich wenig darum gekümmert, ob der polnische Nachbarstaat sich den Luxus eines Hafens-wie Gdnnia leisten konnte oder nicht, es konnte jedoch unmöglich an der Tab fache vorübergehen, daß mit seinem Entstehen und Dasein der einzige, fadenscheinige Grund für eine weitere Trennung Danzigs vom Reich geschwunden war Daß die Warschauer Reaierung sich dieser Ein­sicht verschloß, ist nicht die Tragik eines Irrtums. Immer klarer und schärfer trat in den letzten 3abren bis in die letzten Wochen tue unverhohlene Absicht Palens zutage, Gdynia zur Zwingburg Danzigs zu ^Äe^Festung hat kapituliert, die polnische Kriegs­marine ist unter wenigen, aber harten deutschen Schlägen zerbrochen, ein Gdynia existiert nicht mehr klk stadtaewordener Ausdruck polnischer Anmaßung und Großmannssucht. AlsGotenhafen 'stderDer bränaer des alten vreußischen Gdinaen dem Grotz deutschen Reich wieder einverleibt morden.

Was die Großstadt und Seestadt Gotenhafen auch für eine Rolle im Dienste von Handel und Industrie, Schi ähr« und Wehrmacht innerhalb des Reiches tot en roirb, eines ist sicher: si- tmrb 1-sit gemein- * Kpm schwesterlich benachbarten Danzig mit- Xikn kn b n Au aaben. die bi- nahe unb serne "ukunft dem Vaterlanbe stellt, unb dabei leben und Leben spenden.

Ansiedlung von Nattendeutschen in Gotenhafen.

m-itenbalen. 30. Ott <DNB.) 3n den letz­ten Tagen sind über 2000 Rückwand-.

Das Auge des Heeres.

Bei unseren Fernaufklärern an der Westfront.

P. K. Zwei Heere stehen einander gegenüber. Aus deutscher Seite ernste Gefaßtheit und kampfentschlos­sene Zuversicht. Jeder Feind, und sei er noch so groß und stark, müßte sich an solcher Mauer den Schä­del einrennen. So ist es der harte Wille der Hun- derttausende zum letzten Opfer bereiten deutschen Männer, die im Westen zum Schutze ihrer Heimat angetreten sind. Dieser unerschütterliche Glaube blitzte uns auch aus den Augen der Flieger einer Fernaufklärerabteilung an, der wir einen Besuch machen dursten.

Es war em regennasser Morgen. Aufgeweicht die Feldwege des rheinpfälzischen Heimatgaues; die Erde dampft, und ein leichter Nebel erschwert die Sicht. Offiziere des Befehlsstabes nehmen uns in Sang. In wenigen Stunven erhalten wir einen lichen Einblick in Organisation unb Arbeits­weise unserer Fliegeraufklärer. Die Flugzeuge der Staffel sind so gut getarnt, daß es schon aus der Nähe einige Mühe macht, sie im Gelände zusam- menzusinden. Schnittige Maschinen sinds, jederzeit startbereit unb in der Lage, sich innerhalb weniger Minuten viele tausend Meter hoch emporzuschrauben unb tief in Feindesland vorzustoßen. Ein herrlicher Fliegergeist herrscht unter allen Kameraden der Staffel. Kriegserfahrene Spanienkämpfer befinden sich unter ihnen. Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel und harren neuer, größerer Auf­gaben, 70 Feindflüge hat hier der Unteroffizier aus­geführt, fein Kamerad, der Feldwebel, mit Dem gol­denen Spanienkreuz, brachte es im SturzbOrnber sogar auf einhundertfünfzig! Kerle sind das, ganze Kerle, mit denen man den Teufel aus der Hölle holen kann, wenn es fein muß.

