Ausgabe 
31.8.1939
 
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Fort mit Versailles! Weg mit den Schmerzen!

Ein Artikel desPopolo d'Italia'" zur weltpolitischen Lage.

Er lautet:

der B e v ö l -

Friede nur durch Gerechtigkeit

tn

sührungen.

*

ernannt habe. Die Bildung des Verbandes fei keine Konjunkturangelegenheit, denn sie sei bereits in Angriff genommen worden, als die Lage noch völlig unklar gewesen sei. Nach der Sitzung begaben sich alle Ausschuhmitglreder zum Präsidenten Hacha nach Schloß Lana, um chn der treuen Gefolgschaft zu versichern.

Deutschland wird die Neutralität Dänemarks respektieren.

Revision bedeutet nicht Angriff

Römische Pressestimrnett.

Lillen gegen eine Macht führen wollten, die sie licht bedrohe, ja ihnen sogar Freundschafts- und lbrüstungsvertrage angeboten habe. Das sei die Wahrheit in dieser ganzen Angelegenheit.

Die Zeitung glaubt im übrigen nicht an «inen Krieg, weil die Interventionisten weder de genügende moralische, noch die für den Sieg rotige physische Kraft hätten. Es handle sich für sie rur um die Rettung ihres P r e st i g e 2. Deutschland werde in dem Augenblick, wo man sei- nen Forderungen gerecht werde, die noch niemand lis ungerecht oder unmoralisch habe bezeichnen kön- rrn, dem bedrohten Prestige gestatten, heil heraus- zttorninen, da es den Krieg ebensowenig volle wie andere Länder. Das Blatt stellt schließ­lich fest, daß Kanada selb st noch weniger bedroht sei als England und Frankreich, die auch ucht bedroht seien.

Oie Iren wollen nicht für England kämpfen.

Dublin, 31. Aua. (DNB. Funkspruch.) Sowohl a Dublin wie in Belfast, der Hauptstadt Nord- riands, beklagen sich verantwortliche Behörden

trüber, daß die Beteiligun

lerung am Luftschutz äußer st gering jti. Tägliche Aufforderungen, sich dem Luftschutz Zur <<rfügung zu stellen, hätten weder in Irland, noch i: den sechs nordirischen Grafschaften bemerkens­werten Effekt. In einer Sitzung des Grafschafts-

Englands Gefchästsleben völlig gelähmt.

Die Banken räumen die Hauptstadt.

Mailand, 30. Aug. (Europapreß.) Wie der ünboner Korrespondent derGazzetta del Popolo" - eldet, ist das Geschäftsleben in England durch die imfassenden Kriegsmaßnahmen völlig gelähmt nb stillgelegt worden. Nur in der Kriegs- ii b u ft r i e herrschte noch Hochbetrieb. Fast c£e englischen Banken hätten umfassende Vor- kHrungen für eine alsbaldige Verlegung ihres fsuptsitzes im Kriegsfälle getroffen. Die Barclays Sank habe mit dem Abtransport ihrer Akten be° Annen. Die Lloyds Bank habe für einige Zeit die eiglifche Filmstadt, d. h. die Ateliers von Pinewood, & Kilometer von London, gemietet, um dort ihre $_iro5 einzurichten. Alle Banken hätten drei Ko- p>n ihrer Dokumente angefertigt, damit im Falle eiter Bombardierung die hinterlegten Unterschriften erhalten blieben. Nach den Vereinigten Staaten vürden massenhaft Gold und Wertpapiere ve r s ch i f f t. Es seien bereits über zehn Millionen fund Sterling in den letzten Tagen eingeschifft norden. Die Versicherungsgesellschaft Lloyds tz_tte etwa vierzig Millionen Dollar noch USA. schickt, um einen Reservefonds anzulegen, der im iniegsfalle nicht angegriffen werden solle.

