Ausgabe 
31.8.1939
 
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nen Zweigen des Handels eine Aenderung der Ar­beit und eine Umstellung. Die Umstellung sei aber auch für den Verbraucher groß, der sich auf das neue System einstellen müsse. Hier werde dem Kaufmann und seinen Mitarbeitern die Aufgabe zufallep, jede etwa aufkommende Nervosität im Keime zu ersticken. Er habe die wirtschaftliche und politische Einsicht, die ihn dazu befähigt, auch dem weniger geschickten Käufer bei der Anwendung der Bezugsscheine mit Rat zur Seite zu st ehe n. Mit Selbstdisziplin und dem Bewußtsein, daß es hier darum geht, eine Aufgabe im höchsten Interesse der Nation durchzuführen, würden die Anlauf­schwierigkeiten überwunden werden.

Zehn Gebote gesunder Lebensführung.

Im Hinblick auf den Internationalen Tuber­kulosekongreß weist der Reichsarzt der Hitler-Jugend, Dr. Hördemann, darauf hin, daß in verschie­denen Gauen zusätzlich Reihendurchleuch­tungen der Jugend erfolgt sind. Besondere Auf­merksamkeit wird den Jugendlichen gewidmet, die in derUmgebung Tuberkulosekranker leben. Sie werden in Uebungslagern, die" die Lan­desversicherungsanstalten zur Verfügung gestellt haben, zusammengezogen. Viele Maßnahmen hat die Jugendführung zur Steigerung der Widerstandskraft der Jugend getroffen. Diese gesteigerte Widerstandskraft drückt sich bereits in einem Nachlassen der Jnfektionser- krankungen aus. Dazu lernt die Jugend die Grundgedanken einer persönlichen gesun­den Lebensführung kennen. Der Inhalt die­ser Erziehung ist in folgenden zehn Geboten zusammengefaßt:

1. Dein Körper gehört deiner Nation, denn ihr verdankst du dein Dasein, du bist ihr für deinen Körper verantwortlich.

2. Du mußt dich stets sauberhalten und deinen Körper pflegen und üben. Licht, Luft und Wasser helfen dir dabei.

3. Pflege deine Zähne. Auf ein kräftiges, ge­sundes Gebiß kannst du stolz sein.

4. reichlich rohes Obst, rohe Salate und Gemüse, nachdem du sie gründlich mit sauberem Wasser gereinigt hast. Im Obst sind wert­volle Nährstoffe enthalten, die beim Kochen ver­loren gehen.

5. Trink flüssiges Obst. Laß den Kaffee den Kaffeetanten, du hast ihn nicht nötig.

6. Meide Alkohol und Nikotin, sie sind Gifte und hemmen dein Wachstum und deine Ar­beitskraft.

7. Treibe Leibesübungen, sie machen dich gesund und widerstandsfähig.

8. Du mußt jede Nacht mindestens neun Stunden schlafen.

9. liebe dich in der ersten Hilfe bei Unglücks­fallen. Du kannst dadurch der Lebensretter deiner Kameraden werden.

10. lieber all deinem Hande-ln steht das Wort: Du hast die Pflicht, gesund zu sein!

Oer Arzt des öffentlichen Gesundheitsdienffes.

Dr. Gütt über die neue Bestallungsordnung.