Der sonnige Rheingau ist die Heimat der meisten Fliegerkameraden dieser Staffel, eine Heimat, die es wohl wert ist, daß man sein Leben für sie ein­setzt. Aber wer kommt dort radfahrenderweise über Wiesen und Stoppelfelder. Es ift der stäm­mige Feldwebel, derSpieß" mit dem dickenBack­stein" im Waffenrock! Auch die Staffeldogge begrüßt ihn herzlich. Der Hund heißt Barry unb ist der Liebling aller. Im Sudetengau hat ihn die Staffel als kleines verlassenes Hündchen aufgelesen. Seitdem ist der blonde Barry ein mächtiges Tier und ein guter Kamerad geworden.

Was alles zu einer Flugzeug staffel ge­

hört! Unser Staunen wächst von Minute zu Mi­nute. Es ist hier zwar nicht der Platz, technische Einzelheiten wiederzugeben, allein das stolze Gefühl brauchen wir nicht zu verschließen: Unsere Luft­waffe ist ein Instrument, wie es keine andere Macht der Welt besitzt. Vor einer der Maschinen liegt ein dicker Pack Kleidungsstücke, Pelzmäntel, ge­fütterte Stiefel usw. E i n Zentnergewicht müssen die Flieger auf dem Leibe tragen, wenn sie in hohe Regionen aufsteigen. Erst während des Aufstiegs wird diese Einkleidung vollzogen, da es bei der Hitze unten in den dicken Kleidern ganz un­erträglich wäre.

Eben bringt die Funktruppe einen Sende­turm zur Ausstellung. Das geht sehr schnell, eben­so rasch, wie er in wenigen Sekunden wieder ab­gebrochen werden kann. Der Sender ist so stark wie irgend ein Reichssender und kann dauernd mit jedem Flugzeug der Staffel in Verbindung stehen, auch wenn die Maschine noch so weit vom Stand­ort entfernt fein sollte. Ein Blick in den Werkstatt­wagen und zu den' Anlagen des Werktrupps über­zeugt uns davon, daß dem Oberwerkmeister und seinen Männern alles zur Verfügung steht, was eine Fliegerstaffel nötig hat. Auf der Bildstelle kom­men sofort nach Rückkehr der Aufklärer alle Auf­nahmen zusammen. Hier muß nun schnellste und genaue Arbeit geleistet werden. In enger Verbin­dung damit arbeitet die K a r t e n st e 11 e. Ihre Or­ganisation ist geradezu überroältigenb. Da ist an alles gedacht. Jede Bombe hat schon ihren Platz wenn es der Gegner so haben will.

Und wie steht es denn mit dem Betriebs­stoff? So fragen wir beim Abschied den uns be­gleitenden Fliegeroffizier. Er lacht:Der Betriebs­stoff ist auf viele Jahre hinaus organisiert und be­reitgestellt! Wir können ohne jede Einschränkung täglich Mengen verbrauchen, von denen sich der Laie keinen Begriff zu machen vermag." Niemals zuvor war unsere Nation so einig und stark, nie­mals zuvor so gerüstet zur Verteidigung der deut­schen Heimat wie heute. Nie zuvor in der deut­schen Geschichte ist uns das Wunder eines genialen deutschen Führers so zuteil geworden, wie jetzt in des Vaterlandes großer und ernster Stunde.

Hermann Leitz.

rer aus Estland und Lettland in Danzig- Neufahrwasser eingetroffen und nach Adlers­horst und Gotenhafen gebracht worden. Die Sierra Cordoba" traf mit 1016 Baltendeutschen aus Reval, dieOrotawa" mit 590 Baltendeutschen aus Riga und dieScharhoern" mit 432 Reichs­deutschen aus Riga in Neufahrwasser ein, wo auch diesen Rückwandern ein herzlicher Empfang zuteil wurde. Ein Teil von ihnen wurde in den Danziger Vororten Langfuhr und Oliva auf Privatquartiere verteilt, während die anderen mit Sonderzügen nach Adlershorst oder Gotenhafen gebracht wurden. In dem idyllisch gelegenen Badeort Adlershorst ist jetzt jede bezugsfähige Wohnung vergeben, so daß nunmehr die Ansiedlung in Goten­hafen erfolgt. Hierher gehen auch die Sonder- 3üge mit Rückwanderern, die zu Schiff in Königs­berg eingetroffen sind. Helfer und Helferinnen der NSV. erwarten die Sonderzüge am Bahnhof, teilen die Quartierscheine aus, und während Hillerjungen sich auf das Gepäck der Heimkehrer stürzen, be­steigen die Baltendeutschen die bereitstehenden Auto­busse, die sie in die fertiggestellten Wohnungen bringen.