Der sehr erhebliche Kurssturz des eng­lischen Pfundes veranlaßte den Devisenaus­schuß der "Jugoslawischen Nationalbank die Aus­wirkungen der Kurseinbußen des englischen Pfundes auf den Dinar zu prüfen. Der Ausschuß faßte den Beschluß, die jugoslawische Wahrung unter allen Umständen weiter st a b i l zu erhalten und kei­nen neuen Kursschwankungen auszusetzen. Die Ju­goslawische Nationalbank löste daher die Landes­währung von den Bindungen zum franzosrsch-eng- lisch-nordamerikanischen Währungsblock und setzte den Dollar-Kurs auf 55 Dinar fest.

Oeuisch-tschechische Zu­sammenarbeit im Protektorat. Der Ausschuß des Tschechischen Verbandes fürZusammenarbertmitdenDeutschentagte

Prag, 30.August (Europapreß). Am Mittwoch fand in Prag die konstituierende Sitzung des orei- liggMrigen9 Ausschusses des Tschechischen Verbandes für Zusammenarbeit mit den Deutschen ftatt. D-r geschästsMrende Vorsitzende des Führungsausschusies der Nattona- len Gemeinschaft N e b e s k y bezeichnete es als Aufgabe des Verbandes, im ganzen ffchechljchen Volke die Ueberzeugung der Notwendigkeit eines freundschaftlichen, gerechten und ehrenvollen Zu­sammenlebens der Tschechen nut den 2)eut- fchen im gemeinsamen Lebensraum her- beizuführe^. Dozent Dr. Kliment übermittelte so­dann eine Botschaft des Präsidenten Hacha zur Arbeit des neuen Verbandes.

Namens des vorbereitenden Ausschusses betonte der Geschäftsführer des Verbandes, Ingenieur Havlena, bereits im Herbst vorigen Jahres fei in tschechischen Kreisen der Wunsch nach einer eh^ lichen Zusammenarbeit des tschechi chen mit dem deutschen Volke laut geworden. Bereits damals seien Satzungen eines solchen Verbales ausgearbeitet und eingereicht worden. Die Bedeutung des Ver­bandes erhelle auch daraus, daß Prapdent Hacha jelbjt die Mitglieder des vorbereitenden Ausschusses

taiusch noch ein Fünkchen Hoffnung Masse, und betont die rühige Haltung des hinter seinem Duce stehenden italienischen Volkes. Es sei bereit, wenn die Stunde wirklich schlagen sollte, in b-er Gewiß­heit des Sieges feine Pflicht zu tun. Auch Lav 0 r 0 Fafcista" weist auf etwa noch be- stehende Möglichkeiten hin unter gleichzeitiger Be­tonung des tiefen Abgrundes, der sich zwischen Demokratien und autoritären Staaten aufgetan habe, und erklärt zu dem aus dem demokratischen Lager an den Duce ergangenen Hilferuf:Gewiß will der Duce ein friedliches Europa und ist davon überzeugt, daß nur in einem friedlichen Europa die Gerechtigkeit durchgefetzt werden könne. Aber Niemand wird glauben, daß der Duce etwa bereit wäre, einen Status quo und ein Kräftegleichgewicht zu decken und zu verteidigen, das er so oft als ver­derblich bezeichnet hat."

Die Stellung Italiens" so betontMessag- g e r 0" ist unabänderlich fest, der Frieden kann nur durch eine Revision des Versail­ler Vertrages und die Verwirklichung der Ge­rechtigkeit herbeigeführt werden, die geradezu die Voraussetzung für ein Zusammen­leben der Völker bildet. Man muß dem deutschen Volke Gerechtigkeit wiederfahren lassen, wenn man wirklich den Frieden retten will. Darüber bür- fen jene sich keinen Illusionen hingeben, die bis­her versucht haben, die Völker um ihre Lebens­rechte und ihre Lebensmöglichkeiten zu betrügen."

wurden.