Ndz. Der soeben in den Ruhestand getretene Ministerialdirektor Dr. Gütt äußert sich im ,T)effentlichen Gesundheitsdienst" noch über die Be­deutung der neuen Bestallungsordnung für die Aerzte des öffentlichen Gesundheits­dienstes. Er bezeichnet es als einen Haupt­mangel der bisherigen Ausbildung, daß sie zu ein­seitig theoretisch-wissenschaftlich war. Das an die Studienzeit angehängte praktische Jahr konnte die­sen Mangel nicht ausreichend genug ausgleichen. Als praktische Ausbildungsfächer seien neu einge­führt der Krankenpflegedienst von minde­stens sechs Monaten vor dem Studium, der Fa­brik- oder Landdie nst von sechs Wochen und eine praktische Tätigkeit als Famulus von ins­gesamt sechs Monaten. Die zeitliche Verkürzung werde durch zweckmäßigen Ausbau des Studiums ausgeglicken. Für den öffentlichen Gesundheitsdienst sei es besonders zu begrüßen, daß in Zukunft jeder Mediziner gründliche Kenntnisse in der Ver­erbungslehre, Rassenkunde und B e - völkerungspolitik wie auch eine vertiefte Ausbildung in der Rassenhygiene, der ärzt­lichen Begutachtung und der gericht­lichen Medizin mitbringen (off Darüber hin­aus sei die praktische Ausbildung noch durch die Pflichtassistentenzeit und das Land­vierteljahr wesentlich ergänzt worden. Wer einmal verantwortlich auf dem Lande als Arzt tätig war, werde in Zukunft diese Tätigkeit zu würdigen wissen. Es sei jetzt eine einheitliche Sorbe« reitungszeit für alle Aerzte, sowohl für die praktischen Aerzte wie die Spezialärzte und Medi­zinalbeamten erreicht. Für den öffentlichen Ge­sundheitsdienst sei dies insofern von besonderer Be­deutung, als die Pflichtassistentenzeit und der Land­dienst als eine sehr gute Vorbereitung für den Dienst im Gesundheitsamt angesehen werden könn­ten. Die Tätigkeit als praktischer Arzt sei für den angehenden Medizinalbeamten durch eine Assisten­tenzeit in einem Krankenhaus nur schwer zu er­setzen.

Ernähmngs- und Wirtschastsämier.

Zur Erleichterung für die Bevölkerung.

Berlin, 30. Aua. (DNB.) Durch eine Verord­nung über die Wirtschaftsoerwaltung vom 27. August 1939, die im Reichsgesetzblatt ver­kündet wurde, sind Ernährungsämter und Wirtschaftsämter bei den Oberbürge r- meistern und Landräten errichtet worden. Sie haben vor allem die Aufgabe, alle mit der Verbrauchsregelung und der Einführung der Bezugsscheinpflicht für lebenswichtige Bedarfsgüter zusammenhängenden Fragen zu be­arbeiten.

Zur Erleichterung für die Bevölkerung werden sie sich weitgehend nachgeordneter Dienst­stellen bedienen, die Landräte also der Bür­germeister in den Gemeinden, die Ober­bürgermeister in den großen Städten der Dienst­stellen in den Verwaltungsbezirken (z. B. Bezirksbürgermeister in Berlin). Die Volksgenossen

wenden sich daher in allen Fragen der Bezugsscheine zunächst an die Bürgermeister der Gemeinden und in den großen Städten an die dort eingerichteten bezirklichen Dienststellen (in Berlin an die Bezirks­bürgermeister).

lieber den Ernährungsämtern und den Wirt- schaftsämtern stehen in der Mittelinstanz Provin­zialernährungsämter (außerhalb Preu­ßens Landesernährungsämter genannt) sowie (nicht bei allen Oberpräsidenten und obersten Landesbe­hörden) Bezirkswirtschaftsämter. Diese fassen in größeren Verwaltungsbezirken die notwen­digen Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung zusammen. Im übrigen sind die letztgenannten Dienststellen ebenso wie die Ernäh­rungsämter und Wirtschaftsämter in der Unter­instanz in die entsprechenden Behörden der allge­meinen Verwaltung eingebaut.

Oie Bereinigung

Die Verordnung über die Durchführung des Vier- jahresplanes auf dem Gebiet der Handwerkswirt­schaft, die im Interesse des Arbeitseinsatzes die im Handwerk vorhandenen, nicht voll ausgenutzten Kräfte nützlicheren Aufgaben züführen will, wird von Landgerichtsrat Dr. Goetze vom Reichswirt­schaftsministerium imDeutschen Handwerk" erläu­tert. Zum Einsatz bisher selbständiger Handwerker als Facharbeiter betont er, daß kein Verzicht auf den leistungsfähigen Einmann- und Kleinbetrieb in Frage komme. Es sei selbstverständlich, daß auf jeden Fall eine Aus­höhlung der gesunden handwerklichen Leistungsbe­triebe etwa zugunsten industrieller Werke unter dem Vorwand staatspolitisch dringender Aufträge ver­mieden werden müsse. Es würde eine völlige Verkennung des Grundgedankens der Verordnung bedeuten, anzunehmen, daß im Interesse der volks­wirtschaftlichen Rationalisierung nunmehr überhaupt jeder handwerkliche Einmann- und Kleinbetrieb zum Verschwinden gebracht werden müßte. In ge­wissen Handwerkszweigen sei, insbesondere a u f dem flachen Lande, in den Dörfern, der Ein­mannbetrieb immer üblich gewesen. Anderseits sei in einer ganzen Reihe von Handwerkszweigen, vor allem in den Mittel- und Großstädten, eine große Anzahl selbständiger Handwerker nur zu einem Teil in ihrem Beruf ausreichend beschäftigt. Dabei handle es sich in der Mehrzahl der Fälle um solche Personen, die sich in der Krisenzeit, um der Er­werbslosigkeit zu entgehen, mit unzulängli­chen Mitteln selbständig gemacht haben.

