Ausgabe 
31.8.1939
 
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Dom Hering.

Aus -er engeren Heimat

in denen

ladengnmdhering Hilt als

370 000 . etwa 45

Spätsommer und Herbst nimmt er au<, zennahrung vorlieb und frißt Eicheln, Kartoffeln, Pilze und Fallobst. Später im Jahr verkriecht er sich in ein gut gepolstertes warmes Nest, um hier den Winter zu verschlafen. In solch einem Nest wer­den auch die Jungen zur Welt gebracht, die von der Mutter bis zu ihrer Selbständigkeit sorgsam betreut werden. Die Feinde des Igels sind Fuchs, Dachs und Hund, und gelegentlich leider auch der Mensch.

schädlichen Wühlmäuse besonders abaesehen. Im ich mit Pflan-

Gietzener Wochenmarktpreife.

* Gießen, 31. Aug. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, 7» kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse A 12ka, B 12, D 10%, aus­ländische 11, Wirsing, % kg 6 bis 7, Weißkraut 5, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Ruben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 9, Bohnen, grün 13 bis 23, gelb 15 bis 23, Tomaten 15 bis 24, Zwiebeln 12 bis 15, Kürbis 8, Kartoffeln, % kg 5 Rpf., 5 kg 47 Rpf., Frühäpfel, % kg 15 bis

Tabakbauvereine Ende August vorgenommene Schätzung läßt in Baden eine Ernte von rund Rentner dachreifer Ware erwarten, das find _______K)0 Zentner mehr als im Vorjahr. Wenn keine Störungen durch Hagelschlag oder Krankheits- befall mehr eintreten, wird der Jahrgang 1939 alle Jahrgänge der letzten 30 Jahre an Güte weitaus

ftaatenftraße und Niederhofen standen unter Wasser. Da die Hauptverkehrsstraße über das .Kreuz" geht, wurde es für manches Auto schwer, durch das Wasser zu kommen.

s. Lang-Göns, 30. Aug. Das warme Wetter der letzten Wochen hat die Erntearbeiten so stark gefördert, daß nun das Getreide fast überall geschnitten ist und zum größten Teil auch eingefah­ren werden konnte. Die Verspätung der Ernte um 3 bis 4 Wochen gegenüber den früheren Jahren kommt zum größten Teil daher, daß für den aus­gefrorenen Winterweizen fast überall Sommer­weizen gesät werden mußte. Zur Zeit sind zwei Dreschmaschinen im Orte, eine steht auf dem Turn­platz, die andere drischt in Halbtagsarbeit den ein­zelnen Bauern einen Teil des Getreides. Der Er­tragt st sehr gut, wenn auch die Menge vom vorigen Jahre nicht erreicht wird. Inzwischen ist auch fast die gesamte Grummeternte erledigt worden. Die Aussichten für die Obsternte haben sich bedeu­tend gebessert. Es gibt z. B. viel mehr Zwetschen, als man zuerst annahm. Aepfel und Birnen bringen einen mittleren Ertrag. Die verschiedenen Steinobst­arten, wie Pflaumen, Reineklauden und Mirabel­len, die zum Teil schon gepflückt wurden, brachten Höchsterträge. Bei den wöchentlichen Suchaktionen nach dem Kartoffelkäfer wurde bis jetzt glücklicherweise kein Schädling gefunden. Die Kar­toffeln versprechen wieder eine Rekordernte. Die Frühkartoffeln sind bereits ausgemacht.

Fischsterben in der Lahn.

Lpd. Biedenkopf, 30. Aug. Aehnlich wie vor einigen Jahren ist der F i s ch b e st a n d d e r L a h n von dem Einfluß des unteren Mühlgrabens ab bis zum Seewasen vernichtet. Zu Hunderten liegen die toten Fische im Wasser. Die Schuld an diesem schweren Verlust für die Fischerei wird die polizei­liche Untersuchung ergeben.

ziemlich alles Getier, dessen er habhaft werden kann, z. B. Würmer, Erdraupen, Asseln, Spinnen, Schnecken, Maulwurfsgrillen, Engerlinge, Schmet­terlinge und Käfer. Der Igel ist aber auch ein eifriger Mäusejäger und hat es auf die im Garten schädlichen Wühlr

Dom Blitz erschlagen.