Und so war es doch: Wir haben diese Kräfte be­wiesen, als wir im geknechteten Deutschland von eigenen Brüdern verfolgt und verfemt wurden, als die Polen einmal statt mit dem Maul mit dem Ge­wehr dieSchlacht bei Berlin" schlagen wollten und dann trotz Hilfestellung der Systemregierung am Annaberg ihre Abfuhr bezogen, als die Elairons unserer westlichen Nachbaren am Rhein ihre Sieges­fanfaren schmetterten und Frankreich vor der Leiche Schlageters in der Golzheimer Heide dennoch der Besiegte war. Wir haben diese Kräfte unter un­günstigeren Umständen bewiesen und mit ihnen ge­siegt, indem wir über Verrat und Feigheit die Fahne der Treue und des Mutes aufpflanzten.

Mit Blut und Trotz haben wir uns als Sol­daten Adolf Hitlers unsere Heimat erobert und unser Reich geschaffen, haben die Volksgemein­schaft verwirklicht und mit ihr oft unter Einschrän­kungen und Opfern die Aufbauarbeit des Reiches zu stolzem Erfolg geführt. Kurz: Unsere Kräfte reichten dazu aus, die Volks gemeinschaftzu schaffen. Man soll sich darauf verlassen, sie wer­den auch dazu ausreichen, ihre Geschlossen­heit unter allen Umständen zu vertei­digen. In diesen Stunden erinnern wir uns, daß wir den Frieden unserer eigenen Stärke, unserer politischen und militärischen Wehr verdanken, m diesen Stunden wissen wir, daß unser Beitrag zum Frieden nur unsere Bereitschaft sein kann! Danach aber werden wir handeln in Disziplin und Opferbereitschaft, in Treue zum Führer und im Wissen um das Recht, das auch unser Volk zum Leben besitzt!

Oer Austrag an den Einzelhandel.

Berater des Käufers in der Uebergangszett.

Mit der Einführung der Bezugsscheinpflicht ist auch dem Einzelhandel ein wichtiger, Wehrwirtschaft- kicher Auftrag gegeben worden. Der Presse- dienst des Einzelhandels veröffentlicht dazu wegweisende Ausführungen für die Einzel­handelskaufleute. Jeder soll ausreichend, aber in einem Maße bedient werden, das gerade im Ernstfall unzuträgliche Verknappungserscheinungen ausschließt. Dem nationalsozialistischen Staat liege cs daran, die Güter der Nation in unbestech­licher Gerechtigkeit verteilt zu sehen. Er müsse dafür der Hilfe des Einzelhan­delskaufmanns sicher sein können. Die prak- tische Durchsetzung des Prinzips der Gerechtigkeit in der Zuteilung der lebenswichtigen Güter werde beim Einzelhandelskaufmann liegen, der damit ein hohes Maß an Verantwortung gegen­über der Gesamtheit der Verbraucher, aber auch ge­genüber dem Staat als deren vornehmster Anwalt übernehme. Zweifellos bedeute die Einführung von Bezugsscheinen in den haupffächlich betroffen

ständen kann niemand, auch nicht auf Knien, darum bitten, daß das faschistische Italien, das zu den von dem Versailler liebel am meisten betroffenen Staaten gehört, sich selbst verrät. Heute, im letzten Augenblick, braucht man das Herz des Duce nicht zu befragen, das mit dem Herzen des italienischen Volkes eins ift.

Das, was der Duce denkt, ist voll und ganz bekannt, da das liebel ja nicht erst von heute ist. Der Duce hat oft gesprochen und im voraus auf die ungeduldigen Fragen jener geantwortet, die heute, da sie nicht wissen, wem sie sich aiwertrauen sollen, s i d) an i h n wenden, während sie bis gestern sich den Augenschein gaben, seine Worte nicht zu verstehen, wenn sie sich nicht gar dazu ver­stiegen, seine Person und die Ehre des italienischen Volkes zu beleidigen. Der Duce hat sofort ge­sprochen, als er zu einem bestimmten Zeitpunkt in Cuneo feierlich verkündete, daß er sich in Schwei­gen hülle, daß, wenn es nötig werden sollte, das Volk sprechen werde. Von Frankreich z. B., sagte er in seiner Rede an die alten Kämpfer des Faschismus, daß es ihm vollständig fteistehe, auch eine einfache Erörterung der italienischen Probleme zu verweigern, daß es sich dann aber nicht darüber beschweren dürfe, wenn usw.-usw. ...