Weitere Verluste

der englischen Handelsschiffahrt.

London, 30. Oft. (Curopapreß.) Ein großer englischer Frachtdampfer und zwei englische Fisch­dampfer sind die jüngsten Opfer der deutschen U-Boote. Der 8000 Tonnen große DampferMa­labar" wurde im Nordatlantik von einem U-Boot versenkt. 70 Mann der Besatzung sind in England gelandet. DieMalabar" hatte versucht, sich dem U-Boot zu entziehen und mußte erst durch Geschützfeuer zum Stoppen gezwungen werden.

Die beiden Fischdampfer, von denen je einer in Hüll und einer in Grimsby beheimatet war, wurden auf der Rückkehr vom Fang m i t einer Fischladung versenkt. Die Be­satzung von 15 und 10 Mann wurde gerettet und an Land gesetzt.

DieAthenia" nach sieben Stunden noch auf normaler Wafferlinie.

Oslo, 30. Okt. (DNB.)Dagbladet" bringt eine Photographie derA t h e n i a", die ein Maschinist des norwegischen TankschiffsOle Jacob" ausgenommen hat. Die Ausnahme erfolgte, wie der Begleittext sagt, sieben Stunden nachdem die Passagiere dieAthenia" verlas­sen hatten. Man sieht auf dem Bild das große Passagierschiff wohl mit Schlagseite, aber mit dem Schiffsrumpf noch die normale Wasserlinie haltend. Besonders interessant ist, daß auf dem Bilde un­weit derAthenia" ein englischerTorpedo- jäger zu sehen ist, der dort offenbar beigedreht hatte.

. Die finnische Delegation erneut nach Moskau unterwegs.

Helsinki, 31. Okt. (Europapreß.) Nachdem auch am Montag noch die Beratungen der Regie­rung weitergeführt worden sind, begibt sich die fin­nische Delegation in derselben Zusammensetzung am Dienstagabend zum dritten Mal nach Moskau. Der finnische Standpunkt wurde in einem Schriftstück festgelegt, das die Delegation mitführen wird. Es ist das erste Mal im Verlaufe dieser Verhandlungen, daß Finnland seinen Standpunkt in Moskau schrift­lich vorlegen wird.

Futtergetreide-Import auch aus Rumänien.

Zu dem Abschluß der handelspolitischen Derhand- lungen des deutschen und des rumänischen Regie- rungsausschusses in Bukarest, Die über die künftigen Richtlinien des Warenaustauschs geführt haben, teilt Ministerialrat Dr. Müller vom Reichsernah- rungsminrfterium mit, daß beide Länder sich darin einig sind, daß trotz der Kriegszeit der wechselseitige Hanoel wo es möglich ist noch gesteigert werden soll. Dank einer guten rumänischen Ernte kann Deutschland nunmehr neben gleichen Mengen Äei» -en auf ein Mehrfaches des vorjährigen Be- zuges oon 8 u 11 e r g e t r e i b e rechnen. Aus dem gleichen Grunde bietet auch ine Vrehproduk-

t i o n Rumäniens verbesserte Aussichten. Insbe­sondere wird die im vorigen Wirtschaftsjahr ver­anschlagte, aber bei weitem nicht erreichte Menge an Schweinen für die Ausfuhr in diesem Jahr verfügbar fein; die Rindviehausfuhr soll um 15 0 v. H- gesteigert werden. Der Umfang der gesamten rumänischen Ausfuhr nach Deutsch­land dürfte von etwa 240 Mill. RM. auf rund 300 Mill. RM. erhöht werden, wovon mindestens zwei Drittel auf den landwirtschaftlichen Anteil entfallen.