CD Watzenborn-Steinberg (Kr. Gießen), 31. August. Gestern nachmittag ging über Watzen­born-Steinberg ein schweres Gewitter nie­der, das leider auch ein Menschenleben forderte. Bei der Grummeternte wurde der Sparkassenalt­rechner Johannes Philipp XIII., Gießener Straße, mit seinen Angehörigen von dem Unwetter überrascht. Sie stellten die Erntearbeiten ein und begaben sich sofort auf den Heimweg. Unweit ihrer Wohnung wurde die 78jährige Ehefrau des Johannes Philipp XIII. vom Blitz getroffen. Der Tod der bedauernswerten Frau trat auf der Stelle ein.

BeiSchweißarbeiten tödlich verunglückt

Lpd. Friedberg, 30. Aug. Der in einer hie- igen Maschinenfabrik beschäftigte 26 Jahre alte Elektroschweißer W. W e i ß aus Ober-Rosbach ver­unglückte bei der Arbeit tödlich. Weiß führte Schweißarbeiten aus. Als ihm ein Lehrling einen Schutzschirm in die Hand gab, stürzte der auf einer Kiste stehende, anscheinend in den Stromkreis ge­kommene Schweißer zu Boden. Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, doch konnte nur noch der Tod festgeftellt werden.

Landkreis Gießen.

s. Lang-Göns, 29. Aug. Genau vor einem Jahr brachten wir einen Bildbericht über ein schwe­res Unwetter, das in Lang-Göns wütete. Am letzten Montag, also am 28. August (im vorigen Jahre am 29. August), wurde unsere Gemeinde wieder von einem Gewitter heimgefucht. Der Regen stürzte wolkenbruchartig hernieder. Es waren mehrere Ge­witter. Doch war die Dauer des Unwetters diesmal kürzer und der Schaden nicht so groß. An der tief­sten Stelle des Dorfes, auf demKreuz", staute sich wieder das Wasser, es bildete sich ein See. Hund­

str a ß e wie ein großer Lichtbogen über das ganze Firmament. Keine Jahreszeit ist zur Betrachtung der Milchstraße so geeignet wie der Herbst, denn die hellsten Sternwolken im Schwan, Adler und Schild des Sobieski stehen zu Beginn der Duntel- hett hoch am Himmel. Das bekannte Sornmerdrei- eck, das von den hellen Sternen Wega, Deneb und Atair gebildet wird, liegt ganz in der Milchstraße. Nahe dem Zenit finden wir die langgestreckte Sternwolke im Schwan, die sich von Deneb bis zu dem Doppelstern Albireo hinzieht. Noch etwas Heller ist die zwischen Adler und Schützen im Süd­westen befindliche Schildwolke. Einen wunderbaren Anblick gewähren di^ese Sternwolken in einem licht­starken Feldstecher. Neben auffallend Hellen Flächen, wo zahllose Sterne zu leuchtenden Massen zusam- mengeballt erscheinen, gibt es schwarzeStern­leeren", die wie Löcher ausfehen, in Wirklichkeit aber kosmische Staubwolken sind, die das Licht der dah'inter stehenden Sterne wie ein Vorhang ab- fchirmen. An die Bestimmung des Abstandes der Hellen Milchstraßenwolken hat man sich erst in neuerer Zeit gewagt. Man fand dafür Entfernun­gen von 3000 bis 10 000 Lichtjahren (1 Lichtjahr = 9% Billionen Kilometer). Nur bei der Schwan­wolke haben auch näher stehende Sterne erheblichen Anteil. Während nördlich vom Schwan die Milch­straße als geschlossenes Band durch die Sternbil­der Kepheus, Kassiopeia und Perseus bis zur hell funkelnden Kapella im Nordosten zu verfolgen ist, teilt sie sich südlich des Schwans in zwei Arme, die getrennt bis zum Zentauren unterhalb des Süd­horizonts verlaufen. Die Ursache dieser Erscheinung ist ebenfalls in ausgedehnten Dunkelwolken zu suchen.