Eine Sache ift auf jeden Fall ganz sicher: Der Duce arbeitet, ohne sich'auch nur eine Minute der Ruhe zu gönnen, füroie Gesundung Euro­pas, also für den Frieden, da die Völker, wie die Individuen, nicht zum Frieden kommen werden, wenn sie nicht zuvor geheilt sind, und sie werden nicht zur Heilung kommen, wenn sie nicht vor­her alle Ursachen ihrer Hebel, keine einzige ausgenommen, beseitigt haben werden."

Rom, 30. August (DNB.) Unter der Ueberschrift Fort mit Versailles weg mit den Schmerzen" veröffentlichtPopolo d' I t a l i a" in Mailand

utes in Donegal wurde von einem Delegierten dazu Läußert, es fei für den Iren sehr töricht, so viel tzeld für Luftschutz auszugeben. In Donegal lebe (in friedliches Volk, das sich aus dem jrieg heraushalten wolle. In Belfast wur- ten in der Nacht zum Donnerstag wiederum mehrere hundert Gasmasken von iri- He n N a t i 0 n al i ste n verbrannt. In eini-

Stadtvierteln waren Malkolonnen tätig, die it WorteLuftschutz ist für britische Sklaven" an die Häuserfronten maltdn. Die Menge j,tzte die Gasmasken, die in den Straßen aufge- ppett waren, unter Absingen nationaler Kampslie« te r in Brand, um damit die Neutralität Irlands nb seine Unabhängigkeit von britischen Maßnah« -en zu unterstreichen.

Rom, 30. August. (DNB.) Der deutsch-englische Meinungsaustausch, von dessen Ausgang die Ent­scheidung über Krieg und Frieden abhängt, gehe, wie Giornale d'Jtalia" schreibt, aufdie Fühlung- nahmezwischendemFührerundMusso- l i n i zurück und biete die letzte Gelegen- heitzur Klärungder Gründe für die end­gültige Stellungnahme und der sich daraus ergeben­den Verantwortungen. Polen und England hätte den ungeheuren Fehler begangen, das wohl­überlegte und großzügige Angebot des Führers kur­zerhand abzulehnen und sich mehr und mehr gegen eine ganz natürliche Revision zu versteifen. Revi­sion bedeute nicht Angriff. Die deutsche Forderung tue weder der Gerechtigkeit noch der Menschlichkeit Abbruch. Dies treffe im Gegenteil für die Intransigenz, mit der man die deutschen Forde­rungen ablehne, zu. Der Friede auf gerechter Grund­lage erfordere die Anerkennung und Billigung der wohlbegründeten deutschen Ansprüche. Der Friede in der Gerechtigkeit, wie Mussolini ihn stets vertreten habe, bilde die moralische und politische Grundlage der Achse, der Solidarität zwffchen Italien und Deutschland in dem Wiedergutmachungs- und Er­neuerungsprozeß Europas. , . .

T ribun a" warnt vor jedem Zweckoptimis- mus, obwohl der deutsch-englische Meinungsctus-

B e r l i n, 30. August. (DNB.) Die deuffche Regie­rung hat gegenüber der dänisch enRegierung ebenso wie vor kurzem gegenüber Holland, Belgien, Luxemb urg und der Schweiz sowie Litauen ihrem Entschluß Ausdruck ge­geben, bei kriegerischen Verwicklungen die Neutrali­tät Dänemarks voll zu respektieren und die b e - stehenden freundschaftlichen Be­ziehungen zu Dänemark, das den Willen zu strikter Neutralität wiederholt betont hat, weiter zu pflegen.

Italiens Ernährungslage gesichert.

Rom, 31. August. (DNB. Funkspruch.) In land­wirtschaftlichen Kreisen Italiens wird mit Genug­tuung darauf hingewiesen, daß die diesjährige Getreideernte die Versorgung bis zur nächst­jährigen Ernte vollkommen sichert. Das gleiche gelte für Kartoffeln und Hülsen- srüchte.Popolo di Roma" erklärt, daß Italien im Falle eines Krieges auch auf dem Gebiet der Ernährungslage vollkommen gesichert sei.