des Handwerks

Eine Durchkämmung des Handwerks auf derartige lebensunfähige Handwerksbetriebe dürfte auch eine Berufsbereinigung des gesamten Hand­werks bedeuten, die erheblich zur Steigerung der Schlagkraft der gesamten übrigen Handwerkswirt­schaft beitragen werde. Um unnötigen Besorgnissen in Handwerkskreisen über die Zukunft der Klein­betriebe entgegenzutreten, betont der Referent noch­mals ausdrücklich, daß an der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit und Einsatzsähigkeit des wirt­schaftlich gesunden handwerklichen Klein­betriebes kein Zweifel bestehen könne und werde. Don der Löschung in der Handwerksrolle erfaßt würden allen Handwerker, die für die Füh­rung eines selbständigen Betriebes nicht geeignet sind^ ferner Handwerker, die als Nichtskönner und Pfuscher in Erscheinung traten, auch die unzuver­lässigen Handwerker seien hier einbegriffen und die sog. Rucksackhandwerker.

An der gleichen Stelle gibt der Reichsstand nach eine Uebersicht über die bisherige Festigung der Handwerkswirtschaft durch Auflösung leistungsun­fähiger Betriebe, wie sie sich aus den Eintragungen und Löschungen in den Handwerksrollen ergibt. Danach ging die Zahl der Handwerksbetriebe von 1936 bis 1938 um 153390 zurück. Es ist anzu­nehmen, daß im Kalenderjahr 1938 etwa 60 000 bis 70 000 Handwerker ihren Betrieb auf­gaben und eine Beschäftigung als Geselle in an­deren Handwerksbetrieben ober als Fach- oder Hilfsarbeiter in der Industrie ufw. übernahmen.

Aus aller Well.

General kundl gestorben.

Generalmajor Hans K u n b t, .der seit einigen Jahren in Minusi 0 bei Locarno lebte, ist gestor­ben. Der General diente zunächst in der kaiserlichen deutschen Armee und war später Divisionsgeneral im bolivianischen Heer. Er erreichte ein Alter von 70 Jahren.

Der Mörder eines Berliner Kassenboten in Westdeutschland.

Wie das Koblenzer Polizeipräsidium bekannt gibt, hält sich der am 8.6.1906 in Pimkenau i. Schl, geborene Waldemar Böhler, der am 31. März d. I. in Berlin den Kassenboten Hespe nied er schoß und seiner Geldtasche mit 2000 RM. Inhalt beraubte, nach sicheren Nachrichten in Westdeutschland auf. Er benutzt gestoh. lene Kraftwagen zum Aufenthaltswechsel. Geldinstitute und Firmen, die größere Geldbeträge von diesen abholen oder dort abliefern lassen, sowie Tankstellen werden besonders aufmerksam gemacht. Böhler ist zirka 1,70 Meter groß, schlank, hat mit. telblondes, leicht gewelltes Haar, schmales Gesicht, lange schmale Nase, blaugraue Augen, etwas ab­stehende Ohren und schadhafte Schneidezähne. Be­sonders kennzeichnend sind tiefe Stirnfalten und eine drei Zentimeter lange Narbe am linken Hand­gelenk. Bei Anhaltung ist größte V 0 r s i ch t ge­boten, da Böhler von der Schußwaffe rück­sichtslosen Gebrauch macht. Für sachdien- liche Mitteilungen aus dem Publikum über den Aufenthalt des Verbrechers sind 6 000 R M. Be­lohnung ausgesetzt.