Die SonnenfternbMer Herkules, Nördliche Krone und Bootes mit dem Hellen Riesenstern Arktur sind um 22 Uhr schon stark nach Westen gerückt; Arktur ist im Begriff unterzugehen. Dafür steigen im Osten die Herbststernbilder empor: Walfisch, Widder, Drei­eck und die den kommenden Herbst kündenden Ple- jaden. Die Mitte des SüWmmels nehmen Was­sermann und die große, aus einem Sechseck und einem Quadrat, dem sog.Großen Tisch" bestehende Pegasusfigur ein. Daran schließt sich links die An­dromeda an, in der wir uns den großen Spiral­nebel an mondlosen Menden aufsuchen. Der An­dromedanebel ist das einzige, mit bloßem Auge sichtbare ferne Milchstraßensystem. Schätzungsweise 3000 Millionen Sonnen sind zu einem spiralförmi­gen Sternfystem von rund 100 000 Lichtjahren Durchmesser vereinigt; der Abstand beträgt über eine Million Lichtjahre.

Nach 22 Uhr erscheint über dem südlichen Hori­zont Fomalhaut, der südlichste in Deutschland sicht­bare Fixstern 1. Größe. Einen prächtigen Anblick bietet jetzt der Himmelswagen im Großen Bären; er rollt rückwärts und nähert sich seiner tiefsten Stellung im Norden, in der er viel größer erscheint als in feiner Zenitstellung, die er abends im April inne hatte.

Planeten und Milchstraße

Oer Sternenhimmel im September.

Von Or. Erwin Kossinna.

sollten nicht nur mehr Nistkästen, sondern im Win­ter vor allem auch Futterplätze geschaffen werden, um das Abwandern der sonst bei uns bleibenden Vögel zu verhindern.

Igel sind nützliche Tiere.

Wenn wir in der Dämmerstunde nach getaner Arbeit im Garten spazierengehen, können wir zur Sommerszeit gelegentlich beobachten, wie eine Igel- mutter ihre kleine Schar halberwachsener Jungen ausführt. Erinnerungen an die Schulzeit werden dann in uns wach, an das Märchen vom Wettlauf des Igels mit dem Hasen und an andere lustige Erzählungen. Immer wieder wird der Igel als em lustiger Schelm geschildert. In der lat, wer ihn einmal von nah sieht, mit den kleinen Aeuglem der spitzen Nase und der rundlichen, stachelbewehrten Gestalt, der kann sich eines solchen Eindrucks nicht erwehren.

Sehen wir uns den Igel aber einmal genauer an, besonders seine Lebensweise und seinen Nahrungs­bedarf, dann kommen wir zu dem für manchen etwas überraschenden Ergebnis, daß der Igel em nützliches Tier ist und weitgehende Schonung ver­dient. Tagsüber hält er sich in Parks und Garten im sicheren Versteck auf, um erst zu Beginn der Dämmerung auf Nahrungssuche auszugehen Dann durchstöbert er den ganzen Garten und frißt jo

30, Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 35, Brombeeren 35 bis 40, Dirnen 15 bis 30, Zwetschen 15 bis 20, Mirabellen 20 bis 25, Renekloden 15 bis 18, Suppen- Hühner 90 Rpf. bis 1 RM., Blumenkohl, das Stück 10 bis 35 Rpf., Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurkeb 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, Ober­kohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf.

** Silberne Hochzeit. Das Fest der silber­nen Hochzeit feierte das Ehepaar Postinspektor Ludwig Fr i ed r i ch und Frau Martha, geb. Wilms, Dammstraße 31. Aus diesem Anlaß überbrachten Kameraden des Reichstreubundes unter Führung des stellvertretenden Standortleiters Hans Bill dem langjährigen und verdienten Kassenwart Glückwünsche des Standortes Gießen des Reichstreu- bundes.

** Verkehrsunfälle. Der 39 Jahre alte Kraftfahrer Peter Schneider ans Betzdorf er­litt hier einen Autounfall. Der Mann mußte mit einem Schlüsselbeinbruch und einer Brustquetschung der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Im Stadtteil Wieseck wurde der 30 Jahre alte Schreiner Artur Si e b e r t von einem Auto angefahren. Mit Knieverletzungen und Kopfwunden kam der Mann ebenfalls in die Chirurgische Klinik.

übertreffen.

Oie Lahnschiffahrt im Juli.