Vorsichtsmaßnahmen in der Panama-Kanalzone.

Balboa, 30. August (DNB.) Der Gouverneur der Panama-Kanalzone, Brigade-General Rid- l e y , verfügte die militärische Bewachung jedes den Kanal durchfahrenden Schiffesals außergewöhnliche Vorsichtsmaß­nahme angesichts der drohenden Kriegsmöglichkeit". Wie General Ridley erklärte, haben die Bord- wachen die Aufgabe,jede waghalsige oder unbe­dachte Tat zu verhindern", die dem Kanal einen Schaden zufugen könnte. Auch die Schleufen- wachen sollen erheblich v e r ft ä r f t werden.

Japans Fernostpolitik bleibt unverändert.

Tokio, 30,August (DNB.) Noch dir ersten Sitzung des neuen japanischen Kabinetts erklärte Ministerpräsident Abe der Presse, daß Japans Fernostpolittk unverändert durchgeführt werde. Japan werde mit allen Ländern, die zur Zusam­menarbeit mit Japan bereit seien, freund­schaftliche Beziehungen pflegen. Zur Be° wälttgung der großen Aufgabe des Aufbaues rn Ostasien feien verschiedene innenpolitische Maßnahmen erforderlich, wie die Umstellung des nationalen Lebens auf den Kriegszustand, der Ausbau der Landesverteidigung, die Vergrößerung der Produkttonskapazität und Wirtschaftskontrolle.

Jugoslawien und die Krisis.

Belgrad, 30. August. (Europapreß.) Die Prawda" veröffentlicht eine Erklärung des Kroatenführers und jetzigen stellv. Ministerpräsi­denten Dr. Matscheks über die Haltung Jugo­slawiens im Hinblick auf die gegenwärtige Lage. Wir müssen ruhig die Entwicklung der europäischen Situation abmarten in dem Bewußtsein, daß das Ruder des Staates sich in Händen von Leuten be­findet, die ausgezeichnete Vorkämpfer des Friedens sind und die sich in keinerlei Abenteuer einlassen werden Wir werden alles tun, damit mir neutral bleiben. Aber wir leben auch in der Hoffnung, daß Gott in letzter Stunde dennoch die verantwortlichen europäischen Staatsmänner er­leuchten wird, damit der Friede in Europa gerettet werde", schloß Matschek seine Aus-

In letzter Stunde, in der das Wasser bereits bis zur Kehle gestiegen ist, verlangt man vom Duce d i e Rettung des Friedens. Man sagt dabei aber nicht, welchen Frieden. Man spricht nur ganz einfach vom Frieden, was, wenn wir richtig verstanden haben, gleichbedeutend ist mit der Vermeidung des Krieges. Die ver- chiedenen Botschaften und die verschiedenen drin- ;enden Appelle der internationalen Presse ver­langen im Grunde genommen das Geschenk einer Sache, die, wenn der banale Vergleich erlaubt, mit einem s ch m erz st illenden Mittel verglichen werden konnte, das zwar eine Zeitlang einschlä- ern, nicht aber die Ursache des Uebels beheben könne. Zur Beseitigung der Ursache des liebele muß jetzt, da es sich bis zum rasenden Schmerz verschärft hat, der Zahn gezogen werden. Raus mit dem Zahn! Und schon ist der Schmerz verflogen. Zur Behebung der Ursache der liebel, die und nicht erst seit heute Europa quälen, muß der Vertrag von Versailles b e -> eitigt werden. Fort mit Versailles, fort mit allen europäischen und außereuropäischen Schmer­zen!