Amerikas Staalsfeind 3Xx. 1 stellt sich der Geheimpolizei.

Der berüchtigte jüdische Gangster Louis Lepke alias Buchalter, Amerikas Staats feind Nr. 1, auf dessen Ergreifung, gleich ob tot oder lebendig, 50000 Dollarausgesetzt waren, stellte sich am Donnerstag dem Leiter der amerikanischen Ge- Heimpolizei, Edgar Hoover, an einem geheimen Treffpunkt in Manhattan. Lepke, auf den angeb. schon seit Monaten eine mit großem Pathos vom Neuyorker Staatsanwalt Dewey in Szene gefetzte größte Menschenjagd in der Geschichte Amerikas im Gange gewesen sein soll, erklärte lächelnd, er habe si ch vor zwei Jahren in Neuyork niedergelassen und hier völlig un ge. n i e r t bewegt. Jetzt habe er sich Hoover gestellt, um Dewey nicht die Möglichkeit zu geben, aus seiner eventuellen Festnahme eine politische Reklame zu machen. Lepke werden zahlreiche Morde zur Last gelegt. Auch witd er der Terrorisierung und Erpressung ganzer Industriezweige beschuldigt. Offensichtlich hofft er aber, mit Hilfe von jüdischen Anwälten und großen Bestechungssummen, nach, dem die meisten Zeugen gegen ihn mundtot gemacht sind, wieder freizukommen.

Bessere Heiraisaussichten für das Land.

Bei den Maßnahmen gegen die Stadtsucht kommt es vor allem auch auf die Mitwirkung des Landvolkes selbst an. Wie weit die soziale Selbst­hilfe hier gehen kann und vom Reichsnährstand ent­scheidend gefordert wird, ergibt sich aus einem Be­richt des Sachbearbeiters beim Reichsnährstand, Hans Dittmer, in derNS.-Landpost". Einer der Hauptgründe der Abwanderung sind danach die fehlenden Möglichkeiten, auf dem Lande zu heiraten. Es müsse daher alles versucht werden, mehr ver­heiratete Landarbeiter einzustellen und gute Wohnverhältnisse auf dem Lande zu schaffen. 1933 seien von den 1,3 Millionen Land­arbeitern über 20 Jahre nur 564 000, von den 619 000 Landarbeiterinnen über 20 Jahre sogar nur 231 000 verheiratet gewesen. Durch diese Ehe­losigkeit bringe sich die Landwirtschaft um einen großen Teil ihres natürlichen Landarbeiternach­wuchses. Hier müßten der Landarbeiterwohnungs­bau und die Bemühungen des Reichsnährstandes einsetzen, Ledige durch Verheiratete zu ersetzen. Zehntausende von Ledigenstellen seien innerhalb weniger Jahre schon in Verheirateten st ei­len umgewandelt worden. Etwa 34 000 neue Landarbeiterwohnungen wurden allein seit 1937 geschaffen, eine Zahl, die in der nächsten Zeit noch wesentlich vergrößert werden müfte. Eben­so seien Hunderttausende von Landarbeiterwohnun­gen verbessert worden. Eine der wichtigsten Maß­nahmen des Landvolks gegen die Stadtsucht sei die Anteilswirtschaft für Landarbeiter. Rund- fragen hätten ergeben, daß 90 v. H. aller Land­arbeiter nicht den reinen Barlohn, sondern m 0 g - l i cf) ft hohes Deputat haben wollten. Der Reichsnährstand fördere die Anteilswirtschaft. Bei­spielhaft sei Ostpreußen gewesen, das durch eine Kuhbeschafsungsaktion 7000 Kühe in die Ställe ost­preußischer Landarbeiter brachte und auch 60 000 Obstbäume für Landarbeiter beschaffte. Aus der An­teilswirtschaft könne der Landarbeiter bequem 400 RM. zusätzlich erarbeiten.