Fwd. Im Monat Juli 1939 wurden in der Lahn- schiffahrt 6551 Tonnen Güter zu Berg und 36 697 Tonnen zu Tal befördert, zusammen 43 248 Tonnen. Geschleutzt wurden 307 Güterschiffe zu Tal und 317 zu Berg.

Mein-Mainische Börse.

Vlillagsbörse: Aktien weiter fest.

Frankfurt a. M., 30. Aug. Auf Grund wei­terer Anlagekäufe der Kundschaft blieb die Börse am Aktienmarkt fest und brachte an den , meisten Marktgebieten Erhöhungen von durchschnitt­lich 1 v. H., teilweise auch darüber hinaus. Angebot erfolgte kaum. Das Geschäft war zeitweise lebhaf­ter, schrumpfte aber nach den ersten Kursen stärker ein. Bevorzugt wurden weiterhin IG.-Farben mit 155,75 (155), ferner Verein. Stahl mit 100 (99) und AEG. mit 117,50 (116,50). Durch stärkere Stei­gerungen fielen Lahmeyer nach Pause mit 113,25 (111), Zellstoff Waldhof mit 112,75 (111), DDM. mit 173,50 (172), Lechwerke Augsburg mit 93,50 (92) und Rütgerswerke mit 144,75 (143,25) auf. Etwas ermäßigt waren Conti Gummi auf 219 (220), Daimler auf 119,50 (119,75) und Heidelber­ger Zement auf 149 (149,50).

An den Rentenmärkten blieb die Entwick­lung uneinheitlich, im allgemeinen ergaben sich kleine Abweichungen. Reichsaltbesitz 131,90 (131,80), Reichsbahn-VA. 122,50 (122,40). Don Industrie- Anleihen 5 v. H. Gelsenkirchen Berg 96,65 (97,13), dagegen 5 o. H. Hoesch 98,50 (98,25). Liquidations- pfandbriese bröckelten z. T. bis 0,25 ü. Sy ab, .int übrigen blieben die Kurse bei weiter verringertem Angebot behauptet. Steuergutscheine I gingen von 98,15 auf 97,85 zurück.

Im Verlaufe blieb die Grundhaltung fest, vielfach ergaben sich weiter leichte Erhöhungen, das Geschäft zog aber kaum an. IG.-Farben 156,25 bis 156 nach 155,75, Scheideanstalt 211,50 nach 211, Westdeutsche Kaufhof 97 nach 96,75. Don später notierten Wer­ten ragten Feldmühle Papier mit 106 (103,50), Betula mit 164,50 (163). BMW. mit 135 (133,50) und Hapag mit 50 (48,50) hervor, niedriger lagen Demag mit 142,25 (143).

Der Freiverkehr blieb sehr ruhig. Tagesgeld unv. 2,50 v. H.

Abendbörse gut behauptet.

Die Abendbörse blieb auf dem festen Stand der Mittagskurse gut behauptet und zeigte gegenüber den neuesten Meldungen aus' Polen weiterhin eine ruhige und zuversichtliche Haltung. Freilich fanden keine größeren Umsätze statt, während die Kurse vielfach noch um Bruchteile eines Prozentes höher lagen. IG.-Farben ließen jedoch 0,50 v. H. nach auf 155,75, ebenso Demag 0,25 v. Sy auf 142. Verein. Stahl wurden mit unv. 100, Metallgesell­schaft mit 111,50 (111), Heidelberger Zement mit unv. 149, Verein. Stahl mit unv. 100 umgesetzt. Höher gefragt waren u. a. Mannesmann mit 104,75 (104,40), Rheinstahl mit 127,75 (127,50), Felten mit 140,25 (139,50), Gekfürel mit 131,50 (131), Rhein­metall mit 120,25 (120) und Westdeutsche Kaufhof mit 97 (96,75). AEG. mit 117,50, Adlerwerke mit 97, Scheideanstalt mit 211,50 und Moenus mit 116 lagen behauptet. Am Einheitsmarkt wurden Frank-

Der erste Herbstmonat bringt oft sommerlich warme Tage, aber das Fortschreiten der Jahres­zeit macht sich in der starken Verkürzung der Taaes- länge um mehr als zwei Stunden sehr bemerkbar. Der Sonnenuntergang verfrüht sich im September um reichlich eine Stunde, mehr noch der Eintritt der Dunkelheit, da auch die Dämmerung sich ver­kürzt. An wolkenlosen Septemberadenden, die wegen chrer ruhigen Luft oft von wunderbarer Klarheit sind, bieten sich dem Sternfreund reiche Beobachtungsmöglichkeiten.