Den Frieden retten! Den Frieden retten! Aber welche Lage soll damit gerettet werden? Etwa die von heute, um morgen wieder an der gleichen Stelle zu stehen? Das wäre gleichbedeutend mit oer Rettung des Uebels, indem man sie mit den Ursachen des Uebels verbindet. Unter diesen Unr­

einen Artikel, der von der gesamten ita­lienischen Presse im Wortlaut abge­druckt wird. Er lautet:

Auswirkungen ver preffezensur in Frankreich.

Paris, 30. Aug. (Europapreß.) Die jetzt in Frankreich eingeführte Zensur für die Presse macht >ch seit Dienstag auch im äußeren Bild der Zei- umgen bemerkbar. Viele Blätter weisen große :üden auf, die durch die Tätigkeit der Zensur ver­ursacht worden sind. U. a. ist in derEp 0 qu e", ie auf der ersten Seite die Einführung der Zensur freudig" begrüßt hatte, ein ganzer Artikel, der sich iit den in England eingeführten Einschränkungen für die Bevölkerung beschäftigte, gestrichen worden, huch dasO e u v r e" weist große Zensurlücken auf, v»enso die SportzeitungL ' A u 10", der ein Ar­tikel über die Luftfahrt völlig gestrichen wurde. Die royalistischeAction Fran?ais e"erschien auf V r ersten Seite völlig weiß. Die Stelle des wlichen Artikels von Charles M a u r ra s mar leer vnb trug die AufschriftZ e n s u r". In der vor- :igigen Ausgabe des Blattes hatte Maurras die Regierung Daladier beschuldigt, Frankreich aus nicht rechtsertigenden Gründen in einen Kriegzu treiben. Das französische Volk sei nicht be- rseit, für einen Krieg der Prinzipien zu sterben, iie Aussichten in einem Krieg seien für Frankreich rngünftig.

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2hn Mittwoch früh haben insgesamt 4 7 Züge n it je 1000 Schulkindern Paris Der« lc ff en. Die Kinder werden in der Provinz unter­bracht. Sämtliche französischen Rundfunk- ptionen sind am Mittwoch den Militär­behörden unterstellt worden.

Der schweizerische General gewählt.

Basel, 30.Aug. (Europapreß.) Die Vereinigte Landesversammlung hat am Montagabend den Ic-weizeri scheu General gewählt. Bekannt- ! Sqi besitzt die Schweiz in Friedenszeiten keinen Zineral. Dieser wird erst im Falle einer Mobil­machung gewählt. Die Wahl entfiel auf den Oberst- K.irps-Kommandanten Henry G u i s a n, auf den itn 229 eingegangenen Stimmen 204 entfielen. Der Kserst-Divisionär Borel erhielt 21 Stimmen. Der neue General Guisan steht im 65. Lebensjahr.

In der Botschaft des Bundesrates an die Bundes- »ffammlung über die Dollmachtenvorlage v:rde auf die Notwendigkeit hingewiesen, dem Aus- '(L:be die volle Neutralität der Schweiz kund zu ui. Ferner wurde erwähnt, daß diese schweizeri- ' chs Neutralität von zahlreichen Sta a t e n 1 erkanntunddurch Verträgegewähr- taiftet worden sei. Insbesondere hätten alle Luchbarstaaten wiederholt ihren Willen kund j sieben, die Schweizer Neutralität zu achten. Die ^llmachtenvorlage wurde im Nationalrat ohne jeg- itite Opposition mit 181 Stimmen genehmigt. Auch Ständerat stimmte der Vorlage mit 42 Stim- am, ohne Oegenftimtnen, zu,

Unsere Bereitschaft!

NSG. In überlegener Ruhe beobachtet das deuffche Volk in diesen Tagen das Kriegsgeschrei jenseits einer östlichen Grenze. Don den im Innern des Reichs geplanten Schlachten bis zur Kanonade Dan­zigs erlebte es bereits eine Kriegführung, die an theoretischen Siegen und Erfolgen Marschallstäbe ein­bringen müßte. Aber eben auf den Gefilden der Theorie, deshalb unser mitleidiges Lächeln. Mit phy- ischer und moralischer Ueberlegenheit steht das Reich heuteGewehr bei Fuß" und harrt in ent- chlossener Bereitschaft der Dinge, die da kommen konnten.