66 Musikschulen für Jugend und Volk.

Ndz. Vor einem Jahr wurde die Errichtung von Musikschulen für Jugend und Volk begonnen, die jeweils eine Jugendmusikschule und eine Musikschule des Volksbildungswerkes in sich vereinigen, so daß alle Altersstufen berücksichtigt werden können. Wie

her schon 66Musikschulen mit 7 0 0 Lehr- kr ästen errichtet werden. Dazu treten d re i undzwanzig Schulen, die nach den Plänen im Herbst eröffnet werden sollen. Außer­ordentlich rege ist der Zustrom von Schülern vor allem aus den Reihen der Hitler-Jugend. Insge­samt beträgt die Schülerzahl an den bestehenden Musikschulen für Jugend und Volk 15 580, zu denen noch 3200 Schüler kommen, die im vorbereitenden Musikunterricht in Arbeitskreisen an solchen Orten erfaßt sind, an denen Musikschulen noch ge­schaffen werden sollen. Musikschulen werden nicht nur in großen, sondern auch in mittleren und kleineren Städten errichtet. Um auch den wirtschaftlich Leistungsschwachen die Möglichkeit zum Musikunterricht zu geben, ist in fast allen Jn- ftrumentengattungen Gruppenunterrichtfür Anfänger eingerichtet, der später i n de n Ein­zelunterricht übergeleitet wird.

Kunst und Wissenschaft.

Ophthalmologen-Kongreß abgesagt.

Die Tagung der Deutschen Ophthalmologischen Ge­sellschaft, die vom 4. bis 6.September in Heidel­berg stattfinden sollte, ist im Hinblick auf die poli­tische Lage abgesagt worden.

Goethemedallle für Professor Dr. Seger.

Der Führer hat dem Professor Dr. Hans S e - g e r in Breslau aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Anerkennung seiner großen Ver­dienste um die Erforschung deutscher Kul­tur der Vergangenheit die Goethemedallle für Kunst und Wissenschaft verliehen.

Deutsche Andeu-Kundsahrt erfolgreich beendet.

Die Anden-Kundfahrt des Deutschen Alpen-Vereins in der Cordillera Bianca konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Teil­nehmer, die vor allem aus Innsbruck und Stuttgart stammen, haben insgesamt sieben Sechstausender bezwungen. Gleichzeitig konnten die Wissenschaftler Professor Dr. Kinzl (Innsbruck) und 5) edler (Innsbruck) die Kartenaufnahmen der südlichen Cordillera Bianca beenden.

Bauernmuseum in einem Westerwalddorf.

Das Dorf E 1 z bei Limburg hat sich in der wieder- hergeftellten Schloßkapelle ein Heimatmuseum für bäuerliche Kunst geschaffen. Auch eine nassauische B a u e r n st u be mit einem großen Webstuhl und alten Möbeln wurde eingerichtet. Das ausgestorbene Handwerk der Seifensieder und Kammacher ist mit altem Handwerskzeug ver-

Srantfurfer Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 31. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 404 Rinder (37 Ochsen, 94 Bullen, 197 Kühe, 76 Färsen), 300 Kälber, 20 Schafe, 600 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 22 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Schweine 53 bis 62 RM. Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel.

ffiefferberidjt

Die stärkere Beteiligung feuchter Meeresluft hat die Unbeständigkeit vergrößert, so daß es am Mitt- woch vielerorts zu gewittrigen Niederschlägen kam. Am Südrand einer sich weit ostwärts erstreckenden Tiefdruckrinne bleibt auch für d>e Folge Unbestän­digkeit erhalten, ohne daß sich jedoch unfreundliches Wetter einstellt.

Vorhersage für Freitag: Morgens dun- ftig oder neblig, sonst wolkig bis aufgeheitert und Neigung zu einzelnen, teilweise gewittrigen Nieder­schlägen, Mittagstemperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Veränderliche, meist westliche Winde.

Vorhersage für Samstag: Unbeftänbig« feit, aber nicht durchweg unfreundlich.

Lufttemperaturen am 30. August: mittags 26,1 Grad Celsius, abends 18,8 Grad; am 31. August: morgens 17,3 Grad. Maximum 26,6 Grad, Minimum heute nacht 16,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. August: abends 23 Grad; am 31. August: morgens 19,7 Grad. Niederschläge 5,8 mm. Sonnenscheindauer 7,3 Stunden. _______ _

Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt (z. Z. abwesend), i.V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport Heinrich Ludwig Neuner (z. Z. abwesend), i. D.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Ver­antwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 NM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der IllU' ftrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 bh und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 bl- mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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