Drei helle Planeten schmücken den Abendhimmel. Im Süden bemerken wir in geringer Höhe über dem Horizont den rötlichen Mars, der ständig an Leuchtkraft verliert, wenn er auch noch bedeu­tend heller ist als Wega oder Arktur. Nach seiner Opposition Ende Juli, bei der Mars der Erde auf 58 Millionen Kilometer nahe kam, entfernt sich nun der Planet wieder rasch von uns. Sein Abstand wächst im Laufe des September von 70 Millionen auf 92 Millionen Kilometer. Mars wird jetzt an Leuchtkraft übertroffen von Jupiter, der an­fangs gegen 20 Uhr, Ende des Monats bereits um 18 Uhr aufgeht, also bei Sonnenuntergang, und als hellstes Gestirn den Ost- und Südhimmel be­herrscht. Am 27. September gelangt Jupiter in den Gegenschein zur Sonne und erericht gleichzeitig mit 591 Millionen Kilometer Entfernung seinen gering­sten Abstand von der Erde. Es ist die günsttgste Zeit, um Mit einem kleinen Fernrohr die Bewe­gung der vier großen Jupitermonde zu verfolgen, die auch schon ein Feldstecher als winzige Licht­punkte neben der gelblich-weißen Scheibe des Pla­neten zeigt.

Kurz nach Jupiter erscheint als dritter Planet der Saturn im Osten. Er bewegt sich sehr lang­sam rückläufig im Sternbild der Fische; sein Ab­stand beträgt rund 1250 Millionen Kilometer. Saturn ist mchr als doppelt so weit wie Jupiter und 15mal soweit wie Mars. Im Fernrohr er­scheint das Ringsystem, auf dessen Südfläche wir blicken, weit geöffnet. Durch das Ringsystem wird die Leuchtkraft des Planeten erheblich vergrößert. Saturn erreicht annähernd Wegahelligkeit.

Von den übrigen Planeten ist nur Merkur in der ersten Septemberwoche eine Stunde vor Son­nenuntergang im Osten mit freiem Auge sichtbar. Uranus im Sternbild des Widder geht um 21 Uhr auf, kann aber mit dem Feldstecher nur dann gefunden werden, wenn man seinen Ort am Him­mel genau kennt. Venus und Neptun stehen hinter der Sonne und sind daher unsichtbar.

Die Sonne überschrettet in absteigender Bahn den Himmelsäquator am 23. September 23 Uhr 50 Min., womit astronomisch der Herbst beginnt. Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: letztes Viertel am 6., Neumond am 13., erstes Viertel am 20., Vollmond am 28. September.

Von größter Schönheit ist im September der abendliche Fixsternhimmel. In mondlosen Nächten spannt sich das zart schimmernde Band der Mil ch-

Der frische (arune) Hering wird mit dem Schlepp- retz von Flschdampfern in der Zeit von Juli bis önde Oktober gefangen. Man unterscheidet je nach ter Jahreszeit den Fladengrundhering, den Gat- gering und den Doggerbankhering, die ihre Be­zeichnung nach den Fanggründen tragen, in denen le gefischt werden. Der Fladengrundhering gilt als ter beste Frischhering unter diesen drei Sorten. Er rcht kurz vor dem Laichgeschäft und ist aus diesem gründe besonders fett. Da es sich bei ihm um einen gleichmäßig anfallenden, mittelgroßen, fetten Hering tändelt, wird er sowohl in der Fischindustrie, als cuch vom Grünhandel und von den Landsalzereien >em aufgenommen. Beim Gathering kann man von (irrer ausgesprochenen Mittelqualität sprechen, wäh­lend der Doggerbankhering kleiner und in der Hröße recht verschiedenartig ausfällt, so daß er richt so hoch bewertet wird wie die ersten beiden

Der unter dem Verdacht der Brandstiftung in Essenheim, wo wie von uns am Dienstag ge­meldet eine Scheuer des Erbhofbauern Ewald Hit der gesamten Ernte von etwa 150 Morgen und ^wirtschaftlichen Maschinen usw. eingeäschert wrbe, gesuchte Michael Glapa aus Duchowitz ^urde am gestrigen Mittwoch in der Nähe von -Tieder-Mörlen von der Gendarmerie f e st g e n o m- fiie n. Olapa, der vor dem Brand einen Streit r.it seinem Bauer hatte, und nach dem Drandaus- ttuch flüchtig ging, wurde der Kriminalpolizei in Keßen zugeführt und hier in Polizeihaft genom­men. Die Ermittlungen der Polizei nehmen chren ixrtgcmg.