Unser selbstgeschaffenes Glück in dieser Situation aber ist es, daß wir diese Bereiffchaft nicht erst in den Stunden der Gefahr auf die Probe stellen müssen, ie ist erprobt genug. Als Ziel und Erfolg der Arbeitder Partei wird sie in der Realität der erstandenen Volksgemeinschaft auch den här­testen Anforderung en gewachsen sein. Diese Volksgemeinschaft ist die Grundlage unseres physischen Erstarkens. Sie war und ist der Prüfstein unserer seelischen Kräfte. Wir aber wissen, daß mir mit den errungenen Erfolgen wie mit dem Ergebnis dieser Prüfung zufrieden sein dürfen. Großdeuffch- land, das neu erstandene Reich, legt Zeugnis dafür ab.

Wenn wir uns heute über unsere Einsatzbereit- chaft selber Rechenschaft ablegen, so sei oorangeftettt, daß wir die Schwächen des Vorkriegsdeutschland end­gültig und für immer überwunden haben. Dies sollten auch jene zur Kenntnis nehmen, die heute noch glauben, mit ihnen operieren zu können. Wir brau­chen heute nicht erst in die Schützengräben zu steigen, um dort zu erfahren, daß wir nicht als Klaffen- ober Interessengemeinschaft, sondern einzig und allein als eine auf Gedeih und Verderb verbundene Bluts­und Schicksalsgemeinschaft bestehen kön­nen. Wir brauchen heute nicht erst durch Not und Mangel darauf hingewiesen zu werden, daß sich der einzelne den Forderungen und Gesetzen der Gemein­schaft unterzuordnen hat. Wir brauchen heute nicht erst durch die Erfahrungen belehrt zu werden, daß buhlende Worte unserer Gegner noch immer Verrat ansprechende Lügen waren. Wir haben das alles fjinteruns: Bruderkamps, Eigennutz und Gutgläubigkeit. Heute wissen mir, mas es bedeutet, jene Faktoren die für das erfolgreiche Bestehen eines Kampfes notwendig sind erst in den Stun­den des Einsatzes üben zu müssen, und wir missen, was es bedeutet, dem Gegner aus gute Worte und Versprechen ausgeliefert 3U sein. Deshalb haben mir uns geübt und stehen namit auch den ernstesten Situationen gewappnet gegenüber.

Die umfassende Erziehungsarbeit der Partei machte den wesentlichen Jnhall dieser Uebung aus, indem sie die Erziehung zum politi­schen Menschen und damit zur Einsicht für die Not­wendigkeit der Volksgemeinschaft zur Aufgabe un­serer Zeit machte. Wir alle wissen, welche Wider­stände dabei zu überwinden waren, wir wissen je- doch auch, wie sich das angestrebte Ziel mehr und mehr verwirklichte, wie es mehr und rnehr Funda­ment unseres Reiches wurde und dann auch im außenpolitischen Kräftespiel seinen entscheidenden Einsatz erfuhr und erfährt.

Wenn man den Wert dieses Erfolaes jedoch voll erfassen will, tut man recht, ihn an dem dafür ge­brachten Einsatz zu ermessen. Von den Gräbern unserer ermordeten Kameraden über die Leiden in den Zuchthäusern, Gefängnissen und Anhaltelagern, über Hunger und Not, über Sehnen und Glauben und wieder mutigem Antreten zieht sich ein Band des strahlendsten Idealismus, der Hingabe für die Idee und ihren Sieg. In der unermüdlichen Arbeit der Politischen Leiter, der Angehörigen der Gliede­rungen, des letzten BDM.-Mädels und Junavolk- pimpfen fand der verpflichtende Inhalt dieser Kampfzeit seine würdiae Fortsetzung in den gegen- märtigen Jahren des Aufbaus. Der bisherige Weg ist daher Beweis für das Uebermaß moralischer Kräfte, die für das Werden des Reiches gefordert und in selbstverständlicher Bereitwilligkeit erbracht