Kleine politische Nachrichten.

NSG. Vom Reichsorganisationsleiter und Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, wurde dieser Tage Gauwirtschaftsberater Karl Eckardt zum Reichsehrenrichter der DAF. ernannt. Mit dieser Berufung wurde Gauwirtschastsberater Eckardt eine besondere Anerkennung für feine Ver­dienste zuteil, die er sich apf wirtschafts- und ar­beitspolitischem Gebiet im Gau Hessen-Nassau er­worben hat.

Reichsinnenminister Dr. Frick hat eine Besich­tigungsfahrt nach West Preußen, dem Warthe­gau und Oberschlesien angetreten. In Köslin, der Regierungshauptstadt Ostpommerns, besichtigte der Minister das neue, erst im September bezogene Re­gierungsgebäude und besprach zugleich Fragen Ost­pommerns im Zusammenhang mit den neuen Aufgaben, die der deutsche Osten stellt.

Nach einer Meldung der TASS, aus Riga sind die er st en Truppen der Sowjetarmee am Montag in Lettland einmarschiert. Die Truppen begeben sich direkt in die ihnen auf Grund des sowjetisch-lettischen Beistandspattes zu­gewiesenen Standorte. Die erste motorisierte Ab­teilung der Sowjetarmee hat den Vormarsch in Richtung Windau (Ventspils) angetreten.

Drei elfässische Parteien aufgelöst.

Paris, 31. Okt. (Europapreß.) Dem Amtsblatt zufolge sind die Elsässische Lande spartet, die Elsässische Heimatfront und die El­sässische Bauern, und Arbeiterpartei aufgelöst worden. Alle diese Organisationen hatten ihren Sitz in Straßburg. Der stellvertretende fran­zösische Ministerpräsident wurde mit der Liquida­tion des Vermögens der aufgelösten Parteien be­traut. Jede weitere Agitation für die Ziele der ge­nannten elsässischen Organisationen und Parteien wird mit Gefängnisstrafen von 1 bis 5 Jahren und Geldstrafen von 100 bis 5000 Franken bedroht.

Einstellung in die Offizier- und Manne- baubeamtenlaufbahn der Kriegsmarine

Auf Grund der Kriegsvechältnisse be-absichtigt das Oberkommando der Kriegsmarine, den Friedens- einstellungsjahrgang 19 4 1 (d. h. Schüler höherer Schulen, die ab 1. 4. .40 die 8. Klasse be­suchen) bei Bewerbung als Marineoffizier- oder Marinebaubeamtenanwärter bereits zum 1. 10. 1940einzuberufen. fyetbei ist Voraussetzung, daß den Schülern die Reise zuerkannt wer­den kann, wenn Führung und Klassenleistung des Schülers diese Maßnahme rechtfertigen. Merkblät- ter sind beim zuständigen Wehrbezirkskommando anzufordern. Es wird aber Darauf hinge wiesen, Daß Die darin enthaltenen Angaben über Einstellungs- beDingungen, Einstellungszeitpunkt und Ausbil­dung sg an g nicht mehr in vollem Umfang zutteffend sind.

Studium ist Dienst am Volk.

Auf einem Pflichtappell Der ersten Semester Der Universität Breslau gab der Studentenführer einen Ueberblicf über die Gegenwartsaufgaben des Studenten. Es fei begreiflich, so sagte er, daß heute jeder Student Den Wunsch habe, es Den Kampfern von Langemarck gleichzutun unD als SolDat an Der Front zu stehen. Die Fortsetzung Der Stu- Dierarbeit sei aber heute ebenso notwendig wie das aktive Kämpfertum, da Der Staat einen aus« reichenDen Nachwuchs an gut a u s g e bildeten Kräften brauche. Auch Die Arbeit an Den Wissenschaften fei ein Teil des großen Ab­wehrkampfes Des Deutschen Volkes, und auch Das Studium sei ein Dienst am Volke.