Bekämpfung schädlicher Gtaatsfeinde durch Dogelhege!

Don sachkundiger Seite ist in den letzten Mo- ititen wiederholt beobachtet worden, daß Wildtau- bm, Rebhühner und Fasanen auf Kartoffeläckern skißig den Kartoffelkäfern dem ersten Staats- [finb Deutschlands nachstellten. Andere Beobach­te bestätigten diese Feststellung und fügen hinzu, dfß unsere Nutzvögel auch die nicht weniger schäd­liche Dasselfliege bekämpfen. In der Zeitschrift Deutsche Jagd" wird festgestellt, daß Viehbestände ir reich besetzten Dogelgegenden von der Dasselfliege uüb der Rachenbremse nicht befallen werden. Die Leiben sollten deshalb, so lesen wir im Reichstier- sciutzblatt, dem amtlichen Organ des Reichstierschutz- binbes, ausreichende Nistgelegenheiten, besonders ajid) für Hohltauben, erhalten. Es empfiehlt sich, b2 Nistkästen möglichst in Ahorn- und Lindenbau- irisn in der Nähe der Weiden anzubringen, doch bieten auch Kopfweiden und Koppeleinfriedungen ,b?zu Gelegenheit. Sind Vögel in nicht genügender Zahl vorhanden, so kommt es zu unabsehbaren Fol- für unser Wild und unsere Nutzttere. Deshalb

Mrischast.

Oie Leipziger Herbstmesse 1939.

FWD. Am Dienstag nahm das Geschäft verschie­dentlich einen befriedigenden Verlauf, da auch vom Ausland Interessenten erschienen sind. Es konnten Einkäufer aus Jugoslawien, Bulgarien, Dänemark, Lettland und Schweden festgestellt werden. In Spielwaren war das Geschäft mäßig, in Weihnachts­artikeln normal. Das Kunsthandwerk sieht seine Er­wartungen im allgemeinen erfüllt. Auf der Bau­messe standen die Lehrschauen im Mittelpunkt des Interesses. Bei der traditionellen Exporthandels­messe, im Rahmen der Leipziger Herbstmesse von der Hanseatischen Ausfuhrvermittlungsstelle Bremen- Hamburg-Lübeck veranstaltet, war in Anbetracht des Umstandes, daß ein Teil der Mitglieder im Aus­land weilte, die Beteiligung nicht so stark wie auf früheren Messen. Der Verlauf war den Erwartun­gen entsprechend.

Gute Ernteaussichten im deutschen Tabakbau.

FWD. In allen deutschen Tabakanbaugebieten wird in diesem Jahre eine qualitativ sehr gute Ernte erwartet. Auch mengenmäßig wird sie durchschnitt­lich zufriedenstellend ausfallen, wenngleich angefiebts des edlen Jahrganges in sehr vielen Gebieten die Herkünfte außerordentlich ,leichthändig" sein werden, ein Zeichen für die Güte der Tabake. Für das Erntejahr 1939 wurde die Gesamtanbaufläche im Reich um 10 v. H. erweitert. Die rein gewerbs­mäßige Tabakanbaufläche beträgt 14 738,68 Hektar. Davon entfallen 6958,56 Hektar auf Baden, 3339,65 Hektar auf die Saarpfalz und 1514,86 Hektar auf Brandenburg (Uckermark), während alle übrigen Anbaugebieten Flächen unter 1000 Hektar mit Ta­bak bebauen. Die vorn Landesverband Badischer

□orten.

Der Bückling, der aus dem frischen Hering durch '?as sogenannte Heißräucherversahren hergeftellt rirb, spielt in der Reihe der Räucherwaren die sichtigste Rolle. Der in der Qualität am besten ?-efchaffene Bückling ist jeweils während der deut- chen Schleppnetzheringsfischerei am Markt, aHo on Ende Juli bis Anfang November. Der Salz- ering ist zum größten Teil ein Erzeugnis der Log- erfischerei, die den Hering mit dem Treibnetz fängt ,nd sofort auf See kehlt und salzt. Der Heinere Teil Dtrb durch Landsalzung von Schleppnetzhenngen ergeftellt.

Zu Beginn der deutschen Heringsfangsaison im Juni wird von den Loggern der deutsche Fetthering Matjes) angebracht, einjungfräulicher" Hering, ter noch keinen Rogen bzw. keine Milch mit sich ührt. Im August setzt der Fang des Vollherings in, der also Milch und Rogen bereits angesetzt hat, □ährend in der letzten Zeit der Saison Ihren (ab- «laichte Heringe) gefangen werden.

Die Sortierung der Loggersalzheringe erfolgt nach ondelsüblichen Sorten in den Heimathäfen Emden, Leer, Vegesack, Elsfleth und Glückstadt. Während die ►egepaeften Fässer die BezeichnungKanties" füh- LN, spricht man nach der Sortierung vonFaß Serfanbpatfung". Jedes dieser Fässer trägt die NarkenbezeichnungDHG" Sämtliche Logger- ^schereien find nämlich in der Deutschen Herings- >andels-Gesellschaft (DHG.) in Bremen zusammen- «schlossen und lassen ihre Salzhermgsproduktionen -ur durch diese vertreiben.

Die Hausfrauen tun gut daran, wenn si» in der iurzen Zeit derSaison" bei ihrem Küchenemkauf xn Hering vordringlich an die Spitze ihres Einkaufs- «ettels fetzen. Der Silbersegen des Meeres, der in tiefen Sommermonaten anfällt, muß genau so «ahrgenommen und ausgewertet werden, wie etwa tie Spargelzeit.

Obst und Gemüse

darf nicht der Gefahr des Verderbs ausgesetzt werden.

NSG. Es vft Pflicht jeder Hausfrau im Gau : esfen-Nassau, in diesen Tagen beim Einkauf ihr Cugenmerf auf die Nahrungsmittel zu richten, die lenug und sogar im Ueberfluß zu haben sind. Das ift zur Zeit vor allem Gemüse und Obst. Es gäbe c ne lange Liste, wollten wir Arten und Sorten, i:e täglich die Marktstände und Läden füllen, ein« zln aufzählen. Es ist, kurz gesagt, die ganze liäche Auswahl, die gerade diese Jahreszeit bietet, it großen Mengen am Markt. Darunter auch die Porten, die sich für die Vorratshaltung, sei es als cauerfraut, Salzbohnen oder zum Einmachen vor- üalich eignen. Sie erfordern zum Einmachen keine «sondere Zutaten, die etwa knapp werden. Das lleiche gilt vom Obst. Durch die Abgabe von Zucker auf die Kartoffelbezugsscheine sind für das Ein­fachen von Obst die größten Sorgen behoben. Denn mit den zustehenden Zuckermengen läßt sich sein schönes Quantum Obst verarbeiten. Neben Kar­toffeln und Mehl, die ja ebenfalls frei bezogen werden können, ist gerade Obst und Gemüse so zahl­reich am Markt, daß sogar die Gefahr des Der- Lerbs besteht. Und das ist in einer Zeit, wo wir mns mit anderen Lebensrnitteln einrichten müssen, micht nötig.

Beim Wäscheaufhängen tödlich verunglückt.

Die Ehefrau Margarete Hederich, Gleiberger Weg wohnhaft, verunglückte in einem Hause in der Ludwiastraße beim Aufhängen der Wäsche tödlich. Die bedauernswerte Frau kam bei ihrer Arbeit au :<em Dachboden offensichtlich einer Bodenluke zu ' ahe und stürzte aus etwa fünf Meter Höhe in den : epflafterten Hof hinab. Mit einem schweren Schä­delbasisbruch und einem Bruch des rechten Unter- Henkels mußte die Verunglückte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, wo sie am gestrigen Mitt­woch ihren schweren Verletzungen erlegen ist.

Derhastet.